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Steuerassistenz (Fach) / Umsatzsteuer 1 (Lektion)
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- Warum wird die Umsatzsteuer als indirekte Steuer bezeichnet? Weil Steuerträger nicht Steuerschuldner ist.
- Charakterisieren Sie die Umsatzsteuer • Objektsteuer: Persönliche Verhältnisse sind irrelevant. • Verkehrsteuer: Die Entstehung einer Umsatzsteuerschuld knüpft im Regelfall an einen Akt des Rechtsverkehrs an. • Verbrauchsteuer: Die Umsatzsteuer ist gemäß Art 1 Abs 2 MwStSystRL eine allgemeine Verbrauchsteuer. • Indirekte Steuer: Steuerträger und Steuerschuldner sind nicht identisch • Gemeinschaftsteuer
- In welcher Form wird die Umsatzsteuer in Österreich erhoben? Die USt wird in Österreich indirekt erhoben, mit Steuersätzen und wird elektronisch oder schriftlich abgeführt.
- Welche Eigenschaften muss ein Unternehmer aufweisen? Unternehmer ist, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig mit Gewinnabsicht ausübt, die nach außen in Erscheinung tritt.
- Welche Umstände sind maßgeblich für den Beginn der Unternehmereigenschaft? Persönliche Umstände • Unternehmereigenschaft wird erworben, wenn eine selbständige Tätigkeit aufgenommen wird, die nachhaltig der Erzielung von Einnahmen dient oder dienen soll • Erbringung von Leistungen/Erzielung von Einnahmen noch nicht erforderlich • Die Tätigkeit muss ernsthaft auf die Erbringung von entgeltlichen Leistungen ausgelegt sein • Dieser Umstand muss nach aussen erkennbar sein
- Welche Vorgänge unterliegen der Umsatzsteuer? * - Lieferungen und sonstige Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausführt (siehe Beispiel), • Der Eigenverbrauch (z.B. der Unternehmer entnimmt Ware für den Eigenbedarf), • Die Einfuhr von Waren aus dem Drittlandsgebiet (z.B. der Unternehmer importiert Textilien aus Asien, wobei Einfuhrumsatzsteuer fällig wird), • Die Einfuhr von Waren aus der EU (z.B. der Unternehmer importiert Handelswaren aus Deutschland, wobei Erwerbsteuer fällig wird).
- Nennen Sie Beispiele für nicht steuerbare Umsätze? Ausfuhrlieferungen, Privatverkäufe
- Was umfasst der Begriff der Leistung gemäß UStG? * Darunter fallen Lieferungen und sonstige Leistungen. (Güter und Dienstleistungen)
- Was versteht man unter dem Begriff der Lieferung? * Eine Leistung die Dritten befähigt im Rahmen einer unternehmerischen Tätigkeit darüber zu verfügen.
- Was versteht man unter einer sonstigen Leistung? * Sonstige Leistungen sind Leistungen, die nicht in einer Lieferung bestehen. Eine sonstige Leistung kann auch in einem Unterlassen oder im Dulden einer Handlung oder eines Zustandes bestehen.
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- Warum ist die Unterscheidung in Lieferung und sonstige Leistung zentral? Die Unterscheidung zwischen Lieferungen und sonstigen Leistungen ist für die Beurteilung des Leistungsortes, einer allfälligen Steuerbefreiung und des Steuersatzes von Bedeutung
- Wann liegt nach dem UStG Eigenverbrauch vor? * Eigenverbrauch – § 1 Abs 1 Z 2 UStG • Nichtabzugsfähige Aufwendungen und Ausgaben iSd EStG (§ 20 Abs 1 Z 1 bis 5) und KStG (§ 12 Abs 1 Z 1 bis 5) » ZB Repräsentationsaufwendungen, für private Zwecke, usw…. » Zweck: Gleichstellung Unternehmer mit Verbraucher
- Was ist die Bemessungsgrundlage der Umsatzsteuer bei Lieferungen und sonstigen Leistungen? * Das Entgelt aus der unternehmerischen Tätigkeit
- Was ist nie Teil der Bemessungsgrundlage? * Die Umsatzsteuer gehört nicht zur Bemessungsgrundlage
- Was ist die Bemessungsgrundlage beim Eigenverbrauch? Bemessungsgrundlage ist der Wiederbeschaffungspreis (Zeitwert).
- Warum ist die Bestimmung des Ortes einer Leistung iZm der USt zentral? Um entscheiden zu können, ob das Bestimmungsland- oder Ursprungslandprinzip in Erscheinung tritt
- Wann unterliegt eine Lieferung der österreichischen Umsatzsteuer? Die Lieferung sollte im Rahmen des Unternehmens geschehen und im Inland gegen Entgelt ausgeführt werden.
- Wo gilt eine Lieferung als ausgeführt? Die Lieferung gilt dort als ausgeführt, wo die Beförderung oder Versendung »an den Abnehmer« oder in dessen Auftrag an einen Dritten beginnt.
- Wo gilt eine Lieferung als ausgeführt, wenn der Gegenstand durch den Lieferer oder den Abnehmer befördert oder versendet wird? * Die Lieferung gilt dann als ausgeführt, wenn es durch den Lieferer versendet wird.
- Wann unterliegt eine sonstige Leistung der österreichischen Umsatzsteuer? • Der Eigenverbrauch (z.B. der Unternehmer entnimmt Ware für den Eigenbedarf), • Die Einfuhr von Waren aus dem Drittlandsgebiet (z.B. der Unternehmer importiert Textilien aus Asien, wobei Einfuhrumsatzsteuer fällig wird), • Die Einfuhr von Waren aus der EU (z.B. der Unternehmer importiert Handelswaren aus Deutschland, wobei Erwerbsteuer fällig wird).
- Wo gilt eine sonstige Leistung als ausgeführt (= Ort der sonstigen Leistung)? * Wird die sonstige Leistung von einer Betriebsstätte ausgeführt, gilt die Betriebsstätte als der Ort der sonstigen Leistung.
- In welche steuerbaren Umsätze gliedern sich Umsätze im Sinne des Umsatzsteuergesetzes auf? Steuerpflichtig und steuerfrei (unecht steuerbefreit/echt steuerbefreit)
- Welche zwei Hauptgruppen von Umsatzsteuerbefreiungen sind Ihnen geläufig? Durch welche Merkmale sind diese jeweils charakterisiert? Die echte Steuerbefreiung (VSt abzugsberechtigt) und die unechte Steuerbefreiung (nicht VSt abzugsberechtigt)
- Nennen Sie Beispiele für echte Steuerbefreiungen. * Ausfuhrlieferungen in Drittstaaten, Be- und Verarbeitung ("Lohnveredelung") an Gegenständen innergemeinschaftliche Lieferungen und Leistungen
- Nennen Sie Beispiele für unechte Steuerbefreiungen. * • Geld- und Bankumsätzen (z.B. Kreditgewährung) • Grundstücksverkäufen • Leistungen von Versicherungsvertreterinnen/Versicherungsvertretern • Ärztlichen Leistungen • Umsätzen der Kleinunternehmerinnen/Kleinunternehmer (Details finden sich im Abschnitt "Kleinunternehmer")
- Welche Eigenschaft muss ein Kleinunternehmer aufweisen? * Wenn der Gesamtumsatz in einem Jahr nicht mehr als 35.000 Euro (bis 31. Dezember 2019 30.000 Euro) netto beträgt. Ein einmaliges Überschreiten dieser Grenze um nicht mehr als 15 Prozent innerhalb von fünf Kalenderjahren ist möglich! Man nennt diese Steuerbefreiung „Kleinunternehmerregelung". Eine Befreiung von der USt gemäß § 6 Abs 1 Z 27 UStG
- Welche Steuersätze kennt das UStG? * Die Steuersätze (20%, 19%, 13% und 10%).
- Welche Umsätze unterliegen dem Normalsteuersatz? * Der 20-prozentige Steuersatz ist der Regelfall! Z. B. Einnahmen aus dem Verkauf eines EDV-Artikels, Getränke, usw….
- Welche Umsätze unterliegen dem ermäßigten Steuersatz in Höhe von 10%? * Die Einnahmen aus der Vermietung zu Wohnzwecken, die Müllabfuhr, die Lieferung von Büchern, Zeitungen, Zeitschriften und Lebensmittel, Hotelnächtigungen
- Welche Umsätze unterliegen dem ermäßigten Steuersatz in Höhe von 13 %? * Einnahmen wie z. B.: Eintritte zu Sportveranstaltungen, Filmvorführungen, Schwimmbäder und Thermalbehandlungen
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- Was bedeutet „Übergang der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger“? Reverse Charge, auch “Umkehr der Steuerschuld”, ist eine umsatzsteuerliche Regelung, nach der in bestimmten Fällen nicht der leistende Unternehmer, sondern sein Kunde (Leistungsempfänger) die Umsatzsteuer schuldet. Die Steuerschuld geht also vom Leistungserbringer auf den Leistungsempfänger über.
- In welchen Fällen kommt es zu dieser Anwendung? * Die Bestimmung kommt nur zur Anwendung, wenn folgende Vorraussetzungen erfüllt sind: • ein Unternehmer • erbringt Bauleistungen an einen General- oder Subunternehmer oder an einen Unternehmer, der üblicherweise Bauleistungen erbringt.
- Wann gilt eine Leistung als Bauleistung? * Bauleistungen sind alle Leistungen, die der • Herstellung • Instandsetzung • Instandhaltung • Reinigung (für Umsätze nach dem 31.12.2010) • Änderung oder Beseitigung von Bauwerken dienen.
- Auf welchen Betrag dürfen Rechnungen maximal ausgestellt sein, damit diese als "Kleinbetragsrechnungen" gelten? * Übersteigt eine Rechnung nicht den Gesamtbetrag (d.h. Bruttobetrag inkl. Umsatzsteuer) von 400 Euro gilt sie als Kleinbetragsrechnung.
- Wer darf bzw. muss eine Rechnung iSd UStG ausstellen? * Führt der Unternehmer Umsätze im Sinne des § 1 Abs. 1 Z 1 aus, ist er berechtigt, Rechnungen auszustellen Führt er die Umsätze an einen anderen Unternehmer für dessen Unternehmen oder an eine juristische Person, soweit sie nicht Unternehmer ist, aus, ist er verpflichtet, Rechnungen auszustellen. Führt der Unternehmer eine steuerpflichtige Werklieferung oder Werkleistung im Zusammenhang mit einem Grundstück an einen Nichtunternehmer aus, ist er verpflichtet eine Rechnung auszustellen.
- Welche Angaben muss eine Rechnung enthalten? * Diese Rechnungen müssen - soweit in den nachfolgenden Absätzen nichts anderes bestimmt ist - die folgenden Angaben enthalten: 1. Name und Anschrift des Liefernden/Leistenden 2. Beschreibung der Lieferung (Menge und Bezeichnung) oder Leistung (Art und Umfang) 3. Tag der Lieferung bzw Zeitraum der Leistung 4. Entgelt für die Lieferung/Leistung (brutto inkl USt) 5. Steuersatz bzw Hinweis auf Befreiung oder Übergang der Steuerschuld 6. Ausstellungsdatum 7. Name und Anschrift des Empfängers 8. Steuerbetrag (und Entgelt - netto) 9. UID-Nummer des Liefernden/Leistenden 10. fortlaufende Rechnungsnummer 11. UID-Nummer des Empfängers
- Welche Angaben muss eine Kleinbetragsrechnung enthalten? * 1. Name und Anschrift des Liefernden/Leistenden 2. Beschreibung der Lieferung (Menge und Bezeichnung) oder Leistung (Art und Umfang) 3. Tag der Lieferung bzw Zeitraum der Leistung 4. Entgelt für die Lieferung/Leistung (brutto inkl USt) 5. Steuersatz bzw Hinweis auf Befreiung oder Übergang der Steuerschuld 6. Ausstellungsdatum
- Welche Voraussetzungen müssen für den Vorsteuerabzug auf Grund einer Rechnung vorliegen? Erforderlich sind bei der Rechnung des Empfängers die 11 Rechnungsmerkmale!
- Was versteht man unter elektronischen Rechnungen und unter welchen Voraussetzungen dürfen elektronische Rechnung ausgestellt werden? Eine elektronische Rechnung ist eine Rechnung, die in einem elektronischen Format ausgestellt, gesendet, empfangen und verarbeitet wird. Damit eine E-Rechnung als Rechnung anerkannt wird, müssen die Echtheit der Herkunft, die Unversehrtheit des Inhalts sowie die Lesbarkeit gewährleistet sein. Will ein Unternehmer seine Rechnungen elektronisch übermitteln, ist dies unter folgenden Voraussetzungen möglich: • Der Rechnungsempfänger muss die elektronische Rechnung akzeptieren, wobei diese Zustimmung keiner besonderen Form bedarf. Es genügt auch, dass die Beteiligten diese Verfahrensweise tatsächlich praktizieren und damit stillschweigend billigen. • Die Echtheit der Herkunft und die Unversehrtheit des Inhaltes einer elektronischen Rechnung müssen gewährleistet werden. • Die Vorschriften des Umsatzsteuergesetzes hinsichtlich der Rechnungsbestandteile müssen eingehalten werden.
- Was versteht man unter dem Begriff Sollbesteuerung? * Bei der Sollbesteuerung entsteht die Umsatzsteuerschuld mit Ablauf des Kalendermonats, in dem die Lieferung oder sonstige Leistung erbracht wird. Entscheidend ist deren Vollendung. (Bei Rechnungseingang Die Steuerschuld verschiebt sich um maximal einen Monat, wenn die Rechnungslegung in einem späteren Monat erfolgt.
- Was versteht man unter dem Begriff Istbesteuerung? * Die Umsatzsteuerschuld entsteht mit Ablauf des Kalendermonats, indem das Entgelt vereinnahmt wurde; d.h. das Entgelt muss dem leistenden Unternehmer tatsächlich zugeflossen sein. (Bei Zahlungseingang) Die Steuerschuld entsteht daher unabhängig vom Zeitpunkt der Erbringung der Leistung. Das Recht auf Vorsteuerabzug für bezogene Lieferungen und Leistungen besteht im Zeitpunkt der Bezahlung der Eingangsrechnugnen.
- Wer darf (bzw. muss) die Istbesteuerung anwenden? * Alles, was nicht zwingend nach dem Soll-System versteuert werden muss, darf nach dem Ist-System versteuert werden. Das sind: • Umsätze aus freiberuflicher Tätigkeit, dazu gehören u.a. Wissenschafter, Künstler, Schriftsteller, Vortragende, Wirtschaftstreuhänder, aber auch Unternehmensberater, unabhängig von der Höhe der Umsätze, • nicht buchführungspflichtige Gewerbebetriebe und land- und forstwirtschaftliche Betriebe, • Umsätze aus anderen Tätigkeiten (Vermietung), wenn diese in einem der beiden vorangegangenen Kalenderjahre maximal € 110.000,- betragen haben.
- Welche Besteuerung kommt idR zur Anwendung? In der Regel kommt die Sollbesteuerung zur Anwendung.
- Welche Zeiträume kommen als Voranmeldungszeitraum in Betracht? * Unter Voranmeldungszeitraum versteht man jenen Zeitraum, für den Sie • die Umsatzsteuer selbst berechnen • eine Umsatzsteuervoranmeldung erstellen und • eine sich ergebende Vorauszahlung entrichten müssen. Voranmeldungszeitraum ist grundsätzlich der Kalendermonat. Die UVA kann vierteljährlich und monatlich abgegeben werden.
- Wie wird die Umsatzsteuerzahllast ermittelt? * Die Darstellung der USt-Berechnung erfolgt im Zuge der Erfassung der Eingabe in FinanzOnline oder auf dem Formular U30. Ergibt sich eine Zahllast, muss diese an das Finanzamt abgeführt werden. Mit der Formel wird sie ermittelt: USt - Vorsteuer = Zahllast/Gutschrift
- Wann ist die Umsatzsteuer fällig? * Monatszahler: Die Zahllast für den Monat Mai ist am 15. Juli zu entrichten und die UVA muss spätestens am 15. Juli eingereicht werden. Vierteljahreszahler: Die Zahllast für das dritte Kalendervierteljahr (Juli bis September) ist am 15. November fällig. An diesem Tag muss auch spätestens die UVA eingereicht werden.
- Was ist eine Umsatzsteuervoranmeldung? * Die UVA dient der Berechnung der (Umsatzsteuer)Vorauszahlung bzw. des (Umsatzsteuer)Überschusses für einen Voranmeldungszeitraum.
- Wie hat die Übermittlung der Steuererklärung zu erfolgen? * Die Umsatzsteuererklärung ist bis 30. April des Folgejahres bzw. bei elektronischer Übermittlung über FinanzOnline bis 30. Juni des Folgejahres einzureichen (§ 134 Abs 1 Bundesabgabenordnung – BAO).
- Was muss der Unternehmer am Ende eines Kalenderjahres iZm der USt machen? * Die Steuererklärung abzugeben im Zusammenhang mit der USt.
- Womit setzt das Finanzamt die Umsatzsteuer fest? Mittels Bescheid wird die USt festgesetzt.