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Klin (Fach) / Klinische Begriffe (Lektion)
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- Typen der Schizophrenie (5) desorganisierter Typus (295.10)katatoner Typus (295.20)paranoider Typus (295.30)residualer Typus (295.60) undifferenzierter Typus (295.90)
- 295.40 Schizophreniforme Störung Hauptmerkmal: Kriterium B (Zeitverlauf) ist nicht erfüllt, Kriterien A, D und E sind erfüllt
- 295.70 Schizoaffektive Störung Hauptmerkmal: Major Depression oder manische Episode gleichzeitig mit A-Kriterien. Zwei Typen: Bipolarer und depressiver Typus.
- 297.1 Wahnhafte Störung Hauptmerkmal: Nicht-bizarre Wahnphänomene mindestens 1 Monat, keine A-Symptome, Leistungsfähigkeit nicht wesentlich beeinträchtigt, etwaige affektive Episoden im Vergleich zum Wahn kurz, keine Substanzeinwirkung, kein medizinischer Krankheitsfaktor vorhanden.
- 298.8 Kurze psychotische Störung Hauptmerkmal: Mindestens 1 A-Kriterium (keine negativen Symptome), mindestens 1 Tag, weniger als einen Monat, die Störung kann nicht als schizoaffektive Störung oder Schizophrenie eingeordnet werden, keine Substanzeinwirkung, kein medizinischer Krankheitsfaktor vorhanden.
- 297.3 Gemeinsame psychotische Störung Hauptmerkmal: Wahn, der sich bei einer Person entwickelt, die in einem engen Verhältnis zu einer anderen Person steht.
- Lebenszeitprävalenz Schizophrenie 1% Ausgeglichen für Geschlechter Männer erkranken 5 Jahre früher
- DSM-IV: Kriterien Schizophrenie DSM IV: SchizophrenieA) mindestens zwei der folgenden Symptome über mindestens einenMonat:1. Wahn2. Halluzinationen3. desorganisiertes Sprechen (z. B. Entgleisen oder Zerfahrenheit)4. desorganisiertes oder katatones Verhalten5. negative Symptome (verflachter Affekt, Alogie, Willensschwäche)Hinweis: Bei bizarrem Wahn oder akustischen Halluzinationen mit einer kommentierenden oder mindestens zwei sich unterhaltenden Stimmen reicht eines der Symptome. B. Soziale/berufliche Leistungseinbußen:Einer oder mehrere Funktionsbereiche wie Arbeit, zwischen-menschliche Beziehungen oder Selbstfürsorge sind für eine bedeutende Zeitspanne seit Beginn der Störung deutlich unter dem früheren Niveau (bzw. bei Störung in der Kindheit/Adoleszenz wird das zu erwartende Niveau nicht erreicht).C. Dauer:Die Zeichen des Störungsbildes halten mindestens 6 Monate an. Dabei müssen floride Symptome über 1 Monat* vorhanden sein („A-Kriterien“). Prodromale und residuale Perioden können durch ausschließlich negative Symptome gekennzeichnet sein, A-Symptome können sich jedoch abgeschwächt manifestieren (seltsame Überzeugungen, ungewöhnliche Wahrnehmungserlebnisse).*oder weniger, wenn erfolgreich behandelt D. Ausschluss einer schizoaffektiven oder affektiven Störung:Keine Major Depression-Episode und keine manische oder gemischte Episode ist zusammen mit den floriden Symptomen aufgetreten. Falls eine affektive Episode aufgetreten ist, war ihre Gesamtdauer im Verhältnis zu der floriden/residualen Phase nur kurz.E. Ausschluss Substanzeinfluss/medizinische Krankheitsfaktoren:Keine körperliche/substanzinduzierte Ursache. F. Beziehung zu einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung:Bei einer Vorgeschichte mit autistischer/tiefgreifender Entwicklungsstörung wird die Diagnose Schizophrenie nur dann gestellt, wenn 1 Monat* lang ausgeprägte Wahnphänomene oder Halluzinationen vorhanden sind. * oder weniger, wenn erfolgreich behandelt
- Definition: Psychose Oberbegriff für psychische Störung mit starker Beeinträchtigung des Realitätsbezugs
- Definition: Dissoziative Amnesie Unfähigkeit, sich an wichtige persönliche Informationen zu erinnern, die zumeist traumatischer oder belastender Natur sind. Äußerst sich meist als eine rückblickend berichtete Lücke(n) in der Erinnerung an Aspekte der persönlichen Lebensgeschichte.
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- DSM-IV: Kriterien Dissoziative Amnesie A) Das Störungsbild ist gekennzeichnet durch eine oder mehrere Episoden, in denen Unfähigkeit besteht, sich an wichtige persönliche relevante Informationen zu erinnern, die zumeist traumatischer oder belastender Natur sind; diese ist zu umfassend, um durch gewöhnliche Vergesslichkeit erklärt zu werden. B) Die Störung tritt nicht ausschließlich im Verlauf einer diss. Identitätsstörung, diss. Fugue, PTBS, akuten Belastungsstörung auf und geht nicht zurück auf die direkte Wirkung einer Substanz oder eines neurologischen oder anderen medizinischen Krankheitsfaktors. C) Die Symptome verursachen in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigung in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen.
- Betroffene Zeitabschnitte einer Amnesie Retrograde Amnesie: Erinnerungsverlust von Ereignissen, die vor der Belastungssituation liegen; Geschehnisse nach dem Trauma können erinnert werden Posttraumatische Amnesie: Erinnerungsverlust für Geschehnisse, die sich mit Latenz an das traumatisierende Ereignis anschließen. Anterograde Amnesie: Erinnerungsverlust für Ereignisse, die in einem zeitlich engen Zusammenhang mit dem Trauma stehen (vor, während und/oder nach dem Trauma).
- Definition: Lokalisierte Amnesie vollständiger Gedächtnisverlust einer zeitlich genau eingrenzbaren Periode.
- Definition: Selektive Amnesie umfasst nur bestimmte Ereignisse eines umgrenzten Zeitabschnittes.
- Definition: Generalisierte Amnesie Verlust aller Erinnerungen an das bisherige Leben, mind. jedoch für ein gewisse Anzahl zurückliegender Jahre.
- Definition: Andauernde Amnesie ein noch fortbestehender anterograder Amnesieprozess (Unfähigkeit, neu aufgetretene Ereignisse kognitiv zu integrieren und zu erinnern).
- Definition: Systematisierte Amnesie Erinnerungsverlust von bestimmten Kategorien von Informationen (z.B. Erinnerungen an die eigene Familie oder an bestimmte Personen).
- DSM-IV: Kriterien Dissoziative Fugue a) Das Störungsbild ist ein plötzliches, unerwartetes Weggehen von zu Hause oder vom gewohnten Arbeitsplatz, verbunden mit der Unfähigkeit sich an seine Vergangenheit zu erinnern. b) Verwirrung über die eigene Identität oder die Annahme einer neuen Identität (teilweise oder vollständig). c) Die Störung tritt nicht ausschließlich im Verlauf einer diss. Identitätsstörung auf und geht nicht zurück auf die direkte Wirkung einer Substanz oder eines medizinischen Krankheitsfaktors. d) Die Symptome verursachen in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigung in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen.
- DSM-IV: Kriterien Dissoziative Identitätsstörung A) Die Anwesenheit von zwei oder mehr unterscheidbaren Identitäten oder Persönlichkeitszuständen (jeweils mit einem eigenen, relativ überdauernden Muster der Wahrnehmung von, der Beziehung zur und dem Denken über die Umgebung und das Selbst). B) Mindestens zwei dieser Identitäten oder Persönlichkeitszustände übernehmen wiederholt die Kontrolle über das Verhalten der Person. C) Eine Unfähigkeit, sich an wichtige persönliche Informationen zu erinnern, die zu umfassend sind, um durch gewöhnliche Vergesslichkeit erklärt zu werden. D) Die Störung geht nicht auf die direkte Wirkung einer Substanz oder eines medizinischen Krankheitsfaktors zurück. BEACHTE: Bei Kindern sind die Symptome nicht durch imaginierte Spielkameraden oder andere Fantasiespiele zu erklären.
- DSM-IV: Kriterien Depersonalisationsstörung a) Andauernde oder wiederkehrende Erfahrungen, sich von den eigenen geistigen Prozessen oder vom eigenen Körper losgelöst oder sich wie ein außen stehender Beobachter der eigenen geistigen Prozesse oder des eigenen Körpers zu fühlen (z.B. sich fühlen, als sei man in einem Traum). b) Während der Depersonalisationserfahrung bleibt die Realitätsprüfung intakt. c) Die Depersonalisation verursacht in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigung in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen. d) Das Depersonalisationserleben tritt nicht ausschließlich im Verlauf einer anderen psychischen Störung auf, wie Schizophrenie, Panikstörung, akute Belastungsstörung oder eine andere dissoziative Störung und geht nicht auf die direkte Wirkung einer Substanz oder eines neurologischen oder anderen medizinischen Krankheitsfaktors zurück.
- DSM-IV: Kriterien Anorexia Nervosa A. Weigerung, das Minimum des für das Alter und Körpergröße normalen Körpergewichts zu halten (z.B. Gewichtsverlust führt dauerhaft zu einem Körpergewicht von weniger als 85% des zu erwartenden Gewichts; oder das Ausbleiben einer während der Wachstumsperiode zu erwartenden Gewichtszunahme führt zu einem Körpergewicht von weniger als 85% des zu erwartenden Gewichts) B. Ausgeprägte Ängste vor einer Gewichtszunahme oder davor, dick zu werden, trotz bestehenden Untergewichts. C. Störung in der Wahrnehmung der eigenen Figur und des Körpergewichts oder der Figur auf die Selbstbewertung, oder Leugnen des Schweregrades des gegenwärtigen geringen Körpergewichts. D. Bei postmenarchalen Frauen das Vorliegen einer Amenorrhoe von mindestens drei aufeinanderfolgenden Menstruationszyklen (Amenorrhoe wird auch dann angenommen, wenn bei einer Frau die Periode nur nach Verabreichung von Hormonen, z.B. Östrogen, eintritt).
- DSM-IV: Typen der Anorexia Nervosa Restriktiver Typus: Während der aktuellen Episode der Anorexia Nervosa hat die Person keine regelmäßigen „Fressanfälle“ gehabt oder hat kein „Purging“ -Verhalten (z.B. selbstinduziertes Erbrechen oder Missbrauch von Laxantien, Laxantien oder Klistieren) gezeigt. „Binge-Eating/Purging“-Typus: Während der aktuellen Episode der Anorexia Nervosa hat die Person regelmäßig „Fressanfälle“ gehabt und hat „Purging“ -Verhalten (z.B. selbstinduziertes Erbrechen oder Missbrauch von Laxantien oder Klistieren) gezeigt.
- DSM-IV: Kriterien Bulimia Nervosa A. Wiederholt auftretende Essanfälle. Ein Essanfall ist gekennzeichnet durch die folgenden Kriterien:- Essen innerhalb einer bestimmten Zeitspanne (z.B. innerhalb von 2 Stunden); diegegessene Menge ist eindeutig größer als das, was die meisten Menschen untervergleichbaren Umständen innerhalb der gleichen Zeit essen würden.- Kontrollverlust beim Essen (z.B. das Gefühl, mit dem Essen nicht aufhören zu können oder die Menge des Essens nicht steuern zu können). B. Wiederholt auftretende unangemessene kompensatorische Verhaltensweisen zur Verhinderung einer Gewichtszunahme wie z.B.: selbstinduziertes Erbrechen, Missbrauch von Abführmitteln, Diuretika oder anderen Medikamenten, Hungern oder extreme körperliche Aktivität. C. Die Essanfälle und kompensatorischen Verhaltensweisen treten beide im Durchschnitt mindestens zweimal pro Woche seit 3 Monaten auf. D. Die Selbsteinschätzung ist übermäßig von Körper und Gewicht abhängig. E. Die Störung tritt nicht nur im Rahmen einer anorektischen Episode auf.
- DSM-IV: Typen von Bulimia Nervosa - „Purging“ Typ: Die Person wendet regelmäßig selbstinduziertes Erbrechen an oder missbraucht Abführmittel oder Diuretika. - „Non-purging“ Typ: Die Person wendet andere unangemessene kompensatorische Verhaltensweisen wie Hungern oder exzessive körperliche Aktivitäten an, aber kein selbstinduziertes Erbrechen oder den Missbrauch von Abführmitteln oder Diuretika.
- DSM-IV: Typen von Bulimia Nervosa - „Purging“ Typ: Die Person wendet regelmäßig selbstinduziertes Erbrechen an oder missbraucht Abführmittel oder Diuretika. - „Non-purging“ Typ: Die Person wendet andere unangemessene kompensatorische Verhaltensweisen wie Hungern oder exzessive körperliche Aktivitäten an, aber kein selbstinduziertes Erbrechen oder den Missbrauch von Abführmitteln oder Diuretika.
- Definition: Binge Eating Disorder Keine formale DSM-IV- oder ICD-10-Diagnose bzw. unter sonstigen Essstörungen! Wiederholte Episoden von „Fressattacken“ (2 pro Woche & mindestens 6 Monate lang:(1) Essen einer Nahrungsmenge in einem abgrenzbaren Zeitraum (z.B. in einem zweistündigen Zeitraum), die definitiv größer ist, als die meisten Menschen in einem ähnlichen Zeitraum unter ähnlichen Umständen essen würden. (2) Ein Gefühl des Kontrollverlustes über das Essen während der Episode (z.B. ein Gefühl, dass man mit dem Essen nicht mehr aufhören kann bzw. nicht kontrollieren kann, was und wie viel man isst.). Die Betroffenen essen hastig und überwiegend alleine. Keine gegenregulierende Maßnahmen wie Erbrechen, Abführmittel, Fasten oder übermäßiger Sport)
- Klassifikation von Adipositas Psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten (Adipositas) F 54 (ICD 10) Gesundheitsgefährdende (psychologische) Faktoren, die einen medizinischen Krankheitsfaktor (Adipositas) beeinflussen 316.00 (DSM IV) Nicht näher bezeichnete Essstörung, BED F 50.9 (ICD 10)
- Epidemiologie Anorexia Nervosa (Prävalenz, Geschlechter, SöS, Risikoalter) Unter 1% 80-95% Frauen Mittel- bis Oberschicht Pubertät
- Epidemiologie Bulimia Nervosa (Prävalenz, Geschlechter, SöS, Risikoalter) 1-3% 90% Weiblich Mittel- bis Oberschicht Frühes Erwachsenenalter
- Epidemiologie Binge Eating Disorder (Prävalenz, Geschlechter, SöS, Risikoalter) 1-4% 60% Weiblich k.A Frühes Erwachsenenalter
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- Epidemiologie Adipositas (Prävalenz, Geschlechter, SöS, Risikoalter) 23% BMI > 30 Ausgeglichen k.A Geburt, Pubertät
- Vergleich Verlauf: Binge Eating Disorder vs. Bulimia Nervosa BED und B.n. haben unterschiedlichen Verlauf; BED hat deutlich bessere Chancen zur vollständigen Remission
- Verlauf: Anorexia Nervosa Bei Anorexie Mortalität innerhalb 5 Jahren über 5 %, im längeren Verlauf noch höher (ca. 9%). Von den verbleibenden sind nach 4-10 Jahren etwa 45% geheilt, 35% gebessert und 20% nehmen einen chronischen Verlauf.
- Set-Point-Theorie Ein gewisses Körpergewicht ist biologisch vorgegeben Das Essverhalten reguliert sich so, dass immer wieder auf dieses Körpergewicht zurückgekommen wird Veränderungen des Set Points sind nur in geringem Ausmaß möglich und erst nach sehr langfristigen Gewichtsveränderungen
- DSM-IV: Kriterien Zwangsstörung A. Entweder Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen Zwangsgedanken, wie durch (1), (2), (3) und (4) definiert:(1) Wiederkehrende und anhaltende Gedanken, Impulse oder Vorstellungen, die zeitweise während der Störung als aufdringlich und unangemessen empfunden werden und die ausgeprägte Angst und großes Unbehagen hervorrufen.(2) Die Gedanken, Impulse oder Vorstellungen sind nicht nur übertriebene Sorgen über reale Lebensprobleme.(3) Die Person versucht, diese Gedanken, Impulse oder Vorstellungen zu ignorieren oder zu unterdrücken oder sie mit Hilfe anderer Gedanken oder Tätigkeiten zu neutralisieren.(4) Die Person erkennt, dass die Zwangsgedanken, -impulse oder -vorstellungen ein Produkt des eigenen Geistes sind (nicht von außen auferlegt wie bei Gedankeneingebung). Zwangshandlungen, wie durch (1) und (2) definiert:(1) Wiederholte Verhaltensweisen (z.B. Hände waschen, ordnen, kontrollieren) oder gedankliche Handlungen (z.B. beten, zählen, Wörter leise wiederholen), zu denen sich die Person als Reaktion auf einen Zwangsgedanken oder auf Grund von streng zu befolgenden Regeln gezwungen fühlt.(2) Die Verhaltensweisen oder die gedanklichen Handlungen dienen dazu, Unwohlsein zu verhindern oder zu reduzierenoder gefürchteten Ereignissen oder Situationen vorzubeugen; diese Verhaltensweisen oder gedanklichen Handlungen stehen jedoch in keinem realistischen Bezug zu dem, was sie zu neutralisieren oder zu verhindern versuchen, oder sie sind deutlich übertrieben. B. Zu irgendeinem Zeitpunkt im Verlauf der Störung hat die Person erkannt, dass die Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen übertrieben oder unbegründet sind (beachte: dies muss bei Kindern nicht der Fall sein). C. Die Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen verursachen erhebliche Belastung, sind zeitaufwändig (benötigen mehr als 1 Stunde pro Tag) oder beeinträchtigen deutlich die normale Tagesroutine der Person, ihre beruflichen (oder schulischen) Funktionen oder die üblichen Aktivitäten und Beziehungen. D. Falls eine andere Achse I-Störung vorliegt, so ist der Inhalt der Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen nicht auf diese beschränkt(z.B. starkes Beschäftigtsein mit Essen bei Essstörung, Haareausreißen bei Trichotillomanie, Sorgen über das Erscheinungsbild bei körperdysmorpher Störung, starkes Beschäftigtsein mit Drogen bei einer Störung im Zusammenhang mit psychotropen Substanzen, starkes Beschäftigtsein mit einer schweren Krankheit bei Hypochondrie, starkes Beschäftigtsein mit sexuellen Bedürfnissen oder Phantasien bei Paraphilie, Grübeln über Schuld bei Major Depression). E. Das Störungsbild geht nicht auf die direkte körperliche Wirkung einer Substanz (z.B. Droge, Medikament) oder eines medizinischen Krankheitsfaktors zurück.
- DSM-IV: Spezifizierung Zwangsstörung (Welches zusätzliche Merkmal wird kodiert?) Bestimme ob: Mit wenig Einsicht: Wenn die Person während der meisten Zeit der gegenwärtigen Episode nicht erkennt, dass die Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen übermäßig oder unbegründet sind.
- Lebenszeit-Prävalenz von Zwangsstörung + Geschlechterverteilung ca. 2-3%, Männer und Frauen gleich
- Onset von Zwangsstörungen oft bereits im Kindes-/Jugendalter, mittleres Onsetalter 20 Lj. (Männer ~ 19 Lj., Frauen ~ 22 Lj.); bei etwa zwei Dritteln aller Pat. vor 25 Lj., bei weniger als 15% nach 35 Lj.; meist rascher Onset der Symptomatik; bei 50-70% Auslöser durch life event (z.B. Schwangerschaft, Geburt eines Kindes, sexuelles Problem, Tod eines Angehörigen).
- Verlauf von Zwangsstörungen (+ %deutliche Besserung, mäßige Besserung, gleichbleibend/verschlechternd) meist langdauernd, Symptomatik fluktuierend oder konstant vorhanden; Spontanverlauf: 20-30% deutliche Besserung, 40-50% mäßige Besserung, 20-40% gleichbleibend oder Verschlechterung.
- Komorbidität von Zwangsstörungen MD ~ 67%, soziale Phobie ~ 25%, oft auch Alkoholabhängigkeit, spezifische Phobie, Panikstörung, Essstörung, Schizophrenie
- DSM-IV: Kriterien spezifische Phobien A. Ausgeprägte anhaltende Angst, die übertriebenoder unbegründet ist und durch das Vorhandenseinoder die Erwartung eines spezifischen Objektesoder einer spezifischen Situation ausgelöst wird. B. Die Konfrontation mit dem phobischen Reiz löstfast immer unmittelbar eine Angstreaktion aus. C. Die Person erkennt, dass die Angst übertriebenoder unbegründet ist. D. Die phobischen Situationen werden vermieden odernur unter starker Angst oder Unbehagen ertragen. E. Die Angst oder das Vermeidungsverhalten schränktdeutlich die normale Lebensführung der Person einoder verursacht erhebliches Leiden. F. Bei Personen unter 18 Jahren hält die Phobie übermindestens 6 Monate an. G. Die Angst, Panikattacken oder das Vermeidungs-verhalten sind nicht durch eine andere psychischeStörung erklärbar.
- Prävalenz spezifische Phobie Prävalenzraten schwanken stark zwischen 0,9% und 25,6%→ allg. Schätzungen: 8-12%EU spezifisch (Wittchen & Jacobi, 2005) :• 12-Monats-Prävalenz: 6,4%
- Verlauf spezifische Phobien spezifische Phobien beginnen früh, meist mit ca. 10 Jahren• relativ stabile psychische Störungen• Frauen doppelt so häufig betroffen wie Männer • selten Anlass für Therapien (obwohl Erfolgschancen hoch sind)
- Komorbidität spezifische Phobien • mind. 42 % haben zusätzlich zu einer spezifischen Phobie irgendeine andere Angststörung• bei mehreren Ängsten leiden 84,1% an weiteren Angststörungen
- DSM-IV: Kriterien Generalsierte Angststörung A. Übermäßige Angst und Sorge (furchtsame Erwartung) bezüglich mehrerer Ereignisse oder Tätigkeiten (wie etwa Arbeit oder Schulleistungen), die während mindestens 6 Monaten an der Mehrzahl der Tage auftreten. B. Die Person hat Schwierigkeiten, die Sorgen zu kontrollieren. C. Die Angst und Sorge sind mit mindestens drei der folgenden 6 Symptome verbunden (wobei zumindest einige der Symptome in den vergangenen 6 Monaten an der Mehrzahl der Tage vorlagen)... (1) Ruhelosigkeit oder ständiges „auf dem Sprung sein“, (2) leichte Ermüdbarkeit, (3) Konzentrationsstörungen oder Leere im Kopf, (4) Reizbarkeit, (5) Muskelspannung, (6) Schlafstörungen (Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten oder unruhiger, nicht erholsamer Schlaf) E. Die Angst, Sorge oder körperlichen Symptome verursachen in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen Funktionsbereichen F. Geht nicht auf die Wirkung einer körperlichen Substanz zurück und tritt nicht ausschließlich im Verlauf einer affektiven Störung, einer psychotischen Störung oder einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung zurück
- Prävalenz Generalisierte Angststörung • Lebenszeitprävanenz: 3-5%• 12-Monats-Prävalenz: 2-4%• Punktprävalenz: 1-3%
- Altersstruktur der Generalisierten Angststörung Beginn in jeder Altersgruppe möglich• bei Kindern & Jugendlichen geringere Prävalenzraten• nach Beekman et al. (1998) sind die Prävalenzraten bei Personen ab 65 Jahren besonders hoch• andere Studien (beispielsweise Kessler et al. 2005) legen nahe, dass GAS in mittleren Altersgruppen am häufigsten ist
- (Demographische) Riskofaktoren der Generalisierten Angststörung • Geschlecht (Frauen doppelt so häufig erkrankt)• unverheiratet• geringer sozioökonomischer Status
- Komorbidität der Generalisierten Angststörung • 88,3% erfüllen zusätzlich zu GAS auch die Lebenszeitkriterien für irgendeine andere Störung• höchste Komorbiditätsraten: - affektive Störungen (71,6%), v.a. Mayor Depression (60,9%) - irgendeine Angststörung (57,8%)
- DSM-IV: Kriterien einer Panikattacke Eine klar abgrenzbare Episode intensiver Angst und Unbehagens, bei der mindestens vier der nachfolgend genannten Symptome abrupt auftreten und innerhalb von 10 Minuten ihren Höhepunkt erreichen: 1. Palpitationen, Herzklopfen oder beschleunigterHerzschlag2. Schwitzen3. Zittern oder Beben4. Gefühl der Kurzatmigkeit oder Atemnot5. Erstickungsgefühle6. Schmerzen oder Beklemmungsgefühle in der Brust7. Übelkeit oder Magen-Darm-Beschwerden8. Schwindel, Unsicherheit, Benommenheit oder der Ohnmacht nahe sein9. Derealisation oder Depersonalisation10. Angst, die Kontrolle zu verlieren oder verrückt zuwerden11. Angst zu sterben12. Parästhesien (Taubheit oder Kribbelgefühle)13. Hitzewallungen oder Kälteschauer