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Approbationsprüfung Psychotherapie (Fach) / ICD-10 (Lektion)
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- F60.5 bis F60.7 (ängstlich-furchtsam, Cluster-C) F60.5 Anankastische PKS Auch: Zwanghafte PKS; Zwangspersönlichkeitsstörung Ausschluss: Zwangsstörung A: Neben allgemeinen Kriterien der PKS, zusätzlich B: Mind 4. 1. Starkes Zweifel, übermäßige Vorsicht 2. ständige Beschäftigung mit Details, Regeln, Listen, Ordnungen, Plänen 3. Perfektionismus (behindert Fertigstellung von Aufgaben) 4. übermäßige Gewissenhaftigkeit 5. Leistungsbezogenheit unter Vernachlässigung von Vergnügen, zwischenmenschlichen Kontakten 6. übetrieben Pedanterie, Befolgung soz. Konventionen 7. Rigidität und Eigensinn 8. andere sollen sich eigenen Gewohnheiten unterordnen, Abneigung, andere etwas machen zu lassen F60.6 Ängstliche (vermeidende) PKS Auch: Selbstunsichere PKS A: Neben allgemeinen Kriterien der PKS, zusätzlich B: Mind 4: 1. Gefühle von Anspannung und Besorgheit 2. Überzeugung, sozial unbeholfen, unattraktiv, minderwertig zu sein im Vgl. mit anderen 3. übertrieben Sorge vor Ablehnung, Kritik 4. persönliche Kontakte nur, wenn Sicherheit, gemocht zu werden 5. eingeschränkter Lebensstil, wegen Bedürfnis nach Sicherheit 6. Vermeidung beruflicher, sozialer Aktivitäten mit intensivem zwischenmenschlichen KOntakt, auf Furcht vor Kritik, Ablehnung F60.7 Abhängige PKS Auch: Asthenische/inadäquate/passive/selbstschädigende (behindernde) PKS A: Neben allgemeinen Kriterien der PKS, zusätzlich B: Mind 4 1. anderen dürfen/sollen wichtige Entscheidungen für das eigene Leben treffen 2. Unterordnung eigener Bedürfnisse (bei Personen, zu denen eine Abhängigkeit besteht) 3. selbst angemessene Ansprüche werden ggü. diesen Personen nicht geäußert 4. unbehagliches Gefühl beim alleinsein, aus Angst, nicht für sich sorgen zu können 5. Furcht verlassen zu werden und auf sich selbst angewiesen zu sein 6. Alltagsentscheidungen können ohne Ratschläge, Bestätigung von anderen kaum getroffen werden
- F60.8 F61 F60.8 Sonstige spezifische PKS Allgemeine Kriterien für PKS sind erfüllt, aber keine der Rubriken passt exzentrische; haltlose; narzisstische; passiv-aggressive, psychoneurotische; unreife PKS F61 kombinierte und sonstige PKS F61.0 kombinierte PKS Merkmale verschiedener PKS werden erfüllt, es herrscht jedoch kein vorherrschendes Symptombild F61.1 störende Persönlichkeitsänderungen Persönlichkeitsänderungen, die nicht unter F60 oder F62 klassifiziert werden können + sekundär bei Angst oder affektiver Störung auftreten
- F62 F62.0 Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung A: Eindeutige, langanhaltende Veränderung in der Wahrnehmung, Beziehung und im Denken in Bezug auf Umwelt und Selbst; nach einer Extrembelastung (KZ, Folter, Katastrophen) B: unflexibles und uangepasstes Verhalten, mind 2. Symptome: 1. andauernde feindliche/misstrauische Haltung ggü. der Welt 2. sozialer Rückzug 3. andauernde Gefühle von Leere, Hoffnungslosigkeit (auch Abhängigkeit von anderen, Unfähigkeit neg. Gefühle zu äußern, anhaltende depressive Stimmung) 4. andauerndes Gefühl vom Nervosität, Bedrohung, gesteigerte Wachsamkeit/Reizbarkeit, kann mit Neigung zu Alkohol, psychotropen Substanzen verbunden sein 5. Entfremdungsgefühl, emotionale Betäubung C: deutliche Störung der soz. Funktionsfähigkeit, subjektives Leiden D: keine Persönlichkeitsstörungen/Akzentuierungen in Anamnese E: Dauer mind. 2 Jahre; nicht in Beziehung mit anderer psych. Störung außer PTBS, auch keine Gehirnschädigung, Krankheit F: PTBS kann vorausgegangen sein F62.1 andaurnde Persönlichkeitsveränderung nach psychischer Erkrankung A: Eindeutige, langanhaltende Veränderung in der Wahrnehmung, Beziehung und im Denken in Bezug auf Umwelt und Selbst; nach einer/mehrer Episoden psych. Erkrankung (aktuell ohne Residualsymptome genesen) B: unflexibles und uangepasstes Verhalten, mind 2. Symptome: 1. Abhängigkeit von anderen (keine Entscheidung treffen wollen, andere sollen entscheiden) 2. sozialer Rückzug/Isolation (weil man sich verändert, stigmatisiert fühlt) 3. Passivität, Vernachlässigung früherer Freizeitbeschäftigungen 4. Selbstwahrnehmung als krank, Anspruch so angehen zu werden 5. Erwartung spez. Vergünstigungen, Aufmerksamkeit 6. Affektstörungen, labile Stimmung C: Muss aus subjektiver emotionaler Erfahrung der Betroffenen verständlich sein (Störungsmodell) D: deutliche Störung der soz. Funktionsfähigkeit, subjektives Leiden E: keine Persönlichkeitsstörungen/Akzentuierungen in Anamnese F: Dauer mind. 2 Jahre; nicht in Beziehung mit anderer psych. Störung außer PTBS, auch keine Gehirnschädigung, Krankheit
- F63 F63 Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle Phänomenologisch unterschiedliche Störungen werden zusammengefasst, da es sich um Handlungen ohne vernünftige Motivation handelt, die meist dem Interesse anderer oder der Person selbst schaden. Vor der Handlung empfinden die Betroffenen Anspannung, das durch impuls abgebaut wird, so dass nach der Handlung eine Entspannung eintritt. F63.0 Pathologisches Glücksspiel Auch: pathologisches Spielen, Spielsucht, zwanghaftes Glücksspiel DD: gewohnheitsmäßiges Spielen, Wetten (Z72.6), wenn neg. Folgen, wird Verhalten meist eingeschränkt; bei manischen Pat., im Rahmen dissozialenr PKS A: Wiederholte (2 oder mehr) Episoden v. Glücksspiel (in 1 Jahr) B: Kein Gewinn dadurch, sondern subjektiver Leidensdruck und Störung der Funktionsfähigkeit C: intensiver Drang zu Spielen, schwer kontrollierbar; Glücksspiel kann durch Willensanstrengung nicht unterbrochen werden D: ständige Beschäftigung (gedanklich) mit Glücksspiel F63.1 pathologische Brandstiftung (Pyromanie) DD: mit offensichtlichem Motiv; im Rahmen von SSV oder dissoziale PKS, bei Schizophrenie (Wahn, befehlende Stimmen), Störungen aus F0 oder F1 A: Zwei oder mehr vollzogene Brandstiftungen ohne Motiv B: intensiver Drang, Gefühl der Anspannung vorher, Erleichterung/Erregung nachher C: ständige gedankliche Beschäftigung damit F63.2 pathologisches Stehlen (Kleptomanie) DD: Ladendiebstahl mit Motiv, F0-F09 oder F30-F33 A: Zwei oder mehr Diebstähle ohne erkennbares Motiv B: intensiver Drang, Gefühl der Anspannung vorher, Erleichterung nachher F63.3 Trichotillomanie Ausschluss: stereotype Bewegungsstörung mit Haarezupfen (F98.4) A: Sichtbarer Haarverlust aufgrund anhaltenden Unfähigkeit Impuls des Haareausreissen zu widerstehen B: intensiver Drang, Gefühl der Anspannung vorher, Erleichterung nachher C: Fehlen von Hautentzündung, Schizophrenie, Wahn F63.9 sonstige abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle z.B. Störung mit intermittierend auftretender explosiver Reizbarkeit
- Störungen der Geschlechtsidentität - Begrifflichkeit Störungen der Geschlechtidentität = Sexualentwicklungsstörungen - Leiden am eigenen biologischen Geschlecht - Wunsch, dem anderen Geschlecht anzugehören Trans*: Sammelbegriff für Menschen, die sich nicht oder nicht nur Geschlecht zugehörig fühlen, dass ihn bei Geburt zugewiesen wurde Transidentität: Gewissheit, dem Gegengeschlecht anzugehören Transsexualismus: intern. veralteter Begriff, in Deutschland sozialrechtlich noch gültig. Geschlechtsinkongruenz: Differenz zw. Geschlechtsmerkmalen und Geschlechtsidentität. In ICD-11 nicht bei psych. Störungen, sondern in Conditions related to sexual health Geschlechtsdysphorie: Nach DSM-V Leidensdruck, wenn Körper und Geschlechtsidentität nicht zusammenpassen
- F64 F64 Störungen der Geschlechtsidentität F64.0 Transsexualismus A: Wunsch als Angehörige/r des anderen Geschlechts zu leben/akzeptiert zu werden; meist mit Wunsch nach chirurgischer/hormoneller Angleichungsbehandlung B: Mind 2 Jahre C: Tritt nicht als Symptom anderer Erkrankung auf, z.B. Schizophrenie, nicht verbunden mit intersexuellen, genetischen oder geschlechtschromosomalen Anomalien F64.1 Transvestitismus unter Beibehaltung beides Geschlechtsrollen Auch: Störung der Geschlechtsidentität in der Adoleszenz/Erwachsenenalter, nicht transsexueller Typus Ausschluss: Fetischistischer Transvestitismus A: Tragen der Kleidung des and. Geschlechts (cross dressing), um sich vorrübergehend diesem Geschlecht zugehörig zu fühlen B: Fehlen jeder sex. Motivation dafür C: kein Wunsch nach Geschlechtsumwandlung F64.2 Störung der Geschlechtsidentität des Kindesalters Ausschluss: ich-dystone sex. Orientierung, sex. Reifungsstörung A: Andauerndes, intensives Leiden daran ein Mädchen/Junge zu sein, erklärter Wunsch J bzw. M. zu sein B: Entweder 1 oder 2: Bei Mädchen: 1: Anhaltende Aversion gegen "weibliche" Kleidung, Bestehen auf typisch männliche Kleidung 2. anhaltende Ablehnung tyisch weiblicher anatomischer Gegegebenheiten, z.B. Behauptung Penis zu besitzen/Penis wird wachsen, Ablehnung im Sitzen zu pinkeln, Versicherung keine Brüste/Menstruation zu bekommen Bei Jungen: 1. Beschäftigung mit typisch weiblichen Aktivitäten (Kleidung, Erscheinung, Spielen mit M.), Ablehnung von typisch männlichen Aktivitäten 2. anhaltende Ablehnung tyisch männlich anatomischer Gegegebenheiten, z,B. Behauptung, ich werden zu Frau heranwachsen, Penis/Hoden sind ekelhaft, verschwinden, wäre besser, keine zu haben. C: Bis jetzt nicht die Pubertät erreicht D. Mind 6 Monate
- F65 F65 Störungen der Sexualpräferenz Sexualverhaltensstörungen (nicht Sexualentwiclung), auch Paraphilien G1: wiederholt auftretende, intensive sex. Impulse/Phantasien, die sich auf ungewöhnliche Gegenstände/Aktivitäten richten G2: handelt nach dem Impulsen oder fühlt sich dadurch stark beeinträchtigt G3: besteht seit mind. 6 Monaten F65.0 Fetischismus A: Allgemeine Kriterien B: Fetisch (unbelebtes Objekt) ist wichtigste Quelle sex. Erregung/für sex. Befriedigung unentbehrlich F65.1 Fetischistischer Transvestitismus A: Allgemeine Kriterien B: Tragen von Accessoires/Kleidungsstücken des anderen Geschlechts, um Anschein zu erwcken/Gefühl zu haben, anderem Geschlecht anzugehören (cross-dressing) C: Eng mit sex. Erregung verbunden. Nach Orgasmus starkes Verlangen, Kleidung abzulegen. F65.2 Exhibitionismus Immer heterosexuelle Männer, finden Drang schwer kontrollierbar und persönlichkeitsfremd A: Allgemeine Kriterien B: vorrübergehende oder andauernde Neigung, eigene Geschlechtsteile unerwartet Fremden (meist Gegengeschlecht) zu zeigen + fast immer sex. Erregung und Masturbation C: kein Wunsch, keine Aufforderung zum GV F65.3 Voyeurismus A: Allgemeine Kriterien B: wiederholte und andauernde Neigung, anderen bei sex./intimen Tätigkeiten zuzuschauen + sex. Erregung und Masturbation C: kein Wunsch nach Offenbarung der eigenen Anwesenheit D: Kein Wunsch nach sex. Beziehung zu den Beobachteten F65.4 Pädophilie A: Allgemeine Kriterien B: anhaltende/dominierende Präferenz für sex. Handlungen mit einem oder mehreren Kindern vor der Pubertät C: Betroffene sind mind. 16 Jahre alt, mind. 5 Jahre älter als das Kind F65.5 Sadomasochismus A: Allgemeine Kriterien B: Präferenz für sex. Aktivitäten, passiv oder aktiv oder beides, mit Schmerzen, Erniedrigung, Unterwerfung C: wichtigste Quelle sex. Erregung oder für sex. Befriedigung unerlässlich F65.6 multiple Störungen der Sexualpräferenz Häufigste Kombi: Fetischismus, Transsexualismus und Sadomasochismus F65.6 sonstige Störungen der Sexualpräferenz - Frotteurismus - Sodomie - Nekrophilie
- F68 F68 Sonstige Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen F68.0 Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen Rentenneurose A: Körperliche Symptome, ursprünglich durch gesicherte körperliche Erkrankung/Störung/Behinderung bedingt, werden aggraviert/halten länger an B: Hinweise auf eine psych. Verursachung, z.B. Angst vor Behinderung/Tod, finanzielle Entschädigung, aufmerksamkeitssuchendes (histrionisches) Verhalten, Enttäuschung über mangelnde positive Fürsorge F68.1 Artifizielle Störung (absichtliches Erzeugen oder Vortäuschen von körperlichen oder psychischen Symptomen oder Behinderungen) Auch: Hospital hopper syndrome, Münchhausen-Syndrom, peregrinating patient Ausschluss: Münchhausen-by-proxy (T74.8) --> Kindesmisshandlung A: Anhaltende Verhaltensweisen: Symptome erzeugen/vortäuschen, Selbstverletzung B: Keine äußere Motivation (finanzielle Entschädigung, Flucht vor Gefahr, med. Versorgung), wenn ein solcher Hinweis gefunden wird --> Z76.5
- Ätiologisch unspezifisch hirnorganisches Syndrom Störung der Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Denkens, Gedächtnisses, der Psychomotorik, Emotionalität, Schlaf-Wach-Rhythmus Dauer sehr unterschiedlich Schweregrad leicht bis schwer Delir, nicht durch Alkohol oder andere psychotrope Substanzen bedingt
- Eine Störung, die charakterisiert ist durch Gedächtnisstörungen, Lernschwierigkeiten und die verminderte Fähigkeit, sich längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Oft besteht ein Gefühl geistiger Ermüdung bei dem Versuch, Aufgaben zu lösen. Objektiv erfolgreiches Lernen wird subjektiv als schwierig empfunden. Keines dieser Symptome ist so schwerwiegend, dass die Diagnose einer Demenz (F00-F03) oder eines Delirs (F05.-) gestellt werden kann. Die Diagnose sollte nur in Verbindung mit einer körperlichen Krankheit gestellt und bei Vorliegen einer anderen psychischen oder Verhaltensstörung aus dem Abschnitt F10-F99 nicht verwandt werden Leichte kognitive Störung (F06.7)
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- Eine Störung mit verminderter (Stupor) oder gesteigerter (Erregung) psychomotorischer Aktivität in Verbindung mit katatonen Symptomen. Das Erscheinungsbild kann zwischen den beiden Extremen der psychomotorischen Störung wechseln. F06.1 Organische katatone Störung
- Ein Syndrom, das mit einer ausgeprägten andauernden Beeinträchtigung des Kurz- und Langzeitgedächtnisses einhergeht. Das Immediatgedächtnis ist gewöhnlich erhalten, und das Kurzzeitgedächtnis ist mehr gestört als das Langzeitgedächtnis. Die Störungen des Zeitgefühls und des Zeitgitters sind meist deutlich, ebenso wie die Lernschwierigkeiten. Konfabulationen können ausgeprägt sein, sind jedoch nicht in jedem Fall vorhanden. Andere kognitive Funktionen sind meist relativ gut erhalten. .6 Amnestisches Syndrom
- Eine Gruppe psychotischer Phänomene, die während oder nach dem Substanzgebrauch auftreten, aber nicht durch eine akute Intoxikation erklärt werden können und auch nicht Teil eines Entzugssyndroms sind. Die Störung ist durch Halluzinationen (typischerweise akustische, oft aber auf mehr als einem Sinnesgebiet), Wahrnehmungsstörungen, Wahnideen (häufig paranoide Gedanken oder Verfolgungsideen), psychomotorische Störungen (Erregung oder Stupor) sowie abnorme Affekte gekennzeichnet, die von intensiver Angst bis zur Ekstase reichen können. Das Sensorium ist üblicherweise klar, jedoch kann das Bewusstsein bis zu einem gewissen Grad eingeschränkt sein, wobei jedoch keine ausgeprägte Verwirrtheit auftritt. .5 Psychotische Störung
- Eine Form der Schizophrenie, bei der die affektiven Veränderungen im Vordergrund stehen, Wahnvorstellungen und Halluzinationen flüchtig und bruchstückhaft auftreten, das Verhalten verantwortungslos und unvorhersehbar ist und Manierismen häufig sind. Die Stimmung ist flach und unangemessen. Das Denken ist desorganisiert, die Sprache zerfahren. Der Kranke neigt dazu, sich sozial zu isolieren. Hebeprenie / Hebephrene Schizophrenie (F20.1)
- Wie nennt man eine unter Umständen länger anhaltende depressive Episode, die im Anschluss an eine schizophrene Krankheit auftritt. Einige "positive" oder "negative" schizophrene Symptome müssen noch vorhanden sein, beherrschen aber das klinische Bild nicht mehr. Diese depressiven Zustände sind mit einem erhöhten Suizidrisiko verbunden. Postschizophrene Depression (F20.4)
- Eine akute psychotische Störung, bei der die psychotischen Symptome vergleichsweise stabil sind und die Kriterien für Schizophrenie (F20.-) erfüllen, aber weniger als einen Monat bestanden haben. Die polymorphen, unbeständigen Merkmale, die unter F23.0 beschrieben wurden, fehlen. F23.2 Akute schizophreniforme psychotische Störung
- Wie bezeichnet man eine akute psychotische Störung, bei der Halluzinationen, Wahnphänomene und Wahrnehmungsstörungen vorhanden, aber sehr unterschiedlich ausgeprägt sind und von Tag zu Tag oder sogar von Stunde zu Stunde zu wechseln. Häufig findet sich auch emotionales Aufgewühltsein mit intensiven vorübergehenden Glücksgefühlen und Ekstase oder Angst und Reizbarkeit. Die Vielgestaltigkeit und Unbeständigkeit sind für das gesamte klinische Bild charakteristisch; die psychotischen Merkmale erfüllen nicht die Kriterien für Schizophrenie (F20.-). Diese Störungen beginnen abrupt, entwickeln sich rasch innerhalb weniger Tage und zeigen häufig eine schnelle und anhaltende Rückbildung der Symptome ohne Rückfall. F23.0 Akute polymorphe psychotische Störung ohne Symptome einer Schizophrenie Auch: Bouffée délirante ohne Symptome einer Schizophrenie oder nicht näher bezeichnetZykloide Psychose ohne Symptome einer Schizophrenie oder nicht näher bezeichnet
- Die betroffene Person leidet unter einer Unsicherheit hinsichtlich ihrer Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung, mit Ängsten oder Depressionen. Meist kommt dies bei Heranwachsenden vor, die sich hinsichtlich ihrer homo-, hetero- oder bisexuellen Orientierung nicht sicher sind; oder bei Menschen, die nach einer Zeit scheinbar stabiler sexueller Orientierung, oftmals in einer lange dauernden Beziehung, die Erfahrung machen, dass sich ihre sexuelle Orientierung ändert. F66.0 sexuelle Reifungskrise
- Die Geschlechtsidentität oder sexuelle Ausrichtung (heterosexuell, homosexuell, bisexuell oder präpubertär) ist eindeutig, aber die betroffene Person hat den Wunsch, dass diese wegen begleitender psychischer oder Verhaltensstörungen anders wäre und unterzieht sich möglicherweise einer Behandlung, um diese zu ändern. F66.1 Ich-dystone Sexualorientierung
- Die Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung (heterosexuell, homosexuell oder bisexuell) bereitet bei der Aufnahme oder Aufrechterhaltung einer Beziehung mit einem Sexualpartner Probleme. F66.2 Sexuelle Beziehungsstörung
- Ein Zustandsbild nach Aufnahme einer psychotropen Substanz mit Störungen von Bewusstseinslage, kognitiven Fähigkeiten, Wahrnehmung, Affekt und Verhalten oder anderer psychophysiologischer Funktionen und Reaktionen. Die Störungen stehen in einem direkten Zusammenhang mit den akuten pharmakologischen Wirkungen der Substanz und nehmen bis zur vollständigen Wiederherstellung mit der Zeit ab, ausgenommen in den Fällen, bei denen Gewebeschäden oder andere Komplikationen aufgetreten sind. Komplikationen können ein Trauma, Aspiration von Erbrochenem, Delir, Koma, Krampfanfälle und andere medizinische Folgen sein. Die Art dieser Komplikationen hängt von den pharmakologischen Eigenschaften der Substanz und der Aufnahmeart ab. akute Intoxikation (akuter Rausch) Akuter Rausch bei AlkoholabhängigkeitPathologischer RauschRausch o.n.A.Trance und Besessenheitszustände bei Intoxikation mit psychotropen Substanzen"Horrortrip" (Angstreise) bei halluzinogenen Substanzen
- Konsum psychotroper Substanzen, der zu Gesundheitsschädigung führt. Diese kann als körperliche Störung auftreten, etwa in Form einer Hepatitis nach Selbstinjektion der Substanz oder als psychische Störung z.B. als depressive Episode durch massiven Alkoholkonsum. Zeitkriterium? F1x.1 schädlicher Gebrauch Auch: Missbrauch psychotroper Substanzen Zeit: mind. 1 Monat, wiederholt in den letzten 12
- Eine Gruppe von Verhaltens-, kognitiven und körperlichen Phänomenen, die sich nach wiederholtem Substanzgebrauch entwickeln. Typischerweise besteht ein starker Wunsch, die Substanz einzunehmen, Schwierigkeiten, den Konsum zu kontrollieren, und anhaltender Substanzgebrauch trotz schädlicher Folgen. Dem Substanzgebrauch wird Vorrang vor anderen Aktivitäten und Verpflichtungen gegeben. Es entwickelt sich eine Toleranzerhöhung und manchmal ein körperliches Entzugssyndrom. Was kann an 5. und 6. weiter differenziert werden? F1x.2 Abhängigkeitssyndrom an 5. und 6. Stelle: gegenwärtig abstinent, in Remission (Teil, Voll), Behandlung (z.B. Entgiftung, antagnostische Medikamente), mit oder ohne körperliche Symptome
- Es handelt sich um eine Gruppe von Symptomen unterschiedlicher Zusammensetzung und Schwere nach absolutem oder relativem Entzug einer psychotropen Substanz, die anhaltend konsumiert worden ist. Beginn und Verlauf des Entzugssyndroms sind zeitlich begrenzt und abhängig von der Substanzart und der Dosis, die unmittelbar vor der Beendigung oder Reduktion des Konsums verwendet worden ist. Was kann an 5. Stelle differenziert werden? F1x.3 Entzugssyndrom an 5. Stelle: ohne Komplikationen, mit Krampfanfällen
- Ein Zustandsbild, bei dem das Entzugssyndrom (siehe vierte Stelle .3) durch ein Delir (siehe Kriterien für F05.-) kompliziert wird. Symptomatische Krampfanfälle können ebenfalls auftreten. Wenn organische Faktoren eine beträchtliche Rolle in der Ätiologie spielen, sollte das Zustandsbild unter F05.8 klassifiziert werden. F1x.4 Entzugssyndrom mit Delir
- Eine Gruppe psychotischer Phänomene, die während oder nach dem Substanzgebrauch auftreten, aber nicht durch eine akute Intoxikation erklärt werden können und auch nicht Teil eines Entzugssyndroms sind. Die Störung ist durch Halluzinationen (typischerweise akustische, oft aber auf mehr als einem Sinnesgebiet), Wahrnehmungsstörungen, Wahnideen (häufig paranoide Gedanken oder Verfolgungsideen), psychomotorische Störungen (Erregung oder Stupor) sowie abnorme Affekte gekennzeichnet, die von intensiver Angst bis zur Ekstase reichen können. Das Sensorium ist üblicherweise klar, jedoch kann das Bewusstsein bis zu einem gewissen Grad eingeschränkt sein, wobei jedoch keine ausgeprägte Verwirrtheit auftritt. Zeitkriterium? F1x.5 Psychotische Störung AlkoholhalluzinoseAlkoholische ParanoiaAlkoholischer EifersuchtswahnAlkoholpsychose o.n.A. Zeit: Symptome treten während des Substanzgebrauchs oder spätestens 2 Wochen danach auf
- Ein Syndrom nach längerem Konsum von Alkohol oder Psychotropen Substanzen, das mit einer ausgeprägten andauernden Beeinträchtigung des Kurz- und Langzeitgedächtnisses einhergeht. Das Immediatgedächtnis ist gewöhnlich erhalten, und das Kurzzeitgedächtnis ist mehr gestört als das Langzeitgedächtnis. Die Störungen des Zeitgefühls und des Zeitgitters sind meist deutlich, ebenso wie die Lernschwierigkeiten. Konfabulationen können ausgeprägt sein, sind jedoch nicht in jedem Fall vorhanden. Andere kognitive Funktionen sind meist relativ gut erhalten, die amnestischen Störungen sind im Verhältnis zu anderen Beeinträchtigungen besonders ausgeprägt. F1x.6 Amnestisches Syndrom Durch Alkohol oder andere psychotrope Substanzen bedingte KorsakowpsychoseNicht näher bezeichnetes Korsakow-Syndrom
- XXX ist durch beständige, häufig paranoide Wahnvorstellungen gekennzeichnet, meist begleitet von akustischen Halluzinationen und Wahrnehmungsstörungen. Störungen der Stimmung, des Antriebs und der Sprache, katatone Symptome fehlen entweder oder sind wenig auffallend. Zeitkriterium F20.0 Paranoide Schizophrenie psychotische Episode von mind. 1 Monat Dauer
- Eine Form der Schizophrenie, bei der die affektiven Veränderungen im Vordergrund stehen, Wahnvorstellungen und Halluzinationen flüchtig und bruchstückhaft auftreten, das Verhalten verantwortungslos und unvorhersehbar ist und Manierismen häufig sind. Die Stimmung ist flach und unangemessen. Das Denken ist desorganisiert, die Sprache zerfahren. Der Kranke neigt dazu, sich sozial zu isolieren. Wegen der schnellen Entwicklung der Minussymptomatik, besonders von Affektverflachung und Antriebsverlust, ist die Prognose zumeist schlecht. Zeitkriterium F20.1 Hebephrene Schizophrenie Episode von mind. 1 Monat
- Ist gekennzeichnet von den im Vordergrund stehenden psychomotorischen Störungen, die zwischen Extremen wie Erregung und Stupor sowie Befehlsautomatismus und Negativismus alternieren können. Zwangshaltungen und -stellungen können lange Zeit beibehalten werden. Episodenhafte schwere Erregungszustände können ein Charakteristikum dieses Krankheitsbildes sein. Kann mit einem traumähnlichen (oneiroiden) Zustand mit lebhaften szenischen Halluzinationen verbunden sein. F20.2 Katatone Schizophrenie Katatoner Stupor Schizophren: Flexibilitas cereaKatalepsieKatatonie
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- Eine Störung mit exzentrischem Verhalten und Anomalien des Denkens und der Stimmung, die schizophren wirken, obwohl nie eindeutige und charakteristische schizophrene Symptome aufgetreten sind. Es kommen vor: ein kalter Affekt, Anhedonie und seltsames und exzentrisches Verhalten, Tendenz zu sozialem Rückzug, paranoische oder bizarre Ideen, die aber nicht bis zu eigentlichen Wahnvorstellungen gehen, zwanghaftes Grübeln, Denk- und Wahrnehmungsstörungen, gelegentlich vorübergehende, quasipsychotische Episoden mit intensiven Illusionen, akustischen oder anderen Halluzinationen und wahnähnlichen Ideen, meist ohne äußere Veranlassung. Es lässt sich kein klarer Beginn feststellen; Entwicklung und Verlauf entsprechen gewöhnlich einer Persönlichkeitsstörung. Zeitkriterium? F21 Schizotype Störung Latente schizophrene Reaktion Schizophrenie:BorderlinelatentpräpsychotischprodromalpseudoneurotischpseudopsychopathischSchizotype Persönlichkeitsstörung Zeitkriterium: 2 Jahre
- Diese Störungsgruppe ist im allgemeinen durch grundlegende und charakteristische Störungen von Denken und Wahrnehmung sowie inadäquate oder verflachte Affekte gekennzeichnet. Die Bewusstseinsklarheit und intellektuellen Fähigkeiten sind in der Regel nicht beeinträchtigt, obwohl sich im Laufe der Zeit gewisse kognitive Defizite entwickeln können. Die wichtigsten psychopathologischen Phänomene sind Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung oder Gedankenentzug, Gedankenausbreitung, Wahnwahrnehmung, Kontrollwahn, Beeinflussungswahn oder das Gefühl des Gemachten, Stimmen, die in der dritten Person den Patienten kommentieren oder über ihn sprechen, Denkstörungen und Negativsymptome. F20 Schizophrenie
- Diese Gruppe enthält eine Reihe von Störungen, bei denen ein langandauernder Wahn das einzige oder das am meisten ins Auge fallende klinische Charakteristikum darstellt, und die nicht als organisch, schizophren oder affektiv klassifiziert werden können. F22 Anhaltende wahnhafte Störungen
- Eine Störung charakterisiert durch die Entwicklung eines einzelnen Wahns oder mehrerer aufeinander bezogener Wahninhalte, die im allgemeinen lange, manchmal lebenslang, andauern. Der Inhalt des Wahns oder des Wahnsystems ist sehr unterschiedlich. Eindeutige und anhaltende akustische Halluzinationen (Stimmen), schizophrene Symptome wie Kontrollwahn oder Affektverflachung und eine eindeutige Gehirnerkrankung sind nicht mit der Diagnose vereinbar. Gelegentliche oder vorübergehende akustische Halluzinationen schließen besonders bei älteren Patienten die Diagnose jedoch nicht aus, solange diese Symptome nicht typisch schizophren erscheinen und nur einen kleinen Teil des klinischen Bildes ausmachen. Zeitkriterium F22.0 Wahnhafte Störung Zeit: mind 3 Monate
- Eine heterogene Gruppe von Störungen, die durch den akuten Beginn der psychotischen Symptome, wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen und andere Wahrnehmungsstörungen, und durch eine schwere Störung des normalen Verhaltens charakterisiert sind. Bei diesen Störungen gibt es keine Hinweise für eine organische Verursachung. Ratlosigkeit und Verwirrtheit kommen häufig vor, die zeitliche, örtliche und personale Desorientiertheit ist jedoch nicht andauernd oder schwer genug, um die Kriterien für ein organisch verursachtes Delir (F05.-) zu erfüllen. Eine vollständige Besserung erfolgt in der Regel innerhalb weniger Monate, oft bereits nach wenigen Wochen oder nur Tagen. Wenn die Störung weiter besteht, wird eine Änderung der Kodierung notwendig. Die Störung kann im Zusammenhang mit einer akuten Belastung stehen, definiert als belastendes Ereignis ein oder zwei Wochen vor Beginn der Störung. F23 Akute vorrübergehende psychotische Störungen
- Episodische Störungen, bei denen sowohl affektive als auch schizophrene Symptome auftreten, aber die weder die Kriterien für Schizophrenie noch für eine depressive oder manische Episode erfüllen. Andere Zustandsbilder, bei denen affektive Symptome eine vorher bestehende Schizophrenie überlagern, oder bei denen sie mit anderen anhaltenden Wahnkrankheiten gemeinsam auftreten oder alternieren, sind unter F20-F29 zu kodieren. Parathyme psychotische Symptome bei affektiven Störungen rechtfertigen die Diagnose einer schizoaffektiven Störung nicht. Welche beiden Diagnosen (F25.0, F25.1) F25 schizoaffektive Störungen F25.0 Schizoaffektive Störung, gegenwärtig manisch F25.1 Schizoaffektive Störung, gegenwärtig depressiv
- Eine Störung, charakterisiert durch eine anhaltende, leicht gehobene Stimmung, gesteigerten Antrieb und Aktivität und in der Regel auch ein auffallendes Gefühl von Wohlbefinden und körperlicher und seelischer Leistungsfähigkeit. Gesteigerte Geselligkeit, Gesprächigkeit, übermäßige Vertraulichkeit, gesteigerte Libido und vermindertes Schlafbedürfnis sind häufig vorhanden, aber nicht in dem Ausmaß, dass sie zu einem Abbruch der Berufstätigkeit oder zu sozialer Ablehnung führen. Reizbarkeit, Selbstüberschätzung und flegelhaftes Verhalten können an die Stelle der häufigen euphorischen Geselligkeit treten. Die Störungen der Stimmung und des Verhaltens werden nicht von Halluzinationen oder Wahn begleitet. F30.0 Hypomanie
- Die Stimmung ist situationsinadäquat gehoben und kann zwischen sorgloser Heiterkeit und fast unkontrollierbarer Erregung schwanken. Die gehobene Stimmung ist mit vermehrtem Antrieb verbunden, dies führt zu Überaktivität, Rededrang und vermindertem Schlafbedürfnis. Die Aufmerksamkeit kann nicht mehr aufrechterhalten werden, es kommt oft zu starker Ablenkbarkeit. Die Selbsteinschätzung ist mit Größenideen oder übertriebenem Optimismus häufig weit überhöht. Der Verlust normaler sozialer Hemmungen kann zu einem leichtsinnigen, rücksichtslosen oder in Bezug auf die Umstände unpassenden und persönlichkeitsfremden Verhalten führen. Zeitkriterium? F30.1 Manie ohne psychotische Symptome Zeit: mind. 1 Woche
- Zusätzlich zu dem unter F30.1 beschriebenen klinischen Bild treten Wahn (zumeist Größenwahn) oder Halluzinationen (zumeist Stimmen, die unmittelbar zum Betroffenen sprechen) auf. Die Erregung, die ausgeprägte körperliche Aktivität und die Ideenflucht können so extrem sein, dass der Betroffene für eine normale Kommunikation unzugänglich wird. F30.2 Manie mit psychotischem Symptomen Manie mit parathymen psychotischen Symptomen Manie mit synthymen psychotischen Symptomen Manischer Stupor
- Hierbei handelt es sich um eine Störung, die durch wenigstens zwei Episoden charakterisiert ist, in denen Stimmung und Aktivitätsniveau des Betroffenen deutlich gestört sind. Diese Störung besteht einmal in gehobener Stimmung, vermehrtem Antrieb und Aktivität (Hypomanie oder Manie), dann wieder in einer Stimmungssenkung und vermindertem Antrieb und Aktivität (Depression). Welche Störungssubkategorien gibt es (F31.x)? F31 Bipolare affektive Störung Wiederholte hypomanische oder manische Episoden sind ebenfalls als bipolar zu klassifizieren. F31.0 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig hypomanische Episode F31.1 Bipolare affektive Störung, gegemwärtig manische Episode ohne psychotische Symptome F31.2 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig manische Episode mit psychotischen Symptomen F31.3 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig leichte oder mittelgradige depressive Episode F31.4 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome F31.5 Bipolare affektive Psychose, gegenwärtig schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen F31.6 Bipolare affektive Psychose, gegenwärtig gemischte Episode F31.7 Bipolare affektive Psychose, gegenwärtig remittiert
- Bipolar I vs. Bipolar II Bei einer Bipolar-I-Störung haben die Betroffenen ausgeprägte Manien und Depressionen, bei einer Bipolar-II-Störung kommen ebenfalls Depressionen, jedoch im Wechsel mit schwächer ausgeprägten Manien, den Hypomanien, vor.
- Der betroffene Patient leidet unter einer gedrückten Stimmung und einer Verminderung von Antrieb und Aktivität. Die Fähigkeit zu Freude, das Interesse und die Konzentration sind vermindert. Ausgeprägte Müdigkeit kann nach jeder kleinsten Anstrengung auftreten. Der Schlaf ist meist gestört, der Appetit vermindert. Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sind fast immer beeinträchtigt. Sogar bei der leichten Form kommen Schuldgefühle oder Gedanken über eigene Wertlosigkeit vor. Die gedrückte Stimmung verändert sich von Tag zu Tag wenig, reagiert nicht auf Lebensumstände und kann von so genannten "somatischen" Symptomen begleitet werden, wie Interessenverlust oder Verlust der Freude, Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust. Anzahl der Symptome und Grad der Beeinträchtigung für verschiedene Schweregrade Was kann an 5. Stelle angegeben werden F32 Depressive Episode F32.0 Leichte depressive Episode: Mind. 2 Hauptsymptome/insgesamt 4-5 Der betroffene Patient ist im allgemeinen davon beeinträchtigt, aber oft in der Lage, die meisten Aktivitäten fortzusetzen. F32.1 Mittelgradige depressive Episode Mind. 2 Kernsymptome/insgesamt 6-7 und der betroffene Patient hat meist große Schwierigkeiten, alltägliche Aktivitäten fortzusetzen F32.2 Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome Alle 3 Kernsymptome, insgesamt mind. 8 Verlust des Selbstwertgefühls und Gefühle von Wertlosigkeit und Schuld. Suizidgedanken und -handlungen sind häufig F32.3 Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen Halluzinationen, Wahnideen, psychomotorische Hemmung oder ein Stupor alltägliche soziale Aktivitäten unmöglich und Lebensgefahr durch Suizid und mangelhafte Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme an 5. Stelle: synthyme oder parathyme psychotische Symptome F32.4 depressive Episode, gegenwärtig remittiert
- Hierbei handelt es sich um eine Störung, die durch wiederholte depressive Episoden (F32.-) charakterisiert ist. In der Anamnese finden sich dabei keine unabhängigen Episoden mit gehobener Stimmung und vermehrtem Antrieb (Manie). Kurze Episoden von leicht gehobener Stimmung und Überaktivität (Hypomanie) können allerdings unmittelbar nach einer depressiven Episode, manchmal durch eine antidepressive Behandlung mitbedingt, aufgetreten sein. Die schwereren Formen der rezidivierenden depressiven Störung (F33.2 und .3) haben viel mit den früheren Konzepten der manisch-depressiven Krankheit, der Melancholie, der vitalen Depression und der endogenen Depression gemeinsam. Die erste Episode kann in jedem Alter zwischen Kindheit und Senium auftreten, der Beginn kann akut oder schleichend sein, die Dauer reicht von wenigen Wochen bis zu vielen Monaten. Das Risiko, dass ein Patient mit rezidivierender depressiver Störung eine manische Episode entwickelt, wird niemals vollständig aufgehoben, gleichgültig, wie viele depressive Episoden aufgetreten sind. Bei Auftreten einer manischen Episode ist die Diagnose in bipolare affektive Störung zu ändern (F31.-). F33 Rezidivierende depressive Störung
- Hierbei handelt es sich um anhaltende und meist fluktuierende Stimmungsstörungen, bei denen die Mehrzahl der einzelnen Episoden nicht ausreichend schwer genug sind, um als hypomanische oder auch nur leichte depressive Episoden gelten zu können. Da sie jahrelang, manchmal den größeren Teil des Erwachsenenlebens, andauern, ziehen sie beträchtliches subjektives Leiden und Beeinträchtigungen nach sich. Gelegentlich können rezidivierende oder einzelne manische oder depressive Episoden eine anhaltende affektive Störung überlagern. Unterkategorien und Zeitkriterium F34 Anhaltende affektive Störungen mind 2 Jahre F34.0 Zykloythmia F34.1 Dysthymia
- Eine Gruppe von Störungen, bei der Angst ausschließlich oder überwiegend durch eindeutig definierte, eigentlich ungefährliche Situationen hervorgerufen wird. In der Folge werden diese Situationen typischerweise vermieden oder mit Furcht ertragen. Die Befürchtungen des Patienten können sich auf Einzelsymptome wie Herzklopfen oder Schwächegefühl beziehen, häufig gemeinsam mit sekundären Ängsten vor dem Sterben, Kontrollverlust oder dem Gefühl, wahnsinnig zu werden. Allein die Vorstellung, dass die phobische Situation eintreten könnte, erzeugt meist schon Erwartungsangst. F40 Phobische Störungen
- Eine relativ gut definierte Gruppe von Phobien, mit Befürchtungen, das Haus zu verlassen, Geschäfte zu betreten, in Menschenmengen und auf öffentlichen Plätzen zu sein, alleine mit Bahn, Bus oder Flugzeug zu reisen. Was kann an 5 Stelle kodiert werden? F40.0 Agoraphobie an 5. Stelle: mit oder ohne Panikstörung
- Furcht vor prüfender Betrachtung durch andere Menschen, die zu Vermeidung sozialer Situationen führt. Sind in der Regel mit niedrigem Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik verbunden. Sie können sich in Beschwerden wie Erröten, Händezittern, Übelkeit oder Drang zum Wasserlassen äußern. Dabei meint die betreffende Person manchmal, dass eine dieser sekundären Manifestationen der Angst das primäre Problem darstellt. Die Symptome können sich bis zu Panikattacken steigern. F40.1 Soziale Phobie Anthropophobie Soziale Neurose
- Phobien, die auf eng umschriebene Situationen wie Nähe von bestimmten Tieren, Höhen, Donner, Dunkelheit, Fliegen, geschlossene Räume, Urinieren oder Defäkieren auf öffentlichen Toiletten, Genuss bestimmter Speisen, Zahnarztbesuch oder auf den Anblick von Blut oder Verletzungen beschränkt sind. Kann Panikzustände hervorrufen. F40.2 Spezifische (isolierte) Phobien Typen: Blut-Spritzen, Naturgewalten, situativ, Tiere, Höhe
- Bei dieser Störungsgruppe stellen Manifestationen der Angst die Hauptsymptome dar, ohne auf eine bestimmte Umgebungssituation bezogen zu sein. Depressive und Zwangssymptome, sogar einige Elemente phobischer Angst können vorhanden sein, vorausgesetzt, sie sind eindeutig sekundär oder weniger ausgeprägt. F41 Andere Angststörungen
- Das wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende schwere Angstattacken, die sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränken und deshalb auch nicht vorhersehbar sind. Wie bei anderen Angsterkrankungen zählen zu den wesentlichen Symptomen plötzlich auftretendes Herzklopfen, Brustschmerz, Erstickungsgefühle, Schwindel und Entfremdungsgefühle (Depersonalisation oder Derealisation). Oft entsteht sekundär auch die Furcht zu sterben, vor Kontrollverlust oder die Angst, wahnsinnig zu werden. F41.0 Panikstörung (episodisch-paroxysmale Angst)