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Psychologie (Fach) / Psychologie (Lektion)

Einführung in die Psychologie, ihre Methoden und Techniken wissenschaftlichen Arbeitens

Diese Lektion wurde von zaknafain erstellt.

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  • Primacy- und Recency Effekt Beim Primacy- und Recency-Effekt handelt es sich um Urteilsverzerrungen die mit der Reihenfolge zusammenhängen, in der Informationen ankommen und dargeboten werden. Demnach werden die zuerst und zuletzt dargebotenen Informationen besunders gut erinnert und beeinflussen deshalb das Gesamturteil besonders stark.
  • Akteur- Beobachter Fehler Der Akteur-Beobachter Fehler (actor-observer-bias) wird u.a. mit Unterschieden in der Wahrnehmungsperspektive erklärt. Akteure "sehen" in einem gegebenen Kontext eher die Anforderungen und Charaktersitika der Situation, während die eigene Person aus dem Wahrnehmungsfokus zurücktritt. Bei Beobachtern ist es umgekehrt: die beobachtete Person steht im Mittelpunkt der Wahrnehmung.
  • Pygmalion Effekt / Rosenthal Effekt Als Rosenthal-Effekt oder Pygmalion-Effekt (nach der mythologischen Figur Pygmalion) wird in der Sozialpsychologie das Resultat eines Versuchsleiter-Versuchspersonen-Verhältnisses bezeichnet, insbesondere des Lehrer-Schüler-Verhältnisses; man spricht hierbei auch vom Versuchsleiter(erwartungs)effekt oder Versuchsleiter-Artefakt. Dem Effekt nach sollen sich positive Erwartungen, Einstellungen, Überzeugungen sowie positive Stereotype des Versuchsleiters nach Art der „selbsterfüllenden Prophezeiung“ auswirken. In den klassischen Experimenten wurde der Effekt positiver Erwartungen auf die Leistungen bei Intelligenztests untersucht.Der Begriff Versuchsleiterartefakt ist mittlerweile in wissenschaftliche Standardliteratur und Sprachgebrauch eingegangen.
  • empirische Präzisierung Die Messung psychischer Phänomene trägt erheblich zu deren empirischer Präzisierung bei.
  • Arithmetisches Mittel Durchschnitt
  • Streuungs- oder Dispresionsmaße Sogenannte Streuungs- oder Dispersionsmaße liefern einen zusamenfassenden Wert, aus dem hervorgeht, wie stark sich die einzelnen Messungen voneinander unterschieden.
  • Deskriptive Statistik vs. Inferenzstatistik In der deskriptiven Statistik geht es um Verfahren die Daten summarisch beschreiben. In der Inferenzstatistik geht es dagegen um Verfahren, die es erlauben, von Stichprobenstatistiken auf Populationsparameter zu schlussfolgern.  „Während die beschreibende (deskriptive) Statistik sich mit der Untersuchung und Beschreibung von Gesamtheiten oder Teilmengen von Gesamtheiten begnügt (z.B. durch Mittelwerte, Prozentsätze, Streuungsmaße, Korrelationskoeffizienten etc.), untersucht demgegenüber die Schließende Statistik (analytische Statistik, Inferenzstatistik) z.B. nur eine repräsentative Teilmasse der Grundgesamtheit (Population) und schließt von dieser Teilmasse auf die Charakteristika der Grundgesamtheit.Es wird also nur eine meist relativ kleine Anzahl der Einheiten der Grundgesamtheit untersucht und aus den Ergebnissen auf Merkmale der Grundgesamtheit geschlossen“ (Sahner, 1971, S. 9).
  • Interventionsmethoden Interventionsmethoden zielen nicht darauf ab, die Wissenschaftlichkeit von Aussagen zu sichern, sondern bestimmte Wirkungen zu erzielen, z.B. die Arbeitszufriedenheit zu steigern oder psychische Störungen und Probleme zu verringern. Damit diese Interventionsmethoden als "wissenschaftlich" bezeichnet werden können, müssen die durch sie intendierten Wirkungen wiederum mit den Methoden der systematischen und wiederholbaren Datenerhebung und Auswertung unter Anwendung geeigneter Untersuchungsdesign evaluiert werden.
  • "Gender Similarities Hypothesis" Nach der Gender Similarities Hypothese ähneln sich Frauen und Männer im Hinblick auf die meisten psychologisch relevanten Merkmale.
  • Der Hermeneutische Zirkel des Verstehens Das Verstehen des Sinns kultureller Äußerungen (Darstellungen, Kunstwerke, Texte usw.) ist an bestimmte Vorbedingungen (Vorwissen und Vorannahmen, Werturteile, Begriffsschemata usw.) von Interpreten gebunden, welche im Regelfall nicht mit jenen der Produzenten deckungsgleich sind. Der Prozess der Annäherung beider „Verstehenshorizonte“ ist nicht direkt zielführend abschließbar, sondern besteht in einer fortschreitenden Annäherung. Die Vorstellung eines Zirkels (d.h. Kreisbewegung) bildet dabei die Tatsache ab, dass es keinen objektiv beginnenden und linearen, direkt zielführenden Weg zum Sinn eines Textes oder Kunstwerks gibt, sondern der Verstehende sich erstens bereits in einer verstehenden Annäherungsbewegung befindet und dabei zweitens, wenn nicht sich schlicht nur „im eigenen Kreise drehend“, sich dem Verstehensziel bestenfalls analog einer Spirale annähert, ohne das angestrebte Ziel Verständnis unmittelbar erreichen zu können.   Nach idealistischer Auffassung ist Verstehen eine Seinsweise, in der die Welt sich selbst auslegt.
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  • Normativ-Ontologisch normativ-ontologisch sind verschiedene Ansätze in der Politischen Wissenschaft, die in ihrer wissenschaftstheoretischen Positionierung von der Existenz eines absoluten Seins, einer (einzigen) Wahrheit und einer Moral ausgehen und dabei versuchen, normative Aussagen zu formulieren. Auf dieser Grundlage versuchen Wissenschaftler dieser Forschungsrichtung mittels wissenschaftlicher Methoden nicht nur die Realität zu beschreiben und zu erklären, sondern auch das, was sein soll, zu finden. Letzteres sei möglich, weil von der Betrachtung der Seinsordnung der Welt (und der Stellung des Menschen in dieser) praktische Handlungsregeln für das menschliche Zusammenleben abgeleitet werden könnten. Diese Möglichkeit wird dagegen von Vertretern empirisch-analytisch arbeitender Ansätze bestritten (Humes Gesetz, Wiener Kreis).
  • Wilhelm Dilthey Gilt als Begründer der Geisteswissenschaften. Hat die verstehende Psychologie entscheidend weiterentwickelt.
  • Norm Norm (vom lat. norma = Norm) ist die Regel, Richtschnur - in der Philosophieun in den Geises und Sozialwissenschaften allgemein - für menschliches Handeln und Urteilen.
  • Normative Wissenschaft Normative oder Normwissenschaften sind jene Wissenschaften, die die Normen und Werte menschlichen Handelns oder künstlerischen Schaffens als Grundlage und Maßstab anerkennen. (oben Fernuni Hagen, dagegen unten Wikipedia): Normative Wissenschaft Das Ziel normativer Wissenschaft ist die allgemeingültige Beantwortung normativer Fragen. Normative Fragen sind Fragen nach dem, was sein soll, insbesondere wie gehandelt werden soll und welche Werte und Ziele angestrebt werden sollen. Normative Fragen stellen sich u. a. in der Ethik, der Politik, der Ökonomie, dem Recht und der Pädagogik.
  • Ontologie Ontologie ist die Seinslehre, derjenige Teil der Metaphysik, der eine Wissenschaft von den allgemeinsten Seinsbestimmungen sein will, eine Logik des Wirklichen.
  • Phänomenologie Die Phänomenologie (von altgriechisch φαινόμενον phainómenon ‚Sichtbares‘, ‚Erscheinung‘ und λόγος lógos ‚Rede‘, ‚Lehre‘) ist eine philosophische Strömung, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts von Edmund Husserl geprägt wurde (ältere Begriffsverwendungen seit dem 18. Jahrhundert, s.u.). Deren Vertreter sehen den Ursprung der Erkenntnisgewinnung in unmittelbar gegebenen Erscheinungen, eben den Phänomenen. Die formalen Beschreibungen der Phänomene geben grundsätzlich den Anspruch aller phänomenologischen Ansätze wieder, seien es philosophische oder naturwissenschaftliche, literarische oder psychische. Sie unterscheiden sich nur in der Art, wie sie mit dem unmittelbar Gegebenen umgehen.
  • Verstehende Psychologie Verstehende Psychologie ist ein Fachbegriff, mit dem Verstehen zur spezifischen Methode in der Psychologie und Psychopathologie erhoben wird. Als Gegensatz zum psychologisch relevanten Begriff des Verstehens wird für die Naturwissenschaften Erklären als spezifische Methode angenommen. Psychologie richtet sich damit nicht allein auf das Erklären kausaler Zusammenhänge, sondern – anders als bei den Naturwissenschaften - insbesondere auch auf das Verstehen von Sinnzusammenhängen.
  • erklären vs. verstehen erklären: deduktiv, variablenorientiert, quantitativ, standardisiert, schliessen, generalisierend, repräsentative Auswahl verstehen induktiv, fallorientiert, qualitativ, offen, deuten, exemplifizierend, theoretische Auswahl
  • elementare vs. höhere formen des verstehens work in progress, chck, s.34
  • Karl Jaspers Karl Theodor Jaspers (* 23. Februar 1883 in Oldenburg; † 26. Februar 1969 in Basel) war ein deutscher Psychiater und Philosoph, der weit über Deutschland hinaus bekannt wurde. Er lehrte u. a. in Basel und wurde 1967 Schweizer Staatsbürger. Jaspers gilt als herausragender Vertreter der Existenzphilosophie, die er vom Existentialismus Jean-Paul Sartres strikt unterschied. Er war zunächst Lehrer und anschließend lebenslanger Freund von Hannah Arendt, mit der ihn auch ein jahrzehntelanger Briefwechsel verband. Auch mit Martin Heidegger stand er in Briefwechsel, der – in der Zeit des Nationalsozialismus unterbrochen – nach dem Zweiten Weltkrieg nur noch spärlich war.
  • nomothetisch vs. idiographisch Die wissenschaftstheoretische Unterscheidung zwischen nomothetischer und idiographischer Forschung geht zurück auf die Rede „Geschichte und Naturwissenschaft“ Wilhelm Windelbands, die dieser 1894 zum Antritt seines Rektorats an der Universität Straßburg hielt. Windelband unterschied zunächst Mathematik und Philosophie als rationale Wissenschaften von den Erfahrungswissenschaften. Letztere teilte er dann nochmal in die nomothetischen Naturwissenschaften und die idiographischen Geisteswissenschaften.[1] Nomothetisch(von griechisch nomos: 'Gesetz' und thesis: 'aufbauen') bezeichnet eine Forschungsrichtung, bei der das Ziel wissenschaftlicher Arbeit allgemeingültige Gesetze sind. Ihre Methoden sind experimentell, oft reduktionistisch, die erhobenen Daten quantitativ. Nomothetische Theorien abstrahieren von den Phänomenen. Diese Denkweise ist typisch für die Naturwissenschaften.Idiographisch(von griech. idios: 'eigen' und graphein: 'beschreiben) ist eine Forschungsrichtung, bei der das Ziel wissenschaftlicher Arbeit die umfassende Analyse konkreter, also zeitlich und räumlich einzigartiger Gegenstände ist. Ihr Hauptanwendungsbereich sind die Geisteswissenschaften.
  • Positivismus Der Positivismus ist eine Richtung in der Philosophie, die fordert, Erkenntnis auf die Interpretation von „positiven“ Befunden zu beschränken, also solchen, die im Experiment unter vorab definierten Bedingungen einen erwarteten Nachweis erbrachten. Der Positivismus geht in der Namensgebung und ersten Institutionalisierung auf Auguste Comte (1798–1857) zurück und wurde unter diesem und seinen Nachfolgern im 19. Jahrhundert vorübergehend zu einem weltumspannenden humanistischen Religionsersatz ausgebaut, der alles Transzendente aus den Überlegungen ausschloss. Zwischen der erkenntnistheoretischen Position, die vor allem die Wissenschaftsdiskussion auf sich zog, und dem institutionalisierten Positivismus, der einen Religionsersatz anstrebte, entstanden im Verlauf des 19. Jahrhunderts erhebliche Spannungen.
  • Basissatz Basissätze sind also - in realistischer Ausdrucksweise - Sätze, die behaupten dass sich in einem individuellen Raum-Zeit-Gebiet ein beobachtbarer Vorgang abspielt.
  • falsifizierbar Eine Theorie ist falsifizierbar, wenn die Klasse ihrer Falsifikationsmöglichkeiten nicht leer ist.
  • naiver Falsifikationismus, dogmatischer Falsifikationsismus, raffinierter Falsifikationsnismus Alle drei Theorieansätze unterscheiden sich in dem grad der differenzierten Betrachtung von Falsifikation und Basissätzen.
  • fallibel fallibel = dem Irrtum unterworfen
  • Exhaustion "Exhaustion" bedeuted eigenlich "Ausschöpfung": ausgeschöpft werden alle Möglichkeiten, eine Theorie oder Hypothese vor der Falsifikation zu retten.
  • Konstruktivismus Der name - Konstruktivismus - bezieht sich darauf, dass nach dieser wissenschaftstheoretischen Konzeption der Forscher die "Realität", auf die sich seine Theorien beziehen, auswählend oder herstellend selbst "konstruiert". Im Konstruktivismus hat die Theorie eine absolute Dominianz gegenüber der Empirie.   Konstruktivismus nennen sich mehrere Strömungen in der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Aufgrund des gemeinsamen Namens werden sie oft irrtümlich für übereinstimmend gehalten. Die meisten Varianten des Konstruktivismus gehen davon aus, dass ein erkannter Gegenstand vom Betrachter selbst durch den Vorgang des Erkennens konstruiert wird. In der Fachsprache der Philosophie ausgedrückt, nehmen sie damit eine nominalistische Position zum Universalienproblem ein. Während im Radikalen Konstruktivismus die menschliche Fähigkeit, objektive Realität zu erkennen, mit der Begründung bestritten wird, dass jeder Einzelne sich seine Wirklichkeit im eigenen Kopf „konstruiert“, glauben Anhänger des Erlanger Konstruktivismus an eine gemeinsame Konstruktionsweise: dass es mit Hilfe einer besonderen Sprach- und Wissenschaftsmethodik möglich sei, „das naive Vorfinden der Welt“ zu überwinden und durch „methodische Erkenntnis- und Wissenschafts-Konstruktion“ zu ersetzen. Ob dieses gemeinsam Konstruierte auch unabhängig von seiner Konstruktion existiert oder bloß einen Konsens belegt, ist dagegen ein anderes Problem. Der Erlanger Konstruktivismus ist wesentlich angeregt von der Konstruktiven Mathematik, die wie der Radikale Konstruktivismus eine nominalistische Anschauung vertritt.
  • Universalienproblem Das Universalienproblem (auch: Universalienstreit, Universalienfrage, Nominalismusstreit, selten auch Realienstreit) betrifft die Frage, ob es Allgemeinbegriffe wirklich gibt oder ob sie menschliche Konstruktionen sind.
  • Eindeutigkeit Im Konstruktivismus geht es statt um "Wahrheit" um den "Willen zur Eindeutigkeit". Holzkamp (1972, S.92) unterscheidet hierbei zwischen dem Streben nach "systemimmanenter" und dem Streben nach "systemtranszendeter" Eindeutigkeit. Die systemimmanente Eindeutigkeit bezieht sich auf die geforderte logische Widerspruchslosigkeit in einer wissenschaftlichen Theorie. Die Forderung nach systemtranszendenter Eindeutigkeit bezieht sich auf die Anbindung einer aus Sätzen aufgebauten Theorie an die Empirie. "Eine Theorie ist in dem Maße systemtranszendent eindeutig, als - in besonderen Sätzen erfasste - reale Verhältnisse ausgewählt oder hergestellt werden können, die mit der Theorie in Einklang stehen". Theorie und Empirie werden also dadurch zueinander in Beziehung gesetzt, dass reale Verhältnisse ausgewählt oder hergestellt werden, deren Vorhandensein von der jeweiligen Theorie postuliert wird. Dieses Auswahl- bzw. Herstellungsverfahren wird Realisation genannt. In dieser Realisation zeigt sich die radikale Abwendung des Konstruktivismus vom Prinzip der Induktion: Es wird nicht von der empirischen Basis auf die Theorie geschlossen, sondern der Forscher wählt gemäß den Vorgaben seiner Theorie reale Verhältnisse aus oder stellt sie selbst her.
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  • Belastetheitsgrad von Theorien selbsterklärend
  • Positivismusstreit Die Vertreter der Frankfurter Schule versuchten, im Positivismusstreit herauszustellen, dass jeder Theoriebildung immer schon ein Erkenntnisinteresse vorausgehe (Habermas) und dass Theorien von Herrschaftsinteressen durchsetzt seien (Adorno). Den Neopositivisten wurde eine verschleiert normative Funktion des falschen Bewusstseins (Habermas) vorgeworfen. Der Forscher selbst sei stets Teil der Gesellschaft und könne sich nicht außerhalb seiner selbst stellen. Er müsse daher sein Verhältnis zur Gesellschaft, Forschung und Wissenschaft dialektisch mitbedenken.
  • Kritische Psychologie Kritische Psychologie steht in der Holzkamp-Schule für die marxistisch fundierte psychologische Forschung und Praxis. Sowohl Inhaltem Methoden als auch Anwendungen der "bürgerlichen" Psychologie (sei sie empirisch-analytischer, sei sie hermeneutisch-verstehender Art) werden von der Kritischen Psychologie kritisiert. Insofern wird die Kritische Psychologie von ihren Urhebern als Versuch der Bildung eines neuen Paradigmas verstanden. Dieses neue Paradigma soll wesentlich durch die kritische Auseinandersetzung mit der bürgerlichen Psychologie erfolgen. An ihr stellen Holzkamp und andere heraus: 1. Die bürgerliche Psychologie arbeitet mit der Fiktion des aus seinen gesellschaftlichen Bezügen herausgelösten Individuums. Das psychologische Experement spiegelt diese Desintegration und Parzellierung deutlich wider. 2. Die Theorien der bürgelichen Psychologie sind beliebig. Theoriegeschichte nimmt sich daher wie ein Wechsel von Moden dar. Der Grund für diese Beliebigkeit wird von marxistischen Psychologen in der Zirkularität des Theorie-Empirie-Verhältnisses gesehen: Die empirischen Befunde bestimmen sich nach den Hypothesen, diese nach den Theorien. Die Theorien selbst stehen langfristig in Konkurrenz miteinander.
  • Paradigma Paradigma als Musterbeispiel / Disziplinäre Matrix   Seit dem späten 18. Jahrhundert bezeichnet Paradigma eine bestimmte wissenschaftliche Lehrmeinung, Denkweise oder Art der Weltanschauung. Wenn sich eine solche grundlegend ändert, nennt man das Paradigmenwechsel.   Die gebräuchlichste Verwendungsweise des Wortes in diesem Zusammenhang geht jedoch auf den amerikanischen Wissenschaftstheoretiker Thomas S. Kuhn (1922–1996) zurück, der darunter „Lehrmeinung” versteht und damit einen Satz von Vorgehensweisen beschreibt. In seinem Buch Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen definiert er ein „wissenschaftliches Paradigma“ als: das, was beobachtet und überprüft wird die Art der Fragen, welche in Bezug auf ein Thema gestellt werden und die geprüft werden sollen wie diese Fragen gestellt werden sollen wie die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung interpretiert werden sollen Kuhn meint mit Paradigma also ein vorherrschendes Denkmuster in einer bestimmten Zeit. Paradigmen spiegeln einen gewissen allgemein anerkannten Konsens über Annahmen und Vorstellungen wider, die es ermöglichen, für eine Vielzahl von Fragestellungen Lösungen zu bieten. In der Wissenschaft bedient man sich in diesem Zusammenhang auch oft Modellvorstellungen, anhand derer man Phänomene zu erklären versucht. (Leitbild) Nach Kuhn ist ein Paradigma solange anerkannt, bis Phänomene auftreten, die mit der bis dahin gültigen Lehrmeinung nicht vereinbar sind. Dann werden neue Theorien aufgestellt, die sich manchmal sofort durchsetzen, manchmal erst nach längeren Diskussionen zwischen Verfechtern verschiedener Lehrmeinungen. Das Sich-Durchsetzen einer neuen Lehrmeinung oder den Prozess des Meinungsumschwungs bezeichnet man als Paradigmenwechsel. Kuhn übernahm für seine Theorie den Ausdruck Paradigma aus der Linguistik (linguistische Bedeutung). In Kuhns ursprünglicher Verwendung sind Paradigmen „konkrete Problemlösungen, die die Fachwelt akzeptiert hat“[3]. Hiermit sind Beispiele wie die schiefe Ebene gemeint, deren Lösungen schon Studenten in Lehrbüchern beigebracht wird, aber auch andere allgemein akzeptierte Problemlösungen. Diese dienen als Hilfsmittel, um über Analogiebildung andere Probleme zu lösen. In The Structure of Scientific Revolutions erhalten Paradigmen zusätzlich eine globale Bedeutung: Nahezu alles, worüber in der Wissenschaft Konsens besteht, ist paradigmatisch. Gemäß dieser Begriffsausweitung können unter anderem auch ganze Theorien paradigmatisch sein. Kuhn wurde in den Folgejahren für diese philosophisch nicht unproblematische Aufweichung des Paradigmenbegriffes oft kritisiert. Zu Beginn der 70er Jahre änderte Kuhn hierauf seine Terminologie. Paradigmen im weiten Sinne bezeichnete er nunmehr als disziplinäre Matrix, während er konkrete Problemlösungen fortan Musterbeispiele nannte. Im Postskriptum zu Structure von 1969 heißt es zum Paradigmenbegriff: "Einerseits steht er für die ganze Konstellation von Meinungen, Werten, Methoden usw., die von den Mitgliedern einer gegebenen Gemeinschaft geteilt werden. Andererseits bezeichnet er ein Element in dieser Konstellation, die konkreten Problemlösungen, die, als Vorbilder oder Beispiele gebraucht, explizite Regeln als Basis für die Lösung der übrigen Probleme der 'normalen Wissenschaft' ersetzen können." (Kuhn 1981 [1969]: 186)[4] Die Ausdrücke Paradigma und Paradigmenwechsel verwendete er nur noch selten. Sie waren inzwischen sowohl in der Rezeption, wie auch von Kuhn selbst, und zwar schon sehr früh, abweichend vom ursprünglichen Wortsinne eines Modells in weiterem Sinne unpräzise für alles verwendet worden, was tradiert wird und worüber Konsens unter arbeitenden Wissenschaftlern bestand.
  • Die Kuhnsche Phasenlehre Proto Wissenschaft->Normale Wissenschaft (Rätsellösen Aufräumarbeit)->Phase der Krisen->Phase der Anomalien->Wissenschaftliche Revolution