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Lernfeld 3A (Fach) / Körperpflege,Hygiene,Vitalzeichen,Haut,Temperatur (Lektion)

Wendler,Alexander,Kriglstein,Dimler,Zilles,Hoffman,Böcher,Engel,

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  • Welche Aufgaben haben die Herzklappen? Welche Aufgaben haben die Herzklappen? Die Herzklappen haben eine sehr wichtige Funktion – sie verhindern einen unerwünschten Rückstrom von Blut. Insgesamt besitzt das Herz vier Klappen: zwei Segelklappen und zwei Semilunarklappen. Die atrioventrikulären Segelklappen (AV-Klappen) befinden sich zwischen den Vorhöfen und ihren jeweiligen Hauptkammern. Sie sorgen dafür, dass kein Blut aus den Hauptkammern zurück in die Vorhöfe fließt. Die Semilunarklappen befinden sich an den beiden Ausstrombahnen der Hauptkammern und verhindern, dass das Blut fälschlicherweise aus der Aorta (Hauptschlagader) und der Arteria pulmonalis (Lungenarterie) in die Ventrikel zurückfließt. Die Herzklappen funktionieren wie Ventile – sie lassen den Blutstrom nur in eine Richtung zu.
  • Wie arbeitet das Herz im Detail? Wie arbeitet das Herz im Detail? Ein Pumpzyklus teilt sich in zwei Phasen ein: die Füllungsphase (Diastole) und die Austreibungsphase (Systole). Wenn der Herzmuskel während der Füllungsphase erschlafft, strömt über die zuführenden Gefäße Blut in das Herz hinein. Von der oberen und unteren Hohlvene gelangt sauerstoffarmes Blut aus den Körpergeweben in den rechten Vorhof und in die rechte Hauptkammer. Zeitgleich fließt sauerstoffreiches Blut aus den Lungen in den linken Vorhof und in die linke Hauptkammer. Die Vorhöfe ziehen sich zusammen und befördern noch mehr Blut aus den Vorhöfen über die Segelklappen in die jeweiligen Hauptkammern. Wenn beide Herzkammern mit Blut gefüllt sind, schließen sich die Segelklappen – das dabei entstehende Geräusch, der erste Herzton, können Mediziner und Medizinerinnen mit einem Stethoskop hören. Jetzt erfolgt die Austreibungsphase. Das Herz zieht sich zusammen und drückt somit das Blut aus der rechten Hauptkammer in die Lungenarterie und aus der linken Hauptkammer in die Hauptschlagader. Danach schließen sich die Taschenklappen, damit das Blut nicht zurück ins Herz fließt – der Verschluss der Herzklappen verursacht den zweiten Herzton. An dieser Stelle beginnt der Herzzyklus von Neuem.
  • Wie entsteht der Herzrhythmus? Wie entsteht der Herzrhythmus? Das Herz selbst ist in der Lage, elektrische Impulse zu erzeugen und weiterzuleiten. Als Taktgeber dafür dient der Sinusknoten – er liegt in der Wand des rechten Vorhofs und besteht aus einem Bündel an Nerven. Der Sinusknoten gibt in rhytmischen Abständen elektische Impulse ab. Die Frequenz der Impulse kann vom vegetativen Nervensystem oder von Hormonen beeinflusst werden. So schlägt das Herz beispielsweise bei körperlicher Anstrengung oder bei Stress schneller. Der elektische Impuls vom Sinusknoten breitet sich zuerst über die Vorhöfe aus und sorgt dafür, dass sich die Vorhöfe zusammenziehen und das Blut in die jeweilige Hauptkammer gepumpt wird. Hiernach werden die Impulse über die Vorhof-Muskulatur zum sogenannten Atrio-Ventrikulär-Knoten (AV-Knoten) weitergeleitet. Er befindet sich in einem Areal zwischen den Vorhöfen und den Hauptkammern. Der AV-Knoten nimmt die Sinusknoten-Impulse auf und gibt sie an das sogenannte HIS-Bündel ab. Mit den zugehörigen Kammerschenkeln und vielen dünnen Fasern überträgt es den Impuls schnell auf beide Herzkammern. Dadurch ziehen sich die Herzkammern zusammen und das Blut wird in die Lungenarterie und in die Hauptschlagader gepumpt.
  • Zusammenarbeit zwischen Großen und Kleinen Kreislauf? Der große und kleine Kreislauf arbeiten mit dem Herz zusammen Das Herz ist ein lebensnotwendiges Organ. Nur durch seine Fleißarbeit ist es möglich, jeden Winkel und jede Zelle des Körpers mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen. Dafür sind der große (Körper-) Kreislauf und der kleine (Lungen-) Kreislauf notwendig. Das sauerstoffreiche Blut verlässt über die Hauptschlagader die linke Herzkammer und gelangt so in den Körperkreislauf. Mithilfe von großen und immer kleiner werdenden Arterien bis hin zu kleinen Kapillaren erreicht das mit Sauerstoff angereicherte Blut alle Zellen im Körper. Hier findet ein wichtiger Transfer statt – die Zellen nehmen Sauerstoff aus dem Blut auf und geben Kohlendioxid in das Blut ab. Das Blut ist nun sauerstoffarm und strömt über das Venensystem in den rechten Vorhof und dann in die rechte Hauptkammer. Von dort aus befördert das Herz das Blut über die Lungenarterie in die Lunge, wo es Kohlendioxid abgibt und mit Sauerstoff angereichert wird. Das sauerstoffreiche Blut fließt nun zum linken Herzen und von da aus erneut in den Körperkreislauf. Das Kohlendioxid wird ausgeatmet.
  • Ist das Herz ein Organ oder ein Muskel? Ist das Herz ein Organ oder ein Muskel? Das Herz ist sowohl ein Organ als auch ein Muskel. Genau genommen handelt es sich um ein muskuläres Hohlorgan, denn es besitzt mehrere Hohlräume, die Hauptkammern und die Vorhöfe. Jeden Tag erbringt das Herz ohne Pause Schwerstarbeit – das klappt nur, wenn der Herzmuskel selbst gut durchblutet ist. Für seine Versorgung sind die Herzkranzgefäße (Koronararterien) verantwortlich. Es gibt eine rechte und eine linke Koronararterie. Jede Koronararterie verzweigt sich in mehrere kleinere Arterien. Mit ihren feinen Blutgefäßen überziehen sie den Herzmuskel und versorgen ihn kontinuierlich mit sauerstoffreichem Blut. In den Herzmuskelzellen findet ebenfalls ein Transfer statt – die Zellen nehmen Sauerstoff und Nährstoffe auf und sichern so die Energieversorgung des Muskels.
  • Sind Herzen von Frauen und Männern unterschiedlich? Tatsächlich unterscheidet sich das durchschnittliche Gewicht des Herzens leicht zwischen beiden Geschlechtern. Männer besitzen ein rund 300 Gramm schweres Herz, bei Frauen wiegt das Organ etwa 250 Gramm. Das Herz ist in der Regel etwa so groß wie die Faust seiner Besitzerin oder seines Besitzers. Größe und Gewicht können dennoch individuell deutlich verschieden sein. Menschen, die Ausdauersport betreiben, können sogar ein bis zu 500 Gramm schweres Herz haben. Außerdem können Erkrankungen wie zum Beispiel eine Herzmuskelentzündung zu einem vergrößerten Herz (Kardiomyopathie) führen.
  • Was ist gesund beziehungsweise ungesund für das Herz? Was ist gesund beziehungsweise ungesund für das Herz? Regelmäßige Bewegung verbessert die Durchblutung des Herzmuskels und kann die Blutdruckwerte positiv beeinflussen. Auch über eine gesunde Ernährung, die reich an Obst, Gemüse und Ballaststoffen ist, freut sich das Herz. Ein gesteigerter Konsum von tierischen Fetten, Rauchen, viel Alkohol, Übergewicht und Bewegungsmangel können Bluthochdruck, Diabetes mellitus und hohe Blutfettwerte begünstigen. Das Problem: All das kann Ablagerungen in den Gefäßwänden verursachen – dadurch entsteht die sogenannte Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Darunter leidet auch das Herz. Sind die für die Versorgung wichtigen Koronararterien verkalkt, kann es zu einer Mangelversorgung des Herzens und einem Herzinfarkt kommen.
  • Äußere Schichten des Herzens Äußere Schichten des Herzens Das Herz umgibt im Gesamten der Herzbeutel, auch Perikard, genannt. Danach folgt nach innen die Epikard-Schicht. Diese besteht aus Fett- und Bindegewebe sowie den Herzkranzgefäßen. Zwischen Epikard und Perikard befindet sich etwas Flüssigkeit, die einen Herzschlag ohne äußere Reibung gewährleistet. Angrenzend an das Epikard sitzt der eigentliche Herzmuskel, fachlich auch Myokard, der durch die vierte Schicht, das Endokard, vom Inneren des Organs getrennt ist.
  • Wo liegt das Herz eigentlich genau?und wie schwer ist es? Wo liegt das Herz eigentlich genau? Eingebettet zwischen den beiden Lungenflügeln liegt das Herz etwas nach links versetzt, optimal geschützt hinter dem Brustbein. Der Muskel ist in etwa so groß wie eine Faust und rund 300 Gramm schwer. 3 
  • Der Pulsrythmus Pulsrhythmus/ HerzrhythmusNeben der Pulsfrequenz ist auch der Pulsrhythmus ein wichtiger Wert, um etwas über die Herzgesundheit zu erfahren. Im Normalfall treten alle Pulsschläge in einer regelmässigen, rhythmischen Abfolge auf. Ist dies nicht der Fall, spricht man von einer Herzarrhythmie oder einer Herzrhythmusstörung. HerzrhythmusstörungenHerzrhythmusstörungen können in ganz unterschiedlichen Bereichen des Herzens entstehen und zahlreiche Ursachen haben. Grob wird zwischen zwei Gruppen unterschieden, den supraventrikulären Herztrhythmusstörungen, die in den Herzvorhöfen entstehen, und den ventrikulären Herzrhythmusstörungen, die in den Herzkammern entstehen. Eine Rhythmusstörung in den Herzkammern ist eine Notfallsituation und kann zu einem Kreislaufstillstand oder einem akuten Herztod führen. Ein kurzer Überblick über die häufigsten Herzrhythmusstörungen. Supraventrikuläre Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern oder Vorhofflattern : Durch eine Art „elektrisches Gewitter“ ausgelöste chaotische Kontraktionen des Vorhofs. Geht häufig mit hohem Puls einher und kann unbehandelt zu einer Herzschwäche führen.supraventrikuläre Tachykardie: Der zu hohe Puls wird als plötzliches Herzrasen wahrgenommen.Bradykardie: Das Gegenteil der Tachykardie ist die Bradykardie, also der zu langsame Herzschlag unter 40 bpm. Sie kann auf eine Erkrankung der Sinusknoten (Taktgeber des Herzens) zurückzuführen sein, oder auf eine fehlende Weiterleitung des Impulses (AV-Block). Mit einem Herzschrittmacher, wird dem Herzen auf die Sprünge geholfen.Extrasystolen: Dabei handelt es sich um zusätzliche Herzschläge, auf die eine Pause folgt. Dieses Phänomen wird auch als Herzstolpern bezeichnet und ist meist ungefährlich. Ventrikuläre HerzrhythmusstörungenKammertachykardie: Wenn das Herz viel zu schnell schlägt, kann es seine Pumpfunktion nicht mehr wahrnehmen. Herzrasen, Schwindel. Atemnot und ein Engegefühl in der Brust sind klare Zeichen, dass es sich um einen Notfall handelt.Kammerflimmern: Das Kammerflimmern ist eine Steigerung der Kammertachykardie. Wenn das Herz über 250-mal pro Minute stimuliert wird, kann es sich nicht mehr zusammenziehen. Das Blut wird nicht weitergepumpt und es kommt zu einem Herz-Kreislauf-Stilltand. Nur durch lebensrettende Sofortmassnahmen wie Herzmassage oder Defibrillation kann der Patient gerettet werden. Lediglich 5% der Patienten überleben ein Kammerflimmern, wenn es ausserhalb des Krankenhauses auftritt, weil das Wissen über die Wiederbelebung fehlt.
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  • Die Pulsqualität Die Pulsqualität   Sie ist von der Elastizität, der Spannung und Füllung des Gefäßes abhängig. Normalerweise sollte der Puls weich und voll sein. Ein weicher Puls ist leicht eindrückbar, schlecht zu tasten und kommt bei niedrigem Blutdruck (Hypotonie), bei ausgeprägter Herzschwäche (Herzinsuffiziens) oder bei Fieber vor. Ein harter Puls ist schlecht einzudrücken, aber leicht tastbar. Er kann auftreten bei ausgeprägten arteriosklerotischen Gefäßschäden, Bluthochdruck (Hypertonie) und bei gesteigertem Hirndruck, verursacht durch Hirntumore oder Hirnödeme.Ein fadenförmiger, schneller Puls tritt bei Schock oder Kreislaufversagen auf. Der Arzt ist dringend sofort zu benachrichtigen. Die Beurteilung der Pulsqualität erfordert lange Übung, bei Unsicherheiten sollte die die Kontrolle durch eine Krankenschwester oder den Arzt erfolgen.
  • Abweichungen des Normales Pulses Abweichungen   bei einer beschleunigten Pulsfrequenz von 100 Schlägen pro Minute und mehr spricht man von einer Tachykardie.Ein beschleunigter Puls kann unterschiedliche Ursachen haben wie Erregung, Anstrengung, Fieber, eine verminderte Herzleistung (Herzinsuffizienz), Blutverlust oder eine Schilddrüsenüberfunktion   bei einer verlangsamten Pulsfrequenz unter 60 Schlägen pro Minute spricht man von einer Bradykardie.Ursachen dafür können sein Schlaf, Hunger, Kollaps, Herzerkrankungen, Digitalüberdosierung (z.B. Lanitop, Novodigal, Digimerk). Weitere Normalwerte: Neugeborene: 140/minKinder/ 10 Jahre: 90/minSenioren: 80-85/min. Abweichungen von der normalen Frequenz sind dem Arzt zu melden. Weitere Beurteilungskriterien aus der Pulsfrequenz sind der Pulsrhythmus und die Pulsqualität. Im Normalfall folgen Pulswellen einander in regelmäßigen Abständen. Kommt es dabei zu Abweichungen, spricht man von einer Arrhythmie (auch: Arhythmie). Rhythmusstörungen können Angst auslösen. Der Kranke braucht dann Zuspruch und Beruhigung. Sie als Pflegeperson sollten nicht nervös werden. Um Arrhythmien richtig zu erfassen, wird der Puls eine Minute lang ausgezählt. Liegen Arrhythmien vor, wird der Arzt benachrichtigt.   Mögliche Arrhythmieformen   Extrasystolen: Zwischen dem Grundrhythmus erfolgen zusätzliche Schläge mit längerer Folgepause. Ursachen dafür können sein: Rauchen, Angst, Nervosität, HerzerkrankungenZwillingspuls (Bigeminus): Jeder Pulsschlag wird von einem Extraschlag begleitet (Doppelschlag). Ursachen dafür können Digitalisüberdosierung oder Reizleitungsstörungen seinAbsolute Arrhythmien: Die Pulsschläge sind vollkommen unregelmäßig. Ursachen dafür können Herzmuskelerkrankungen, Störungen der Reizleitung des Herzens sein
  • Was ist das Nervensystem? Das Nervensystem umfasst alle Nervenzellen des menschlichen Körpers. Mit ihm kommuniziert er mit der Umwelt und steuert gleichzeitig vielfältige Mechanismen im Inneren. Das Nervensystem nimmt Sinnesreize auf, verarbeitet sie und löst Reaktionen wie Muskelbewegungen oder Schmerzempfindungen aus. Wer zum Beispiel auf eine heiße Herdplatte fasst, zieht die Hand reflexartig zurück – und die Nervenbahnen senden gleichzeitig ein Schmerzsignal ans Gehirn. Auch Stoffwechselvorgänge werden über das Nervensystem gesteuert.
  • Was ist das endokrine System? Das endokrine System koordiniert die Kommunikation zwischen verschiedenen Organen durch Hormone, welches Chemikalien sind, die von bestimmten Zellen innerhalb endokriner (gangloser) Drüsen in den Blutkreislauf abgegeben werden. Einmal in den Blutkreislauf abgegeben, beeinflussen Hormone die Funktion des Zielgewebes, was eine andere endokrine Drüse oder ein Endorgan sein kann. Einige Hormone beeinflussen Zellen genau des Organs, aus dem sie auch ausgeschüttet wurden (parakriner Effekt), einige beeinflussen sogar den gleichen Zelltyp (autokriner Effekt).
  • Woraus besteht das Nervensystem? Woraus besteht das Nervensystem? Das Nervensystem enthält viele Milliarden Nervenzellen, sogenannte Neuronen. Allein im Gehirn sind es rund 100 Milliarden. Jede einzelne Nervenzelle besteht aus einem Körper und verschiedenen Fortsätzen. Die kürzeren Fortsätze (Dendriten) wirken wie Antennen: Über sie empfängt der Zellkörper Signale, zum Beispiel von anderen Nervenzellen. Über den langen Fortsatz (Axon), der über einen Meter lang sein kann, werden die Signale weitergeleitet.
  • Wie ist das Nervensystem aufgebaut? Wie ist das Nervensystem aufgebaut? Nach der Lage der Nervenbahnen im Körper unterscheidet man zwischen einem zentralen und einem peripheren Nervensystem. Das zentrale Nervensystem (ZNS) umfasst Nervenbahnen in Gehirn und Rückenmark. Es befindet sich sicher eingebettet im Schädel und dem Wirbelkanal in der Wirbelsäule. Zum peripheren Nervensystem (PNS) gehören alle anderen Nervenbahnen des Körpers.
  • Was sind das willkürliche und das unwillkürliche Nervensystem? Was sind das willkürliche und das unwillkürliche Nervensystem? Das willkürliche Nervensystem (somatisches Nervensystem) steuert alle Vorgänge, die einem bewusst sind und die man willentlich beeinflussen kann. Dies sind zum Beispiel gezielte Bewegungen von Gesichtsmuskeln, Armen, Beinen und Rumpf. Das vegetative Nervensystem (autonomes Nervensystem) regelt die Abläufe im Körper, die man nicht mit dem Willen steuern kann. Es ist ständig aktiv und reguliert beispielsweise Atmung, Herzschlag und Stoffwechsel. Hierzu empfängt es Signale aus dem Gehirn und sendet sie an den Körper. In der Gegenrichtung überträgt das vegetative Nervensystem Meldungen des Körpers zum Gehirn, zum Beispiel wie voll die Blase ist oder wie schnell das Herz schlägt. Das vegetative Nervensystem kann sehr rasch die Funktion des Körpers an andere Bedingungen anpassen. Ist einem Menschen beispielsweise warm, erhöht das System die Durchblutung der Haut und die Schweißbildung, um den Körper abzukühlen. Sowohl das zentrale als auch das periphere Nervensystem enthalten willkürliche und unwillkürliche Anteile. Im zentralen Nervensystem sind die beiden Anteile allerdings stark miteinander verflochten, während sie in den übrigen Bereichen des Körpers meist getrennt sind.
  • Wie wird das unwillkürliche Nervensystem eingeteilt? Wie wird das unwillkürliche Nervensystem eingeteilt? Das vegetative Nervensystem unterteilt sich in drei Bereiche: sympathisches Nervensystemparasympathisches NervensystemEingeweide-Nervensystem (enterisches Nervensystem)Das sympathische und parasympathische Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) wirken im Körper meist als Gegenspieler: Der Sympathikus bereitet den Organismus auf körperliche und geistige Leistungen vor. Er sorgt dafür, dass das Herz schneller und kräftiger schlägt, erweitert die Atemwege, damit man besser atmen kann, und hemmt die Darmtätigkeit. Der Parasympathikus kümmert sich um die Körperfunktionen in Ruhe: Er aktiviert die Verdauung, kurbelt verschiedene Stoffwechselvorgänge an und sorgt für Entspannung. Sympathikus und Parasympathikus wirken aber nicht immer entgegengesetzt; bei manchen Funktionen ergänzen sich die beiden Systeme auch. Das enterische Nervensystem beschreibt ein eigenes Nervensystem des Darmes, das weitgehend unabhängig die Bewegung des Darmes bei der Verdauung reguliert.
  • Was ist Anatomie? Die Anatomie ist die beschreibende Lehre vom Aufbau bzw. der Gestalt (Morphologie) des menschlichen Körpers und seiner Gewebe (Histologie Histologie ist die Wissenschaft von den biologischen Geweben, und damit ein Teilgebiet der Medizin und Biologie, genauer der Anatomie und der Pathologie., sowie deren Entwicklung (Embryologie). Sie basiert auf der analysierenden Präparation bzw. Sektion von Leichen (lateinisch: secare - schneiden) aus wissenschaftlichen Gründen.
  • Was ist die Pathologie? Der Begriff Pathologie bezeichnet als Teilgebiet der Medizin die Lehre von den abnormen und krankhaften Vorgängen und Zuständen von Lebewesen und deren Ursachen. Kurz gesagt ist Pathologie die Krankheitslehre und Krankheitsforschung.
  • Was ist die Physiologie? Die Physiologie ist die Lehre, die sich mit den natürlichen Lebensvorgängen und den normalen biochemischen, vor allem aber biophysikalischen Funktionsweisen des Organismus beschäftigt.
  • Was sind die 7 Kennzeichen des Lebens? 1. Bewegung Jedes Lebewesen muss sich aus eigener Kraft bewegen können. Hier denkst du vielleicht zunächst nur an Menschen oder Tiere, die laufen oder klettern können. Aber auch Pflanzen können sich bewegen, selbst wenn du es meist nicht direkt beobachten kannst: So können sie zum Beispiel ihre Blätter zur Sonne hin drehen.  2. Stoff- und Energiewechsel Eine wichtige Voraussetzung für Leben ist es, Stoffe aus der Umwelt aufzunehmen und zu verarbeiten. So brauchst du zum Beispiel jeden Tag etwas zu Trinken und zu Essen. Aber auch ohne den Sauerstoff aus der Luft könntest du nicht atmen. Die Stoffe, die dein Körper nicht mehr benötigt oder nicht verwerten kann, scheidet er wieder aus.  Ein Kuscheltier benötigt hingegen keine Nahrung und kann nicht atmen.  3. Wachstum  Lebewesen sind in der Lage, ihre Größe, Gestalt oder Gewicht im Laufe ihres Lebens zu verändern. Während du jetzt anders aussiehst, als auf deinen Babyfotos, sieht ein Kuscheltier zum Beispiel immer noch gleich aus.  4. Reizbarkeit Lebewesen können Informationen in Form von Reizen aus der Umwelt aufnehmen, sie verarbeiten und darauf reagieren. Ein Reiz kann zum Beispiel ein Geräusch, Licht oder Schmerz sein.  Deine Katze hört zum Beispiel ein Rascheln oder nimmt Bewegungen wahr. So kann sie ihre Nahrung erbeuten. Pflanzen reagieren beispielsweise auf Lichtreize, die ihre Keimung oder die Öffnung der Blüten beeinflussen.  5. Fortpflanzung Jedes Lebewesen ist in der Lage sich zu vermehren. Nur so kann es dafür sorgen, dass seine Art erhalten bleibt. Deshalb kann eine (erfolgreiche) Fortpflanzung auch immer nur zwischen gleichen Arten stattfinden.  Menschen sowie viele Tiere vermehren sich geschlechtlich — es findet also eine Neukombination der Erbanlagen statt. Das führt dazu, dass du und deine Geschwister euch beispielsweise ähnlich seht, ihr aber nicht identisch seid.  6. Zellen  Der Grundbaustein jedes Lebewesens ist die Zelle . Je nachdem, ob es sich um eine Pflanze , ein Tier oder ein Bakterium handelt, ist sie unterschiedlich aufgebaut.  Übrigens gibt es auch Lebewesen – sogenannte Einzeller – die nur aus einer Zelle bestehen. Ein Beispiel dafür ist das Pantoffeltierchen.  7. Evolution  Auch die Evolution zählst du häufig zu den Kennzeichen des Lebendigen. Darunter verstehst du, dass sich Organismen weiterentwickeln können. Wir Menschen haben zum Beispiel über Millionen von Jahren hinweg einen aufrechten Gang entwickelt. Zusammenfassung: Ein Lebewesen muss folgende Eigenschaften / Merkmale aufweisen: Bewegung, Stoffwechsel, Wachstum, Reizbarkeit, Fortpflanzung, aus Zellen bestehen und eine Evolution durchlaufen. 
  • Was ist eine Zelle? Zellen sind die Grundbausteine des Körpers. Alle Gewebe und Organe bestehen aus Milliarden verschiedener Zellen. Menschliche Zellen sind zwar unterschiedlich groß, jedoch alle ziemlich klein. Selbst die größte Zelle, eine befruchtete Eizelle, ist mit bloßem Auge nicht sichtbar.Alle Zellen im Körper einer Person stammen von zwei Zellen ab, nämlich dem Ei der Mutter und dem Spermium des Vaters. Nachdem sich Ei und Spermium zusammengefügt haben (Befruchtung), ist das befruchtete Ei auch nur eine einzige Zelle. Diese Zelle, die Zygote, teilt sich viele Male, und während sie sich teilt, entwickeln die nachfolgenden Zellen unterschiedliche Eigenschaften und Funktionen. Diese unterschiedlichen Zellen bilden schließlich die verschiedenen Organe (siehe auch Entwicklungsstadien des Fötus).Der Körper besteht aus vielen verschiedenen Zelltypen, die sich in Aufbau und Funktion unterscheiden. Zu den Zelltypen zählen unter anderem: BlutkörperchenMuskelzellenHautzellenNervenzellenDrüsenzellen Einige Zellen, wie z. B. Blutzellen (Blutkörperchen), bewegen sich ungehindert im Blut und haften nicht aneinander. Andere, etwa die Muskelzellen, sind fest miteinander verbunden.Einige Zellen wie Hautzellen teilen und vermehren sich schnell. Wiederum andere, wie z. B. die Nervenzellen, teilen und vermehren sich nur unter bestimmten Umständen.
  • Was ist Gewebe? Ein Gewebe ist ein Verband von Zellen, die sich in unmittelbarer Nähe befinden und eine oder mehrere spezifische Funktionen erfüllen sollen. Es gibt vier grundlegende Gewebetypen, die sich je nach ihrer Morphologie und Funktion unterscheiden: Epithelgewebe bildet eine schützende Begrenzung und ist an der Diffusion von Ionen und Molekülen beteiligt.Bindegewebe liegt zwischen anderen Gewebetypen und unterstützt sie.Muskelgewebe kontrahiert, um Bewegungen im Körper zu initiieren.Nervengewebe ist für die Aufnahme und Weiterleitung von Informationen über das zentrale und periphere Nervensystem zuständig.
  • Was ist ein Organ? Ein Organ ist ein spezialisierter Teil des Körpers, der sich aus unterschiedlichen Zellen und Geweben zusammensetzt. Ein Organ ist eine abgegrenzte Funktionseinheit in einem vielzelligen Lebewesen. Ein Organ geht auf eine eigene Organanlage zurück und durchläuft eine spezifische Organogenese. Das Zusammenspiel der Organe realisiert den Organismus. Organe sind funktional durch Organsysteme direkt miteinander verbunden. Grundlage von Organen sind die biologische Differenzierung („Aufgabenteilung“) der Zellen echter Vielzeller.
  • Was ist ein Organsystem? -Nenne Beispiele Als Organsystem bezeichnet man eine funktionell zusammen gehörende Gruppe von Organen im menschlichen oder tierischen Körper. Als Synonym für „System“ wird auch die Bezeichnung „Apparat“ verwendet. Diese Gruppierung ist Grundlage der „Systematischen Anatomie“. So werden zum Beispiel zum Verdauungssystem (oder Verdauungsapparat) alle Organe zusammengefasst, die der Aufnahme (Lippen, Mundhöhle), der Zerkleinerung (Zähne), dem Transport (Speiseröhre), dem enzymatischen Aufschluss und der Resorption der Nahrung (Magen-Darm-Trakt, Leber, Bauchspeicheldrüse) sowie der Ausscheidung (Rektum, Anus) nicht verwertbarer Restprodukte dienen. Diese Einteilung berücksichtigt nicht, dass es zahlreiche Überschneidungen und Wechselwirkungen zwischen den Organsystemen gibt, also kein Organsystem von den anderen unabhängig agiert. So wird das Verdauungssystem durch Gefäße mit Blut versorgt (Herz-Kreislauf-System), durch Nerven gesteuert (Nervensystem), die Kotabgabe wird durch die Bauchmuskeln unterstützt (Bewegungsapparat). Darüber hinaus spielt es eine Rolle bei Abwehrvorgängen und ein Teil der resorbierten Nährstoffe wird über Lymphe abtransportiert. Ein weiteres Problem bei der Gliederung in Organsysteme sind Mehrfachfunktionen. So hat z. B. die Leber vielfältige Funktionen und könnte zu mehreren Organsystemen gerechnet werden. Zum Nervensystem im weiteren Sinne gehören auch die Sinnesorgane. Beim Menschen unterscheidet man folgende Organsysteme: NervensystemSinnesorganeHormonsystemHerz-Kreislauf-SystemAtmungssystemVerdauungssystemUrogenitalsystemHarnsystemGeschlechtssystemStütz- und BewegungssystemSkelettMuskulaturHautImmunsystemLymphatisches System
  • Was ist die Psyche? Das Wort „Psyche“ kommt aus dem Griechischen, wo es für „Hauch“ bzw. „Atem“ steht. Und das Atmen wiederum steht für Lebendigkeit. So wird auch laut Duden das Wort Psyche als die „Gesamtheit des menschlichen Fühlens, Empfindens und Denkens“ bezeichnet. Erweitert könnte man die Psyche also als die Gesamtheit dessen beschreiben, was einen Mensch hinsichtlich seiner Persönlichkeitsmerkmale, Wahrnehmungen, Empfindungen und Denkprozesse ausmacht. Synonym wird für die Psyche umgangssprachlich häufig auch das Wort „Seele“ verwendet. Dieses fasst jedoch im Gegensatz zum wissenschaftlichen Bereich der Psyche auch spirituelle und religiöse Annahmen mit ein.
  • Was sind die Zellbestandteile? Zellbestandteile Nachfolgend haben wir dir die wichtigsten Zellbestandteile und Zellorganellen aufgelistet. Diese findest du mit Ausnahme der Plastiden und der Vakuole in allen Eucyten. Die Ribosomen findest du auch in den Procyten. Zellkern mit Nucleolus : Enthält den größten Teil der Erbinformation in Form von Chromosomen und steuert wichtige Stoffwechselprozesse wie die Zellteilung. Endoplasmatisches Retikulum (ER): Besteht aus mehreren Hohlräumen und kann in das glatte ER (ohne Ribosomen) und das raue ER (mit Ribosomen) unterteilt werden.Grundsätzlich ist das ER für die Weiterleitung von chemischen Signalen und Stoffen zuständig. Ribosomen : Kleine ovale Teilchen aus Proteinen und rRNA. Ihre Hauptaufgabe ist die Translation, also das Ablesen von Informationen (mRNA) und die darauffolgende Bildung von Proteinen. Golgi Apparat : Besteht aus mehreren Hohlräumen und ist in der Lage, Proteine zu verarbeiten, umzuwandeln und in Vesikeln zu binden. Mitochondrien : Sind von einer Doppelmembran umgeben und bilden den universellen Energieträger ATP. Vesikel (z.B. Lysosom oder Peroxisom ): Kleine runde Bläschen die für den Transport von zahlreichen Stoffen zuständig sind. Plastiden (z.B. Chloroplasten ): Plastiden findest du nur in Pflanzenzellen. Diese Zellorganellen sind aus endosymbiontisch lebenden Zellen entstanden (Endosymbiontentheorie ). Vakuole : Großer Hohlraum innerhalb von Pflanzenzellen, der den Zellinnendruck (Turgor) erzeugt.
  • Nenne die 4 verschiedenen Gewebearten Die verschiedenen Gewebearten Der Körper des Menschen besteht aus verschiedenen Gewebearten. Jedes Gewebe ist aus einer Vielzahl gleichartiger, spezialisierter Zellen aufgebaut, die gemeinsam einer bestimmten Aufgabe dienen. Insgesamt werden vier Gewebeklassen unterschieden: -das Deckgewebe (Epithelgewebe) -das Binde- und Stützgewebe (Bindegewebe,Fettgewebe, Knochen und Knorpel) -das Muskelgewebe -und das Nervengewebe Alle Organe des Körpers, wie zum Beispiel Herz und Lunge, sowie die Funktionssysteme wie Skelett-, Nerven- und Gefäßsystem sind aus diesen vier Gewebetypen zusammengesetzt. Epithelgewebe bedecken die äußeren Körperoberflächen und kleiden das Innere von Organen und Hohlräumen aus. Zu ihnen zählen beispielsweise die Haut und die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes, der Atemwege und der Harnwege. Auch Drüsen werden aus Epithelgewebe gebildet. Die Weichteile oder Weichgewebe umfassen alle nicht-epithelialen Gewebe des Körpers mit Ausnahme des Stützgewebes (Knochen und Knorpel). Damit zählen zu den Weichgeweben im Wesentlichen das Bindegewebe, Fett- und Muskelgewebe sowie das Gewebe der peripheren Nerven (Nervensystem ohne Hirn und Rückenmark). Die Weichteile verbinden, unterstützen und umgeben die anderen Körperteile und Organe.
  • Was ist die Haut? -Kurze Gedanken Die Haut (Derma) grenzt unseren Körper nach außen hin ab. Sie schützt ihn vor Umwelteinflüssen wie Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Wind, Staub, Schmutz, Austrocknung, UV-Strahlung, schädlichen Substanzen, Keimen und vielem mehr (Barrierefunktion der Haut). Sie bestimmt unser Erscheinungsbild und gilt als "Spiegel unserer Seele". Hautprobleme wiederum können unser Wohlbefinden derart beeinflussen, dass wir uns "in unserer Haut nicht mehr wohl fühlen". Daher sollte auch in der Pflege der Haut besonderes Augenmerk geschenkt werden.
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  • Aufbau der Haut? Aufbau der Haut Die Haut ist schichtartig aufgebaut. Von außen nach innen umfassen die einzelnen Hautschichten, die Oberhaut (Epidermis), die Lederhaut (Dermis, Corium) und das Unterhautfettgewebe (Subcutis), eine Schicht aus Fettzellen und lockerem Bindegewebe. Von außen sichtbar ist nur die Oberhaut, die aus einem mehrschichtigen verhornenden Plattenepithel besteht. Diese Hornschicht ist an Handinnenflächen und Fußsohlen verdickt. Die Oberhaut kann von außen nach innen weiter unterteilt werden in die Hornschicht (Stratum corneum), die Glanzschicht (Stratum lucidum), die Körnerzellenschicht (Stratum granulosum), die Stachelzellschicht (Stratum spinosum) und die Basalschicht (Stratum basale).
  • Die Haut allgemeine Fakten -Nenne die 2 Hauttypen Anatomie Die menschliche Haut besitzt eine Gesamtfläche von ca. 1,8 m2 und hat eine Dicke von etwa 1,5 bis 4 mm. Ihr Gesamtgewicht beträgt ca. 3,5 - 10 kg. Rechnet man das Fettgewebe mit, ist ein Gewicht von ca. 20 kg möglich. Makroskopisch können zwei funktionell verschiedene Hautformen am menschlichen Körper unterschieden werden: Die Leistenhaut auf den Handflächen und FußsohlenDie Felderhaut auf dem restlichen Körper, welche zusätzlich Haare und Drüsen trägt.
  • Die Funktionen der Haut Die Haut hat vielfältige Funktionen. Dazu gehören: -Herstellung der körperlichen Integrität -Schutz des Organismus vor Umwelteinflüssen wie z. B.: Strahlung, durch Teilung der Melanozyten,Chemikalien,Krankheitserregern, durch Hautflora und SäureschutzmantelAustrocknung, durch Talgbildung. -Mechanischer Schutz der subkutanen Strukturen (z.B. Gefäße), durch die Elastizität des Koriums und das subkutane Fettgewebe -Wärmeregulierung (Wärmeabgabe durch Vasodilatation oder Wärmeerhalt durch Vasokonstriktion, Schwitzen, Gänsehaut etc.) -Energiereserve in Form von in der Haut gespeicherten Fettes Sinneswahrnehmungen der Sensibilität, z.B. Tastsinn, Druck-, Schmerz- und Vibrationsempfinden -Synthese von Vitamin D unter UV-Strahlung -Perspiration (Hautatmung, bei bestimmten Tieren) -Aufnahme von Substanzen, z.B. Morphium über transdermale Pflaster -Unbewusste Kommunikation mit dem Sexualpartner durch Pheromone Von ihrer Funktion als Bedeckung aller Körperteile leitet sich auch ihre funktionell-anatomische Bezeichnung als "Integumentum commune" ab, zu deutsch etwa "gemeinsame Hülle" (aller Körperglieder).
  • Die Oberhaut Die Oberhaut (Epidermis) Die Oberhaut (Epidermis) besteht aus einem mehrschichtigen, verhornenden Plattenepithel. Die äußere Hornschicht enthält abgestorbene Hornzellen. Sie bildet die oberste Schutzbarriere der Haut. Die darunter liegende Keimschicht liefert Nachschub für die Hornschicht und erneuert diese etwa alle vier Wochen. Die Keimschicht setzt sich aus der Basalzell- und der Stachelzellschicht zusammen. In der Basalzellschicht, der untersten Schicht der Epidermis, befinden sich Stammzellen, aus denen sich die hornbildenden Zellen, die sogenannten Keratinozyten, entwickeln. Sie wandern nach oben in die Stachelzellschicht ein, wo sie durch die Bildung von Keratohyalin allmählich verhornen. Dabei flachen sie ab, verlieren ihren Zellkern und werden zur Hornzelle. In der Basalzellschicht der Oberhaut befinden sich außerdem die pigmentbildenden Zellen, die sogenannten Melanozyten. Deren Farbstoff Melanin wird auf die Zellen der Oberhaut verteilt und bestimmt so die Hautfarbe und Bräunung. Die Stachelzellschicht enthält außerdem Immunzellen, die sogenannten Langerhans- Zellen.
  • Die Lederhaut Die Lederhaut (Dermis) Unterhalb der Epidermis befindet sich die Lederhaut (Dermis oder Corium), eine kollagenfaserreiche bindegewebige Hautschicht. Die Bindegewebsfasern sorgen für die besondere Elastizität der Haut, sodass sie Druck- und Scherkräfte aushalten kann. Die Lederhaut ist vom Alterungsprozess des Menschen besonders betroffen. In die Lederhaut sind zudem Blut- und Lymphgefäße und die sogenannten Hautanhangsgebilde eingebettet, wie Haarfollikel, Talg- und Schweißdrüsen sowie zahlreiche Nervenfasern zur Tast- und Vibrationswahrnehmung. Leder- und Oberhaut bilden zusammen die sogenannte Cutis.
  • Die Unterhaut Die Unterhaut (Subcutis) Die unterhalb der Cutis liegende Schicht wird als Subcutis bezeichnet. Sie besteht aus lockerem Bindegewebe und Fettgewebe. Die Subcutis dient als Kälteschutz, Energiespeicher und Verschiebeschicht zwischen der eigentlichen Haut und der Bindegewebshülle, die die Muskeln des Bewegungsapparates abgrenzt.
  • Hautanhangsgebilde:Das Haar Haare Haare sind komplexe Kreatinstrukturen in der Oberhaut. Sie entstehen innerhalb zylindrischer Einstülpungen der oberen Hautschicht, die bis zur Unterhaut hinunter reichen können (Haarfollikel). Es gibt drei unterschiedliche Haartypen: Das Lanugohaar (Wollhaar) ist um die Geburt herum vorhanden und wird danach durch das etwas gröbere Velushaar ersetzt. Während der Pubertät wird schließlich durch Hormone das Wachstum von unterschiedlich langem Terminalhaar angeregt. Entwicklungsgeschichtlich dienten die Haare der Wärmeregulation. Heutzutage ist ihr Wachstum am Körper des Menschen teilweise jedoch so spärlich, dass diese Funktion kaum noch erfüllt wird. Die Kopfbehaarung bietet jedoch noch immer Schutz vor Kälte und starker Sonneneinstrahlung. Für den Tastsinn spielen die Haare auch eine Rolle, da sie als Vorposten der Haut den Radius von wahrnehmbaren Reizen erweitern. Bei Kälte und Erregung stellen sich die Haare reflektorisch mithilfe kleiner Mm. arrectores pilorum auf.
  • Das Hautanhangsgebilde:Die Nädel Nägel Finger- und Zehennägel bestehen wie Haare aus Hornzellen. Sie wachsen aus der Nagelmatrix heraus mit einer kontinuierlichen Geschwindigkeit von etwa 0,1 mm pro Tag über ein Nagelbett. Ihre Funktion besteht darin, dass sie beim Tasten als festes Widerlager dienen und so eine bessere Reizwahrnehmung mit den Fingerspitzen ermöglichen.
  • Das Hautanhangsbilde:Talgdrüßen Talgdrüsen (Glandulae sebaceae holocrinae) liegen meistens unmittelbar neben Haarfollikeln. Sie sezernieren eine ölige Talgsubstanz (Sebum) aus abgestorbenem Epithel, welche Haut und Haare einfettet und geschmeidig macht. Für die Haut hat der Talg eine Schutzfunktion, da er Risse verhindert und am bakteriziden Säureschutzmantel beteiligt ist. Die Talgproduktion wird durch Sexualhormone gesteuert: Östrogen hemmt sie, Testosteron regt sie an. Bei Verschluss der Ausführungsgänge der Talgdrüsen entstehen Mitesser, die sich im Rahmen einer Akne entzünden können. Unabhängig von Haarfollikeln kommen Talgdrüsen auch an Übergängen von Haut zu Schleimhaut vor, z.B. an den Lippen, den Augenlidern, der Vorhaut und der Eichel des Penis.
  • Das Hautanhangsgebilde:Schweißdrüsen SchweißdrüsenMan unterscheidet zwei Typen von Schweißdrüsen, die Glandulae sudoriferae eccrinae und apocrinae. Die kleinen ekkrinen Drüsen sind überall am Körper aufzufinden, ihre Aufgabe ist die Wärmeregulierung. Dazu geben sie pro Tag ca. 0,5 l kochsalzhaltigen Schweiß ab, bei höheren Temperaturen oder körperlicher Anstrengung auch etwas mehr. Dieser ist zunächst geruchsneutral, durch Bakterien entsteht jedoch der typische Schweißgeruch. Der Schweiß ist ebenfalls an der Bildung des Säureschutzmantels der Haut beteiligt. Im Gegensatz zu den ekkrinen sind die apokrinen Schweißdrüsen (Duftdrüsen, große Schweißdrüsen) nur an einigen Körperstellen vorhanden, beispielsweise in den Achselhöhlen und an den Brustwarzen. Sie münden wie die Talgdrüsen an den Haarfollikeln. Während der Pubertät werden die Duftdrüsen voll entwickelt und bestimmen in hohem Maße den individuellen Körpergeruch.
  • Das Hautanhangsgebilde:Die Duftdrüßen Duftdrüse   Als Duftdrüsen bezeichnet man Drüsen in der Haut von Menschen und Tieren, die Duftstoffe absondern können. Jene Stoffe werden von Artgenossen oder Tieren anderer Arten bewusst oder unbewusst über das olfaktorische System aufgenommen; mit dem vomeronasalen Organ (VNO) (beim postembryonalen Menschen nicht sicher nachweisbar und vermutlich ohne Funktion) existiert dafür ein spezialisiertes Sinnesorgan. Beim Menschen werden die Duftdrüsen gemeinhin zu den Schweißdrüsen Glandulae sudoriferae gezählt und traditionell den übrigen ekkrinen Schweißdrüsen gegenüber auch als apokrine Schweißdrüsen bezeichnet (die sowohl merokrin (ekkrin) als auch apokrin sezernieren)[2]. Im Unterschied zu den unabhängig von Haarfollikeln über den gesamten Körper verteilten 2 bis 4 Millionen cholinerg innervierten ekkrinen Schweißdrüsen, welche dem nackten Primaten eine außerordentlich effektive Thermoregulation erlauben, sind seine insgesamt meist weniger als hunderttausend Duftdrüsen größer, auf bestimmte Körperregionen beschränkt und ihr Ausführungsgang mündet jeweils in den Trichter eines Haarfollikels, neben dem einer Talgdrüse des Haarbalgs. Duftdrüsen liegen zu über 100/cm² besonders dicht in der Unterhaut von Achselhöhle, Genitoanalregion und Brustwarzenhof sowie, spärlicher, von Gesicht, Kopfschwarte und periumbilikaler Bauchhaut. Funktion Die unverzweigten, röhrenförmigen Einzeldrüsen bilden besondere Sekrete, die entlang eines Haarschaftes mit Hauttalg vermischt an die Oberfläche gelangen und unter Mitwirkung einer spezifisch adaptierten bakteriellen Hautflora zu oft intensiven Duftstoffen umgesetzt werden. Deren verschiedene Duftnoten tragen auch beim Menschen zumindest innerartlich kommunikative Funktionen – in der Regel unbewusste – und können als Signale verstanden werden. Die Reizaufnahme erfolgt über das gewöhnliche Riechepithel. Die Duftdrüsen sind phylogenetisch betrachtet sehr viel älter als die ekkrinen Schweißdrüsen und werden ebenso wie diese sympathisch innerviert, jedoch adrenerg. Insbesondere im Zusammenhang mit emotionalen Regungen wie Wut, Schmerz, Angst, aber auch Freude, Lust und sexueller Erregung wird die Sekretion der Duftdrüsen nervös vermittelt gesteigert. Unter Umständen kann dies auch in Reaktion auf olfaktorisch detektierte Stoffe mit pheromonähnlicher Wirkung auftreten. Meist langfristig stimulierend wirken Sexualhormone auf die Aktivität von Duftdrüsen, die ihre sezernierende Tätigkeit so überwiegend erst zu Beginn der Geschlechtsreife aufnehmen. Spezialisierte apokrine Schweißdrüsen sind die Mollschen Drüsen Glandulae ciliares conjunctivales, die am Lidrand in den Haarbalg von Wimpern münden, sowie die Ohrschmalzdrüsen Glandulae ceruminosae des äußeren Gehörgangs, die Cerumen sezernieren.
  • Aufbau des Nagels Wie sind die Nägel aufgebaut? Finger- und Zehennägel werden von Hautzellen gebildet. Sie zählen deshalb – wie zum Beispiel die Haare – zu den sogenannten Hautanhangsgebilden. Was man umgangssprachlich als Nagel bezeichnet, nennen Fachleute Nagelplatte. Die Nagelplatte besteht vor allem aus harter Hornsubstanz (Keratin), ist etwa einen halben Millimeter dick und leicht gewölbt. Der Nagel ist fest mit dem darunterliegenden Nagelbett verwachsen. An der Finger- oder Zehenkuppe trennen sich Nagel und Nagelbett aber, sodass der Nagel frei vorragt. Dadurch lassen sich zum Beispiel die Fingernägel als Kratzwerkzeuge einsetzen. Außerdem sind die Nägel ein wichtiger Bestandteil des Tastsinns. Die Hautkanten, die den Nagel rechts und links einfassen, heißen Nagelwall. Der untere Hautrand ist der Nagelfalz. Hier wächst eine dünne Hautschicht über den Nagel, die sogenannte Nagelhaut (von „cuticula“, lateinisch: Häutchen).Wie wachsen die Nägel?  Am Nagelfalz steckt der Nagel in einer Hauttasche. Dieser Bereich wird als Matrix bezeichnet. Wer auf einen Nagel schaut, sieht einen Teil der Matrix als hellen Bogen durch die Nagelplatte durchschimmern. Den hellen Bereich nennen Fachleute aufgrund seiner Halbmondform Nagelmond oder Lunula (lateinisch für „Möndchen“). In der Matrix entsteht ständig neue Hornsubstanz, die sich an die Nagelplatte anlagert und den Nagel langsam vorschiebt. Fingernägel wachsen pro Monat etwa 3 Millimeter, Zehennägel etwas weniger.
  • Funktion der Schweißdrüsen Funktion von Schweißdrüsen Vorkommen von SchweißdrüsenSchweißdrüsen kommen am gesamten Körper vor, mit Ausnahme der Lippe und der Eichel beim Mann. Besonders dicht sind sie in Ellenbeuge, Stirn, Handinnenfläche und der Fußsohle zu finden. Die Dichte variiert sehr stark von 100 pro mm² am Oberschenkel bis hinzu 600/mm² an der Fußsohle. Verschiedene Arten der SchweißdrüsenMan unterscheidet histologisch, d.h. in der Gewebslehre, zwei verschiedene Drüsenarten, die sich in der Gewinnung des Sekrets = Schweiß unterscheiden: apokrine Schweißdrüsen = DuftdrüsenSie sind maßgeblich für den Körpergeruch verantwortlich und bilden ihr Sekret folgendermaßen: Teile der Zelle schnüren sich samt Zellmembran und den darin befindlichen Zellorganellen ab und werden über einen kleinen Gang durch winzige Muskeln an die Körperoberfläche gepresst, d.h. bei der Abgabe des Sekrets werden die Zellen etwas kleiner und müssen sich regenerieren. merokrine Schweißdrüsen = das, was wir eigentlich unter Schweißdrüsen verstehenSie produzieren den Schweiß merokrin, was bedeutet, dass die Zelle den Schweiß als kleine Tröpfchen verpackt ausschleust, ohne dass dabei Teile der Zellmembran verloren gehen. Funktion der merokrinen Schweißdrüsen Die primäre Funktion von Schweißdrüsen ist die Regulation der Körpertemperatur. Vor allem für die inneren Organe Leber,Niere, Milz ist eine konstante Temperatur für biochemische Vorgänge entscheidend. Wird viel Wärme produziert z.B. beim Sport oder der Körper bekommt von außen viel Wärme hinzugefügt z.B. in der Sonne am Strand droht die Körpertemperatur im Körperinnern zu steigen. Eine Maßnahme dies zu verhindern ist, die überschüssige Energie durch die Verdunstung von Wasser zu reduzieren, was bedeutet, dass der Schweiß an der Körperoberfläche verdunstet, was Energie benötigt, welche der Körperoberfläche entzogen wird. Das ist bis zu einer maximalen Schweißproduktion von 2 Litern pro Stunde beim Erwachsenen möglich!   Wie wirksam diese Verdunstung ist, merken wir erst, wenn sie nicht mehr richtig funktioniert: an schwülen Tagen wo die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist kann die Luft kaum noch mehr Wasser aufnehmen, d.h. der Schweiß verdunstet kaum noch. Das führt dazu, dass wir auch bei geringer körperlicher Bewegung z.B. beim gemütlichen Spazieren gehen stark zu schwitzen anfangen.
  • Funktion der Talgdrüßen Die Talgdrüsen (Glandulae sebaceae) finden sich in der Lederhaut der gesamten Körperoberfläche mit Ausnahme der Handinnenflächen und Fußsohlen. Meist treten sie in Kombination mit einem Haarbalg auf, in dessen Kanal ihre Ausführungsgänge münden. Nur an Augen, Augenlidern, Lippen, Penis und kleinen Schamlippen finden sich Talgdrüsen, die keine Verbindung zu Haaren haben. Das Drüsenprodukt Talg besteht aus Fett, Eiweiß, Cholesterin und Elektrolyten und hält Haut und Haare glatt und geschmeidig. Der Talg sorgt für ein ebenmäßiges Hautbild und eine ausreichende Widerstandsfähigkeit der Haut. Auch das Ohrenschmalz im Gehörgang wird von Talgdrüsen produziert. In der Lederhaut findet man etwa zwei bis drei Millionen Schweißdrüsen, deren Ausführungsgänge sich zur Hautoberfläche schlängeln und in den Hautporen enden. Besonders zahlreich kommen sie an den Handinnenflächen, den Fußsohlen und den Achselhöhlen vor. Normalerweise sondert der Körper ungefähr 0,5–1 l Schweiß pro 24 Stunden ab. Dieser erzeugt an der Hautoberfläche Verdunstungskälte. Auf diese Weise dient die Schweißproduktion der Thermoregulation des Körpers. Die im Schweiß enthaltenen Säuren bilden mit einem pH-Wert von 5–6 den Säureschutzmantel der Haut und tragen zum geschmeidigen Aussehen der Haut bei. Emotionale Reize (z. B. Stress, Angst) oder Extremsituationen (z. B. Sport oder hohes Fieber) führen zu einer vermehrten Schweißproduktion. Duftdrüsen, befinden sich v. a. in den Achselhöhlen, im Bereich der Brustwarzen und der Schamregion. Ihr Duft prägt zusammen mit dem Schweißgeruch und der bakteriellen Hautflora den persönlichen Körpergeruch eines Menschen.
  • Aufbau eines Haars Wie sind Haare aufgebaut und wie wachsen sie? Die Haare sind für viele Menschen ein natürlicher Schmuck und Ausdruck der Persönlichkeit. Haare haben aber auch schützende Eigenschaften: Sie schirmen zum Beispiel die Kopfhaut gegen Sonnenstrahlen ab. Wimpern und Augenbrauen verhindern, dass Staub, Schmutz oder Schweiß in die Augen geraten. Auch in der Nase und den Ohren schützen Haare vor Eindringlingen. Die Körperhaare helfen bei der Regelung der Körpertemperatur: Stellen sie sich bei Kälte auf, können sie die vom Körper erwärmte Luft an der Hautoberfläche halten – wie ein wärmendes Luftpolster. Welche Haarformen gibt es?Bis auf wenige Stellen, zum Beispiel den Handinnenflächen und Fußsohlen, ist die gesamte Körperoberfläche behaart. Dabei unterscheidet man die feinen, kurzen Wollhaare am Körper und die sogenannten Lang- oder Terminalhaare. Dazu gehören die Haare am Kopf, die Barthaare, Wimpern, Augenbrauen, Schamhaare und auch die männliche Körperbehaarung, etwa an Brust oder Bauch. Die Verteilung von Woll- und Langhaaren ist individuell unterschiedlich und alters- wie geschlechtsabhängig. Zum Beispiel ist bei Kindern der Körper vorwiegend von Wollhaaren bedeckt. Bei erwachsenen Frauen sind dagegen 30 Prozent und bei Männern ungefähr 90 Prozent der Körperoberfläche mit Langhaaren bedeckt.  Wie ist das Haar aufgebaut?Jedes Haar besteht aus einem Haarschaft und einer Haarwurzel. Der Schaft ist der sichtbare Teil des Haares, der aus der Haut herausragt. Die Haarwurzel steckt in der Haut und reicht bis in das Unterhautgewebe. Sie ist von Haut- und Bindegewebe eingehüllt – dem Haarfollikel, in den auch eine Talgdrüse mündet. An jedem Haarfollikel setzt zudem ein kleiner Muskel an, der das Haar aufrichten kann. Am Haarfollikel enden auch viele Nervenfasern. Dadurch können wir Haarbewegungen wahrnehmen und selbst einen leichten Luftzug gut spüren. Am unteren Ende ist die Haarwurzel kugelig verdickt und wird deshalb an dieser Stelle Haarzwiebel genannt. In die Haarzwiebel reicht von unten die sogenannte Haarpapille hinein, ein gut durchblutetes Knötchen. An der Grenze zwischen Papille und Haarzwiebel entstehen ständig neue Haarzellen.
  • Haarwuchs,Farbe und Zyklus -Und Haarausfall Wie wächst ein Haar?In der Haarzwiebel werden ständig neue Zellen gebildet, die miteinander verkleben und dabei verhornen. Aus diesem Hornstrang setzt sich das gesamte Haar zusammen. Weil sich von unten immer neue verhornte Zellen an das Haar ankleben, schiebt es sich allmählich aus der Haut heraus. Ein Haar am Kopf wird auf diese Weise pro Monat etwa einen Zentimeter länger. Die Barthaare, aber vor allem Wimpern, Augenbrauen und die Körperbehaarung wachsen langsamer. Ob das Haar glatt oder lockig ist, hängt mit dem Querschnitt des Haares zusammen. Ist er rund, wächst das Haar glatt aus der Haut. Je ovaler sein Querschnitt, desto lockiger sind die Haare. Die Haarfarbe entsteht durch den unterschiedlichen Gehalt des Farbstoffs Melanin in den verhornten Zellen. Sie kann von Person zu Person stark variieren und sich im Laufe des Lebens verändern. Mit zunehmendem Alter nimmt der Melaningehalt bei den meisten Menschen ab, gleichzeitig wird vermehrt Luft in das Haar eingeschlossen – es verliert seine Farbe und wird weiß. Je nach ursprünglicher Haarfarbe und Anteil der weißen Haare erscheint das Kopfhaar dann insgesamt grau bis weiß.  Was ist der Haarzyklus?Solange in der Haarzwiebel immer neue Hornzellen entstehen, wächst das Haar in die Länge. Diese Wachstumsphase nennen Fachleute auch anagene Phase. Zu jedem Zeitpunkt befinden sich etwa 90 Prozent aller Haare eines Menschen in der Wachstumsphase. Je nachdem, wo am Körper ein Haar wächst, ist die Wachstumsphase unterschiedlich lang: Bei den Haaren der Kopfhaut kann sie zum Beispiel mehrere Jahre dauern. Deshalb können Kopfhaare, wenn sie nicht abgeschnitten werden, weit über einen Meter lang werden. Besonders kurz ist die Wachstumsphase bei Wimpern, Augenbrauen oder den Haaren am Eingang von Ohr und Nase. Sie wachsen nur etwa 100 bis 150 Tage lang. Darum können diese Haare auch nicht so lang werden. Am Ende der Wachstumsphase löst sich die Haarwurzel von der Papille ab. Dieser Abschnitt wird als Übergangsphase bezeichnet und dauert etwa 2 bis 4 Wochen. Ist das Haar gänzlich von der Papille und damit von der Blutversorgung abgetrennt, beginnt die Ruhephase des Haares – auch telogene Phase genannt. Das Haar wird dabei langsam aus der Haut gedrückt und fällt schließlich aus. Die Ruhephase kann einige Monate dauern. Am Grund des „leeren“ Haarfollikels beginnen sich aber wieder Haarzellen zu vermehren und sich zu einem neuen Haar zusammenzusetzen: Wieder startet eine Wachstumsphase und der Haarzyklus beginnt von Neuem.  Wann ist ein Haarausfall verstärkt?Weil immer wieder Haare in die Ruhephase übergehen und dann ausfallen, verliert ein Mensch ständig Haare. Bei einem gesunden Erwachsenen können es am Kopf etwa 70 bis 100 Haare am Tag sein. Weil aber gleichzeitig immer neue Haare nachwachsen, bleibt dieser natürliche Haarausfall unbemerkt. Wenn die Haarwurzeln aber während der Wachstumsphase geschädigt werden oder viele Haare auf einmal in die Ruhephase übergehen, kommt es zu einem verstärkten Haarausfall (Effluvium). Wachsen keine neuen Haare mehr nach, entsteht eine kahle Stelle. Unabhängig davon, ob die Stelle klein ist, die gesamte Kopfhaut oder die Körperbehaarung betrifft, bezeichnet man diese Haarlosigkeit als Alopezie. Manche Alopezie-Formen können wieder verschwinden, und die Haare wachsen wieder nach. Eine Haarlosigkeit kann aber auch bestehen bleiben – ein typisches Beispiel ist die dauerhafte Glatzenbildung bei Männern.
  • Was sind Drüßen?Und wie sind sie aufgebaut? Drüsen Die Drüsen befinden sich unter der Haut oder direkt im Organismus und sind dafür verantwortlich, Hormone, Schweiß und andere Stoffe zu produzieren und auszuscheiden. Sie regulieren verschiedenste Prozesse und sind essentiell für die Gesundheit.  Was sind Drüsen? Die Aufgaben der endokrinen Drüsen ist die Produktion von Hormonen.Unter den Drüsen versteht man kleine Öffnungen, die über den gesamten menschlichen Körper verteilt sind. Sie produzieren Hormone, Schweiß oder Sekrete, die im Normalfall vollkommen geruchlos sind. Daneben können Schweißdrüsen auch eine riechenden Geruch absondern, welcher entscheidend für das Sexualverhalten ist. Diese Art der Drüsen bilden sich während der Pubertät und entwickeln sich nach ihrem Ende wieder zurück. Die Drüsen können erkranken oder bereits von Geburt an geschädigt sein. Dann kommt es etwa zu fehlender oder übermäßiger Schweißbildung. Dadurch können Abszesse und Infektionen entstehen, die chirurgisch geöffnet werden müssen. Sind die Hormondrüsen geschädigt, kann es zu schwerwiegenden psychischen Problemen kommen. Anatomie & Aufbau   Die Drüsen am menschlichen Körper lassen sich in mehrere Gruppen unterteilen. Zum einen gibt es die ekkrinen Schweißdrüsen, welche sich in der unterhalb der Epidermis befinden. Sie sind etwa 0,4 mm groß und am gesamten Körper zu finden.  Zudem ist jede einzelne Drüse von einer Membran umhüllt. Zum anderen gibt es die apokrinen Schweißdrüsen, welche eng mit den Haarfollikeln verbunden sind und deutlich größer als die ekkrinen Drüsen sind. Sie sind etwa 3-5 mm groß und befinden sich im Untergewebe der Haut. Die apokrinen Drüsen werden während der Pubertät gebildet und werden auch als Duftdrüsen bezeichnet, da der abgesonderte Schweiß einen auffälligen Geruch aufweist. Die endokrinen Drüsen sind für die Produktion von Hormonen zuständig. Sie schicken die produzierten Hormone über Osmose oder Diffusion in den Blutkreislauf. Sie sind ähnlich aufgebaut wie die ekkrinen Drüsen. Zuletzt gibt es noch die exokrinen Drüsen, welche sich ebenfalls im gesamten Körper befinden. So handelt es sich bei der Brustdrüse ebenso um eine exokrine Drüse wie bei der Prostata, den Speicheldrüsen oder den Talg- und Schweißdrüsen. Auch die Leber- und Galleproduktion wird von den exokrinen Drüsen gesteuert. Der Mensch hat mehre Millionen Drüsen über den gesamten Körper verteilt. An manchen Regionen treten dabei weniger Drüsen auf. So etwa an den Oberschenkeln und an den Unterarmen. Die meisten Schweißdrüsen befinden sich unter den Achseln, im Bereich der Genitalien und an den Fußsohlen.
  • Was sind die Funktionen und Aufgaben von Drüßen? Funktion & Aufgaben Die Drüsen haben mehrere Aufgaben. Die ekkrinen Drüsen sind dafür verantwortlich, die Körpertemperatur zu regulieren. Steigt die Außentemperatur an, wird vermehrt Schweiß produziert, um den Körper und damit den Organismus abzukühlen, sinkt sie, verschließen sich die Drüsen und es kommt zu Gänsehaut. Unabhängig davon, wie viel Schweiß die Drüsen zu diesem Zweck produzieren, ist er vollkommen geruchlos. Die ekkrinen Drüsen sondern Schweiß ab, der aus Wasser, Kochsalz, Fettsäuren und verschiedenen stickstoffhaltigen Substanzen besteht. Darüber hinaus enthält der Schweiß antibakterielle Stoffe, die den pH-Wert der Haut auf einem optimalen Level halten. Der Körper entgiftet sich also selbst, reguliert die Temperatur und pflegt die Haut durch die Ausschüttung von Schweiß. Die apokrinen Drüsen sind für andere Aufgaben verantwortlich. Sie geben bestimmte Duftstoffe ab, die den individuellen Körpergeruch prägen und eine wichtige Rolle im Sozial- und Sexualverhalten spielen. Heutzutage wird der Geruch zwar durch Deos übertüncht, die Übertragung geht dennoch vonstatten. Apokrine Schweißdrüsen sind nur an bestimmten Körperstellen zu finden. So etwa im Genitalbereich und in der Achselhöhle. Die Aufgaben der endokrinen Drüsen ist die Produktion von Hormonen. Sie steuern damit die physische und psychische Gesundheit und das Wohlbefinden, sind für Gefühle und deren Regulierung verantwortlich und haben noch diverse andere Zwecke.
  • Krankheiten und Beschwerden von Drüßen Krankheiten & Beschwerden   Die Drüsen am menschlichen Körper sind äußerst resistent gegenüber Erkrankungen. Dennoch kann es zu gesundheitlichen Problemen kommen, wenn eine Über- oder Unterfunktion vorliegt. Bleibt die Produktion von Schweiß komplett aus, wird das auch als Anhidrose bezeichnet.  Diese Erkrankung, welche genetisch bedingt oder durch Verletzungen entstehen kann, führt zu weitergehenden Problemen. So kommt es zu Schwierigkeiten bei der Wärmeregulierung, wodurch Kreislaufbeschwerden entstehen können. Auch eine übermäßige Schweißbildung ist für die Betroffenen meist sehr unangenehm. Sie geht mit einem auffälligen Körpergeruch einher und führt zu Stress, der wiederum die Produktion von Schweiß auslöst. Der Arzt kann dieser so genanten Hyperhidrose jedoch entgegenwirken, indem er die Schweißdrüsen verödet. Dadurch kommt es auch bei hohen Temperatur nicht zur übermäßigen Bildung von Schweiß. Im Bereich der hormonellen Drüsen kann eine gesteigerte oder verringerte Produktion zu psychischen Erkrankungen führen oder diese begünstigen. Sind die Schilddrüsen betroffen, führt das zu einer Schwächung des gesamten Organismus.
  • Was ist ein Dekubitus?Wundliegen? Dekubitus (Wundliegen) Dekubitus, Wundliegen oder Druckgeschwür ist die Zerstörung der Haut und darunter liegender Gewebe. Je tiefer die Wunden sind, umso schwieriger ist die Heilung. Druckentlastung ist die wichtigste Vorbeugung und Therapie des Dekubitus. Was ist Dekubitus (Wundliegen)? Dekubitus entsteht durch andauernden oder regelmäßig auftretenden starken Druck auf die Haut. Dabei ist der äußere Druck größer als der Blutdruck in den feinsten Blutgefäßen (Kapillaren), womit die Durchblutung unterbunden ist. Dekubitus (decubare, lateinisch: liegen) nennt der Arzt eine chronische Wunde, die durch mechanische Überbeanspruchung entstanden ist. Je nach Schweregrad unterscheiden die Mediziner 4 Stadien des Dekubitus. Im Stadium I des Dekubitus zeigt sich auf der Haut eine gerötete Stelle, die oft scharf abgegrenzt ist. Die Rötung verschwindet nicht spontan nach Druckentlastung. Beim Dekubitus II Grades hat sich durch die Ablösung der Oberhaut eine Blase gebildet. Im III Stadium des Dekubitus ist die Ober- und Unterhaut im betroffenen Areal abgestorben (Nekrose). Auch das Bindegewebe unter der Haut sowie Muskeln können bereits durch entzündliche Prozesse angegriffen sein. Spätestens jetzt sprechen die Ärzte von einem Druckgeschwür. Blank liegende, entzündete Knochenstellen kennzeichnen das IV Stadium des Dekubitus.