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Medizin (Fach) / Bakterielle Infektionskrankheiten (Lektion)

bakterielle infektionskrankheiten

Diese Lektion wurde von userhimbeere erstellt.

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  • Lepra: Klinik Lepra: Klinik Inkubationszeit Monate bis Jahrzehnte tritt bevorzugt in Körperregionen mit niedriger Temperatur auf, va. an den Akren Frühform = Lepra indeterminata: unscharf begrenzte Erytheme 3 Formen: tuberkuloide, lepromatöse, Borderline-Lepra (Mischform)
  • Lepra: tuberkuloide Form Lepra: tuberkuloide Form Zelluläre Immunlage gut, Hypergie Erregergehalt bakterienarm = paucibazillär Prädilektionsstellen: symmetrischer Befall von Haut und Nerven Hautbefund: raue, erythematöse oder hypopigmentierte, asymmetrische Plaques, hypopigmentierte Areale nach Abheilung extrakutan: knotige oder strangartige Verdickung der peripheren Nerven, Augenbeteiligung: Keratomalazie, Facies antonina = Mönchsgesicht durch Fazialisparese, Organbeteiligung selten Komplikationen: Sensibilität und Schweißsekretion abnehmend, Muskelschwäche, sekundäre Infektionen in Arealen ohne Sensibilität Verlauf: spontane Abheilung häufig, evtl. Typ 1-Leprareaktion = akutes Entzündungsgeschehen mit neuritischer Symptomatik
  • Lepra: lepromatöse Form Lepra: lepromatöse Form zelluläre Immunlage stark geschwächt, Anergie Erregergehalt: bakterienreich Prädilektionsstellen: Akren (Gesicht, Ellenbogen, Knie, Ohren) meist symmetrisch befallen Hautbefund: knotige Infiltrate = Leprome, Facies Leonina = Löwengesicht extratkutan: Schnupfen, Nasenbluten, Augenbeteiligung Komplikationen: Sensibilitätsstörung durch Nervenkompression durch die Leprome sponane Heilung selten, Typ 2-Reaktion = Erythema nodosum leprosum
  • Leptospirose: Erreger Leptospirose: Erreger Leptospira interrogans Erreger des Morbus Weil ist der Serotyp Leptospira icterohaemorrhagica natürliches Reservoir sind Nagetiere, Hunde, Schweine
  • Leptospirose: Übertragung und Inkubationszeit Leptospirose: Übertragung und Inkubationszeit die Bakterien gelangen  mit dem Urin infizierter Tiere ins Wasser und werden über kleine Läsionen an der Haut auf den Menschen übertragen Tierpfleger, Landarbeiter, Kanalarbeiter, Laborpersonal Angeln und Schwimmen in stehenden ufernahen Gewässern Inkubationszeit 4 bis 15 Tage
  • Leptospirose: Klinik und Komplikationen Leptospirose: Klinik und Komplikationen sehr variable Verläufe leichte, anikterische Verlaufsform: Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen biphasische schwere Leptospirose: * Stadium der Septikämie: schlagartig hohes Fieber, auf Druck auslösbare Wadenschmerzen, Konjunktivitis, gastrointestinale Beschwerden * Stadium der Organmanifestation: nach 1-3 Tagen fieberfreiem Intervall wieder Fieberanstieg, Entzündungsreaktion in verschiedenen Organen, oft ikterische Leberbeteiligung = Morbus Weil
  • Leptospirose: Diagnostik Leptospirose: Diagnostik immer an Leptospirose denken, wenn nach Baden in ufernahem Gewässer, zB. Kiesgruben, schwere Krankheitssymptome mit Ikterus und hohem Fieber auftreten, umgehend Therapie mit Penicillin beginnen Berufs- und Freizeitanamnese serologischer Antikörpernachweis
  • Listeriose: Erreger Listeriose: Erreger Listeria monocytogenes fakultativ intrazelluläres Stäbchen, hohe Resistenz ggü. niedrigen Temperaturen (Vermehrung bis zu 4 Grad Celsius), sauren pH-Werten, hohe Salzkonzentrationen grampositiv 10% der Menschen und Tiere sind gesunde intestinale Träger ubiquitär vorkommend Erkrankungen sind selten
  • Listeriose: Übertragung und Inkubationszeit Listeriose: Übertragung und Inkubationszeit Verzehr kontaminierter Nahrungsmittel Kontakt mit infizierten Tieren Infizierte scheiden Listerien über mehrere Wochen mit dem Stuhl aus, fäkal-orale Übertragung möglich Inkubationszeit zwischen 3 und 90 Tagen, abhängig von aufgenommener Erregerdosis Listerien vermehren sich bis zu 4 Grad Celsius auch im Kühlschrank!
  • Listeriose: Pathogenese Listeriose: Pathogenese nach der oralen Aufnahme passieren die säurefesten Stäbchen den Magen und gelangen in den Dünndarm Eindringen in Dünndarmschleimhaut, Vermehrung in Enterozyten Entstehung disseminierter Granulome, aus denen die Erreger in die Blut- und Lymphbahn übertreten und in die Organe transportiert werden
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  • Listeriose: Klinik Listeriose: Klinik immunkompetente Patienten zeigen häufig inapparenten Verlauf bei immunkompromittierten Patienten können sich entwickeln... * Meningoenzephalitis mit Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Fieber, Meninigismus, epileptischen Anfällen, Verwirrung bis zum Koma Listerien sind die dritthäufigsten Meningitiserreger bei Erwachsenen * okuloglanduläre Listeriose mit Ophthalmitis und regionaler Lymphknotenschwellung * septische Listeriose mit Organmetastasen
  • LIsteriose: Konnatale Form LIsteriose: Konnatale Form diaplazentäre Übertragung in der ersten Schwangerschaftshälfte: Amnioninfektionssyndrom mit Abort oder Totgeburt Übertragung im letzten Trimenon: Frühinfektion des Neugeborenen mit Sepsis, Atemnot, Hautläsionen, Granulomen in Lunge und ZNS peripartale Übertragung: Spätinfektion mit Exanthem und Zeichen der Meninigitis oder Meningoenzephalitis im Laufe der 2. Lebenswoche
  • Listeriose: Diagnostik Listeriose: Diagnostik direkter Erregernachweis in Kultur oder PCR im Liquor ist die Glukosekonzentration erniedrigt direkter Erregernachweis ist meldepflichtig
  • Listeriose: Therapie Listeriose: Therapie Aminopenicilline (Ampicillin) evtl. in Kombination mit Aminoglykosid (Gentamicin) über mindestens 2 Wochen
  • Lues: Erreger und Epidemiologie Lues: Erreger und Epidemiologie Treponema pallidum ssp. pallidum in Deutschland jährlich 3,3/100 000 Einwohner Männer sind häufige betroffen als Frauen nicht namentliche Meldepflicht ans RKI
  • Lues: Übertragung und Inkubationszeit Lues: Übertragung und Inkubationszeit im Primär- und frühen Sekundärstadium wird die Lues durch Schmierinfektion über Hautläsionen übertragen ab dem Tertiärstadium sind die Hautläsionen nicht mehr infektiös, die Erreger werden über Blut und Plazenta transmittiert Inkubationszeit 2-3 Wochen
  • Lues: Pathogenese Lues: Pathogenese die frühe Lues ist ein chronisch-lymphoplasmazelluläres Krankheitsbild Treponemen führen  zu einer Endarteriitis obliterans Heubner und Periarteriitis kleiner Gefäße =>  Minderdurchblutung  abhängiger Gewebe und Organe => Fibrosierung und Vernarbung Gumma des Tertiärstadiums entstehen durch eine T-Zell-mediierte Granulombildung
  • Lues: Primärstadium Lues: Primärstadium 1-5 Wochen p.i. syphilitischer Primärkomplex: schmerzloses Ulkus mit hartem Rand = Harter Schanker, Ulkus durum an der Eintrittsstelle und vergrößerte regionale Lymphknoten in 60-70% der Fälle spontane Abheilung nach 2-6 Wochen ohne Therapie Übergan in weitere Stadien möglich
  • Lues: Sekundärstadium Lues: Sekundärstadium 2-3 Monate p.i. hämatogene und lymphogene Streuung grippeähnliche Beschwerden generalisierte Lymphadenopathie schuppend-papulöse Veränderungen an Hand- und Fußsohlen, nicht juckend Halsband der Venus Condylomata lata
  • Lues: Tertiärstadium Lues: Tertiärstadium Jahrzehnte p.i. nekrotischer Befall der betroffenen Gewebe subkutane und viszerale Gummen Mesaortitis luica
  • Lues: Quartärstadium Lues: Quartärstadium Neurosyphilis Verdrängung des Hirngewebes durch Gummen meningovaskuläre Neurosyphilis Demyelinisierung der Hinterstränge mit brennenden einschießenden Schmerzen in Beinen und Bauch progressive Paralyse
  • Lues: Therapiekomplikationen Lues: Therapiekomplikationen Über die Hälfte der Luespatienten entwickeln 5-8h nach der ersten Penicillingabe Symptome eines grippalen Infekts und eine Verschlechterung der syphilitischen Beschwerden = Jarisch-Herxheimer Reaktion durch massive Freisetzung von Endotoxinen aus den zerstörten Treponemen (kann auch bei Leptospirose und Borreliose und anderen Spirochäteninfektionen ausgelöst werden) ein Aortenaneurysma = Mesaortitis luica muss aufgrund der hohen Rupturgefahr chirurgisch behandelt werden
  • Salmonellenenteritis: Erreger und Epidemiologie Salmonellenenteritis: Erreger und Epidemiologie Salmonellen vom Enteritistyp zweithäufigste meldepflichtige lebensmittelbedingte Durchfallerkrankung in Deutschland 65/100 000 im Jahr, va. im Sommer, häufig sind Kinder betroffen
  • Salmonellenenteritis: Übertragung und Inkubationszeit Salmonellenenteritis: Übertragung und Inkubationszeit kontaminierte Lebensmittel, rohe Eier, unzureichend erhitztes Geflügel Inkubationszeit 12-72 Stunden abhängig von der Infektionsdosis Mindestdosis 105 Keime
  • Salmonellenenteritis: Klinik und Komplikationen Salmonellenenteritis: Klinik und Komplikationen rasant auftretender Brechdurchfall ohne Fieber selbstlimitierende Erkrankung sistiert nach 2-5 Tagen Exsikkose mit Nierenversagen, Salmonellensepsis, septische Organmetastasen (Endokarditis: Herz auskultieren!)
  • Typhus/Paratyphus: Erreger und Epidemiologie Typhus/Paratyphus: Erreger und Epidemiologie Salmonella typhi  und Salmonella paratyphi die Erreger sind ausschließlich humanpathogen importierte Infektionen von Tropenheimkehrern weltweit mehr als 30 Mio pro Jahr va. in Indien, Indonesien, Nepal
  • Typhus/Paratyphus: Übertragung und Inkubationszeit Typhus/Paratyphus: Übertragung und Inkubationszeit wichtigste Infektionsquelle: Hände von Dauerausscheidern indirekt über kontaminierte Nahrungsmittel Inkubationszeit abhängig von der Infektionsdosis 5-21 Tage ansteckend, solange Erreger im Stuhl nachgewiesen werden können
  • Typhus/Paratyphus: Pathomechanismus Typhus/Paratyphus: Pathomechanismus nach oraler Aufnahme penetrieren die Erregerdie Schleimhaut im terminalen Ileum Vermehrung im intestinalen Lymphgewebe über Blut und Lymphbahnen in die Organe
  • Typhus/Paratyphus: Klinik Typhus/Paratyphus: Klinik Stadium incrementi: langsamer Fieberanstieg über 3 Tage auf 40 Grad Fieber Stadium fastigii: Febris continua = septisches Fieberkontinuum ohne Schüttelfrost, spricht nicht auf ASS an, unbehandelt 3-4 Wochen bevor es abfällt = Stadium decrementi Benommenheit (Typhus = Nebel) relative Bradykardie trotz septischer Temperaturen Splenomegalie Roseolen auf der Bauchhaut erbsbreiartige Diarrhö erst in der 2. oder 3. Krankheitswoche
  • Typhus/Paratyphus: Komplikationen Typhus/Paratyphus: Komplikationen in der Darmwand können sich Geschwüre entwickeln, die perforieren und zu massiven Darmblutungen bzw. Peritonitis führen können septische Organmetastasen
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  • Typhus/Paratyphus: Diagnostik Typhus/Paratyphus: Diagnostik Reiseanamnese, klinisches Bild Erregernachweis in der 1. Woche Blutkultur, ab 2. Woche im Stuhl Aneosinophilie und Leukozytopenie
  • Typhus/Paratyphus: Therapie Typhus/Paratyphus: Therapie Isolation, Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes Ciprofloxacin 7-10 Tage Patient gilt als gesund, wenn 3 aufeinanderfolgende Stuhlanalysen negativ sind namentliche Meldepflicht bei Verdacht, Erkrankung, Tod und Erregernachweis das Risiko, Dauerausscheider zu werden, liegt bei 2-5% orale Lebendimpfung möglich