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Forschungsmethoden Seminar (Fach) / MMPI-2 (Lektion)
Hathaway & McKinley (dt.: Engel) (2000). MMPI-2: Minnesota Multiphasic Personality Inventory-2. Bern: Huber. (396€)
NEU: Ben-Porath & Tellegen (2019). MMPI-2-RF: Minnesota Multiphasic Personality Inventory - 2 Restructured Form. Göttingen: Hogrefe.
Diese Lektion wurde von ameliekunow erstellt.
- Was misst der MMPI-2 und wo wird er eingesetzt? - Breitbandverfahren zur Beschreibung wichtiger Persönlichkeitseigenschaften und psychischer Störungen - Ab 18 Jahren, psychiatrische Beurteilungen (NICHT: Personalauswahl, persönlichkeitspsychologische Fragestellungen)
- Wie ist das Konstruktionsprinzip vom MMPI-2? ACHTUNG AUSNAHME IM VERGLEICH ZU ANDEREN TESTS: - external / kriteriumsorientiert - die meisten anderen Tests sind rational (deduktiv) und faktorenanalytisch (induktiv)
- Wie ist der Aufbau des MMPI-2? - 10 Basisskalen: Hypochondrie, Depression, Hysterie, PSychopathie, MAskulinität/Femininität, Paranoia, PSychasthenie, Schizophrenie Hypomanie, Social introversion - 4 Validitätsskalen: Lügen-Skala (L), Seltenheits-Skala (F), Korrektur-Skala (K); Weiß-nicht-Skala + neu dazu, deswegen hat der Test auch 567 Items: müssen wir nicht können! - 15 Inhaltsskalen (Angst, Phobien, Zwanghaftigkeit, Depression, Körperbeschwerden, bizarre Angaben, Ärger, Zynismus, Antisoziales Verhalten, Typ A, negatives Selbstwertgefühl, soziales Unbehagen, familiäre Probleme, berufliche Probleme, negative Behandlungsindikatoren) - Zusatzskalen (traditionelle Zusatzskalen: Angst, Verdrängung, Ich-Stärke, revidierte MacAndrew Alkoholismus-Skala / weitere Zusatzskalen: überkontrollierte Feindseligkeit, Dominanz, soziale Verantwortung, psychische Probleme von Studierenden, Geschlechtsrollen-Skalen, Skalen für Posttraumatische Belastungsstörungen, Eheproblem-Skala, Suchtpotential, Suchteingeständnis)
- Welche Validitätsskalen gibt es beim MMPI-2 und was messen sie? 4 Validitätsskalen I. L-(Lügen-)Skala: 15 Items; Antworttendenzen im Sinne sozialer Erwünschtheit; rational konstruiert; „Manchmal möchte ich am liebsten fluchen.“ II. F-(Seltenheits-)Skala: 60 Items; Beantwortung von Items in eine Richtung, in die diese nur selten beantwortet werden; Konstruktion aufgrund statistischer Kennwerte in Normstichprobe; „Jemand hat versucht mich zu vergiften.“ III. K-(Korrektur-)Skala: 30 Items; zurückhaltende, defensive Haltung; Leugnung u. Abwehr von Symptomen od. Problemen; external konstruiert; „Kritik oder Schelten verletzen mich sehr stark.“ IV. Weiß-Nicht-Skala: ungültige/unbeantwortete Items --> Interpretierbarkeit des Profils bestimmen
- Wie läuft die Auswertung vom MMPI-2 ab? - Rohwerte mit SPSS-Syntax auszählen, in Tabelle mit Korrekturskala (K) verrechnen - t-Werte ablesen - Konfidenzintervall mit Formel (SD=10) berechnen - Interpretation - kritische Differenz berechnen (weil wir nicht wissen, ob die Unterschiede signifikant sind) --> Problem: wir können nur sehr schwer einen Unterschied nachweisen, da die kritische Differenz hoch ist (liegt an schlechter Reliabilität= 0.6, obwohl wir 0.8 wollen)
- Bewerten sie den MMPI-2. Objektivität: - Durchführungs- und Auswertungsobjektivität gegeben - Interpretationsobjektivität? (Items schlecht beschrieben, es gibt keine klinische Vergleichsgruppe) Reliabilität: - Interne Konsistenz: bei Frauen und Männern so meh bis gut - Retest-Reliabilität (10 Tage): gut Validität: - zur Erfassung von psychischen Störungen nicht inhaltsvalide, da wir heutzutage schon DSM-5/ICD-10 haben - Inhaltsval.: fehlende Orientierung an aktuellen Diagnosekriterien - Konstruktval.: Faktorenanalyse für Basis- und Validitätsskalen; keine weiteren Angaben im Manual (auf umfangreiche Literatur verwiesen) - Kriteriumsval.: keine Angaben im Manual (auf umfangreiche Literatur verwiesen)
- Nennen Sie Pro und Contra zum MMPI-2. Pro· externale Konstruktion bzw. Kombination unterschiedlicher Konstruktionsprinzipien mit dem gleichen Itempool · breit gefächerter Messbereich im klinisch-psychologischen Bereich · weltweite Verbreitung Contra · Konstruktion basiert auf veralteten diagnostischen Kriterien: kein Bezug zu ICD/DSM · Verwendung der Validitätsskalen hat keine empirische Basis nur an nichtklinischer „Normal“-Stichprobe normiert
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