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Lernfeld 3B (Fach) / Mundpflege,Ehtik,Ernährung,Expertenstandard,Hygiene,Kultur,Wissenschaft,Qualität (Lektion)
Hädrich,Zilles,Vogt,Böcher,Hofmann,Dimler,Wendler
Diese Lektion wurde von Valexa erstellt.
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- Was ist der Körperstoffwechsel? Unter Stoffwechsel versteht man grob gesagt alle biochemischem Vorgänge, die innerhalb der Zellen ablaufen. Anders gesagt: Die Bestandteile der zugeführten Nährstoffe werden in den Zellen verstoffwechselt – also abgebaut, umgebaut und zu neuen Produkten aufgebaut. Der Körper sorgt somit ständig für sich selbst – indem er zugeführte Nährstoffe, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente nutzt oder auf Reserven zurückgreift. All das ist nötig, damit die Vielzahl lebensnotwendiger Vorgänge und Funktionen unseres Körpers ordnungsgemäß ablaufen. Wichtig für den Stoffwechsel sind außerdem Hormone und Enzyme. Der Stoffwechselprozess wird wesentlich durch das Hormon- und Nervensystem gesteuert. Aber auch Umweltfaktoren beeinflussen den Stoffwechsel, etwa die Temperatur. Das wichtigste Stoffwechselorgan ist die Leber.
- Stoffwechsel und Wirkung auf die Ernährung Verdauung ist nicht gleich Stoffwechsel Damit der Körper alle seine Aufgaben erfüllen kann, benötigt er Energie. Bereitgestellt wird diese Energie aus den Makronährstoffen Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße, die wir mit der Nahrung aufnehmen. Die Verdauung ist gewissermaßen die Voraussetzung für Stoffwechsel. Im Magen und im Darm werden die Nährstoffe in ihre Bestandteile zerlegt. Kohlenhydrate werden zu Einfachzuckern, Eiweiße zu Aminosäuren, Fette zu Fettsäuren und Glyceriden abgebaut. Der Darm kann Nährstoffe nur in ihrer zerlegten Form resorbieren. Anders gesagt: Sie werden so klein gespalten, dass der Darm sie aufnehmen und ins Blut überführen kann. Das Fett wird für das Blut extra transportfähig gemacht. Der Blutkreislauf ist quasi das Verteilungsmedium. Er ist die Straße, welche die Nährstoffe in sämtliche Zellen des Körpers schleust. Ist von "Nahrung verstoffwechseln" die Rede, ist damit der Prozess gemeint, der nach der Verdauung und dem Transport über die Blutbahn in den Zellen passiert.
- Nenne die verschiedenen Arten von Stoffwechselprozessen Zentral im Stoffwechsel: Kohlenhydrate, Eiweiß, Fett, Mineralstoffe Es gibt verschiedene Arten von Stoffwechsel, zum Beispiel benannt nach den Substanzen, die dabei verarbeitet werden: Kohlenhydratstoffwechsel: In der Verdauung wurden die komplexen Kohlenhydrate aus der Nahrung in Einfachzucker (zum Beispiel Glukose, Fruktose) zerlegt. Die Zuckermoleküle gelangen über das Blut in die Zellen, wo der eigentliche Stoffwechselprozess stattfindet. Der Körper kann aus den Einfachzuckern Energie gewinnen. Steht gerade genügend Energie zur Verfügung, wird der Einfachzucker in der Leber und der Muskulatur zu neuen Stärkemolekülen (Mehrfachzucker) zusammengesetzt und gespeichert.Eiweißstoffwechsel (Aminosäurestoffwechsel): Bei der Verdauung von Eiweißen entstehen Aminosäuren. Diese gelangen über die Blutbahn in die Zellen. Dort dienen sie einerseits zur Energiegewinnung; andererseits benötigt sie der Körper zum Aufbau von Muskelzellen, Hormonen und Enzymen.Fettstoffwechsel: Fett dient der Energiegewinnung in den Zellen und ist außerdem der wichtigste Energiespeicher. Schließlich wird Fett unter anderem für die Bildung von Hormonen und Botenstoffen benötigt. Was der Körper nicht braucht, speichern die Fettzellen für "schlechte Zeiten".Mineralstoffwechsel: Hier wird zum Beispiel Kalzium und Phosphor zum Aufbau der Knochen bereitgestellt. Kalziumionen sind etwa auch für die Muskelarbeit unerlässlich.
- Kata und Anabolismus Anaboler und kataboler Stoffwechsel Im Zusammenhang mit Stoffwechsel hört man auch oft Begriffe wie Anabolismus und Katabolismus – beides sind Formen und Phasen des Metabolismus, also des Stoffwechsels. Anabolismus: So bezeichnet man bei Lebewesen den Aufbau von Stoffen. Als Beispiel kann wiederum der Kohlenhydratstoffwechsel dienen: Ein Teil der Einfachzucker, die vom Blut in die Zellen gelangen, wird in der Leber und den Muskelzellen wieder zu Stärkemolekülen aufgebaut und gespeichert. Im engeren Sinn wird Anabolismus oft mit Eiweißaufbau, speziell in Muskeln, in Verbindung gebracht. Katabolismus: So wird der Abbau von Stoffwechselprodukten von komplexen zu einfachen Substanzen genannt, um daraus Energie bereitzustellen. Anders gesagt: Die in den verschiedenen Depots gespeicherten Nährstoffe werden wieder in ihre Einzelbestandteile abgebaut und verbraucht, wenn der Körper Energie benötigt. Um beim Beispiel Kohlenhydratstoffwechsel zu bleiben: Im anabolen Stoffwechsel wurde Stärke in der Leber und Muskulatur gespeichert. Im katabolen Stoffwechsel wird diese Stärke wieder zu Einfachzuckern abgebaut und dem Körper in Form von Glukose zur Verfügung gestellt, so dass der Blutzuckerspiegel konstant bleibt und die Muskeln daraus Energie gewinnen können.
- Was ist eine Stoffwechselstörung? Stoffwechselstörungen Eine Stoffwechselstörung liegt vor, wenn die Verwertung einzelner Nährstoffe nicht richtig funktioniert und die Substanz nicht dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Wenn der Stoffwechsel gestört ist, können verschiedene Krankheiten entstehen. Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist zum Beispiel eine Erkrankung des Kohlenhydratstoffwechsels. Auch Fett-, Eiweiß- und Mineralstoffwechsel können gestört sein.
- Was sind wesentliche Bausteine des Körpers?-Ernährung-Stoffwechsel Was ist eigentlich der Stoffwechsel? Für unser Wachstum und inneres Gleichgewicht benötigen wir Energie und Bausteine, die zum Beispiel für den Aufbau von Zellwänden, Muskelfasern, Nervenfasern und Knochen notwendig sind. Beides, Energie und Bausteine, nehmen wir durch die Nahrung auf. Die Gesamtheit der Vorgänge, die zur Energie-Erzeugung und zum Aufbau von Körperbestandteilen führen, nennt man Stoffwechsel (Metabolismus). Alle Bestandteile der Nahrung werden in den Zellen verstoffwechselt, das heißt, sie werden auf-, ab oder umgebaut. Die Leber ist dabei unser wichtigstes Stoffwechselorgan. Wesentliche Bausteine des Körpers sind Nukleinsäuren (Bauelemente des Erbguts)Eiweiße (Proteine)Zucker (Kohlenhydrate)Fette (Lipide)spezialisierte Moleküle wie Porphyrine (z. B. roter Blutfarbstoff)VitamineSpurenelemente (z. B. Eisen, Jod, Fluor ...) Damit alle lebensnotwendigen Vorgänge und Funktionen in unserem Körper ordnungsgemäß ablaufen, muss der Organismus sich ständig selbst mit Energie versorgen. Die Energie wird durch die Verbrennung (Oxidation) der Nahrung gewonnen.
- Die Mundhöhle -Kurze Gedanken Mund, Zähne und Zunge bilden den Anfang des Verdauungsapparates. Sie dienen der Nahrungsaufnahme, aber auch der Sprache und Kommunikation. Mit den Zähnen zerkleinern wir beim Kauen die Nahrung. Schneide-, Eck- und Backenzähne sind ihren Aufgaben entsprechend unterschiedlich geformt. Die Zähne sind durch ihren Aufbau im Mund fest verankert und geschützt. In der Mundhöhle wird der Nahrungsbrei mit Speichel vermischt und anschließend über die Speiseröhre in den Magen transportiert. Die Zunge hat wichtige Aufgaben unter anderem beim Kauen, Schlucken und Schmecken.
- Nenne die Bestandteile der Mundhöhle -Definiere hierbei noch die Mundschleimhaut Aufbau der Mundhöhle Die Mundhöhle gliedert sich in zwei Bereiche: Mundvorhof: Raum zwischen Lippen, Wangen und Zähnen. Oberhalb des zweiten oberen Backenzahnes münden beidseits die große Speicheldrüsen (Glandulae parotidis). Eigentliche Mundhöhle: Raum zwischen Zähnen, Mundboden mit der Zunge, Gaumen und Rachenraum. Im Bereich des Mundbodens vor der Zunge münden kleine Speicheldrüsen. MundschleimhautDie gesamte Mundhöhle ist mit rosafarbener, feuchter Mundschleimhaut ausgekleidet. Da sich die Zellen hier besonders rasch und häufig teilen, heilen Wunden im Mundbereich meist rascher als an anderen Körperstellen. Je nach ihrer Funktion ist die Schleimhaut dick und stark verhornt (an Zahnfleisch und Gaumen) oder dünn und elastisch (an den Lippen und Wangen, dem Mundvorhof und Mundboden sowie der Zungenunterseite). In der Mundschleimhaut befinden sich auch Sinnesrezeptoren für das Tast- und Temperaturempfinden. In der Schleimhaut der Zungenoberfläche liegen außerdem die Rezeptoren für den Geschmackssinn.
- Zahnarten und Verteilung im menschlichen Gebiss Wie viel Zähne hat das menschliche Gebiss? Bereits bei der Geburt eines Babys sind alle Zähne im Kiefer angelegt. Ungefähr ab dem sechsten Lebensmonat brechen die ersten Milchzähne beim Säugling durch. Den Anfang machen meist die beiden unteren Schneidezähne. Mit etwa zweieinhalb Jahren ist das Milchzahngebiss mit insgesamt 20 Zähnchen vollständig. Bei Erwachsenen besteht das menschliche Gebiss aus insgesamt 32 Zähnen: 16 Zähne im Oberkiefer und 16 Zähne im Unterkiefer. Es gibt jedoch Menschen ohne Weisheitszähne, ihr Gebiss besteht daher nur aus 28 Zähnen. In seltenen Fällen können auch einmal mehr als 32 Zähne vorkommen. Manche davon erreichen die Oberfläche und sind im Mund zu sehen, andere bleiben im Knochen „stecken“. Welche Zahntypen gibt es?Anhand ihrer Funktion und Position im Gebiss werden vier verschiedene Zahntypen unterschieden: Schneidezähne (Incisivi): liegen im vorderen Bereich des Kiefers und sind für das Zerteilen der Nahrung zuständig. In jeder Kieferhälfte gibt es zwei Schneidezähne. Eckzähne (Canini): schließen seitlich an die Schneidezähne an. Backenzähne (Mahlzähne): liegen hinter den Eckzähnen. Bei den Backenzähnen wird in der Medizin zwischen zweihöckrigen Vorbackenzähnen (Prämolaren) und Backenzähnen mit jeweils vier Höckern (Molaren) unterschieden. Sie dienen dem Zermahlen der Nahrung. Weisheitszähne: sofern vorhanden, sind die hintersten Backenzähne an jeder Seite des Kiefers.
- Wie ist ein Zahn aufgebaut? Wie ist ein Zahn aufgebaut? Ob Schneide-, Eck- oder Backenzahn, der Aufbau eines Zahnes ist immer gleich. Jeder Zahn besteht aus der Zahnkrone (Corona dentis), dem Zahnhals (Collum dentis) und der Zahnwurzel (Radix dentis). Die Zahnwurzel liegt im Kieferknochen versteckt und endet mit der Wurzelspitze. Die Anzahl der Wurzeln ist von Zahn zu Zahn unterschiedlich. Backenzähne haben beispielsweise mehr Wurzeln (bis zu drei) während Schneide- oder Eckzähne nur eine Wurzel besitzen. Die Zahnkrone ist der sichtbare Teil des Zahnes. Sie wird vom härtesten Material des menschlichen Körpers, dem Zahnschmelz, geschützt. Den Übergang zwischen der Zahnkrone und der Zahnwurzel bezeichnet man als Zahnhals. Er ist vom Zahnfleisch bedeckt. Unterhalb des Zahnschmelzes befindet sich das Zahnbein (Dentin). Das Zahnbein ist weicher als der Zahnschmelz. Es setzt sich bis in die Zahnwurzel fort und umschließt das Zahnmark (Pulpa). Das Zahnmark enthält den Zahnnerv, aber auch alle Blutgefäße. Damit können äußere Einflüsse wie warm und kalt wahrgenommen werden. Als Zahnhalteapparat (Parodontium) bezeichnet man das Verankerungssystem der Zähne. Er besteht aus verschiedenen Stützgeweben, die die Funktion haben, den Zahn im Knochen zu verankern. Zu diesem System gehören das Zahnfach (Alveole), die Wurzelhaut (Desmodont oder Periodontium), der Zahnzement (Cementum) und das Zahnfleisch (Gingiva).
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- Nenne einen Vergleich von Milchgebiss und bleibenden Gebiss,Zahnwechsel Der erste Satz Zähne, den der Mensch erhält, sind die Milchzähne. Ein komplettes Kindergebiss besteht aus 20 Zähnen, je 10 im Ober- und im Unterkiefer. Pro Kiefer wachsen dem Kind 4 Milchschneidezähne, 2 Milcheckzähne und 4 Milchbackenzähne (Molaren). Wie die bleibenden Zähne sind auch die Milchzähne mit Wurzeln im Kiefer verankert. Der Zahnschmelz der Milchzähne ist jedoch höchstens 1 mm dick und damit nur halb so dick wie bei bleibenden Zähnen. Auch sein Mineralstoffgehalt fällt deutlich geringer aus als beim Schmelz der bleibenden Zähne. Das erklärt, warum die Milchzähne viel anfälliger für Karies sind als ihre Nachfolger und besonderer Pflege bedürfen. Vom Zahndurchbruch und ZahnwechselDie ersten Milchzähne zeigen sich meist, wenn das Baby etwa ein halbes Jahr alt ist. In der Regel brechen die unteren Schneidezähne zuerst durch, etwas später dann die oberen. Ungefähr ein Jahr später sind auch die Eckzähne und die ersten Backenzähne sichtbar, im Alter von zwei bis drei Jahren ist das Milchgebiss meist komplett. Ab dem sechsten Lebensjahr beginnt mit dem ersten großen Backenzahn der Durchbruch der bleibenden Zähne. Er verläuft oft unbemerkt, da die Backenzähne hinter den Milchbackenzähnen durchbrechen und dafür kein Milchzahn ausfällt. Der eigentliche Zahnwechsel startet ca. ein Jahr später: Nach und nach lösen sich die Milchzahnwurzeln auf, die Milchzähne fallen aus und werden durch ihre Nachfolger ersetzt. Im Alter von ca. elf Jahren ist der Zahnwechsel vollzogen. Erst danach brechen die zweiten großen Backenzähne durch. Den Abschluss bilden die Weisheitszähne, die sich, sofern sie angelegt sind, erst im Erwachsenenalter zeigen. Der genaue Zeitpunkt des Zahndurchbruchs und auch die Reihenfolge, in der die Zähne durchbrechen, können individuell sehr verschieden sein. Ein verspätetes Zahnen bei Kleinkindern oder eine ungewöhnliche Reihenfolge beim Zahndurchbruch sind für Eltern kein Grund, beunruhigt zu sein. Regelmäßige Zahnarztbesuche mit dem Kind sind aber wichtig, da der Zahnarzt auch die Gebissentwicklung kontrolliert und bei Fehlentwicklungen rechtzeitig eingreifen kann.
- Aufbau und Funktionen der Zunge Zunge Die Zunge (Lingua) übernimmt wichtige Funktionen beim Kauen, Schlucken, Schmecken, Tasten und Sprechen, aber auch bei der Immunabwehr. Sie besteht aus mehreren Abschnitten: Zungenwurzel (Zungengrund): Liegt im hintersten Teil der Zunge und enthält Muskelgewebe sowie die Zungenmandel (Tonsilla linguae), die einen Teil des Abwehrsystems darstellt. Die Zungenwurzel ist am Zungenbein verankert, das mit Bändern und Muskeln sowohl an der Schädelbasis als auch am Kehlkopf befestigt ist. Zungenkörper: Schließt nach vorne an die Zungenwurzel an und besteht aus mehreren Schichten quergestreifter Muskulatur. Die geflechtartige Anordnung der Muskelfasern ist für die große Beweglichkeit und Verformbarkeit der Zunge verantwortlich. Über die Mitte des Zungenkörpers verläuft von vorne nach hinten eine Art Scheidewand aus Sehnenfasern. Zungenspitze: Stellt das vorderste Ende der Zunge dar. Zungenrücken: Beschreibt die obere Außenfläche der Zunge. Zungenunterseite: Liegt nicht komplett frei, sondern ist in ihrem Mittelteil mit der Mundhöhle verwachsen. Zungenrand: Trennt den Zungenrücken von der Zungenunterseite. Zungenbändchen: Diese Falte der Mundschleimhaut befestigt die Unterseite der Zunge am Mundboden, wobei die Seitenränder und die Spitze freiliegen. In der Zungenschleimhaut befinden sich zwei Gruppen von Papillen: Mechanische Papillen: Verhelfen der Zunge zu ihrem Tastempfinden. Geschmackspapillen: Enthalten Geschmacksknospen. Diese kleinen Nervenendigungen befähigen uns, süß, sauer, salzig, bitter und umami (japanisch: umami = Schmackhaftigkeit) zu unterscheiden. Die Knospen für „süß“ liegen vermehrt im vorderen Bereich der Zunge, daran schließen sich nacheinander salzig, sauer und dann wieder salzig an. Die Empfindung „bitter“ wird vor allem im hinteren Bereich der Zunge wahrgenommen. Prinzipiell kann allerdings jede Geschmacksrichtung in jedem Bereich der Zunge wahrgenommen werden.
- Funktionen der Zunge-Nenne mindestens 5 Aufgaben der Zunge SaugenDie Zunge funktioniert wie ein Kolben, die Mundhöhle wie ein Zylinder: Die Zunge zieht sich bei geschlossenem Mund zurück und erzeugt dadurch einen Unterdruck, mit dem Flüssigkeit und Nahrungsbrei angesaugt und geschluckt werden kann. Beißen, Mahlen, Pressen, SpeichelnDie Zunge schiebt die Nahrung beim Kauen zusammen mit den Wangen immer wieder zwischen die Zähne, damit sie gut zerkleinert wird. Zerkleinerte Speisen presst sie an den Gaumen und befördert den fertigen Bissen zum Rachen. Die Bewegungen der Zunge massieren gleichzeitig kleine Drüsen direkt unter der Zunge und pressen Speichel aus. Dadurch wird die Vorverdauung eingeleitet und der Bissen gleitet besser durch die Speiseröhre. SchluckenDie Zunge drückt den Bissen in den Rachen und leitet damit das Schlucken ein. GeschmackUm das, was wir essen und trinken zu überprüfen, enthält die Zungenschleimhaut sehr viele Geschmacksrezeptoren. Sie befinden sich in sogenannten Geschmacksknospen, in denen die Sinneszellen wie Orangenschnitze um einen flüssigkeitsgefüllten Trichter angeordnet sind. Dort werden die chemischen Stoffe, die den Geschmack ausmachen, angespült und von den Sinneszellen erkannt. Der Geschmackssinn war früher überlebenswichtig, da nur dadurch die Nahrung geprüft und giftige und verdorbene Speisen von genießbaren Lebensmitteln unterschieden werden können. Bei vielen Geschmacksreizen werden automatisch auch mehr Speichel und Magensäure gebildet, um die Verdauung einzuleiten. TastenDie Zungenspitze ist der berührungsempfindlichste Teil des menschlichen Körpers. Der feine Tastsinn der Zunge hat vor allem zwei Aufgaben: Zum einen wird die Nahrung auf ihre mechanischen Eigenschaften hin geprüft. Durch die hohe Empfindlichkeit werden beispielsweise kleine Steinchen, Knochensplitter oder Fischgräten als viel größer empfunden, als sie wirklich sind. Dieser „Lupeneffekt“ der Zunge hat also eine Schutzfunktion. Zum anderen sucht die Zunge nach dem ersten Bissen automatisch den gesamten Mundraum nach verbliebenen Essensresten ab. SprechenBeim Menschen ist der Bewegungsreichtum der Zunge auch für das Sprechen wichtig. Erst durch das Zusammenspiel von Zunge, Lippen und Zähnen werden die Töne aus der Kehle zu deutlichen Buchstaben und Wörtern. Dabei ist die Zunge extrem geschickt und schnell: Sie kann mehr als 90 Wörter pro Minute hervorbringen. Dazu sind mehr als 20 verschiedene Zungenbewegungen nötig. So ist die Zunge wesentlich für die Lautbildung bei den Konsonanten „t“, „d“, „l“ oder beim gerollten „r“. Bei der Aussprache des Buchstabens „k“ ist sie etwa nach hinten verengt. Bei einem „s“ zieht sich die Zungenspitze zurück. Bleibt diese dagegen zwischen den Zahnreihen, entsteht zum Beispiel das typische Lispeln. Dass die Zunge beim Sprechen wesentlich ist, zeigt die Fähigkeit von Papageien, die menschliche Sprache zu imitieren: Sie verfügen zwar nur über ein sehr einfaches Stimmorgan mit weniger Muskelgruppen als Menschen – dafür aber über eine außergewöhnlich dicke Zunge. Mit ihrer Hilfe formen sie viele Laute der menschlichen Sprache täuschend ähnlich nach. AbwehrDie Gesamtheit aller Abwehrzellen auf der Zunge wird als Zungenmandel (Tonsilla lingualis) bezeichnet. Sie befindet sich hinten am Zungengrund und ist Teil des sogenannten lymphatischen Rachenrings: Zusammen mit den anderen drei Mandeln – den zwei Gaumen- und einer Rachenmandel – ist sie für die Körperabwehr von Erregern zuständig, die über den Mund in den Körper gelangen können.
- Nenne die Speicheldrüßen und deren Lage Für die Speichelproduktion besitzt der Mensch die paarige Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis), die paarige Unterkieferspeicheldrüse (Glandula mandibularis) und die paarige Unter- zungenspeicheldrüse (Glandula sublingualis). Diese 6 Speicheldrüsen werden als die großen Speicheldrüsen benannt. Die Abbildung zeigt schematisch die Lage der Ohrspeicheldrüse und der Unterkiefer- speicheldrüse. In diesen Drüsen findet sich die Mehrzahl der Tumore. Die Unterzungen- speicheldrüse liegt der Unterkiefer- speicheldrüse vorne an. Daneben gibt es 600 - 1000 kleine Speicheldrüsen, die regelmäßig über die Schleimhaut des Mund-Rachenraumes verteilt sind. Da der Mensch so viele Speicheldrüsen besitzt, beeinträchtigt die Entfernung einer großen Speicheldrüse in der Regel nicht die täglich notwendige Speicheldrüsenproduktion. Tumoren der Speicheldrüsen kommen am häufigsten in der Glandula parotis vor.
- Anzeichen einer Schluckstörung Direkte symptome einer Schluckstörung Darunter versteht man Zeichen, die während des Essens oder Trinkens auftreten: häufiges Husten und RäuspernStimmveränderung im Sinne einer feuchten Stimmeerschwerte Atmung oder gurgelnde AtemgeräuscheSteckenbleiben von Nahrung im Hals / "etwas in den falschen Hals bekommen"Abfall der Sauerstoffsättigung und dadurch eine blaue Verfärbung der Lippen oder des Gesichts... Indirekte Symptome einer Schluckstörung Darunter versteht man Zeichen, die ausserhalb der Ess- oder Trinksituation beobachtbar sind: zunehmende Verschleimung der unteren Atemwege unklare Temperaturerhöhungen oder FieberzackenBronchitis oder Lungenentzündung (Pneumonie)ungewollter Gewichtsverlustsiehe dazu auch Screenings bei Verdacht auf Dysphagie
- Was ist der Rachen(Pharynx)? Der Rachen, oder auch Pharynx genannt, ist der Bereich, der hinter der Nase und dem Mundraum liegt und bis zum Kehlkopf und zur Speiseröhre reicht. Er bildet einen muskulären Schlauch, durch den Luft, feste Nahrung und Flüssigkeit hindurch transportiert werden. Von dort geht es weiter in die Lunge (Luft) oder in den Magen (Nahrungsmittel). Zwei prominente Muskelgruppen ermöglichen es dem Rachen, den Speisebrei weiter zu befördern. Diese Muskelgruppen sind außerdem am Schluckakt und beim Sprechen beteiligt.
- Aufbau des Rachens Aufbau Die Pharynxhöhle (Cavitas pharyngis) wird in kranio-kaudaler Richtung in drei Abschnitte eingeteilt: Nasopharynx oder Pars nasalis pharyngis (Epipharynx), der sich vom Rachendach (Fornix pharyngis) mit der Tonsilla pharyngealis nach kaudal bis zum Gaumensegel erstreckt, Oropharynx oder Pars oralis pharyngis (Mesopharynx), der sich vom Gaumensegel bis zur Plica pharyngo-epiglottica erstreckt Laryngopharynx oder Pars laryngis pharyngis (Hypopharynx), der sich bis zu den Recessus piriformis fortsetzt und dort in den Ösophagus übergeht. Die einzelnen Abschnitte des Pharynx haben über Öffnungen Anschluss an benachbarte Strukturen. Der Nasopharynx hat über die Choanen Anschluss an die Nasenhöhle (Meatus nasopharyngeus) und über das Ostium pharyngeum tubae auditiva mit der Tuba auditiva Anschluss an das Mittelohr (Mesotympanon). Das Ostium pharyngeum tubae auditivae und der angrenzende Recessus pharyngeus werden von Schleimhautwülsten, dem Torus tubarius und dem Torus levatorius umgeben. Letzterer wird aufgrund seines lymphatische Gewebes auch als Tonsilla tubaria bezeichnet. Das lymphatische Gewebe setzt sich in Form der Seitenstränge an der seitlichen Rachenwand fort. Der Oropharynx hat einen direkten Zugang zur Mundhöhle über die Schlundenge (Isthmus faucium). Der Laryngopharynx hat über den Aditus laryngis an der Epiglottis und den Plicae aryepiglotticeae eine Verbindung zum Larynx. Die einzelnen Etagen besitzen jeweils unterschiedliche histologische Merkmale.
- Funktionen des Pharynx Der Pharynx hat verschiedene Funktionen, dazu zählen Immunologische Funktion des lymphatischen Gewebes der Tonsilla pharyngea, der Tonsillae tubariae und der Seitenstränge durch Aufnahme und Präsentation von Antigenen aus Atemluft und Nahrung, Anfeuchtung und Befeuchtung der Atemluft, Schlucken und Beförderung der Nahrung aus der Mundhöhle in den Ösophagus bedingt durch die Aktivität der Schlundschnürer und Schlundheber, Sekretion von Gleitspeichel, Verschluss des Nasopharynx (M. constrictor pharyngis superior mit Passavant-Wulst) und des Aditus laryngis (Schlundheber) und somit der Trachea während des Schluckens und dadurch Trennung der Luft- und Speisewege voneinander, Würge- und Hustenreflex, vermittelt durch den N. glossopharyngeus und den N. vagus.
- Was ist die Speißeröhre?und was passiert wenn diese nicht funktioniert? Die Speiseröhre (Ösophagus) ist Teil des oberen Verdauungstraktes. Ihre Aufgabe ist es, die aufgenommene und im Mund angedaute Nahrung in den Magen zu befördern. Sie ist ein elastischer, muskulärer Schlauch von etwa 25 Zentimeter Länge. Der obere Teil der Speiseröhre liegt unmittelbar hinter der Luftröhre und vor der Wirbelsäule, in ihrem unteren Teil tritt sie durch das Zwerchfell und mündet direkt unterhalb in den Magen. Die Speiseröhre besteht, ähnlich dem übrigen Verdauungstrakt, aus vier Gewebsschichten: einer inneren Schleimhaut, die der Nahrung eine glatte Passage ermöglicht; einer anschließenden stabilisierenden Bindegewebsschicht, einer Muskelschicht sowie einer äußeren schützenden Bindegewebsschicht. Durch wellenartige Kontraktionen der Speiseröhrenmuskulatur wird der Speisebrei abwärts in Richtung Magen befördert. Am Eingang zum Magen befindet sich eine Art muskuläre Verschlussvorrichtung, die einen Rückfluss (Reflux) von Säure und Nahrung aus dem Magen in die Speiseröhre verhindert. Funktioniert dieser Verschluss nicht ausreichend, können Mageninhalt und damit auch aggressive Magensäure sowie Gallensäuren in die Speiseröhre gelangen und die empfindliche Schleimhaut angreifen. Die Betroffenen leiden unter Sodbrennen, einem brennenden Schmerz, der vom Oberbauch aus hinter dem Brustbein aufsteigt. Es kommt häufig vor – besonders z. B. bei hohem Magendruck – dass geringe Flüssigkeitsmengen in die Speiseröhre zurückfließen. Ein verstärkter oder ständiger Rückfluss kann jedoch zu Entzündungen der Speiseröhrenschleimhaut und letztlich zum Umbau der Schleimhaut vom Plattenepithel zum Drüsenepithel führen (sog. Barrett-Ösophagus). Wird das Sodbrennen zum chronischen Leiden, besteht die Gefahr, dass sich aufgrund der lang andauernden Entzündung Tumoren in der Schleimhaut ausbilden.
- Nenne die Abschnitte der Speißeröhre und die 4 Schichten Die Speiseröhre (Ösophagus) ist ein etwa 25-30 cm langer Muskelschlauch. Sie beginnt im Mundraum und endet am Mageneingang (Cardia). Dabei führt sie durch den Brustkorb in die Bauchhöhle und verbindet so den Mund mit dem Magen. Die Speiseröhre wird in drei Abschnitte eingeteilt: Halsbereich (Pars cervicalis), bis zum Eintritt in den Brustraum (Thorax)Brustbereich (Pars thoracica), bis zum Zwerchfell (Diaphragma)Bauchbereich (Pars abdominalis), bis zum Magenmund (unterer Ösophagussphinkter oder Cardia) Im oberen Bereich zieht die Speiseröhre hinter der Luftröhre und vor der Wirbelsäule in den Brustkorb. Dort verläuft sie neben der Hauptschlagader (Aorta) nach unten, grenzt an Lunge und Herz und tritt schließlich am sogenannten Hiatus oesophageus durch das Zwerchfell (Diaphragma). Die Speiseröhre (Ösophagus) ist ein Teil des Verdauungstraktes und dient dem Transport der Nahrung vom Rachenraum in den Magen. Sie besteht aus insgesamt vier Schichten: innen liegt die Schleimhaut (Tela mucosa)darunter liegt die Tela submucosa, eine Bindegewebsschicht, die Nerven, Blutgefäße und Drüsen enthält in der Mitte ist die Muskelschicht (Tela muscularis) mit einer inneren Ringmuskulatur und eine äußere Längsmuskelschicht außen ist eine lockere Bindegewebsschicht (Tela adventitia), die die Speiseröhre mit den Nachbarorganen verbindet
- Nenne die 3 Engstellen der Speißeröhre In ihrem Verlauf durchzieht die Speiseröhre drei Engstellen: die obere Enge ist der Speiseröhrenmund (Ösophagusmund) die mittlere Enge kommt durch die Kreuzung des Hauptschlagaderbogens (Aortenbogen) zustande und wird deshalb auch als Aortenenge bezeichnet. die untere Enge oder Zwerchfellenge entsteht mit dem Eintritt der Speiseröhre in den Bauchraum durch eine Öffnung des Zwerchfells (Hiatus oesophagus) und bildet einen komplexen Verschlussmechanismus, den Magenmund (unterer Ösophagussphinkter oder auch Cardia). Die Speiseröhre sorgt für den Transport der Nahrung vom Mund in den Magen. Dazu spannt sich die Muskulatur wellenförmig von oben nach unten an, um den Speisebrei zum Magen zu transportieren. Im Ruhezustand sorgen Geflechte von Venen unter der Schleimhaut dafür, dass die Speiseröhre nahezu vollständig geschlossen ist. Am oberen Ende der Speiseröhre befinden sich Muskeln die den Eingang bis zum Schluckakt verschlossen halten (Oberer Ösophagussphinkter). Außerdem sorgt ein Verschlussmechanismus am unteren Eingang dafür, dass kein Magensaft in die Speiseröhre zurückläuft (Unterer Ösophagussphinkter). Das gelingt dadurch, dass dort die Muskelfasern unter einer Längsspannung stehen und so die Speiseröhre zusammengedrückt wird. Auch Druckunterschiede zwischen Brustkorb und Bauchraum tragen zum Verschluss bei.
- Nenne die Funktion der Speißeröhre Funktion der Speiseröhre: -Aufnahme und Transport von Nahrung-Abtransport von Speichel-Schutz der tiefen Atemwege vor Eindringen von Flüssigkeiten (Aspiration) Dabei müssen 50 Muskelfunktionsgruppen, 5 Hirnnervenpaare und 4 Zervikalnerven durch das Zentralnervensystem koordiniert und gesteuert werden. Gesunde Erwachsene schlucken etwa 580 bis 2000 mal pro Tag im Wachzustand– mit Ausnahme der Mahlzeiten- d.h. 1 mal pro Minute und im Tiefschlaf praktisch nie Schlucken zählt somit zu den häufigsten Bewegungsvorgängen im menschlichen Organismus. Wenn keine Nahrung aus dem Mund in den Magen transportiert wird, sind beide Sphinkteren geschlossen. Kommt aber Nahrung beim Essen in den hinteren Teil des Mundes, so öffnet sich der obere Ösophagussphinkter (OÖS) und der Nahrungsbolus wird mit der Zunge weiterbefördert und die Speise oder auch der Speichel fließt in die Speiseröhre. Danach schließt sich der Sphinkter wieder. In der Speiseröhre wird die Nahrung durch die wellenförmige Bewegung (Peristaltik) des Ösophagus weiter nach unten befördert. Durch die Kombination aus der Vorwärtsbewegung und das Gewicht des Bolus wird eine Kraft auf den unteren Ösophagussphinkter (UÖS) ausgeübt, die diesen öffnet, und der Nahrung ermöglicht, in den Magen zu gleiten. Der untere Ösophagussphinkter hat eine wichtige Schutzfunktion: Er verschließt sich direkt nach dem Nahrungsdurchtritt und verhindert so weitgehend das Zurückfließen von Mageninhalt in die Speiseröhre. Der normale Verdauungsvorgang beginnt im Mund mit dem Zerkleinern der Nahrung während des Kauens. Hier wird Speichel mit der Nahrung vermischt, dadurch wird die Nahrung gleitfähiger gemacht. Diese Mischung aus gekauter Nahrung und Speichel wird Bolus genannt. Die Zunge formt diesen Nahrungsbolus und initiiert den Schluckvorgang, der den Bolus vom Mund durch den Hals in die Speiseröhre (Ösophagus) transportiert.
- Was ist der Magen? Was ist der Magen? Der Magen ist eine sackartige Ausweitung des Verdauungskanals zwischen der Speiseröhre und dem Zwölffingerdarm. Er wird in verschiedene Bereiche unterteilt: Oben, an der Eintrittsstelle der Speiseröhre, liegt der Magenmund, Kardia genannt. Links davon wölbt sich ein kuppelförmiger Abschnitt nach oben, der Magengrund oder Fundus. Nach unten hin schließt sich der Hauptabschnitt des Organs an, der Magenkörper oder Korpus. Er geht in den Magenausgang (Pylorus oder Pförtner) über, der von einem Ringmuskel gebildet wird. So ist der Magen aufgebautDer Magen ist ein Hohlmuskel und innen mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Sie schützt den Magen vor der Magensäure. Für die Verdauung werden im Magen Nahrung und Magensäure miteinander vermengt und durch Muskelarbeit weiter Richtung Darm befördert.Das Fassungsvermögen des Magens ist sehr unterschiedlich: Bei einem Erwachsenen beträgt es im Durchschnitt 2,5 Liter, bei einem Neugeborenen 20 bis 30 Kubikzentimeter. Die Größe passt sich den Lebens- und Essgewohnheiten an: Wer stets kleine Mahlzeiten zu sich nimmt, hat in der Regel einen kleineren Magen als Menschen, die regelmäßig große Portionen verzehren.
- Wie lange bleibt Essen im Magen? Wie lange bleibt Essen im Magen? Leicht verdauliche Speisen wie Obst und Gemüse bleiben etwa ein bis zwei Stunden, schwer verdauliche, fetthaltige Speisen dagegen ungefähr fünf bis acht Stunden. Große Nahrungsmengen beschleunigen die Entleerung in den Dünndarm. Flüssigkeiten werden schneller an den Dünndarm abgegeben als halbfeste oder feste Nahrung. Körperliche Bewegung, Stehen und Sitzen führen zu einer schnelleren Entleerung, starke Bewegungen dagegen hemmen die Motorik der Magenwand ebenso wie Schmerzen, die von anderen Organen ausgehen.
- Welche Funktion hat der Magen? Welche Funktion hat der Magen? Der Magen vermengt die aufgenommene Nahrung mit dem Magensaft zu einem gut durchmischten Brei. Der Magensaft enthält verschiedene wichtige Komponenten: Verdauungsenzyme: Pepsinogen beziehungsweise Pepsin für die Eiweißverdauung und Lipasen für die Fettverdauung.Salzsäure: Wandelt die inaktive Vorstufe Pepsinogen in das aktive Pepsin um, sorgt für das saure Milieu, welches das Pepsin für seine Arbeit braucht, und tötet Bakterien ab.Schleimstoffe: Schützen die Magenwand vor der aggressiven Salzsäure und den Enzymen, damit sich das Organ nicht selbst verdaut.Intrinsic factor: Eiweiß, das dann im Darm für die Aufnahme von Vitamin B12 ins Blut benötigt wird.Der Magensaft wird von der Magenwand und den darin sitzenden Drüsen produziert (ungefähr zwei Liter pro Tag). Diese Drüsen bestehen aus verschiedenen Zelltypen: Im Kardiabereich überwiegen Nebenzellen, die den Schleim produzieren. Im Korpusbereich überwiegen Hauptzellen, die ebenfalls Schleim absondern und zudem Pepsinogen und den Intrinsic factor produzieren. Belegzellen oder Parietalzellen sind besonders im Fundus und Korpus zu finden. Sie bilden die Salzsäure, die den pH-Wert des Magens auf zwei bis drei senkt. Die Innenwand des Magens wird von der schützenden Schleimschicht überzogen. Darunterliegt eine lockere Bindegewebsschicht, die reich an Blutgefäßen, Nerven, Lymphgewebe und Drüsen ist. Dann folgt die Muskelwand, bestehend aus drei Lagen glatter Muskulatur, die durch ihren Muskeltonus die Nahrung vermischt, zerkleinert und weiter befördert. Nach Andauung der äußeren Schicht der Nahrung wird diese durch wellenförmige Kontraktionen (Peristaltik) zum Pylorus (Pförtner) hin befördert und die nächste Nahrungsschicht wird mit dem Magensaft vermengt. Wenn der gesamte Speisebrei (Chymus) durchmischt ist, wird er in wiederum wellenförmigen Kontraktionen und portionsweise in den Dünndarm befördert. Der Pförtner öffnet und schließt sich durch chemische Reaktionen im Zwölffingerdarm.
- Wo liegt der Magen? Wo liegt der Magen? Der Magen liegt unter dem Zwerchfell, zu drei Vierteln im linken Oberbauch (Regio hypochondriaca), zu einem Viertel im mittleren Oberbauch (Regio epigastrica). Der tiefste Punkt liegt etwa in Höhe des Nabels. Im Stehen verläuft die Längsachse des Magens – besonders, wenn er gefüllt ist – fast senkrecht, das untere Ende kann dann sogar unter dem Pylorus liegen. Luft, die beim Essen mitgeschluckt wird, sammelt sich also im Stehen oder beim geraden Sitzen ganz oben in der kuppelförmigen Kardia.
- Welche Probleme kann der Magen verursachen? Welche Probleme kann der Magen verursachen? Entzündungen und Infektionen sowie Krebserkrankungen kommen am häufigsten und in jedem Alter vor. Bei einer Magenschleimhaut-Entzündung (Gastritis) greift die Magensäure die Schleimhautschicht an der Innenwand an. Mögliche Ursachen sind Medikamente, ein Übermaß an Alkohol oder Nikotin, Bakterien oder Viren. Eine chronische Gastritis kann durch das Bakterium Helicobacter pylori verursacht werden. Ohne Behandlung entwickeln sich Geschwüre (Ulzera), die zu Blutungen oder sogar einem Magendurchbruch führen können. Wenn bei Schleimhautschäden (etwa bei einer chronischen Gastritis) auch die Belegzellen mitbetroffen sind, wird unter Umständen nicht mehr genügend Intrinsic factor gebildet. In der Folge kann auch nicht mehr ausreichend Vitamin B12 aufgenommen werden – es entwickelt sich ein Vitamin B12-Mangel, der oft Blutarmut (Anämie) nach sich zieht, weil das Vitamin wichtig für die Blutbildung ist. Auch neurologische Störungen können auftreten, weil das Vitamin für den Aufbau der Schutzhüllen um die Nerven notwendig ist. Sodbrennen entsteht, wenn aggressive Säure aus dem Magen in die Speiseröhre hochsteigt und hier die Schleimhaut reizt (Refluxkrankheit).
- Lage und Aufbau des Magens Lage und Aufbau des Magens Der Magen ist ein Hohlorgan im Oberbauch, welches direkt an die Speiseröhre angeschlossen ist. Er liegt innerhalb des Bauchfells (Peritoneum) und unter dem Zwerchfell (Diaphragma). Die Nachbarorgane sind Leber, Milz, Bauchspeicheldrüse, linke Niere und Dickdarm. Anatomisch lässt sich der Magen in vier Abschnitte einteilen: Kardia: Mageneingang und Übergang von Speiseröhre zu MagenFundus: Magenkuppel, höchste Stelle des MagensKorpus: Magenkörper, Hauptteil des MagensPylorus: Übergang von Magen zu Dünndarm Am Eingang und Ausgang des Magens befindet sich jeweils ein Schließmuskel. Dieser verhindert das ungewollte Zurückfließen des Mageninhaltes in die Speiseröhre bzw. die vorzeitige Magenentleerung in den Dünndarm. Die Magenwand besteht, wie im Großteil des Verdauungstraktes, aus einer inneren Schleimhautschicht, einer Muskelschicht und einer Schicht aus Bindegewebe. Um seiner Verdauungsfunktion nachzukommen, produziert der Magen täglich ca. 2 Liter Magensaft. Für die Zusammensetzung des Magensaftes sind verschiedene Zelltypen verantwortlich, die jeweils unterschiedliche Bestandteile produzieren. Die verschiedenen Zellarten vereinigen sich zu einer Drüse, in deren Gang sie ihr jeweiliges Produkt absondern.
- Zusammensetzung des Magensaftes und produzierende Zellen: Zusammensetzung des Magensaftes und produzierende Zellen: WasserSalzsäure – Parietalzellen: Dient der Zersetzung der Nahrung und tötet mögliche Keime ab.Pepsin – Hauptzellen: Enzym, welches Proteine in kleinere Peptide oder Aminosäuren aufspaltet und so für den Körper verwertbar macht.Muzine (Schleim) – Nebenzellen: Muzine sind Polysaccharidverbindungen, die viel Wasser binden können. Dadurch bilden sie eine schützende Schleimschicht im Magen.Bicarbonat – oberflächliche Epithelzellen: Puffert als Base den sauren pH-Wert im Magen und dient, zusammen mit Muzinen, als Schleimhautschutz.Intrinsic Factor – Parietalzellen: Glykoprotein, welches mit Vitamin B12 einen Komplex bildet, sodass es im Dünndarm aufgenommen werden kann. Vitamin-B12-MangelInsbesondere nach Operationen am Magen kommt es durch fehlende Produktion von Intrinsic Faktor zu Vitamin-B12-Mangel. Auch bei schwerer Gastritis kann die Produktion von Intrinsic Faktor eingeschränkt sein. Betroffene PatientInnen sollten vorbeugend Vitamin B12 einnehmen. Der Magensaft hat einen sauren pH-Wert zwischen 1 und 4. Nach der Nahrungsaufnahme steigt der Wert, im nüchternen Zustand ist er am niedrigsten. Um sich vor Schleimhautschäden zu schützen, produziert der Magen mit Muzinen einen zähen Schleim, der eine mechanische und chemische Barriere gegen die Säure bildet. Um Übersäuerung zu verhindern, wird kontinuierlich Bicarbonat produziert. Dieses hat basische Eigenschaften und neutralisiert die Salzsäure.
- Was passiert mit der Nahrung im Magen?und woher kommt Magenknurren? Funktionen des Magens Der Nahrungsbrei gelangt vorverdaut durch den Kauvorgang und die Speichelenzyme über die Speiseröhre in den Magen. Durch die Magensäure und die Eigenbewegung des Magens wird die Nahrung weiter zerkleinert. Es entsteht Chymus (Speisebrei), dessen Bestandteile für die folgenden Darmabschnitte verwertbar sind. Der Chymus wird im Magen zwischengespeichert und portionsweise an den Dünndarm abgegeben. Der Transport des Chymus wird durch die Peristaltik des Magen-Darm-Traktes vorangetrieben. Wie entsteht Magenknurren? Magenknurren kennt wohl jeder, aber wie entsteht es eigentlich? Der Magen knurrt am ehesten, wenn nur Magensäure und Luft in ihm enthalten sind. Luft gelangt beim Sprechen und Schlucken hinein. Die Magensäureproduktion wird vor allem durch den Anblick und Geruch von Essen angeregt. Durch die Eigenbewegung des Magens (Peristaltik) wird das Gemisch aus Magensaft und Luft bewegt und es kommt zum typischen Magenknurren.Die Magensäure dient neben der Verdauung auch dem Abtöten von Krankheitserregern, die möglicherweise mit der Nahrung zugeführt wurden. Durch die Produktion des Intrinsic Factors ist der Magen ein wichtiges Organ für die Aufnahme von Vitamin B12. Die eigentliche Aufnahme findet erst im Dünndarm statt, jedoch nur in Kombination mit dem Intrinsic Factor. Der Magen produziert außerdem das Hormon Gastrin. Dieses Peptidhormon fördert unter anderem die Produktion von Magensaft. Es wird bereits produziert, wenn Nahrung gesehen, gerochen, geschmeckt oder gekaut wird.
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- Magenbewegungen(Motilität) Was wir über den Tag verteilt essen, verdaut unser Körper in den Hohlorgangen Magen und Darm. Die Verdauungsorgane sind dazu ständig in Bewegung. Diese Darm- und Magenbewegungen werden als Motilität bezeichnet und haben verschiedene Funktionen: Einerseits wird die Nahrung mit Verdauungssäften vermischt, die die Nahrung in immer kleinere Bestandteile aufspalten. Anderseits bewirkt Motilität, dass der Nahrungsbrei in kleinen Portionen von einem Organ in das nächste weitergedrückt wird, sobald die Verdauung dort abgeschlossen ist. Außerdem wird durch die Magenbewegung Speisebrei gegen die Wand des Organs gedrückt. Auf diese Weise können die Nerven in der Magenwand besser registrieren, wie viel Speisebrei sich im Magen befindet und dem Gehirn ein Gefühl von Sättigung vermitteln. Motilität: Die Muskeln im Verdauungstrakt Damit die Motilität gewährleistet werden kann, ist die abgestimmte Arbeit der Muskeln unserer Organe entscheidend. Vom Mund bis zum After sind unsere Verdauungsorgane durch eine Art Muskelschlauch verbunden. Diese Muskeln liegen in der Wand der Organe in Form von Längs- und Ringmuskeln. Es handelt sich dabei um sogenannte glatte Muskulatur. Diese Muskelart ist vor allem in den inneren Organen zu finden und lässt sich nicht willentlich beeinflussen. Für die Steuerung der Muskeltätigkeit verfügt das Verdauungssystem daher über ein eigenes Nervengeflecht: das enterische Nervensystem. Magenbewegung: Die Motilität im Magen Im Magen kommt es zu ersten Verdauungsprozessen. Dazu produziert das Organ täglich etwa zwei Liter Magensaft. Die Motilität trägt dazu bei, dass der Magensaft unter den Nahrungsbrei gemischt wird. Auf diese Weise können Enzyme die Eiweiße aus der Nahrung besonders gut spalten. Ist der Magen mit Nahrung gefüllt, drückt diese auf die Magenwand. Der so entstandene Druck löst daraufhin peristaltische Muskelbewegungen aus: Circa alle 20 Sekunden kommt es zu wellenförmigen Kontraktionen der Magenmuskeln. Die Motilität der Verdauungsorgane kommt durch wellenartige Kontraktionen der Muskeln – auch Peristaltik genannt – zustande. Dieses koordinierte Zusammenziehen und Entspannen erinnert an die Bewegung eines Regenwurms. Wie stark die Muskeln sich bewegen, hängt von der Menge und Position der Nahrung ab. Nach einer Mahlzeit arbeiten die Muskeln in der Regel besonders intensiv. Außerdem werden zum Beispiel Magenbewegungen in Richtung Ausgang des Organs stärker, da der dortige Schließmuskel nur öffnet, wenn genügend Druck vorhanden ist. Gut zu wissenDas enterische Nervensystem (ENS) ist ein Nervengeflecht im Verdauungstrakt, das die Motilität koordiniert. Es besteht aus über 100 Millionen Nervenzellen, also aus ungefähr so vielen Nerven wie das Rückenmark. Das ENS steuert die Motilität autonom, also unabhängig vom zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark). Wenn wir entspannt sind, ist unsere Verdauung besonders aktiv.
- Was ist eine Motilitätsstörung? Motilitätsstörungen – was steckt dahinter? Bei Motilitätsstörungen ist, wie schon die Bezeichnung verrät, die normale Bewegung der Verdauungsorgane beeinträchtigt: Entweder sind die Muskeln zu entspannt oder zu verkrampft. Sind die Muskeln zu wenig gespannt, kommt es zu einer langsameren Bewegung in den Verdauungsorganen – wir leiden an Völlegefühl. Ist die Bewegung hingegen beschleunigt, spüren wir das unter Umständen durch „Rumoren“ im Bauch – Durchfall kündigt sich an. Typische Symptome einer Motilitätsstörung sind: VöllegefühlÜbelkeit und ErbrechenSodbrennen MagenschmerzenBauchkrämpfeBlähungen Die Auslöser für Probleme mit der Motilität liegen oft in unseren Lebensgewohnheiten. Essen wir unregelmäßig oder hektisch kann das unseren Magen-Darm-Trakt überfordern. Genauso verhält es sich bei zu großen Portionen oder fettigem Essen. Auch Allergien und Unverträglichkeiten gegen bestimmte Lebensmittel können die normale Darm- und Magenbewegung stören. Daneben kommt Stress als Ursache für Motilitätsstörungen infrage, da Stresshormone sich auch auf die Magen-Darm-Tätigkeit auswirken und die Magenentleerung hemmen. Bei Diabetes oder auch funktionellen Erkrankungen wie dem Reizmagen oder Reizdarm können ebenfalls Störungen der Motilität auftreten.
- Dünndarm:Lage und Abschnitte Der Dünndarm ist etwa 5-6 Meter lang und gliedert sich in 3 Hauptabschnitte: Zwölffingerdarm (Duodenum)Leerdarm (Jejunum)Krummdarm (Ileum) Der Zwölffingerdarm liegt im Oberbauch und ist etwa 30 Zentimeter lang. In ihn münden die großen Verdauungsdrüsen Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse. Im Unterbauch liegen Leer- und Krummdarm, die aufgrund ihrer Länge viele Schlingen bilden.
- Funktionen des Dünndarms Funktion Im Dünndarm wird der Nahrungsbrei weiter verdaut und die gewonnenen Nährstoffe aufgenommen. Die Nahrung bleibt viele Stunden im Dünndarm und bekommt dadurch engen Kontakt mit den Verdauungsenzymen und der Darmoberfläche, die die Nährstoffe aufnimmt. Um die Nährstoffe noch besser aufnehmen zu können, ist die Schleimhaut des Dünndarms stark gefaltet. Auf der gesamten Oberfläche und den Falten befinden sich warzenförmige Erhebungen, die Darmzotten, welche die Oberfläche noch einmal vergrößern. Die Darmoberfläche beträgt dadurch 400-500 Quadratmeter. In den etwa 4 Millionen Zotten werden die Nährstoffe in Blut und Lymphe aufgenommen. Wie im Magen sorgen auch im Dünndarm rhythmische Bewegungen (Peristaltik) für die Durchmischung und den Weitertransport des Speisebreis. Eine weitere wichtige Funktion ist die Wasseraufnahme: Im Dünndarm wird dem Nahrungsbrei 80% des Wassers entzogen. Dadurch wird er stark eingedickt. Die restlichen 20% werden vom Dickdarm aufgenommen. Von den bis zu 9 Litern Wasser, die dem Nahrungsbrei so täglich entzogen werden, stammen etwa 7 Liter aus dem Magensaft und 2 Liter aus der Nahrung selbst. Gleichzeitig ist der Dünndarm sehr reich an hormonbildende Zellen. Dazu zählt z. B. das Serotonin, das die Beweglichkeit der Muskelwand steigert. Andere wiederum wirken auf die umliegenden Organe wie Bauchspeicheldrüse, Magen und die Produktion der Gallenflüssigkeit. Eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Viren, Bakterien und schädlichen Fremdstoffen spielt das so genannte darmassoziierte lymphatische Gewebe. Es besteht aus zahlreichen einzelnen Lymphknoten in der Schleimhaut.
- Dünndarmwand und Dünndarmschleimhaut Dünndarmwand Die Wand des Dünndarms ist von innen nach außen aus verschiedenen Schichten aufgebaut. Ganz innen liegt die Schleimhaut, gefolgt von einer Verschiebeschicht aus lockerem Bindegewebe mit Blut- und Lymphgefäßen sowie einem Nervengeflecht.Dann schließt sich eine zweiteilige Muskelschicht an (Ringmuskelschicht, Längsmuskelschicht). Ihre wellenartigen Bewegungen und Kontraktionen sorgen für die Durchmischung und den Weitertransport des Speisebreis.Auf die Muskelschicht folgen nach außen wieder eine Verschiebeschicht und dann ein Überzug aus Bauchfell. Dünndarmschleimhaut Anfangs hat der Zwölffingerdarm noch eine glatte innere Oberfläche. In den weiteren Bereichen und im Jejunum verändert sich der Dünndarm-Aufbau - die innere Oberfläche vergrößert sich durch Falten (Kerckring-Falten), fingerförmige Ausstülpungen (Zotten), Einsenkungen (Krypten) und den Bürstensaum (Mikrovilli: feine Fortsätze auf der Oberfläche des Wandepithels). Diese starke Vergrößerung der inneren Oberfläche steigert deutlich die Resorptionsfähigkeit für Nährstoffe und Wasser. Die Kerckring-Falten im Jejunum sind niedriger als im Duodenum und im weiteren Verlauf werden sie seltener. Im Ileum finden sich kaum noch Falten, dafür aber zunehmend Anhäufungen von lymphatischem Gewebe (Peyer Plaques) zur Immunabwehr.
- Welche Probleme kann der Dünndarm verursachen? Welche Probleme kann der Dünndarm verursachen? Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die den gesamten Verdauungstrakt (von der Mundhöhle bis zum After) betreffen kann. Am häufigsten befällt die Erkrankung den letzten Teil des Dünndarms (Ileum). Divertikel sind Ausstülpungen der Darmwand, die meist ohne Symptome bleiben. Sie können sich aber entzünden (Divertikulitis) oder zu bluten beginnen und schwere Komplikationen verursachen. Bei einem Ulcus duodeni (Zwölffingerdarmgeschwür) ist ein Schleimhautbereich im Duodenum dauerhaft entzündet und geschädigt. Mögliche Ursachen dafür sind etwa eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori oder die Einnahme von bestimmten Schmerzmitteln und Rheumamedikamenten (Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac etc.). Bei Zöliakie reagiert das Immunsystem überempfindlich auf das Kleber-Eiweiß Gluten (enthalten in Getreide): Die Dünndarm-Schleimhaut wird geschädigt, was die Nährstoff-Aufnahme behindert.
- Der Dünndarmsaft Duodenalsaft ist ein Mischsekret, das die Sekrete der Drüsen der Duodenalschleimhaut (Glandulae duodenales) sowie die aus der Leber stammende Gallenflüssigkeit und den Pankreassaft der Bauchspeicheldrüse enthält.Duodenalsaft ist eine klare, visköse Flüssigkeit, die abhängig vom Ausmaß der Gallenbeimengung gelblich bis braun gefärbt ist. Sie enthält reichlich Natrium- und Bicarbonationen sowie Muzine. Der pH-Wert unterliegt durch die Vermengung mit dem Magensaft großen Schwankungen und kann sowohl im sauren, als auch im alkalischen Bereich liegen. Neben den Pankreasenzymen sind im Duodenalsaft Dipeptidasen und Aminopeptidasen enthalten.
- Verdaung im Dünndarm(Ausführlich) -Was passiert bei der Zersetzung? Der Dünndarm Im Dünndarm laufen die eigentlichen Verdauungsvorgänge ab. Der erste Dünndarmabschnitt ist der Zwölffingerdarm (5). In ihn gibt die Bauchspeicheldrüse (7), die etwa 80 g schwer ist, über den Tag verteilt ca. einen Liter Verdauungssaft ab. Die klare Flüssigkeit wird auch als Bauchspeichel bezeichnet und enthält verschiedene Enzyme, die für den Abbau von Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten verantwortlich sind. Die Zusammensetzung der Enzyme hängt von der Art der aufgenommenen Nahrung ab. Von der Leber (6), der größten Drüse des Menschen, und der dort enthaltenen Gallenblase führt ebenfalls ein Gang in den Zwölffingerdarm. Durch ihn gelangt der Gallensaft zum Nahrungsbrei. Täglich kann die Leber bis zu 0,5 l Gallensaft produzieren. Gallensaft hat eine hellgelbe Farbe. Ein Teil dieser Flüssigkeit gelangt sofort in den Darm, während der Rest in der Gallenblase verbleibt und dort eingedickt wird. Bei fettreicher Nahrung greift der Körper auf diese Reserve zurück und der nun dunkelgelbe Gallensaft gelangt ebenfalls in den Darm. Neben Bauchspeicheldrüse und Leber befinden sich in der Darmwand noch viele kleine Drüsen, die gemeinsam bis zu 3 Liter Verdauungssaft bereitstellen. Abgestoßene Schleimhautzellen liefern dabei die Enzyme, die im Darm zersetzt werden. Der Bauchspeichel hebt nun die Wirkung der aus dem Magen stammenden Salzsäure auf. Die Enzyme der Bauchspeicheldrüse und die Darmwandzellen können ihre Arbeit beginnen. Dabei wird der aus Stärke gewonnene Doppelzucker durch Maltase zu Traubenzucker aufgespalten. Gleichzeitig wird die noch nicht gespaltene Stärke in Doppelzucker und dieser von anderen Enzymen in Einfachzucker aufgespalten. Die Proteine wurden bereits im Magen teilweise zerlegt. Das ist die Voraussetzung dafür, dass durch die Enzyme Erepsin und Trypsin Aminosäuren als Ergebnis des Spaltungsvorgangs entstehen. Aufgenommene Fette werden zunächst vom Gallensaft in feinste Tröpfchen zerlegt. Dadurch vergrößert sich die Oberfläche derselben stark. Außerdem entsteht eine größere und einfachere Angriffsfläche für das Bauchspeichelenzym Lipase. Es spaltet die Fetttröpfchen in Glycerin und Fettsäuren. Nach Ablauf des beschriebenen Verdauungsvorgangs sind nur noch die Endprodukte im Dünndarm enthalten. Er ist sehr dehnbar, sodass es schwer fällt, seine genaue Länge festzustellen. Sie wird aber auf etwa drei bis fünf Meter geschätzt. Die Darmwand ähnelt in ihrem Aufbau dem von Speiseröhre und Magen: Innen mit Schleimhaut ausgekleidet folgen Muskelschicht und Bindegewebshülle. Dabei weist die Schleimhaut zahlreiche Erhebungen, Falten auf, die mit zahllosen Darmzotten besetzt sind. In diesen Darmzotten, die jede nicht größer als 1 mm ist, befinden sich feinste Blutadern, Nervenfasern und Lymphbahnen. Zudem befinden sich am äußeren Ende der Zotten nochmals winzigste Ausstülpungen, Mikrozotten genannt. Durch die zahlreichen Falten, Darmzotten und Mikrozotten vergrößert sich die Darmoberfläche auf ca. 2 200 . Die Darmbewegung entsteht durch die Anordnung der Längs- und Ringmuskulatur. Sie ist für die Durchmischung des Nahrungsbreis und deren Transport von Bedeutung. Noch immer befinden sich die Nährstoffansammlungen im Darm. Über die in den Darmzotten befindlichen Adern und Lymphbahnen gelangen diese Nährstoffe nun in den Körper. Sie werden dabei durch die Darmwandzellen gezogen, ein Vorgang der Energie benötigt und nur bei einem funktionsfähigen, lebenden Darm beobachtet werden kann. Traubenzucker und Aminosäuren werden vom Blut, Glycerin und Fettsäuren hingegen werden von den Lymphbahnen aufgenommen. Dieser Vorgang wird auch als Resorption bezeichnet. In den Lymphbahnen werden dann die in Fettsäuren und Glycerin aufgespaltenen Fette wieder zusammen gesetzt und weiter transportiert.
- Erkläre den Gesamten Verdaungsvorgang der Kohlenhydrate,Eiweiße und Fette von der Mundhöhle bis zur Ausscheidung Die Enzyme der Verdauung Verdauungsenzyme sind in drei großen Gruppen klassifiziert, jede ist auf unterschiedliche Nährstoffe spezialisiert: Peptidasen bzw. Proteasen spalten Eiweiße bzw. Proteine auf.Amylasen zerlegen Kohlenhydrate.Lipasen spalten Fette. Verdauung und Enzyme: Ein unzertrennliches Team Wenn du etwas isst, dann setzt du damit den Verdauungsvorgang in Gang, der vom Mund bis zum After verläuft. Enzyme sind in jedem Bereich deines Körpers an der Verdauung beteiligt und spalten die Nahrung auf. Doch warum ist das überhaupt notwendig? Kohlenhydrate und Fette sind langkettige Moleküle und auch Proteine sind Makromoleküle. Die Enzyme der Verdauung zerlegen diese in kleinmolekulare Verbindungen, dazu zählen Fettsäuren, Aminosäuren und Monosaccharide. Im Folgenden betrachten wir den Verdauungsvorgang und welche Enzyme für die Verdauung eine Rolle spielen. Mundhöhle: Zerkleinerung und Aufspaltung von KohlenhydratenDie Nahrungsverwertung beginnt mit der mechanischen Zerkleinerung im Mund, wenn du dein Essen zerkaust. Dadurch lässt sich die Nahrung nicht nur leichter schlucken, sondern es vergrößert auch deren Oberfläche. Außerdem haben die Enzyme der Verdauung damit eine größere Angriffsfläche, um die Nahrung weiter zu zerkleinern. Speichel löst die Ausschüttung des Enzyms Ptyalin aus und startet damit auch die enzymatische Verdauung. Ptyalin ist für die Spaltung komplexer Kohlenhydrate wie Oligosaccharide oder Polysaccharide verantwortlich. Dadurch entstehen kleine Bausteine, die einen süßen Geschmack haben. Hast du schon einmal Brot länger gekaut und es ist immer süßer geworden? Die Arbeit dieses Enzyms ist dafür verantwortlich. Magen: Aufspaltung von EiweißenAnschließend transportiert dein Körper den Nahrungsbrei über die Speiseröhre in den Magen. Auch dort spielen bei der Verdauung Enzyme eine große Rolle. Im Magen ist das Milieu deutlich anders, denn Salzsäure senkt den pH-Wert auf 1 bis 1,5. Das aktiviert das eiweißspaltende Enzym Pepsin, Magenlipasen wiederum spalten Fette. Wenn du Gelatine aufnimmst, übernehmen Gelatinasen die Zerlegung in ihre Bestandteile. Anschließend gelangt die Mischung aus Nahrung, Enzymen und Magensaft in den nächsten Abschnitt – den Dünndarm. Dünndarm: Aufspaltung und Aufnahme von NährstoffenIn diesem rund drei bis fünf Meter langen Abschnitt zerlegen Enzyme bei der Verdauung die Nahrung in weitere, kleine Bestandteile. Eiweiße, Proteine und Fette werden zum größten Teil im Dünndarm gespalten. Die Enzyme Disaccharidasen zerlegen Kohlenhydrate in weitere Bestandteile. Ein besonders bekanntes Beispiel ist die Aufspaltung von Laktose durch das Enzym Laktase. Der Mangel dieses Enzyms führt zur Laktoseintoleranz. Lipasen spalten Fett und Proteasen Eiweiß weiter auf. Dickdarm: Darmbakterien lieben ResteIm Dünndarm nimmt der Körper alle verwertbaren Nährstoffe auf. In den Dickdarm gelangt dadurch nur das, was nicht verwertbar ist. Dazu zählen beispielsweise Ballaststoffe, da bei der Verdauung Enzyme diese nicht aufspalten. Doch dafür es gibt andere Abnehmer in deinem Körper. Darmbakterien nutzen Ballaststoffe zur Energiegewinnung. Dieser Vorgang macht sich hin und wieder auf unangenehme Weise mit Blähungen bemerkbar. Außerdem wird der Nahrungsbrei im Dickdarm durch Wasserentzug eingedickt. Der Abschluss: Die AusscheidungAlle Bestandteile der Nahrung, die weder von deinem Körper noch von Bakterien verwertet werden, scheidest du beim Stuhlgang aus.
- Nenne die Enzyme,wo sie sind und was sie spalten Ptyalinspaltet komplexe Kohlenhydrate aufMundhöhle Pepsinspaltet EiweißMagen Gelatinasespaltet GelatineMagen Magenlipasenspalten FetteMagen Disaccharidasen (z. B. Laktase,Maltase, Saccharase)spalten KohlenhydrateDünndarm Darmlipasenspalten FettDünndarm Proteasen, z. B. Trypsinspalten EiweißDünndarm
- Der Dickdarm -Kurze Gedanken Dickdarm - Aufbau und Funktion Der Dickdarm ist dicker als der Dünndarm. Er ist circa 1 Meter lang und umgibt den Dünndarm wie ein Rahmen. Er wird in folgende Abschnitte eingeteilt: Blinddarm (Coecum oder Caecum) mit Wurmfortsatz (Appendix)Enddarm:Grimmdarm (Kolon) mit 4 Unterabschnitten:Aufsteigender Teil (Colon ascendens)Querteil (Colon transversum)Absteigender Teil (Colon descendens)S-förmiger Teil (Sigma)Mastdarm (Rektum) mit Ausgang (After bzw. Analkanal)Die Bezeichnung Grimmdarm wird vom Internisten wenig gebraucht, selbst in der Umgangssprache wird mittlerweile der Begriff Kolon verwendet. Wenn vom Dickdarm gesprochen wird ist meistens das Kolon gemeint.
- Aufbau und Funktion des Dickdarms Dickdarm: Der Aufbau des letzten Teils unseres VerdauungstraktesDer Dickdarm schließt den Verdauungsstrakt des Menschen ab und kann in folgende Abschnitte unterteilt werden: -Blinddarm mit Wurmfortsatz-Kolon, der wiederum in aufsteigendes Kolon, Querkolon, absteigendes Kolon und den Colon sigmodeum unterteilt wird-Enddarm mit Mastdarm und Analkanal Insgesamt misst der Dickdarm bei einem erwachsenen Menschen eine Länge von einem bis eineinhalb Metern und liegt wie ein Rahmen um den Dünndarm. Die Wand des Dickdarms wird durch Aussackungen und Einziehungen verstärkt. Im Gegensatz zum Dünndarm ist die Schleimhaut des Dickdarms eher glatt, denn hier befinden sich keine sogenannten Zotten. Die Funktion des DickdarmsDem vom Dünndarm verdauten Speisebrei wird im Dickdarm Salz und Wasser entzogen. Dadurch entsteht eine Verdickung der Nahrungsreste. Des Weiteren produzieren sogenannte Becherzellen in der Darmwand einen Schleim, der durch Drüsen abgegeben wird und den verdickten Speisebrei so gleitfähig macht. So entsteht schließlich Stuhl, der im Mastdarm bis zur Entleerung gespeichert wird. Durch den Analkanal wird dieser ausgeschieden. Die Muskelschicht des Analkanals weist eine Verstärkung auf, um einen sicheren Verschluss zu gewährleisten. Die sogenannte Darmflora im Dickdarm setzt sich aus unterschiedlichen Mikroorganismen zusammen, wie Bakterien und Pilzen. Diese tragen einen wichtigen Teil zur Verdauung bei, etwa um schwer verdauliche Stoffe zu verarbeiten. Bei einem Verteilungsungleichgewicht zwischen den verschiedenen Mikroorganismen können Verdauungsprobleme entstehen, beispielsweise in Form von Durchfall.
- Welche Aufgaben hat der Dickdarm? Welche Funktion hat der Dickdarm? Im Dickdarm findet im Gegensatz zum Dünndarm keine Verdauung mehr statt. Stattdessen besteht die Dickdarm-Funktion in der Resorption von Salz und Wasser, vor allem in den Anfangsbereichen (Colon ascendens): Hier wird der Wassergehalt der Nahrungsreste von etwa einem Liter auf 100 bis 200 Milliliter reduziert. Das bedeutet, dass 80 bis 90 Prozent des Wassers und nahezu die gesamten Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid), die im Dickdarm landen, ins Blut aufgenommen werden. Darüber hinaus sondern Drüsen in der Darmwand Schleim ab, der die Nahrungsreste gleitfähig macht.
- Was ist die Darmflora? Darmflora Im Dickdarm leben unzählige Mikroorganismen (Bakterien, Einzeller und Viren), welche die sogenannte Darmflora ausmachen - auch Mikrobiom des Darms genannt. Sie verarbeiten schwer verdauliche Stoffe wie zum Beispiel Zellulose und sind für eine geregelte Verdauung unabdingbar. Die Darmflora kann beispielsweise durch Antibiotika empfindlich gestört werden, was Verdauungsstörungen nach sich ziehen kann.
- Erkläre die Peristaltik der Darmwand Die Peristaltik der Darmwand Die muskuläre Dickdarm-Wand befördert die nicht verwertbaren Nahrungsreste in Richtung After, wo sie als Kot (Fäzes) ausgeschieden werden. Im aufsteigenden Anteil des Dickdarms (Colon ascendens) und im Blinddarm (Zökum) ist auch eine rückwärts gerichtete Peristaltik möglich, die eine Speicherung des Stuhls in diesen Dickdarm-Abschnitten ermöglicht. Zwei- bis dreimal täglich erfolgt eine analwärts gerichtete Peristaltik in den Enddarm (Rektum), dessen Dehnung dann den Stuhldrang auslöst. Manche Menschen haben auch nur alle paar Tage und nicht täglich Stuhlgang.
- Welche Probleme kann der Dickdarm verursachen? Welche Probleme kann der Dickdarm verursachen? Ein Reizdarm (Colon irritabile) ist die häufigste Erkrankung in einer gastroenterologischen Praxis. Er beginnt meist im Alter zwischen 20 und 30 Jahren und betrifft Frauen häufiger als Männer. Die Betroffenen leiden unter Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall sowie Blähungen, ohne dass sich dafür eine organische Ursache finden lässt. Der Verlauf ist meist chronisch. Eine Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendizitis) ist allgemein als Blinddarmentzündung bekannt. Sie tritt vor allem bei Kindern zwischen zehn und 15 Jahren auf. Divertikel sind Ausstülpungen der Darmwand, die meist symptomlos bleiben. Sie können sich aber auch entzünden, was als Divertikulitis bezeichnet wird. Darmpolypen sind Vorwölbungen der Darmwand ins Innere des Darms. Sie bilden sich vor allem im letzten Dickdarm-Abschnitt (Rektum) und können in einigen Fällen die Vorstufe zu Darmkrebs sein. Bei Menschen mit Hämorrhoiden ist das Gefäßpolster zwischen Enddarm und Afterschließmuskeln erweitert oder angeschwollen. Ursache kann etwa wiederholtes starkes Pressen bei der Stuhlentleerung sein. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED). Morbus Crohn kann den gesamten Verdauungstrakt betreffen, manifestiert sich aber besonders oft im letzten Dünndarm-Abschnitt (Krummdarm oder Ileum). Colitis ulcerosa beschränkt sich auf den Dickdarm.
- Erkläre die beiden entzündlichen Erkrankungen:Morbus Chrohn und Divertikulose DivertikuloseDivertikulose ist eine Erkrankung, bei der sich entlang des Verlaufes der Dickdarmwand mehrere Aussackungen bilden, die Divertikel genannt werden. Die meisten davon befinden sich üblicherweise im Bereich des Colon sigmoideum. Für die Entstehung der Divertikulose gibt es etliche Risikofaktoren wie ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel, Fettleibigkeit und Verstopfung. Die Divertikulose verläuft im Allgemeinen asymptomatisch, bis sich die Divertikel entzünden. Dann wird die Divertikulose zur Divertikulitis und manifestiert sich mit Bauchschmerzen im Bereich der linken Fossa iliaca, Übelkeit, Erbrechen und leichtem Fieber. Eine unkomplizierte Divertikulitis wird normalerweise mit oralen Antibiotika behandelt. Morbus CrohnMorbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung mit unbekannter Ätiologie, die jeden Teil des Verdauungstrakts betreffen kann, meist jedoch das terminale Ileum und den Dickdarm. Üblicherweise gibt es verschiedene Entzündungsherde, die zur Bildung mehrerer Geschwüre in der Darmwand führen. Die häufigsten Symptome sind Fieber, Bauchschmerzen, Durchfall und Gewichtsverlust. Morbus Crohn wird durch endoskopische und radiologische Untersuchungen des Abdomens diagnostiziert und in der Regel mit Immunsuppressiva behandelt.
- Erkläre die Peristaltik der Darmwand Die Peristaltik der Darmwand Die muskuläre Dickdarm-Wand befördert die nicht verwertbaren Nahrungsreste in Richtung After, wo sie als Kot (Fäzes) ausgeschieden werden. Im aufsteigenden Anteil des Dickdarms (Colon ascendens) und im Blinddarm (Zökum) ist auch eine rückwärts gerichtete Peristaltik möglich, die eine Speicherung des Stuhls in diesen Dickdarm-Abschnitten ermöglicht. Zwei- bis dreimal täglich erfolgt eine analwärts gerichtete Peristaltik in den Enddarm (Rektum), dessen Dehnung dann den Stuhldrang auslöst. Manche Menschen haben auch nur alle paar Tage und nicht täglich Stuhlgang.
- Wie funktioniert die Darmentleerung? -Erkläre den Schließapparat Wie funktioniert die Darmentleerung?Beim Stuhlgang werden die unverdaulichen Nahrungsteile ausgeschieden. Am Ende des Verdauungstrakts ermöglicht es der sogenannte Schließapparat, den Stuhlgang zu kontrollieren. Er wird auch Kontinenzorgan genannt. „Stuhl-Kontinenz“ ist der Fachbegriff für die Fähigkeit, Stuhl willentlich zurückzuhalten. Zum Schließapparat gehören der Enddarm mit dem Analkanal, den Schließmuskeln und Hämorrhoiden. Eingebettet ist das Kontinenzorgan in die Muskulatur des Beckenbodens. Der Schließapparat Enddarm und AnalkanalDer etwa 20 Zentimeter lange Enddarm ist der letzte Abschnitt des Dickdarms. Hier sammeln sich die unverdaulichen Nahrungsteile bis zur Darmentleerung. Der Enddarm beginnt mit dem Mastdarm (Rektum). Daran schließt sich der Analkanal an, der von Schließmuskeln und Hämorrhoiden abgedichtet wird. Der Analkanal kann zwischen 3 und 6 Zentimeter lang sein und wird von der Analschleimhaut (Anoderm) ausgekleidet. Sie enthält viele Nervenfasern und überträgt Nervensignale, die dem Körper zum Beispiel helfen, die Beschaffenheit des Stuhls zu erkennen. Sie signalisieren auch, wenn der Darm bald entleert werden muss. BeckenbodenDer Beckenboden besteht aus Muskeln, Bändern und Bindegewebe. Er stützt die Organe im Bauchraum und schließt das Becken nach unten ab. Für den Enddarm, die Harnröhre und die Scheide führen Öffnungen durch das straffe Muskelgeflecht. Beim Stuhlgang entspannt sich der Beckenboden. Wenn Stuhl zurückgehalten werden soll, wird er angespannt. SchließmuskelnAm Ende des Analkanals befinden sich der innere und der äußere Schließmuskel. Sie verschließen die Öffnung des Darms nach außen (After). Der innere Schließmuskel sorgt dafür, dass der Enddarm zum Beispiel im Schlaf verschlossen bleibt. Er ist ringförmig und besteht aus glatter Muskulatur. Der äußere Schließmuskel drückt auf den inneren Schließmuskel, um dessen Funktion zu unterstützen. Im Gegensatz zum inneren Schließmuskel kann er willentlich gesteuert werden. Dadurch ist es möglich, die Darmentleerung bewusst in Gang zu setzen oder zu verzögern. Der äußere Schließmuskel kann aber auch reflexartig aktiv werden, zum Beispiel um die Darmentleerung zu unterstützen oder zu verhindern. Wann macht sich Stuhldrang bemerkbar?Wenn sich der Enddarm füllt, werden sogenannte Dehnungsrezeptoren in der Analschleimhaut alarmiert. Über Nervenbahnen senden sie ein Signal zum Großhirn, das dort verarbeitet und an die Analschleimhaut zurückgeleitet wird. Es bewirkt, dass sich der innere Schließmuskel öffnet und das Gefühl des Stuhldrangs entsteht. Der Beckenboden entspannt und senkt sich leicht. Jetzt kann die Muskulatur des Enddarms den Stuhl nach außen schieben. Wenn man dem Stuhldrang folgt und zur Toilette geht, entspannt man zur Darmentleerung willentlich auch den äußeren Schließmuskel. Der Stuhlgang lässt sich jedoch auch einige Zeit hinauszögern, indem man die Beckenboden- und Bauchmuskulatur sowie den äußeren Schließmuskel anspannt. Dann schließt sich auch der innere Schließmuskel wieder und der Stuhldrang lässt für eine gewisse Zeit nach. HämorrhoidenHämorrhoiden sind stark durchblutete Gefäßpolster am Ausgang des Enddarms, kurz vor dem After. Sie schließen den Darm zusammen mit den Schließmuskeln nach außen ab, so dass kein Stuhl austreten kann. Vergrößerte Hämorrhoiden können Beschwerden verursachen.
- Was ist die Defäkation? -beschreibe den Ablauf Die Defäkation ist ein physiologischer Vorgang, der das Rektum entleert und damit die unverdaulichen Nahrungsbestandteile (Fäzes) entsorgt. Die Kontrolle über die Defäkation bezeichnet man als Kontinenz, den Kontrollverlust als Inkontinenz. Die Defäkation wird durch propulsive Massenbewegungen in weiter oral gelegenen Darmabschnitten angeregt. Sie treten typischerweise nach den Mahlzeiten auf und werden als gastrokolischer Reflex bezeichnet. Wenn der Darminhalt in das durch den Anus verschlossene Rektum eintritt, werden durch die Erhöhung der Wandspannung Dehnungsrezeptoren in der Darmwand erregt. Sie senden über viszerosensible Afferenzen (Nervi splanchnici pelvici) Signale über die Hinterstrangbahnen bis in den sensorischen Cortex. Durch die Ampullenfüllung kommt es zu einer reflektorischen Dilatation (Erweiterung) des Musculus sphincter ani internus. Der willkürlich innervierte Musculus sphincter ani externus bleibt jedoch kontrahiert. Die Kontinenz wird dadurch aufrechterhalten. Diese Situation nehmen wir als Stuhldrang wahr. Wenn der Stuhldrang über einen längeren Zeitraum unterdrückt wird, kommt es zur erneuten Kontraktion des Musculus sphincter ani internus. Das Rektum passt sich an das größere Füllungsvolumen an. Wenn die Defäkation eingeleitet wird, erschlaffen beide Sphinkteren und der Musculus puborectalis. Dieser Prozess wird vom Abschwellen des Corpus cavernosum recti und einer reflektorischen Kontraktion des Rektosigmoids begleitet, welche die Stuhlentleerung von oral vorantreibt. Um den Entleerungsdruck zu steigern, kann dabei zusätzlich die muskuläre Bauchpresse eingesetzt werden.