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Empirie II (Fach) / Anwendung und Kritik (Lektion)

Forschungsprojekte

Diese Lektion wurde von Kristin91 erstellt.

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  • signs given Zeichen, die bewusst in der Interaktion eingesetzt werden z.B. Zeigegesten, sich melden oder jemanden zur Begrüßung zuwinken
  • signs given off Zeichen, die unbewusst bzw. vorbewusst in der Interaktion eingesetzt werden, sie werden erst bewusst, wenn jemand auf sie aufmerksam macht z.B. mit dem Fuß wippen
  • Interaktion als Emergenz - lat. emergere: hervorkommen, aufkommen und sich dann verfestigen - laut Goffman werden in Interaktionen gesellschaftliche Ordnungen, Regeln und Strukturen festgemacht und re/-produziert - Interaktionen auf der Mikroebene schaffen gesellschaftliche Strukturen auf der Makroebene
  • diffuse Statuseigenschaften - sind kaum bzw. schwer beeinflussbar - Eigenschaften, die mit Personen oder Gruppen verbunden werden, deren höherer oder niedriger Status gesellschaftliche konstruiert ist -z.B. Alter, Geschlecht, Ethnizität, Profession
  • spezifische Statuseigenschaft - kann aktiv erlangt werden und auch durch Zertifikate nachgewiesen werden - ist abhängig von Setting und Kontext, ob es eine Statuseigenschaft darstellt - z.B. Computerexpertise
  • Methodentriangulation Verwendung von mindestens zwei Methoden
  • Arbeitsstil der abhängigen Zuarbeit - Computerexpertise wird als assistierende Tätigkeit abgewertet - stellt keine Statuseigenschaft dar - Stabilisierung der bestehenden Geschlechter- und Professionsordnung - OP-Planung zwischen Tür und Angel durch männlich leitende Chirurgen - OP-Managementsystem ist nicht in die Routine der leitenden Ärzteschaft einbezogen
  • Kooperativer Arbeitsstil - Integration der Computeranwendung in relevante Routinen, insbesondere durch leitende Ärzteschaft - Computerexpertise stellt eine spezifische Statuseigenschaft dar - Autonomiegewinn und Machtausübung durch leitende OP-Schwester und ihres Teams durch Kontrolle der relevanten Unsicherheitszonen jenseits ihrer Assistenzrolle - Unterlaufen von Statuserwartungen mit Hilfe unstrittiger Tatsachen auf Basis gemeinsam geteilter Deutungsschme (Machtausübung durch Konsens)
  • Welche Auswertungsmethode verwendet Frau Kissmann? - die hermeneutische Videoanalyse, eine qualitative-rekonstruktive Forschungsmethode zur Auswertung von Interaktionen
  • An wen orientiert sich Frau Kissmann? - an der sozialwissenschaftlichen Hermeneutik - und bezieht sich auf Panofsky und Merleau-Ponty
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  • Welche Ansätze kommen bei Frau Kissmann zum Tragen? - Hermeneutische Videoanalyse - Hermeneutischer Zirkel von Dilthey - Theoretische Distanz der Hermeneutik von Luckmann - Gedankenexperimente
  • Hermeneutik durch gedankenexperimentelle Antizipation werden in jedem Segment Handlungsalternativen für das nächste Segment entwickelt; anfangs noch enthaltene, später dann geschlossene Deutungsmöglichkeiten erlauben eine allmähliche Schließung der Deutungen
  • Hermeneutischer Zirkel - wurde von Dilthey stark gemacht, aber auch von anderen verwendet - Zirkelhaftes Oszilieren (Hin- und Herbewegung) zwischen einzelnen Elemente und der Sinnstruktur des Ganzen --> Im Ergebnis: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile - Als Ansatz zum Vorgehen bei Analyse von Datenmaterial, Methode der Auslegung, wird u.a. für Bildinterpretationsverfahren genutzt
  • Hermeneutischer Zirkel (Forschungsprojekt Kissmann) - unter Einbezug der drei Ebenen nach Panofsky: - Gegenseitige Validierung von vorikonographischer und ikonographischer Ebene, um auf die ikonologische Ebene zu kommen
  • Segment-in-Segment- Analyse - beschreibt einen Schritt des Vorgehens bei der Analyse von Videomaterial - Frau Kissmann hat hierbei die ausgewählten Video-Sequenzen (90Sek.), nach Aufschlüsselung in Partiruren, in Segmente (5 Sek.) unterteilt und wertet diese nach sequenziell, im Sinne der Gedankenexperimentellen Antizipation aus  - Gedankenexperimente ---> Deutungen, Folgedeutungen und Gegenlesearten ---> allmähliche Schließung der Deutung
  • Theoretische Distanz der Hermeneutik - von Luckmann - angewendet auf die drei Ebenen nach Panofsky -Vorikonographische und ikonographische Ebene = Sicht der AltagsbeobachterIn -Ikologische Ebene= Sicht der wissenschaftlichen BeobachterIn
  • Gedankenexperimente - Entwicklung von so vielen Deutungen wie möglich - Deutung- Gegenleseart - Folgedeutung bis zur allmählichen Schließung der Deutung
  • Multimodale Trennung - Aufschlüsselung von Videosequenzen in Partituren: Trennung in nonverbale Interaktion, transkribiertes Gespräch und verbale Interaktion - Alternativbegriff: Multimodalität, multimodal
  • Sample - bezeichnet die Fallauswahl in empirischen Forschungsprojekten - synonym wird zum Teil auch Stichprobe verwendet, dies findet vor allem in der quantitativen Forschung Anwendung
  • Warum ist der Operationssaal interessant? 1. Interdisziplinarität des Teams: OP-Pflegepersonal, Chirurgisches Personal usw. 2. starke Geschlechtertrennung und Geschlechterhierarchie 3. Koordinationsmechanismen auf Mikroebene der Interaktion 4. Zusammenwirken von Mensch und Technik
  • surface acting (Goffman) - Oberflächenhandeln - ich handle, weil es mir um die Darstellung geht und nicht um Gefühle, die man wirklich hat - Interaktion als Darstellungsphänomen - Ziel: Eindruck vermitteln, bestimmte Gefühle zu haben
  • deep acting (Hochschild) - Tiefenhandeln - ich nehme meine Gefühle auch mal zurück oder gehe empathisch auf andere ein - Interaktion als Gefühlsarbeit - Ziel: wirklich bestimmte Gefühle zu haben
  • Wie kann man seine Gefühle beeinflussen? - kognitiv: Ideen oder Gedanken verändern, um bestimmte Gefühle hervorzurufen - körperlich: Symptome des Körpers verändern; z.B. langsamer atmen oder Zittern unterbinden - Einsatz von Gestik und Mimik, z.B. der Versuch zu lächeln oder Tränen unterdrücken
  • Beispiel von Hochschild: Gefühlsarbeit als Gegenstand von Kommerzialisierung - FlugbegleiterInnen verkaufen gewissermaßen ihre Geühle, in dem sich für bestimmte Gefühle bezahlt werden - erlernen der richtigen Gefühlsarbeit durch Gedanken: FlugbegleiterInnen sollen Passergiere so behandeln wie Gäste im Wohnzimmer -Doing Gender als Bestandteil der Professionsrolle: Flugbegleiter müssen weibliche Sichtweisen annehmen, Weiblichkeit verfestigen -Kommerzialisierung des deep acting also des inneren Handelns
  • Sollen die Gefühle der Fürsorglichkeit und Empathie wirklich gefühlt werden oder soll nur der Eindruck vermittelt werden, dass man sie fühlt? - authentischer, wenn man die Gefühle wirklich fühlt - Professionen müssen sich mit dem inneren Gefühlen und nicht nur mit den äußeren beschäftigen
  • Was kritisiert Hochschild an Goffman? - impression management bleibt oberflächlich - kritisiert, dass Goffman Gefühle als Darstellungsphänomene beschreibt - äußere vs. innere Gefühle
  • 3-Stufen-Modell von Deutung Panofsky hat für die kunsthistorische Betrachtungen ein 3-Stufen-Modell von Deutung entwickelt und es unterteilt in: 1. vorikonographische Ebene von Deutung 2. ikonographische Ebene von Deutung 3. ikonologische Ebene von Deutung
  • Vorikonographische Ebene von Deutung - erste Ebene der Ikonologie von Panofsky - Beschreibung eines Bildes mit Bezug zum praktischen Wissen unter Einklammerung des Kontextes, d.h. der Kontext soll nicht mit einbezogen werden, Suspendierung des theoretisch-narrativen Vorwissens - Beschreibung sichtbarer Formen
  • Ikonographische Ebene von Deutung - zweite Ebene der Ikonologie - Beschreibung eines Bilds mit generalisierten Wissen: z.B. Bereich von identifizierbaren Handlungen auf einem Bild unter Einbezug des Kontexts, des Vorwissens oder auch theoretisch-narrativen Wissens
  • Ikonologische Ebene von Deutung - dritte Ebene der Ikonologie, offenbart eigentlichen Gehalt eines Bildes - Zusammenführung/ Synthese der vorikonographischen Ebene und ikonographischen Ebene - z.B. Habitus, den der Künstler ins Bild legt
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  • Objektiver Sinngehalt - 1. Ebene des Stufenmodells von Karl Mannheim - Gesten, wie Segnen oder verbindliche Lächeln, die kulturell angeeignet sind und die man versteht
  • Ausdruckssinn - 2. Ebene des Stufenmodells von Karl Mannheim - individueller Sinn, den eine Person für eine bestimmte Aktion/ Geste hineinlegt
  • Dokumentensinn - 3. Ebene des Stufenmodells von Karl Mannheim - es geht darum diese zu entschlüsseln - Synthese aus 1 und 2 --> Welchen Habitus haben die Personen auf dem Bild?
  • immanenter oder kommunikativ genrealisierbarer Sinn Familie als Allgemeinbegriff, Grundlage von Rollenerwartungen oder rechtliche Definitionen
  • konjunktiver oder dokumentarischer Sinn spezielle Bedeutung von Familie für diejenigen, die eine konkrete familiale Alltagspraxis gemeinsam teilen
  • atheoretisches Wissen in der gelebten Praxis angeeignetes und in dieser Praxis gleichzeitig orientierendes Wissen, das den Orientierungsrahmen bzw. Habitus bildet
  • Gegenstandsbezogene Theorien - sind Theorien zur Erklärung von konkreten Gegenständen in verallgemeinender Weise - auf ihrer Basis können Hypothesen aufgestellt werden, die mit Hilfe von quantitativen Methoden getestet werden Beispiel: alle Alkoholiker sind im Alter von 20 alkoholabhängig geworden, weil...
  • Meta-Theorien - auch formale Theorien genannt - sind nicht gegenstandsbezogene Theorien (können sie aber beinhalten) - sie sind umfassender - z.B. Hermeneutik, Phänomenologie, symbolischer Interaktionismus, Systemtheorie
  • Deduktion - Form des logischen Schließens - man schließt von einer Allgemeinen Aussage auf einen Einzelfall - man versucht als die Richtigkeit einer Theorie an einem konkreten Beispiel zu erläutern - etwas muss so sein ---> Ableitung/ Vorhersage aus Thesen Beispiel: Allgemein: Studenten haben eine Matrikelnummer. Peter und Marie studieren.  Besonders: Peter und Marie haben eine Matrikelnummer.
  • Induktion - eine Form des logischen Schließens - bei der Induktion beschreibt man ausgehend von einem in der Empirie vorgefundenen Beispiel, Gesetzmäßigkeit, die sich wiederholen und somit Schlüsse auf eine Allgemeingültigkeit zulassen -man beschreibt also den Einzelfall exemplarisch und folgert aus diesem Fall die Verallgemeinerung - etwas ist so wirksam --> Faktensuche/ Faktenanpassung
  • Konstruktion des ersten Grades - in den Sozialwissenschaften nach Alfred Schütz - Insekt wird vom Alltagsmenschen als Biene gedeutet
  • Konstruktion zweiten Grades - in den Sozialwissenschaften nach Alfred Schütz -Der/die WissenschaftlerIn rekonstruieren, was die Alltagsmenschen unter diesem Insekt verstehen
  • Abduktion - eine Form des logischen Schließens - Hypothetischer Schluss vom Einzelnen und einer Regel auf eine Regelmäßigkeit
  • Qualitative Forschung - Erkenntnistheorie/ Methodologie ist theoretisch - Methoden und Standards werden auf Grundlage einer empirischen Rekonstruktion der Forschungspraxis entwickelt - Geltung der Standards in Auseinandersetzung mit empirischer Forschung
  • Quantitative Forschung - Erkenntnistheorie/Methodologie ist rein logisch (Karl Popper) - Methoden und Standards werden deduktiv aus Erkenntnistheorie abgeleitet - Geltung der Standards ist von den Ergebnissen empirischer Forschung völlig unabhängig
  • Adäquanz von Konstruktionen ersten und zweiten Grades (quantitative Sozialforschung) Adäquanz wird durch mathematische Standards hergestellt quantitative oder standartisierte Methoden
  • Adäquanz von Konstruktionen ersten und zweiten Grades (qualitative Sozialforschung) Adäquanz wird durch rekonstruktive Verfahren hergestellt qualitative oder rekonstruktive Verfahren
  • Definition von Adäquanz Angemessenheit und Üblichkeit
  • Kontextuierung - Handeln oder Aussagen in einen Kontext einordnen, da diese in einem anderen Kontext anders gemeint seien können -emp. Daten müssen in einem Kontext gestellt werden - Voraussetzung für das methodisch kontrollierte Fremdverstehen - so überprüft man die Wahrheit von Aussagen durch Kontextuierung
  • Typenbildung - keine vorab definierten Typen, die die Richtung der Interpretation und die Auswahl des Sampels vorgeben - sondern: Rekonstruktion aus den Fällen - die Typologie wird in der qualitativen Sozialforschung aus dem Material gewonnen