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Psychologie (Fach) / Lernen (Lektion)

Allgemeine Psychologie II

Diese Lektion wurde von anle91 erstellt.

Lektion lernen

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  • Sie kennen Alltagsbeispiele für FR und VR-Pläne (Je eine Aussage). FR-Plan: Ein Tischler bekommt nach z.B. 10 Tischen eine Pause oder einen bestimmten Geldbetrag. VR-Plan: Ein Teilnehmer einer Verlosung oder Lotterie weiß zwar nicht, wie viele Lose er kaufen muss, um den nächsten Gewinn zu erhalten, aber er weiß, dass die Häufigkeit des Gewinns von der Anzahl an gekauften Losen abhängt (je mehr Lose er kauft, desto häufiger erhält er im Durchschnitt einen Gewinn).
  • Sie wissen, was eine Token-Economy ist. Unter Token Economy versteht man ein Belohnungssystem. Bei erwünschtem Verhalten erhält man Tokens, die dann gegen primäre Verstärker (z.B. Nahrungsmittel und Luxusgüter) eingetauscht werden können.
  • Sie können Verstärkung von Bestrafung abgrenzen (1 Satz)./ Sie können negative und positive Verstärkung (bzw. Typ I und Typ II Bestrafung) abgrenzen (1 Satz). Unter Verstärkung versteht man ein Ereignis, das die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens erhöht, indem entweder ein positiver Reiz präsentiert (positive Verstärkung) oder ein negativer Reiz entfernt wird (negative Verstärkung). Unter Bestrafung versteht man ein Ereignis, das die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens verringert, indem entweder ein negativer Reiz präsentiert (Bestrafung Typ I) oder ein positiver Reiz entfernt wird (Bestrafung Typ II)
  • Sie kennen das Vermeidungsparadox; Sie können die lerntheoretische und die kognitive Erklärung skizzieren (3 Sätze). Das Vermeidungsparadox ist die Frage, warum Tiere ein Verhalten aufrechterhalten, das nur einmal verstärkt wurde bzw. wie das Nicht-Eintreten einer Konsequenz verstärkend wirken kann. lerntheoretische Erklärung: 1. Phase: klassische Konditionierung (Angst wird zur CR) 2. Phase: operante Konditionierung (negative Verstärkung durch Flucht vor angstauslösendem CS, wobei Vermeidung in Flucht umdefiniert wird) kognitive Erklärung: es sind zwei Erwartungen entscheidend: die Erwartung des Schocks nach Fluchtverhalten ist 0 (E1) und die Erwartung des Schocks ohne Fluchtverhalten ist 1 (E2) es wird die Alternative gewählt, die mit möglichst hoher Wahrscheinlichkeit ein möglichst positives Ergebnis erzielt E1 ist besser als E2, daher wird Vermeidung ausgeführt eine Erwartung wird erst gelöscht, wenn etwas Diskrepantes passiert
  • Sie wissen, was Flooding ist, und warum/wogegen Flooding nach der Lerntheorie helfen soll (2-3 Sätze). Beim Flooding wird eine VP gezwungen, in einer Situation mit einem angstauslösenden Stimulus zu verharren, sodass sie keine Vermeidungsreaktion ausführen kann. Ziel ist, dass das Vermeidungsverhalten in Zukunft verschwindet, weil die konditionierte Angstreaktion gelöscht wurde. Flooding findet in der Verhaltenstherapie Anwendung, z.B. bei Arachnophobie.
  • Sie wissen, wie gelernte Hilflosigkeit hervorgerufen werden kann und wie sie sich äußert (2-4 Sätze). Gelernte Hilflosigkeit bezeichnet eine Minderung der Fähigkeit, eine Vermeidungsreaktion zu erlernen, die auftritt, nachdem ein Individuum unvermeidbaren aversiven Reizen ausgesetzt wurde. In einem Experiment wurden Hunde zunächst Elektroschocks ausgesetzt, ohne die Möglichkeit, der Situation zu entfliehen. In einer zweiten Versuchsanordnung, in der sie hätten fliehen können, versuchten die Hunde es gar nicht erst, da sie erwarteten, dass sich ihr Verhalten nicht auf die aversiven Ereignisse auswirkt.
  • Erklärung des instrumentellen Lernens. Welche drei Argumente sprechen gegen Thorndikes „Law of effect“ (3 Sätze)? Das "Law of Effect" besagt, dass eine Belohnung zu einer Stärkung der S-R-Verknüpfung und eine Bestrafung zu einer Schwächung der S-R-Verknüpfung führt. Viele Ergebnisse sprechen gegen diese Erklärung: latentes Lernen zeigt, dass Verstärkung für Lernen nicht notwendig ist Kontrasteffekte zeigen, dass insbesondere R-S-Erwartungen gelernt werden viele Experimente sprechen für den Erwerb von S-S-Erwartungen
  • Sie kennen das Experiment von Tolman & Honzik (1930) zum latenten Lernen (UV, AV, Ergebnis), und die anschließende Unterscheidung von Kompetenz und Performanz. Ratten liefen 17 Tage lang einmal pro Tag durch ein Labyrinth AV: Fehlerrate (wie oft Ratte in Sackgasse läuft) UV: Futtergabe bei Erreichen der Zielbox mit 3 Gruppen (Gruppe 1 bekam kein Futter, Gruppe 2 bekam jeden Tag Futter, Gruppe 3 bekam erst ab Tag 12 Futter) Ergebnisse: Gruppe 1 verbesserte sich auch ohne Verstärkung, Gruppe 2 zeigte bessere Leistung als Gruppe 1, Gruppe 3 verbesserte sich erst wie Gruppe 1, dann aber abrupte Verhaltensänderung und wenig Fehler nach Futtergabe Schlussfolgerung: Gruppe 3 erwarb ohne Futtergabe Kompetenz durch latentes Lernen, die Perfomanz zeigte sich aber erst nach Verstärkung, somit ist Verstärkung nicht notwendig für Lernen
  • Sie kennen Belege für die Entstehung von S-S Assoziationen (3 Punkte). Lernen ohne Verhalten: Ratten lernen auch die Position einer Futterbox, wenn sie zuvor nie dorthingelaufen sind, sondern nur abgesetzt worden waren Verhaltensäquivalenz: Ratten, die mit einem Wagen durch ein Labyrinth gezogen wurden, laufen auch in die Zielbox und Ratten, die für das Durchlaufen des Labyrinths verstärkt wurden, schwimmen zur Zielbox nach einer Flutung des Labyrinths Autoshaping: Tauben erhielten ein Scheibenlicht als CS und eine Futterpille als US, sie entwickelten ein (unnötiges) Scheibenpicken, da sie offenbar die Scheibe mit dem Futter assoziierten (S-S-Lernen)
  • Sie kennen Beispiele für Imitation bei Tieren (1-2 Sätze). Affen übernehmen Goldwäschermethode, um Körner vom Sand zu trennen Vögel lernen das Aufpicken des Aluminiumdeckels einer Milchflasche
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  • Was ist der Unterschied zwischen social facilitation, Mimikry und echter Imitation (ein Satz)? Bei der social facilitation wird ein Verhalten in einer Gruppe häufiger/besser ausgeführt als allein, bei Mimikry wird ein Verhalten wiederholt, ohne dabei ein Ziel zu verfolgen, während bei der echten Imitation eine Handlung übernommen wird, um selbst das zugehörige Handlungsziel zu erreichen.
  • Sie kennen das Experiment von Meltzoff und Moore (1977) in den Grundzügen (2-3 Sätze). Sie untersuchten Imitation bei Babys zwischen 12 und 21 Tagen und Neugeborenen zwischen 0,7 und 71 Stunden. Sie stellten fest, dass die Kinder in der Lage waren, Mundöffnen, Zunge rausstrecken und Fingerbewegungen zu imitieren.
  • Sie können etwas mit dem Begriff "Spiegelneuronen" anfangen und wissen, welche Art von Lernen sie evtl. erklären können und wie (2-3 Sätze). Rizzolatti et al. fanden so genannte Spiegelneurone im prämotorischen Cortex von Affen. Diese Neurone feuern kurz vor einer bestimmten Bewegung (z.B. eine Erdnuss nehmen und essen), aber auch, wenn die Bewegung nur beobachtet wird (allerdings nicht bei Erdnuss ohne Bewegung oder Bewegung ohne Erdnuss). Sie können Imitationslernen erklären.
  • Sie kennen Miller & Dollards (1941) Erklärung von Imitation als erworbene Dreifachkontingenz (1 Satz). Miller und Dollard analysierten Imitation als Dreifachkontingenz mit dem Verhalten des Modells als Hinweisreiz, der Imitation des Modells als Verhalten und Lob oder Belohnung als Verstärkung.
  • Sie kennen Banduras Kritik an dieser Interpretation (2 Aussagen). (Miller und Dollards Erklärung von Imitation als Dreifachkontingenz) Bandura kritiserte, dass Verhalten häufig nicht sofort nach der Beobachtung imitiert wird und dass die Imitation häufig nicht verstärkt wird.
  • Sie kennen in den Grundzügen das typische Vorgehen von Bandura in den Experimenten mit der Puppe Bobo. Welche UVs kennen Sie (2-3 Sätze)? 4-Jährige sahen einen Kurzfilm, in dem ein Erwachsener vier neuartige aggressive Verhaltensweisen gegen die Puppe "Bobo" ausführt. Es gab 3 Gruppen, in einer wurde der Erwachsene belohnt, in einer wurde er bestraft und in einer gab es keine Konsequenzen. Imitatives Verhalten wurde in der ersten Gruppe mehr gezeigt als in den beiden anderen, sodass die beobachteten Konsequenzen des Verhaltens ausschlaggebend für die Perfomanz waren. Wurde den Kindern anschließend eine Belohnung versprochen, zeigten alle Kinder das aggressive Verhalten, sodass alle die Kompetenz erworben haben.
  • Sie wissen, welche vier Prozesse nach Banduras Theorie am Modellernen beteiligt sind und wie. Aneignungsphase: Aufmerksamkeit (salientes Modell) Gedächtnis (Kodierung und Wiederholung) Ausführungsphase: Reproduktion (körperliche Fähigkeiten und Feedback) Motivation (Verstärkung) Das "Können" umfasst nur die ersten drei Prozesse, für die Ausführung müssen Motivationsprozesse hinzukommen.