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Lernfeld 2 (Fach) / information,Anleiten,Demenz,Bewegung,Haftung,Prophylaxen, (Lektion)
Alexander,Böcher,Dimler,Engel,Zilles,Vogt,Bienewald
Diese Lektion wurde von Valexa erstellt.
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- Was ist Kinästetik? Kinästhetik – Definition Unter Kinästhetik versteht man die Lehre von der Bewegungsempfindung. Das Wort Kinästhetik findet seinen Ursprung in den zwei altgriechischen Wörtern: kineō (bewegen) und aisthēsis (Wahrnehmung oder Erfahrung). Das Prinzip der Kinästhetik beruht auf der unbewussten Kontrolle und Steuerung unserer Bewegungen. Mit Hilfe der Kinästhetik sollen Bewegungen besonders wahrgenommen werden und so die Bewegungsempfindung verbessert werden kann. Die Kinästhetik findet insbesondere in der Pflege Anwendung. Der oder die pflegende Angehörige kann die zu pflegende Person aktiv in die Bewegungsmuster mit einbinden und so die Bewegungsfreiheit und Kontrolle über den eigenen Körper steigern. Außerdem eignen sich die kinästhetischen Prinzipien nach der entsprechenden Schulung auch für die häusliche Pflege durch die Angehörigen.
- Ziele der Kinästetik? Die Ziele der Kinästhetik Die Ziele der Kinästhetik liegen in der Verbesserung der Bewegungsfreiheit und Selbstständigkeit. Pflegebedürftige sollen ihre Bewegungen insbesondere während der Pflege bewusst wahrnehmen und mit unterstützen, um so ihre eigene Mobilität beizubehalten. Dies kann vor allem auch für Demenzkranke von Vorteil sein. Die Kinästhetik bietet eine Grundlage der Kommunikation und des Vertrauensaufbaus, auch wenn die kognitiven Fähigkeiten langsam abnehmen. Außerdem soll durch die Kinästhetik die Eigenaktivität der Patient:innen verbessert werden und deren Bewegungsmöglichkeiten voll ausgeschöpft werden. Zusätzlich hat die Kinästhetik auch eine prophylaktische Wirkung. Durch regelmäßige und selbstständige Mobilisation können Druckgeschwüren (Dekubitus), Lungenentzündungen und Thrombosen vorgebeugt werden. Des Weiteren werden die Selbstständigkeit und das Selbstwertgefühl durch Kinästhetik gesteigert. Patient:innen können zum Teil ihre Unabhängigkeit zurückgewinnen. Dies hat einen positiven Einfluss auf Motivation und Gemütszustand der Patient:innen. Außerdem werden durch die aktive Mitarbeit der Patient:innen auch die Pflegenden körperlich entlastet.
- Lagerung und Positionierung Definition Bei der Lagerung in der Pflege geht es darum, bewegungseingeschränkte Personen beim Positionswechsel beispielsweise im Bett zu unterstützen und sie so zu lagern (im Sinne von „legen“ oder „positionieren“), dass die Position möglichst angenehm und gesund ist. Bei immobilen Personen, die sich nicht mehr allein bewegen können, wird der Transfer weitestgehend ohne Mithilfe des Pflegebedürftigen vollzogen. Als Transfer in der Pflege wird das Hinüberbewegen des Betroffenen von einer Position in eine andere oder von einem Ort zu einem anderen bezeichnet.
- Vorteiler der Positionierung Vorteile des richtigen Lagerns Eine sauber ausgeführte Positionierungstechnik bringt mehrere Vorteile für den Pflegebedürftigen mit sich: Dekubitusprophylaxe: Überprüfen Sie vor jeder Lagerung, ob der Pflegebedürftige Ihnen dabei helfen kann. Vielleicht kann er das Bein eigenständig anheben und Sie müssen hierbei nicht unterstützen. Das spart Ihnen Kraft und bestätigt den Pflegebedürftigen dabei, mithelfen zu können.Verbesserung der Atmung: Einige Lagerungstechniken und Positionen führen zu einer besseren Belüftung der Lungen. Der Patient bekommt besser Luft, wodurch mehr Sauerstoff in seinen Körper gelangt.Schmerzlinderung: Schmerzende Körperstellen können durch Umlagern oder Umsetzen gezielt entlastet werden. Lagerungstechniken sind damit ein wichtiger Baustein der nichtmedikamentösen Schmerztherapie.Nähe und Wohlbefinden: Jede Positionierungsunterstützung verschafft dem Pflegebedürftigen den Kontakt mit einem anderen Menschen. Körperliche Nähe und Zuwendung sind wichtige Elemente in der Pflege. Verstehen Sie deshalb das Lagern nicht nur als Arbeit, sondern auch als eine Form der gemeinsamen Bewegung.
- Atemerleichternde Positionen Lagerungstechniken zur Atemerleichterung Um einer pflegebedürftigen Person die Atmung zu erleichtern, kommen viele Lagerungstechniken zum Einsatz: Allen diesen Positionierungen ist gemeinsam, dass sie die Belüftung von unterschiedlichen Teilen der Lunge erleichtern und mit Hilfe von Kissen relativ schnell herzustellen sind. Stimmen Sie mit dem behandelnden Arzt ab, welche Positionierung und welche Transfers in der Pflege bei dem Betroffenen möglich und empfehlenswert sind. Dabei sollten unbedingt die Grund- und Nebenerkrankungen berücksichtigt werden. Lassen Sie sich auch von Ihrer Pflegefachkraft beraten! Oberkörperhochlagerung: Die Oberkörperhochlagerung erleichtert ganz generell das Atmen. Sie erfordert aber einige Hilfsmittel, um zum Beispiel die Ellenbogen zu stützen, ein Hinunterrutschen zu verhindern und das Anwinkeln der Knie zu erleichtern. VATI-Lagerung: Bei der VATI-Lagerung werden kleine Kissen in unterschiedlicher Formation aufs Bett gelegt und der Pflegebedürftige darauf positioniert. Mal in V-, A-, T- oder I-Form. Abhängig ist die Form der Kissen vom Bereich der Lunge, der gedehnt werden soll. Drehdehnlage: Bei der Drehdehnlage werden die Arme höher gelagert, was den Brustkorb entlastet und so die Atmung erleichtert. Viele bewegungseingeschränkte Menschen können die Drehdehnlage allein erreichen. 90-Grad-Seitenlage: Die 90-Grad-Seitenlage erleichtert das Abhusten beispielsweise von Bronchialsekret. Allerdings sollte sie nicht länger als maximal eine halbe Stunde eingenommen werden, da diese Lagerungsart ein hohes Dekubitusrisiko birgt. Kutschersitz: Der Kutschersitz erleichtert die Atmung, zum Beispiel bei einem Asthmaanfall oder bei COPD. Hier finden Sie eine Anleitung zum Kutschersitz und weitere Atemübungen im Überblick.
- Lagerung bei Dekubitus Lagerungstechniken zur Dekubitusprophylaxe Das Risiko eines Druckgeschwürs, eines Dekubitus, ist bei längerem Liegen oder Sitzen immer gegeben. Deshalb ist es wichtig, druckentlastende Positionierungstechniken in der Altenpflege zu kennen und richtig anzuwenden. Wie auch immer Sie Ihren pflegebedürftigen Angehörigen positionieren – achten Sie darauf, möglichst unterschiedliche Arten der Lagerung bei Dekubitus miteinander zu kombinieren, um abwechselnd Teile des Körpers gezielt zu entlasten.
- Worauf muss geachtet werden bei einer Positionierung? Wenn Sie Ihren Angehörigen umlagern oder umsetzen wollen, sollten Sie vier Dinge beachten: Sicherheit: Achten Sie auf einen sicheren Stand. Entfernen Sie störende und behindernde Gegenstände wie Bücher oder Kissen, die nicht gebraucht werden. Kommunikation: Informieren Sie den Pflegebedürftigen darüber, was Sie im nächsten Schritt vorhaben und wie Sie dabei vorgehen und wie er sich beteiligen kann. Gehen Sie behutsam vor: Zerren Sie nicht am Körper des Pflegebedürftigen. Heben Sie ihn oder einzelne Körperteile vorsichtig an und setzen Sie sie behutsam wieder ab. Hilfe und Hilfsmittel: Nutzen Sie Hilfsmittel, wenn Ihre Kräfte nicht reichen – zum Beispiel ein Rollbrett zum Positionieren von Patienten oder andere Umsetzhilfen und Aufstehhilfen. Holen Sie sich gegebenenfalls Unterstützung und führen Sie den Transfer zu zweit durch.
- Bewegungsstörungen Bewegungsstörungen gehören zu den häufigsten Krankheiten in der Neurologie. Dazu gehören folgende Erkrankungen: Die Parkinson’sche Erkrankung und andere ähnliche Erkrankungen mit einer verminderten Beweglichkeit. Zittererkrankungen (Tremor) wie der erbliche essentielle Tremor, der Intentionstremor bei Kleinhirnerkrankungen und weitere seltenere Tremorsyndrome und Myoklonien (unwillkürliche, irreguläre Muskelzuckungen) Die Dystonien, die fokal oder generalisiert auftreten können. Dazu gehören der Schiefhals (Torticollis spasmodicus) und der Lidkrampf (Blepharospasmus), die aufgabenspezifischen Dystonien (z.B. Schreibkrampf) oder die den ganzen Körper betreffende generalisierten Dystonien. Neurologische Gangstörungen und spastische Lähmungen. Andere Bewegungsstörungen sind Ataxien bei Kleinhirnerkrankungen, die Wilson’sche Krankheit, Chorea Huntington, das Gilles-de-la-Tourette Syndrom. Oft liegt den Erkrankungen eine Störung der so genannten Basalganglien vor. Sie sind für automatische Bewegungen und die Präzision der Willkürbewegungen verantwortlich. Aber auch Störungen anderer Hirnareale wie des Kleinhirns oder des Rückenmarks führen zu Bewegungsstörungen.
- Das deutsche Recht Haftungsrechtliche Regelungen dienen dem Persönlichkeitsschutz der behandlungs-bzw. pflegebedürftigen Menschen. Dies wird im deutschen Recht über zwei verschiede-ne Ansätze gewährleistet. Der zivilrechtliche Rechtsgüterschutz ist motiviert durch dieRegulierung der wirtschaftlichen Folgen schadensstiftender Rechtsgutverletzungen. Der strafrechtliche Schutz dagegen greift bei der Verletzung elementarer Verhaltensregelnund dient der Durchsetzung des Interesses der Gesellschaft und des Staates, dass sich dieMitglieder der Gesellschaft rechtskonform verhalten.
- Haftungsrecht Zivilrecht Schadensersatz· materiell· immateriell Strafrecht Strafe· Freiheitsstrafe· Geldstrafe
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- Vorrausstezungen für eine Haftung Um die Erfüllung der Voraussetzungen für die Strafbarkeit einer Handlung zu prüfen,sind strafrechtliche Sachverhalte grundsätzlich unter den nachfolgenden Gesichtspunkten zu betrachten: 1. Verwirklichung des gesetzlich festgeschriebenen Tatbestands 2. Rechtswidrigkeit(Rechtfertigungsgründe) 3. Schuldfähigkeit Im Rahmen der Tatbestandsmäßigkeit werden Sie subsumieren, ob der Lebenssachver-halt die Kriterien des gesetzlichen Tatbestands erfüllt. Die Rechtswidrigkeit ist in der Re-gel allein durch die Erfüllung des Tatbestands eines Strafgesetzes gegeben. Sie entfälltnur beim Vorhandensein von Rechtfertigungsgründen, nach denen der konkrete Verstoßausnahmsweise gerechtfertigt erscheint, wie z. B. Einwilligung, Notwehr oder Notstand. Im Rahmen der Prüfung der Schuld werden sowohl die Schuldfähigkeit als auch die kon-krete Schuldform (Vorsatz oder Fahrlässigkeit) geprüft.
- Die Kontrakturenprophylaxe -Definition -Folgen Eine Kontraktur ist die Verkürzung eines Gewebes bzw. die Schrumpfung von Gelenkkapseln. Verkürzen können sich z. B. Muskeln, Sehen, Bänder oder Faszien. Die Folge von Kontrakturen sind die Versteifung des betroffenen Gelenkes und somit Funktions- und Bewegungseinschränkungen bzw. Fehlstellungen. Kontrakturen können reversibel oder irreversibel sein, also in manchen Fällen rückgängig gemacht werden. Meistens lassen sich die Gelenke von Betroffenen nur schwer (und schmerzhaft) oder gar nicht mehr bewegen. Damit ist nicht nur der aktive, sondern auch der passive Versuch einer Bewegung gemeint.
- Die Kontrakturenprophylaxe -Einteilung nach Arten der Kontraktur Einteilung nach der Schädigung -arthrogene Kontrakturen durch fehlende Bewegung-neurogene Kontrakturen durch ein erkranktes Nervensystem-tendomyogene / fasziogene Kontrakturen durch Entwicklungsstörungen, Verletzungen oder Entzündungen an Knochen und Gelenken-dermatogene Kontrakturen durch großflächige Narben-psychogene Kontrakturen durch Krankheiten wie z. B. Demenz Einteilung nach der Gelenkfehlstellung Beugekontraktur: An der Gelenkinnenseite sind Sehnen, Bänder, Muskeln, Faszien verkürzt. Das betroffene Körperteil, z. B. der Arm, bleibt gebeugt und kann nicht ausgestreckt werden. Adduktionskontraktur: Das betroffene Körperteil kann nicht mehr vom Körper abgespreizt werden. Z. B. liegt der Arm ganz eng am Körper, was u. a. die Körperhygiene erschwert. Abduktionskontraktur: Das betroffene Körperteil ist abgespreizt, kann also nicht am Körper anliegen. Streckkontraktur: An der Gelenkaußenseite sind Sehnen, Bänder, Muskeln, Faszien verkürzt. Das betroffene Körperteil bleibt gestreckt und kann nicht gebeugt werden. Spitzfußkontraktur: Das Anziehen des Fußes ist nicht mehr möglich, sondern wird nach vorne ausgestreckt. Dadurch kann die betroffene Person nicht mehr auf beiden Füßen stehen. Bei pflegebedürftigen bettlägerigen Menschen ist das die häufigste Kontraktur und zählt zur Kategorie Streckkontraktur. Zu erkennen sind Kontrakturen also an Gelenken, die aktiv und passiv in ihrer Bewegung eingeschränkt, schmerzhaft oder gar nicht zu bewegen sind.
- Die Kontrakturenprophylaxe -Ursachen und Risikofaktoren Ursachen und Risikofaktoren von Kontrakturen Kurz gesagt: Mangelnde oder keine Bewegung! Langfristig wenig Bewegung oder sogar Inaktivität der Gelenke, Bänder, Muskeln, Faszien und Sehnen erhöht das Kontrakturenrisiko enorm. Risikofaktoren sind z. B.: Falsche Lagerung bettlägeriger Personen: Die Folge falscher Lagerung pflegebedürftiger Personen sind meistens Spitzfußkontrakturen. Ursächlich dafür, ist das Verkürzen der Bänder und Sehnen, aufgrund der regelmäßigen Spitzfußstellung. Oft reicht schon das Eigenwicht des Fußes oder der Bettdecke aus, damit der Fuß gestreckt ist. Immobilität: Sitzt eine Person krankheits- oder unfallbedingt im Rollstuhl, ist das Kontrakturenrisiko erhöht. Bewegung ist eingeschränkt oder gar nicht möglich. Gleiches gilt für Schlaganfallpatient*innen, die die Körperteile nicht mehr gezielt ansteuern können. Schmerzen: Schmerzen verursachen eine Schonhaltung. Schmerzt beispielsweise der Arm, versucht die betroffene Person diesen möglichst wenig zu bewegen. Medikamente: Müdigkeit oder Depression können Nebenwirkungen von Medikamenten sein. Die Folge ist mangelnde Bewegung der Betroffenen, weshalb das Kontrakturenrisiko steigt. Krankheiten: Zahlreiche Krankheiten sind mit eingeschränkter oder unmöglicher Bewegung verbunden. Z. B. führen rheumatische Erkrankungen, entzündliche Gelenkerkrankungen, degenerative Gelenkerkrankungen oder Nervenlähmungen zu einem hohen Kontrakturenrisiko.
- Die Kontrakturenprophylaxe -Prophylaxe Defintion -Ziele Kontrakturenprophylaxe: Definition und Allgemeines Kontrakturenprophylaxe meint alle Maßnahmen, um Kontrakturen zu vermeiden. Hauptsächlich wird dies mit Bewegung und Mobilisation versucht zu erreichen. Durchgeführt wird die Kontrakturenprophylaxe meist von Pflegekräften und Physiotherapeut*innen. Ziele der Kontrakturenprophylaxe Ziel der Kontrakturenprophylaxe ist es, Kontrakturen vorzubeugen. Jedoch kann nicht nur versucht werden, die Verkürzung von Muskeln, Sehnen, Bändern oder Faszien zu verhindern, sondern ebenfalls zu minimieren. Die Beweglichkeit der Gelenke soll erhalten bleiben bzw. gefördert werden. Dazu gehört auch das Erkennen von Funktions- und Bewegungseinschränkungen. Denn diese können als Vorstufe von Kontrakturen gesehen werden. Je früher diese erkannt werden, desto eher wird diesen Einschränkungen entgegengewirkt. So kann das Kontrakturenrisiko minimiert werden.
- Die Kontrakturenprophylaxe -Maßnahmen zur Kontrakturenprophylaxe – Kontrakturen vorbeugen und mindern Das Erkennen von Risikofaktoren sollte den ausführenden Personen der Kontrakturenprophylaxe möglich sein. -Das Beobachten von Bewegungsabläufen und Gelenkstellungen, um Bewegungseinschränkungen frühzeitig zu erkennen. -Angemessene Schmerztherapie, um Schonhaltungen bestmöglich zu vermeiden. -Frühmobilisation zum Erhalt der Mobilisation. Diese meint die Mobilisation der Betroffenen innerhalb der ersten 72 Stunden nach dem bewegungseinschränkenden Ereignis (z. B. ein Herzinfarkt oder eine Operation). -Mobilisationsförderung mittels gezielter Übungen -Massieren von Gelenken und Körperteilen -Das Fördern der Eigenbewegung der Betroffenen durch die Pflegekraft. Wenn z. B. (kurze) Spaziergänge möglich sind, sollten diese zum Alltag gehören. Auch kann die Pflegekraft dazu auffordern, das Getränk selbst zu halten oder einen Ball in der Hand zu kneten. Auch können sich die Betroffenen, wenn möglich, aktiv an der eigenen Körperpflege beteiligen. -Um die erwähnte Spitzfußkontraktur zu vermeiden, können bettlägerigen Personen regelmäßig knöchelhohe Schuhe angezogen werden. Für einen aufrechten Fuß, kann auch ein Kissen zwischen den Füßen und dem Fußteil des Bettes gelegt werden. -Die Hände sollten nicht mit gestreckten Fingern aufliegen, sondern leicht gebeugt sein. Dafür kann z. B. ein kleines Tuch zusammengerollt und unter die Handinnenfläche gelegt werden. -Ein Ortswechsel ist ebenfalls von Bedeutung. So kann die Person auf einen Stuhl oder in einen Rollstuhl gesetzt werden. Optional ist der Einsatz von Hilfsmitteln, um Personen zu bewegen bzw. zu transportieren.
- Die Kontrakturenprophylaxe -Assesments -Es gibt kein allgemeines Assesment
- Die Kontrakturenprophylaxe -Formen der Prophylaxe Bewegungsübungen Es werden verschiedene Arten von Bewegungsübungen unterschieden, abhängig vom Anteil, den der Pflegekunde übernimmt: Aktive Übungen: Sie werden vom Betroffenen selbstständig ausgeführt, gegebenenfalls benötigt er eine Aufforderung und Anleitung zur Durchführung. Aktiv-assistierte Übungen: Sie werden vom Betroffenen selbst ausgeführt, wobei er eine Unterstützung durch die Pflegekraft erfährt, die ihm zum Beispiel die Schwere der Extremität abnimmt oder hilft, einen vollständigen Bewegungsausschlag zu erreichen. Passive Übungen: Sie werden vollständig von der Pflegekraft ausgeführt, zum Beispiel bei bewusstlosen, gelähmten oder stark geschwächten Menschen.
- Die Sturzprophylaxe -Definition Sturz Definition SturzEin Sturz ist „ein Ereignis, bei dem eine Person unbeabsichtigt aufdem Boden oder auf einer tieferen Ebene aufkommt“ (DNQP 2013).Der Betroffene muss dabei nicht zwingend zum Liegen kommen, erkann auch sitzen oder hocken.
- Die Sturzprophylaxe -Risikofaktoren und Ursachen Risikofaktoren und Ursachen Personenbezogene Risikofaktoren:• Beeinträchtigung funktionaler Fähigkeiten• Beeinträchtigung sensomotorischer Fähigkeiten und derBalance• Gesundheitsstörungen, die mit Schwindel, kurzzeitigemVerlust des Bewusstseins oder ausgeprägter körperlicherSchwäche einhergehen• kognitive akute und/oder chronische Beeinträchtigungen• Kontinenzprobleme• Sehbeeinträchtigungen• Sturzangst oder Sturz in der Vorgeschichte Medikamentenbezogene Risikofaktoren:• Polypharmazie, psychotrope Medikamente, Antihyper-tensiva Umgebungsbezogene Risikofaktoren:• Gefahren in der Umgebung• falsches Schuhwerk• Veränderungen• freiheitsentziehende Maßnahmen
- Die Kontrakturenprophylaxe -Assesment Sturzrisiko einschätzenDer Expertenstandard empfiehlt keine der für die Pflege ent-wickelten Sturzrisikoskalen (DNQP 2013). Im Vordergrundsollte die systematische Identifizierung der vorliegenden Ri-sikofaktoren bei der pflegerischen Anamnese stehen. Hierzukönnen aufgeführten Risikofaktoren herangezogen werden.
- Die Kontrakturenprophylaxe -Maßnahmen Maßnahmen zur Sturzprophylaxe • Bewegungsabläufe möglichst immer gleich durchführen• Kontinenztraining• auf funktionstüchtige Hilfsmittel achten, z. B. Brille, Hör-gerät• Stolperfallen entfernen, z. B. Kabel, Geräte, Teppiche• Patienten im Umgang mit Protektoren anleiten• auf geeignete Kleidung (z. B. bei Inkontinenz) und geeigne-tes Schuhwerk achten
- Die Sturzprophylaxe -Folgen Folgen von Stürzen -Blaue Flecken, Schürfwunden und leichte Prellungen sind die harmloseren Verletzungen nach einem Sturz. Sie sind schmerzhaft und können kurzfristig die Beweglichkeit beeinträchtigen. In der Regel heilen solche Blessuren jedoch ohne Folgeschäden ab. -War der Gesundheitszustand bereits angeschlagen, besteht jedoch die Gefahr, dass er sich durch die Folgen des Sturzunfalls noch weiter verschlechtert. -Im höheren Lebensalter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem Sturz die Knochen brechen. Das hängt mit der altersbedingt schwindenden Knochendichte zusammen. -Besonders häufig sind Brüche am Handgelenk, im Bereich des Hüftgelenks (Oberschenkelhals) und am Oberarm. Da Heilungsprozesse im Alter verlangsamt sind, kann ein Knochenbruch weitere, u. U. langfristigere Einschränkungen und Komplikationen nach sich ziehen. -So kann es passieren, dass man deutlich länger im Krankenhaus bleiben muss als erwartet und nach einem Bruch von Bein- oder Fußknochen nur sehr langsam wieder mobil wird. Knochenbrüche im Alter -Bei fast jeder zweiten Person ab 60 Jahren kommt es bei einem Sturzunfall auch zum Knochenbruch. -Werden Personen ab 60 Jahren aufgrund eines Sturzunfalls behandelt, ist bei über 40 Prozent von ihnen ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus notwendig. Weniger offensichtlich als die körperlichen Beeinträchtigungen und Schäden durch einen Sturz sind mögliche psychische Belastungen. -Häufig verlieren gerade ältere Sturzpatienten das Selbstvertrauen. Aus Angst vor einem erneuten Sturz haben sie Schwierigkeiten, ihre vorherige Mobilität wiederzuerlangen, schränken ihre Aktivitäten ein und ziehen sich zurück. Teufelskreis aus Sturz und Sturzangst -Nach einem Sturz folgt oft die Angst, erneut zu stürzen. Dadurch werden die Bewegungen unsicherer, mancher vermeidet sogar das Gehen. Das ausbleibende Training führt zu Muskelabbau, nachlassendem Gleichgewichtssinn und noch mehr Unsicherheit. Das erhöht das Risiko, erneut zu stürzen. Jeder weitere Sturz steigert die Sturzangst. Sturzprävention kann dabei helfen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Sturz als Risiko für Pflegebedürftigkeit -Sowohl die körperlichen als auch die psychischen Folgen eines Sturzes können den Ausschlag dafür geben, dass eine eigenständige Lebensführung vorübergehend oder auch langfristig nicht mehr möglich ist. Dann können z. B. Hilfen im Haushalt und bei Einkäufen notwendig werden oder zunehmend Unterstützung beim Anziehen und bei der Körperpflege erforderlich sein. Nicht selten ist ein Sturzunfall der Grund für kurzzeitige oder dauerhafte Pflegebedürftigkeit. Um Leistungen aus der Pflegeversicherung zu erhalten, müssen Versicherte einen Pflegegrad beantragen. Langzeitfolgen von Knochenbrüchen im Alter -Die Hüftfraktur (Oberschenkelhalsbruch) ist der mit Abstand am häufigsten im Krankenhaus behandelte Knochenbruch mit durchaus gravierenden Folgen. Mehr als die Hälfte der Betroffenen ist in der Beweglichkeit erheblich eingeschränkt, 20 Prozent werden danach sogar pflegebedürftig.
- Die Dekubitusprophylaxe -Definition Ob Dekubitalgeschwür, Druckgeschwür, Durchliegegeschwür oder Wundliegen – alle Bezeichnungen beschreiben den sogenannten Dekubitus. -Hierbei ist die Haut und/oder das darunter liegende Gewebe in Folge von anhaltendem Druck auf eine oder mehrere Körperstellen lokal begrenzt geschädigt. -Der Begriff Dekubitus leitet sich vom lateinischen Wort „decumbere“ ab, das auf Deutsch „sich niederlegen“ bedeutet. Seltener begegnet Ihnen die lateinische Schreibweise Decubitus.
- Die Dekubitusprophylaxe -Entstehung Entstehung eines DekubitusJe nach Körperstelle kann das eigene Körpergewicht schon ausreichen, um Kapillaren der Leder- und Unterhaut abzudrücken. Infolgedessen, ist die Minderversorgung von Sauerstoff und Nährstoffen bis hin zur Unterbrechung des Sauerstoffaustausches im Gewebe; hier entsteht ein Dekubitus. Hierbei spielen drei wesentliche Faktoren eine Rolle: -Der Auflagedruck-Die Druckverweildauer-Risikofaktoren Besonders druckgefährdete Stellen des menschlichen Körpers sind vor allem die, wo Knochenvorsprünge aufzuweisen sind. Hier befindet sich nur wenig bis kein muskuläres Gewebe zwischen Haut und darunterliegenden Knochen. Die meist betroffen Stellen sind: • In Rückenlage: Ferse, Ellenbogen, Steißbereich, Hinterkopf und Kreuzbein, Wirbelsäule • In Seitenlage: Ohrmuscheln, Trochander Major, Schultergelenk/Blatt, Knöchel Die am häufigsten auftretenden Arten von Dekubitusgeschwüren sind der Dekubitus sacralis (Dekubitus im Steißbein, Gesäßsbereich) mit ca. 40% und der Dekubitus an der Ferse mit ca. 18% aller Druckgeschwüre.
- Die Dekubitusprophylaxe -Stadien und Symptome Stadien des Dekubitus und seine Symptome Die Wundbeurteilung des Dekubitus richtet sich nach Beteiligung (Tiefe) der einzelnen Gewebsschichten. Dekubitus Grad 1Das Druckgeschwür im Stadium I lässt sich frühzeitig identifizieren. Hier kommt es erstmals zu einer dauerhaft auftretenden und lokal begrenzten Hautrötung, welche sich nicht mehr „wegdrücken“ lässt. Hierbei drückt man den Finger für ein paar Sekunden auf die bereits gerötete Stelle. Wird die Haut direkt nach dem Loslassen nicht deutlich blasser, spricht man von einem Dekubitus Grad I. Die Durchblutung wurde an dieser Stelle unterbrochen und es kommt zur sogenannten Minderversorgung. Die Haut selbst wird jedoch noch als intakt beschrieben. Der Bereich kann als schmerzhaft, härter, weicher oder kälter beschrieben werden. Dekubitus Grad 2In Stadium II ist die Lederhaut betroffen und erste Hautschädigungen, wie bspw. Blasenbildung und Hautabschürfungen mit rot bis rosafarbenen Wundbett, werden sichtbar. Nun besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, insbesondere bei Ablösung der Oberhaut. Dekubitus Grad 3In Stadium III des Dekubitus liegt ein tiefes, offenes Geschwür vor. Die gesamten Hautschichten sind geschädigt, welche bis auf die darunterliegenden Muskeln, Sehnen und Bänder reichen kann. Betroffene leiden an hoher Infektionsanfälligkeit, das Allgemeinbefinden ist stark eingeschränkt und Schmerzen werden als besonders stark empfunden. Dekubitus Grad 4Das Stadium IV zeichnet sich durch völligem Gewebsuntergang mit Nekrosenbildung, sowie Schädigung von Muskelgewebe, Knochen, Sehnen und Gelenkkapseln aus. Außerdem können nun Knochen ersichtlich werden. Entzündungszeichen treten auf und die Gefahr einer Sepsis ist explizit zu beachten.
- Die Dekubitusprophylaxe -Risikofaktoren Risikofaktoren bei einem Dekubitus Sobald Betroffene in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, ist das Risiko für die Entstehung eines Dekubitus erhöht. Klienten, welche nicht mehr in der Lage sind einen Positionswechsel eigenständig durchzuführen, sind einer längeren Einwirkung von Druck auf das Gewebe ausgesetzt. Gründe für Immobilität: -Paresen (Lähmungen) durch Schlaganfall-Arthrose, Arthritis, Rheuma Durch Scherkräfte kommt es zum Verschieben der Hautschichten, wodurch die Durchblutung gestört und nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Scherkräfte sollten besonders beim Transfer, durch ausgewählte Techniken, vermieden werden. Kommt hierzu noch ein beeinträchtigter Hautzustand, steigt die Anfälligkeit massiv. Beeinträchtigungen der Haut: -Hautschäden (rissige, trockene Haut, Pergamenthaut)-Feuchtigkeit (auch durch Inkontinenz verursacht)-Unzureichende Hautpflege im Alter Außerdem wirken sich bestehende Grunderkrankungen, wie Durchblutungsstörungen, verminderte sensorische Wahrnehmung, akute Infekte und bspw. die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus sehr begünstigend auf die Entstehung aus. Besonders adipöse Menschen (Adipositas) sind von einem Dekubitus bedroht, da nur noch wenig oder sehr erschwerte Bewegung stattfindet. Umso höher das Eigengewicht des Körperteils, desto mehr Druck wird aufgebaut. Im Gegensatz dazu, haben Untergewichtige ebenfalls ein erhöhtes Dekubitusrisiko, da knöcherne Strukturen und Haut nicht von einer Fettschicht geschützt werden.
- Die Dekubitisprophylaxe -Assesment Braden-Skala zur prophylaktischen Dekubituspflege -Die Braden-Skala ist ein mehrstufiges Schema, um die Einteilung und Klassifizierung des Dekubitusrisikos bei bettlägerigen und pflegebedürftigen Patienten zu entwickeln. Sie setzt sich aus sechs Kriterien zusammen, die als Risikofaktoren für die Entwicklung eines Dekubitus gelten: Mobilität: Fähigkeit des Patienten, sich eigenständig zu bewegen und selbstständig in eine selbstgewählte Position zu begeben.Aktivität: in welchem Maß der Patient sich selbst mobilisieren und bewegen kann.Krafteinwirkung: Ausmaß der entstehenden Reibungs- und Scherkräfte im Verhältnis zur körperlichen Auflagefläche des Patienten.Sensorik: Fähigkeit des Patienten, Schädigungen der Haut und des Gewebes wahrzunehmen und dem Pflegepersonal mitzuteilen.Ernährung: eine ausgewogene Ernährung verhindert einen schlechten Hautzustand.Feuchtigkeit: in welchem Ausmaß die Haut einem Feuchtigkeits-Milieu ausgesetzt ist und die Keimbildung fortschreitet.
- Die Dekubitusprophylaxe -Therapie Therapie Kam es zur Entstehung eines Dekubitus, muss dieser von fachkundigen Pflegekräften, Ärzten und ggf. Wundexperten behandelt werden. Die Maßnahmen der Therapie werden abhängig vom Grad des Dekubitus beschlossen, wobei die sofortige Druckentlastung die Basis jeder Behandlung ist. Man kann nun zweierlei Therapieformen in Erwägung ziehen. KausaltherapieUnter Kausaltherapie versteht man die fachgerechte Lagerung in intermittierenden Abständen des Patienten. Ziel hierbei ist es, die Wunde von jeglichem Druck zu entlasten, da sonst keine Wundheilung eintreten kann. Hilfsweise dienen Lagerungskissen zur Unterlagerung von Körperteilen (Mikrolagerung), sowie zur Umlagerung des Betroffenen (Makrolagerung), um den gesamten Körper in eine druckentlastende Position zu bringen. Außerdem ist auch der Ernährungszustand zu optimieren. Der Bedarf an Eiweiß und Kalorien ist durch große Wunden stark erhöht. LokaltherapieBei der Lokaltherapie konzentriert man sich speziell auf die Versorgung des Dekubitus. Hier steht die Wundreinigung an erster Stelle. Der Dekubitus wird von Nekrosen, Fibrinbelägen, Fremdkörpern und überschüssigem Exsudat befreit. Beim Verbandswechsel werden moderne, atraumatische Wundauflagen (z.B. PolyMem ) eingesetzt, welche mehrere Tage auf dem Dekubitus verbleiben und nicht mit der Wunde verkleben. Je nach Wundheilungsphase werden verschiedene Wundauflagen für den Dekubitus in Betracht gezogen. Wundheilungsphasen Exsudationsphase-Reinigungsphase Ausschwemmen von Erregern und Stimulation der WundheilungSchaumverbände, polymere multifunktionale Membranverbände, absorbierende Saugkompressen und Wundgele GranulationsphaseBildung von neuem Gewebe und Auffüllen der Wunde. Die Wundexsudation nimmt ab-Schaumverbände, polymere multifunktionale Membranverbände EpithelisierungsphaseDekubitus schließt sich und es beginnt die Bildung von Narbengewebe.Schaumverbände, polymere multifunktionale Membranverbände
- Die Dekubitusprophylaxe -Grundprinzipien Um einen Dekubitus vorzubeugen, kann man eine Vielzahl von prophylaktischen Maßnahmen anwenden. Die Grundprinzipien der Dekubitusprophylaxe lauten: Mobilisation• Lagerung • Druckentlastung • Hautpflege • Durchblutungsförderung • Ernährung
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- Die Dekubitusprophylaxe -Lagerung und Mobilisation Mobilisation und Lagerung zur Dekubitusprophylaxe Zur Mobilisation gehören nicht nur das Aufstehen, sondern auch Bewegungsübungen, welche im Rollstuhl, im Sessel oder im Bett durchgeführt werden können. Gerade bei der morgendlichen Grundpflege können passive Bewegungsübungen eingebaut werden und Betroffene sollten regelmäßig zur Bewegung aktiviert werden. Für Bettlägerige gibt es unterschiedliche Lagerungstechniken. Beim Lagerungsvorgang sollten jedoch Gewebeschonende Lagerungs- und Transfertechniken angewandt werden, um Zug- und Scherkräfte zu vermeiden. Die am häufigsten angewendete Technik ist die 30-Grad Schräglagerung. Diese Lagerung wird als besonders angenehm empfunden, da der Patient zum größten Teil auf seinem Rücken liegen kann. Außerdem verhindert sie bestmöglich entstehende Druckschäden. Die entgegengesetzte Alternative ist die 135-Grad-Lagerung. Hierbei liegt der Betroffene fast auf dem gesamten vorderen Körper (Bauch). Diese Technik nimmt zwar den gesamten Druck der gefährdeten Dekubitusstellen in Rückenlage, jedoch wird diese Lagerung häufig als sehr unangenehm empfunden und dadurch nur auf Wunsch des Betroffenen ausgeführt. Früher kam häufig die 90-Grad Lagerung zum Einsatz, welche jedoch nicht mehr angewandt werden soll, da hier zu viel Gewicht auf die gefährdeten Stellen in Seitenlage einwirkt.Durch das Unterlagern von gefährdeten Körperteilen kann man hier mit Hilfsmitteln, wie kleinen Kissen, Watteverbände, Wasserkissen und Fersenschoner den direkten Druck verringern. Freilagerungen: Diese Position eignet sich besonders gut für die Fersen. Als Lagerungshilfsmittel kann ein einfaches Handtuch dienen, das als Brezel zusammengefaltet wird. Bei der Freilagerung ist darauf zu achten, dass die Ferse vollständig freigelagert ist und kein Druck auf andere Körperstellen ausgeübt wird, z. B. Achillessehnen oder die Blutzirkulation beeinträchtigt werden. Auch sollte darauf geachtet werden, dass das Knie nicht überstreckt ist. Dies kann mit einer Handtuchrolle unter dem Knie leicht vermieden werden.
- Die Dekubitusprophylaxe -Lagerungshilfsmittel Lagerungshilfsmittel Antidekubitus-Hilfsmittel sind: -Kissen-Schaumstoffkeile-Matratzen oder Spezialbetten und sollen dafür sorgen, dass der Druck, der auf gefährdete Hautstellen einwirkt, reduziert wird. Kissen und Keile werden in Kombination mit den Lagerungstechniken eingesetzt. Im Falle von Matratzen kann die Druckreduzierung erreicht werden indem einerseits der Auflagedruck des Körpers auf eine größere Auflagefläche verteilt wird, zum anderen indem man die Dauer, die die Körperstelle dem Druck ausgesetzt ist, einschränkt. Zu diesem Zweck stehen folgende Systeme zur Verfügung: Weichlagerungs-Systeme Wirkprinzip: Vergrößerung der Auflagefläche des Körpers. Je besser sich die Matratzenoberfläche an den Körper anpasst, desto mehr verringert sich die Auflagefläche und damit der Auflagedruck auf einzelne Körperpartien. Für eine optimale Wirkung wird auf andere Lagerungshilfsmittel verzichtet. Die mit diesem System erreichte Weich- oder Superweichlagerung verbessert die Sauerstoffversorgung aller Hautpartien. Möglicher Nachteil von Weich- und Superweichmatratzen ist die Verlangsamung der Feinmotorik. Zudem beeinflussen sie die Selbstwahrnehmung und Spontanbewegung, weshalb bei der Anwendung von Weichlager-Systemen im Vorfeld stets die Vorteile gegen die möglichen Risiken abgewogen werden müssen. Den negativen Auswirkungen kann man mit Techniken zur Förderung der Körperwahrnehmung begegnen, etwa mit Elementen der basalen Stimulation. Wechseldruck-Systeme Wirkprinzip: Druckentlastung Wechseldruckmatratzen bestehen aus kleinteilig angeordneten Luftkissen, die mit Hilfe einer Pumpe abwechselnd mit Luft befüllt bzw. geleert werden. Dadurch findet mehrfach stündlich eine wechselnde Druckentlastung statt. Auch Wechseldruck-Systeme sind nicht uneingeschränkt zu empfehlen: Unerwünschte Begleiterscheinungen können eine Erhöhung des Muskeltonus oder auftretende Spastiken sein.
- Die Dekubitisprophylaxe -Hautpflege Hautpflege zur Dekubitusprophylaxe Die Anfälligkeit für einen Dekubitus steigt außerdem bei einem schlechten Hautzustand. Ist der Hauttugor unzureichend oder die Haut eher spröde, rissig, und trocken, wird hier die Entstehung begünstigt. Die Anfälligkeit für einen Dekubitus steigt außerdem bei einem schlechten Hautzustand. Ist der Hauttugor unzureichend oder die Haut eher spröde, rissig, und trocken, wird hier die Entstehung begünstigt. Eine tägliche Inspektion der Haut auf erste Anzeichen, wie bspw. Rötungen, ist wichtig. Machen sich Rötungen bemerkbar, sollte umgehend der Fingertest durchgeführt werden. Bei der Körperpflege sollten ausschließlich pH-neutrale Seifen und Cremes verwendet werden, da diese eine entfettende und hautschonende Wirkung haben und die Haut somit nicht zusätzlich gereizt wird. Bestenfalls sollte jedoch klares Wasser verwendet werden. Natürliche Zusätze, wie Rosmarin, Pfefferminze wirken besonders belebend, erfrischend und können die Durchblutung anregen. Gibt es schon einen bestehenden Dekubitus, ist es weiterhin wichtig, dass der Wundrand mittels einer speziellen Creme geschützt wird. Diese soll verhindern, dass der Wundrand durch austretende Wundflüssigkeit aufweicht. Eine Mazerierung des Wundrandes würde die Anfälligkeit einer Besiedlung von Keimen erhöhen. Solang der Betroffene kontinent ist und in der Lage ist zur Toilette zu gehen, sollte er dies auch tun oder zumindest in regelmäßigen Abständen dazu aufgefordert oder geführt werden. Kommt die Haut, eventuell sogar über einen längeren Zeitraum, mit Stuhl oder Urin in Kontakt, kommt es zu einer Besiedlung von Bakterien. Nach der Ausscheidung sollten zusätzliche Waschungen erfolgen, um die Keimbesiedlung zu minimieren.
- Die Dekubitisprophylaxe -Ernährung Ernährung zur Dekubitusprophylaxe Ein wichtiger Bestandteil der Dekubitusprophylaxe ist die Ernährung. Der Aufbau des Körpergewebes, sowie die Stoffwechselprozesse basieren auf Ernährung. So kann körpereigenes Gewebe und die Haut intakt gehalten werden. Eine unzureichende Flüssigkeitsaufnahme, sowie Fehl- oder Mangelernährung, können zur Entstehung eines Dekubitus beitragen. Insbesondere ist auf eine ausreichende Eiweißzufuhr, sowie auf die Zufuhr von wichtigen Vitaminen (C, A, Zink, Eisen), zu Außerdem wirkt sich eine hinreichende Eiweißversorgung positiv auf die Wundheilung aus, da der Körper hierbei viel Energie und Zellbaumaterial verbraucht. Defizite sollten mittels der Ernährung, ggfls. auch durch Nahrungsergänzungsmittel, ausgeglichen werden. Durch eine ausreichende H2O-Zufuhr wird die Durchblutung und somit die Nährstoffzufuhr im Gewebe gesteigert. Bei Mangelernährung und Klienten, welche unter Kachexie leiden, haben automatisch einen geringeren Anteil an Fettgewebe. Die Folge ist, dass Knochenvorsprünge weiter herausragen und wenig bis kein Gewebe zwischen Haut und Knochen liegt. Eine ausgewogene Ernährung wirkt sich außerdem unterstützend auf die Immunkompetenz aus und senkt somit Infektionsanfälligkeit.
- Die Dekubitusprophylaxe -Mikro und Makro-Lagerung Als Makrolagerung bezeichnet man Verfahren der Patientenlagerung, die große Lageveränderungen und eine Veränderung des Körperschwerpunktes erzeugen. Bei der 30° Lagerung werden zweiKissen jeweils auf die Hälfte gefaltet undunter den rechten oder linken Teil desRückens und unter das passende Beingeschoben. Die 135° Lagerung ist ratsam bei einembereits vorhandenem Steißbeindekubitus.Dabei werden zwei Kissen jeweils unterden Oberkörper und die entsprechendeUnterkörperhälfte gelegt. Der Betroffenebefindet sich beinahe in Bauchlage Sie werden unterschieden von der Mikrolagerung. Als Mikrolagerung bezeichnet man Verfahren der Patientenlagerung, die mehrere kleinere Lageänderungen des Körpers in kurzem zeitlichen Abstand zur lokalen Druckreduktion nutzen. Dadurch können die erforderlichen Zeitabstände zwischen den Makrolagerungen vergrößert werden. -Eine Mikrolagerung kann beispielweise durch das kurzfristige Unterlegen von gerollten Handtüchern unter das Becken oder eine Schulter erzielt werden. -Darüber hinaus ist der Einsatz von Wechseldruckmatratzen möglich, die den Auflagedruck durch aufblasbare Luftkammern modifizieren.
- Die Dekubitusprophylaxe -Der Fingertest So führen die den Fingertest durch Mit einem Finger wird auf die Hautrötung gedrückt. Entsteht ein weißer Umriss und erscheint der Fingerabdruck nach Loslassen für einen kurzen Moment weiß, ist die Rötung wegdrückbar und damit der Fingertest negativ: Es liegt kein Dekubitus vor, sondern es handelt sich um eine Rötung (allergisch oder entzündlich bedingt) und die Dekubitus-Prophylaxe kann wie gewohnt weiter durchgeführt werden. Ist die Rötung dagegen nicht wegdrückbar und bleibt nach Loslassen bestehen, ist der Fingertest positiv. Aufgrund des Sauerstoffmangels durch Minderdurchblutung kommt es zu einer Übersäuerung im Gewebe, was zu einer Weitstellung der Gefäße führt. Das führt zu stärkerer Durchblutung, erkennbar an einer starken Hautrötung. Dadurch liegt eine druckbedingte Hautschädigung vor. Nun muss ein pflegerisches Handeln durchgeführt werden im Sinne von absoluter Druckentlastung. Der Fingertest ist also die Überprüfung der Dekubitusprophylaxe auf Erfolg und muss entsprechend z. B. im Bewegungsplan dokumentiert werden.
- Die Thromboseprophylaxe -Defintion Die Thrombose ist ein Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel. Am häufigsten entstehen Thrombosen in den Venen im Bein. Wichtige Thrombose-Anzeichen sind Schwellung, Schmerzen und eine rote oder bläuliche Verfärbung der Haut. Auch Fieber ist möglich. Eine Thrombose ist gefährlich, weil sich das Gerinnsel lösen und in andere Organe gespült werden kann.
- Die Thromboseprophylaxe -Symptome Symptome bei einer Thrombose im Bein Thrombosen bilden sich besonders häufig in den großen Venen des Unterschenkels. Denn dort fließt das Blut gegen die Schwerkraft besonders langsam zum Herzen zurück. Die häufigsten Thrombose-Anzeichen sind dann: Schwellung der Wade, oft auch der Knöchelregion und des FußesSchwere- und Spannungsgefühl im UnterschenkelWassereinlagerung (Ödem)Schmerzen im Unterschenkel, manchmal auch im Fuß, Oberschenkel oder in der Leiste, die einem Muskelkater ähneln könnengespannte (glänzende) und bläulich verfärbte HautÜberwärmung des Unterschenkelsstärker sichtbare Hautvenen (sogenannte Warnvenen)leichtes Fieberbeschleunigter Puls
- Die Thromboseprophylaxe -Behandlung Für die Behandlung einer Thrombose bieten sich prinzipiell drei Methoden an: -Kompressionstherapie-Medikamente-Operation Welche Methode zum Einsatz kommt, hängt unter anderem vom Ort ab, an dem sich das Gerinnsel gebildet hat. Oft müssen die verschiedenen Behandlungsansätze auch miteinander kombiniert werden. Das wichtigste Ziel der Thrombose-Behandlung ist es zu verhindern, dass sich das Gerinnsel von der Venenwand ablöst und mit dem Blutstrom in lebenswichtige Organe wandert. Denn dann besteht die Gefahr einer sogenannten Embolie (zum Beispiel einer Lungenembolie). Das Gerinnsel verstopft dabei eine Arterie mit möglicherweise lebensbedrohlichen Folgen. Außerdem sollen langfristige, irreparable Schäden an den betroffenen Blutgefäßen, Extremitäten oder Organen (postthrombotisches Syndrom) vermieden werden.
- Die Thromboseprophylaxe -Hochlagern und Kompression Hochlagerung und Kompression Wichtige Sofortmaßnahmen bei einer frisch aufgetretenen Thrombose in den Extremitäten bestehen darin, das betroffene Bein oder den Arm hochzulagern und einen Kompressionsverband anzulegen. So lässt sich verhindern, dass sich das Blut noch mehr zurückstaut und die Extremität weiter anschwillt. Der Kompressionsverband muss deutlich über den Ort der Thrombose hinausreichen – bei einer Unterschenkelthrombose also bis unter das Knie. Er muss straff sein, um die Venen so stark zusammenzudrücken, dass das Blut in ihnen besser fließt. Allerdings darf er die Extremität an keiner Stelle einschnüren.
- Die Thromboseprophylaxe -Medikamente Thrombose-Behandlung mit Medikamenten Die medikamentöse Thrombosebehandlung soll verhindern, dass das Blutgerinnsel weiterwächst und womöglich in die Lungenarterien geschwemmt wird. Im besten Fall kann das Medikament bewirken, dass körpereigene Stoffe (Enzyme) den Thrombus wieder verkleinern oder sogar ganz aufzulösen. Gerinnungshemmende Medikamente können zudem die Neuentstehung einer Thrombose verhindern.
- Die Thromboseprophylaxe -Akutbehandlung Akutbehandlung der Thrombose Man beginnt die Behandlung der Thrombose mit einer sogenannten Initialen Antikoagulation - unabhängig von der Lokalisation der Thrombose. Diese sollte sofort beginnen, wenn ein Arzt sicher oder mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Thrombose aus Ursache der beschwerden identifiziert hat. Zum Einsatz kommt bei der initialen Antikoagulation meist der Wirkstoff Heparin, der die Blutgerinnung hemmt. Er muss dafür in hoher Dosierung unter die Haut (subkutan) gespritzt oder als Infusion gegeben werden. Denn bei Einnahme über den Mund würde Heparin im Magen-Darm-Trakt zerfallen und dann nicht in die Blutbahn gelangen. Auch der gerinnungshemmende Wirkstoff Fondaparinux kann für die initiale Antikoagulation eingesetzt werden - vor allem dann, wenn Patienten auf eine Heparingabe mit einem lebensgefährlichen Absinken der Zahl der Blutplättchen (= Thrombozyten) reagiert haben. Fondaparinux wird unter die Haut gespritzt. Weitere Wirkstoffe der akuten Thrombose-Behandlung sind die sogenannten DOACs (direkte orale Antikoagulanzien) Rivaroxaban und Apixaban.
- Die Thromboseprophylaxe -Langzeitbehandlung Langzeitbehandlung nach einer Thrombose Im Anschluss – meist nach etwa fünf bis zehn Tagen – erhalten die Patienten ein gerinnungshemmendes Medikament in Tablettenform, um zu verhindern, dass sich ein neues Gerinnsel bildet. Diese sogenannte Erhaltungstherapie wird über drei bis sechs Monate fortgesetzt. Eingesetzt werden dafür sogenannte Vitamin-K-Antagonisten (woe Phenprocoumon, Warfarin). Das sind Gegenspieler des für die Blutgerinnung wichtigen Vitamin K. Die richtige Dosierung dieser Medikamente muss regelmäßig durch Blutkontrollen der Gerinnungswerte überprüft werden! Besteht das Risiko einer erneuten Thrombose, kann die Erhaltungstherapie länger als sechs Monate fortgeführt werden. Das geschieht zum Beispiel bei Patienten, die durch einen Unfall, eine Operation oder eine Schwangerschaft ein temporär erhöhtes Rückfallrisiko haben. Bei Tumorerkrankungen kann das Thrombose-Risiko allerdings auch dauerhaft erhöht sein. Auch dann kann die Erhaltungstherapie länger andauern.
- Die Thromboseprophylaxe -Operation Operative Thrombose-Behandlung Insbesondere bei jungen Patienten, die zum ersten Mal eine Thrombose in einer großen Vene im Bein-Beckenbereich erleiden, kann ein operativer Eingriff die beste Behandlungsoption sein. Dabei versucht der behandelnde Arzt, den Blutpfropf (Thrombus) mithilfe eines Katheters zu fassen und aus der Vene zu ziehen. Ärzte sprechen auch vom "Rekanalisieren", weil mit dem Eingriff ein verstopftes Blutgefäß wieder durchgängig gemacht wird. Die Ärzte prüfen auch, ob in der Vene ein Strömungshindernis besteht, das beseitigt werden kann. Oft wird über den Katheter auch ein Thrombus-auflösendes Medikament gegeben. Diese lokale Form der Thrombose-Behandlung hat bessere Erfolgsquoten und geringere Risiken als die früher häufig eingesetzte systemische Behandlung, bei der sich das Medikament in hoher Dosierung im ganzen Körper verteilen musste. Die Rekanalisationstherapie sollte möglichst früh durchgeführt werden, um das Risiko eines Postthrombotischen Syndroms zu verringern. Mögliche Komplikationen dieser Art der Thrombose-Therapie sind Blutungen, aber auch versehentliche Ablösungen von Gerinnselteilen. Diese könnten dann in der Venenbahn weiter Richtung Herz und dann in den Lungenkreislauf gelangen. In Einzelfällen wird Patienten mit einer Beinvenenthrombose eine Art "Sieb" in die Hohlvene (Vena-cava-Filter) eingesetzt, entweder dauerhaft oder vorübergehend. Es soll verhindern, dass abgelöste Blutgerinnsel in die Lunge geschwemmt werden. Infrage kommt dieser Eingriff etwa bei Patienten, die trotz gerinnungshemmender Medikamente wiederholt eine Lungenembolie erleiden.
- Die Thromboseprophylaxe -Risikofaktoren und Ursachen Thrombose: Ursachen und Risikofaktoren Thrombosen sind Blutgerinnsel, die sich in den Blutgefäßen – fast immer in Venen – bilden. Sie können grundsätzlich drei verschiedene Ursachen haben, die allein oder in Kombination bestehen können:Virchow Trias Strömungshindernisse im Blutgefäß: Schäden/Erkrankungen oder Ablagerungen an der Gefäßwand oder Einengungen der Blutgefäße durch mechanischen Druck von außen (z.B. bei Vernarbungen, Tumoren).langsame Fließgeschwindigkeit: Kann bedingt sein durch krankhaft erweiterte Venen (Krampfadern), die Wirkung der Schwerkraft oder/und eine zu geringe Muskelspannung (bei Immobilität, Lähmungen oder nach Operationen) oder durch Flüssigkeitsmangel (Blut wird dickflüssiger).erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes: bei Erkrankungen des Blutgerinnungssystems, schweren systemischen Erkrankungen (Krebs, Autoimmunerkrankungen), durch Rauchen oder bei Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. die "Pille") als Nebenwirkung.
- Die Thromboseprophylaxe -Reisen und Operationen Reisethrombose und Thrombose nach Operationen Der Blutrückfluss zum Herzen muss in den tiefen Beinvenen gegen die Schwerkraft funktionieren. Dies wird bei gesunden, körperlich aktiven Menschen durch zwei Mechanismen unterstützt: Venenklappen: Sie wirken wie Ventile und lassen das Blut nur in einer Richtung, nämlich zum Herzen, fließen. Muskelpumpe (Muskel-Venen-Pumpe): Durch die Arbeit der (Waden-)Muskulatur werden die Venen im Bein immer wieder kurz komprimiert. Im Zusammenwirken mit den Venenklappen wird so das Blut in Richtung Herz gedrückt.Wenn einer dieser Mechanismen oder sogar beide nicht funktionieren, kann sich der Blutfluss stark verlangsamen - das Thromboserisiko steigt. Die ist zum Beispiel bei langem Sitzen im Auto, Flugzeug oder in der Bahn der Fall. Eine Thrombose in solchen Fällen wird daher auch oft "Reisethrombose" genannt. Auch das stundenlange Sitzen am Computer kann das Thromboserisiko erhöhen. Genauso entfällt nach Verletzungen oder Operationen, nach denen das Bein ruhiggestellt oder generell strikte Bettruhe eingehalten werden muss, die natürliche Wirkung der Muskelpumpe. Da durch jedes Trauma – und dazu gehören im weiteren Sinne auch Operationen – zudem die Gerinnungsbereitschaft des Blutes deutlich ansteigt, ist das Risiko für eine Thrombose nach Operationen stark erhöht.
- Die Thromboseprophylaxe -Diagnose und Untersuchung Thrombose: Diagnose und Untersuchung Bei einer Venenthrombose in einem Bein ist dieses überwärmt und geschwollen. Bestimmte Druckpunkte und Bewegungen lösen Schmerzen aus, was der Arzt (meist ein Facharzt für Innere Medizin) mit einer körperlichen Untersuchung feststellen kann. Typisch sind zum Beispiel: -Wadenschmerzen, wenn die Fußspitze angehoben wird (Homans-Zeichen)-Schmerzen beim Drücken der Wade (Meyer-Zeichen)-Druckschmerz auf der Innenseite des Fußes (Payr-Zeichen)
- Die Thromboseprophylaxe -Diagnostik Bildgebende Diagnostik Darüber hinaus kann eine Ultraschall-Untersuchung den Verschluss von Venen bildlich darstellen. Mit einer Phlebografie (auch: Phlebographie) lassen sich die Blutgefäße auf einer Röntgenaufnahme darstellen. Das Verfahren eignet sich daher gut zur Diagnose einer tiefen Beinvenenthrombose. Dazu wird ein Kontrastmittel in eine oberflächliche Vene auf dem Fußrücken gespritzt. Um sicherzustellen, dass das Kontrastmittel den Weg in die tiefen Beinvenen findet, werden zuvor die Venen nahe der Hautoberfläche mit einer mäßig strammen Bandage abgebunden. Dort, wo eine Thrombose besteht, ist der Fluss des Kontrastmittels unterbrochen oder wirkt "eingeschnürt", was man auf den Röntgenbildern erkennen kann. Ein viel genutztes Untersuchungsverfahren in der Gefäßmedizin ist auch die Computertomografie (CT). Bei diesem Verfahren wird der Körper des Patienten mittels Röntgenstrahlen virtuell in Scheiben geschnitten. Aufgrund der hohen Bilderdichte lassen sich auch Gefäße und Organe darstellen. Diese Methode wird zum Beispiel bei Verdacht auf Thrombosen im Bauch oder einer Sinus-cavernosus-Thrombose im Kopf benutzt. Bei seltenen Formen von Gefäßverschlüssen können weitere Untersuchungen nötig sein, zum Beispiel eine Augenspiegelung (Funduskopie) bei einer Thrombose im Auge.
- Die Thromboseprophylaxe -Verlauf und Prognose Thrombose: Krankheitsverlauf und Prognose Eine Thrombose ist eine sehr schwerwiegende Erkrankung und kann gefährliche Komplikationen nach sich ziehen. Diese entstehen,wenn sich ein Blutgerinnsel löst und zum Herzen wandert, von wo es beispielsweise in die Lunge gelangen und dort ein Gefäß verstopfen kann (Lungenembolie) wenn eine Vene durch einen Thrombus verstopft und dauerhaft geschädigt wird Folge: Postthrombotisches Syndrom Lungenembolie Die Lungenembolie ist eine besonders häufige und lebensbedrohliche Komplikation einer Thrombose. Dabei wird der Thrombus (oder Teile davon) mit dem Blutstrom durch das Venensystem zur rechten Herzkammer und von dort in die Lungenarterien geschwemmt. Verlegt er dort eine große Arterie, wird ein großer Teil der Lunge nicht mehr durchblutet. Er kann dann nicht mehr am Gasaustausch mitwirken, was einen lebensgefährlichen Sauerstoffmangel verursachen kann. Zudem wird die rechte Herzkammer beim Versuch, das Blut gegen den hohen Fließwiderstand ins verstopfte Lungengefäß zu pumpen, übermäßig belastet - ein Rechtsherzversagen kann resultieren. Eine Embolie ist daher immer ein medizinischer Notfall! Postthrombotisches Syndrom Etwa ein Drittel der Patienten mit tiefer Becken- oder Beinvenenthrombose entwickelt ein sogenanntes postthrombotisches Syndrom. Dabei bilden sich Krampfadern aufgrund der gerinnselbedingten Blutabflussstörung, die auch nach Wiedereröffnung der betroffenen Gefäße bestehen bleibt. Durch diese Abflussbehinderung können weitere Gewebeschäden auftreten oder erneute Blutgerinnsel entstehen.
- Die Thromboseprophylaxe -Vorbeugung Thrombose vorbeugen Die beste Thrombose-Prophylaxe (Thrombose-Vorbeugung) besteht darin, die genannten Thrombose-Risikofaktoren zu vermeiden oder zu verringern. So sollte man zum Beispiel auf ausreichend Bewegung achten, besonders auf langen Flugreisen, aber auch bei langen Büro-Arbeitstagen. Außerdem ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Trinken, flüssige Speisen) wichtig, um das Blut dünnflüssig zu halten und so die Bildung eines Gerinnsels zu vermeiden. Thrombose-SpritzenNach einer Verletzung oder Operation oder bei anderer krankheitsbedingter Ruhigstellung kann man mit Medikamenten einer Gerinnselbildung vorbeugen: Tägliche Thrombosespritzen mit Heparin können die Entstehung eines Blutgerinnsels in den meisten Fällen verhindern. Anti-Thrombose-StrümpfeSogenannte Anti-Thrombose-Strümpfe sind spezielle, elastische Strümpfe aus einem hautfreundlichen, dünnen Gewebe, die entweder bis zum Knie reichen, oder sogar über das Knie hinaus den Oberschenkel miterfassen. Durch den leichten Druck, den sie auf die Venen ausüben, fließt das Blut etwas schneller und gleichmäßiger zum Herzen zurück. Insbesondere, wenn Thrombose-Risikofaktoren wie eine Neigung zu Krampfadern bestehen, vor und nach Operationen sowie auf langen Reisen ist das Tragen von Anti-Thrombose-Strümpfen zu empfehlen. Oft können sie helfen, eine Thrombose zu verhindern.