Ökologie (Fach) / Verhaltensökologie (Lektion)
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Kurtz
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- Beispiel Löwe Rudel: 3- 12 Weibchen (alle verwandt) und 1- 6 Männchen (oft Brüder)Weibchen: gleichzeitiger Östrus, 2- 4 Tagenur ca alle 2 Jahre Jungtiere Bei Rudelübernahme: Männchen töten die Jungtiere, Weibchen kooperieren bei der VerteidigungKonflikt: unterschiedliche reproduktive Interessen --> Männchen töten Junge, die nicht ihre eigenen Gene tragen, damit die Weibchen schneller erneut schwanger Weibchen jagen und ziehen Junge gemeinsam auf --> gemeinsame Interessen und Aktivität
- Erklärung für Altruismus wenn Evolution alles begünstigt, das die Gene eines Individuums in die nächste Generation bringt, warum dann Kooperation? Verwandtschaftsselektion ("kin selection"):- gemeinsame Gene von Helfern und Geholfenem - Hamilton's Regel: r x b > c - r = Verwandtschaftskoeffizient/ b = Nutzen/ c = Kosten
- Verwandtschaftskoeffizient bei Halbgeschwistern (normale diploide Organismen): r = 1/4 Weil: 1/2 x 1/2 (von Geschwisterteil zum geteilten Elternteil zum Geschwisterteil) bei Voll-Geschwistern: r = 1/2 Weil: siehe Folie (1/2 x 1/2 + 1/2 x 1/2) bei Cousins: r = 1/8 Weil: Vom Cousin zum Erlternteil zum Geschwisterteil des Elternteils zum Cousin (1/2 x 1/2 x1/2) bei haplodiploiden Organismen: siehe Folien
- Geschlechtsunterschiede und Folgen Warum 2 Geschlechter? Männchen meist auffälliger gefärbt = Anfälliger für Angriffe von Räubern Warum 2 Geschlechter? Nach Modellrechnungen 2 Optima für Produktion von Gameten- glatte, otterreiche Eizellen- kleine, mobile Spermien- alles dazwischen evolutiv nicht stabil Folge: Anisogamie --> wenige kostspielige Eizellen, viele billige Spermien
- Bateman's principle Da Eizellen "teuer" und Spermien billig sind, ist der Reproduktionserfolg1. der Weibchen durch die Anzahl der Eier limitiert2. der Männchen durch die Anzahl der Weibchen, mit denen sie sich verpaaren limitiert --> Interessenkonflikt: Männchen wollen möglichst viele Eier befruchten/ Weibchen wollen möglichst viele Männchen, die ihre Eier befruchten Bei Schnecken: "love darts" erhöhen den Erfolg der Spermienkonkurrenz der Männchen (--> mehr Aufnahme von Spermien durch weibliche Schnecke) Folge: höhere Varianz im Reproduktionserfolg der Männchen im Vergleich zu den Weibchen --> Asymmetrische Reproduktion
- Asymmetrische Reproduktion nur sehr wenige Männchen verpaaren sich mit sehr vielen Weibchen, sondern die meisten Männchen verpaaren sich nur mit wenigen Weibchen die meisten Weibchen verpaaren sich mit einigen Männchen, die wenigsten mit keinen, keine mit vielen Folge: sehr wenige Männchen haben einen sehr hohen Reproduktionserfolgdie meisten Weibchen haben einen mittleren Reproduktionserfolg, nur wenige einen sehr geringen oder einen sehr hohen Deshalb: Varianz Männchen > Varianz Weibchen das Geschlecht mit der höheren Varianz im Reproduktionserfolg (idR Männchen) unterliegt sexueller Selektion--> bei den meisten Arten sind die Weibchen wählerischer als die Männchen und die Männchen konkurrieren mehr --> Männchen dominieren Ressourcen/ Territorien und lassen Weibchen gegen Sex teilhaben
- sexuelle Selektion Merkmale, die scheinbar nicht mit natürlicher Selektion erklärbar sind, evolvieren durch Bevorzugung von Partnern mit solchen Merkmalen intersexuelle Selektion: Auswahl von Paarungspartnern des einen durch das andere Geschlecht --> massive Beeinflussung der EvolutionFolge: Konkurrenz um Paarungspartner innerhalb des dominierenden Geschlechts
- Gute Gene Hypothese Ornament bei Pfauen ist ein Signal für "gute Gene" (obwohl es unvorteilhaft für den Pfau bzgl. Auffälligkeiten für Prädatoren ist, lebt der Pfau noch --> gute Umweltanpassungen) --> sie überleben trotz "Behinderung"
- Fisher's Runaway Hypothese Evolution des Ornaments von Pfauen und Präferenz für das Ornament durch das Weibchen verstärkt sich gegenseitig --> kein Vorteil, außer dass die Söhne wählerischen Weibchen gegenüber ebenfalls höheren Reproduktionserfolg erzielen ("sexy sons")
- sexueller Konflikt über die Paarungsdauer Vorteile der Paarung würden für die Männchen noch steigen, während bei den Weibchen die Kosten bereits überwiegen würden deshalb: zB bei der Skorpionsfliege: Beutetier, das das Weibchen während der Paarung verzehrt --> aber deswegen dauert die Paarung nicht unendlich länger an, je größer das Beutetier ist--> "rape" = Vergewaltigung --> sehr kontrovers diskutiert, wegen des naturalistischen Fehlschlusses: Was in der Natur passiert, muss nicht gut sein
- Theorie des elterlichen Investments = Verhalten eines Elternteils, das die Wahrscheinlichkeit des Überlebens (und reproduktiven Erfolges) eines Nachkommen erhöht und gleichzeitig Invenstitionen in andere Nachkommen reduziert Vorhersage: das Geschlecht mit der größeren Investition in Nachkommen ist wählerischer (idR das Weibchen)
- Paarungssysteme Monogamie: Ein Männchen mit nur einem Weibchen und umgekehrtzB Schwarzköpfchen Polygynie: Ein Männchen hat viele WeibchenzB Strauß Polyandrie: Ein Weibchen hat viele WeibchenzB Blaustirn-Blatthühnchen Promiskuität: "jeder mit jedem" (Viele Männchen mit vielen Weibchen und umgekehrt)zB Seggenrohrsänger Variable PaarungssystemezB Heckenbraunelle
- Polygynie-Schwellen-Modell wann akzeptieren Weibchen Polygenie? --> zB Prärie-Ammer: Weibchen wählen mitunter Männchen mit besseren (Schattigeren) Territorien, auch wenn diese bereits mit anderen Weibchen verpaart sind
- Paarungssysteme der Vögel Traditionelle Sichtweise: 90% monogam, 10% polygamProblem: bei vielen Vogelarten Auftreten von extra-pair-young --> nicht mit sozialem Vater verwandt deshalb Änderung:20% genetisch monogam70% sozial monogam10% polygam
- Paarungs- und Sozialsysteme von Primaten 1. Gibbon: monogam/ egalitär/ Paare besitzen Territorien 2. Orang-Utan: solitär, kaum soziale Bindung/ dominante Männchen mit großen Territorien/ Wohngebiete der Weibchen überlappen sich mit den Männchen-Territorien 3. Gorilla: Polygamie (-gynie)/ Männchen haben Territorien und mehreren Weibchen/ starke Bindung des Männchens zu den Weibchen 4. Schimpanse: Gemischt-geschlechtsliche Großgruppen (Fission-Fusion"-Organisation)/ Männchen haben starke Bindungen zueinander (Jagd-Gemeinschaften, gemeinsame Territorien)/ eher Männchen dominant 5. Bonobo: relativ friedliebend/ gemischt-geschlechtliche Großgruppen/ Vielfalt von Sexualkontakten/ starke Bindung der Weibchen untereinander/ eher Weibchen dominant/ Position der Männchen hängt von der Position der Mutter ab 6. Mensch: sehr diverse Systeme: Monogamie/ Polygynie/ Polyandrie kommen vor/ je nach Einfluss ökologischer Beziehungen --> Verschiedene Kulturen haben verschiedene Paarungssysteme
- Mensch vs. Affe Menschen haben relativ große Hoden und SpermienmengeMenschen paaren sich relativ oftverdeckter Östrus --> Spermienkonkurrenz spielt zumindest eine gewisse Rolle--> ursprüngliches Paarungssystem war vermutlich eine milde Form der Promiskuität
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