Pädagogik der Lernförderung (Fach) / Voraussetzungen zum SSE (Lektion)
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Es geht darum wie Kinder sich schreiben und lesen aneignen.
Diese Lektion wurde von kaikasus erstellt.
- Beschreibe die veränderte Situation von gesprochener Sprache zu geschriebene Sprache! 6 - Gesprächspartner ist nicht anwesend - Schreibanlass und Motivation muss selbst hergestellt werden und ergibt sich nicht aus der kommunikativen Situation - Außersprachliche Ausdrucksmittel fehlen (Mimik, Gestik, Ironie) - grammatische Unvollständigkeiten sind beim Schreiben nicht zulässig - Bewusstmachung der Lautform der Wörter notwendig (PB) - Sprache ist stark abstrahiert
- Zähle die GPK-Regeln auf! Nenne je ein Beispiel! - das Graphem ist mehrdeutig (e in laufen, gehen, kann mind. zwei Phonemen zugeordnet werden) - Graphem ist mehrgliedrig (sch, tz) - Graphem ist mehrgliedrigem Phonem zugeordnet (x, z,) - Phonem kann mit mehreren Graphemen korrespondieren (eh, ee, e)
- Was ist das Wortkonzept? - Segementierung von Sätzen in Einzelwörter - alle Wörter müssen aufgeschrieben werden - Reihenfolge der gesprochenen Sprache entspricht der Reihenfolge der geschriebenen Sprache
- Welche Sprachnehmungsleistungen gibt es? Verbosensomotorische Fertigkeiten optisch-graphomotorische Differenzierungsfähigkeit phonematisch-akustische Differenzierungsfähigkeit kinästhetisch-artikulatorische Differenzierungsfähigkeit rhythmisch-strukturierende Differenzierungsfähigkeit
- Welche Einzelkompetenzen verbergen sich hinter den Verbosensomotorischen Fertigkeiten? - Koordination feinster Muskelbewegungen - Kinder spüren die Lage der Sprechwerkzeuge
- Welche Teilkompetenzen verbergen sich hinter der optisch-graphomotorischen Differenzierungsfähigkeit? Formkonstanz Figur-Grund-Unterscheidung Raumlage erkennen visuelles Gedächtnis Auge-Hand-Koordination
- Worauf gilt es zu achten, wenn man mit Kinder erste Worte und Texte lesen und schreiben will? - keine seltenen oder unbekannten Grapheme verwenden - individuell bedeutsame Grapheme (eigener Name) - Wörter mit 5-7 Buchstaben 2-3 Silben - einfache Konsonant-Vokal-Struktur - kurze Sätze - vertrauter Wortschatz - Interessen der Schüler berücksichtigen
- Was ist die phonematisch-akustische Differenzierungsfähigkeit? präzises Wahrnehmen der phonetischen Struktur eines Wortes - Geschwindigkeit der Verarbeitung akustischer Reize Auditive Wahrnehmungsstörungen: - Lautdiskriminierungsfähigkeit - lautliche Figur-Grund-Wahrnehmung - auditives Gedächtnis
- Wie kann die Phonematisch-akustische Differenzierungsfähigkeit geschult werden? - Verbesserung des Sprachverständnisses durch Sammeln von Wörtern einer Wortfamilie - Anlautübungen - silbisches Sprechen - Reime unterscheiden - Bewusstes Hören trainieren
- Was ist die kinästhetisch-artikulatorische Differenzierungsfähigkeit? - steht im Zusammenhang mit der phonematisch-akustischen Differenzierungsfähigkeit - Kinder speichern die Wörter, wie sie diese hören im Gedächtnis ab und schreiben sie entsprechend
- Welche drei zentralen Kompetenzen erwerben Kinder durch eine gute Lesesozialisation? - Schriftzeichen sind Symbole der gesprochenen Sprache - Kommunikative Funktion der Schrift - Konkrete Vorkenntnis, z.B. einzelne Buchstaben
- Beschreibe phonologische Bewusstheit! Phonologische Bewusstheit ist die Betrachtung der Wörter nicht mehr nach ihrer inhaltlichen Bedeutung, sondern nach ihrer lautlichen Form. Die PB bezieht sich im weiteren Sinne auf die Betrachtung von ganzen Silben oder Reimen. Die PB im engeren Sinne ermöglicht die Synthese und Betrachtung einzelner Phoneme in Wörtern. Die PB im engeren Sinne ist für das Schreiben notwendig damit die Kinder die einzelnen Phoneme eines Wortes synthetisieren und dann in Grapheme übersetzen.
- Bennene die Stufen der Schreibentwicklung nach Valtin! Kritzeln Buchstabenreihen malen Schreiben von Lautelementen Phonetische Schreibungen Verwendung orthographischer Muster entfaltete orthographische Kenntnisse
- Nenne die Stufen der Leseentwicklung nach Valtin Als-ob-Vorlesen Erraten von Wörtern Benennen von Lautelementen Buchstabenweises Erlesen Fortgeschrittenes Lesen Automatisiertes Worterkennen und Hypothesenbildung
- Welche wesentlichen Merkmale der Schrift eigenen sich Kinder in der Phase des Kritzelns an? - lineare Anordnung - Horizontale Schreibrichtung - Schreibrichtung - Regelmäßige Wellenlinien - Wiederholung und Variationen von Grundform - Kriterien der einzelnen Schriftzeichen (offen, geschlossen, gerade, gekrümt) - Vorstellung gewinnen was Schreiben bedeutet - Ausbildung motorischer Grundfertigkeiten - Auge-Hand-Koordination
- Was passiert auf der Stufe Buchstaben malen? - Abschreiben und Nachspuren von Buchstaben - Lautwert der Buchstaben hat keine Bedeutung - Entwicklung einer Ideen und Bilderschrift
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- Was passiert auf der Stufe "Schreiben von Lautelementen"? - Erkennen der Phonem-Graphem-Beziehung - Phonologische Bewusstheit wird klar - Schreibung des Anfangsphonems - prägnante Phoneme werden verschriftet - Skelettschreibung - in Sätzen werden nicht alle Wörter verschriftet - unterschiedliche Schreibung der Wörter zeigt aktiven Aneignungsprozess
- Was passiert auf der Stufe der phonetischen Schreibungen? - alle gesprochenen Laute werden notiert - übergenaues hinhören und verschriften (Biar statt Bier) - Orientierung an Umgangssprache und Dialekt - Entwicklung des Wortkonzepts
- Was passiert auf der Stufe der Verwendung orthographischer Muster? - Erkennen der Endsilbe -er - Anfügen des - e - Auslautverhärtung wird bewusst richtig geschrieben - Übergeneralisierungen
- Was tun Kinder beim "als-ob-vorlesen"? - Kinder erfinden Geschichten - Sprache und Betonung ist anders als beim freien Erzählen
- Was können Kinder auf der Stufe "Erraten von Wörtern"? - Kinder orientieren sich an markanten Merkmalen der Wörter - Bilder und Symbollesen - keine Einsicht in Graphem-Phonem-Korrespondenz - Schrift kann von anderen graphischen Zeichen unterschieden werden - Semantisch ähnliche Wortersetzungen
- Was können Kinder auf der Stufe "Benennen von Lautelementen"? - erste Einsicht in den Phonembezug - Orientierung am Anfangsgraphem - wenige vertraute Wörter können unterschieden werden
- Was können die Kinder auf der Stufe "Buchstabenweises Erlesen"? - Grapheme werden sukzessive in Phoneme übersetzt und synthetisiert - Bedeutungsentschlüsselung gerät noch in den Hintergrund, weil alle Aufmerksamkeit auf den Syntheseprozess gerichtet ist - erkennen von häufigen Graphemgruppen und Wörtern
- Stufe: Fortgeschrittenes Lesen - funktionale Einheiten, häufige Endungen, Silben werden sofort erkannt - Beschleunigung des Syntheseprozess
- Welche Möglichkeiten gibt es die Lesesozialisation zu fördern? Kindergedichte und Lieder als Mittel der Kommunikation feste Vorlesezeiten in der Schule durch den Lehrer oder einen kompetenten Schüler z.B. in der Frühstückspause Behandlung aktueller Kinderliteratur Eigene Klassenbücherei oder Bücherkiste zu den im Sachunterricht behandelten Themen Zeit und Raum geben, damit die Schüler sich frei, ihrem Niveau entsprechend mit den Büchern auseinandersetzen Kinder stellen ihre Lieblingsbücher vor (darauf achten, dass die Kinder Zugang zu Büchern haben) Vorlesegespräche
- Wie kann man die PB fördern? - Lautgebärden und Handzeichen, die Aufmerksamkeit auf die Aussprache lenken - Artikulation einzelner Buchstaben im Spiegel beobachten (a, f) - Minimalpaaren und Reimwörtern - Silbensegmentierung
- Was ist die rhythmisch-strukturierende Differenzierungsfähigkeit? Sprache ist rythmisch und melodisch. Richtige Melodie der Wörter wichtig: BlumentoPferde Betonung im Satz semantisch bedeutsam: Meine MUTTER schläft
- Was können die Kinder auf der Stufe "Automatisiertes Worterkennen und Hypothesenbildung" - Aufmerksamkeit auf Inhalt gelenkt - Hypothesen aufgrund des Kontextes werden gebildet - Erahnen der Verbendungen aufgrund grammatischer Strukturen
- Wie kommt es zu LRS aufgrund von Schule? LRS- Kinder befinden sich länger auf den einzelnen Stufen des SSE durch ein Passungsproblem von Lernvoraussetzungen und angebotenen Lerninhalt kommt es zu Misserfolgserlebnissen und Motivationsabfall
- Welche unangemessenen und verkürzten Lernstrategien setzen LRS-Kinder ein? - Wie merkst du dir ein schweres Wort? beim Üben werden wenige Sinne werden angesprochen (lesen und behalten) sprechmotorische Lösung: ich lese es langsam Regelbildung: Woher weißt du das ein Wort groß geschrieben wird? - starres Regelverwenden, (wenn der, die das davor steht) - Regeln mit privater Logik (wenn ein Begleiter davor steht: sie Zerreißt) Unangemessene Lesestrategien - nur Buchstabenweises erlesen - Schwierigkeiten beim Segmentieren von Silben - Kinder korrigieren sich seltener - keine Orientierung an syntaktischen oder semantischen Hinweisen
- Welche Besonderheiten der Schülerschaft PDL ist beim SSE zu beachten? hoher Anteil von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache, darum können sie sich nicht syntaktischer Hinweise als Hilfe bedienen L-Schule ist in Abgrenzung zu Volksschule entstanden, dort wird mittelschichtsorientierte Lesesozialisation vorausgesetzt, dieser Maßstab kann an L-Schulen nicht angesetzt werden niedriger sozioökonomischer Status verhindert u.U. eine umfängliche Lesesozialisation Hart und Riseley sprechen von 30-million-word-gab, d.h. die L-Schüler haben häufig weniger Sprecherfahrung, kleineren Wortschatz, qualitativ ist die Sprache eher von Tadel und Anweisung geprägt. Der freie meinungsäußernde Umgang mit Sprache wird in den oberen Schichten stärker gefördert
