EBWL (Fach) / Wissenschaftsprogramme in der BWL (Lektion)

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Bea, F.X./Schweitzer, M. (Hrsg.): a.a.O., S. 94-162 (9. Auflage, S. 96-164).

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  • Ältere Leitideen Schmalenbach : BWL als Kunstlehre 1912 Rieger : Privatwirtschaftslehre 1928 Niklisch : BWL als "ethisch-normative Wissenschaft" 1920
  • Schmalenbach - BWL als Kunstlehre 1912 Kunstlehre technologische Orientierung, Verahrensregeln für die Praxis, praktisch normativ Praxis setzt Ziele, sagt wo es hingehen soll BWL stellt die MIttel zur Verfügung Idee der Wirtschaftlichkeit sparsame Mittelverwendung Betrieb |= Unternehmen Einführung des Namens "Betriebswirtschaftslehre" Inhaltlicher Schwerpunkt Bilanzierung, Finanzierung und Kostenrechnung Ansatz war beschreibend/deskriptiv
  • Rieger Privatwirtschaftslehre 1928 Theoretische Orientierung Erklärung wirtschaftlichen Handelns implizit : Posttulat der Wertfreiheit Wissenschaft kann nicht über Ziele entscheiden  Idee der Rentabilität: Die Unternehmung als Geldfabrik Gewinnmaximierung (Mittel zum Zweck --> Granaten, Leggings hauptsache Gewinn) Gewinnstreben als alleiniges Merkmal -> Bezug Kapitalismus  
  • Niklisch BWL als ethisch normative Wissenschaft 1920 Ethische Orientierung Sozialphilosophie ist notwendig Menschenbild : geistiges Wesen mit Bedürfnis nach Erhaltung,Gestaltung und Freiheit BWL : aus ethischen Grundwerten Normen für wirtschaftliches Handeln ableiten und Betriebe daran ausrichten Idee der Betriebsgemeinschaft Betriebe als Sozialgebilde
  • BWL als angewandte Mikroökonomie Gutenberg 1951 : faktortheoretischer Ansatz (sytemindifferent) Leitidee :  der produktionstechnische Standpunkt (Produktionsfunktion steht im Mittelpunkt) Bwl als Wissenschaft von den Produktivitätsbeziehungen (Input-Output) Unternehmen als Produktionsfunktion substitutional vs. limititational System der produktiven Faktoren Elementarfaktoren Werkstoffe (Ausgangs und Grundstoffe) Betriebsmittel (technische Apparatur ausführende Tätigkeit
  • BWL als angewandte Mikroökonomie Dispositiver Faktor originär und derivativ Originär (ursprünglich) Geschäftsleitung: Kombination der Elementarfaktoren als Aufgabe Derivativ (abgeleitet) Planung : Entwurf der Ordnung, des betrieblichen Handelns Organisation :  Realisierung, Vollzug des geplanten Methodisch: reine, werfreie Theorie der Unternehmung Analyse der Möglichkeiten (Optimierung bei Datenänderungen) optimale Vorgehensweiße wird aus der Zielfunktion unter Restriktionen mit mathematischer Hilfe abgeleitet (Operations Research, Entscheidungslogik)
  • angewandte Mikroökonomie Fachliche Schwerpunkte Produktion,Absatz,Finanzierung quantitative Modellanalyse : Produktions,Kosten,Finanzierungs und Investitionstheorie,Absatztheorie, Lagerhaltungs und Beschaffungstheorie Konsequenz : nicht quantitative Input-Output Beziehungen bleiben unanalysiert --> nicht monetäre Unternehemsziele, Unternehmensstrategien, menschliches Verhalten, gesellschaftspolitische Fragen neuere Mikroökonomie/neoinstitutionalistische Ansätze versuchen diese Defizite zu beheben
  • Organisationstheoretisch-sozialwissenschaftliche Ansätze (1) Heinen : entscheidungsorientierte BWL 1962 Leitidee : Wirtschaften = Wählen = Entscheidungen über Ziele und Mittel im Unternehmen Zielfunktion --> empirische Zielforschung Gewinn,Umsatz, Wirtschaftlichkeit Sicherheit --> Liquidität, Erhaltung des Unternehmenspotentials Prestige, Macht --> Monotoniesierung PLURALITÄT AN ZIELEN Unternehmen ist Koalition verschiedener Interessen BWL als praktisch-normative,aber zugleich wertfreie Wissenschaft  
  • Organisationstheoretisch-sozialwissenschaftliche Ansätze (2) Ulrich : Systemtheoretisch-kybernetische BWL 1968 Leitidee : Die Unternehmung als produktives, soziales und offenes (Regel)System  Sozialkybernetik : Wirtschaftsorganisationen sind Gebilde, die der Lenkung und Steuerung bedürfen technokratische Orientierung : Gestaltung, Praxisverbesserung (praktisch normativ) inhaltlicher Schwerpunkt : allgemeine Managementlehre, Führungslehre --> Sozialwissenschaften
  • BWL als Theorie der Unternehmerfunktion Schneider : Unsicherheitstheoretischer Ansatz 1983 Leitidee: Bwl als Lehre von den Institutionen zur Verringerung von Einkommensunsicherheit --> Arbeitsvertrag BWl als ökonomische Theorie dem Wertfreiheitspostulat verpflichtet Träger der Unternehmerfunktion Jedermann ist im Hinblick auf die Unsicherheit im Einkommenserwerb Unternehmer seines Wissens,Arbeitskraft und seines sontigen Vermögens Manager = Person auf die Unternehmerfunktion übertragen werden
  • Unternehmerfunktion Institutionen begründende UF : Verringerung von Einkommensunsicherheit Institutionen erhaltende UF nach außen gegenüber anderen Organisationen und Einzelpersonen durch Erzielung von Arbitrage bzw von Spekulationsgewinn <-- weitblick Institutionen erhaltendende UF nach innen : Das Durchsetzen von Änderungen als wirtschaftlicheFührerschaft in Organisationen  
  • BWL als Beratungs und Managementlehre große Consultingfimen seit 1950 Leitidee : gelobt sei, was klappt ! Warum oder wieso ? Egaaal ^^ BWL als praktisch normative Managementlehre Objekt : der pathologische Fall Bereiche, Konstellationen und Entwicklungen in einer kranken Unternehmung Entwicklung von Beratungsinstrumenten Diagnose : frühzeitige Identifizierung von Schwachstellen Therapie : Entwicklung von Mustern zur Problemlösung Umsetzung : Transformations-Know-How Methodik zur Entwicklung von Beratungsinstrumenten Quervergleiche mit anderen Produkten, Organisationen, Prozessen, Branchen Formulierung eines plausiblen Gesetzes zur Prognose einer Entwicklung Sprache und Präsentationsform --> Zielgruppe höheres Management  
  • offene Fragen Arbeitsorientierte Einzelwirtschaftslehre --> Arbeitsorientierte Rationalität  (Qualität des Lebens) als Kontrast zur BWL = kapitalorientierte Rationalität Ökologisch verpflichtete BWL ? Ehtisch verpflichtete BWL ? --> Idee der gesellschaftlichen Verantwortung der Unternehmensführung --> Unternehmensethik