109

Kiper (Fach) / Klausur MM1 Pädagogik (Lektion)

Grundlage Schule

Diese Lektion wurde von bisopp90 erstellt.

Lektion lernen

Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.

Anzeige
  • • Erklären Sie den soziotechnischen Ansatz zur Erklärung von Schule als Organisation. „Als soziotechnische Systeme werden komplexe Arbeitssysteme bezeichnet, in welchen einerseits technisch-technologische (…), andererseits soziale (d.h. Menschen und Arbeitsgruppen sowie informelle Strukturen) Teilsysteme bei der Erfüllung einer Aufgabe zusammenwirken. Soziotechnische Systeme werden als offene Arbeitssysteme verstanden, welche sehr empfindlich auf >Turbulenzen< in den Umfeldern reagieren müssen, die Erfüllung der Aufgaben trotz ihres Auftretens soll gewährleistet werden “ (Schüpbach 2008, 26).
  • • Nennen Sie Merkmale der Lehrertätigkeit. Wie unterscheidet sich die Lehrertätigkeit von anderen Berufen?     Lehrerinnen und Lehrer sind Fachleute für das Lehren und Lernen. (…)  Lehrerinnen und Lehrer sind sich bewusst, dass die Erziehungsaufgabe in der Schule eng mit dem Unterricht und dem Schulleben verknüpft ist. (…)  Lehrerinnen und Lehrer üben ihre Beurteilungs- und Beratungsaufgabe im Unterricht und bei der Vergabe von Berechtigungen (…) kompetent, gerecht und verantwortungsbewusst aus. Lehrerinnen und Lehrer entwickeln ihre Kompetenzen ständig weiter und nutzen (…) auch Fort- und Weiterbildungsangebote (…). Lehrerinnen und Lehrer beteiligen sich an der Schulentwicklung, an der Gestaltung einer lernförderlichen Schulkultur und eines motivierenden Schulklimas. Hierzu gehört auch die Bereitschaft zur Mitwirkung an internen und externen Evaluationen.  
  • • Welche gesundheitlichen Beschwerden nennen Lehrkräfte? Vergleichsweise geringeres persönliche Erfüllung im Beruf Gefühllosigkeit, mangelnde Betroffenheit Krankheitsbedingtes Fehlen Psychische Auffälligkeiten Psychische Beeinträchtigungen Leiden unter typischen Arbeitstätigkeiten (Korrektur von Klassenarbeiten, Vergabe von Noten) Inadäquate Formen des Umgangs mit Arbeitsbelastungen Geringe Widerstandsfähigkeit    
  • • Welche Symptome können ein Hinweis für Burnout bei Lehrkräften sein? •       Emotionale Erschöpfung, verbunden mit dem Gefühl reduzierter Leistungsfähigkeit •       Depersonalisation (zynische Distanzierung von den Bedürfnissen der Personen, um die man sich kümmern soll) •       Fehlende persönliche Erfüllung im Beruf, verbunden mit dem Gefühl von Unzufriedenheit, Nutzlosigkeit, Inkompetenz
  • • Welche Handlungsmöglichkeiten zur Vermeidung von Burnout sind Ihnen bekannt? •       Gewinnen einer positiven Einstellung zu den alltäglichen Herausforderungen •       Dosieren des Arbeitsengagements (Zielgerichterer Einsatz der Kräfte in Übereinstimmung mit persönlichen Zielen) •       Erhöhung der Distanzierungsfähigkeit bei hohem schulischen Engagement •       Erlernen von Wegen zur Misserfolgsverarbeitung (Stressbewältigungstechniken) •       Veränderung unrealistischer und überhöhter Ansprüche
  • • Wieso ist im Lehrerberuf die Verhaltens- und Emotionsregulation von besonderer Bedeutung? Die Organisation gibt vor, welches Verhalten und welche Gefühle gezeigt werden sollen (display rules) und welche Gefühle erlebt werden sollen (feeling rules). Sobald die Verhaltens- und Emotionsregulation nicht eintritt, besteht die Gefahr, dass Diskrepanz zwischen gefühlten Emotionen und dem zur Aufgabenerfüllung eigentlich notwendigen Gefühlen (mit den Effekten der Einschränkung der Leistungsfähigkeit; geringere Fähigkeit zum Aufnehmen und Verarbeiten von Informationen; Ablenkung in sozialen Interaktionen; gesenkte Responsitivät). Daher: •       Positive Emotionen zeigen und bewirken (Freundlichkeit) •       Negative Emotionen zeigen und bewirken (Betroffenheit) •       Neutralität zeigen und bewirken (sachlich und ruhig bleiben) •       Eigene Gefühle umkehren (trotzdem freundlich sein) •       Sensibel sein (Gefühle der Schüler laufend registrieren) •       Anteil nehmen (Mitgefühl spüren und glaubhaft zeigen) •       Humor zeigen und bewirken (gemeinsam lachen)
  • • Welche Emotionen in Schule und Unterricht werden von den Lehrkräften erwartet? •       Freundlichkeit •       Neutralität/Sachlichkeit •       Freude/Mitfreude •       Strenge •       Mitgefühl •       Ärger •       Betroffenheit •       Enttäuschung  
  • • Was ist unter einer >Gratifikationskrise< zu verstehen? Ein gestörtes Verhältnis von Verausgabung und Belohnungen; d.h. z.B. eine starke, lang anhaltende Verausgabung mit im Vergleich dazu bescheidenen Gratifikationen (Geld, Wertschätzung, Status).
  • • Welche Verwaltungstätigkeiten muss eine Lehrkraft leisten? -       Unterscheidung von Tätigkeiten in der Schule (Unterricht, Konferenz, Elterngespräche, Curriculumarbeit, Verwaltungsarbeit) und zuhause (Unterrichtsvorbereitungen, Korrektur) -       Zeitliche Souveränität, örtliche Ungebundenheit außerhalb des Unterrichts -       Unterschiedliche Verteilung der Belastungen auf die verschiedenen Wochentage und auf verschiedene Zeiten im Schuljahr (zeitliche Diskontinuität)
  • • Auf welchen Rechtsquellen beruht das Schulrecht? Das europäisches Gemeinschaftsrecht Verfassungsrecht des Bundes und der Länder Schulgesetze der Länder (vom Landesparlament verabschiedete und im Gesetzesblatt verkündete formelle Gesetze) Rechtsverordnungen der Exekutive (Kultusministerium) Satzungen der kommunalen Schulträger Verwaltungsvorschriften
  • Anzeige
  • • Warum könnte es sinnvoll sein, einen Bildungsauftrag der Schule zu formulieren? „ (1) Die Schule soll (…) die Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage des Christentums, des europäischen Humanismus und der Ideen der liberalen, demokratischen und sozialen Freiheitsbewegungen weiterentwickeln. Erziehung und Unterricht müssen dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und der Niedersächsischen Verfassung entsprechen; die Schule hat die Wertvorstellung zu vermitteln, die diesen Verfassungen zugrunde liegen.“   Die Schule hat den Schülerinnen und Schülern die dafür erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln. Dabei sind die Bereitschaft und Fähigkeit zu fördern, für sich allein wie auch gemeinsam mit anderen zu lernen und Leistungen zu erzielen. Die Schülerinnen und Schüler sollen zunehmend selbständiger werden und lernen, ihre Fähigkeiten auch nach Beendigung der Schulzeit weiterzuentwickeln.   •       Werte für die Organisation •       Werte der Organisation •       Sich als Individuum in ein Verhältnis zu den Werten setzen •       Die Organisation so entwickeln, dass es ihre Werte werden  
  • • Was versteht man unter >Schulpflicht Staatliche Schulpflicht für Kinder ab dem 6. Lebensjahr (Dauer: 12 Jahre) Unterteilung der Schulpflicht in Vollzeitschulpflicht (9 oder 10 Jahre) und Teilzeitschulpflicht (Berufsschulpflicht) in der Regel von zumeist drei Jahren Besuch der Grundschule im Schulbezirk (Schulsprengel) Nichtbesuch der Schule: Ordnungswidrigkeit; Sanktionierung mit einer Geldbuße; bei besonders schweren Verstößen ist strafrechtliche Verfolgung möglich. ·      PRO: Durch die Schulpflicht wird keine Kind ausgelassen eine staatliche Schuleinrichtung zu besuchen, es herrscht eine Pflicht regelmäßig am Schulunterricht teilzunehmen
  • • Was versteht man unter der staatlichen Schulaufsicht? •       Gesetzgeber (Landesparlament)  trifft wesentliche Entscheidungen und überlässt sie nicht der Schulverwaltung •       Gesetzgeber delegiert bestimmte Ausführungsbestimmungen an das Kultusministerium •       Regelung der jeweiligen Verantwortungsbereiche zwischen dem Staat und den (kommunalen) Schulträgern •       Ausgestaltung der Behördenorganisation der Schulaufsicht •       Schulverfassung  
  • • Wer sind die Schulträger und welche Rolle kommt ihnen zu? •       Die Kosten des lehrenden Personal sind vom Dienstherren zu tragen (Land übernimmt i.d.R. Besoldung und Versorgung der Lehrkräfte) •       Schulträger trägt die Kosten für das nichtlehrende Personal (Verwaltungspersonal, Hausmeister, Reinigungskräfte, evtl. Sozialpädagogen) •       Schulträger trägt Sachkosten (Schulbaukosten, Sanierungskosten, Energiekosten, Schülerbeförderung)   Errichtung, Organisation, Unterhaltung (Sanierung) und Verwaltung der einzelnen Schule (Äußere Schulangelegenheit) Errichtung, Änderung, Aufhebung von Schulen (jedoch on Verbindung mit schulaufsichtlicher Genehmigung) Decken des Dachbedarfs der Schule (Gebäude, Innenausstattung, Lehrmittel) Schülerbeförderung Schulbau- und Schulentwicklungsplanung Aufstellung von Schulentwicklungsplänen (in Verbindung mit Landesplanung, Raumordnungen) Aufbringen der Sachkosten (Schulbau, Innenausstattung, Lehrmittel, Verwaltungskosten) Namensgebung Organisation der Modalitäten der Schülerbeförderung
  • • Wer sind die Schulträger und welche Rolle kommt ihnen zu? •       Die Kosten des lehrenden Personal sind vom Dienstherren zu tragen (Land übernimmt i.d.R. Besoldung und Versorgung der Lehrkräfte) •       Schulträger trägt die Kosten für das nichtlehrende Personal (Verwaltungspersonal, Hausmeister, Reinigungskräfte, evtl. Sozialpädagogen) •       Schulträger trägt Sachkosten (Schulbaukosten, Sanierungskosten, Energiekosten, Schülerbeförderung)   Errichtung, Organisation, Unterhaltung (Sanierung) und Verwaltung der einzelnen Schule (Äußere Schulangelegenheit) Errichtung, Änderung, Aufhebung von Schulen (jedoch on Verbindung mit schulaufsichtlicher Genehmigung) Decken des Dachbedarfs der Schule (Gebäude, Innenausstattung, Lehrmittel) Schülerbeförderung Schulbau- und Schulentwicklungsplanung Aufstellung von Schulentwicklungsplänen (in Verbindung mit Landesplanung, Raumordnungen) Aufbringen der Sachkosten (Schulbau, Innenausstattung, Lehrmittel, Verwaltungskosten) Namensgebung Organisation der Modalitäten der Schülerbeförderung  
  • • Durch welche Instrumente wird die staatliche Schulaufsicht wahrgenommen? •       Schulpflicht •       Festlegung von Unterrichtszielen, Unterrichtsstoffen •       Regelungen zur Schullaufbahn (Zugang zu weiterführenden Schulen) •       Leistungsbedingte, zwangsweise Schulentlassung •       Ordnungsmaßnahmen •       Lehrpläne •       Stundentafeln •       Zulassung von Lehrbüchern •       Entscheidung über die Schullaufbahnen •       Festlegung  der Leistungskriterien •       Bewertungsgrundsätze (einschließlich Regelungen zu Klassenarbeiten, Notengebung, Versetzungsregelungen, Übergängen) •       Lehrermesszahlen
  • • Was bedeutet Fachaufsicht, Dienstaufsicht und Rechtsaufsicht? •       Fachaufsicht (fachlich-inhaltliche Anforderungen – Vorgaben und Überprüfung durch Erfolgskontrollen und Evaluation) •       Dienstaufsicht (Einhaltung der dienstlichen Pflichten; Dienstrecht mit der Möglichkeit zu arbeitsrechtlichen Sanktionen wie Rüge, Belehrung, Abmahnung, Kündigung) •       Rechtsaufsicht (mit Blick auf das Verwaltungshandeln)
  • • Was ist der Unterschied zwischen Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen? ·       Erziehungsmaßnahmen bedürfen keiner besonderen Rechtsgrundlage; sie sind durch den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule hinreichend abgesichert(z.B. Lob, Tadel, Ermunterungen, Ermahnungen etc.)àkeine körperliche Züchtigung, da Straftat!! ·       Ordnungsmaßnahmen sind Verwaltungsakte; sie benötigen einer besonderen gesetzlichen Grundlage.(z.B. schriftlicher Verweis, zeitweiliger Ausschluss vom Unterricht)
  • • Welche Verpflichtungen sind mit dem Beamtenstatus der Lehrerinnen und Lehrer verknüpft? Eintritt für die freiheitlich-demokratische Grundordnung Gehorsamspflicht Angemessenes Auftreten des Beamten innerhalb und außerhalb des Dienstes Verhalten, das auf Erfüllung des Bildungs- und Erziehungsauftrags der Schule entspricht (Vorbereitung des Unterrichts, Höflichkeit, Kooperationsbereitschaft, Takt; Kontaktsuche zu den Eltern; angemessener Umgang mit Geld) Achtung auf das äußere Erscheinungsbild Widmung mit voller Hingabe an die Aufgaben während der Arbeitszeit Unparteiische und gerechte Amtsführung Toleranzgebot bei der inhaltlichen Ausgestaltung des Unterrichts Keine einseitige Einflussnahme (Tragen von Plaketten) Keine Annahme von Belohnungen und Geschenken Keine Annahme von wirtschaftlichen Vorteilen (Mitnahme auf Urlaubsreisen, Annahme von Dienstleistungen, Rabatt bei Käufen) Wahrnehmung der Aufsichtspflicht Stillschweigen über Informationen (Beratung) Amtsverschwiegenheit Keine Aussagen über schulische Angelegenheiten (weder vor Gericht noch außerhalb des Gerichts) ohne Genehmigung des Dienstherren Verfassungstreuepflicht Loyalitätspflicht Allgemeines Mäßigungsgebot Kein Streikrecht
  • • Welche Konsequenzen für das pädagogische Handeln in der Schule hat die Tatsache, dass das Schulverhältnis ein Rechtsverhältnis ist? „Die Lehrkräfte erziehen und unterrichten in eigener Verantwortung. Sie sind an Rechts- und Verwaltungsvorschriften, Entscheidungen der Schulleiterin oder des Schulleiters oder der kollegialen Schulleitung, Beschlüsse des Schulvorstandes, Beschlüsse der Konferenzen und deren Ausschüsse nach § 39, Abs. 1, Beschlüsse der Bildungsgang- und Fachgruppen sowie an Anordnungen der Schulaufsicht gebunden.“   „Die Lehrkräfte haben die Aufgabe, den Unterricht in eigener pädagogischer Verantwortung derart zu gestalten, dass die fachbezogenen Kompetenzen erworben, die Bildungsstandards erreicht und dabei die Interessen der Schülerinnen und Schüler einbezogen werden.“   „Fühlen sich Schüler und Eltern durch schulische Maßnahmen ins Unrecht gesetzt, müssen sie sich nicht damit abfinden. Sie können sich außergerichtlich, nötigenfalls auch gerichtlich zur Wehr setzen“
  • • In welchen Bereichen und wodurch kann der Bund Einfluss auf die Bildungspolitik nehmen? ·      Bildungsauftrag der Schule (§ 2) ·      Alle Bekenntnisse und Weltanschauungen (§3) ·      Integration/Inklusion (§ 4) ·      Unterscheidung von allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen (§ 5) ·      Abschlüsse, nicht mehr an Bildungsgänge und Schulformen gebunden (§ 8); Erwerb von Abschlüssen durch Nichtschüler/innen (§ 27) ·      Oberschule (§ 10a) ·      Schulversuche (§ 22) ·      Zusammenarbeit zwischen Schulen sowie zwischen Schulen und Jugendhilfe (§ 25) ·      Genehmigung von Schulbüchern (§ 29) ·      Erhebung von Daten (§ 30) ·      Verarbeitung personenbezogener Daten (§ 31) ·      Eigenverantwortlichkeit der Schule (Schulprogramm, jährliche Überprüfung und Bewertung des Erfolgs der Schule) (§ 32) ·      Einrichtung eines Schulvorstandes mit umfangreichen Kompetenzen (§ 38 a (3) 1-15 und (4) ·      Einrichtung und Beauftragung von Ausschüssen (§ 39) ·      Vertraulichkeit (§ 41)
  • • Unter welchen Perspektiven kann das Schulsystem beobachtet und beschrieben werden? ·      Die institutionelle Perspektive (Beschreibung von Aufbau und Organisation, der  Zugangsvoraussetzungen, der Abschlüsse) fragt nach Bildungswegen  (Bildungsgängen) als strukturell vorgezeichneten Bildungsverläufen.   ·      Die bildungspolitische Perspektive fragt nach Versuchen zur Erneuerung der Schulstrukturen.   ·       Die biographische Perspektive (Frage nach individuellen Bildungskarrieren)  beobachtet individuelle >Navigationen< durch das Schulsystem und  tatsächliche Verlaufswege (Normalbiographie, Umwegbiographie, gebrochene Bildungsbiographie.   ·      Die demographische Perspektive (Frage nach Entwicklung der Schülerzahlen; institutionelles Angebot & Nachfrageverhalten; Auswirkungen auf Schulbereiche & -formen; pädagogische Antworten)
  • • Was ist der Unterschied zwischen einer institutionell orientierten Beschreibung der Bildungswege und der Erfassung von Bildungsbiografien einzelner Schüler/innen? ·      Die institutionelle Perspektive (Beschreibung von Aufbau und Organisation, der  Zugangsvoraussetzungen, der Abschlüsse) fragt nach Bildungswegen  (Bildungsgängen) als strukturell vorgezeichneten Bildungsverläufen.   ·      Die bildungspolitische Perspektive fragt nach Versuchen zur Erneuerung der Schulstrukturen.
  • • Was versteht man unter dem System des >kooperativen Föderalismus • „Das nicht immer störungsfreie Zusammenwirken der verschiedenen Träger bei der Förderung und Mitgestaltung des kulturellen Lebens - vgl. die Übersicht 1 Auf der folgenden Seite - bezeichnet man in Deutschland gerne als "kooperativen Kulturföderalismus". • Kulturpolitik und Kulturverwaltung in den Händen der Länder (Schule, Hochschule, Rundfunk, Bibliotheken, Theater) – Kulturhoheit der Länder • Gesetzgebende und administrative Kompetenz liegt bei den Ländern der Bundesrepublik Deutschland • Föderale Strukturen (System des kooperativen Föderalismus) mit einem System derAbstimmung unterschiedlicher Interessen und Suche nach einem Konsens
  • • Was ist die Kultusministerkonferenz der Länder? • Versammlung der Kultusminister (Plenum) • (seit 1949; gemeinsam mit den neuen Bundesländern seit 16.12.1990) • Die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kurzform: Kultusministerkonferenz) ist ein Zusammenschluss der für Bildung und Erziehung, Hochschulen und Forschung sowie kulturelle Angelegenheiten zuständigen Minister bzw. Senatoren der Länder.
  • • Was sind Schulformen? Was sind Schulbereiche? Schulformen sind: als allgemein bildende Schulen a)    die Grundschule b)   die Hauptschule c)    die Realschule d)    die Oberschule e)    das Gymnasium f)      die Gesamtschule g)    das Abendgymnasium h)    das Kolleg i)      die Förderschule 2. als berufsbildende Schulen a)    die Berufsschule b)   die Berufseinstiegsschule c)    die Berufsfachschule d)    die Fachoberschule e)    die Berufsoberschule f)      das Berufliche Gymnasium g)    die Fachschule   Schulbereiche sind: 1. der Primarbereich; er umfasst die 1. bis 4. Schuljahrgänge 2. Der Sekundarbereich I; er umfasst die 5. bis 10. Schuljahrgänge der allgemein bildenden Schulen 2. Der Sekundarbereich II; er umfasst a)    die 11. und 12. Schuljahrgänge des Gymnasiums b)   die 11. und 12. Schuljahrgänge der Gesamtschule c)    die 11. und 12. Schuljahrgänge der Oberschule d)    die 11. bis 13. Jahrgänge der Förderschule e)    das Abendgymnasium und Kolleg sowie f)      alle berufsbildenden Schulen (§ 5 des Niedersächsischen Schulgesetz)
  • • Was unterscheidet ein mehrgliedriges Schulsystem von einem gestuften Schulsystem? ·      Als gegliedertes Schulsystem werden Schulsysteme bezeichnet, in denen Schüler in der Sekundarstufe I verschiedene Schulformen besuchen. ·      Als gestuftes, aber nicht gegliedertes Schulsystem, ohne Differenzierung der weiterführenden Schulen wird die Einheitsschule bezeichnet (z.B. in den 70er Jahren Klasse 7-10 – Sekundarstufe I, einheitliche Schulform)
  • • Was sind die Leitideen, auf denen ein mehrgliedriges Schulsystem beruht? ·      „Das Passungsprinzip verbindet Merkmale der Schule mit individuellen Lernprofilen“ (Cortina & Trommer 2003, 353). ·      Differenziertes Schulsystem soll zielorientiert Bildung vermitteln. Differenziertes Schulsystem soll den individuellen Bildungsweg von Lernmotivation, Leistung und Neigung abhängig machen. ·      Leistungshomogenisierung wirkt sich potentiell günstig auf das Lerngeschehen aller Schularten aus; jedoch ergeben sich ungünstige soziale Einflüsse auf die Lerndynamik in weniger anspruchsvollen Schulformen. ·      Abschlüsse im Sekundarbereich I passend zum besuchten Bildungsgang, jedoch auch schulformübergreifend zu erwerben; sie können nachträglich an berufsbildenden Schulen erworben werden.
  • • Wie sehen die Strukturen der Schulsysteme in einem Land der Bundesrepublik Deutschland aus? Grund bis Gesamtschule
  • • Welche Bildungsgänge und Schulformen gibt es im Sekundarbereich I? ·      Der Sekundarbereich I umfasst die Klassen 5-9/5-10. ·      Es gibt Schulen mit einem Bildungsgang (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) oder Schulen mit mehreren Bildungsgängen (Gesamtschule, unterschiedliche Varianten von Verbundsystemen von Haupt- und Realschulen (Oberschule)). ·      Die Rahmenbedingungen sind geregelt durch die Vereinbarung über die Schularten und Bildungsgänge im Sekundarbereich I der Kultusministerkonferenz (KMK) vom 3.12.1993, in der Fassung vom 27.9.1996). ·      Es gibt eine Vorgabe der Wochenstundenzahl, der Fächer, der Lernbereiche, des Pflicht- und Wahlpflichtunterrichts.
  • Anzeige
  • • Was umfasst die neue Schulform „Oberschule“ in Niedersachsen? ·      umfasst die Klassen 5-10 eines Schuljahrgangs ·      (kann um ein gymnasiales Angebot erweitert werden) ·      bietet eine grundlegende, erweiterte und vertiefte Allgemeinbildung ·      vergibt alle Abschlüsse des Sekundarbereichs I nach der erfolgreichen Teilnahme an einer zentralen schriftlichen Abschlussprüfung (in den Fächern Deutsch, Mathematik (und Englisch)) sowie einer mündlichen Prüfung in einem weiteren zugelassenden Prüfungsfach (nach Wahl der Schüler7in) ·      zielt auf die Stärkung der Grundfertigkeiten, des selbständigen Lernens und wissenschaftspropädeutischen Arbeitens ·      ermöglicht individuelle Schwerpunktbildungen (berufspraktischer Schwerpunkt, Profile: Fremdsprachen, Wirtschaft, Technik, Gesundheit und Soziales), nach den Gegebenheiten der einzelnen Schule ·      erteilt Unterricht überwiegend schulzweigbezogen oder/und jahrgangsbezogen (in Verbindung mit Fachleistungsdifferenzierung) ·      erteilt Unterricht ab dem Jahrgang 9 überwiegend schulzweigbezogen ·      kooperiert mit den berufsbildenden Schulen ·      Kann als teilgebundene oder offene Ganztagsschule geführt werden ·      bietet die Mitarbeit von sozialpädagogischem Fachpersonal (1/2 Stelle) ·      Dokumentiert durch die Lehrkräfte die individuelle Lernentwicklung der Schüler/innen ·      Lässt im 8. Schuljahrgang Vergleichsarbeiten schreiben ·      Wechsel zwischen Schulzweigen oder fachleistungsdifferenzierten Kursen und Übertritt am Ende der Oberschule in berufsbildenden Schule oder gymnasiale Oberstufe gewährleistet ·      10. Schuljahrgang des gymnasialen Angebote als Einführungsphase in der gymnasialen Oberstufe  
  • • Welche Funktionen haben Institutionen für die Gesellschaft? Institutionen werden von der Gesellschaft eingerichtet zur •       dauerhaften Bewältigung von Kernaufgaben (hier: Vermittlung von Lesen, Schreiben, Rechnen, wissenschaftliche Perspektiven auf die Welt, Berufspropädeutik, Wissenschaftspropädeutik), •       Zielerreichung mittels bestimmter Technologien •       Verstetigung dieser Aufgabenbearbeitung (Einführung eines verantwortlichen Berufsstandes mit Zugangsregeln) •       Problembewältigung durch die Arbeit von Professionellen
  • • Was versteht Hans Merkens unter der >regulativennormativen< und der >kulturellen< Säule des Schulsystems?   ·      nter regulativen Institutionen versteht man im Kern Gesetze und explizit vorgegebene Regeln. Es werden die begrenzenden und regulierenden Aspekte von Institutionen im Hinblick auf das Handeln thematisiert. Diese Institutionen erlangen ihre handlungsgenerierende Kraft über den Mechanismus von Zwang und Macht. Kontrolle und Sanktionen im Falle des Nichtbefolgens bzw. Belohnungen bei Befolgen der Regularien stehen im Fokus der regulativen Konzeption von Institutionen. Hier stellen Institutionen das Ergebnis absichtsvollen Handelns dar. Der Archetyp dieser Institutionalisierungsform ist die Gesetzesverabschiedung   ·      Bezüglich der normativen Dimension bezieht man sich auf Normen und Werte. Diese Säule beschreibt die bewertenden und verpflichtenden Dimensionen von Institutionen. Normen geben vor, wie Aufgaben erledigt werden sollen und definieren legitime Mittel zur Erreichung von Zielen. Normative Systeme bestimmen Ziele und zeigen angemessene Wege zur Erreichung dieser auf.   ·      Mit der kulturell-kognitiven Säule sind Elemente von Institutionen angesprochen, welche die Art und Weise der Wahrnehmung der Wirklichkeit prägen und durch welche die Wirklichkeit sinnhaft erschlossen wird. Institutionen bestehen aufgrund von Typisierungen und Skripten, weil Routinen wie selbstverständlich und alternative Verhaltensweisen unvorstellbar erscheinen. Im Mittelpunkt stehen generell kognitive Schemata, Kategorisierungen und Typisierungen. Es geht um unhinterfragte und selbstverständliche Annahmen, im Sinne von Konzeptionen der Wirklichkeit.  
  • • Was ist eine Organisation? ·      Eine Organisation lässt sich als Strukturierung von Systemen zur Erfüllung von Daueraufgaben bezeichnen (Groschkla 1983, 13, zitiert nach Vahs 1997, 8)) ·      Organisationen sind „soziale Gebilde, die dauerhaft ein Ziel verfolgen und eine formale Struktur aufweisen, mit deren Hilfe Aktivitäten der Mitglieder auf das verfolgte Ziel ausgerichtet werden sollen“ (Kieser & Kubicek 1992, 4, zitiert nach Vahs 1997, 8)) ·      Organisationen sind zielgerichtet. Ziele sind Aussagen über erwünschte Zustände (Ziele für die Organisation; Ziele der Organisation). ·      Organisationen sind soziale Systeme. „Unter einem System ist grundsätzlich eine gegenüber der Umwelt abgegrenzte Gesamtheit von Subsystemen und Elementen zu verstehen, die miteinander in Beziehung stehen (d.h. eine Struktur aufweisen) und sich gegenseitig beeinflussen). ·      Organisationen weisen eine formale Struktur auf. „Organisationsstrukturen sind ein Instrument zur Steuerung des Verhaltens und der Leistung der Organisationsmitglieder im Hinblick auf die Organisationsziele“ (Vahs 1997, 11)
  • • Nennen Sie einige Organisationstheorien und erläutern Sie, wie diese die Organisation erklären. z.B. systemorientierte Ansätze, soziotechnischer Ansatz oder Bürokratieansatz von Max Weber ·      Soziotechnischer Ansatz: „Als soziotechnische Systeme werden komplexe Arbeitssysteme bezeichnet, in welchen einerseits technisch-technologische (…), andrerseits soziale (d.h. Menschen und Arbeitsgruppen sowie informelle Strukturen) Teilsysteme bei der Erfüllung einer Aufgabe zusammenwirken. Merkmale der Arbeitstätigkeit in soziotechnischen Systemen: ·      Gestaltungs- und Handlungsspielräume für flexibles und autonomes Handeln ·      Selbstregulation zum Auffangen und Puffern der Schwankungen und ·      Störungen im System und zur Bewältigung der Belastungen und Beanspruchungen   ·       Systemorientierte Ansätze: „Die systemorientierten Ansätze begreifen Organisationen als zweckorientierte, offene, dynamische, soziotechnische Systeme, die mit ihrer Umwelt (oder: dem Übersystem) in materiellen, sozialen und kulturellen Wechselbeziehungen stehen und über die Fähigkeit zur Selbstorganisation verfügen. Dabei entwickeln sie bestimmte Verhaltensregeln oder passen vorhandene Regeln den veränderten Bedingungen an, ohne dass diese bewusst aufgestellt oder in Kraft gesetzt worden sein müssen“ (Vahs 1997, 33)   ·      Bürokratie-Ansatz von Max Weber: Strukturmerkmale einer spezifisch modernen Form von Verwaltung ·      Bürokratiemodell als leistungsfähige Organisationsform, gekennzeichnet durch ·      Arbeitsteilung und Befehlsgewalt (mit sachlich abgegrenztem Aufgabenbereich und der zur Aufgabenerfüllung erforderlichen Entscheidungs-, Weisungs- und Leitungsbefugnisse: Befehlsgewalt), Zuordnung generell und personenunabhängig (>Amtsträger<), ·      Amtshierarchie (streng hierarchischer Instanzenweg mit Befehlsweg von oben nach unten und geregeltem Appellationsweg für Beschwerden von unten nach oben) ·      Regelgebundenheit der Amtsführung (nach technischen Regeln und Normen mit Blick auf Leistungen, Kompetenzen, Verfahren, Dienstweg) ·      Aktenmäßigkeit der Verwaltung (Dokumentation der Vorgänge in schriftlicher Form zur Kontrolle der Maßnahmen und Kontinuität bei Wechsel des Amtsinhabers)  
  • • Inwiefern weist die Schule Merkmale einer bürokratischen Organisation auf? ·      Arbeitsteilige Funktionsgliederung , die Lern-, Lehr-, Beratungs- und Verwaltungsaufgaben den Inhabern spezifischer Positionen zuweist; ·       Lehr- und Verwaltungsrollen mit Amtscharakter, mit formalisierter Rekrutierung auf der Basis von Kompetenz und Bewährung, gesetzlich geregelten Anstellungsverhältnissen, mit funktional spezifischer Leistungserwartung und universalistisch orientiertem, prinzipiell affektiv neutralem Umgang mit den Adressaten der Leistung ·      Hierarchische Ordnung der Ämter, mit der eine Autoritätsstruktur auf der Basis gesetzlich definierter und begrenzter Amtsvollmacht, ein formeller Entscheidungsmodus und vorgezeichnete Kommunikationslinien (Dienstweg), Weisungsbefugnisse und Mitzeichnungen verbunden sind und ·      Regelhaftigkeit der Handlungsvollzüge, die durch spezifizierte Ziel- und Durchführungsbestimmungen dienstlicher Maßnahmen der willkürlichen Amtsausübung Grenzen setzen (Ulber 2006, 37 f)
  • • Inwiefern kann die Schule als >loosely-coupled-system< verstanden werden? Erziehungssysteme können als „Loosely-coupled-Systems (Weick (1976) beschrieben werden. Elemente beeinflussen sich plötzlich (statt kontinuierlich), gelegentlich (statt regelmäßig), geringfügig (statt bedeutsam), indirekt (statt direkt) und langfristig (statt sofort). •       Organisationen reagieren nicht als geschlossene Einheit auf Änderungen der Umwelt (Teile beharren, andere Teile verändern sich). •       Sie unterstützen aufgrund der hohen internen Unterschiedlichkeit Veränderungen und neue Lösungen. •       Gefördert wird eine lokale Anpassung. •       Zentrale Steuerung ist weitgehend unmöglich. •       Fehlschläge wirken sich nicht auf alle Organisationseinheiten aus.
  • • Was erklären verhaltensorientierte Organisationstheorien? Verhaltensorientierter Ansatz: „Der Human Relations-Ansatz und die neueren motivationstheoretisch orientierten Ansätze stellen das menschliche Verhalten und die zwischenmenschlichen Beziehungen in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen. Nicht die formale Organisation durch ein umfassendes System ordnender Regelungen, (…), sondern die informale Organisation und informale Gruppen bilden den Untersuchungsgegenstand. Zugrunde liege das Menschenbild des >social man<, der neben den geregelten Beziehungen zu anderen Organisationsmitgliedern auch informale Verbindungen unterhält“ (Vahs 1997, 27). Informale Verbindungen (resultierend z.B. aus gleichen Interessen, Einstellungen, sozialen Merkmalen) Ergänzung, Überlagerung oder Ersatz der formalen Regelungen durch informale Verbindungen und Beziehungen, Berücksichtigung von formalen und informalen Strukturen, Positive Einstellungen gegenüber der Arbeit und dem sozialen Umfeld führen zu hoher Arbeitszufriedenheit und hoher Arbeitsleistung (daher: Arbeitsklima, Geringhalten der Anzahl von Konflikten durch soziale Kompetenz der Führungskraft). o   Mögliche Konfliktsituationen §  Uneinheitlichkeit innerhalb der Kollegen §  Beharrungsvermögen einzelner Lehrkräfte bei Veränderungen §  Heterogenität der Lehrerschaft §  Hohes Ausmaß an Selbstbestimmung daher hohe Arbeitszufriedenheit  
  • • Was versteht Vahs unter Aufgabenanalyse und Arbeitsanalyse? „Die Aufgabenanalyse umfasst das systematische Zerlegen der Gesamtaufgabe in ihre Teilaufgaben. Diese Teilaufgaben lassen sich in weitere Teilaufgaben zerlegen (…) (Teilaufgabenhierarchie) (…)) (Vahs 1997, 40) „Die Arbeitsanalyse ist eine Fortführung der Aufgabenanalyse unter besonderer Betonung der für die Aufgabenerfüllung erforderlichen Arbeitsschritte. Sie ist deshalb erforderlich, weil aus den in der Aufgabenanalyse gewonnenen Teilaufgaben nicht ersichtlich ist, wie sie räumlich, zeitlich oder personal zusammenhängen. Der Übergang von der Aufgaben- zur Arbeitsanalyse (…) ist prinzipiell immer da zu sehen, wo die Frage nach dem Aufgabeninhalt (Was?) in die Frage nach der Aufgabenerfüllung (wie?) übergeht“ (Vahs 1997, 44).
  • • Was versteht man unter der Aufbauorganisation von Schule? „Die Aufbauorganisation gliedert ein Unternehmen in Teileinheiten (Stellenbildung), ordnet ihnen Aufgaben und Kompetenzen zu und ermöglicht die Koordination der verschiedenen Organisationseinheiten.
  • • Welche Aufgaben hat die Schulleitung mit Blick auf die Sicherung des Bestands einer Schule und mit Blick auf ihre Weiterentwicklung? Dimensionierung von Aufgaben Vorgehensweise Information Sammeln und Zugänglichmachen aller (relevanten) Informationen Beratung Beratung der Verteilung der Aufgaben; Festlegungen im Konsens Entscheidung Gemeinsames Treffen von Entscheidungen oder Information über Entscheidungen Ausführung Wer setzt bis wann welche Entscheidungen mit welchen Ressourcen um; schriftliche Festlegung; Überprüfung im Prozess (Monitoring) und am Ende des Prozesses Evaluation und Rückmeldung Überprüfung der Aufgaben- und Problembewältigung; Rückmeldung an die Beteiligten und ggf. an die gesamte Schule
  • • Unterscheiden Sie die drei Führungsaufgaben „Führung“, „Management“, „Moderation“. In welchen Situationen und bei welchen Herausforderungen ist jeweils welches Handeln erforderlich? Führung Management Moderation Zielklärung Dienststellenleitung Projektplanung und -durchführung Systementwicklung Budgetmanagement Konsens-management Personal entwicklung Qualitäts-management Konfliktbearbeitung Evaluation Gesundheits-management Kooperation anbahnen; Teamentwicklung
  • • Wo sind Lehrer/innen in der Organisation Schule zu Koordination, Kooperation und Abstimmung ihrer Arbeit herausgefordert? ·       Lehrerhandeln im Unterricht ·       Leistungsanforderungen und Leistungsbewertung ·       Außerunterrichtliche Schülerbetreuung ·       Kooperation mit Schulen, Betrieben und anderen Partnern ·       Qualitätsentwicklung ·       Unterrichtsorganisation ·       Arbeitsbedingungen ·       Personalentwicklung ·       Weiterentwicklung beruflicher Kompetenzen ·       Lehrerkooperation
  • • Was ist Wissensarbeit? Wissensarbeit  meint „Tätigkeiten (Kommunikationen, Transaktionen, Interaktionen), die dadurch gekennzeichnet sind, dass das erforderliche Wissen nicht einmal im Leben durch Erfahrung, Initiation, Lehre, Fachausbildung oder Professionalisierung erworben und dann angewendet wird“, sondern „dass das relevante Wissen (1) kontinuierlich revidiert, (2) permanent als verbesserungsfähig angesehen, (3) prinzipiell nicht als Wahrheit, sondern als Ressource betrachtet wird und (4) untrennbar mit Nichtwissen gekoppelt ist, (…).“ (Willke 2001, 4). Neben Land, Arbeit, Kapital wird Wissen zu einer Produktivkraft.
  • • Welche Merkmale kennzeichnen die Wissensgesellschaft? ·      Keine hierarchische, sondern >heterarchische< Gliederung, d.h. alle gesellschaftlichen Teilsysteme operieren autonom und gleichberechtigt nebeneinander, ·      Entstehung von lernenden, intelligenten Organisationen, die anpassungs- und restrukturierungsfähig sind, ·      Strukturwandel von tayloristisch geprägter Industriearbeit zu organisationaler Wissensarbeit, ·      Allgegenwärtiges Vorhandensein (Ubiquität) anspruchsvoller und intelligenter Produkte bzw. Dienstleistungen, deren Wert in dem eingebauten Wissen, der eingebauten Expertise liegt, ·      Steigender Bedarf an professioneller Expertise ·      Dreiteilung des Arbeitsmarktes (20% hochprofessionelle Wissensarbeiter, großes, heterogenes Mittelsegment von bis zu 60% arbeitsfähigen Personen mit permanentem Druck zu Fort- und Weiterbildung und hohen Fluktuationen nach oben und unten; 20% von der Wissensgesellschaft überforderte Personen) ·      Infrastrukturen erster Ordnung  (Straßen-, Schienen-, Telefonnetze) und neue, wissensbasierte Infrastruktur zweiter Ordnung (Datensuperhighways, intelligente Energiesysteme) ·      Systemspezifischer Aufbau von organisationaler Intelligenz (Datenbanken, Expertensysteme) ·      Zwingende Notwendigkeit des permanenten Lernens neuer Wissenssysteme, um den Wissensanforderungen in allen Lebensbereichen gerecht werden zu können ·      Anstieg der Kopf- und Wissensarbeit an der Erwerbsarbeit  
  • • Was unterscheidet die Wissensgesellschaft von der Industriegesellschaft? ·      Steigender Anteil wissensintensiver Wirtschaftszweige im Industrie- und Dienstleistungssektor an der volkswirtschaftlichen Wertschöpfung ·      Wandel in der sektoralen Beschäftigten- und Berufsstruktur ·      Wachstum wissens- und forschungsintensiver Branchen ·      Massive Bildungsexpansion ·      Bedeutungszuwachs allgemeiner und beruflicher Weiterbildung ·      Dynamik und Diversifikation der Wissenserzeugung ·      Veränderte Technologien
  • • Woran kann man erkennen, ob es sich bei einer Gesellschaft um eine Wissensgesellschaft handelt? ·      Wissensbasierte Ökonomie mit Wissensarbeit als dominanter Form beruflicher Arbeit ·      Wachsende Bedeutung lernender Organisationen (Expertenorganisationen) ·      Herstellung intelligenter Güter, deren Wert vor allem vom darin investierten Wissen abhängt ·      Wissensbasierung der Politik
  • • Welche Anforderungen werden an die Individuen in der Wissensgesellschaft gestellt? Welche Kompetenzen benötigen sie? ·      die Reform von Organisationen voran treiben ·      Fähig und bereit sein, Autorität anzunehmen, unterschiedliche Funktionen und Rollen in Gruppen und größeren Zusammenhängen einer Organisation zu übernehmen ·      Fähig und interessiert sein, Leitungsrollen auf unterschiedlichen Ebenen einer Organisation wahrzunehmen (…) ·      Ein ausgeprägtes Wertebewusstsein zu besitzen, um an der Kulturgestaltung von O die Reform von Organisationen voran treiben ·      sich in komplexen Organisationen zurecht finden ·      Verständnis für die Entwicklungsbedingungen von sozialen Systemen erwerben ·      an der Gestaltung von Arbeits- und Entscheidungsprozessen in Organisationen teilnehmen (Organisationskompetenz) ·      Kompetenz für die Beobachtung und Diagnose von sozialen Situationen in Organisationen erwerben ·      Fähigkeit zur Strukturierung von komplexeren Arbeitsprozessen ·      Über entwickelte Teamfähigkeit verfügen ·      Fähigkeit zum erfolgreichen Lern-Handeln (Lernkompetenz, Selbststeuerungskompetenz, Kooperationskompetenz, Medienkompetenz) ·      Verbindlichkeit des Lernens
  • • Welche Bedeutung kommt dem lebenslangen (lebensbegleitenden) Lernen zu? ·      Lebenslanges Lernen als Weg zur persönlichen Selbstverwirklichung und Weiterentwicklung ·      Nutzung und Gewinnung von Bildungs-und Lebenschancen durch lebenslange Lernprozesse mit dem Ziel der Gestaltung gesellschaftlicher Gleichheit ·      Lebenslanges Lernen als Ausdruck des zeitgemäßen Lernsystems ·      Lebenslanges Lernen als Antwort auf die Herausforderung zur Erneuerung beruflicher Qualifikationen und als Anpassung an veränderte Technologien in der Gesellschaft.
  • • Welche Anforderungen werden an die Schule in der Wissensgesellschaft gestellt? ·      Förderung des Lernhandelns der SuS ·      Gestaltung von Lernumgebungen ·      Feedback-Kultur (Evaluationskultur) ·      Veränderung der Arbeitsorganisation in Schulen (kommunikations- und ·      Kooperationskultur) ·      Neue Kombination von öffentlichen bzw. staatlichen und privaten Bildungsangeboten ·      Neubewertung des informellen Lernens ·      Neues, nicht lineares Steuerungsverständnis ·      Leadership im Sinne von Führungsverantwortung ·      Innovationsförderndes Personalmanagement ·      Periodische Schleifen der (professionellen) Selbstreflektion ·      Projektbezogene Formen der Zusammenarbeit und Netzwerkbildung ·      Umschalten zwischen operativer Aufgabenerledigung und Selbstbeobachtung ·      Umbau von bürokratischen Organisationen in lernenden Organisationen