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BM1 (Fach) / Ökonomische BIldung (Lektion)

Einführung

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  • Was ist Bildung? Mündigkeit, Erziehung zur Teilhabe
  • Was ist Ökonomie/Ökonomik? Wirtschaftlichkeit/Kosten-Nutzen-Prinzip
  • Was ist ökonomische Bildung? Aneingung von Wissen zur (wirtschaftlichen) Teilhabe
  • Was ist Fachdidaktik? Reflexion über das Lehren und Lernen Bindeglied zwischen Fach- und Erziehungs-wissen Stricken mit Wolle und Muster  
  • Was sind die zwei Fachdidaktische Prinzipien? Wissensprinzip: Ziele und Inhalte durch wissenschaftliche Disziplin gegeben Situationsprinzip: Ziele und Inhalte durch gegenwärtige u. zukünftige Lebenssituationen gegeben
  • Was sind die Gefahren der beiden fachdidaktischen Prinzipien? Gefahr Wissenschaftsprinzip: Abbilddidaktik (zu abstrakt, wissenslastig) Gefahr Lebenssituationsprinzip: Betroffenheitsdidaktik (relevanz schwierig; prognostik ebenso)
  • 10 Standards der Fachdidaktik 1 Verhältnis zwischen Wissenschaftlicher Disziplin und Unterricht 2 Legitimation des Schulfaches 3 Geschichte des Schulfaches 4 Aufbau und Inhalt des Lehrplans 5 fachdidaktische Konzeption; sowie Lehr-Lern-Forschung 6 Material/Bücher im Fach 7 Lernen u. -schwierigkeiten der SuS im Fach 8 Leistungsbeurteilungen u. Förderungen im Fach 9 Methoden, Lehr-Lernformen 10 Verknüpfungen mit anderen Fächern
  • Fünf Grundfragen der Fachdidaktik wozu? - Ziele, Intention der festgesetzten Bildungsprozesse was? - Begründung und Auswahl der Inhalte wie? - Planung und Organisation womit? - Medien mit welchem Erfolg?  - Überprüfung u. Weiterentwicklung des Lernerfolges
  • Was macht das Leistungsprinzip aus? liberale Sozialordnung lokale Freizügigkeit allgemein bildendes Schulsystem
  • Welche Art Wissen wurde in der Agrargesellschaft gepflegt? Erfahrungswissen
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  • Welche Art von Wissen wurde im Industriezeitalter gepflegt? Technologisches Wissen -standardisierung -spezialisierung -synchronisierung -zentralisierung
  • Welche Art Wissen wird in der Wissensökonomie gepflegt? mobiles, vernetztes, flexibles Wissen
  • Allgemeinbildung setzt sich aus welchen drei Aspekten zusammen? Persönlichkeitsentwicklung; i.e. Wertebildung Lebensbewältigung; i.e. Instrumentelles Wissen gesellschaftliche Teilhabe; i.e. Funktionswissen/Orientierungswissen
  • Definition politischer Bildung bewusst geplante, organisierte, kontinuierliche, zielgerichtete Maßnahmen Akzeptanz der politisch-gesellschaftlichen Ordnung; Teilnahme am politischen Leben
  • Funktionen politischer Bildung Förderung der Mündigkeit; Qualifizierung zu funktionierenden Mitgliedern des Gemeinwesens; Stabilisierung der gegebenen Herrschaftsordnung; Verankerung der geistigen Grundlagen des Gemeinwesens; Besserung der gesellschaftlich-politischen Zustände 
  • Politische Bildung vs. Indoktrination Erziehung zum selbstständingen Meinungsbilden; Nicht Aufdrängung gewünschter Meinung.
  • Die Drei Grundmuster politischer Bildung nach Sander Herrschaftslegitimation  Mission ("Besserung") Mündigkeit (Lernende als Objekte der Belehrung (a+b) vs. Lernende als eigenaktive Bildungssubjekte (c)) 
  • Politische Bildung in der BRD 45-49: Re-Education 50er: demokratische Neuorientierung 60er ff.: von der "didaktischen Wende" zur Fachdidaktik Politik Ende 60er + 70er: Politische Bildung im politischen Konflikt 80er + 90er Politikdidaktik als institutionell etablierte Wissenschaftsdisziplin aktuell: forschende Wissenschaft
  • Wie viel Wirtschaft braucht die politische Bildung? (Detjen) Politik als Zentrum Wirtschaft als Fremdkörper "...das ökonomische auf praktisch politische Fragen beziehen" "Politik und Wirtschaft in einem Verhältnis der Interdependenz"   --> Ökonomik nicht primäres Ziel, da es um den Staatsbürger geht, nicht den Wirtschaftsbürger
  • Vier Abhängigkeitsbeziehungen zwischen Wirtschaft und Politik (Detjen) 1 Ökonomik als Voraussetzung für politische Handlungsspielräume und Gestaltungsmöglichkeiten 2. Ökonomische Prozesse haben Auswirkungen auf Stäbilität von Regierung und Staat 3. Politik entscheidet über Wirtschaftsordnung 4. Politische Ordnung und wirtschaftliche Ordnung in engem Verhältnis
  • Welches sind die drei Ebenen, auf denen die Debatte zum Verhältnis von politischer und ökonomischer Bildung geführt wird? Interessenpolitik Fach übergreifender/fächerverbindender Unterricht Entwicklung von Referenzsystemen, Ziel-, Inhalts- und Methodenkompetenzen für pol. und ök. Bildung mit dem Aufweis sich gegenseitig ergänzender Zugriffsweisen auf gesellschaftliche Strukturen und Prozesse.
  • Welches sind Kaminskis drei Annahmen zur Politik in ökonomischer Bildung? -systematischer Strategieansatz -(Ausmaß Politik in der ÖB)Prüfung durch vorgelegte Konzepte der pol. und ök. Bildung. - Vorrangig bildungspolitische Frage, nicht eine didaktische
  • Fachdidaktischer Armutskreislauf nach Kaminski kein Fach  keine ausgewiesene Zeitdeputate im Fächerkanon keine Studiengänge keine qualifizierten Lehrkräfte --> fachfremder Unterricht ungesicherter Entwicklungsstand für ÖB kein ausreichendes bildungspolitisches Konfliktpotenzial kein Fach
  • Gründe Kaminskis für Wirtschaft als eigenständiges Schulfach. Schulen im Wesentlichen nach Fächern, nicht nach Prinzipien geordnet Fächer = Aufgaben institutionalisierter Lehre = Ordnungsschemata für sozial gerechte Aneignung von Wissen  
  • Nenne die zwei Formen der Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft Wirtschaft als Förderer: Corporate Social Responsibility - Spenden,Unterrichtsmaterialien, Public Private Partnership Wirtschaft als Lernort: Praxiskontakte - MINT, Berufsorientierung; ÖB
  • Nenne Formen von Praxiskontakten zwischen Wirtschaft und Schule. Erfahrene Realität (Praktika, etc.) Vermittelte Realität (Expertengespräche, etc.) Simulierte Realität (Planspiele, Rollenspiele, etc.)
  • Nenne drei Partner für Praxiskontakte Unternehmen/ Betriebe (Groß,Mittel,Kleinbetriebe; regional,national,international) Institutionen/Organisationen (Verbände, Kammern, Gewerkschaften) Politisch-administratives Entscheidungssystem (Parteien, Regierung, Verwaltung)
  • Warum Praxiskontakte? Allgemeindidaktische Begründung (Handeln lernen) Lerntheoretische Begründung (handelnd lernen) Fachdidaktische Begründung (Ökonomische Bildung)
  • Warum Handeln lernen? Erweiterte individuelle Handlungsspielräume + zunehmnde individuelle Gestaltungspflicht    Wissensanlegung und Wissensanwendung miteinander verknüpfen um "träges Wissen" zu vermeiden. 
  • Warum handelnd lernen? "es gilt, die Methode zu finden, bei der der Lehrer weniger lehrt, der Schüler aber mehr lernt..." Lernende ordnen, strukturieren und setzen Eindrücke in kohärente Zusammenhänge, statt lediglich zu registrieren.  
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  • Radikaler vs. gemäßigter Konstruktivismus A) Erkenntnistheorie, derzufolge es keine vom Individuum lösbare Wirklichkeit gibt B) Lerntheorie, die den Wissenserwerb als kontruktiven Prozess beschreibt.
  • Merkmale konstruktivistischen Unterrichts aktiver Prozess, selbst gesteuert, konstruktiv, situativ, sozial Kognitive Strukturbildung entsteht in der tätigen Auseinandersetzung des Subjekts mit Erlebnisgehalten, die über die Umwelt vermittelt werden (Assimilation/Akkomodation) neben instruktiven Elementen: ein selbstständiges, eigenaktives, kooperatives Lernen ermöglichen, welches sich mit ergebnisoffenen, authentischen Problemen auseinander setzt.
  • Nenne die drei Hürden der Praxiskontakte! Öffentlichkeit: Vorwurf der Manipulation von SuS Bildungspolitik: Praxiskontakte als Argument gegen Wirtschaftsunterricht Unterricht: Praxiskontakte per se nicht bildungswirksam
  • Welche Ausprägungen der Einzelfallproblematik treten bei Praxiskontakten auf? Exemplaritätsproblematik: Selektionsproblematik (Beobachtungen nicht grundlegend, wesentlich); Transferproblematik (Einzelfall = Spezialfall); Saldo-Problematik (Beobachtung nur eine Seite einer Bilanz). Problematik verkürzten Denkens: komplexe Zusammenhänge nicht vollständig erkennbar; zu komplex Dilemma-Problematik: erwünscht (Wettbewerb) oder unerwünscht (Verantwortungszumutungen)
  • Zentrale Qualitätsanforderungen an Praxiskontakte Schule-Wirtschaft Konzeptionelle Anforderungen (Methodenvielfalt, Curriculare Rahmenvorgaben; Kompetenzerwerb) Prozessbezogene Anforderungen: (Vorbereitung, Durchführung, Auswertung) Akteursspezifische Anforderungen: (Lernprozess muss wahrnehmbar sein; Lehrkräfte genügend ausgebildet; "Öffnung von Schule" leben)
  • Was sind Lebenssituationen? sich wiederholende Beziehungen zwischen Menschen die durch Entscheidungssysteme (Demokratie, Preis/Markt, Hierarchie) durch Verhaltensregelen (Normen, Traditionen) sowie durch Organisationsformen (Staat, Unternehmen, Interessensgruppen) geprägt sind.
  • Was ist der LSQ-Ansatz "Die qualifizierte sach- und zielbezogene Bewältigung vorgefundener Lebenssituationen." Nutzen: sich ändernde Gegebenheiten besser ausnutzen; eingeräumte Rechte intensiver wahrnehmen; auferlegte Pflichten leichter tragen; Risiken vermeiden.  
  • Drei Arbeitsschritte des LSQ-Ansatzes: Situationen der Lernenden und deren ökonomische Sachverhalte bestimmen Qualifikationen, die es zu erreichen gilt, entwickeln Ökonomische Analysen, welche die Lebenssituation und Entwicklung als Gegenstand und deren mündige Gestaltung durch die Lernenden zum Ziel haben, erstellen.
  • Welche Lebenssituationen sollten gewählt werden? 1. Grundlage: Einkommensentstehung + Einkommensverwendung 2. Grundlage: Je mehr eine Situation Existenz- und Entfaltungsbedürfnisse befriedigt, je größer die Chance ist, dies zu vergrößern, je stärker man einer Gefährdung entgegenwirken sollte. desto eher sollte sie Lerninhalt sein.
  • Was bedarf es um im Lebenssituationenansatz Inhalte gewinnen zu können? Qualifikationen (z.B.: informieren, analysieren, planen, rational entscheiden, argumentieren - Für die Lebenssituation Geldanlage)
  • Nenne ein Beispiel für die Sekundarstufe I des LSQ-Ansatzes Markt und Marktmodell anhand eines Konzerts der Fantastischen Vier
  • Nenne ein Beispiel des LSQ-Ansatzes für die Sek II Die internationale Finanzkrise aus Sicht der Prinzipal-Agenten-Theorie  (Falschberatung in Banken; Sozialökonomische Kartographierung)
  • Der Unterschied zwischen Materialer und Formaler Bildungstheorie? Materiale: Bildung wird inhaltlich definiert; Ausstattung mit bestimmten Gehalten = Qualität von Bildung Formale: Bildung wird vom Subjekt aus definiert; Inhalte nur für die Entfaltung der individuellen Kräfte wichtig...
  • Was sind Kategorien (Kategoriale Didaktik)? Erschließungsinstrumente heuristisches Instrumentarium Allgemeine Strukturen eines Wirklichkeitsbereiches, wie durch Wissenschaft definiert Zeigen Konkretes und Aktuelles auf strukturelle, typische, prinzipielle Aufzeigungen um aktuelle Geschehnisse verstehbar zu machen.
  • Warum kategoriale Didaktik? SuS nicht passive Gefäße, sondern aktiv lernende Subjekte (konstruktivistische Grundposition) Durch Kategorien als "geistige Instrumente" können SuS selbstständig ihr Wirklichkeitsverständnis vergrößern und diese Vergrößerungen erschließen. Kategorien als Mittel zur Bestimmung von Unterrichtsinhalten, da sie als Prüfinstrument für Exemplarität dienen können. Vom Einzelnen auf's Ganze  
  • Funktionen von Bildungskategorien? Reduktionsfunktion Erklärungsfunktion Transferfunktion Halterungsfunktion Sortier- und Behaltensfunktion
  • Die 14 Stoffkategorien nach May Menschliches Handeln ist bedürfnisgetrieben Knappheit der Güter zwingt zu wirtschaftlichem Handeln Wirtschaftliches Handeln ist konfliktgeprägt  " ist entscheidungsbestimmt  " ist risikobehaftet  " ist nutzen- respektive gewinnorientiert  " impliziert Arbeitsteilung  " schafft Interdependenz  " bedarf der Koordination  " führt zu Ungleichheit Ungleichheit induziert Leistungsstreben, Fortschritt, Wohlstand Wohlstand fundiert Freiheit, Macht Jeder ist sein eigener Unternehmer Wirtschaftliches Handeln vollzieht sich in Kreislaufprozessen
  • Was ist der Ansatz der kategorialen Didaktik von May? Es gilt, vom Besonderen auf das Allgemeine schließen zu können Dies geschieht nur, wenn sich aus dem Besonderen Regeln erkennen lassen, welche in anderen besonderen Situationen wieder erkennbar und nutzbar sind.  Der SoS ist im ständigen Umfeld dreier Situationsfelder: Privater Haushalt/Konsum; Beruf/Arbeit/Betrieb/Unternehmen; Staat/Gesellschaft/Gesamtwirtschaft 
  • Was ist das Leitziel des Ansatzes von Kruber zur kategorialen Didaktik? Entscheidungskompetenz! Tüchtigkeit Selbstbestimmung Verantwortung  
  • In welchen drei Bereichen bestimmen, laut Kruber (kategoriale Didaktik), Wirtschaftliche Sachverhalte unser Leben? Arbeitswelt (Situationsfeld Arbeit und Beruf) privater Bereich (Situationsfeld Konsum) gesellschaftlich politischer Bereich (Situationsfeld Wirtschaftsgesellschaft)