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Kommunikationswisenschaften (Fach) / Publikumsforschung (Lektion)
Grundlagen der Publikumsforschung (User-, Seher-,Leser- und Hörerforschung), Medienwirkungsforschung
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- Welches sind die 3 Quellen der Gratifikation? 1. Durch Medieninhalt - Charakteristische Inhalte? Typische Attribute? 2. Durch das "Sich-den-Medien-aussetzen" 3. Durch den sozialen Kontext der Rezeption - Typische Rezeptionssituationen?
- Welche Bedürfnisansätze lassen sich unterscheiden? Bedürfnispyramide nach Maslow (Selbstaktualisierung, Achtung und Schätzung, Zugehörigkeit und Liebe, Sicherheitsbedürfnisse, Psychologische Bedürfnisse) Bedürfnisse nach Etzioni (Affection, Recognition, Context, Repeated gratification) Typologie der Wünsche nach Thomas/Znaniecki (Wunsch nach Sammlung neuer Erfahrungen, Wunsch nach Leben in sozialer Sicherheit und persönlicher Geborgenheit, Wunsch nach Anerkennung, Wunsch nach Begreifen der Lebenswelt
- Welche für die Mediennutzung relevanten Bedürfnisse identifiziert Blumler? Zerstreuung (Ablenkung von Alltagsroutine, Flucht vor persönlichen Problemen) Persönliche Beziehungen (Parasoziale kontakte zu Medienakteuren, Nutzung der Inhalte in persönlichen Gesprächen) Persönliche Identität und Selbstfindung (Identifikation mit Personen, Situationen, Handlungen und Vergleich mit der eigenen Situation, Projektion von Wünschen (Träumen), Legitimation der eigenen Lage) Überwachung und Kontrolle (Wunsch, mehr über die nähere und weitere Umwelt zu erfahren)
- Nenne die Funktionen der Massenmedien nach MacQuail. Informationsbedürfnis Integration und soziale Interaktion Bedürfnis nach persönlicher Identität Unterhaltungsbedürfnis
- Beschreiben sie die Handlungsmuster nach Rosengren die Mediennutzung determinieren. Gesellschaftliche Struktur --> Individuelle Position --> Individuelle Merkmale --> Handlungs-muster Industrialisierung, Urbanisierung, Religion Geschlecht, Alter, Bildung, Stellung im Beruf Grundwerte, Überzeugungen Lebensform Lebensweise Lebensstil
- Welches ist der Grundgedanke der psychologisch orientierten Wirkungsforschung? Welches war die maßgebende Studie? Einstellungen sind zentrale intervenierende Variablen der Medienwirkung (S-O-R; Stimulus - Organismus (intervenierende Variable) - Response) --> Yale-Studies von Carl I. Hovland
- Nennen sie die Merkmale der Kommunikationsquelle die Hovland identifizeirt. Glaubwürdigkeit: Werden dem Kommunikator Sachkenntnisse ("expertness") und Vertrauenswürdigkeit ("trustworthyness") zugeschrieben, kommt es eher zu Einstellungsänderungen bei den Rezipienten Attraktivität: Rezipienten finden einen Kommunikator attraktiv, wenn sie eine hohes Maß an Ähnlichkeit zwischen diesem und ihnen selbst finden. Je größer die wahrgenommene Ähnlichkeit zwischen Kommunikationsquelle und Publikum, desto eher kommt es zu einer Einstellungsänderung
- Was versteht man unter dem Begriff "sleeper effect"? Die Skepsis, die einer weniger glaubwürdigen Kommunikationsquelle entgegengebracht wird, nimmt nach einigen Wochen ab, so dass in der Folge auch den Aussagen dieser (ehemals als unglaubwürdig eingestuften) Quelle Glauben geschenkt wird. Sobald die Inhalte wieder mit der ursprünglichen Quelle in Verbindung gebracht werden, wird die Aussage wieder abgelehnt.
- Welches sind die Merkmale einer Aussage nach Hovland? Einseitige/zweiseitige Argumentation (Pro-Contra): Einseitige Argumentation bei denjenigen Rezipienten erfolgreicher, die bereits vorher dem präsentierten Standpunkt zustimmen. Bei gebildeten Rezipienten ist zweiseitige Argumentation wirksamer Anordnung der Argumente: Wirksamkeit der Anordnung hängt vom themenspezifischen Interesse ab. Bei wenig Vorkenntnissen/Interesse ist die zuerst präsentierte Aussage am wirksamsten (=primacy effect). Bei großem Interesse/Vorwissen hat die zuletzt präsentierte Aussage die stärkste Wirkung (=recency effect) Explizite/implizite Aussagen: Wenn ein Thema wenig komplex, dem Rezipienten vertraut ist und er persönlich betroffen ist, reichen implizite (gedachte) Schlussfolgerungen aus. In allen anderen Fällen ist explizite (direkt artikulierte) Schlussfolgerung wirksamer Furchterregende Appelle: gering ausgeprägte Furchtappelle werden kaum beachtet. Wird die Androhung negativer Konsequenzen massiver, steigt die Aufnahmebereitschaft (z.B. Werbung auf Zigarettenschachteln) der Rezipienten. Ein sehr hohes Furchtniveau vermindert die Aufnahmebereitschaft wieder, weil die negativen Stimuli abgewehrt werden
- Welche Persönlichkeitsmerkmale unterscheidet Hovland in seiner Studie? Intelligenz: Intelligente Personen sind eher beeinflussbar durch rationale und logische Argumente Motivfaktor: Personen mit geringer Selbtseinschätzung sind eher beeinflussbar als Personen mit hoher Selbsteinschätzung. Relativ unbeeinflussbar sind Personen, die regelmäßig aggressives Verhalten an den Tag legen sowie Personen mit psychoneurotischen Symptomen (Schlaflosigkeit, Verfolgungswahn, Angstausbrüche)
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- Beschreiben sie die Selective-Exposure-Hypothese. Selektive Auswahl, Interpretation und Behalten von Informationen. Personen wählen nur solche Informationen aus, die mit ihren vorgefassten Meinungen übereinstimmten. Personen meiden Informationen, die inkonsisten mit ihren Meinungen sind
- Was verbirgt sich hinter der Verstärkerhypothese? Streben des Individuums nach Konsistenz führt zu selektiver Auswahl von Informationen; deshalb kommt Massenmedien lediglich eine Verstäkerfunktion zu
- Wie lautet die Kritik an den konsistenztheoretischen Ansätzen? Woher weiß eine Person vor der Selektion, ob Informationen diskrepant sind mit ihren Ansichten oder nicht, ohne die Information angeschaut/gelesen zu haben? Zu vielen Themengebiten und Sachfragen hat man keine feste Meinung Diskrepanzen können unterschiedliche gelöst werden Subjektive Bestätigung des Realitätsbildes verhindert Lernprozess
- Was verbirgt sich hinter dem Begriff Kognitive Dissonanz? Dissonanz zwischen Meinungen/Informationen und Verhalten, streben nach Konsonanz Mechanismus der Dissonanzminderung (Veränderung der Einschätzung, Lektüre von Werbematerial, Meinungsänderung)
- Was ist damit gemeint, wenn man von den Massenmedien als den "mediating factors" spricht? Begriff der "mediating factors" entwickelt von Joseph T. Klapper 1960 Massenkommunikation ist nur einer von vielen "mediating factors" von Medienwirkung Weitere "mediating factors" können sein, Prädispositionen der Empfänger, Normen der Bezugsgruppe, interpersonale Kommunikationsnetze, Meinungsführer, Struktur der Medien in einer feeien Marktwirtschaft Ein Plädoyer dafür, Massenmedien aus der Perspektive der Nutzer zu betrachten Nicht nur individuelle Wirkungen, sondern auch Folgen der Massenmedien für Gruppen und Gesellschaft
- Welches sind die prägenden Forscher der soziologisch orientierten Wirkungsforschung? Paul Felix Lazardsfeld Bernhard Berelson Hazel Gaudet Elihu Katz Herbert Menzel
- Welches sind die zentralen Erkenntnisse der Erie-Studie ("The People's Choice") von Lazardsfeld et. al.? Interpersonelle Kontakte wichtig für die Meinungsbildung (Allerdings 61% wichtigste Informationsquelle Zeitung/Radio, 24% persönlicher Kontakt) Verstärkerfunktion der Medien bei denjenigen mit Parteipräferenz (selektive Wahrnehmung) Two-Step-Flow-of-Communication-Hypothese: Massenmedien --> Opinion Leader --> Rezipienten
- Wie lässt sich eine Meinungsführer (Opinion Leader) nach Kurt Lewin definieren? Überdurchschnittlich gut informierte Person Existieren in allen sozialen Schichten Sind besonders aufmerksam und interessiert Setzen sich den Massenmedien stärker aus als andere Personen Geben Informationen in informellen Kontakten an andere weiter (Relaisfunktion)