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Zahnmedizin (Fach) / Phantom II (Lektion)
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- Wonach richten Sie sich bei der Aufstellung der oberen Frontzähne einer Totalprothese? - Eckzahnspitzen sollen auf Verbindungslinie durch die Mitte der Papilla incisiva liegen (CPC-Linie) - die Labialflächen der Eckzähne sollen einen Abstand bis zur ersten queren Gaumenfalte von 10,5 +/- 1 mm haben - die Labialflächen der 1er liegen 8mm vor der Mitte der Papilla incisiva - die Labialflächen der Schneidezähne bilden mit Kontur des Alveolarfortsatzes den Ausschnitt eines Kreisbogens - die Schneidekanten der 1er liegen 1,5 - 2 mm weiter ventral als der Zahnhals - der Overbite beträgt 1 - 2 mm - der Oberjet beträgt ca. 1 mm
- Wie verläuft die Achsenrichtung der oberen Schneidezähne (wurzel zur Krone) ? - in sagittaler Richtung von kranial-ventral nach kaudal-dorsal - in transversaler Richtung von kranial-medial nach kaudal-lateral
- Nennen Sie die beiden Hilfslinien zur Positionierung der unteren Seitenzähne (in der Horizontalebene)! - Eckzahn-Trigonum-Linie: von Eckzahnspitze der unteren 3er bis zur Mitte des gleichseitigen Trigonum retromolare - Pound'sche-Linie: von der mesialen Eckzahnkante bis zur linualen Begrenzung des Trigonum retromolare
- Was überprüfen Sie bei der Anprobe der Wachsaufstellung beim Patienten? - horizontale und vertikale Kieferrelation - Frontzahnaufstellung: Größe, Stellung der zähne, Lachlinie, Bukkalkorridor - Sprechprobe
- Wo liegen die tragenden (=bukkalen) Höcker der unteren Seitenzähne bei starker Atrophie des Alveolarfortsatzes? die tragenden (= bukkalen) Höcker der unteren Seitenzähne liegen bei starker Atrophie des Alveolarfortsatzes linual von der Kieferkammmitte
- Wo liegen die tragenden (=bukkalen) Höcker der unteren Seitenzähne bei mittlerer Atrophie des Alveolarfortsatzes? die tragenden (=bukkalen) Höcker der unteren Seitenzähne liegen bei mittlerer Atrophie des Alveolarfortsatzes über der Kieferkammmitte
- Wo liegen die tragenden (=bukkalen) Höcker der unteren Seitenzähne bei voll entwickeltem Alveolarfortsatz? die tragenden (=bukkalen) Höcker der unteren Seitenzähne liegen bei voll entwickeltem Alveolarfortsatz vestibulär, die zentralen Fossae lingual von der Kieferkammmitte
- Was überprüfen Sie beim Eingliedern der fertiggestellten Prothese? - Prothesenunterseite -> scharfe Kanten und Kunststoffperlen beseitigen - Prothesenhalt, Randgestaltung und -ausdehnung - Okklusion, Bißhöhe - Instruktion des Patienten hinsichtilich Tragemodus und Pflegetechnik
- Wodurch können Okklusionstörungen bei einer neuen Totalprothese verursacht werden? - Fehler bei der Kieferrelationsbestimmung - Material- und verfahrenstechnisch bedingte Dimensionsänderungen in den Prothesen
- Welche Fehler bei der Kieferrelationsbestimmung im Rahmen der Herstellung können zu Okklusionsstörungen bei der fertigen Totalprothese führen? - kein gleichmäßiger Wachswallschluss bei der Verschlüsselung, exaktes Schließen der Wachswälle wurde durch Abklappen der Prothesenbasis nur vorgetäuscht - Unterkiefer beim Checkbiß-Registrat falsch positioniert (z.B. zu weit nach dorsal)
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- Mit welchem Verfahren lassen sich solche Okklusionsstörungen am zuverlässigsten feststellen und beseitigen? - erneute Kieferrelationsbestimmung mit den fertiggestellten Prothesen am Patienten, Übertragung der Prothesen in einen Artikulator und Einschleifen einer störungsfreien Okklusion (sog. "Nachregistrieren")
- Was sind werkstoffimmanente, verfahrenstechnische Fehlerquellen, die im Rahmen der Herstellung zu Okklusionsstörungen bei der fertigen Totalprothese führen können? - Polymerisationsschrumpfung - thermische Kontraktion -endogene Spannungen in Abhängigkeit von Art des Kunststoffes und Herstellungsverfahren
- Wie gehen Sie beim Einschleifen der statischen Okklusion vor? Reduzierung der vorhandenen Kontakte auf nichttragenden Höckern,solange bis gleichmäßige Kontaktpunktverteilung
- Wie gehen Sie beim Einschleifen der Protrusion vor? Reduzierung übermäßiger Kontakte auf Protrusionsfacetten, meist an Frontzähnen (UK-Schneidezähne -> labiale Fläche, OK-Schneidezähne -> palatinale Fläche)
- Welches Ziel haben Sie beim Einschleifen der Protrusion? Sagittal äquilibrierte Okklusion, d.h. gleichmäßge Kontakte auf Front- und Seitenzähnen (Protrusionsfacetten) bei Protrusion, um dorsales Abkippen der Prothesen zu vermeiden
- Wie gehen Sie beim Einschleifen der Laterotrusion vor? - entweder: Reduzierung übermäßiger Kontakte auf Laterotrusionsfacetten der nichttragenden Höcker auf Arbeitsseite - oder: Reduzierung übermäßiger Kontakte auf Mediotrusionsfacetten der tragenden Höcker auf Balanceseite
- Welches Ziel haben Sie beim Einschleifen der Laterotrusion? Diagonal äquilibrierte Okklusion, d.h. beidseitig gleichmäßige Kontakte auf Seitenzähnen (Laterotrusionsfacetten auf Arbeitsseite und Mediotrusionsfacetten auf Balanceseite) bei Laterotrusion, um dorsales Abkippen der Prothesen zu vermeiden
- Eine Mischung aus 4 Teilen Pulver und 2 Teilen Monomer habe eine Polymerisationsschrumpfung von 8 Vol%. Wie groß ist die Polymerisationsschrumpfung des Monomers? 4:2 = 2:1 Bei einem Mischungsverhältnis von 2:1 wird de Polymerisationsschrumpfung des Monomers um 1/3 reduziert - die Polymerisationsschrumpfung des Monomers beträgt 24 Vol%
- Eine Mischung aus 4 Teilen Pulver und 2 Teilen Monomer habe eine Polymerisationsschrumpfung von 9 Vol%. Wie groß ist die Polymerisationsschrumpfung des Monomers? (Rechnung!) 27 Vol % Rechnung: Anteil Monomer am Ganzen: 2/6 = 9 Vol% -> 1/3 = 9 Vol% -> 1 = 9 Vol% x3 = 27 Vol%
- Wodurch werden bei der Überführung der in Wachs modellierten Prothese in Kunststoff Dimensionsänderungen verursacht? - Polymerisationsschrumpfung - thermische Kontraktion
- Zur labortechnischen Herstellung von Totalprothesen (Überführung der in Wachs fertiggestellten und eingebetteten Prothese in Kunststoff) werden verschiedene Verfahren angewendet. Nennen Sie diese Verfahren und jeweils die Art der Kunststoffverarbeitu Stopf-Pressverfahren -> Verarbeitung: chemoplastisch (Pulver/Flüssigkeit) -> Polymerisat: Heißpolymerisat, Kalt- bzw. Autopolymerisat, Mikrowellenpolymerisat Spritz-Gußverfahren -> Verarbeitung: thermoplastisch (Polymergranulat) -> Polymerisat: PMMA-Copolymerisate, Polyacetale, Polycarbonate Spritz-Pressverfahren -> Verarbeitung: chemoplastisch (Pulver/ Flüssigkeit) -> Polymerisat: Heißpolymerisat, Kalt- bzw. Autopolymerisat, Mikrowellenpolymerisat Modelliertechnik -> Verarbeitung: chemoplatisch (pastenförmiges Einkomponentenmaterial) -> Polymerisat: hochmolekulare Dimethylacrylate Gießtechnik -> Verarbeitung: chemoplastisch (Pulver/Flüssigkeit) -> Polymerisat: spezielle Kaltpolymerisate mit genügend langer Fließfähigkeit
- Nennen Sie die Vor- und Nachteile des Stopf-Pressverfahrens zur labortechnischen Herstellung von Totalprothesen! + einfaches, wenigs störanfälliges Verfahren - Ungenauigkeit durch Pressfahne
- Ordnen Sie die verschiedenen Verfahren zur labortechnischen Herstellung von Totalprothesen in der Reihnenfolge des Ausmaßes der Dimensionstreue einer damit hergestellten Prothese ( 1 = beste und 4 = geringste Dimensionstreue) 1 Spritz-Pressverfahren 2 Stopf- Pressverfahren 3 Spritz-Gußverfahren 4 Gießverfahren
- Welche physikalischen Veränderungen treten während der Polymerisation auf? - Viskositätssteigerung - Temperaturanstieg - Polymerisationsschrumpfung
- Wie groß ist die Polymerisationsschrumpfung von PMMA? 21 Vol%
- Wie vermeiden Sie Siedeblasen bei der Polymerisation? Polymerisation unter Druck, damit der Siedepunkt des Monomers erhöht wird
- Nennen Sie die Vor- und Nachteile des Spritz-Gußverfahrens zur labortechnischen Herstellung von Totalprothesen! + keine Polymerisationsschrumpfung + z.T. bessere meschanische Eigenschaften als PMMA - erhebliche thermische Kontraktion - sehr aufwendige Verarbeitungstechnik - nur rein mechanischer Verbund zu Kunststoffzähnen
- Wodurch wird eine milchige Verfärbung an der Prothesenbasis verursacht? Durch oberflächliche Siedeblasen bei der Polymerisation als Folge eines azeotropen Gemisches aus Monomer und Wasser
- Wodurch können Sie vermeiden dass eine milchige Verfärbung an der Prothesenbasis auftritt? Wirksame Isolierung des Gipsmodells bzw. des Gipskonters, damit Wasseraustritt in den Kunststoff vermieden wird
- Wodurch hängt die Biegefestigkeit eines Prothesenkunststoffes ab? - Füllstoffgehalt - Vernetzungsgrad