Testverfahren (Fach) / Wechsler Intelligenztest für Erwachsene (WIE) (Lektion)
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Deutschsprachige Bearbeitung und Adaptation des WAIS-III von David Wechsler. Von Aster M., Neubauer A., Horn R. (2006). Frankfurt: Harcourt Test Services
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- Einordnung Leistungstest, g-Faktor-Modell mit Untertests, hierarchisches Intelligenzmodell. Der WIE ist ein Individualtest zur Untersuchung der kognitiven Fähigkeiten von Erwachsenen von 16-89 Jahren. Testmaterial: Manual, Protokollbogen, Auswert Leistungstest, g-Faktor-Modell mit Untertests, hierarchisches Intelligenzmodell. Der WIE ist ein Individualtest zur Untersuchung der kognitiven Fähigkeiten von Erwachsenen von 16-89 Jahren. Testmaterial: Manual, Protokollbogen, Auswertungsbogen, Auswertungsschablonen, Bogen für Symbolsuche, Ringbuch für Bilderergänzen, Matrizen und Mosaik, Kärtchen zum Bilderordnen, Mosaik-Test und Figurenlegen, Sichtschutz.
- Geschichte des Verfahrens 1939: Wechsler-Bellevue-Intelligence-Scale; 1955: Wechsler Adult Intelligence Scale (WAIS); 1956: Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Erwachsene (HAWIE), deutschsprachige Version von Bondy; 1981: WAIS-R; 1991: HAWIE-R, deutschsprachige Version, alte Bundesländer, von Tewes; 1997: WAIS-III; 2006: Wechsler-Intelligenztest für Erwachsene (WIE)
- Anwendungsbereiche Untersuchung des allgemeinen intellektuellen Leistungsvermögens oder bei Verdacht auf Teilleistungsschwächen -‐ differentialdiagnostische Beurteilung von neurologischen und psychiatrischen Störungen (hierzu zusätzlich noch ein klinisches Interview und andere kognitive und neuropsychologische Tests) -‐ Hochbegabungsdiagnostik -‐ in USA: häufig auch im Rahmen der Schullaufbahndiagnostik oder bei Personalentscheidungen in Betrieben eingesetzt -‐ in erster Linie ein Test zur klinischen Einzelfalldiagnostik
- Theoretische Grundlagen Trotz vielen Überarbeitungen und Revisionen des Tests ist das Grundkonzept Wechslers beibehalten: • Wechsler definierte Intelligenz als zusammengesetzte oder globale Fähigkeit des Individuums „zweckvoll zu handeln, vernünftig zu denken und sich mit seiner Umgebung wirkungsvoll auseinander zu setzen“ (1956) (umweltbezogener Ansatz) • Nach Wechsler ist Intelligenz ein komplexes Konstrukt oder generelles Merkmal, das sich in vielfältiger Weise und in unterschiedlichen Formen manifestieren könne • Seiner Überzeugung nach sollte Intelligenz sowohl mit sprachlichen als auch mit praktischen Aufgaben untersucht werden, wobei er davon ausging, dass beide Aufgabentypen die selbe Fähigkeit in unterschiedlicher Weise erfassen, und dass beide zu einem allgemeinen und umfassenden Konstrukt zusammengefasst werden können • (hierarchisches Faktorenmodell) • auch nicht-intellektuelle Faktoren bestimmen die Intelligenzleistung: Motive, Persönlichkeitsmerkmale und Einstellungen (Wechsler, 1975)
- Testaufbau Der Test liefert einen Gesamt-IQ-Wert, der aus zwei Teil-IQ-Werten zusammengesetzt ist. Diese werden in einem Verbalteil und einem Handlungsteil ermittelt. Zusätzlich können die Subtests der beiden Teile zu vier verschiedenen Index- Werten verrechnet werden. Der Verbalteil des WIE besteht aus folgenden Untertests: Wortschatz-Test, Gemeinsamkeiten finden, Rechnerisches Denken, Zahlen nachsprechen, Allgemeines Wissen, Allgemeines Verständnis, Buchstaben-Zahlen-Folgen Zum Handlungsteil gehören: Bilderergänzen, Zahlen-Symbol-Test, Mosaik-Test, Matrizen-Test, Bilderordnen, Symbolsuche, Figurenlegen Die Untertests werden den folgenden Index-Wert-Skalen zugeordnet: Arbeitsgedächtnis Arbeitsgeschwindigkeit Rechnerisches Denken Zahlen-Symbol-Test Zahlennachsprechen Symbolsuche Buchstaben-Zahlen-Folgen Sprachliches Verständnis Wahrnehmungsorganisation Wortschatz-Test Bilderergänzen Gemeinsamkeiten finden Mosaik-Test Allgemeines Wissen Matrizen-Test Die Untertests des Verbalteils und des Handlungsteils werden alternierend vorgegeben, um die Testdurchführung abwechslungsreicher zu gestalten und somit das Interesse und die Aufmerksamkeit des Probanden zu fördern
- Subtests Je nach Fragestellung wird eine bestimmte Auswahl der 14 Subtests durchgeführt (modularer Aufbau). 1. Bilderergänzen 1. Bilderergänzen: ‐ Eine Serie von mehrfarbigen Abbildungen von Gegenständen oder Situationen aus dem Lebensalltag, in denen jeweils ein wichtiges Detail fehlt, welches der Proband identifizieren muss. ‐ Beispiel: Auf Bild 23 fehlt der Schatten einer der abgebildeten Personen
- Subtests Je nach Fragestellung wird eine bestimmte Auswahl der 14 Subtests durchgeführt (modularer Aufbau) 2. Wortschatztest ‐ Eine Serie von Wörtern, die mündlich und auf Karteikarten vorgegeben werden und die der Proband erklären muss. ‐ Beispiel: Frage 32 „Was ist eine Determinante?“
- Subtests Je nach Fragestellung wird eine bestimmte Auswahl der 14 Subtests durchgeführt (modularer Aufbau) 3. Zahlen-Symbol-Test ‐ Eine Serie von Ziffern, von denen jede mit einem abstrakten Symbol gepaart ist. Der Proband trägt unter die Ziffern das jeweils dazugehörige Symbol ein, wobei er sich an einem Zuordnungsschlüssel orientieren muss.
- Subtests Je nach Fragestellung wird eine bestimmte Auswahl der 14 Subtests durchgeführt (modularer Aufbau) 4. Gemeinsamkeiten finden ‐ Jede Aufgabe besteht aus einem Wortpaar. Der Proband muss angeben, welche Gemeinsamkeit die beiden Begriffe aufweisen oder welches gemeinsame Konzept sie repräsentieren. ‐ Beispiel: Frage 17 „Was ist das Gemeinsame von Fliege und Baum?“
- Subtests Je nach Fragestellung wird eine bestimmte Auswahl der 14 Subtests durchgeführt (modularer Aufbau) 5. Mosaik-Test ‐ Visuell dargebotene abstrakte Muster müssen mit einer festgelegten Würfelanzahl nachgebaut werden. Die Würfel sind zweifarbig und haben 3 verschiedene Seiten (rot, weiß und rot-weiß)
- Subtests Je nach Fragestellung wird eine bestimmte Auswahl der 14 Subtests durchgeführt (modularer Aufbau). 6. Rechnerisches Denken ‐ Eine Serie von Rechenaufgaben, die der Proband im Kopf lösen und mündlich beantworten muss. ‐ Beispiel: Aufgabe 14 „Ein Zug schafft 215 km in fünf Stunden. Wie hoch ist seine Durchschnittsgeschwindigkeit in der Stunde?“
- Subtests Je nach Fragestellung wird eine bestimmte Auswahl der 14 Subtests durchgeführt (modularer Aufbau) 7. Matrizen-Test ‐ Eine unvollständige Serie geometrischer Muster, deren Konstruktionsprinzip erkannt werden muss und die vom Probanden durch Auswahl eines von fünf zusätzlich vorgegebenen Mustern zu vervollständigen ist.
- Subtests Je nach Fragestellung wird eine bestimmte Auswahl der 14 Subtests durchgeführt (modularer Aufbau) 8. Zahlennachsprechen ‐ Serien von Ziffernfolgen unterschiedlicher Länge, die der Proband teils in derselben Reihenfolge, teils in der entgegengesetzten Reihenfolge, wie sie ihm vorgesprochen werden, nachsprechen muss. ‐ Beispiel: „Sprechen sie bitte rückwärts folgende Zahlen nach: 1-5-2-8-6“
- Subtests Je nach Fragestellung wird eine bestimmte Auswahl der 14 Subtests durchgeführt (modularer Aufbau) 9. Allgemeines Wissen ‐ Eine Serie mündlich gestellter Wissensfragen, mit denen geprüft wird, ob dem Probanden bestimmte Ereignisse, Sachverhalte, Orte und Persönlichkeiten bekannt sind. ‐ Beispiel: Frage 22 „Wodurch ist Marie Curie bekannt geworden?“
- Subtests Je nach Fragestellung wird eine bestimmte Auswahl der 14 Subtests durchgeführt (modularer Aufbau) 10. Bilderordnen ‐ Dem Probanden werden Bilderserien vorgelegt, die eine kurze Geschichte bzw. einen Handlungsablauf wiedergeben. Die Bilder werden in einer falschen Reihenfolge vorgelegt und der Proband hat die Aufgabe, sie in eine logisch richtige Folge umzuordnen.
- Subtests Je nach Fragestellung wird eine bestimmte Auswahl der 14 Subtests durchgeführt (modularer Aufbau) 11. Allgemeines Verständnis ‐ Eine Serie von Fragen, mit deren Beantwortung der Proband zeigen soll, ob er in der Lage ist, Alltagsprobleme zu lösen und ob er soziale Regeln und Konzepte versteht. ‐ Beispiel: Frage 24 „Wenn sie sich am Tag im Wald verirrt hätten, was würden sie tun, um wieder herauszufinden?“
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- Subtests Je nach Fragestellung wird eine bestimmte Auswahl der 14 Subtests durchgeführt (modularer Aufbau) 12. Symbolsuche ‐ Gepaarte Gruppen von abstrakten Formen und Symbolen, die der Proband daraufhin vergleichen muss, ob beide Gruppen ein gemeinsames Symbol enthalten.
- Subtests Je nach Fragestellung wird eine bestimmte Auswahl der 14 Subtests durchgeführt (modularer Aufbau) 13. Buchstaben-Zahlen-Folgen ‐ Folgen von Zahlen und Buchstaben unterschiedlicher Länge, die dem Probanden vorgelesen werden. Er muss sich diese merken und anschließend wiedergeben, indem er zunächst die Zahlen in aufsteigender Folge und anschließend die Buchstaben in alphabetischer Folge wiederholt. ‐ Beispiel: Nachsprechen von M-4-E-7-Q-2 in richtiger Reihenfolge (2-4-7-E-M-Q)
- Subtests Je nach Fragestellung wird eine bestimmte Auswahl der 14 Subtests durchgeführt (modularer Aufbau) 14. Figurenlegen ‐ Jede Aufgabe besteht aus Teilen eines Puzzles, aus denen der Proband eine sinnvolle Figur zusammenlegen muss.
- Testentwicklung/Modifikationen HAWIE-R - WIE ‐ Die Grundstruktur des WIE ist die gleiche wie die des HAWIE-R ‐ Modifikation auf Item- und Untertestebene: o Neukonstruktion einzelner Aufgaben o Hinzufügung neuer Untertests: Symbolsuche, Matrizen, Buchstaben- Zahlenfolgen o Modifikation der Testanweisung und der Auswertungskriterien (Umkehrregel, s. unten, mehr Antwortmöglichkeiten) o Index-Werte als zusätzliche Kriterien für die Berechnung von Teilleistungswerten, welche die Interpretation der Testergebnisse erleichtern o Neu im theoretischen Konzept des WIE ist der Ansatz, Arbeitsgedächtnis und Arbeitsgeschwindigkeit als zentrale Leistungskomponenten zu berücksichtigen o anwendbar im gesamten deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz)
- Durchführung, Auswertung, Interpretation Durchführung (individuell, keine Gruppentestung möglich!) Instruktion ‐ Die Instruktion ist im Manual für jeden Subtest wörtlich vorgegeben. Dabei soll darauf geachtet werden, die genaue Wortfolge einzuhalten, um die Objektivität zu währen. ‐ Hilfestellung nur, wenn ausdrücklich im Manual vermerkt ‐ Während der Untersuchung füllt der Versuchsleiter einen Protokollbogen aus, in den er die Antworten der Versuchsperson einträgt ‐ Protokollbogen enthält auch Informationen über Start-, Umkehr- und Abbruchregeln, Zeitgrenzen, Punktwerte und Verhaltensbeobachtungen
- Durchführung, Auswertung, Interpretation Durchführung (individuell, keine Gruppentestung möglich!) Handhabung und Form ‐ Für die meisten Subtests gibt es festgelegte Start- und Abbruchregeln. ‐ Die Schwierigkeit der Items innerhalb eines Untertests ist steigend, dabei sind die ersten Aufgaben einer Serie meist für viele Probanden zu leicht, so dass sie mit schwierigeren Items starten können (explizit geregelt). ‐ Wenn die Person diese Aufgabe jedoch nicht bewältigt, gibt es klar formulierte Umkehrregeln, damit die leichteren Items in absteigender Reihenfolge angeboten werden können. ‐ Bei den meisten Subtests gibt es eine Abbruchregel, wenn mehrere Items hintereinander nicht gelöst werden konnten.
- Durchführung, Auswertung, Interpretation Durchführung (individuell, keine Gruppentestung möglich!) Durchführungszeit ‐ Die Durchführung der elf Subtests, die für die Berechnung des Gesamt-IQ notwendig sind, dauert, laut Manual, zwischen 60 und 90 Minuten. -‐ Für die Bestimmung nur der Index-Werte sind 45 bis 75 Minuten angegeben. ‐ Sollen sowohl die IQ- wie auch die Index-Werte erfasst werden, dann dauert die Durchführung der 13 erforderlichen Subtests 65 bis 95 Minuten. ‐ Der zusätzliche Subtest Figurenlegen dauert 10 bis 15 Minuten, er kann als „Ersatz“ durchgeführt werden, wenn ein Subtest nicht angewendet/ausgewertet werden kann
- Auswertung ‐ Die Bewertung diskreter Merkmale erfolgt durch den Vergleich mit den Sollwerten auf dem Protokollbogen. ‐ Bei freien Antwortformaten sind eine große Auswahl an Sollantworten im Manual vorgegeben, anhand derer man die gegebenen Antworten einstufen kann. ‐ Für die Symboltests erfolgt die Auswertung nach dem Test mithilfe einer Schablone. ‐ Für korrekte Antworten gibt es einen oder zwei Punkte. ‐ Für besonders schnelle Lösungen werden bei einigen Subtests Zusatzpunkte vergeben. ‐ Die Rohwerte werden durch den Vergleich der Resultate mit den Erwartungswerten der entsprechenden Altersgruppe in Wertpunkte umgewandelt (MW 10, SD 3). ‐ Für den Verbal-IQ werden die Summen der Wertpunkte des Wortschatz-Tests, des Gemeinsamkeiten Findens, des Rechnerischen Denkens, des Zahlennachsprechens, des Allgemeinen Wissens und des Allgemeinen Verständnisses genommen ‐ Der Handlungs-IQ setzt sich aus den Summen der Wertpunkte der Subtests Bilderergänzen, Zahlen-Symbol-Test, Mosaik-Test, Matrizen-Test und Bilderordnen zusammen. ‐ Den Gesamt-IQ errechnet man aus den Wertpunktsummen aller elf Subtests (MW 100,SD 15.) ‐ Die vier Index-Werte werden aus den Wertpunktsummen der jeweils dazugehörenden Indices berechnet. ‐ Die Wertpunktsummen können mit der Tabelle im Anhang in IQ-Werte umgewandelt werden ‐ Auf einem Profilblatt können Rohwerte, Wertpunkte, IQ-Werte sowie Prozentränge eingetragen werden. Neben einer Tabelle können die Ergebnisse dann auch graphisch dargestellt werden ‐ Leistungsstärken und kritische Differenzen können errechnet/nachgeschlagen werden.
- Interpretation ‐ Die Interpretation bezieht sich auf den Verbal-, auf den Handlungs- und auf den Gesamt- IQ sowie auf die vier Index-Werte ‐ Der Verbal-IQ beinhaltet erworbenes Wissen, Schlussfolgerndes verbales Denken und Aufmerksamkeit für sprachliche Inhalte. ‐ Der Handlungs-IQ testet die Flüssigkeit des schlussfolgernden Denkens, Räumliche Wahrnehmung, Aufmerksamkeit für Details und Viso-motorische Integration. ‐ Sprachliches Verständnis (SV): misst eher sprachliche Fähigkeiten als Verbal-IQ ‐ Wahrnehmungsorganisation (WO): nonverbales schlussfolgerndes Denken ‐ Arbeitsgedächtnis (AGD): Informationsaufnahme und –speicherung ‐ Arbeitsgeschwindigkeit (AGS): schnelle Verarbeitung visueller Information ‐ Der Gesamt-IQ entspricht der allgemeinen Intelligenz („allgemeines Leistungsniveau“) ‐ Im WIE entspricht ein Testwert von 100 Punkten einem durchschnittlichen Resultat. ‐ IQ-Werte zwischen 90 und 109 werden gemäß Wechsler als durchschnittliche Intelligenz definiert.
- Interpretation ‐ Die Interpretation bezieht sich auf den Verbal-, auf den Handlungs- und auf den Gesamt- IQ sowie auf die vier Index-Werte ‐ Der Verbal-IQ beinhaltet erworbenes Wissen, Schlussfolgerndes verbales Denken und Aufmerksamkeit für sprachliche Inhalte. ‐ Der Handlungs-IQ testet die Flüssigkeit des schlussfolgernden Denkens, Räumliche Wahrnehmung, Aufmerksamkeit für Details und Viso-motorische Integration. ‐ Sprachliches Verständnis (SV): misst eher sprachliche Fähigkeiten als Verbal-IQ ‐ Wahrnehmungsorganisation (WO): nonverbales schlussfolgerndes Denken ‐ Arbeitsgedächtnis (AGD): Informationsaufnahme und –speicherung ‐ Arbeitsgeschwindigkeit (AGS): schnelle Verarbeitung visueller Information ‐ Der Gesamt-IQ entspricht der allgemeinen Intelligenz („allgemeines Leistungsniveau“) ‐ Im WIE entspricht ein Testwert von 100 Punkten einem durchschnittlichen Resultat. ‐ IQ-Werte zwischen 90 und 109 werden gemäß Wechsler als durchschnittliche Intelligenz definiert. PROZENT DER FÄLLE UNTE DER NORMALVERTEILUNG (HANDOUT)
- Gütekriterien Objektivität ‐ Durchführungsobjektivität: o nur gegeben, wenn die standardisierten Instruktionen und genauen Formulierungen im Manual eingehalten werden und die Art der Darbietung von Testaufgaben und Einhaltung der Zeitangaben beachtet werden ‐ Auswertungsobjektivität: o Nur teilweise gegeben: o Einerseits durch Protokollbögen und spezifische Normtabellen beim Umrechnen der Rohwerte in IQ- Werte gegeben o Andererseits ist die Bewertung mancher Teilaufgaben schwierig: In den meisten Untertests gibt es eine klare Bewertung der Leistung in 0 (falsch) und 1 (richtig), in zwei Tests des Verbalteils muss der Testleiter jedoch entscheiden, ob die Antwort 0,1 oder 2 Punkte wert ist (subjektive Bewertung) ‐ Interpretationsobjektivität: o Durch Wechslers festgelegte Konventionen der IQ- Verteilung klare Interpretation von IQ- Werten möglich.
- Gütekriterien Reliabilität ‐ Die Reliabilität der einzelnen Untertests wurde nach der Testhalbierungsmethode bestimmt (odd even) o Die Spearman-Brown-Korrelationskoeffizienten der Untertests variieren zwischen r =. 70 (Bilderordnen) und r = .92 (Matrizen) (mittlere bis hohe Reliabilität) o Die Reliabilitäten der IQ- und Index- Werte wurden aus den Interkorrelationen und Reliabilitäten derjenigen Untertests errechnet, die in den betreffenden IQ- und Index- Werte eingehen, daher höhere Reliabilitäten: o Gesamt-IQ r =. 97, Verbal-IQ r=.96, Handlungs-IQ r=.94 o Die Reliabilitäten der Index-Werte liegen zwischen r = .91 (Arbeitsgeschwindigkeit) und r = .95 (Sprachliches Verständnis)
- Gütekriterien Validität Konstruktvalidität: o Einerseits sollten die verschiedenen Untertests Indikatoren der Allgemeinen Intelligenz sein, andererseits sollen sie auch spezifische Fähigkeiten erfassen, die sie mit einigen anderen, jedoch nicht mit allen Untertests gemeinsam haben o Korrelationen der Untertests innerhalb des Verbalteils und innerhalb des Handlungsteils sollten jeweils höher sein als die Korrelationen von Untertests aus verschiedenen Testteilen. Dasselbe sollte auch für die Tests der Index- Werte gelten. trifft zu mit Ausnahme des Rechnerischen Denkens (Sonderfall, da das Lösen von Rechenproblemen einen komplexen kognitiven Vorgang unter Beteiligung des Arbeitsgedächtnisses darstellt) o Faktorenanalytische Bestätigung der vier Indexwerte, allerdings nicht in allen Altersgruppen
- Gütekriterien Validität Kriteriumsvalidität o Schulbildung: Testpersonen, die während der Schulzeit Probleme mit Rechnen, Schreiben oder Lesen hatten, weisen eine signifikant geringere Gesamtintelligenz auf, Testpersonen mit Studium im Mittel 1 SD über Altersdurchschnitt o Neuropsychologische Besonderheiten: neurologisch auffällige Testpersonen (nach unfallbedingter Hirnschädigung, Schlaganfällen oder Operation eines Hirntumors) erzielten deutlich schlechtere Ergebnisse als eine Kontrollgruppe und als die Norm o Emotionale Störanfälligkeit: Es wird häufig diskutiert, dass emotionale Störungen Einfluss auf das Testergebnis im WIE nehmen können, vor allem Ängsten und emotionaler Labilität wird ein großer Einfluss auf Untertests, die ein hohes Maß an Konzentration, Aufmerksamkeit und Belastbarkeit erfordern, zugeschrieben. Eine Gruppe Depressiver erreichte in allen Bereichen signifikant schlechtere Ergebnisse als eine Kontrollgruppe
- Eichstichprobe/ Normierung ‐ Erhebungszeitraum:1999 bis 2005 in Deutschland, Österreich und der Schweiz an insgesamt 1897 Probanden (endgültig N= 1790) ‐ Die Normierungsstichprobe umfasst eine Altersspanne von fast 75 Jahren (2 Generationen) erhebliche Veränderungen im Bildungssystem und im prozentualen Anteil an höheren Schulabschlüssen ‐ Deshalb spezifische Normtabellen für verschiedene Altersbereiche o 16-17, 18-19, 20-24, 25-29, 30-34, 35-44, 45-54, 55-64, 65-69, 70-74, 75-79, 80-84, 85-89 Jahre, jeweils ca. 140 Personen ‐ Die Altersgruppierungen wurden auf der Grundlage der in den verschiedenen Altersspannen zu erwartenden Veränderungen der Leistungsfähigkeit vorgenommen. (empirischen Befunde, die im Verlauf der Jahre mit den verschiedenen Versionen der Wechsler-Skalen gewonnen wurden) - Bei der Datenerhebung für die Normierung erfolgte in den beteiligten Ländern die Zusammensetzung der Stichprobe nach Geschlecht und dem relativen Anteil jeder Bildungsgruppe Die Normstichprobe kann hinsichtlich Geschlecht, Alter und Bildungsabschluss als repräsentativ bezeichnet werden.
- Gütekriterien Eichstichprobe/ Normierung ‐ Erhebungszeitraum:1999 bis 2005 in Deutschland, Österreich und der Schweiz an insgesamt 1897 Probanden (endgültig N= 1790) ‐ Die Normierungsstichprobe umfasst eine Altersspanne von fast 75 Jahren (2 Generationen) erhebliche Veränderungen im Bildungssystem und im prozentualen Anteil an höheren Schulabschlüssen ‐ Deshalb spezifische Normtabellen für verschiedene Altersbereiche o 16-17, 18-19, 20-24, 25-29, 30-34, 35-44, 45-54, 55-64, 65-69, 70-74, 75-79, 80-84, 85-89 Jahre, jeweils ca. 140 Personen ‐ Die Altersgruppierungen wurden auf der Grundlage der in den verschiedenen Altersspannen zu erwartenden Veränderungen der Leistungsfähigkeit vorgenommen. (empirischen Befunde, die im Verlauf der Jahre mit den verschiedenen Versionen der Wechsler-Skalen gewonnen wurden) - Bei der Datenerhebung für die Normierung erfolgte in den beteiligten Ländern die Zusammensetzung der Stichprobe nach Geschlecht und dem relativen Anteil jeder Bildungsgruppe Die Normstichprobe kann hinsichtlich Geschlecht, Alter und Bildungsabschluss als repräsentativ bezeichnet werden.
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- Gütekriterien Nebengütekriterien o Nützlichkeit: WIE ist in vielen Bereichen anwendbar und erstellt ein gesamtes Intelligenzprofil o Ökonomie: Man erlangt viele Informationen Übung des Testleiters notwendig Lange Durchführungszeit Keine Gruppendurchführungen möglich
- Kritische Würdigung des WIE Positive Aspekte ‐ Protokollbögen sind ansprechend und klar: Die jeweilige Zeitgrenze, die Umkehrregel und die Abbruchregel werden vor jedem Subtest genannt, so das diese Informationen nicht immer wieder im Manual gesucht werde müssen ‐ Die Testanweisungen und die Bewertungskriterien sind verständlich formuliert. ‐ Freie Beobachtung des Probanden im Gegensatz zu Paper-Pencil-Tests, d.h. man kann schon während des Testens erkennen, wo der Proband z.B. Schwierigkeiten hat und darauf eingehen. ‐ Durch die große Auswahl verschiedener Tests kann ein individuelles Profil der kognitiven Fähigkeiten mit Stärken und Schwächen erstellt werden ‐ Der Test kann auch bei Leistungsschwächeren durchgeführt werden, da die ersten Items aller Subtests einfach sind und von den meisten gelöst werden können. ‐ Die Testgütekriterien Reliabilität und Validität sind hinreichend erfüllt. ‐ Aufgrund der klar formulierten Instruktionen zu jedem Subtest kann man auch die Objektivität als weitgehend sicher gegeben ansehen ‐ Zahlreiche Anwendungsgebiete Kritik / Grenzen ‐ Die theoretischen Grundlagen der vier Index-Werte werden im Manual zu wenig belegt. Diese Indikatoren wurden aufgrund einer Faktorenanalyse eingeführt, sind aber kaum an das klassische Intelligenzkonzept von Wechsler angepasst. ‐ Die alte Intelligenztheorie bleibt bestehen, neue Indikatoren werden hinzugefügt, aber der ganze theoretische Hintergrund der 50er Jahre wird nicht hinterfragt. ‐ Die Aufteilung der Intelligenz in „verbal“ und „nonverbal“ (= handlungsorientiert) ist überholt. Der Handlungs-IQ sollte eher in einem figuralen und in einen numerischen-IQ aufgeteilt werden. ‐ Der theoretische Teil des Manuals ist nicht sehr ansprechend geschrieben und legt viel Wert auf eher komplexe teststatistische Auswertungen. Viele Fehler im Manual! ‐ Die Protokollierung, die Abbruch- und Umkehrregeln müssen vor Teststart gut eingeübt werden ‐ Die Durchführung ist länger als angegeben und dauert 2 bis 2 1/2 Stunden. ‐ Die Abkürzung des Test-Namens „WIE“ ist für den deutschen Sprachraum unglücklich gewählt
