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Approbationsprüfung Psychotherapie (Fach) / ICD-10 (Lektion)
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- Hauptkategorien des ICD-10 (zweistellig): FX F0-F09: Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen F10-F19: Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen F20-F29: Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen F30-F39: Affektive Störungen F40-F48: Neurotische, Belastungs- und Somatoforme Störungen F50-F59: Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren F60-F69: Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen F70-F79: Intelligenzminderung F80-F89: Entwicklungsstörungen F90-F98: Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend F99: Nicht näher bezeichnete psychische Störung
- F00-F09: Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen - Kategorien (Dreistellig Fab) F00: Demenz bei Alzheimer-Krankheit F01: Vaskuläre Demenz F02: Demenz bei Pick-Krankheit F03: Nicht näher bezeichnete Demenz F04: Organisches amnestisches Syndrom, nicht durch Alkohol oder sonstige psychotrope Substanzen bedingt F05: Delir, nicht durch Alkohol oder sonstige psychotrope Substanzen bedingt F06: Sonstige psychische Störungen aufgrund einer Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns oder einer körperlichen Krankheit F07: Persönlichkeits- oder Verhaltensstörung aufgrund einer Krankheit, Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns F09: Nicht näher bezeichnete organische oder symptomatische psychische Störungen
- F1ab: Psychische und Verhaltensstörungen durch Psychotrope Substanzen - Kategorien F10: Störungen durch Alkohol F11: Störungen durch Opioide F12: Störungen durch Cannabinoide F13: Störungen durch Sedativa/Hypnotika F14: Störungen durch Kokain F15: Störungen durch andere Stimulanzien, einschließlich Koffein F16: Störungen durch Halluzinogene F17: Störungen durch Tabak F18: Störungen durch flüchtige Lösungsmittel F19: Störungen durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum sonstiger psychotroper Substanzen
- F1a.b und F1a.bc (vierstellig): Subkategorie F1x.0 Akute Intoxikation F1x.1 schädlicher Gebrauch F1x.2 Abhängigkeitssyndrom F1x.3 Entzugssyndrom F1x.4 Entzugssyndrom mit Delir F1x.5 Psychotische Störung F1x.6 amnestisches Syndrom F1x.7 Restzustand und verzögert aufretende psychotische Störung
- F1a.bc (fünfstellig): Zusatzspezifikation Akute Intoxikation: ohne Komplikationen mit Verletzungen oder anderen körperlichen Schäden mit anderen medizinischen Komplikationen mit Delir mit Wahrnehmungsstörungen mit Koma mit Krampfanfällen pathologischer Rausch Abhängigkeitssyndrom: gegenwärtig abstinent frühe Remission Teilremission Vollremission gegenwärtig abstinent, aber in beschützender Umgebung gegenwärtige Teilnahme an einem ärztlich überwachten Ersatzdrogenprogramm gegenwärtig abstinent, aber in Behandlung mit aversiven oder antagonistischen Medikamenten gegenwärtiger Substanzgebrauch (aktive Abhängigkeit) - ohne körperliche Symptome, - mit körperlichen Symptomen ständiger Substanzgebrauch episodischer Substanzgebrauch Entzugssyndrom ohne KOmplikationen mit Krampfanfällen Entzugssyndrom mit Delir ohne Komplikationen mit Krampfanfällen psychotische Störung schizophreniform vorwiegend wahnhaft vorwiegend halluzinatorisch vorwiegend polymorph vorwiegend depressive Symptome vorwiegend manische Symptome Restzustände und verzögert auftretende psychotische Störung Nachhallzustände (Flashbacks) Persönlichkeits- und Verhaltensstörung residualaffektives Zustandsbild Demenz andere anhaltende kognitive Beeinträchtigungen verzögert auftretende psychotische Störung
- F1x.0 Allgemeine diagnostische Kriterien für eine akute Intoxikation G1: Deutlicher Nachweis der Aufnahme einer oderer mehreren Substanzen in ausreichend hoher Dosis für vorliegende Intoxikation G2: Symptome für eine Intoxikation von ausreichendem Schweregrad um Störungen von klinischer Relevanz des Bewusstseins, der Kognition, der Wahrnehmung, der Affekte oder des Verhaltens zu erklären G3: Nicht erklärbar durch körperliche Krankheit oder andere psychische oder Verhaltensstörung
- F11 Opioide Kurzfristige Wirkungen langfristige Folgen Entzugserscheinungen Bemerkungen akute Intoxikation: Euphorisierung, Sedierung, Schmerzstillung; Anzeichen: Schläfrigkeit, Miosis (Pupillenverengung), Koma, Atemdepression Langfristige Folgen: Beschaffungskriminalität, Wesensveränderungen, Verwahrlosung Entzugserscheinungen: Drastisch, aber kurz: Craving, Nasenausfluss und Tränenfluss, Leibesschmerzen, Muskelschmerzen, Schlaflosigkeit, Tachykardie, grippeähnliche Symptome Bemerkungen: höchstes Suchtpotential, schnelle Toleranzentwicklung und Dosissteigerung
- F1x.1 Schädlicher Gebrauch Konsummuster psychotroper Substanzen, das zu einer Gesundheitsschädigung führt, dies kann einer körperliche oder psychische Störung sein A: Deutlicher Nachweis, dass der Substanzgebrauch verantwortlich ist für die körperlichen oder psychischen Probleme (inkl. eingeschränkter Urteilsfähigkeit und gestörtes Verhalten), das evtl. zu Behinderung oder zu negativen Konsequenzen in den zwischenmenschlichen Beziehungen geführt hat B: Art der Schädigung sollte klar bezeichnet werden können. C: Gebrauchsmuster besteht seit 1 Monat oder trat in den letzten 12 Monaten wiederholt auf.
- F10.2 Abhängigkeitssyndrom A: Drei oder mehr Kriterien zusammen mind. 1 Monat oder wiederholt in den letzten 12 Monaten 1) Ein starkes Verlangen (Zwang) die Substanz zu konsumieren 2) Verminderte Kontrolle über Beginn, Beendigung oder Menge des Substanzgebrauchs, erfolglose Versuche oder anhaltenden Wunsch, Substanzkonsum zu verringern, zu kontrollieren 3) Körperliches Entzugssyndrom mit typischen Entzugssymptomen oder Substanzgebrauch zur Vermeidung/Milderung von Entzugssymptomen 4) Toleranzentwicklung 5) Einengung auf den Substanzgebrauch, Aufgabe oder Vernachlässigung anderer wichtiger Vergnügungen oder Interessensbereiche 6) anhaltender Substanzgebrauch trotz eindeutig schädlicher Folgen
- F1x.6 Amnestisches Syndrom A: Gedächtnisstörung in den beiden Bereichen: 1) Störung des Kurzzeitgedächtnisses (vermindertes Lernen von neuem Material) 2) verminderte Fähigkeit, vergangene Ereignisse zu erinnern B: (relatives) Fehlen folgender Merkmale: 1) Störung des Immediatgedächtnisses (Zahlen nachsprechen) 2) Bewusstseinstrübung oder Aufmerksamkeitsstörung 3) allgemeine intellektuelle Beeinträchtigung (Demenz) Dazugehörige Begriffe: Korsakowpsychose
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- Allgemeine diagnostische Kriterien für F20 (Schizophrenie) Allgemeine Kriterien für F20.0 bis F20.3 G1: Während der meisten Zeit innerhalb 1 Monats, mind. ein Symptom aus 1. oder zwei Symptome aus 2. 1. Mind.1 1a) Qualitative Ich-Störungen: Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung, Gedankenentzug, Gedankenausbreitung 1b) Wahn: Kontrollwahn, Beeinflussungswahn, Gefühl des Gemachten 1c) kommentierende oder dialogische Stimmen, die über den Pat. reden 1d) anhaltender, kulturell unangemessener bizarrer Wahn (Wetter kontrollieren, mit Außerirdischen in Verbindung) ODER 2. Mind. 2 2a) Anhaltende Halluzinationen jedes Sinnesmodalität (täglich) + flüchtig, undeutlich ausgebildete Wahngedanken ohne deutliche affektive Beteiligung oder begleitet von langanhaltenden überwertigen Ideen 2b) Neologismen, Gedankenabreißen oder Einschiebungen in den Gedankenfluss (Danebenreden, Zerfahrenheit) 2c) Katatone Symptome: Erregung, Haltungsstereotypien, wächserne Biegsamkeit, Negativismus, Mutismus, Stupor 2d) Negative Symptome: Apathie, Sprachverarmung, inadäquate Affekte, Ausschluss: Manische oder depressive Episode, dann müssen Kriterien für Schizophrenie vorher aufgetreten sein. Wenn beides gleichzeitg: Schizoaffektive Störung
- F20.x0 bis F20.x9 Verlaufsbilder der Schizophrenie (an 5. Stelle kodiert) Allgemeine Phasen, die unterschieden werden (Prodromalphase etc.) kontinuierlich (keine Symptomremission im Beobachtungszeitraum), episodisch mit zunehmender Entwicklung negativer Symptome in den Krankheitsintervallen, episodisch mit anhaltenden, aber nicht zunehmenden negativen Symptomen in den Krankheitsintervallen, episodisch (remittierend) mit vollständiger Remission zwischen den psychotischen Episoden Prodromalphase: unspezifische Symptome wie Interessenverlust, Reizbarkeit, Rückzug, Überempfindlichkeit, Nachlassen der Leistungsfähigkeit, v.a. bei jungen Leuten, Wochen oder Monate andauernd Floride Phase: manifeste Symptome der Schizophrenie Residualphase: Die akute Symptomatik tritt zwar zurück, aber allgemein beeinträchtiger Zustand verbleibt. F20.5: Schizophrenes Residuum: seit mind. 12 Monaten keine Positivsymptomatik mehr, jedoch chronisches Vorherrschen Negativsymptomatik
- Schizophrenie: Positiv und Negativ-Symptome Positivsymptome (auch Plussymptome, produktive Symptome) --> Verhaltensexzesse, Überschussreaktionen: 1) Wahn 2) Zerfahrenes Denken und Sprechen (positive formale Denkstörungen) 3) Halluzinationen 4) bizarres Verhalten 5) katatone Symptome Negativsymptome (auch Minussymptome) --> Verhaltensdefizite 1) Affektverflachung 2) Alogie (Sprachverarmung) 3) Apathie, Antriebsverlust 4) Asozialität (sozialer Rückzug) 5) Anhedonie 6) Aufmerksamkeitsstörung Typ-I-Schizophrenie (Vorherrschen positiver Symptome) zeigen bessere prämorbide Anpassung, besseres Ansprechen auf Antipsychotika, größere Wahrscheinlichkeit für Remission als Typ-II-Schizophrenie (Vorherrschen negativer Symptome)
- F20.x Subkategorien der Schizophrenie F20.0 Paranoide Schizophrenie Wahn (v.a. Verfolgungswahn, Beziehungswahn, Abstammungswahn, Sendungswahn, zoenästhetischer Wahn, Eifersuchtswahn) und Halluzinationen (drohende oder befehlende Stimmen, Akoasmen, Geruchs- und Geschmackshalluzinationen) stehen im Vordergrund. Affekt weniger verflacht, eher Reizbarkeit, Wutausbrüche, Furchtsamkeit, Misstrauen F20.1 Hebephrene Schizophrenie Beginn im Jugend, jungen Erwachsenenalter (15.-20. Lebensjahr), 2-3 Monate Beobachtungszeit Verflachung oder Oberflächlichkeit des Affekts, Inadäquatheit oder Unangebrachtheit des Affekts (läppischer Affekt) - oft begleitet von Kichern, selbstversunkenem Lächeln, Grimassieren, Manierismen, Faxen, hypochondrische Klagen, Reiterationen (wiederholte Äußerungen) Zielloses, unzusammenhängendes Verhalten statt Zielstrebigkeit, Denkstörungen, unzusammenhängende, weitschweifige, zerfahrene Sprache Halluzinationen oder Wahnphänomene bestimmen das klinische Bild nicht F20.2 Katatone Schizophrenie Psychomotorische Störungen stehen im Vordergrund: Stupor (Verminderte Reaktion auf Umwelt, verminderung spontaner Bewegungen) oder Mutismus Erregung (sinnlose, nicht durch äußere Reize beeinflusste Aktivität) Haltungsstereotypien Negativismus (unmotivierter Widerstand gegenüber allen Aufforderungen, Versuchen bewegt zu werden) Rigidität wächserne Biegsamkeit Befehlsautomatismus F20.3 undiffererenzierte Schizophrenie F20.4 Postschizophrene Depression Symptome einer mind. leichten depressiven Episode treten nach einer Schizophrenie (innerhalb der letzten 12 Monate) auf und mind. 1 Symptom (meist Negativsymptom) der Schizophrenie muss noch vorhanden sein. F20.5 schizophrenes Residuum Allgemeine Kriterien für Schizophrenie müssen in vergangenen 12 Monaten erfüllt gewesen sein, zur Zeit nicht nachweisbar. Mind. 4 der folgenden Symptome in den vorangegangenen 12 Monaten. 1) Psychomotorische Verlangsamung, verminderte Aktivität 2) Affektverflachung 3) Passivität 4) Sprachverarmung 5) sozialer Rückzug, Vernachlässigung der Körperpflege 6) geringe nonverbale Kommunikation F20.6 Schizophrenia simplex Schleichend entwickelnde Negativsymptomatik wie schizoprenes Residuum, aber ohne vorhergehende floride Symptomatik. Stellung der Diagnose wird nicht empfohlen
- Kategorien F21 bis F25 (Name und wichtigste Kriterien) F21: Schizoptype Störung (auch: schizotypische Persönlichkeitsstörung), Ausschluss: schizoide Persönlichkeitsstörung Zeitraum von mind. 2 Jahren, 4 der folgenden Symptome: 1) unangepasster, eingeengter Affekt (kühl, unnahbar) 2) exzentrisches, eigentümliches Verhalten/Erscheinung 3) sozialer Rückzug 4) sonderbare Ansichten, magisches Denken 5) Misstrauen, paranoide Vorstellungen 6) Grübeln ohne inneren Widerstand 7) ungewöhnliche Wahrnehmungen, Depersonalisation, Derealisation 8) vages, umständliches, gekünsteltes Denken, seltsame Sprache 9) passagere quasi-psychotische Episode Betroffene haben niemals die Kriterien für Schizophrenie erfüllt F22 Anhaltende wahnhafte Störung
- Kategorien F21 bis F25 (Name und wichtigste Kriterien) F21: Schizoptype Störung (auch: schizotypische Persönlichkeitsstörung), Ausschluss: schizoide Persönlichkeitsstörung Zeitraum von mind. 2 Jahren, 4 der folgenden Symptome: 1) unangepasster, eingeengter Affekt (kühl, unnahbar) 2) exzentrisches, eigentümliches Verhalten/Erscheinung 3) sozialer Rückzug 4) sonderbare Ansichten, magisches Denken 5) Misstrauen, paranoide Vorstellungen 6) Grübeln ohne inneren Widerstand 7) ungewöhnliche Wahrnehmungen, Depersonalisation, Derealisation 8) vages, umständliches, gekünsteltes Denken, seltsame Sprache 9) passagere quasi-psychotische Episode Betroffene haben niemals die Kriterien für Schizophrenie erfüllt F22 Anhaltende wahnhafte Störung Die Kriterien für eine Schizophrenie sind nicht erfüllt. Lang andauernder, nicht bizarrer Wahn (z.B. Verfolgungs-, Größen-, Eifersuchs-, Liebes- oder hypochondrischer Wahn) für mind. 3 Monate. Anhaltende Halluzinationen jeglicher Sinnesmodalität dürfen nicht vorkommen. F23 Akute, vorübergehende psychotische Störungen Typische schizophrene Symptome (Wahngedanken, Halluzinationen, Zerfahrenheit der Gedanken, Sprache) treten akut also innerhalb von zwei Wochen bei Vorliegen einer akuten Belastung auf. F23.0 akute polymorphe psychotische Störung ohne Symptome einer Schizophrenie - Dauer der Störung nicht länger als drei Monate F23.1 akute polymorphe psychotische Störung mit Symptomen einer Schizophrenie - Dauer der Störung nicht länger als 1 Monat F23.2 akute schizophreniforme psychotische Störung - Dauer der Störung nicht länger als 1 Monat F24 induzierte wahnhafte Störung Auch: Folie à deux, psychotische Infektion Betroffene übernehmen einen Wahn oder ein Wahnsystem einer anderen Person, die an F20-F23-Störung leidet, die Personen habe außergewöhnlich enge Beziehung und leben isoliert. Betroffene Person hatte Wahn vor dem Kontakt mit der anderen Person nicht. Selten! F25 Schizoaffektive Störung Episodische Störungen, bei denen sowohl affektive als auch schizophrene Symptome gleichzeitig innerhalb einer Krankheitsepisode auftreten. F25.0 Schizoaffektive Störung, gegenwärtig manisch F25.1 Schizoaffektive Störung, gegenwärtig depressiv
- Affektive Störungen - Epidemiologie Depressionen: Lebenszeitprävalenz 20-25 % Frauen:Männer = 2:1 Erkrankungsbeginn meist im Erwachsenenalter 30.-45. Lebensjahr
- Übersicht Abschnitt F30-F39: Störungseinheiten (dreistellig) und Subkategorien (vierstellig) F30 Manische Episode F30.0 Hypomanie F30.1 Manie ohne psychotische Symptome F30.2 Manie mit psychotischen Symptomen F31 bipolare affektive Störung F31.0 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig hypomanische Episode F31.1 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig manische Episode ohne psychotische Symptome F31.2 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig manische Episode mit psychotischen Symptomen F31.3 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig leichte oder mittelgradige depressive Episode F31.4 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig , gegenwärtige schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome F31.5 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen F31.6 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig gemischte Episode F31.7 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig remittiert F32 depressive Episoden F32.0 Leichte depressive Episode F32.1 Mittelgradige depressive Episode F32.2 Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome F32.3 Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen F33 Rezidivierende depressive Störung F33.0 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode F33.1 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode F33.2 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome F32.3 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen F33.4 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert F34 Anhaltende affektive Störungen F34.0 Zyklothymia F34.1 Dysthymia
- F30 Manische Episode F30 Manische Episode Darf nur diagnostiziert werden, wenn zuvor oder später keine andere affektive Episode auftritt. F30.0 Hypomanie Stimmung für den Betroffenen deutlich abnormen Ausmaß, mind. 4 aufeinanderfolgende Tage gehoben oder gereizt. Kein Abbruch der Berufstätigkeit oder soziale Ablehnung. Mind. 3 der folgenden Merkmale + Beeinträchtigung der persönlichen Lebensführung. 1) gesteigerte Aktivität, motorische Ruhelosigkeit 2) gesteigerte Gesprächigkeit 3) Konzentrationsschwierigkeiten, Ablenkbarkeit 4) vermindertes Schlafbedürfnis 5) gesteigerte Libido 6) übertriebene Einkäufe, anderes leichtsinniges Verhalten 7) gesteigerte Geselligkeit, übermäßige Vertraulichkeit Keine Manie, bipolare affektive Störung, depressive Episode, Zyklothymie, Anorexia nervosa F30.1 Manie ohne psychotische Symptome Stimmung vorwiegend gehoben, expansiv oder gereizt, für den Betroffenen deutlich abnorm für mind. 1 Woche Mind. 3 der folgenden Merkmale + schwere Störung der persönlichen Lebensführung 1) gesteigerte Aktivität, motorische Ruhelosigkeit 2) gesteigerte Gesprächigkeit (Rededrang) 3) Ideenflucht, subj. Gedankenrasen 4) Verlust normaler soz. Hemmungen, unangemessenes Verhalten 5) vermindertes Schlafbedürfnis 6) Selbstüberschätzung, Größenwahn 7) Ablenkbarkeit, ständiger Wechsel von Aktivitäten, Plänen 8) tollkühnes, leichtsinniges Verhalten, mangelnde Risikoabschätzung 8) gesteigerte Libido, sexuelle Taktlosigkeit Fehlen von Halluzinationen oder Wahn, Wahrnehmunsstörungen können vorkommen F30.2 Manie mit psychotischen Symptomen Schwerere Form einer Manie + Wahnideen und Halluzinationen, sind aber nicht typisch "schizophren", d.h. kein bizarrer oder kulturell unangemessener Wahn, Halluzinationen i.d.R. nicht Rede in 3. Person oder kommentierende Stimmen. Meist Größen-, Liebes-, Beziehungs- oder Verfolgungswahn. F30.20 Manie mit synthymen psychotischen Symptomen (Wahn ist stimmungskongruent, z.B. Größenwahn) F30.21 Manie mit parathymen psychotischen Symptomen (Wahn ist stimmungsinkongruent, z.B. Verfolgungswahn)
- F31 Bipolare affektive Störung Erkrankungsbeginn Geschlechterverhältnis Dauer der Episoden Bipolar I vs. Bipolar II Rapid Cycling Erste Episode kann jederzeit von Kindheit bis ins hohe Alter auftreten Inzidenz bei beiden Geschlechtern gleich Dauer der Episoden etwas kürzer als bei Depression im Mittel 4 Monate, beginnen in der Regel abrupt Unter F31.8 Sonstige bipolare affektive Störungen Bipolar-I-Störung (F31.0 bis F31.7): Mind. 1 manische, hypomanische, depressive oder gemischte Phase + aktuelle Phase hypomanisch, manisch, depressiv oder gemischt Bipolar-II-Störung (F31.8): Vorliegen einer oder mehrerer depressiver Episoden in Kombination mit einer oder mehrer hypomanischer Episoden. Vollbild der Manie darf nie erfüllt sein. Rapid Cycling: Normalerweise Phasenwechsel eher langsam, unterbrochen von Phasen der Remission. Mehr als 4 Episoden pro Jahr: Rapid Cycling; nur wenige Tage anhaltende Phasen: Ultra Rapid Cycling; stündlich oder minütlich wechselnde Phasen Ultradian cycling
- F32 Depressive Episoden An fünfter Stelle, z.B. F32.01 kann das Vorliegen eines somatischen Syndroms kodiert werden: Mind. 4 der folgenden Symptome 1) deutlicher Interessenverlust oder Verlust der Freude an normalerweise angenehmen Tätigkeiten 2) mangelnde Fähigkeit auf Ereignisse oder Aktivitäten emotional zu reagieren 3) Früherwachen (2 Std. oder mehr vor der gewohnten Zeit) 4) Morgentief 5) objektivierter Befund einer ausgeprägtem psychomotorischen Hemmung oder Agitiertheit (Beobachtet, von anderen berichtet) 6) deutlicher Appetitverlust 7) Gewichtsverlust (5% oder mehr des KG im vergangenen Monat) 8) deutlicher Libidoverlust F32.0 bis F32.2 B Leichte Episode: mind. 2; mittelgradig: mind. 2, schwer: alle 3 - depressive Stimmung in ungewöhnlichem Ausmaß, fast jeden Tag, mind. 14 Tage anhaltend - Interessen- und Freudeverlust an Aktivitäten, die normalerweise angenehm waren - verminerter Antrieb oder gesteigerte Ermüdbarkeit C Leichte Episode: 1-4 Symptome; mittelgradig: mind. 4; schwer: mind. 5 1) Verlust des Selbstvertrauens, Selbstwertgefühls 2) unbegründete Selbstvorwürfe, Schuldgefühle 3) wiederkehrende Gedanken an Tod, Suizid, suizidales Verhalten 4) Klagen über, Nachweis von vermindertes Denk- oder Konzentrationsvermögen, Unschlüssigkeit, Unentschlossenheit 5) psychomotorische Agitiertheit oder Hemmung (subjektiv oder objektiv) 6) Schlafstörungen jeder Art 7) Appetitlosigkeit oder gesteigerter Appetit mit entsprechenden Gewichtsveränderungen F32.1 Mittelgradige depressive Episode nur unter erheblichen Schwierigkeiten kann soziale, häusliche und berufliche Aktivität forgesetzt werden F32.2 Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome Immer mit somatischem Syndrom; keine Halluzination, Wahn oder depressiver Stupor Soziale, häusliche und berufliche Aktivitäten können kaum fortgesetzt werden. F32.3 Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen Kriterien für eine schwere depressive Episode sind erfüllt + Wahnideen: Synthym (Versündigungswahn, Verarmung, bevorstehende Katastrophe, Wertlosigkeit, Krankheit) oder parathym (Beziehungs- oder Verfolgungswahn) --> KEIN bizarrer Wahn ODER Halluzinationen: Synthym (anklagende, diffamierende Stimmen; Fäulnisgeruch oder verwesendes Fleisch) oder Parathym (affektiv neutrale Halluzinationen) --> KEINE Stimmen in dritter Person, kommentierende Stimmen ODER depressiver Stupor CAVE: Depressive Episode und Anpassungsstörung kann nach ICD-10 nicht zusammen vergeben werden. Sonstige Begrifflichkeiten: Larvierte Depression (F32.8): Somatische Symptome stehen im Vordergrund Agitierte Depression: nach ICD-10 schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome; gesteigertes physiologisches Erregungsniveau, Unruhe + Bewegungsdrang, klagend-ängstliche Symptomatik Gehemmte Depression: physiologisches Erregungsniveau stark vermindert, reduzierte Aktivität, Extremfall Stupor Erschöpfungsdepression: langjährige körperliche und seelische Belastung
- F33 Rezidivierende depressive Störungen F34 Anhaltende affektive Störungen F33 Rezidivierende depressive Störungen F33 Störungen mit wiederholten depressiven Episoden, Besserung zwischen den Episoden i.d.R. vollständig. Keine manischen Phasen in der Anamnese. F34 Anhaltende affektive Störungen F34.0 Zyklothymia / F34.1 Dysthymia Stimmungsinstabilität mit mehreren Perioden von Depression (und Hypomanie) mit/ohne normale Stimmung im Intervall über zwei Jahre In Zwei-Jahres-Periode sind Symptome nicht so schwer, dass manische, mittelgradige oder schwere depressive Episode erfüllt ist. Während einer der depressiven Episoden mind. 3 der folgenden Symptome: 1) verminderter Antrieb 2) Schlaflosigkeit 3) Verlust des Selbstvertrauens, Gefühl von Unzulänglichkeit 4) Konzentrationsschwierigkeiten 5) sozialer Rückzug 6) Verlust des Interesses, Freude an Sexualität bzw. anderen angenehmen Aktivitäten 7) verminderte Gesprächigkeit 8) Pessimismus im Hinblick auf die Zukunft, Grübeln über die Vergangenheit Während einer der Episoden mit gehobener Stimmung, mind 3 der folgenden Symptome 1) vermehrter Antrieb 2) geringes Schlafbedürfnis 3) überhöhtes Selbstgefühl 4) geschärftes, ungewöhnlich kreatives Denken 5) mehr Geselligkeit 6) gesprächiger, witziger als sonst 7) gesteigertes Interesse an sexuellen bzw. anderen angenehmen Aktivitäten 8) überoptimistisch, Übertreibung früherer Erfolge Double depression: Dysthymia + depressive Episde --> kann weder im ICD-10 noch im DSM-5 kodiert werden
- Kapitel F4: Unterscheidung Phobische und andere Angststörungen + Prävalenz Phobische Störungen (Agoraphobie, soz. Phobie, spez. Phobien) ist Angst vor im Allgemeinen ungefährlichen Situationen oder Objekten außerhalb der Person --> d.h. das Nosophobie (Angst vor Erkrankung) und Dysmorphophobie (Angst vor körperlicher Entstellung) unter hypochondrischen Störungen klassifiziert werden Andere Angststörungen (Panikstörung, GAS, ANgst und Depression gemischt) tritt Angst unvorhersehbar und unabhängig von der Situation auf Lebenszeitprävalenz Angststörungen: 15 % Frauen > Männer außer bei soziale Phobie: Frauen = Männer Erkrankungsbeginn zw. 15. und 35. Lebensjahr
- F40.0 F40.0 Agoraphobie (auch Panikstörung mit Agoraphobie) CAVE: Eigentlich fürchten Betroffene sich nicht vor der spez. Situation, sondern vor einer antizipierten Hilflosigkeit bzw. einem Kontrollverlust A: Furcht vor oder Vermeidung von mind. 2 Situationen: 1. Menschenmengen 2. öffentliche Plätze 3. allein reisen 4. Reisen mit weiter Entfernung von zuhause B: Während dieser Situation müssen mind. zwei der folgenden Symptome aufgetreten sein (ein Symptom 1-4) Vegetative Symptome: 1. Palpitationen, erhöhte Herzfrequenz 2. Schweißausbrüche 3. fein- oder grobschlägiger Tremor 4. Mundtrockenheit Symptome Thorax/Abdomen 5. Atembeschwerden 6. Beklemmungsgefühl 7. Thoraxschmerzen 8. Nausea, abdominelle Missempfindungen Psychische Symptome 9. Schwindel, Schwäche, Benommenheit 10. Derealisation oder Depersonalisation 11. Angst vor Kontrollverlsut, verrrückt zu werden 12. Angst zu sterben Allgemeine Symptome 13. Hitzewallungen, Kälteschauer 14. Gefühllosigkeit, Kribbeln C: Deutliche Belasrtung durch Angstsymptome oder Vermeidungsverhalten. Einsicht, dass Angst übertrieben, unvernünftig ist D: Symptome beschränken sich vornehmlich auf die gefürchteten Situationen, Gedanken daran Vorliegen einer Panikstörung in der Mehrzahl der agoraphobischen Situationen kann an 4. Stelle angegeben werden F40.00 ohne Panikstörung F40.01 mit Panikstörung
- F40.1 F40.1 Soziale Phobie Beginn meist in der Jugend A: Entweder 1. oder 2. 1. Deutliche Furcht (1.) oder Vermeidung (2.) im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen oder sich peinlich oder erniedrigend zu verhalten (bzw. Vermeidung von Situationen, in denen die Angst besteht, man könnte sich peinlich oder erniedrigend verhalten) Diese Ängste treten in soz. Situationen auf: Essen, Sprechen, Begegnung von Bekannten in der Öffentlichkeit, Teilnahme an kleinen Gruppen, z.B. Partys, Konferenzen, Klassenraum B: Während dieser Situation müssen mind. zwei der folgenden Symptome aufgetreten sein (ein Symptom 1-4) Vegetative Symptome:1. Palpitationen, erhöhte Herzfrequenz2. Schweißausbrüche 3. fein- oder grobschlägiger Tremor 4. Mundtrockenheit Symptome Thorax/Abdomen 5. Atembeschwerden 6. Beklemmungsgefühl 7. Thoraxschmerzen 8. Nausea, abdominelle Missempfindungen Psychische Symptome 9. Schwindel, Schwäche, Benommenheit 10. Derealisation oder Depersonalisation 11. Angst vor Kontrollverlsut, verrrückt zu werden 12. Angst zu sterben Allgemeine Symptome13. Hitzewallungen, Kälteschauer 14. Gefühllosigkeit, Kribbeln sowie zusätzlich mind. 1 der folgenden Kriterien: 1. Erröten oder Zittern 2. Angst zu erbrechen 3. Miktions- oder Defäkationsdrang bzw. Angst davor C: Deutliche Belastung durch Angstsymptome oder Vermeidungsverhalten. Einsicht, dass Angst übertrieben, unvernünftig ist D: Symptome beschränken sich vornehmlich auf die gefürchteten Situationen, Gedanken daran
- F40.2 F40.2 Spezifische (isolierte) Phobien Beginn oft im Kindesalter oder im frühen Erwachsenenalter bleibt unbehandelt oft jahrzentelang bestehen Im Gegensatz zur Agoraphobie und soz. Phobie fehlen anderer psychiatrische Symptome meist (z.B. Depression) im Gegensatz zur Agoraphobie wechselt das Ausmaß der Furcht vor dem phobischen Objekt nicht A: Entweder 1 oder 2 Deutliche Furcht vor (1) oder Vermeidung von (2) bestimmten Objekt oder Situation, z.B. Umwelt-Typ: Höhen (Akrophobie), Gewitter, Dunkelheit, Wasser --> v.a. Schwindel, Vermeidungsverhalten Tier-Typ: Spinnen (Arachnophobie), Insekten, Hunde, Vögel --> v.a. sympathische Reaktion Situativer Typus: Klaustrophobische Symptome (Angst vor Eingeschlossensein, Fahrstühle, Tunnel, Flugangst, Autofahren) --> v.a. kognitive Symptome Blut-Spritzen-Verletzungstyp: Anblick von Blut, med. Prozeduren, Dentalphobie --> Biphasische Muster der Furchtreaktion, vasovagale Synkope Paruresis: Angst vor dem Urinieren oder Defäzieren auf öffentlichen Toiletten --> Situationangst, also spez. Phobie; wenn es um die antizipierte Bewertung der Anwesenden geht, sozuale Phobie B: wie bei F40.0 --> mind. einmal in der Situation mind. 2 Symptome, davon ein vegetatives C: Deutliche Belastung durch Angstsymptome oder Vermeidungsverhalten. Einsicht, dass Angst übertrieben, unvernünftig ist D: Symptome beschränken sich vornehmlich auf die gefürchteten Situationen, Gedanken daran
- F41.0 F41.0 Panikstörung (episodisch-paroxysmale Angst) A: Wiederholte Panikattacken, nicht auf spez. Situation oder Objekt bezogen, treten oft spontan auf (nicht vorhersagbar), nicht verbunden mit besonderer Anstrengung, gefährlicher oder lebensbedrohlicher Situationen B: Panikattacke hat alle folgenden Charakteristika a. Abrupter Beginn b. einzelnde Episode intensiver Angst c. erreicht innerhalb weniger Minuten Maximum, dauer mind. einige Minuten d. Mind. 4 der folgenden Symptome treten auf, davon mind. 1 vegetatives Symptom (1-4): Vegetative Symptome:1. Palpitationen, erhöhte Herzfrequenz2. Schweißausbrüche 3. fein- oder grobschlägiger Tremor 4. Mundtrockenheit Symptome Thorax/Abdomen 5. Atembeschwerden 6. Beklemmungsgefühl 7. Thoraxschmerzen 8. Nausea, abdominelle Missempfindungen Psychische Symptome 9. Schwindel, Schwäche, Benommenheit 10. Derealisation oder Depersonalisation 11. Angst vor Kontrollverlsut, verrrückt zu werden 12. Angst zu sterben Allgemeine Symptome13. Hitzewallungen, Kälteschauer 14. Gefühllosigkeit, Kribbeln Schweregrad: F41.00 mittelgradige Panikstörung (mind. 4 Panikattacken in vier Wochen) F41.01 schwere Panikstörung (mind. 4 Panikattacken/Woche in vier Wochen)
- F41.1 F41.1 Generalisierte Angststörung - Ausschluss: Neurasthenie - Frauen > Männer - oft in Zusammenhang mit lang andauernder Belastung durch äußere Umstände - Verlauf tendiert zu Schwankungen und Chronifizierung - DD GAS im Kindes- und Jugendalter: Weniger spez. vegetative Beschwerden, somatische Beschwerden und Bedürfnis nach Beruhigung stehen im Vordergrund A: Ein Zeitraum von 6 Monaten mit Anspannung, Besorgnis und Befürchtungen in Bezug auf alltägliche Ereignisse und Probleme ("frei flottierende Angst", oft Pat. oder Angehörige könnten erkranken oder verunglücken, Vorahnungen) B: Mind. 4 der unten angegebenen Symptome, davon mind. 1 vegetatives Symptom: Vegetative Symptome:1. Palpitationen, erhöhte Herzfrequenz2. Schweißausbrüche 3. fein- oder grobschlägiger Tremor 4. Mundtrockenheit Symptome Thorax/Abdomen 5. Atembeschwerden 6. Beklemmungsgefühl 7. Thoraxschmerzen 8. Nausea, abdominelle Missempfindungen Psychische Symptome 9. Schwindel, Schwäche, Benommenheit 10. Derealisation oder Depersonalisation 11. Angst vor Kontrollverlsut, verrrückt zu werden 12. Angst zu sterben Allgemeine Symptome13. Hitzewallungen, Kälteschauer 14. Gefühllosigkeit, Kribbeln Symptome der Anspannung: 15. Muskelverspannung, akute, chronische Schmerzen 16. Ruhelosigkeit, Unfähigkeit zu Entspannen 17. Aufgedrehtsein, Nervosität, psych. Anspannung 18. Kloßgefühl im Hals, Schluckbeschwerden Andere unspezifische Symptome: 19. übertriebe Reaktionen auf kl. Überraschungen, erschreckt werden 20. Konzentrationsprobleme, Leere im Kopf 21. Reizbarkeit 22. Einschlafstörungen DD: Benzodiazepinentzug, Amphetaminkonsum
- F41.2 F41.2 Angst und depressive Störung gemischt - darf nur vergeben werden, wenn keine der beiden Störungen so ausgeprägt ist, dass eine entsprechende einzelne Diagnose gerechtfertigt wäre
- F42 F42 Zwangsstörungen Epidemiologie bei KiJu: 50 % aller Zwangsstörungen beginnen im Jugendalter, Jungen häufiger betroffen Besonderheiten bei KiJu: Erleben Zwänge oft als ich-syntoner, sehen Sinnlosigkeit der Handlungen nicht ein. Zwangshandlungen: 1. Waschzwänge, 2. Kontroll-, Ordnungs- und Zählzwänge. Komorbid: Tics, Angststörungen, Depressionen Therapie: Exposition mit Reaktionsverhinderung, Fluvoxamin (SSRI): Zulassung ab 8 Jahre A: Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen treten über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen an den meisten Tagen auf. B: Die Zwangsgedanken (Gedanken, Ideen oder Bilder) und die Zwangshandlungen (Verhaltensweisen) haben folgende Merkmale: 1. Als Produkte des eigenen Geistes erkannt und nicht als von Personen oder äußeren Einflüssen eingegeben 2. Wiederholtes Auftreten, als unangenehm erfahren + mind. ein Gedanke oder Handlung werden als übertrieben/unangemessen erkannt. 3. Der Betroffene versucht, sie zu unterdrücken. Mindestens ein Zwangsgedanke oder eine Zwangshandlung kann nicht erfolgreich unterdrückt werden. 4. Das Auftreten des Zwangsgedankens oder die Ausführung der Zwangshandlung an sich wird als unangenehm erfahren. C: Verursachen Beschwerden oder beeinträchtigen das soziale Leben bzw. die Bewältigung des Alltags der Betroffenen. F42.0 Vorwiegend Zwangsgedanken oder Grübelzwang - Zwanghafte Ideen, zwanghafte Impulse, bildhafte Vorstellungen - quälend, weil gewältätig, obszön, sinnlos - Unfähigkeit, triviale aber wichtige Entscheidungen des täglichen Lebens zu treffen - Beziehung zwischen Grübelzwang und Depression besonders eng, Zwangsstörung sollte nur diagnostiziert werden, wenn Grübelzwang nicht zusammen mit depressiver Störung auftritt F42.1 Vorwiegend Zwangshandlungen (Zwangsrituale) - meist Reinlichkeit (z.B. Händewaschen), übertriebene Ordnung, Sauberkeit, wiederholte Kontrollen, um Gefahr (für die Person oder von ihr ausgehend) zu verhindern - Ritual als wirkungsloser und symbolischer Versuch der Abwendung von Gefahr - können täglich stundenlang ausgeführt werden - Zwangshandlungen weniger eng mit Depression verbunden F42.2 Zwangsgedanken und -handlungen, gemischt
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- F43.0 F43.0 Akute Belastungsreaktion Selbstbeschädigung (oft selbst herbeigeführte Intoxikationen durch ärztlich verordnete Medikamente), die zeitlich eng mit Belastungsreaktion oder Anpassungsstörung verbunden sind, werden im Kapitel X unter X60-X84 (vorsätzliche Selbstbeschädigung) versehen. A: Erleben einer außergewöhnlichen psychischen oder physischen Belastung B: unmittelbar (innerhalb weniger Minuten bis 1 Stunde) Beginn der Symptomatik C: Zwei Symptomgruppen: F42.00 leicht: nur Symptome aus Gruppe 1 F42.01 mittelgradig: Symptome aus Gruppe 1 und mind. 2 Symptome aus Gruppe 2 F42.02 schwer: Symptome aus Gruppe 1 und mind. 4 Symptome aus Gruppe 2 oder dissoziativer Stupor 1. Vegetative Symptome:1. Palpitationen, erhöhte Herzfrequenz2. Schweißausbrüche 3. fein- oder grobschlägiger Tremor 4. Mundtrockenheit Symptome Thorax/Abdomen 5. Atembeschwerden 6. Beklemmungsgefühl 7. Thoraxschmerzen 8. Nausea, abdominelle Missempfindungen Psychische Symptome 9. Schwindel, Schwäche, Benommenheit 10. Derealisation oder Depersonalisation 11. Angst vor Kontrollverlsut, verrrückt zu werden 12. Angst zu sterben Allgemeine Symptome13. Hitzewallungen, Kälteschauer 14. Gefühllosigkeit, Kribbeln Symptome der Anspannung:15. Muskelverspannung;16. Ruhelosigkeit und Unfähigkeit zum Entspannen;17. Gefühle von Aufgedreht sein, Nervosität und psychischer Anspannung;18. Kloßgefühl im Hals oder Schluckbeschwerden. Andere unspezifische Symptome:19. Übertriebene Reaktion auf kleine Überraschungen oder Erschreckt werden;20. Konzentrationsschwierigkeiten, Leeregefühl im Kopf wegen Sorgen oder Angst;21. Anhaltenden Reizbarkeit;22. Einschlafstörungen wegen der Besorgnis. 2. a. Rückzug von erwarteten soz. Interaktionen b. Einengung der Aufmerksamkeit c. offensichtliche Desorientierung d. Ärger oder verbale Aggressionen e. Verzweiflung oder Hoffnungslosigkeit f. sinnlose oder unangemessene Überaktivität g. unkontrollierbare und außergewöhnliche Trauer D: Wenn die Belastung vorrüber ist, gemildert werden kann -> Abklingen der Symptome nach frühestens 8 Stunden. Wenn Belastung anhält --> Abklingen nach höchstens 48 Stunden. E: Das Ende einer Krankheitsepisode einer anderen psych. oder Verhaltensstörung muss mind. 3 Monate zurückliegen
- F43.1 F43.1 Posttraumatische Belastungsstörung Besonderheiten KiJu: - etwa 25 % aller Kinder erleben bis z 16. Lebensjahr ein Traum - prognostische Faktoren (PTBS ja/nein): prätraumatische psych. Morbidität, wahrgenommene Lebensgefahr, Schwere des Stressors, wahrgenommene Unterstützung durch die Eltern, mögliche PTBS der Ke, weitere belastende Lebensereignisse - Jungen sind häufiger Traumata ausgesetzt, Mädchen neigen zu schwereren Verläufen - bei Kindern oft noch Agitiertheit, Aggressivität, SVV, neue Ängste, Verlust erlernter Fähigkeiten Unterscheidung: Typ-I-Trauma: Begrenztes, singuläres Ereignis: Akzidentell (Verkehrsunfall, Brand) oder Interpersonell (Überfall, Vergewaltigung auf Party) Typ-II-Trauma: kumulative, sich wiederholende Traumata (tw. schon in Kindheit einsetzend), akzidentell (Naturkatastrophe wie Überschwemmung, Erdbeben, Giftgas) oder interpersonell (sex. und körperlicher Missbrauch), Krieserleben, Geiselhaft, Folter, politische Inhaftierung Kumulative interpersonelle Traumata haben höchstes Risiko für PTBS, akzidentelles Typ-I-Trauma das geringste, andere beiden haben mittleres Risiko A: Kurz oder langanhaltendes Ereignis von außergewöhnlicher Bedrohung oder mit katastrophalem Ausmaß, das nahezu bei jedem tiefgreifende Verzweiflung auslösen würde B: Anhaltende Erinnerungen/Wiedererleben, durch - aufdringliche Nachhallerinnerungen an das traumatische Ereignis (Intrusionen, blitzlichtartige Erinnerungsbilder, Flashbacks.) - belastende Träume oder Alpträume - innere Bedrängnis bei der Konfrontation mit Situationen die an das Trauma erinnern C: Vermeidungs-Symptome, Gedanken- und Gefühlsvermeidung oder Situations- und Aktivitätsvermeidung in Bezug auf das erlebte Trauma (Verhalten bestand nicht vor Ereignis) D: Entweder 1 oder 2 1. Partielle oder vollständige Amnesie für einige wichtige Aspekte der Belastung 2. Anhaltende Symptome erhöhter psych. Sensitvität oder Erregung mit mind. 2 der folgenden Merkmale: a. Ein- und Durchschlafstörungen b. Reizbarkeit, Wutausbrüche, c. Konzentrationsschwierigkeiten d. Hypervigilanz e. erhöhte Schreckhaftigkeit E: Die Kriterien B, C, D treten innerhalb von 6 Monaten auf nach Belastun(speriode) auf
- F43.2 F43.2 Anpassungsstörungen Dazugehörige Begriffe: Abnorme Trauerreaktion, Hospitalismus bei Kindern, Kulturschock A: Identifizierbare psychosoziale Belastung von einem nicht außergewöhnlichen oder katastrophalem Ausmaß (Entscheidende Lebensveränderung, belastendes Lebensereigns, schwere körperliche Krankheit), Beginn der Symptomatik innerhalb eines Monats B: Symptome und Verhaltensstörungen wie sie bei affektiven Störungen (F3), bei Störungen des Kapitels F40-F48 und Störungen des Sozialverhaltens (F91) vorkommen Vorherrschendes Erscheinungsbild wird an fünfter Stelle kodiert F43.20 Kurze depressive Reaktion (leichte depressiver Zustand <1 Monat) F43.21 längere depressive Reaktion (leichter depressiver Zustand als Reaktion auf anhaltende Belastungssituation nicht länger als 2 Jahre) F43.22 Angst und depressive Reaktion gemischt F43.23 mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (verschiedene affektivew Qualitäten, auch Reaktionen von Kindern mit regressivem Verhalten) F43.24 mit vorwiegender Störung des Sozialverhaltens (oft bei Jugendlichen) F43.25 mit gemischter Störung von Gefühlen und Sozialverhalten C: Symptome dauern nicht länger als 6 Monate an, außer bei F43.21
- Allgemeine Definition von dissoziativen oder Konversionsstörungen Teilweiser oder völliger Verlust der: - normalen Integration von Erinnerungen an die Vergangenheit - des Identitätsbewusstseins - der unmittelbaren Empfindungen - Kontrolle der Körperbewegungen
- F44 F44 Dissoziative Störungen (Konversionsstörungen) G1: Kein Nachweis einer körperlichen Krankheit, die Symptome erklärt G2: Überzeugender zeitlicher Zusammenhang zw. dissoziativen Symptomen und belastenden Ereignissen, Problemen, Bedürfnissen F44.0 Dissoziative Amnesie DD Organische bedingte Amnesie: dort auch Bewusstseinstrübung, Desorientiertheit, oft Verlust Kurzzeitgedächtnis. DD Blackout nach Konsum, Erinnerung kann niemals wiederhergestellt werden DD Dissoziative Amnesie ebenso wie nach SHT oft retrograd, bei diss. Amnesie kann sie aber durch Hypnose wiederhergstellt werden DD CAVE: Simulation häufig B: Teilweise oder vollständige Amnesie für vergangene Ereignisse oder Probleme, die belastend oder traumatisch waren oder sind C: Zu lang und zu ausgeprägt für normale Vergesslichkeit oder gewollte Simulation F44.1 Dissoziative Fugue B: unerwartete, äußerlich normal organisierte Reise, mit Enfernung von zuhause, Arbeitsplatz, sozialen Aktivitäten; Selbstversorgung bleibt in dieser Zeit erhalten C: Teilweise oder vollständige Amnesie für die Zeit der Reise (Kriterium für diss. Amnesie erfüllt) F44.2 Dissoziativer Stupor B: Beträchliche Verringerung oder Fehlen willkürlicher Bewegungen und der Sprache sowie normaler Reaktion auf Licht, Geräusche und Berührung C: Normaler Muskeltonus, aufrechte Haltung, Atmung sind erhalten + häufig Koordination der Augenbewegungen F44.3 Trance- und Besessenheitszustände B: Entweder 1 oder 2 1. Trance: vorrübergehende Bewusstseinsveränderung mit 2 der folgenden Merkmale: a. Verlust des Gefühls der persönlichen Identität b. Einengung des Bewusstseins auf unmittelbare Umgebung oder selektive Fokussierung auf Stimuli aus der Umgebung c. Einschränkung v. Bewegungen, Haltungen, Sprache auf die Wiederholung eines kl. Repertoires 2. Besessenheitszustand: Überzeugung, von einem Geist, Macht, Gottheit, anderer Person beherrscht zu werden C: B1 und B2 müssen ungewollt und belastend sein; außerhalb von kulturell akzeptierten Situationen auftreten oder Verlängerung davon sein Häufigstes Ausschlusskriterium: Schizophrenie und Wahn, oder Halluzinationen/Wahngedanken bei affektiven Störungen, psychotrope Substanzen F44.4 bis F44.7 Dissoziative Störungen der Bewegung und der Sinnesempfindung - oft prämorbide Auffälligkeiten in der Persönlichkeit, Beziehungen - Symptomem folgen häufig Vorstellungen der Pat. von körperlichen Krankheiten, Verwandte oder Freunde haben vielleicht oder ähnlicher Krankheit gelitten - Funktionsverlust durch die Behinderung hilft oft, einem unangenehmen Konflikt auszuweichen, - Grad der Behinderung kann in Abhängigkeit von emotionalen Zustand und Zahl und Art der anwesenden Personen wechseln --> also zusätzlich aufmerksamkeitssuchendes Verhalten - leichte, passegere DB findet man oft in der Jugend, meist bei Mädchen F44.4 dissoziative Bewegungsstörung B: Entweder 1 oder 2 1. Kompletter oder teilweiser Verlust d. Bewegungsfähigkeit --> Bewegungen, die willkürlicher Kontrolle unterliegen, einschließlich Sprache (psychogene Aphonie/Dysphonie) 2. verschiedene oder wechselnde Grade von Koordinationsstörungen, Ataxie, Unfähigkeit ohne Hilfe zu stehen F44.5 Dissoziative Krampfanfälle B: Plötzliche, unerwartete krampfartige Bewegungen, die an Epileptische Anfälle erinnern, aber ohne Bewusstseinsverlust C: Es fehlen: Zungenbiss, schwere Hämatome oder Verletzungen aufgrund des Sturzes, Urininkontinenz F44.6 Dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen B: Entweder 1 oder 2 1. Teilweise oder vollständiger Verlust einer oder aller normalen Hautempfindungen an Körperteilen/dem ganzen Körper (Berührung, Schmerz, Vibration, Hitze, Kälte) --> tw. Klagem über Parästhesien 2. Teilweiser oder vollständiger Seh-, Hör- oder Riechverlust (meist Sehen: verschwommen, Tunnelblick, Taubheit oder Anosmie=Geruchsverlust viel seltener) Beweglichkeit und motorische Leistungen oft gut erhalten. F44.80 Ganser-Syndrom Komplexe Störung, die durch "Vorbeiantworten" gekennzeichnet ist (z.B. 2 + 2 gleich 5, Farbe der Sonne = grün), gewöhnlich begleitet von anderen dissoziativen Symptomen, unter Umständen, die psychogene Ätiologie nahelegen --> oft bei jungen Männern F44.81 Multiple Persönlichkeitsstörung A: Zwei oder mehr Persönlichkeiten innerhalb eines Individuums, von denen immer nur eine zur Zeit nachweisbar ist B: Jede PS hat eigenes Gedächtnis, Vorlieben, Verhaltensweisen, übernimmt volle Kontrolle über Verhalten der Person C: Unfähigkeit, wichtige persönliche Informationen zu erinnern
- F45 F45 Somatoforme Störungen - DD von dissoziativen Störungen: Dissoziative Störungen betreffen meist Willkürliches Nervensystem (Motorik, Sprache, Sehkraft), Symptomatik reduziert Angst und Spannung (bei Somatisierungsstörungen erzeugt sie Angst), bei DS Symptomatik teilweise symbolträchtig mit zugrundliegendem Konflikt verbunden - Frauen häufiger als Männer F45.0 Somatisierungsstörung A: Vorgeschichte von 2 Jahren mit Klagen über multiple + wechselnde körperliche Symptome; können nicht durch körperliche Krankheit erklärt werden bzw. wenn körperliche Krankheit vorliegt, erklärt sie nicht die Schwere, Ausmaß, Dauer, Vielfalt der Beschwerden und der verbundenen soz. Behinderung. Vegetative Symptome sind nicht Hauptmerkmal. B: Ständige Sorge führt zu andauerndem Leiden, drei oder mehr Konsultionen/Zusatzuntersuchungen in Primärversorgung, Selbstmedikation C: Hartnäckige Weigerung, zu akzeptieren, dass es keine körperliche Ursache gibt, Akzeptanz nur kurz oder unmittelbar nach med. Untersuchung D: Sechs oder mehr Symptome aus folgender Liste: Gastrointestinale Symptome, z.B. Bauchschmerzen, Übelkeit, schlechter Geschmack, Überblähung, Erbrechen, Durchfall Kardiovaskuläre Symptome wie Atemlosigkeit, Brustschmerzen Urogenitale Symptome, wie Dysurie (Schmerzen beim Wasserlassen), Missempfindungen in/um Genitalbereich, Klagen über vaginalen Ausfluss Haut- und Schmerzsymptome, wie Veränderungen Haut, Schmerzen in Gliedern, Gelenken, Taubheit, Kribbeln F45.1 Undifferenzierte Somatisierungsstörung Mutiple Symptome (A), Weigerung der Akzeptanz (C) sind erfüllt, aber nur Dauer von 6 Monaten; Sorgen, Leide oder Doctor Shopping bzw. zu wenig Symptome aus D F45.2 Hypochondrische Störung
- F45.3 F45.3 Somatoforme autonome Funktionsstörung Dazugehörige Begriffe: Herzneurose, psychogene Hyperventilation, Magenneurose, nervöser Durchfall Diagnostik: Screening für somatoforme Störungen (SOMS), Gießener Beschwerdefbogen (GBB) Therapie: Körperliche Diagnostik beenden; Psychoedukation: Verbindung zwischen Stress. = Gefühlen und Körpersymptomen aufzeigen; Psychoedukation und Erlernen von angstlösenden Entspannungsverfahren; Verbesserung der Emotionswahrnehmung und des -ausdrucks A: Symptome der autonomen (vegetativen) Erreggung werden körperlicher Krankheit in 1 oder mehr der folgenden Systeme zugeodnet: a. kardiovaskulär b./c. oberer und unterer Gastrointestinaltrakt d. respiratorisches System e. Urogenitalsystem B: 2 oder mehr der folgenden vegetativen Symptome: 1. Palpitationen 2. Schweißausbrüche 3. Mundtrockenheit 4. Hitzewallungen, Erröten 5. Druckgefühl Brust/Oberbauch, Kribbeln C: 1 oder mehr der folgenden Symptome: 1. Brustschmerzen/Druckgefühl am Herzen 2. Dyspnoe, Hyperventilation 3. Ermüdbarkeit 4. Aerophagie (Luftschlucken), Schluckauf (Singultus) 5. Bericht über häufigen Stuhlgang 6. erhöhte Miktionsfrequenz oder Dysurie (Schmerzen beim Wasserlassen) 7. Gefühl Überblähung, Völle D: Kein Nachweis einer Störung von Struktur und Funktion der Organe oder Systeme, über die die Pat. klagen An 5. Stelle: Kodierung des Organs oder Organsystems, in dem Pat. Ursprung der Symptome sehen F45.30 kardiovaskulär F45.31 oberer gastrointestinal F45.32 unter gastrointestinal F45.33 respiratorisch F45.34 Urogenital F45.38 sonstiges Organsystem
- F45.4 F45.4 Anhaltende somatoforme Schmerzstörung Epidemologie: Ungefähr 1/3 der Kinder und Jugendlichen leiden an mindestens einer unklaren körperlichen Beschwerde (meist funktionelle Kopf- und Bauchschmerzen); überwiegend monosymptomatische Beschwerdebilder, im Gegensatz zu den polysymptomatischen somatoformen Störungen der Erwachsenen Ätiologie: Zu lang andauernder Stress führt zu Anspannung und Dysregulation innerer Organe; Ein Teufelskreis von körperlichen Reaktionen, Angst und verstärkter Wahrnehmung körperlicher Symptome A: Mind. 6 Monate kontiniuierlicher, an den meisten Tagen anhaltender schwerer und belastender Schmerz in einem Körperteil, nicht adqäuat durch physiolog. Prozess oder körperliche Störung erklärt werden; Hauptfokus der Pat.
- F45.8 F45.9 Sonstige somatoforme Störungen Andere Störungen der Wahrnehmung, der Körperfunktionen und des Krankheitsverhaltens, die nicht durch das vegetative Nervensystem vermittelt werden, aber auf spezifische Systeme oder Teile des Körpers begrenz sind und mit psychischen Belastungen in Zusammenhang stehen.
- F48.0 F48.0 Neurasthenie Dazugehörige Begriffe: Chronisches Ermüdungssyndrom (CFS) A: Entweder 1 oder 2: 1) Anhaltendes und quälendes Erschöpfungsgefühl nach geringer geistiger Anstrengung (alltägliche Aufgaben) 2) Anhaltende und quälende Müdigkeit und Schwäche nach nur geringer körperlicher Anstrengung B: Mind. 1 der folgenden Symptome 1. akute/chronische Muskelschmerzen 2. Benommenheit 3. Spannungskopfschmerz 4. Schlafstörung 5. Unfähigkeit zu entspannen 6. Reizbarkeit C: Sind nicht in der Lage sich in normalen Zeitraum von Ruhe, Entspannung etc. zu erholen D: Mind. 3 Monate anhaltend
- F48.1 F48.1 Depersonalisations/Derealisationssyndrom A: Entweder 1 oder 2: 1. Depersonalisation: Erfahrung, in der es zu einem subjektiven Gefühl von Fremdheit, Irrealit.t, Abtrennung und Ungewohntheit dem eigenen Selbst, seinen Handlungen und seiner Umgebung gegenüber kommt. 2. Derealisation: Gefühl von Unwirklichkeit, Umgebung/Objekte sehen fremd aus, verzerrt, stumpf, farblos, leblos, Umgebung ist wie Bühne, auf der jedermann spielt B: Einsicht, dass es es sich um Gefühl handelt und nicht um Realität Findet sich selten in reiner, isolierter Form, oft im Zusammenhang mit depressiven, phobischen, Zwangsstörungen, Schizophrenie DD Epilepsie, Substanzen
- F50 F50 Essstörungen Epidemiologie: Anorexie: 80 % Frauen; Bulimie: 90 % Frauen; Lebenszeitprävalenz: Anorexie: 0,5 %, Bulimie: 1-2 %, Erkrankungbeginn: Anorexie zw. 14 und 18 Jahren, Bulimie späte Adoleszenz oder frühes Erwachsenenalter F50.0 Anorexia nervosa A. Gewichtsverlust bzw. fehlende Gewichtszunahme (Kinder) → Körpergewicht von mindestens 15% unter dem normalen oder dem für Alter und Körpergröße zu erwartenden Gewicht; ab 16 Jahre: BMI von 17,5 oder weniger B. Selbst herbeigeführter Gewichtsverlust durch Vermeidung fettmachender. Speisen C. Selbstwahrnehmung als zu fett (Körperschemastörung in Form einer spez. psych. Störung), verbunden mit einer sich aufdrängende Furcht, zu dick zu werden (Gewichtsangst als überwertige Idee); Festlegen einer sehr niedrigen Gewichtsschwelle durch die Betroffenen D. Umfassende Störung auf der Hypophysen-Hypothalamus- Gonaden-Achse (Amenorrhö bei Frauen/Libido- und/ oder Potenzverlust bei Männer) - CAVE: Kontrazeptiva An 5. Stelle Kodierung ob mit oder ohne Purging F50.00 Anorexie ohne aktive Maßnahmen zur Gewichtsabnahme (Erbrechen, Abführen, usw.) --> asketische/passive/restriktive Form F50.01 Anorexie mit aktiven Maßnahmen zur Gewichtsabnahme, u. Umständen in Verbindung mit Heißhungerattacken --> aktive/bulimische Form F50.1 Atypische Anorexia nervosa Wenn nicht alle Kriterien der Anorexie erfüllt sind, bei sonst typ. klin. Bild F50.2 Bulimia nervosa Dazugehöriger Begriff: Hyperorexia nervosa A: Häufige Fressattacken (große Mengen, kurze Zeit) mind. 2x/Woche über drei Monate B: Andauernde Beschäftigung mit Essen (Gier, Zwang zu essen) C: Gegensteuern der Gewichtszunahme durch 1 oder mehrere: Erbrechen, Abführmittel, Hungerperioden, Schildrüsenpräparate, Antidiuretika, Appetitzügler D: Selbstwahrnehmung als zu fett, was meist zu Untergewicht führt F50.3 Atypische Bulimia nervosa Bulimie mit Normalgewicht (oder Übergewicht), eine oder mehrere Kriterien fehlen bei ansonsten klinischen Bild F50.4 Essattacken bei sonstigen psychischen Störungen Übermäßiges Essen als Reaktion auf belastende Ereignisse, reakives Übergewicht, psychogene Essattacken F50.5 Erbrechen bei sonstigen psychischen Störungen Selbstinduziertes Erbrechen bei dissoziativen Störungen, Hypochondrischen Störungen F50.8 Sonstige Essstörungen z.B. nicht organische Pica im Erwachsenenalter Übergewicht als Ursache einer psych. Störung unter F38, F41.2 (Angst und depressive Störung gemischt), F48.9 ( nicht näher bezeichnete neurotische Störung) + E66
- F51 F51 Nichtorganische Schlafstörungen Dyssomnien: Störungen der Dauer, Qualität oder Zeitpunkt des Schlafes - Insomnien (F51.0) - Hypersomnien (F51.1) - Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen (F51.2) Parasomnien: Abnorme Verhaltens- oder physiologische Episoden aus dem Schlaf heraus - Somnambulismus (Schlafwandeln) F51.3 - Pavor Nocturnus (F51.4) - Alpträume (F51.5) Organische Schlafstörungen Schlafapnoe-Syndrom (G47.3): schlafbezogene Atmungsstörung mit Atemstillständen (mind. 10 Sekunden, 10x häufiger pro Stunde Schlafzeit), führt zu Tagesmüdigkeit und Sekundenschlaf am Tag, oft in Verbindung mit Übergewicht, Alkohol, Nikotin Narkolepsie (G47.4): - neurologische Erkrankung, anfallsartig einsetzende imperative Schlafanfälle, Pat. schlafen tief ein, sind erweckbar oder erwachen von selbst nach 15 Minuten - Störungen der Periodik des Nachtschlafes - hypnagoge Halluzinationen - Schlaglähmung (Aufhebung der Willkürmotorik bei vollem Bewusstsein) - anfallsartiger Tonusverlust der Muskulatur (Kateplexie) ausgelöst durch Affekt (Lachschlag) --> Medikation mit MPH oder L-Dopa Dyssomnien: F51.0 Nichtorganische Insomnie A: Klagen über Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen, schlechte Schlafqualität starkes Beschäftigen mit der Störung und ihren Auswirkungen B: Mind 3x/Woche für mind. einen Monat C: deutlicher Leidendrucks, berufliche/soziale Funktionsfähigkeit eingeschränkt F51.1 Nichtorganische Hypersomnie A: Klagen über: - übermäßige Schlafneigung während des Tages - Schlafanfälle - verlängerter Übergang zum vollen Wachzustand (Schlaftrunkenheit) B: Fast täglich für einen Monat und deutlicher Leidensdruck oder soz./berufliche Funktionseinschränkung DD: Keine Narkolepsie oder Schlafapnoe-Syndrom F51.2 Nichtorganische Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus A: Individuelles Schlaf-Wach-Rhythmus nicht synchron mit gewünschten Schlaf-Wach-Rhythmus (der Gesellschaft, der Umgebung) B: Schlaflosigkeit in Hauptschlafperiode, Hypersomnie während Wachperiode fast täglich für mind. 1 Monat C: Leidensdruck oder beruf./soz. Funktionseinschränkung F51.3 Schlafwandeln (Somnambulismus) Schlafwandeln und Pavor Nocturnus sind eng miteinander verwandt - Aufwachstörungen (Arousal-Störungen) - Reifungsstörung des ZNS + positive Familienanamnese - treten im ersten Drittel des Nachtschlafs auf - es besteht Amnesie für das Ereignis A: Verlassen das Bett während des Schlafs ein - oder mehrmals und laufen umher B: leerer, starrer Gesichtsausdruck, reagiere kaum auf andere, schwer erweckbar DD: Epilepsie, dissoziative Störung F51.4 Pavor Nocturnus A: Wiederholte Episoden von Erwachen aus dem Schlaf mit Panikschrei + heftige Angst, Körperbewegungen, vegetative Übererregtheit (Tachykardie, schnelle Atmung, Schwitzen) B: im ersten Drittel des Nachtschlafs C: Dauer weniger als 10 Minuten D: Beruhigung hat keine Wirkung, führen zu Desorientiertheit und perseverierenden Bewegungen E: Erinnerung an das Geschehen begrenzt F51.5 Alpträume (Angsttträume) A: Aufwachen aus dem Nachtschlaf mit detaillierter, sehr lebhafter Erinnerung an heftige Angstträumen, zu jeder Zeit der Schlafperiode, aber v.a. zweite Nachthälfte (REM-Schlaf) B: Nach dem Aufwachen sind Pat. schnell orientiert und wach C: Deutlicher Leidensdruck Auslöser: REM-Schlaf hemmende Substanzen wie Benzos oder Antidepressiva, Absetzen von Hypnotika --> REM-Rebound
- F52 F52 Sexuelle Funktionsstörungen Epidemiologie: 10 % Prävalenz, zunehmend mit zunehmenden Alter Grundsymptome G1: Betroffene sind nicht in der Lage, sex. Beziehung so zu gestalten, wie sie es möchten G2: Funktionsstörung tritt häufig auf, kann aber bei einigen Gelegenheiten auch fehlen G3: seit mind. 6 Monaten G4; Keine andere psych. oder Verhaltensstörung oder körperliche Ursache F52.0 Mangel oder Verlust von sexuellem Verlangen Frigidität, sex. Hypoaktivität Zusätzlich zu allgemeinen Kriterien für eine sex. Funktionsstörung B: Verminderung von Suchen nach: Sex. Reizen, Denken an Sex mit entsprechendem Verlangen, sex. Phantasien C: Interesse an sex. Aktivitäten oder Masturbation seltener als erwartet oder Häufigkeit im Vergleich zu früher deutlich gesunken F51.1 sexuelle Aversion und mangelnde sex. Befriedigung sexuelle Anhedonie F51.00 sexuelle Aversion Zusätzlich zu allgemeinen Kriterien für eine sex. Funktionsstörung B: Möglichkeit sex. Interaktionen mit Partnern ruft deutliche Angst, Aversion hervor, sex. Aktivitäten werden vermieden. Geschlechtsverkehr ist mit heftigen neg. Gefühlen und Unfähigkeit zur Befriedigung verbunden C: Aversion steht nicht im Zusammenhang mit Erwartungsangst F51.11 mangelnde sexuelle Befriedigung Zusätzlich zu allgemeinen Kriterien für eine sex. Funktionsstörung B: Alle genitalen Reaktionen (Orgasmus, Ejakulation) treten während Sex auf, rufen aber keine angenehmen Empfidungen, Erregung auf C: Keine deutliche und anhaltende Angst während der sex. Aktivität (wie bei sex. Aversion) F52.2 Versagen genitaler Reaktionen Zusätzlich zu allgemeinen Kriterien für eine sex. Funktionsstörung Bei Männern: Keine ausreichende Erektion, z.B. tritt in frühen Stadien auf, geht aber vor GV bzw. Ejakulation zurück, Erektion tritt nur auf, wenn kein GV beabsichtigt ist, nur teilweise, für GV ungenügende Erektion, überhaupt kein Anschwellen Bei Frauen: Keine vaginale Lubrikation + ungenügendes Anschwellen der Schamlippen, z.B. generell (in allen relevanten Situationen), anfangs Lubrikation, aber nicht lange genug anhaltend, situativ (in manchen Situationen normal, z.B. bei Masturbation) F52.3 Orgasmusstörung psychogene Anorgasmie Zusätzlich zu allgemeinen Kriterien für eine sex. Funktionsstörung B: Orgasmusstörung (verzögerter oder fehlender Orgasmus) tritt in einer der folgenden Variationen auf: 1. Orgasmus wurde niemals, in keine Situation erlebt 2. Die Orgasmusstörung ist nach einer Zeit rel. normaler sexueller Reaktionen aufgetreten - generell: in allen Situationen mit allen Partnern - situativ: Frauen: in bestimmten Situationen (z.B. mit bestimmten Partnern), bei Männern: im Schlaf, aber nicht wach, nicht in Anwesenheit der Partnerin, nicht intravaginal F51.4 Ejaculatio präcox Zusätzlich zu allgemeinen Kriterien für eine sex. Funktionsstörung B: es ist unmöglich, Ejakulation ausreichend lange herauszuzögern, um Sex zu genießenn - Ejakulation tritt vor oder sehr bald nach Immission auf (15 Sekunden) - Ejakulation bei für die Immission nicht ausreichender Erektion C: Keine Übererregbarkeit nach sex. Abstinenz F51.5 nichtorganischer Vaginismus psychogener Vaginismus Zusätzlich zu allgemeinen Kriterien für eine sex. Funktionsstörung B: Spasmen der perivaginalen Muskulatur (Beckenboden), der Imissio des Penis verhindert/unangenehm macht, entweder - es kam niemals zu einer normalen Reaktion - tritt nach Periode normaler sex. Reaktivität auf C: wenn eine vaginale Immissio nicht versucht wird, laufen sex. Reaktionen normal ab D: jeder Versuch des GV --> generalisierte Angst und Versuch, vaginale Immissio zu verhindern F52.6 nichtorganische Dyspareunie Zusätzlich zu allgemeinen Kriterien für eine sex. Funktionsstörung Bei Frauen: B: Schmerzen während GV am Introitus der Vagina, tiefen Eindringen des Penis C: Nicht infolge von Vaginismus oder mangelnder Lubrikation. Dyspareunie aufgrund organischer Veränderungen sollte zusammen mit zugrundeliegender Störung klassifiziert werden. Bei Männern: B: Schmerzen bei sex. Reaktion. C: Fehlen von lokalen körperlichen Faktoren, falls diese gefunden werden, sollte diese Funktionsstörung andernorts klassifiziert werden F52.7 gesteigertes sexuelles Verlangen Nymphomanie / Sartyriasis Keine ICD-10-Kriterien definiert ---------- Sexuelle Funktionsstörungen nach Phase sexuelle Annäherung/Appetenz: Mangel oder Verlust von sex. Verlangen (F52.0), sexuelle Aversion (F52.10), gesteigertes sexuelles Verlangen (F52.7) sexuelle Erregung/Stimulation: Versagen genitaler Reaktionen (F52.5): Erektionsstörung, Mangel oder Ausfall vaginaler Lubrikation Imissio/Koitus: Nichtorganische Dyspareunie (F52.6), nichtorganischer Vaginismus (F52.5) Orgasmus: Ejaculation praecox (F52.4), Orgasmusstörung (F52.3), mangelnde sex. Befriedigung (F52.11)
- F53 F53 Psychische oder Verhaltensstörungen im Wochenbett Ausschließlich für Zustandsbild , welches innerhalb des Wochenbetts (innerhalb von 6 Wochen nach der Entbindung) zeigt und nicht die Kriterien für andere in der ICD-10 klassifizierte Störungen erfüllt Sonst: Kategorie aus F (z.B. F33-F39) + O99.3 (psychische Krankheiten und Erkrankungen des Nervensystems, die zu Komplikationen im Wochenbett führen) F53.0 Leichte psychische und Verhaltensstörung im Wochenbett: postnatale Depression, postpartum Depression F53.1 schwere psychische und Verhaltensstörung im Wochenbett: Puerperalpsychose
- F54 F54 Psychische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten psycholog. oder Verhaltenseinflüsse, die die Entstehung und den Verlauf körperlicher Erkrankungen, die in anderen Kapiteln klassifiziert werden, beeinflusst haben die auftretenden psych. Störungen sind gewöhnlich leicht und lang anhaltend (z.B. Sorgen) sie rechtfertigen allein nicht die Verwendung einer anderen Kategorie des Kapitels F zusätzliche Kodierung für Kennzeichung körperlicher Störung Asthma, Neurodermitis, Colitis ulcerosa Ausschluss: Spannungskopfschmerz
- F55 Missbrauch von nicht abhängigkeitserzeugenden Substanzen Wichtigste Gruppen von betroffenen Substanzen: 1) Antidepressiva 2) Laxantien 3) nicht psychotrope Analgetika Übermäßiger Konsum, oft initial ärztlich verordnet, teilw. mit schädlichen körperlichen Auswirkungen. Versuch, Substanz auszureden, trifft auf Widerstand. An 4. Stelle kann die Art der Substanz gekennzeichnet werden, z.B. F55.0 Antidepressiva
- F60 (Grundlagen) F60 Spezifische Persönlichkeitsstörungen Grundlegende Kriterien: Treten häufig erstmals in Kindheit oder Adolszenz in Erscheinung, manifestieren sich endgültig im Erwachsenenalter. Vor dem Alter von 16-17 Jahren unangemessen. G1: Charakteristische und dauerhafte innere Erfahrungs- und Verhaltensmuster, weichen deutlich von kulturell erwarteten, akzeptierten Vorgaben (Normen) ab. Abweichung äußert sich in 1 oder mehr Bereichen: 1: Kognition (Wahrnehmung u. Interpretation, Einstellungen und Vorstellungen von sich und anderen) 2: Affektivität (Variationsbreite, Intensität, Angemessenheit) 3: Impulskontrolle und Bedürfnisbefriedigung 4: Zwischenmenschliche Beziehungen G2: Abweichen so ausgeprägt, dass Vergalten in vielen persönlichen und soz. Situationen unflexibel, unangepasst oder unzweckmäßig ist G3: Persönlicher Leidensdruck und/oder nachteiliger Einfluss auf die Umwelt G4: Abweichung ist stabil, von langer Dauer und hat in Kindheit oder Adoleszenz begonnen G5: Nicht durch andere psych. Störung erklärbar, diese können aber komorbid vorliegen G6: Organische Ursachen ausgeschlossen.
- F60.0 und F60.1 (Sonderbar- exzentrisch) F60.0 Paranoide Persönlichkeitsstörung fanatische / Querulatorische PKS Ausschluss: Schizophrenie, wahnhafte Störungen Allgemeine Kriterien für PKS müssen erfüllt sein und B: Mind. 4 der folgenden Eigenschaften oder Verhaltensweisen: 1. Übetrieben Empfindlichkeit bei Rückschlägen, Zurücksetzungen 2. Dauerhafter Groll, nicht vergeben können 3. Misstrauen, neutrale oder freundliche Haltungen werden auf feindlich, verächtlich verdreht 4. Streitbarkeit, situationsunangemessenes Bestehen auf eigene Rechte 5. ungerechtfertigtes Misstrauen hinsichtlich sex. Treue des Partners 6. ständige Selbstbezogenheit, Überheblichkeit 7. Verschwörungsglauben (gedankliche Beschäftigung damit) F60.1 schizoide PKS Ausschluss: Asperger-Syndrom, Schizophrenie, schizotype Störung, wahnhafte Störung Allgemeine Kriterien für PKS müssen erfüllt sein und B: Mind. 4 der folgenden Eigenschaften oder Verhaltensweisen 1. nur wenig Tätigkeiten bereiten Freude 2. emotionale Kühle, Distanzierheit, flacher Affekt 3. warme, zärtliche Gefühle oder Ärger ggü. anderen werden kaum ausgedrückt 4. scheinbar gleichgültig ggü. Lob oder Kritik 5. wenig Interesse an sex. Erfahrungen (mit and. Menschen) 6. Bevorzugung von Aktivitäten allein 7. übermäßige Inanspruchnahme durch Phantasien 8. hat keine/wünscht keine engen Freunde (oder nur 1) 9 mangelhaftes Gespür for soziale Normen, unabsichtlich
- F60.2 - F60.4 (dramatisch - launisch - emotional) F60.2 dissoziale PKS Auch: Amoralische/antisoziale/asoziale/psychopathische/soziopathische PKS Ausschluss: emotional-instabile PKS, SSV (kann aber in der Kindheit und Jugend vorgelegen haben) Neben allgemeinen Kriterien der PKS, zusätzlich B: Mind. 3 der folgenden Eigenschaften oder Verhaltensweisen: 1. herzloses Unbeteiligtsein ggü. Gefühlen anderer 2. Verantwortungslosigkeit, Missachtung soz. Normen, Regeln (deutlich u. anhaltend) 3. Unfähigkeit dauerhafte Beziehungen aufrechtzuerhalten, keine Probleme sie, einzugehen 4. sehr gerine Frustrationstoleranz, niedrige Schwelle für Aggression, Gewaltätigkeit 5. fehlendes Schuldbewusstsein, fehlendes Lernen aus negativen Konsequenzen 6. deutliche Neigung, andere zu beschuldigen, Rationalisierung des eigenen Fehlverhaltens F60.3 emotional-instabile PKS F60.30 impulsiver Typus Auch: aggressive/reizbare (explosive) PKS Ausschluss: dissoziale PKS Neben allgemeinen Kriterien der PKS, zusätzlich B: Mind. 3 der folgenden Eigenschaften oder Verhaltensweisen: 1. Impulsives Handeln: Unerwartetes Handeln ohne Berücksichtigung der Konsequenzen 2. Streitereien und Konflikte mit anderen (v.a. wenn impulsive Handlungen unterbunden werden) 3. Neigung zu Ausbrüchen von Wut und Gewalt 4. Schwierigkeiten in Beibehaltung von Handlungen, die nicht sofort belohnt werden 5. Stimmungsschwankungen: unbeständige und unberechenbare Stimmung F60.31 Borderline-Typus A: Allgemeine Kriterien für PKS B: Mind 3. Kriterien aus F60.30 (B) + zusätzlich mind. 2 der folgenden: 1.) Störungen/Unsicherheit bezüglich Selbstbild, Zielen, inneren Präferenzen 2. Neigung zu intensiven, instabile Beziehungen, Folge: emotionale Krisen 3. übertriebene Bemühungen, das Verlassenwerden zu verhindern 4. wiederholte Drohungen/Handlungen mit Selbstbeschädigung 5. anhaltende Gefühle von Leere F60.4 Histrionische PKS Auch: hysterische/infantile PKS A: Neben allgemeinen Kriterien der PKS, zusätzlich B: Mind 4 1. dramatische Selbstdarstellung, theatralisches Auftreten, übertriebener Gefühlsausdruck 2. Suggestibilität, leichte Beeinflussbarkeit 3. oberflächliche, labile Affekte 4. Mittelpunktstrebigkeit: ständige Suche nach aufregenden Erlebnissen/Aktivitäten, um im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen 5. unangemessen verführerisch 6. übermßige Beschäftigung, attraktiv zu erscheinen