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Finanzmanagement (Fach) / Finanzmanagement (Lektion)
Grundlagen des Finanzmanagement
Diese Lektion wurde von Dascha_1601 erstellt.
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- Kapitalaufbringung (Finanzierung) zerfällt in die Teilprobleme Kapitalvolumen: Ermittlung des notwendigen Kapitalbedarfs Kapitalstruktur: Optimale Kombination der Finanzierungsarten (niedrigste Kapitalkosten)
- Kapitalanlage (Investition) untersucht die Probleme Investitionsobjekte: Untersuchung, welche Vermögensteile beschafft werden sollen Investitionsumfang: Untersuchung, in welchem Umfang die Vermögensteile beschafft werden sollen Anlagedauer: Optimale Dauer der Investition
- Rentabilitätsdimensionen Erwirtschaftung einer angemessenen Rentabilität auf das eingesetzte Kapital bzw. "Mehrwert" (Kurssteigerungen, Dividenden) für die Anteilseigner des Unternehmens. In diesem Rahmen sind auch die Ansprüche der übrigen Interessengruppen zu erfüllen.
- Risikodimensionen Es ist sicherzustellen, dass ein angemessenes Verhältnis zwischen Chancen und Risiken besteht und eingetretene Risiken die Existenz der Unternehmen nicht negativ beeinflussen können.
- Liquiditätsdimensionen Liqudität ist im allgemeinen definiert als die Fähigkeit der Unternehmung, die zu einem bestimmten Zeitpunkt (zwingend) fälligen Zahlungsverpflichtungen uneingeschränkt erfüllen zu können. Dies ist kurz- und langfristig sicherzustellen.
- Interessen verschiedener Stakeholder Anteilseigner: Dividende, Steigerung Unternehmenswert Fremdkapitalgeber: Zins + Tilgung; konstante Bonität Management: Hohe Entlohung, Macht Arbeitnehmer: Lohnsteigerung, Arbeitsplatzgarantie Kunden: Bedürfnisbefriedigende Produkte (mit USP) Lieferanten: langfristige Kontakte; zeitnahe Bezahlung Öffentlichkeit: Gesellschaftskonformes Verhalten; Sponsoring Staat: Steuern, gesetzmäßiges Verhalten
- Abgrenzung von Finanzierung und Investition Investition und Finanzierung sind häufig untrennbar miteinander verbunden Investitionen/Finanzierungen erstrecken sich über Zeiträume Investitionen/Finanzierungen stehen in Verbindung mit Beständen und Zahlungen Finanzkreislauf ist notwendig zur Aufrechterhaltung des Güterkreislaufes
- Abgrenzung von Finanzierung und Investition 2 Aktiva Vermögen (AV, UV) ---> Kapitalverwendung = Investition Passiva Kapital (EK, Mezzanine-Kapital, FK) ---> Kapitalbeschaffung = Finanzierung
- Investition - Definitionen Vermögensorientierte Definition: Zugang an (Anlage- / Umlauf-) Vermögen (Aktivseite) Stromorientierte Definition: Zahlungsstrom, der mit einer Auszahlung beginnt und später Einzahlungen erwarten lässt
- Finanzierung - Definitionen Vermögensorientierte Definition: Zugang an Kapital (Passivseite) Stromorientierte Definition: Zahlungsstrom, der mit einer Einzahlung beginnt und später Auszahlungen erwarten lässt
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- Zahlungsunfähigkeit "Liquidität ist die Fähigkeit eines Unternehmens, seine Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllen zu können!" Bei Zahlungsunfähigkeit droht Insolvenz: Dauerhafte Unfähigkeit des Unternehmens, seine fälligen Verbindlichkeiten zu erfüllen Eröffnungsgründe eines Insolvenzverfahrens (Insolvenzverordnung): Zahlungsunfähigkeit (§ 17), drohende Zahlungsunfähigkeit (§ 18), Überschuldung (§ 19) Folgen der Insolvenz: Amtsgericht als Insolvenzgericht setzt Insolvenzverwalter ein (§ 56) Eigentümer bzw. Manager verlieren die Verfügungsrechte über Unternehmensvermögen (--> Insolvenzverwalter) Ziele des Insolvenzverwalters (§ 1): " Das Insolvenzverfahren dient dazu, die Gläubiger eines Schuldners gemeinschaftlich zu befriedigen, indem das Vermögen des Schuldners verwertet und der Erlös verteilt oder in einem Insolvenzplan eine abweichende Regelung insbesondere zum Erhalt des Unternehmens getroffen wird."
- Liquiditätsquellen Originäre Liquiditätsquellen: Vermögensgegenstände: Güterwirtschaftliche Liquidität: Welchen Geldbetrag könnte man erzielen, wenn man jeden Vermögensgegenstand des Unternehmens veräußern würde? Überschüsse: Zukünftige Liquidität: Welche Einzahlungen könnte man in künftigen Perioden erzielen, wenn man den Betriebszweck des Unternehmens verfolgt, d. h. Güter und/oder Dienstleistungen erstellt und absetzt?
- Liquiditätsquellen 2 Abgeleitete Liquiditätsquellen Vermögensgegenstände: Verliehene Liquidität: Welchen Geldbetrag könnte man erzielen, wenn man alle Vermögensgegenstände des Unternehmens beleihen würde, soweit Kreditgeber zu einer solchen Beleihung bereit sind? Überschüsse: Antizipierte Liquidität: Welchen Geldbetrag könnte man erzielen, wenn man alle künftigen Nettoeinzahlungen des Unternehmens beleihen würde? Maximaler Kreditbetrag, den Gläubiger im Gegenzug gegen die Abtretung aller künftigen Überschüsse heute zur Verfügung stellen würden?
- Messung der absoluten Liquidität Addition der Vermögensgegenstände der Bilanz, die als Zahlungsmittel verwendet werden oder in solche umgewandelt (liquiditiert) werden können Geldnähe (Liquidierbarkeit) ermöglicht die Definition diverser Liquiditätsgrade Liquidität zeigt sich auf der Aktivseite der Bilanz (Vermögen) und nicht in Rücklagen oder Rückstellungen Veräußerung von "geldfernen" Aktiva (z. B. Sachanlagen) kann Liquiditätsprobleme andeuten - Begründung für die Veräußerung ist wichtig!
- Der Cashflow als wichtigste Größe/Kennzahl in der Finanzwirtschaft Der Cashflow (engl. für Geldfluss, Kassenzufluss) ist eine wirtschaftliche Messgröße, die den aus der Umsatztätigkeit und sonstigen laufenden Tätigkeiten erzielten Nettozufluss liquider Mittel während einer Periode darstellt. Die Messgröße ermöglicht eine Beurteilung der finanziellen Gesundheit eines Unternehmens Sie zeigt uns, inwiefern ein Unternehmen im Rahmen des Umsatzprozesses die erforderlichen Mittel für die Substanzerhaltung des in der Bilanz abgebildeten Vermögens und für Erweiterungsinvestitionen selbst erwirtschaften kann. Die Kennzahl Cashflow gilt als ein wichtiger Indikator der Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens. Ein positiver Cashflow versetzt ein Unternehmen in die Lage, aus den Umsatzprozessen heraus Kredite ordnungsgemäß tilgen zu können.
- Systematisierung nach Herkunft und Rechtsstellung Herkunft der Mittel: Außenfinanzierung, Innenfinanzierung Rechtlicher Anspruch: Eigenfinanzierung, Fremdfinanzierung Externe Eigenfinanzierung = Beteiligungsfinanzierung Externe Fremdfinanzierung: Kreditfinanzierung, Subventitionen Interne Eigenfinanzierung: Selbstfinanzierung, Finanzierung aus Abschreibung, Finanzierung aus Kapitalfreisetzung Interne Fremdfinanzierung: Bildung von Rückstellungen
- Typische Merkmale Innenfinanzierung Finanzierung durch eigenen Cashflow Finanzierungsvorgang entsteht laufend Planung sehr unsicher
- Typische Merkmale Außenfinanzierung Finanzierung durch Kapitalzuführung von außen Finanzmittel werden zu bestimmten Zeitpunkt überlassen Planung im voraus zumeist möglich
- Finanzierungsalternativen Außenfinanzierung Beteiligungsfinanzierung: ohne Börsenzugang mit Börsenzugang Kreditfinanzierung: langfristig mittelfristig kurzfristig
- Finanzierungsalternativen Innenfinazierung Selbstfinanzierung: offene Selbstfinanzierung stille Selbstfinanzierung aus Abschreibung aus Kapitalfreisetzung aus Rückstellungen
- Kapitalanlage / Investition Vermögensorientierte Definition bezieht sich auf die Bilanz. Bilanz zeigt Bestände an, die durch Investitionen und Desinvestitionen entstanden sind. Stichtagsbezogene Darstellung. Stromorientierte Definition stellt auf Zahlungsströme ab. Zeitraumbezogene Darstellung
- Sach- und Finanzinvestitionen Sachinvestitionen: Grundstücke Sachanlagen Vorräte Immaterielle Investitionen Finanzinvestitionen: Aktien Beteiligungen Renten Optionen
- Systematisierung von Investitionen Hohe Anforderungen an das Finanzmanagement, da Investitionen häufig eine langfristige und umfangreiche Kapitalbildung bedingen wenig flexibel auf veränderte Marktbedingungen reagieren können regelmäßig mit einem finanziell aufwendigen zeitlichen Vorlauf verbunden sind immer mit alternativen Anlageformen konkurrieren
- Unternehmensanalyse Unternehmensanalyse beschränkt sich häufig auf die operative Unternehmensanalyse (Berechnung von Finanzkennzahlen) Strategische Analyse ist für die Abschätzung der langfristigen Erfolgspotenziale aber auch sehr wichtig! Beide Analysen sind zukunftsorientiert!
- Zwecke der Unternehmensanalyse Kennenlernen des Unternehmens Erfolgs-/ Rentabilitätsanalyse Liquiditätsanalyse Maßstab für die Zukunftsplanung Maßstab für Bewertungsvergleiche
- Zwecke der Unternehmensanalyse 2 Aufbereitung des Zahlenmaterials Prüfung auf Konsistenz/Berechnungsfehler Bereinigung außerordentlicher Elemente 2. Bildung von Kennziffern Absolute Zahlen Verhältniszahlen Statistische Maßgrößen 3. Interpretation durch Vergleiche Zeitvergleiche Betriebsvergleiche (Benchmarking) Soll-/ Ist-Vergleiche
- Kennzahlen der Unternehmensanalyse - Erfolgsanalyse - absolute Kennzahlen absolute Kennzahlen - nicht-risikoadjustierte Kennzahlen EBIT NOPAT (Bereinigter) Jahresüberschuss Steuerbilanzgewinn - risikoadjustierte Kennzahlen Betriebliche Übergewinne (EVA, Economic Profit) Übergewinne bei Banken
- Kennzahlen der Unternehmensanalyse - Erfolgsanalyse - relative Kennzahlen relative Kennzahlen - Umsatzrentabilität - Kapitalrentabilität Eigenkapitalrentabilität (ROE, RAROC, RORAC) Gesamtkapitalrentabilität (ROC) Betriebsrentabilität (ROI, ROIC, ROCE)
- Kennzahlen der Unternehmensanalyse - Liquiditätsanalyse - absolute Kennzahlen absolute Kennzahlen - statische Kennzahlen: Cash-Bestand - dynamische Kennzahlen: EBITDA Cash Earnings nach DVFA/SG Cashflow der laufenden Geschäftstätigkeit
- Kennzahlen der Unternehmensanalyse - Liquiditätsanalyse - relative Kennzahlen relative Kennzahlen - statische Kennzahlen: Liquiditätsgrade Kapitalstruktur Vermögensstruktur - dynamische Kennzahlen: Innenfinanzierungskraft Dynamischer Verschuldungsgrad
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- Rating Ein Rating ist eine Aussage über die zukünftige Fähigkeit eines Unternehmens zur vollständigen und termingerechten Rückzahlung (Zinsen und Tilgung) seiner Verbindlichkeiten. ---> "Cashflow, Cashflow, Cashflow"
- Externes Rating Durchführung durch eine aufsichtsrechtlich anerkannte externe Rating-Agentur (z. B. Standard & Poors, Moodys) Kostenpflichtig Für Kapitalmarkttransaktionen zwingend erforderlich Jährliche Updates "Through-the-cycle"-Urteil "Standard-Ansatz"
- Internes Rating Durchführung durch Kreditinstitute "Kostenfrei" Vor jeder Kreditvergabe aufsichtsrechtlich vorgeschrieben Jährliche bzw. sogar unterjährige Updates "Point-in-time"-Urteil "Foundation-" / "Advanced-IRB-Ansatz"
- Begriff und Perspektive von Unternehmensratings - Ratings sind hochqualifizierte, unabhängige Meinungen "Beurteilung der zukünftigen Fähigkeiten des Unternehmens, (Bank, Kommune, Staat, etc.) zur pünktlichen und vollständigen Bedienung seienr Zahlungsverpflichtungen" - Default Definition Ausbleiben von Zins- oder Nominalbetragszahlungen am Fälligkeitstag ( + grace period) ohne Berücksichtigung von Dividenden auf Vorzugsaktien
- Einflussfaktoren auf das Bonitätsrisiko - Kreditwürdigkeit Kreditwürdigkeit: - Persönliche Kreditwürdigkeit (Qualifikation, Zahlungsmoral, etc.) - Materielle Kreditwürdigkeit: Geschäftsrisiko (Produkte, Technologie, Marketing, Management etc.) Finanzielles Risiko (Vermögens-, Finanz- und Ertragslage) ---> Ausfallwahrscheinlichkeit
- Einflussfaktoren auf das Bonitätsrisiko - Sicherheiten Sicherheiten: - Umfang (vollständige vs. partielle Absicherung) - Qualität (Anforderungen): Ökonomische Anforderungen (Wertbeständigkeit, Liquidierbarkeit, Unabhängigkeit, Wirtschaftlichkeit) Rechtliche Anforderungen ---> (nicht) ausfallgefährdetes Volumen
- Persönliche Kreditwürdigkeit Persönliche Kreditwürdigkeit: Ruf, Fähigkeiten, Charakter des Kreditnehmers Informationserlangung durch Selbstauskunft, gewerbliche Auskunfteien oder andere Kreditinstitute.
- Sachliche Kreditwürdigkeit Sachliche Kreditwürdigkeit: Analyse der Rentabilitäts-, Liquiditäts- und Vermögenslage bzw. -entwicklung. Grundsätzlich ist die zukünftige Ertrags- und Finanzkraft entscheidend, Informationen hierzu enthalten die Planungsunterlagen des Kreditnehmers Dennoch i.d.R. auf Basis von Jahresabschlüssen, denn: KMU besitzen i.d.R. weniger Planungsunterlagen als Großunternehmen, Planungsunterlagen tragen kein Testat von WP/StB o.ä. (Qualität?), Verhandlungsposition kann Einblick in Planungsunterlagen verhindern.
- Risikoberücksichtigung in der Kapitalüberlassung: Sicherheiten - Durch Sicherheiten (Sicherungsmittel), eingekleidet in Sicherungsverträge (Sichreungsformen), soll die Position des Kreditgebers im Insolvenzfall des Kreditnehmers gestärkt werden. - Rückgriffsmöglichkeit, wenn die Kreditwürdigkeitsprüfung die Vergabe eines blanko (=ohne Sicherheiten) gewährten Kredits zu risikoreich erscheinen lässt. - Aspekte für die Auswahl von Sicherheiten: Wahl der Sicherungsform, derzeitiger Wert des Sicherungsmittels (Beleihungswert), Beleihungsgrenze (bis zu dieser kann das Sicherungsmittel unter Berücksichtigung der Bonität des Kreditnehmers und des Wertverlustes beliehen werden), Aufwand für die Verwaltung und Verwertung des Sicherungsmittels
- Kreditsicherheiten im Überblick I - Aus dem Vermögen Dritter Bürgschaft - Aus dem Anlagevermögen Grundpfandrechte (Grundschuld/Hypothek) Sicherungsübereignung und Verpfändung von Anlagevermögen - Aus dem Umlaufvermögen Forderungszession Forderungsverpfändung Sicherungsübereignung und Verpfändung von Waren Eigentumsvorbehalt
- Kreditsicherheiten im Überblick II - Sicherungsübereignung: Kreditnehmer überträgt das Eigentum an einer beweglichen Sache (§§ 929 ff. BGB) durch ein Besitzmittlungsverhältnis an den Kreditgeber; Kreditnehmer bleibt unmittelbar Besitzer und Nutzer der Sache. Umgehung der notwendigen Übergabe des Sicherungsgutes Bewegliche Sachen verleiht das Rechtsinstitut der Sicherungsübereignung z.T. überhaupt erst die Eignung, als Sicherungsgut zu fungieren Publizität unterbleibt: sicherungsübereignete Assets sind für Dritte nicht von unbelasteten unterscheidbar. Problem: Informationsasymmetrie zugunsten des Kreditnehmers, der Sicherungsgüter weiter besitzt und (ggf. vertragswidrig) benutzt (Vertrauensproblem).
- Kreditsicherheiten im Überblick III - Hypothek (§ 1113 BGB): Kreditgeber wird berechtigt, zur Durchsetzung seiner Ansprüche auf Zahlung eines bestimmten Betrages die Verwertung des Grundstücks zu betreiben; akzessorientierter Charakter: Bestellung durch Vertrag zwischen Kreditgeber udn Eigentümer Zwingend: Beurkundung durch Notar/Gericht; Eintragung ins Grundbuch - Grundschuld (§ 1191 BGB): Belastung eines Grundstücks dergestalt, dass an den Begünstigten eine bestimmte Geldsumme aus dem Grundstück zu zahlen ist. Kann im Gegensatz zur Hypothek unabhängig von einer bestehenden Forderung bestellt und geltend gemacht werden Die Grundschuld bleibt somit als Sicherheit erhalten, wenn er Kredit ganz oder teilweise getilgt wird (abstrakter Charakter)
- Kreditsicherheiten im Überblick IV - Eigentumsvorbehalt: Verkäufer einer beweglichen Sache behält das Eigentum an der Sache bis zur Zahlung des vollen Kaufpreises Rückforderungsrecht der Ware für den Fall, dass der Käufer mit der Zahlung in Verzug gerät Sicherheit besteht also nicht im Zugriff auf andere Vermögensgüter, sondern in der nur bedingten Übertragung des Eigentums - Pfandrecht ( § 1205 BGB): setzt Einigung und Übergabe der Sache an den Kreditgeber voraus. Erlöschen, wenn das Pfand an Eigentümer zurückgegeben wird (3 1253 BGB) Dilemma: Ausschluss nicht willkommener Verfügung über das Sicherungsgut, aber relativ umständlich und teuer.
- Kreditsicherheiten im Überblick V - Erweiterung des Möglichkeitsbereichs durch die grundsätzliche Möglichkeit, auch Rechte zu verpfänden (§ 1273 I BGB) - Pfandrechte an Forderungen: Erforderlich sind eine Einigung über die Bestellung des Pfandrechts sowie eine Verpfändungsanzeige (§ 1280 BGB) an den Schuldner der verpfändeten Forderung. In der Folge: Relativ hoher Verwaltungsaufwand Öffentlichkeitswirksamkeit (vgl. demgegenüber Factoring) - Forderungszession: Kreditnehmer tritt dem Kreditgeber eine Forderung gegenüber einer anderen Person (Drittschuldner ) gemäß § 398 BGB ab: Verpfändungsanzeige kann unterbleiben (stille Zession) Auch eine Abtretung in Zukunft entstehender Forderungen ist möglich
- Rechtliche Anforderungen an Kreditsicherheiten - Rechtliche Anforderungen formeller Art: Sicherstellungsvertrag (Sicherungsform) muss formalrechtlich einwandfrei sein, Insbesondere dürfen keine Formvorschriften übersehen werden und keine Vertragslücken vorhanden sein - Rechtliche Anforderungen materieller Art: Sicherungsform: Inhalt, Zweck und Durchführung des Sicherstellungsvertrages dürfen keine Einrede seitens des Kreditnehmers oder eines (im worst case zu beachtenden) Konkursverwalters bieten. Nichtigkeit denkbar bei Verstoß gegen gute Sitten (§ 138 BGB, z. B. Knebelungsvertrag) und unerlaubter Handlung (§ 826 BGB, z. B. Kredittäuschung)
- Wirtschaftliche Anforderungen an Kreditsicherheiten: Wertbeständigkeit - Grundstücke und Gebäude: Zur Abschätzung von künftigen Wertverlustpotenzialen (insbesondere in Form von Liquiditätsverlusten) Notwendigkeit der Differenzierung zwischen betrieblich genutzten udn anderen (= solche, deren Wertentwicklung nicht mit dem Schicksal der Unternehmung korreliert) - Maschinen: Wiederverwertbarkeit entscheiden vom "Spezialisierungsgrad" abhängig (LKW versus Spezial-Fertigungsstraße) - Vorräte: Entscheidend ist die Marktgängigkeit (mengen-/preisstabile Absetzbarkeit) - Forderungen: Wert zunächst abhängig von der Bonität des Drittschuldners, wobei diese mit der des Kreditnehmers korreliert sein kann - Beteiligung und Wertpapiere: Abhändigkeit von Kursänderungsrisiken
- Wirtschaftliche Anforderungen an Kreditsicherheiten: Wertbeständigkeit 2 - Schnelle Liquidierbarkeit: Zeitaufwand und Kosten der Verwaltung und Verwertung der Sicherheiten sowie Ertragsminderung, die sich aus den Opportunitätskosten ihres Besitzes ergeben. Grundstücke und Gebäude: i.d.R. erheblicher Zeitaufwand Maschinen: abhändig insbesondere von der Beschäftigungslage der Branche Vorräte: Marktgängigkeit entscheidend; Rohstoffe und Vorräte sind leichter liquidierbar als Zwischenerzeugnisse Forderungen: aufgrund zumeist kurzfristigem Charakter regelmäßig innerhalb von drei Monaten zwangsläufig fällig, Vorabveräußerung denkbar, (Börsengängige) Wertpapiere: täglich veräußerbar, Kursrisiko nicht unerheblich
- Wirtschaftliche Anforderungen an Kreditsicherheiten: Unabhängigkeit vom Kreditnehmer I - Sicherung der Unabhängigkeitsposition des Kreditgebers vom Kreditnehmer: Kreditsicherung soll Kreditgeber möglichst weitgehend von der Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers abkoppeln - Begründung: Vertrauen wird i.d.R. gerade in kritischen Situationen enttäuscht Mehrfache Zessionen derselben Forderung Unterschlagung von Geldeingängen Abtretung nicht existenter oder nicht abtretbarer Forderungen - Abhängigkeitsgrad insbesondere von der Wahl der Sicherungsform abhängig - Beispiel: Sicherungswirkung der stillen Forderungsabtretung fußt auf der Ehrlichkeit des Kreditnehmers, da sie ohne Wissen des Drittschuldners erfolgt
- Wirtschaftliche Anforderungen an Kreditsicherheiten: Unabhängigkeit vom Kreditnehmer II - Unabhängigkeit von der persönlichen Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers kann durch Wahl von Verpfändung (Statt Sicherungsübereignung) und offener (statt stiller) Abtretung gefördert werden - von hierher attraktive Sicherungsformen aber in anderer Hinsicht problematisch: Maschinen: Weiternutzung für die Produktion beim Kreditnehmer oft von existenzieller Bedeutung Vorräte: analog Maschinen (bei Großhändlern denkbares Arbeiten mit Orderlagerscheinen: Verpfändung durch Indossament hat dieselbe Wirkung wie Verpfändung des Gutes selbst (§ 424 HBG) Forderungen: abhängig von Verhandlungsmacht und Imageaspekten
- Wirtschaftliche Anforderungen an Kreditsicherheiten: Wirtschaftlichkeit - Wirtschaftlichkeit der Sicherheiten abhängig von Sicherungsgegenstand: Maschinen, Vorräte und abgetretene Forderungen erscheinen - gerade aus Bankensicht - ungünstig, da unverhältnismäßig kostenintensiv Belegung von Kapazitäten bei Kreditgeber/bei der Bank für --> Eigene Bestellung, Verwaltung und Verwertung der Sicherheiten oder aber --> regelmäßige Kontrolle der Ausübung dieser Funktionen durch Dritte oder sogar Kreditnehmer - Fazit: " optimale Kreditsicherheit" abhängig von Gegebenheiten des Einzelfalls, i.d.R. wird Anknüpfung an Wertpapieren, Grundstücken und verpfändbaren Rohstoffen der an Forderungen, Maschinen und Lagerbeständen vorgezogen