Bodenkunde (Fach) / Bodengenese (Lektion)

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Am 8. Tag schuf Gott den Boden, weil man dann besser graben kann

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  • !1.) Erläutern Sie für 5 bodenbildende Faktoren (Faktoren der Bodenbildung) wie diese eine bestimmte Profildifferenzierung begünstigen. Faktoren der Bodenbildung kurz: 1.Ausgangsgestein (Chemismus, Korngröße, Aufbereitung) 2.Klima (Temperatur, den Niederschlag)3.Vegetation (Streuanlieferung, -verteilung, -abbaubarkeit, Wurzelerschließung )Topografie (wirkt über den Wasser- und Wärmehaushalt auf die Bodenentwicklung),4. Topographie: Erosion, Vernässung, Wärmehaushalt -> Südhänge sind trockener und wärmer5. Fauna: Bioturbation, Verdichtung, Aggregatbidlung6. anthropogene Einflüsse: Rodung, Bodenbearbeitung, Düngung, ENtwässerungStickstoffdeposition
  • 2.) Was versteht man unter sauren Ausgangsgesteinen? Quarzreiche, helle Gesteine heißen „saure Ausgangsgesteine“ (“felsisch”). Böden versauern auf quarzreichen Gesteinen schneller und sind auch nährstoffärmer. Von den verwitterungsresistenten, großen Quarzkörnern geht kaum Pufferwirkung aus. Diese bleiben lange als Gerüst  im Boden (wodurch der Boden auch relativ durchlässig wird). Dies liegt  an einer geringen Freisetzung von Kationen starker Basen (K+, Mg2+, Ca2+,...).
  • !3.) Warum entstehen aus Granitverwitterung eher durchlässigere Böden als aus der Verwitterung eines Tonschiefers? Grobkörnige Gesteine wie Granit - verwittern langsamer - bilden ein durchlässiges Sandgerüst im Boden. - die Böden versauern hier also schneller wegen der geringen Pufferrate der Gesteine. - Außerdem beschleunigt das durchlässige Sandgerüst die Wegfuhr von Kationen. Tonschiefer hinterlassen bei der Verwitterung Tonminerale (feinkörnig), die sehr gut Wasser speichern und Kationen an- und einlagern. Sie binden leicht viele Nährstoffe und durch die kleinen Poren wird auch Wasser besser gehalten, sodass es weniger zur Auswaschung kommt.
  • !4.) Die meisten Böden entwickeln sich nicht auf nacktem Fels, sondern auf voraufbereitetem Material. Beschreiben Sie mit wenigen Worten vier solche Voraufbereitungsprozesse und die Eigenschaften des Materials. 1. glazial (durch Gletscher → also Grundmoränen oder Sander, schlecht sortiert) 2. periglazial (Ausgangsgestein wurde geprägt durch Tundrenklima, Permafrost → es entstehen durch Kryoturbation (Durchmischung durch Frosteinwirkung) und Solifluktion (langsame, großflächige Fließbewegungen von lockerem Gesteinsmaterial durch Wechsel von Frost und Auftauen) geprägte Schuttlagen 3. fluviale Sedimente (von einem Fließgewässer mitgeführtes zerkleinertes Gestein) → geschichtet: unten Kies, Mitte Sand, oben bedeckt durch Hochflutlehme, gut sortiert 4. äolische Sedimente (vom Wind transportierte und auch von ihm abgelagerte Sedimente) → sehr gut sortiert, feinkörnig
  • 5.) Was ist die klimatische Wasserbilanz, was ist arides Klima, was humides Klima? Welche grundsätzliche bodenkundliche Weichenstellung bewirkt Aridität bzw. Humidität? Verantwortlich für Auscwaschung. Salz- und Nährstoffanreichung oder Versauerung klimatische Wasserbilanz = Differenz aus Niederschlag und Evapotranspiration (also Evaporation des Bodens und Transpiration der Vegetation) arides Klima= Niederschlag < potentielle Evapotranspiration tatsächliche Evapotranspiration < potentielle,Evapotranspiration  → Es gibt keinen Netto-Wasserstrom nach unten und Verwitterungsprodukte werden nicht weggeschwemmt, es kommt zu Salzanreicherung und Alkalisierung  humides Klima= Niederschlag > potentielle Evapotranspiration tatsächliche Evapotranspiration = potentielle,Evapotranspiration (keine Begrenzung durch fehlenden Niederschlag) → Versauerung. Niederschlag wäscht Ionen aus dem Boden aus
  • 6.) Was ist ein Plaggenboden? antropogen aus Plaggenwirtschaft entstanden durch die PlaggendüngungDüngung mit abgestochenen, humosen Oberboden mit Teilen der darauf befindlichen Vegetation und Streu tiefgründig humos 
  • 7.) Welcher Bodentyp ist durch Bioturbation wesentlich geprägt? Was sind Krotovinas? → Schwarzerden (in Steppen), humoser Mineralboden bis über 1m Tiefe Krotovina = mit humosen Material gefüllter ehemaliger Tiergang
  • 8.) Wie können Stickstoffdepositionen den Profilaufbau unserer Waldböden verändern? (Denken Sie an Humusauflagen) Stickstoffdeposition  -> führt zum Absinken des C/N Verhältnisses -> Wachstum von mineralisierenden Bakterien  -> Rohhumusauflagen werden zersetzt  (>20 ist ein Abbauhemmnis) , dadurch kleine bis gar keine Rohhumusschicht 
  • 9.) Wie begünstigt das Auftreten von Beersträuchern (Ericaceen) die Rohhumusbildung? Wo kommen Ericaceen vor? Ericaeen = Beerstrauch-Vegetation, viel in borealen Nadelwäldernführen zu schwer zersetzlicher Streu, die sich an der Oberfläche anreichert (Rohhumusbildung und Podsolierung) - der Stickstoff in der Streu steht dem Ökosystem nicht mehr zur Verfügung- die Mykorrhiza der Ericaceen sind in der Lage den Stickstoff aus der Streu verfügbar zu machen-->  Konkurrenzvorteil -->  verbreiten weiter --> Humusakkumulation
  • 10.) Was ist ein Kolluvium? (Entstehung, Eigenschaften) Materialablagerung (Schicht von Lockersedimenten) am unteren Hang durch Erosion am oberen Hang - großer Fruchtbarkeit, da tiefgründig und hoher Humusgehalt
  • !12.) Erklären Sie die Begriffe Bodenbildung, Bodenhorizont und Bodenprofil. Was versteht man bodenkundlich unter einer „Schicht“? Bodenbildung=  1. Transportprozesse: → zB abwärtsgerichtete Transporte von Kolloiden/ Tonpartikeln (Parabraunerden), abwärtsgerichtete Transporte von Humus-Oxidkomplexen (Podsole), aufsteigender Transport von gelösten Bestandteilen (Salzböden) 2. in-situ Prozesse: Humusakkumulation, Verbraunung/ Verlehmung, GEfügebildung Bodenhorizont=  vertikale Gliederung  zwischen der Atmosphäre und dem Ausgangsgesteinentstanden durch bodenbildende Prozesse (unterschiedliche Farbe, Mineralbestand, pH, Durchwurzelung, Körnung, Dichte, Porosität, etc.)ein Horizont muss sich vom Nachbarhorizont stärker unterscheiden als er intern heterogen ist  Bodenprofil= charakteristische Abfolge von Bodenhorizonten Schicht= nicht durch bodenbildende Prozesse entstanden, war schon im Ausgangsmaterial vorhanden
  • 13.) Welche Horizontdifferenzierung weisen initiale Böden i.d.R. auf, welcher Prozess ist dafür verantwortlich? Ai-C  →zeichnen sich durch eine sehr Oberflächliche Humusanreicherung aus und bestehen sonst aus Ausgangsmaterial  Ai – nur geringmächtige Akkumulation organischer Substanz (initial)C-Horizonte: mineralischer Untergrund (wenig verändertes Gestein) initiale Böden bilden sich sehr schnell, weil sich eigentlich überall schnell eine dünne Vegetationsschicht ausbildet, aber Humusakkumulation ist noch gering 
  • 14.) Man kann zwei Grundformen der Humusakkumulation unterscheiden. Welche sind das? Wieso führt eine Form meist zur Erhöhung, die andere meist zur Herabsetzung der Fruchtbarkeit? Auflagehumus  (rein org. Material, liegt nur auf und wird nicht eingemischt, sauer,  labil gegenüber Umweltbedingungen)  Mineralbodenhumus (Mineralorganische Komplexe, stabiler, eingemischt, trägt zur KAK und Aggregatbildung bei = gut)
  • !!15.) Was versteht man unter Humusform? Beschreiben Sie kurz die Horizontabfolge der Haupthumusformen und deren Eigenschaften. → Unter Humusform versteht man die Abfolge vom humushaltigem Oberbodenhorizont.   Rohhumus: L – Of – Oh- Aeh →  Übergang scharf erkennbar, Humus brechbar, C/N > 27 Moder: L – Of – Oh- Ah →  Oh aggregiert, kaffeesatzartig, fließende Übergänge, C/N= 18-29 Mull: L - Ah →  Mull fehlt Oh-Lage, C/N = 10-17 L – Auflagehorizont, weitgehend unzersetzte, frische Streu  Of – Organischer Horizont Streu zersetzt Oh –Organischer Horizont, Streu humifiziert  Ah-  mineralischer Oberbodenhorizont mit Anreicherung von Humus
  • 16.) Beschreiben Sie anhand von Beispielen die 4 Gruppen der Bodenhorizonttypen. → O,H – Organische Horizonte, A – mineralischer Oberbodenhorizonte, B – Unterbodenhorizonte, C – Ausgangsmaterial/-gestein   O-Horizont: organisches Material in untersch. Zersetzungs/Mineralisierungsstufen (zb. L; Of, Oh)A- mineralischer Oberbodenhorizonte (humoser Oberboden, geprägt von Anreicherung von Humus, Auswaschung von Stoffen)Ai: nur geringmächtige Akkumulation organischer Substanz (initial)Ah: Anreicherung von Humus B- Horizont: mineralische Unterboden (geprägt von Stoffanreicherung, Mineralumwandlung, Strukturbildung) Bh: Mit eingewaschenen Humusstoffen angereichertC- Horizont: Ausgangsgestein  zb. Cn - unverwittertes Ausgangsgestein
  • 17.)Beschreiben Sie kurz 2 Typen der A-Horizonte in der deutschen Bodensystematik. Ai: nur wenig Akkumulation organischer Substanz (initial)Ah: Anreicherung von Humus, dunkel humos, nach unten abnehmend 
  • !!18.) Beschreiben Sie die 4 pedogen veränderte Unterbodenhorizonttypen. B-: mineralischer Unterbodenhorizont durch Verbraunung / Verlehmung oder Einwaschung geprägt  zB Bh: (h=humusangereichert) Mit eingewaschenen Humusstoffen angereichert T- sehr sehr hoher Tongehalt aus Carbonatverwitterung (zB Terra Rossa) und mit abiotischer Strukturbildung  S- geprägt durch Wechselfeuchte (durch Stauwasser), redoximorph (typisch für Pseudogley) → Redoximorph= Merkmale des Bodens, die durch wechselnde Sauerstoffverhältnisse zustande kommen. Redoximorphe Merkmale sind z.B. Rostflecken. G-  mineralischer Unterbodenhorizont geprägt durch permanente Feuchte (Grundwassereinfluss), der Boden ist dauerhaft mit Grundwasser gesättigt und farblich von Redoximorphose geprägt. 
  • 19.) Was haben Moore gemeinsam? Wie unterscheiden sich Hoch- und Niedermoore?Was sind Niedermoore, was Hochmoore? Gemeinsamkeiten: Moore haben eine torfbildende Vegetation Mineralisation ist gehemmt, es bildet sich eine mächtige Humusschicht  Unterschiede:  - entsteht aus Torfmoos / Sind durch die Pflanzenart geprägt (Schilf, Zecken, Erlenbruchwald)- Torfmoose beziehen Wasser und Nährstoffe aus der Atmosphäre (ombrogen) / werden vom Grundwasser gespeist (topogen) - einer Generation wächst auf der nächsten, so kann das über den Grundwasserspiegel hinauswachsen / Obergrenze des niedermoos ist mehr oder weniger identisch mit der Grundwasseroberfläche- Mineralisationshemmnis kühl feuchtes Klima / Mineralisationshemmnis ist der Sauerstoffmangel durch die Wassersättigung