145
Psychologie (Fach) / Pädagogische Psychologie (Lektion)
Grundlagen Pädagogische Psychologie WS11/12 Prof. Rindermann
Diese Lektion wurde von Tinisweet erstellt.
Anzeige
- Nenne 3 Beispiele für Montessori-Materialien! – Übungen des praktischen Lebens: Gedulds-, Genauigkeits- undWiederholungsübungen (z. B. Tisch decken);– Sinnesmaterial (z. B. Geräuschdosen)– Mathematisches Material (z. B. Rechenrahmen, binomischer Würfel)– Sprachförderung (z. B. bewegliches Alphabet)
- Was ist der Daltonplan und warum entstand er? • 1913 von Helen Parkhurst ausgearbeitetes Unterrichtskonzept (Laboratory Plan) zur Förderung der Studien- und Lernfertigkeiten, die für lebenslanges Lernen erforderlich sind• Entstanden aus Kritik am US-amerikanischen Unterrichtssystem: Kinder gezwungen, Dinge zu lernen, die sie nicht interessieren; Folge: hohe Durchfallsquoten an Colleges und Universitäten
- Was sind Ziele und Ausgangspunkte des Daltonplans? • Ziele:– Schule soll Bedürfnis des Schülers nach Selbstentfaltung erfüllen helfen und auf das Leben vorbereiten– individualisiertes Lernen, d. h. an Geschlechter angepasst und individuelle Schwierigkeiten ausgleichend;– für unterschiedliche Fächer jeweils die passendste Lernumgebungschaffen • Ausgangspunkte:– Freiheit, Zusammenarbeit– selbständiges Arbeiten,– persönliche Verantwortung
- Was sind die 4 Dimensionen selbständigen Lernens nach dem Daltonplan? – Arbeitsform– Arbeitseinstellung– 3 Arten von Lernaktivitäten: kognitiv, affektiv, metakognitiv– Selbständigkeit als Erfüllung von Vorbereitungs-, Verarbeitungs- undRegulierungsfunktionen des Lernens
- Nenne Methoden des Daltonplans! – Ganzjahresplan einer Klasse, vom Lehrer vorgelegt, damitSchüler Überblick behält über Lernziele– Lehrplan weiter nach Monaten unterteilt; Schüler unterschreibt Vertragspensum; kein Stundenplan, sondern Lehrer berät Schülerauf Anfrage, welche Fächer größeren Übungsbedarf beim Schülererfordern; Schüler entscheidet selbst, in welcher ReihenfolgeFachlernräume aufgesucht werden– Offen zugängliche Fachlernräume mit vielfältigen Materialien– Wochengraph als Feedback über erledigtes Pensum, individuellenLernfortschritt und als Vergleichsmöglichkeit mit Mitschülern– Schüler können je nach Begabung und Fleiß unterschiedlich schnellvorankommen– zusammen gehörende Fächer integriert lehren statt isolierterTatsachenvermittlung
- Nenne Merkmale der Waldorfpädagogik! • Einheitsschule (soziale Gleichheit) • Lernen in Zusammenhang mit Malen, Zeichnenund eurythmischer Körperbewegung, d. h. aus dem Kindlichkünstlerischen das Intellektuelle herausholen• Idealismus und Arbeitstüchtigkeit wecken •Entwicklungsgemäße Bildung der Kinder•Individuelles, praxisbezogenes Lernen •Epochenunterricht
- Nenne Begründer der Chemnitzer Schulreformbewegung! Fritz Müller, Moritz Nestler
- Was ist Evaluation und welche Gegenstandsbereiche umfasst sie? • Unter Evaluation ist die systematische Analyse und empirische Untersuchung von Konzepten, Bedingungen, Prozessen und Wirkungen zielgerichteter Aktivitäten zumZwecke ihrer Bewertung und Modifikation zu verstehen. Über adäquate Beschreibung und Messung hinausgehend bewerten Evaluationen und optimieren. • Gegenstandsbereiche:– Programme, Verfahren, Produkte, Institutionen und Tätigkeiten von Personen
- Vergleiche traditionelle und Reformpädagogik! Traditionelle Pädagogik: Motto: Erfüllen vorgegebener LehrpläneZiel: Vermittlung von WissenSchüler: passivLehrer: AutoritärWissensvermittlung: Direkte Instruktion, kognitive LerninhalteUnterrichtsinhalte: Faktenwissen, abstrakte Prozeduren und Beispiele Reformpädagogik: Motto: Selbstständigkeit und Freiheit des Individuums Ziel: Bildung der Individualität Schüler: aktiv Lehrer: Tutor/Coach Wissensvermittlung: Entdeckendes Lernen, ganzheitliches Lernen Unterrichtsinhalte: Situiertes und konstruktivistisches Lernen
- Nenne die 7 Modeltypen der Evaluation! • Versuchsplanorientierte Evaluation• Programmziel-/lernzielgesteuerte Evaluation• Akkreditionsrichtliniengesteuerte Evaluation• Kennerschaftsgesteuerte Evaluation• Beteiligteninteressengesteuerte Evaluation• Qualitätsentwickelnde Evaluation• Nutzenorientierte Evaluation
- Anzeige
- Nenne Funktionen der Evaluation! – wissenschaftliche Klärung und Bewertung– Optimierungsgrundlage (Verbesserung vorhandener Prozeduren)– Entscheidungshilfe (Auswahl unter mehreren Alternativen)– Kontrolle der Zielerreichung (Diagnose der Soll-Ist-Diskrepanz)– Einführung neuer Sichtweisen in ein bislang geschlossenes System(Organisation)– diskursiver, emanzipatorischer Prozess– Verantwortungsdelegation (Nachweis von Qualitätsbewusstsein)– Handlungsaufschub oder Handlungsvermeidung– Durchsetzungshilfe (innerhalb einer Institution)– Kontrolle und Überwachung– Möglichkeit des Reputationsgewinns
- Nenne und beschreibe die Standards bei Programmevaluationen! • Nützlichkeitsstandards Ermittlung der Beteiligten und Betroffenen zur Berücksichtigung ihrer Interessen Adäquate/sachdienliche Auswahl von zu erhebenden Informationen Darlegung von Werten, die zur Beurteilung der Resultate herangezogen werden Klarer, verständlicher und umfassender Bericht • Durchführbarkeitsstandards (Praktische Verfahren) • Korrektheits- und Angemessenheitsstandards Dienstleistungsorientierung Offenlegung der Resultate für alle relevanten Beteiligten Identifikation und Benennung von Interessenkonflikten • Genauigkeits- und Sorgfaltsstandards Beschreibung des zu beurteilenden Programms Analyse der Rahmenbedingungen Beschreibung der Ziele und Verfahren der Evaluation Beschreibung der Informationsquellen zur Abschätzung ihrer Verlässlichkeit Valide Messverfahren (Glaubwürdigkeit und Übertragbarkeit) Reliable Messverfahren (Verlässlichkeit) Systematische Kontrolle auf Fehler bei den gesammelten Informationen Adäquate Analyse quantitativer Informationen Adäquate Analyse qualitativer Informationen Ausdrückliche Begründung von Schlussfolgerungen Unparteiische Berichterstattung (Bestätigbarkeit) Meta-Evaluation: Überprüfung der Qualität der Evaluationsverfahren
- Was passiert vor der Erprobung eines Programms? Evaluation der Programmkonzeption (antizipatorische oder prospektive Evaluation):– Problembestimmung und Entscheidung über den Bereich der Intervention– Zielbestimmung (z. B. Festlegung der Zielgruppe)– Konzeption und Gestaltung des Programms – Auswahl geeigneter diagnostischer Methoden und Verfahren– Bewertung der Programmkonzeption
- Was passiert während der Erprobung eines Programms? Formative Evaluation (fortlaufende Evaluation, ggf. Modifikation der Programmkonzeption)– Bewertung der Programmimplementation– Bewertung der Zielsetzung des Programms – Bewertung der Effizienz des Programms– Elaboration und Weiterentwicklung des Programms– Ggf. Modifikation der ursprünglichen Programmkonzeption undweitere formative Evaluation
- Was passiert während der Durchführung eines Programms? Implementations- und Begleitforschung sowie Prozessevaluation– Überwachung der Programmausführung – Bewertung der Durchführbarkeit unter alltagspraktischen Bedingungen – Feststellung von Verzerrungen in der Programmreichweite (im Bezug auf Zielgruppe z.B. eher einzeln als Gruppe, Selektionseffekte-nicht für intendierte Zielgruppe attraktiv, für Ältere besser)– Vergleich von Programmteilnehmern/innen und Abbrechern/innen Evaluation der Programmwirksamkeit (Prozessevaluation, Ergebnis- oder Erfolgsevaluation):– Isolierte und anschließend vergleichende Wirksamkeitsevaluation imHinblick auf Intensität, Persistenz, Dauer sowie Art:• Intendierte Programmwirkungen („objectives“)• Neben- und Folgewirkungen (keine „objectives“)• Nicht-programmspezifische Veränderungen: interventions(un)abhängig– Untersuchungsfragen, z. B.: welche Kompetenzen verändern sichwie (kurz- vs. langfristig)? Anforderungs- und Situationstransfer?Transfer auf Alltagsbereiche?
- Was passiert nach der Durchführung eines Programms? Evaluation der Programmeffizienz (Kosten-Nutzen- und Kosten-Effektivitäts-Analysen):– Erfassung aller Programmkosten und Programmwirkungen,Bestimmung der Gesamtkosten in Geldeinheiten– Schätzung des Gesamtnutzens in Geldeinheiten– Bestimmung der Gesamtwirkung in Zieleinheiten
- Was sind objectives? Operationsziele, d. h. die zunächst abstrakt formulierten „goals“ (z. B. nicht oder schwer beobachtbare Kompetenzen) werden in empirisch erfassbare und handlungsbezogene Zielformulierungen überführt
- Was ist isolierte Wirksamkeitsevaluation? ein Zielprogramm wird mit einer zweiten Interventionsmaßnahme verglichen, die grundsätzlich andere Ziele verfolgt
- Was ist vergleichende Wirksamkeitsevaluation? zwei oder mehrere alternative Programme mit gleicher Zielsetzung werden verglichen
- Was ist kombinierte Wirksamkeitsevaluation? Isolierte Wirksamkeitsevaluation + Vergleichende Wirksamkeitsevaluation Interventionsmaßnahme vergleichen, die grundsätzlich andere Ziele verfolgen und Programme mit gleicher Zielsetzung
- Wie ist der Ablaufplan (Evaluation)? Vortest - Training - Nachtest - Follow-up
- Was sind nichtprogrammspezifische Veränderungen? Veränderungen in den Kriteriumsmaßen, die im zeitlichen Verlaufauftreten, aber unabhängig davon sind, ob ein Programm durchgeführt wurde oder nicht
- Was sind interventionsabhängige Veränderungen? unabhängig von der Art des Programms und deshalb programmunspezifisch, resultieren aber daraus, dass überhaupt eineIntervention stattfindet
- Definiere Lernschwierigkeiten nach Weinert & Zielinski! Leistung unterhalb der tolerierbaren Abweichungen vonverbindlichen institutionellen, sozialen und individuellenBezugsnormen oder das Erreichen (bzw. Verfehlen) von Standards ist mitBelastungen verbunden, die zu unerwünschten Nebenwirkungen im Verhalten, Erleben oder in der Persönlichkeitsentwicklung des Lernenden führen
- Was ist Prüfungsangst? • Hauptursache für Stresserleben vor und in Prüfungen und sonstigen Bewertungssituationen• Soziale Angst, bei der die soziale Identität und der Selbstwert als bedroht erlebt werden Leistungsangst, Testangst, test anxiety
- Nenne Symptome bei Prrüfungsangst! a) physiologische Reaktion: Herzrate gesteigert, Schwitzen, verstärkter Harndrangb) emotionale Ebene: Angstc) Kognitive Reaktion:(1) Wahrnehmung körperlicher Erregungssymptome und(2) Besorgniskognitionen bzgl. Misserfolg (3) aufgabenirrelevante Kognitionen stören Aufgabenlösung(4) v. a. Besorgniskognitionen wirken sich negativ auf die Leistung(5) Prüfungsangst variiert mit Gestaltung der Prüfungssituation: je stärker betonter Prüfungscharakter, desto stärkere Angstreaktiond) Verhaltensebene: Prüfungsängstliche schieben Vorbereitung aufund gehen dann wenig planvoll vor, Hochprüfungsängstliche strukturieren Gelerntes schlechter und investieren zwar mehr Gesamtlernzeit, aber dafür weniger effizient
- Was sind Entstehungsbedingungen von Prüfungsangst? •Genetische Unterschiede•Vorhandensein weiterer Lernschwierigkeiten führt zu Überforderung•Transaktionsmodell: Elterliches Erziehungsverhalten als Ursache •Psychoanalytisches Modell: traumatisierende frühkindliche Interaktionserfahrungen mit den Eltern•Soziale Lerntheorie: Eltern und Geschwister als einflussreiche Verhaltensmodelle•Lerntheorie: aus früheren Misserfolgen
- Was sind die situativen Einschätzungen im Erwartungs-mal-Wert-Modell der Angst nach Pekrun (1992)? (1) Situations-Folge-Erwartung: Misserfolg wird sich einstellen, wenn man nicht handelt,(2) Handlungskontroll-Erwartung: inwieweit wird man in der Lage sein, den Misserfolg durch geeignete Maßnahmen zu verhindern,(3) Einschätzung der subjektiven Bedeutung des drohenden Misserfolgs
- Wann sollte Prüfungsangst theoretisch entstehen? • Prüfungsergebnis einen hohen Stellenwert für den Schüler hat• für je wahrscheinlicher Schüler einen Misserfolg hält• je weniger Möglichkeiten der Gefahrenabwehr der Schüler wahrnimmt
- Was korreliert nach Pekrun mit Prüfungsangst? ein ungünstiges Fähigkeitsselbstkonzept, eine ausgeprägte Misserfolgserwartung und ein hoher subjektiver Stellenwert der Prüfungsergebnisse
- Anzeige
- Wie sind die Coping-Strategien von Prüfungsängstlichen nach Lazarus? Vorbereitungsphase: Ängstliche investieren mehr Zeit, aber ineffektiv In Prüfungssituation: Aufmerksamkeit auf bedrohlich wirkende Hinweisreize gelenkt Systematisch geringere Fähigkeitseinschätzung als bei niedrig Ängstlichen Mädchen und Frauen überrepräsentiert Informationsaufnahme erschwert und weniger effiziente Lösungsstrategien in Prüfungssituationen Ungünstiger Attributionsstil nach Leisungsrückmeldung: Misserfolg wird mangelnden Fähigkeiten zugeschrieben, Erfolg wird auf äußere Umstände oder Zufall attribuiert→ negatives Fähigkeitsselbstbild
- Was sind äußere Bedingungsfaktoren für Prüfungsangst? Bestrafung durch Eltern und Lehrer nach Misserfolgen Inkonsistenter Umgang mit (schulischen) Regeln und Standards und mangelnde Transparenz von Bewertungskriterien und Lernzielen Komplizierte und sprachliche unverständliche Vermittlung des Lehrstoffs Unberechenbares Elternverhalten gepaart mit autoritären Umgangsformen Starke Wettbewerbsorientierung in der Klasse unangekündigte Tests
- Welche Tests gibt es zur Diagnostik von Prüfungsangst? • State-Trait-Anxiety-Inventory STAI • Differenzielles Leistungsangst-Inventar DAI
- Welche Interventionen gibt es bei Prüfungsangst? Kognitiv-verhaltenstherapeutisch: besser strukturierte und effizienterePrüfungsvorbereitung Elternberatung Entspannungstrainings Gegenkonditionierung
- Nenne Tipps für Lehrer bei Prüfungsangst! – Vermeidung unangekündigter Leistungskontrollen,– Erläuterung der Inhalte rechtzeitig vorher – Strukturell ähnlicher und gleich schwerer Übungstest – Hinreichende Prüfungsdauer– Vorher festgelegte Liste mit Hilfsmittel – Individuelle Bezugsnormorientierung in der Leistungsrückmeldung– Klare Richtlinien, wie Schüler ein schlechtes Testergebnis ausgleichenkann– Lernzielorientierte Gestaltung der Prüfungen; lieber kleinere Prüfungen am Ende jeder Lerneinheit als eine umfassende Abschlussprüfung.
- Nenne den traditionellen Legastheniebegriff und dessen Fehlertypologien! Differenz zwischen allgemeinem Begabungsniveau und Lese-Rechtschreibleistung: durchschnittliche/gute Intelligenz kontrastiert mit Lese-RechtschreibschwächeFehlertypologien (nach Schenk-Danzinger):• horizontale Reversionen (d-b)• vertikale Inversionen (M-W)• Umstellungs- oder Sequenzfehler (bald-blad)
- Was ist die Kritik am Legastheniebegriff und an der Legasthenieforschung? – Größe der Differenz zwischen Intelligenz und Lese-Rechtschreib-Leistung?– untere Grenze des IQ– LRS auf unterschiedlichen Intelligenz-Niveau beobachtbar– Kinder mit niedrigem IQ von Förderung ausschließen?– eher quantitative statt qualitative Unterschiede in Fehlern, keinelegastheniespezifischen Fehler– gleicher Fehlertyp bei diskrepanten und nicht-diskrepanten Kindern– Lese- vs. Rechtschreibschwierigkeiten
- Was ist die moderne Definition von LRS? gestörte sprachlich-kognitive Informationsverarbeitung und derenEntwicklung (Kodierungsprobleme) bei ausreichender Unterrichtung; sonst unauffälligen Schulleistungen; angemessenem Alter; mindestensdurchschnittlicher Intelligenz; gesunden Sinne
- Was für Probleme treten bei LRS beim Lesen und Schreiben auf? – Beim Vorlesen:Auslassen, Ersetzen, Verdrehen oder Hinzufügen von Worten oderWortteilen, niedrige Lesegeschwindigkeit, Startschwierigkeiten beim Vorlesen, langes Zögern oder Verlieren der Zeile im Text, Vertauschen von Wörtern im Satz oder Buchstaben im Wort – Beim Leseverständnis:Unfähigkeit, Gelesenes wiederzugeben, Schlüsse zu ziehen oderZusammenhänge zu ersehen, Verwendung allgemeinen Wissens als Hintergrundinformation an Stelle von Informationen aus Geschichte – beim Rechtschreiben :Reversionen: Verdrehung von Buchstaben im Wort,Reihenfolge oder Sukzessionsfehler: Umstellung von Buchstaben im Wort, Auslassungen, Einfügungen, Regelfehler, Fehlerinkonstanz.
- Welche Ursachen werden für LRS angenommen? Genetische Einflüsse Entwicklungsverzögerungen Umwelteinflüsse (z.B. perinatal entstandene Schädigungen) Psychische Ursachen: z.B. Raum-Lage-Labilität Unterricht (z.B. Methodenwechsel) Speicherschwäche für Schriftwörter und phonologisches Defizit
- Warum Testen (Teilleistungsstörungen)? – Einfluss der häuslichen Umwelt abklären – große Klasse erlaubt nicht, jeden einzelnen Schüler genau zu beobachten– Relativierung klasseninterner Bezugssysteme– Früherfassung– Erfassung des Leistungsstandes von Einzelnen oder der Klassengruppe
- Was ist Rechenschwäche und was für Bedingungen müssen dazu erfüllt sein? • Teilleistungsschwäche beim Erlernen von Rechenfertigkeiten; Probleme vor allem beim Umgang mit grundlegenden mathematischen Fertigkeiten, weniger mit höheren mathematischen Fertigkeiten • keine typischen Rechenfehler, sondern vor allem auffallend viele Rechenfehler und auch in höherem Alter• sonst unauffällige Schulleistungen; mindestens durchschnittliche Intelligenz; ausreichende Beschulung• Rechenleistung liegt eineinhalb Standardabweichungen unter der Norm• Lese- und Rechtschreibfähigkeit normentsprechend ansonsten handeltes sich um generalisierte Schulleistungsprobleme
- Welche Problem treten bei einer Rechenschwäche auf? – Bereits im Vorschulalter beobachtbar (Esser, 2003):• Raumorientierungsschwächen,• Schwächen im Richtungserkennen,• Schwächen beim Erfassen von Größen und Mengen– Probleme, die beim Rechnen auftreten:• Schwierigkeiten in den grundlegenden mathematischen Operationen,• bei Rechenhandlungen ist kein logisches Verständnis erkennbar,• Verwechslung von Ziffern,• eindeutige Zuordnung von Mengen, Zahlwort und Ziffern ist erschwert • zum Rechnen werden Zählhilfen (meist die Finger) benutzt.
- Was sind Ursachen für Rechenschwäche? multifaktorieller Entstehungsbedingungen: • kumulativen Erwerbs arithmetischer Fertigkeiten, suboptimal ausgeprägteVorläuferfertigkeiten und geringere Arbeitsgedächtniskapazität,d. h. Defizite in basalen numerischen Fertigkeiten verhindern, dassVorwissen aufgebaut und effiziente (Zähl-)Strategien erworben werden• Entwicklungsverzögerung oder Beeinträchtigung unspezifischerFaktoren: visuelle Wahrnehmung, räumliche Orientierung• metakognitive, motivationale und emotionale Ursachen • familiäre Leistungserwartungen, Anregungen und emotionaleReaktionen aller Beteiligten auf die Leistungen• mathematikdidaktische Kompetenzen der Lehrer; Unterricht• Lehrer-Schüler-Interaktion• körperliche Beeinträchtigungen
- Welche diagnostischen Testverfahren gibt es bei der Rechenschwäche? • Osnabrücker Test zur Zahlbegriffsentwicklung (Früherkennung)• Testverfahren zur Dyskalkulie (ZAREKI-R)– über die gesamte Grundschulzeit (1.-4. Klasse) einsetzbar– Einzeltestung– quantitative und qualitative Auswertung– z. B. Punktemenge abzählen, Kopfrechnen, Zahlenvergleich,Mengenbeurteilung, usw.