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Emotion und Motivation (Fach) / Motivation (Lektion)
Vorlesung Teil 1: basierend auf den Lehrbüchern von Mook, Geen und Heckhausen
zum Thema Motivation und Handeln
Diese Lektion wurde von Fubuki erstellt.
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- Lewin: Auflösung der Konflikte Annäherung-Annäherung: Zufallsschwankung erzeugt Asymmetrie in psychologischer Distanz, Reduktion der Kraft eines Objekts, automatisch weitere Annäherung an anderes Vermeidung-Vermeidung: häufig keine Auflösung, sondern Lähmung Annäherung-Vermeidung: initiales Hin- und Her-Pendeln wird aufgelöst durch Annahme eines Annäherungsgradienten, der für Annäherungstendenze schwächer und Vermeidungstendenzen stärker mit Nähe zum Ziel zunimmt, alternativ: Verschiebung (v.a. bei Sanktionierung)
- Unterschiede in Annäherungs- und Vermeidungsgradient = Auflösung des Annäherungs-Vermdeidungskonflikts Vermeidungsgradient steiler als Annäherungsgradient nach Miller Entstehung durch externe Furchtsignale in der Nähe aversiver Objekte: Aktivierung sekundärer Furcht Annäherungstendenzen im Gegensatz dazu relativ unabhängig von Entfernung zum Objekt, da Bedürfniszustände weniger leicht auf externe Hinweisreize konditioniert werden können
- ökonomische Nutzenmaximierung jedem Handlungsergebnis x --> Nutzenwert u(x) --> Präferenz ergibt sich aus grötem subjekivem Nutzenwert fehlerfreie Rekonstruktion subjektiver Vorlieben durch Nutzenfunktion Präferenz = inhaltsleer, einzige Bedingung: Erfüllen der Rationalitätsaxiome
- Prospect Theory prospect = Verhaltensoption + zugehörige mögliche Ereignisse und deren Wahrscheinlichkeiten entspricht Psychophysik: psychophsyische Funktion beschrebt Zusammenhang von subjektiver Wahrnehmung des Werts und objektiver Reizstärke
- Verletzung der Rationalitätsaxiome Framing-Effekte kontextuelle Einflüsse (Werbung) Kontrast-Effekte Entscheidungen unter Unsicherheit (insbesondere auch subjektive Verzerrung von Wahrscheinlichkeiten)
- Spieltheorie: mögliche Strategien Ausschluss aller Handlungsoptionen, die von einer anderen dominiert werden (sequentieller Vorgang: nach Elimination 1 Option können u.U. weitere ausgeschlossen werden) Identifikation von equilibria = Punkt an dem Abweichung von Entscheidung für keinen Spieler lohnend
- Spieltheorie: bekannte "Spiele" Gefangenendilemma (free rider Problem) Superspiele (Partnerwahl) game of chickens (politisch-militärische Entscheidungsfindung)
- Grenzen von Nutzenmaximierungs- und Spieltheorien Mitleid, Neid und Missgunst satisficing statt Maximierung Fairness und Gerechtigkeitsnormen (auch uter anonymisierten Bedingungen) selbstschädigendes Verhalten Rationaität wird auf Auswahl geeigneter Mittel beschränkt Lebensziele und charakterliche Wertigkeit nicht beactet
- melioration theory (Herrnstein) Modell zur Erklärung von Suchtverhalten/ wiederkehrende Entscheidungen Häufigkeit des Auftretens eines Verhaltens wird bei Kalkulation seines Nutzens mit einberechnet Wahlverhalten pendelt sich an der Stelle ein, an der die Alternativen den gleichen Nutzen aufweisen dabei wird NICHT das Optimum an mittlerem Gesamtnutzen erreicht
- Selbstwirksamkeit Wirksamkeitserwartung = Zutrauen in die eigene Fähigkeit, die Handlung erfolgreich auszuführen abzugrenzen von Handlungs-ergebnis-Erwartungen und diesen vorangestellt Unterscheidung: (Situations-)spezifische, basierend auf Erfahrung und in bekannten Situationen als Maßstab generalisierte, abstrakte Überzeugung als Teil der Persönlichkeit, Maßstab bei unbekannten Situationen, z.B. internale vs. externale Kontrollüberzeugung
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- Vroom: Prozessmodell fasst Valenz-, Hanldungs- und Ausführungsmodell zusammen von "außen" stammende Variablen: Anreiz und Instrumentalität der Handlungsfolgen Erwartung bezüglich des Ergebnisniveaus Fähigkeiten im Modell selbst kalkulierte Variablen: Valenz des Handlungsergebnisses psychologische Kraft
- Leistungsmotivation: Definition Verhalten = leistungsmotiviert, wenn Auseinandersetzung mit Tüchtigkeitsmaßstab und Antrieb von der Person selbst ausgeht Bedeutungskern Tüchtigkeit: Arbeit, Lernen, Wissen
- Leistungsmotivation: Voraussetzungen bislang nur bei Menschen nachgewiesen Selbstbewertung: Erfolg und Misserfolg - Herkunft: Gewinn vs. Verlust eines wertgeschätzten Objekts selbstbewertende Emotionen (Stolz vs. Beschämung) - Herkunft: Dominanz vs. Submission daraus folgt: Intelligenzalter ca. 3,5 Jahre
- Leistungsmotivation: direkte Messung standardisierte Frageböge problematisch, da verfälscht durch soziale Erwünschtheit verzerrt mangelnde Zugänglichkeit des Motivs für Probanden selbst
- Leistungsmotivation: indirekte Messung TAT: projektiver Bilder-Geschichten Test Ansprechen der Motivthematik, Messung der leistungsthematischen Einstfung der Geschichte: 1 Pkt für Nennung Tüchtigkeitsmastab oder herausragender Leistungen 0 Pkte wenn nur Fernziele benannt werden -1 Pkt wenn andere Thematik angesprochen Summe der Punkte = nAch = angeregeter momentaner Zustand der Leistungsmotivation
- nAch: Differenzierung Zeigarnik-Effekt bei hohem nAch zeigt sich bekanntes Muster - je höher die Aktivierung des LM, desto stärke der Effekt bei niedrigem nAch dagegen zeigt sich umgekehrter Effekt: Erklärung nach Atkinson ist Angst vor Misserfolgen (bzw. Verhalten als ob misserfolgsängstlich)
- TAT-Modifikation nach Heckhausen Messung von HE und FM: je 3 Bilder legen Erfolg bzw. Misserfolg nahe für jedes Bild werden Punkte für Nennung aus 6 (HE) oder 7(FM) Inhaltskategorien verrechnet Differenz der Summenwerte aller Punkte der HE und FM Kategorien ergibt "Netto-Hoffnung"
- Valenzgradienten bei LM Je größer HE, desto stärker werden (Miss)Erfolge mit steigendem Schwierigkeitsgrad gewichtet Je größer FM, desto stärker werden Misserfolge bei leichten Aufgaben gewichtet Risikowahlmodell gilt nur für Bewertungen nach individuellen Leistungsmaßstäben ausschließlich TAT-Werte sind prädiktiv für Valenz von Erfolg und Misserfolg bei normativer Leistungsbewertung entspricht Valenz der Fähigkeitseinschätzung: Erfolg und Misserflog weisen gleich starke Valenzgradienten auf
- soziale Herkunft: Einfluss auf LM nur HE steigt mit steigendem SES FM scheint unabhängig von SES zu sein Gesamtmotivation in Oberschicht auffällig erhöht
- Kriterien zur Evaluierung des Risikowahl-Modells Wahlentscheidung (als Produkt von Anreiz und Erwartung) Ausdauer (kontinuierliche Beschäftigung, Wiederaufnahme oder langfristiges Bestreben) Leistungsergebnisse? (Menge --> ja! vs. Güte --> bedingt der Leistung, Effizienz)
- Risikowahlmodell Handlungstendenz = Anreiz( = Wert) x Erwartung (Wahrscheinlichkeit) x Motiv Motiv bestimmt Richtung der Handlungstendenz: HE = Annäherung, Suche nach Erfolg FM = Vermeidung von Misserfolg
- Risikowahlmodell: Defizite Präferenzmaximum liegt etwas unter W = 0.5 Vermeidungstendenz der W = 0.5 von Misserfolgsorientierten nicht so ausgeprägt wie vorhergesagt Welche Vermeidungstendenz wählen Misserfolgsmotivierte - zu schwierige oder zu einfache Aufgaben?
- Korrumpierungseffekt tritt auf wenn: - Tätigkeit an sich schon gern ausgeführt wird - materielle Belohnung gemacht wird- wenn Belohnung erwartet wird Vergleich: Crespis Experiment zu relativem Anreizwert
- Kritik an E x W - Modellen zu objektivistisch: Annahme, alle Infos würden von Handelnden berücksichtigt ist kognitionspsychologisch nicht haltbar übergeneralisierung des Zusammenhangs von Erwartung und Wert (zeigt sich so nur bei knappen Gütern) zu rationalistisch: Erwartung und Wert werden einfach nicht immer voll und gleichwertig verrechnet und integriert unangemessene Formalisierung: angewendete Algorithmen entsprechen nicht den niedrigen Skalenniveaus der Variablen zu universalistisch: interindividuelle Unterschiede werden lediglich als Fehlervarianz betrachtet