59
Klinische Psychologie (Erwachsene) (Fach) / Klassifiaktion psychischer Störungen + Vorlesung (Lektion)
- Fragebögen, Ratingskalen: Hypochondrie - WI: Whiteley-Index (Hiller und Rief 2004) - IAS: Illness Attitude Scales (Hiller und Rief 2004)
- Fragebögen, Ratingskalen: Störung durch Alkoholkonsum - MALT: Münchner Alkoholismus-Test; 1. Teil Fremdbeurteilung, 2. Teil Selbstbeurteilung (Feuerlein et al. 1978)
- Fragebögen, Ratingskalen: Sexuelle Funktionsstörungen - KFS: Kurzfragebogen zur Sexualität (Hoyer et al. 2015)
- Was sollte man vor der Verwendung von Fragebögen/ Ratingskalen tun? - Verfahren kurz vorstellen und begründen- diagnostischer Zweck als auch Erfolgsmessung erläutern- Möglichkeit geben, Fragen zu stellen bei Unklarheiten- Datenschutz- Rückmeldung über Befunde- Fragen, ob Fragebogen wichtige Problembereiche nicht abgedeckt hat
- Verwendung von Tagebüchern - Problemverhalten kann in natürlicher Umgebung erfasst werden. - Abbildung nicht-beobachtbarer innerer Prozesse → relevant für kognitive Vorgehensweise Je nach Störung werden unterschiedliche Informationen erfragt: - Auslöser Problemverhalten - Gedanken, körperliche Symptome, Gefühle während des Problemverhaltens - Reaktionen des Patienten auf Problemverhalten - Merkmale der Situation→ standardisiertes Tagebuch: Marburger Angst-Tagebuch (Margraf und Schneider 1990)
- neue Forschung zu Tagebüchern - Vergleich retrospektiver Angaben von Patienten zu Beschwerden mit Angaben ausTagebüchern: retrospektiv werden mehr Symptome/Angstanfälle berichtet als im Tagebuch
- Vorteile vom Einsatz des Tagebuchs Einsatz von Tagebüchern fördert Schaffung von Selbstverantwortung für das Problem, erhöhtMotivation; fördert Selbstkontrolle und Selbstregulation → Tagebücher nicht nur methodisches Hilfsmittel, sondern auch therapeutische Intervention imHinblick auf Übernahme von Selbstverantwortung - Einsatz von Tagebüchern in Verhaltenstherapie: - Erfassung therapierelevanter Information (Verhaltensdiagnostik) - Erfassung des Verlaufs und des Erfolgs (Verlaufs- und Erfolgsmessunng)
- Probleme und Grenzen beim Einsatz von Tagebüchern - Antworttendenzen des Patienten nicht berücksichtigt - individuelle Symptomatik aufgrund standardisierter Vorgehen nicht immer ausreichend beachtet → zusätzlich klinische Einschätzung des Symptome und der Beschwerden - verschiedene Vorgehensweisen sollten miteinander kombiniert werden(eigen-/fremdanamnestische Informationen, Verhaltensbeobachtung, strukturiertes Interview,funktionale Bedingungsanalyse des Problemverhaltens) - Fülle an Verfahren schlecht für Vergleichbarkeit
- Standardisierte Tagebücher zur Erfassung psychischer Störungen - Paniksyndrom: Marburger Angsttagebuch- Phobien: Marburger Aktivitätstagebuch- Depression: Tagesprotokoll für Aktivitäten/negative Gedanken/usw.- Essstörungen: Selbstbeobachtungsprotokoll- Schmerz: Schmerztagebuch
Anzeige