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Sozialpsychologie (Fach) / Zusammenfassung (Lektion)
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- Stereotype StereotypeVerallgemeinerungen über eine Gruppe von Menschen hinweg; man schreibt allen Mitgliedern dieser Gruppe dieselben Eigenschaften und Merkmale zu, ohne zu beachten, dass zwischen den Mitgliedern Unterschiede bestehen können. è Vereinfachung & Orientierungshilfe Aber:Häufig sind die vorschnellen Einordnungen falsch, da subjektive Annahmen und Eigenschaftszuschreibungen.Stereotype haben kognitiven (gedanklichen) Charakter.Sie können positiv, negativ oder neutral sein. è Verallgemeinernde Zuschreibung bestimmter Eigenschaften und Merkmale auf alle Mitglieder einer Gruppe. (Alle Italiener lieben Espresso und Eis)
- Vorurteil Ablehnende Haltung bzw. negative Emotionen (affektiv) gegenüber Personen, die allein deshalb bestehen, weil diese Personen einer bestimmten Gruppe angehören. Vorurteile haben eine kognitive (gedankliche, bewertende) und eine affektive Komponente. Die affektive Komponente steht im Vordergrund.
- Diskriminierung Wenn ein Vorurteil verhaltenswirksam wird. Es kommt zu abwertendem bzw. unfairem Verhalten gegenüber einer Person/Gruppe, allein aufgrund deren Gruppenzugehörigkeit. Feindselig, abwertend. Diskriminierung ist der verhaltensbezogene Ausdruck von Stereotypen oder Vorurteilen.
- Die vorurteilende Person Konzept der Autoritären Persönlichkeit, Adorno, Frenkel-Brunswik, Levinson & Stanford, 1950)„The Nature of Prejudice“ – Allport 1954 Forschung zum autoritären Charakter – wichtigste Ursprünge der modernen VorurteilsforschungGenerell haben diese Personen eine Neigung, Fremdgruppen (out-groups) misstrauisch zu bewerten und abzuwerten. Personen mit einer niedrigen Ambiguitätstoleranz (need for closure – Wunsch nach Klaheit) suchen in ihre Umwelt nach Klarheit und Ordnung. Eine stark ausgeprägte Form dieses Klarheitsbedürfnisses zeigt sich im essenzialistischen Denken -> Menschen der selben Gruppe werden als Menschen ‚von derselben Essenz’ wahrgenommen – man unterstellt ihnen dasselbe unveränderbare Wesen. „Wir sagen das eine und empfinden bzw. tun das Gegenteil.“Messungen von Stereotypen und Vorurteilen- direkt (durch Befragung)- indirekt (Personen wissen nicht worum es geht)4 verschiedene Messparadigmen – HEUTE
- Bogus Pipepline (Jones & Sigall, 1971) fingierter Lügendetektor - der gemessenen Person wird glaubhaft gemacht, man könne das Ausmaß und die Richtung ihrer Einstellung messen- so werden Verzerrungen durch falsche bzw. erwünschte Antworten reduziert- in dieser Situation sind die Antworten ehrlicher/wahrhaftiger
- 4 verschiedene Messparadigmen – HEUTE Bogus Pipepline (Jones & Sigall, 1971)- fingierter Lügendetektor - der gemessenen Person wird glaubhaft gemacht, man könne das Ausmaß und die Richtung ihrer Einstellung messen- so werden Verzerrungen durch falsche bzw. erwünschte Antworten reduziert- in dieser Situation sind die Antworten ehrlicher/wahrhaftiger Verdeckte Beobachtung- Personen sind sich nicht bewusst, dass sie gemessen werden - Vorurteile werden erfasst, ohne dass dies thematisiert wirdPhysiologische Reaktionen werde erfasst- Vorurteile können sich in den spontanen Körperreaktionen zeigen- Diese werden erfasst Messung impliziter Assoziationen- impliziter Assoziationstest (IAT)- Annahme: implizite Einstellungen beruhen auf automatischen Bewertungsprozessen (die der Person nicht bewusst zugänglich sind)- Man misst hier implizite Einstellungen, indem man die automatischen Bewertungsprozesse erfasst -> es wird die Assoziation zwischen einer bestimmten Objektkategorie (z.B. Herkunft, Glaube) und deren affektiven Bewertung (positiv oder negativ) bestimmt -> daraus leitet man ab, in welchem Ausmaß ein bestimmtes Stereotyp bzw. Vorurteil von der getesteten Person geteilt wird
- Idee des IAT: Personen mit Vorurteilen gegenüber einer bestimmten Fremdgruppe reagieren bei einer Verknüpfung von positiven Begriffen mit der entsprechenden Fremdgruppe langsamer als wenn negative Begriffe mit dieser Fremdgruppe verknüpft werden. Dies setzt man in Bezug zur Verknüpfung positiver und negativer Begriffe mit der eigenen Gruppe. Implizierter Assoziationstest - Computertest,welcher sehr schnell durchgeführt werden Es gibt 5 Stufen - wird mit hilfe der Tastatur durchgeführt 5 Stufe ist vertauscht
- Aktivierung und Anwendung von Stereotypen Automatische Aktivierung versus bewusste Regulierung è Messmethode IAT teilt die Grundannahme mit den meisten sozialpsychologischen Theorien: viele Reiz-Reaktions-Verbindungen laufen so automatisch ab, dass sich ein Verhalten einstellen kann, ohne dass der auslösende Reiz bewusst verarbeitet und bewertet wird. Automatische Reaktionen: System 1è schnelles Handeln (Vorteil in vertrauten Situationen)è bei Stereotypen und Vorurteilen: ist das gewohnte Verhalten oft unfair, sozial nicht geduldet und möglicherweise sogar gefährlichè ohne großen kognitiven Aufwand Bewusste Regulierung: System 2è Neokortex è Überwacht die Funktionen von System 1è Korrigiert falls notwendig Verhalten von System 1è Kontroll- & Steuerungsinstanz è Hoher kognitiver Aufwand -> komplexes Denken des Menschen è durch das System 2 können Fehleinschätzungen korrigiert und Vorbehalte abgebaut werdenUnterdrückung stereotyper Gedankeninhalte und ihre FolgenREBOUND EFFEKT- System 2 kann nur kurzfristig agieren- Seine Ressourcen erneuern sich nur langsam è Vorurteile werden oft dann stark ausgedrückt, wenn sie vorher aktiv unterdrückt wurdenè Klinischer Kontext: Rebound-Effekt ist stark bei Gedankenzwängen vorhanden; ebenso bei Essstörungen und Suchterkrankungen
- STROOP-TEST Wenn Vorurteile reguliert werden, können auch andere Aktivitäten, die Konzentration erfordern, beeinträchtigt werden. -> Stroop-EffektDieser zeigt, dass es bei bestimmten Aufgaben zu kognitiven Verarbeitungskonflikten kommt -> erfordert eine stärkere Aufmerksamkeitsleistung -> führt zu längeren Antwortzeiten -> dies kann mit dem Stroop-Test gezeigt werden (Druckfarbe von bestimmten Farbwörtern soll benannt werden – Wort ‚Gelb’ wird in Grün gezeigt -> folglich muss die Antwort ‚Grün’ lauten)Müssen Vorurteile aktiv reguliert bzw. unterdrückt werden, geht dies zu Lasten anderer Aufgaben. Starke kognitive Beanspruchung des Systems 2:- reduziert die grundsätzliche Wahrscheinlichkeit zur Aktivierung von Vorurteilen- erhöht die Wahrscheinlichkeit zur Anwendung von Vorurteilen, wenn diese bereits aktiviert worden sind Bewusste Regulationsstrategien von Vorurteilen (System 2!) können bei ausreichender Wiederholung und Übung automatisiert und so in System 1 integriert werden.è Automatisierung der Kontrolle von VorurteilenKontakthypothese zur Reduktion von Vorurteilen (Allport, 1954)Je häufiger und intensiver der Kontakt zwischen Mitgliedern unterschiedlicher Gruppen ist, desto geringer werden in beiden Gruppen die Vorurteile gegenüber Mitgliedern der jesweils anderen Gruppe.
- Aversiver Rassismus – Wollen und Tun sind zwei Paar Schuhe Dualität von nach außen vertretenen Ansichten (tolerant, offen) und den tatsächlich bestehenden Vorurteilen (die sich in Diskriminierung äußern können) = aversiver Rassismus (Gaertner und Dovidio, 1986)- Unbewusst und subtil ausgelebter Rassismus (heute noch oft zu finden)Kennzeichen:- Streben nach vorurteilsfreier bzw. toleranter Außenwirkung- Negative Gefühle gegenüber der jeweiligen ethnischen Gruppe- Subtile Diskriminierung è auf kognitiver Ebene sind sämtliche Vorurteile ausgeräumt è auf emotionaler Ebene bestehen sie jedoch weiter
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- Stereotype Threat – Bedrohung durch Stereotype Stereptype-Threat-Effekt untersucht die Auswirkung von Stereotypen auf Personen, die stereotypisiert werden- Opfer-Perspektive Phänomen:Aus Angst ein bestimmtes Stereotyp zu bestätigen, verhalten sich Menschen erst recht entsprechend dieses Stereotyps. (Self-Fulfilling-Prophecy – Selbsterfüllnede Prophezeiung)Stereotype threat = Bedrohung durch Stereotype (Steele und Aronson, 1995)
- Prozessklärung – wie kommt es vom Stereotyp zu Leistungseinbußen? 3 Mechanismen -> die zu einer Beeinträchtigung des Arbeitsgedächtnisses = geringerer Leistung führen1. körperliche Stressreaktion (akuter Stress führt bei schwierigen Aufgaben zu einer Beeinträchtigung des Arbeitsgedächtnisses)2. Aktives Selbst-Monitoring auf die eigene Leistungsfähigkeit reduziert die Fähigkeiten zur automatischen Verarbeitung von Informationen -> Leistungseinbußen (zu viel Aufmerksamkeit auf die eigene Person gerichtet)3. Umgang mit negativen Gedanken bzw. Gefühlen (Stereotypisierung löst negative Gedanken und Gefühle aus; deren Unterdrückung verbraucht kognitive Ressourcen -> die dann bei der eigentlichen Aufgabe fehlen)Reduzieren von Leistungseinbußen durch Stereotype Threat:- indem man Intelligenz als veränderbar ansieht (du musst nicht ‚dumm’ bleiben, nur weil man es dir so vermittelt hat; Intelligenz kann man trainieren)- indem man Leistungsdefizite external attribuiert = indem man nicht sich selbst, sondern äußere Umstände verantwortlich macht
- Gruppenprozesse und soziale Identität Tendenz von Gruppen: mit anderen Gruppen zu rivalisieren bzw. sie systematisch abzuwertenTheorie der sozialen Identität befasst sich mit dem Erleben und Verhalten von Menschen in Gruppenkontexten sowie dem Intergruppenverhalten (zwischen den Gruppen untereinander). Erklärung von Intergruppendiskriminierung:Theorie des realistischen Gruppenkonflikts -> Knappheit an Ressourcen kann zu Streit, Vorurteilen und Diskriminierung führen. (Sherif, 1966)
- Theorie der sozialen Identität (Tajfel und Turner 1979/1986) The social identity theory of intergroup behavoirTheorie entstand, um die Diskriminierung zwischen verschiedenen Gruppen und die damit verbundenen psychologischen Prozesse zu verstehen. Ziel der maximalen Differenz = Gruppen sind bestrebt, sich von anderen Gruppen positiv abzuheben (positive soziale Distinktheit) = Effekt der Intergruppendiskriminierung Positive Distinktheit:Durch Aufwertung der Eigengruppe. Durch Abwertung der Fremdgruppe. Psychologischer Grund: Menschen wollen ihren Selbstwert beibehalten oder nach Möglichkeit steigern.Und sie leiten ihren Selbstwert aus ihren Gruppenzugehörigkeiten ab. Grundlegende Annahmen der Theorie der sozialen Identität (social identity theory SIT)- personale Identität bildet das Wissen um die eigene Person ab- soziale Vergleich läuft auf der Ebene Ich vs. Du ab- im Modus der sozialen Identität laufen Vergleiche nicht auf Individualebene ab, sondern auf Gruppenebene (wir vs. ihr)- im Wir-Modus kommt es zu einer Depersonalisierung gegenüber Eigen- und Fremdgruppenmitgliedern (Homogenität)- im Ich-Modus stehen die individuellen Persönlichkeitsmerkmale im Vordergrund (Heterogenität)è beide Modi können nicht gleichzeitig wirken – einer ist immer dominantDefinition Soziale Identität:Bezeichnet die persönliche Wahrnehmung, selbst zu einer bestimmten Gruppe bzw. spzialen Kategorie zu gehören, wobei diese Zugehörigkeit mit einem bestimmten affektiven und evaluativen Wert assoziiert sein muss.
- STROOP-TEST Wenn Vorurteile reguliert werden, können auch andere Aktivitäten, die Konzentration erfordern, beeinträchtigt werden. -> Stroop-EffektDieser zeigt, dass es bei bestimmten Aufgaben zu kognitiven Verarbeitungskonflikten kommt -> erfordert eine stärkere Aufmerksamkeitsleistung -> führt zu längeren Antwortzeiten -> dies kann mit dem Stroop-Test gezeigt werden (Druckfarbe von bestimmten Farbwörtern soll benannt werden – Wort ‚Gelb’ wird in Grün gezeigt -> folglich muss die Antwort ‚Grün’ lauten)Müssen Vorurteile aktiv reguliert bzw. unterdrückt werden, geht dies zu Lasten anderer Aufgaben. Starke kognitive Beanspruchung des Systems 2:- reduziert die grundsätzliche Wahrscheinlichkeit zur Aktivierung von Vorurteilen- erhöht die Wahrscheinlichkeit zur Anwendung von Vorurteilen, wenn diese bereits aktiviert worden sind Bewusste Regulationsstrategien von Vorurteilen (System 2!) können bei ausreichender Wiederholung und Übung automatisiert und so in System 1 integriert werden.è Automatisierung der Kontrolle von Vorurteilen
- Kontakthypothese zur Reduktion von Vorurteilen (Allport, 1954) Je häufiger und intensiver der Kontakt zwischen Mitgliedern unterschiedlicher Gruppen ist, desto geringer werden in beiden Gruppen die Vorurteile gegenüber Mitgliedern der jesweils anderen Gruppe.
- Aversiver Rassismus – Wollen und Tun sind zwei Paar Schuhe Dualität von nach außen vertretenen Ansichten (tolerant, offen) und den tatsächlich bestehenden Vorurteilen (die sich in Diskriminierung äußern können) = aversiver Rassismus (Gaertner und Dovidio, 1986)- Unbewusst und subtil ausgelebter Rassismus (heute noch oft zu finden)Kennzeichen:- Streben nach vorurteilsfreier bzw. toleranter Außenwirkung- Negative Gefühle gegenüber der jeweiligen ethnischen Gruppe- Subtile Diskriminierung è auf kognitiver Ebene sind sämtliche Vorurteile ausgeräumt è auf emotionaler Ebene bestehen sie jedoch weiter
- Stereotype Threat – Bedrohung durch Stereotype Stereptype-Threat-Effekt untersucht die Auswirkung von Stereotypen auf Personen, die stereotypisiert werden- Opfer-Perspektive Phänomen:Aus Angst ein bestimmtes Stereotyp zu bestätigen, verhalten sich Menschen erst recht entsprechend dieses Stereotyps. (Self-Fulfilling-Prophecy – Selbsterfüllnede Prophezeiung)Stereotype threat = Bedrohung durch Stereotype (Steele und Aronson, 1995)
- Prozessklärung – wie kommt es vom Stereotyp zu Leistungseinbußen? 3 Mechanismen -> die zu einer Beeinträchtigung des Arbeitsgedächtnisses = geringerer Leistung führen1. körperliche Stressreaktion (akuter Stress führt bei schwierigen Aufgaben zu einer Beeinträchtigung des Arbeitsgedächtnisses)2. Aktives Selbst-Monitoring auf die eigene Leistungsfähigkeit reduziert die Fähigkeiten zur automatischen Verarbeitung von Informationen -> Leistungseinbußen (zu viel Aufmerksamkeit auf die eigene Person gerichtet)3. Umgang mit negativen Gedanken bzw. Gefühlen (Stereotypisierung löst negative Gedanken und Gefühle aus; deren Unterdrückung verbraucht kognitive Ressourcen -> die dann bei der eigentlichen Aufgabe fehlen)Reduzieren von Leistungseinbußen durch Stereotype Threat:- indem man Intelligenz als veränderbar ansieht (du musst nicht ‚dumm’ bleiben, nur weil man es dir so vermittelt hat; Intelligenz kann man trainieren)- indem man Leistungsdefizite external attribuiert = indem man nicht sich selbst, sondern äußere Umstände verantwortlich macht
- Definition Soziale Identität: Bezeichnet die persönliche Wahrnehmung, selbst zu einer bestimmten Gruppe bzw. spzialen Kategorie zu gehören, wobei diese Zugehörigkeit mit einem bestimmten affektiven und evaluativen Wert assoziiert sein muss.
- Interaktionsformen zwischen Gruppen Wesentliche Grundannahmen der Theorie:1. Streben nach positivem Selbstwert2. Mitgliedschaft in einer sozialen Gruppe kann sowohl positiv als auch negativ behaftet sein (beidseitige Valenz) – je nachdem wie das Individuum die eigene Gruppe bewertet3. Bewertung der eigenen Gruppe im Vergleich zu anderen Gruppen (positive Differenz zwischen Eigen- und Fremdgruppe führt zu einem hohen eigenen Status – negative Differenz zu einem niedrigen Status)
- 3 Möglichkeiten, wie individuelle Personen im Rahmen von sozialen Kategorien strategisch handeln können: Soziale Mobilität:Wie leicht oder wie schwer eine Person von einer zur anderen Gruppe wechseln kann-> Motiv und Versuch zu wechseln Soziale Kreativität:Umbewertungsprozesse – wenn einer Person der Wechseln in eine statushöhere Gruppe verweigert wird -> dann werden positive Aspekte der statusniedrigeren Gruppe stärker kognitiv betont Sozialer Wettbewerb:Tritt dann auf, wenn ein sozialer Konflikt zwischen zwei Gruppen vorliegt. Führt in der Regel zur Aufwertung der eigenen Gruppe und/oder Abwertung der Fremdgruppe.
- Anwendungsbereiche der Theorie der sozialen Identität in verschiedenen Kontexten Anwendung- Organisationspsychologie -> kann sie organisationales Verhalten und entsprechende Prozesse erklären (Gelingen und Scheitern von Unternehmensfusionen)- Dient der Erklärung vieler gesellschaftlicher Probleme wie Krieg, Rassismus und Diskriminierung - Es werden sowohl das Individuum , die Gruppe als auch die Interaktion aus beiden Komponenten für die Analyse herangezogenExkurs Organisation:= große Gruppen von Menschen mit vielen kleinen Untergruppen (Abteilungen)
- Selbstkategorisierungstheorie è im Vordergrund stehen gruppenspezifische Merkmale (Mensch als Teil der Gruppe)è erhöhte Salienz (Betonung) der sozialen Identität -> erhöht die Wahrnehmung von Ähnlichkeit mit anderen Mitgliedern der eigenen Gruppe -> Ingroup-Konsens = Übereinstimmung innerhalb der eigenen Gruppe = Ingroup-Homogeneityè Kategorisierung in Gruppen erfolgt spontan und ist stark abhängig vom sozialen Kontext è Damit es zu einer Kategorisierung kommt, ist es wichtig, die jeweilige Kategorie überhaupt wahrzunehmen -> und sich dieser subjektiv ähnlich zu fühlen Individuum fühlt sich als Gruppenmitglied – Schwächung der eigenen Identität im Zuge der Depersonalisierung -> kann es zu Sekbststereotypisierung kommen è Selbstkategorisierungsprozesse bestimmen die Art und Enge der Beziehungen, die Menschen zu Personen in der Eigen- und Fremdgruppe habenMitglied einer Gruppe werden:- Gruppennormen werden zunächst gelernt + verinnerlicht- Dann später aktiv reproduziert
- Psychologie der Masse (Gustave Le Bon, 1895) Massengeist, der ganz andere Ziele verfolgt, als die einzelnen Individuen persönlich verfolgen würden- Seine Sicht war sehr negativ -> durch Irritation, Impulsivität und übersteigerte Emotionalität geprägt
- Freud und massenpsychologische Konzepte Freud 1921, 1960 ähnelt der Sicht Le Bons – aber weniger negativ- Durchaus auch schöpferische Kräfte der Masse -> wie z.B. gemeinsame Spracheè moderne Theorien widersprechen dem ‚Massengeist’è hier wird postuliert: Einfluss von Gruppen auf das individuelle Erleben hat entweder normativen oder informationalen Charakternormativ:Mitgliedschaft in einer Gruppe führt dazu, dass Personen sich in ihren Einstellungen, Meinungen und Verhaltensweisen der Gruppe anpassenIst dadurch gekennzeichnet, dass der Wunsch nach sozialer Anerkennung und die Vermeidung negativer Sanktionen durch die Gruppe vorherrscht.informational:Gruppen werden mehr oder weniger rational genutzt, um unsichere soziale Situationen besser und objektiver einschätzen zu können -> Gruppen dienen also als Informationsquelle (vier Augen sehen mehr als zwei)-> ist gekennzeichnet dadurch, zu korrekten Einstellungen und Wahrnehmungen zu gelangen
- Ambivalenz von Gruppen Positive und negative Merkmale Positive Merkmale:- Gruppenmitglieder fühlen sich besser wegen der besonders guten Leistung ihrer eigenen Gruppe (basking in reflected glory)- Steigerung des eigenen Selbstwertes durch Gruppenzugehöorigkeit - Gruppenleistungen sind oft besser als Einzelleistungen – Ansporn untereinander zu besserer Leistung - Sozialer Vergleich erhöht die Leistung des Individuums innerhalb der Gruppe –Anwesenheit anderer Personen wirkt sich positiv auf die Leistungsbereitschaft aus- Soziale Erleichterung (social facilitation) Verbesserung der individuellen Leistungsfähigkeit in Gegenwart anderer, wenn es sich um einfache Aufgaben handelt und die Einzelleistung messbar ist. Im Gegenzug: Leistung sinkt bei schwierigen Aufgaben ohne individuelle Messbarkeit.- Informationaler Einfluss von Gruppen – viele wissen mehr als einer Negative Merkmale:- soziales Faulenzen (weniger ängstlich, wenn die Gruppenleistung anstatt die Eigenleistung berwertet wird)- faul, weil mehrere mit einer Aufgabe betraut sind – entspanntes Zurücklehnen –nach dem Motto: einer wird es schon richten- Ist die Einzelleistung nicht messbar, so führt für Gegenwart anderer zu einer Leistungsverschlechterung bei einfachen Aufgaben -> zu einer Verbesserung bei schwierigen Aufgaben => soziales Faulenzen- Soziales Faulenzen führt zu Prozessverlusten -> Gesamtleistung einer Gruppe liegt unter ihrem eigenen Leistungsniveau- Hidden-Profiles (geteilte Informationen) -> einzelne Gruppenmitglieder sind nicht auf demselben Informationsstand -> kann zu Prozessverlusten führen (manche halten wichtige Infos zurück – teilen sie nicht)- Gruppendenken (groupthink) -> bei einer Entscheidungssituation sind die einheitliche Meinung, Konformität und Angepasstheit wichtiger, als eine objektive und neutrale Betrachtung bestimmter relevanter Tatsachen Nicht leistungsbezogene negative Folgen:- Deindividuierung – Schutz der Masse - Als Einzelner in der Masse enthemmt - Hier wird normorientiertes Verhalten zugunsten von gewalttätigem Verhalten aufgegeben- Saliente Gruppennormen sind entscheidend, ob sich die Masse positiv oder negativ verhält Verbesserung von Intergruppenbeziehungen _ wichtiges Ziel der SP
- Kontakthypothese (Allport, 1954) Bedingungen: - gleicher Status beider Gruppen- gemeinsames Ziel- festgelegte Normen- häufiger Kontakt zu FrendgruppenmitgliedernWeiterentwicklung der Hypothese- Dekategorisierung- Reketagorisierung- Kombination aus De- und Rekategorisierung è 3 zentrale Ansätze 1. DekategorisierungReduktion salienter sozialer Kategorien – führt zu einer verstärkten Wahrnehmung von Individualität2. RekategorisierungBildung einer übergeordneten Gruppe aus zwei rivalisierenden Gruppen.3. Wechselseitige Differenzierung Die Möglichkeit zweier rivalisierender Gruppen eine eigene positive Identität zu entwickeln (Abmilderung des sozialen Wettbewerbs)
- Definition Sozialer Einfluss zentraler Bereich der SPDefinition:Wirkung einer Person oder einer Personengruppe auf die Gefühle, Gedanken und das Verhalten einer anderen Person (bzw. Gruppe). Wirkungsquelle kann eine tatsächlich anwesende, eine implizit anwesende oder nur eine vorgestellte Person sein. Je nach Art des zugrundeliegenden Motivs unterteilt man in normativen und informationalen sozialen Einfluss. Normativer sozialer Einfluss:Individuum richtet sich nach der Mehrheit, um negative Sanktionen durch die Gruppe zu vermeiden. Orientierung an der Gruppennorm ist hier zentral.Informatinaler Einfluss:Individuum nutzt die Mehrheit als nützliche Informationsquelle. (z.B. Publikumsjoker beim Quizz)
- Autokinetischer Effekt (Sherif, 1935) optische Täuschung, die dann auftritt, wenn das menschliche Auge keinen zweiten visuellen Referenzpunkt hatè Unsicherheit über das eigene Urteil in der Einzelphase -> Gruppe in der zweiten Phase dient als Informationsquelle -> die daraus resultierenden Gruppennormen werden verinnerlicht – und das abschließende Individualurteil an das der Gruppe angeglichen
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- Milgram-Experiment (1963) (Lehrkraft – Schüler – Elektro-Schocks) Einfluss von Autorität auf Gehorsam Entrapment:Personen fühlen sich immer stärker dazu verpflichtet einer Autorität zu gehorchen, weil sie ihr vorher auch schon gehorcht haben. Eigene Verhaltensweisen werden nicht beendet, obwohl deutlich wird, dass sie nicht mehr gewinnbringend oder sogar schädlich sind. Wir werden so sozialisiert, dass wir für Gehorsam belohnt und für Ungehorsam bestraft werden (operante Konditionierung)
- Exptern-Heuristik Scheinbare Objektivität und Sachlichkeit von Wissenschaftlern und Experten – Experten haben immer Recht. è Milgram Experimente zeigen, dass Menschen leicht dazu zu bringen sind, anderen Grausamkeiten zuzufügen, wenn diese von Autoritätspersonen befohlen sind.
- Einfluss von Minderheiten die meisten Umwälzungen und Revolutionen sind von Minderheiten ausgegangenè über Jahre wurde Einfluss auf die Meinung der Mehrheit genommen è persistierende Minderheiten lösen bei uns einen kognitiven Konflikt aus und bringen uns dazu, tiefer zu elaborieren (ein 2. Mal über eine Sache nachzudenken) – Überprüfen (Validieren!)è durch die tiefe Auseinandersetzung kann es zu einer Einstellungsänderung kommen = Konversion (Konversionstheorie Moscovicis, 1980) -> Einstellungsänderung in Richtung Minderheit führt zu privater Akzeptanz -> jene in Richtung Mehrheit zu öffenlicher Compliance
- Merke Die Sozialpsychologie ist ein Teilgebiet der Soziologie und Psychologie unduntersucht menschliches Verhalten und Erleben von Gruppen und Individuenim sozialen Kontext.§ Man unterscheidet eine (a) eher naturwissenschaftliche Ausprägung (psychologische Sozialpsychologie) und (b) eine eher geisteswissenschaftlicheAusprägung (soziologische Sozialpsychologie).§ Beide Ausprägungen werden heute häufig vermischt zum Einsatz gebrachtund die Sozialpsychologie oft zu den Humanwissenschaften gezählt.§ Theorien, die in der sozialpsychologischen Grundlagenforschung entwickeltwerden, finden bei der Entwicklung von Konzepten zur Bekämpfung sozialerMissstände oder zur Optimierung sozialer Prozesse praktische Anwendung.
- Theorie der kognitiven Dissonanz (Festinger, 1978) beschreibt das ungute Gefühl, das ein Mensch entwickelt, wenn sich seine Denkprozesse untereinander widersprechen. Ein Beispiel für eine kognitive Dissonanz ist, wennman sich unter Zeitdruck für eine Möglichkeit entscheidet, obwohl man die Alternativen genauso gut findet. Mehr dazu finden Sie im Kapitel „Soziale Aspekte der Wahrnehmung“.