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Organizational Behavior (Fach) / I Organisation und organisationales Verhalten (Lektion)
I Organisation und organisationales Verhalten
Diese Lektion wurde von hannemac erstellt.
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- Es existieren vier grundsätzliche Typen von Verstärkungsplänen (partielle Verstärkung) § Feste Quotenpläne: bewirken hohe Raten des erwünschten Verhaltens § Variable Quotenpläne: bewirken hohe Raten des erwünschten Verhaltens bei hoher Löschungsresistenz § Feste Intervallpläne: ungleiche Verhaltensmuster, die sich nur langsam nach der Verstärkung zeigen, dann aber abrupt und intensiv einer Verstärkung vorangehen § Variable Intervallpläne: bewirken hohe Raten des erwünschten Verhaltens bei hoher Löschungsresistenz § Gehaltszahlung, Prämienzahlungen, Akkordbezahlungen
- Definition: Shaping das Erlernen eines komplexeren Verhaltens im Zuge einer schrittweisen Annäherung an dieses Verhalten.
- Formen des Verlernens § Exstinktion: folgt auf ein Verhalten längere Zeit keine Verstärkung mehr, wird dieses Verhalten gelöscht § Kontrakonditionierung: in dem die ursprüngliche Reaktion nicht mehr verstärkt wird und zugleich die neue Reaktion systematisch durch Verstärker bekräftigt wird § Bestrafung: Auftreten negativer Reize oder der bewusste Entzug positiver Reize; führt zu einer Abnahme der Häufigkeit des damit verbundenen Verhaltens; schnell und gezielt erfolgte Bestrafung erweist sich als geeignet, unerwünschtes Verhalten massiv zu unterbinden; weist unerwünschte Effekte auf z.B. Angst gegenüber der strafenden Person
- Grundsätze der Bestrafung § Schnell und kurz § Unmittelbar nach dem unerwünschten Verhalten § In ihrer Intensität begrenzt § Sollte speziell auf Verhalten bezogen sein § Auf den Kontext begrenzt sein § Konsistent allen Organisationsmitgliedern gegenüber § Keine unklaren bzw. vermischten Nachrichten § In Form der Entziehung von Belohnung
- Kritik des Behaviorismus § Biologische Grundlagen des Verhaltens werden nicht berücksichtigt § Mechanistische Sichtweise § Konsequente methodische Ausklammerung kognitiver Elemente § Erklärungsnot
- Sozialer Kognitivismus Kognitive Wende: verstärkte Bemühungen, den Beitrag der Kognitionen innerhalb der Verhaltenspsychologie zu erforschen und in einem gebührenden Maße zu bestimmen. Auslöser: große Geschwindigkeit, mit der Menschen manche Verhaltensweisen erlernen; Komplexität menschlichen Verhaltens; dass der Erwerb von Sprache nur aufgrund bereits vorhandener kognitiver Strukturen, die dem Menschen angeboren sind, möglich ist Die kognitionstheoretische Grundposition begreift den Lernenden als ein äußere Reize aktiv und selbständig verarbeitendes Individuum. Jegliches Verhalten wird als abhängig von Denkvorgängen bzw. Reflexion begriffen. Zwischen Umweltereignissen (Reizen) und Verhalten (Reaktionen) treten kognitive Repräsentationen der Außenwelt.
- Definition: Kognition jede mentale Aktivität, welche zur Repräsentation und Verarbeitung von Wissen eingesetzt wird.
- Lernen durch Imitation Für Bandura scheint offensichtlich, dass Menschen ohne die Fähigkeit zur Beobachtung und Imitation überhaupt nicht im Stande sind, komplexe Verhaltensweisen (Normen, Fertigkeiten, Kunst, Sprache) zu erlenen.
- Definition: Nachahmung eine Handlung, mit der eine zuvor beobachtete Handlung eines Vorbildes ausgeführt wird.
- Besonderen Einfluss erlangt ein Modell dann für einen Beobachter, wenn: § Für den Beobachter zu erkennen ist, dass aus dem Verhalten verstärkende Konsequenzen resultieren § Das Modell als positiv wahrgenommen und bewertet wird § Ähnlichkeiten vorhanden sind § Die Aufmerksamkeit des Beobachters auf das Verhalten des Modells Belohnung erfährt § Das Verhalten des Modells deutlich wahrnehmbar und salient ist § Die Möglichkeit besteht das Verhalten zu imitieren
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- Lerneffekte des Beobachters § Aneignung neuer Deutungs-, Wert- und Handlungsmuster § Hemmung bzw. Enthemmung bereits gelernter Muster § Reaktionserleichterungen § Auslösen ähnlichen Verhaltens § Veränderungen des eigenen emotionalen Erregungsniveaus § Stimulusintensivierungen
- Teilprozesse des Beobachtungslernen Die sozialkognitive Theorie verbindet die beiden behavioristischen Ansätze mit der Annahme kognitiver Vermittlungsprozesse. Der Lernprozess gestaltet sich als sequenzielle Folge von vier Teilschritten, die wiederum zwei grundlegenden Phasen, der sogenannten Aneignungsphase und der sogenannten Ausführungsphase zugeordnet werden können. Phase der Aneignung (Aufmerksamkeit + Behalten) : Fähigkeit des Beobachters; in dieser eigentlichen Lernphase muss weder eine Bekräftigung noch eine Verhaltensäußerung des Beobachters hinzukommen. Phase der Ausführung (Produktion + Motivation): Imitation, Korrektur, Motivation
- Bandura unterscheidet drei Verhaltenskontrollsysteme § Stimuluskontrolle – Verhalten, das unmittelbar unter der Kontrolle von Stimuli steht § Ergebniskontrolle – Verhalten, das eher unter Kontrolle seiner Konsequenzen steht § Symbolische Kontrolle – durch internale, kognitive Prozesse (innere Regeln)
- Definition: Selbstwirksamkeit Stärke der eigenen Überzeugung, dass man mit einem einer Situation, angepassten Verhalten eine angemessene Leistung erbringen kann
- Quellen der Selbstwirksamkeitsinformation Individuelle Verhaltensauswirkungen, Indirekte Erfahrung, Verbale Überredung, Körperliche Verfasstheit
- Lernkonzept Guided Mastery Organisationen, die neuen Mitarbeitern angeleitetes erfolgslernen vermitteln, effiziente Mitarbeiter als Vorbilder an die Seite stellen und Leistungsrückmeldungen geben, tragen deutlich zur Erhöhung der Selbstwirksamkeitseinschätzungen dieser Mitarbeiter bei. Lernkonzept Guided Mastery: § Instruktives Modellverhalten: komplexe Fähigkeiten werden in einfachere Fähigkeiten zerlegt, die digital aufgezeichnet und den Lernenden anhand von Modellen präsentiert werden. § Gesteuerte Fähigkeitsverbesserung: zur Unterstützung des Feedbacks, das stets den Anspruch der Informativität zu erfüllen hat, können z.B. Videoaufzeichnungen herangezogen werden. § Transfertraining durch selbstbezogenen Erfolg: neu erworbene Fähigkeiten in Organisationen sollten zunächst in solchen Situationen eingesetzt werden, in denen die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Umsetzens des Verhaltens relativ hoch erscheint.
- Kritik der sozialkognitiven Theorie § Genetische und emotionale Aspekte des Verhaltens werden kaum berücksichtigt, obwohl Kognition und Emotion ein hohes Maß an Interdependenz aufweist § Vernachlässigt wird zudem die Erforschung der Qualitäten und Eigenschaften der Modelle § Einwand der Übergeneralisierung; experimentell wurden nur wenige Altersstufen überprüft § Eine wichtige Brücke zwischen behavioristischen und kognitiven Theorien
- Merkmale des entscheidungsprozessorientierten Ansatzes § Organisationale Entscheidungen sind durch eine Vielzahl unterschiedlicher Interessen geprägt; Entscheidungsprozesse führen daher immer nur zu Quasi-Konfliktlösungen (Kompromissen) § Notwendigkeit einer Entscheidung ist kein Datum, sondern ein Wahrnehmungsproblem § Wenig rationale Alternativensuche § Entscheidungen werden weiniger an langfristigen Zielen ausgerichtet; häufig nur kurzfristige Perspektive § Das Problem der Ungewissheit der Zukunft bleibt im Entscheidungsverhalten häufig ausgeblendet § Schließlich wird von den Entscheidungsbeteiligten auch kein optimaler, sondern lediglich ein zufrieden stellender Zustand angestrebt § Lernprozesse finden bestenfalls in kleinen Schritten statt
- Überblick - entscheidungslogischer Ansatz Der entscheidungslogische Ansatz interpretiert die Organisation nicht als Maschine (Weber, Taylor) oder Organismus (Human Relations-Ansatz), sondern als ein System, in welchem fortlaufend Entscheidungengetroffen werden. Das Ziel des Ansatzes besteht darin, diese Entscheidungen bzw. die ihnen zugrunde liegenden Prozesse zu optimieren, womit dem Ansatz ein eindeutig präskriptiver (normativer) Charakter zukommt. Ausgangspunkt des entscheidungslogischen Ansatzes ist die Bestimmung des Organisationszieles, welches letztlich darin besteht, den Barwert der erwarteten Erfolge (den Wert) der Unternehmung zu maximieren. Die Realisierung dieses Zieles hängt von der Qualität der Summe aller Einzelentscheidungen ab, weil alle Organisationsmitglieder relevante Entscheidungen bezüglich des Organisationszieles treffen.
- Institutionalisierte Mythen jene Elemente, die von Anspruchsgruppen in der Umwelt als rationale Mittel zur Erreichung bestimmter Zwecke angesehen werden, und zwar unabhängig von deren Auswirkungen auf die Effizienz der Produktions- und Tauschprozesse der Organisation (z.B. elektronische Datenverarbeitung, Total Quality Management, Diversity Management).
- Institutioneller Isomorphismus Annahme, dass Organisationen die mit der gleichen institutionellen Umwelt konfrontiert sind bzw. sich im gleichen organisationalen Feld bewegen, sich in struktureller Hinsicht immer weiter annähern und schließlich das Studium der so genannten Isomorphie (Strukturgleichheit) erreichen. Wesentlich ist dabei, dass diese Strukturgleichheit nicht aus der technischen Umwelt herrührt, sondern institutionell begründet ist.