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Nutztierwissenschaften (Fach) / 4) (Lektion)

Pathogenese

Diese Lektion wurde von Monale erstellt.

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  • Was bedeutet Pathogenese?   griechischPathos Leidenschaft, genesis Enstehung, Schöpfung  beschreibt die Entstehung und Entwicklung einer Krankheit unter Berücksichtigung aller Faktoren-> Pathogene
  • Was bedeutet Pathomechanismus? Pathomechanismus beschreibt den mit wissenschaftlichen Methoden erfassbaren Verlauf eines Krankheitsprozesses
  • Was bedeutet Pathobiologie? Pathobiologie beschäftigt sich mit den krankmachenden Eigenschaften von Krankheitserregern in der Interaktion mit dem Wirt
  • Welche Mikroorganismen kennen Sie? • einzellig– Bakterien– Pilze (Hefen)– Parasiten (Protozooen)• mehrzellig–  Pilze (Schimmelpilze)–  Parasiten (Nematoden) • ohne Zellstrukturen– Viren, Viroide – Prionen
  • Welche Gast-Wirt-Beziehungen kennen Sie?  positive Beziehungen -Phoresie-Mutualismus-Kommensalismus-Symbiose  negative Beziehungen-Parasitismus-Antibiose
  • Wie ist das Habitat im Darm zusammengesetzt? v.a. Kommensalen  vereinzelte Pathobionten und Pathogene
  • Was ist ein Pathogen? = lebender Krankheitserreger (Mikroorganismus)
  • Was ist Pathogenität?  Pathogenität = grundsätzliche Fähigkeit eines Mikroorganismus in einem Wirt eine Erkrankung hervorzurufen.- humanpathogen/tierpathogen- faktultativ pathogen/obligat pathogen
  • Was ist Virulenz? = Maß der Fähigkeit eines pathogenen Erregers, eine Krankheit auszulösen. hoch virulent  niedrig virulent
  • Was ist Pathobiont?  Mikroorganismus, der unter bestimmten Umständen (Wirt, Mikororganismus gefährlich werden kann, der normalerweise aber als Symbiont (Kommensale) in seinem Wirt lebt (fakultativ pathogen)
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  • Was ist ein obligates Pathogen? Mikroorganismus, der immer in seinem Wirt eine Krankheit verursacht
  • Was wissen Sie über Infektion, Infektionskrankheit?   aktives oder passives Eindringen, Anhaften und anschließende Vermehren von Organismen in ein System (Wirt) mit Hervorrufung einer Abwehrreaktion im Wirtsorganismus (klinisch inapparent -> stille Feiung)   klinische Symptome im Zusammenhang mit einer Infektion bezeichnet man als Infektionskrankheit. (apparente Infektion, Inkubationszeit)
  • Was besagt die Koch-Henlesche-Postulate?  Der Erreger muss bei einer Krankheit regel- mäßig beim Patienten nachweisbar sein (optischer Nachweis).  Er muss regelmäßig in Reinkultur isolierbar sein (kultureller Nachweis).  Mit dem isolierten Erreger muss die gleiche Krankheit in einem im Versuchstier hervor- gerufen werden können (Pathogenitäts- nachweis).
  • Welche Pathogenitätsfaktoren und - mechanismen kennen Sie?  Adhärenz und Adhesine  Invasion und Invasine  Etablierung und Evasion  Toxine  Schädigung durch die Wirtsreaktion
  • Was ist Adhärenz?  Bindung von Mikroorganismen an Oberflächen  Kolonisation (Standortflora, Normalflora)  erster Schritt bei der Invasion
  • Was sind Adhesine?   vermitteln die Bindung von Mikroorganismen (Pathogene) an die Wirtszelle  interagieren mit Zellrezeptoren  Fimbrien, Oberflächenprotiene
  • Was versteht man unter Kolonisation? Dauerbesiedlung von Haut und Schleimhäuten mit Mikroorganismen  physiologische Kolonisation (Normalflora, Standortflora) -> Kommensalen pathologische Kolonisation (z.B. Staphylococcus aureus-Besiedlung der Nase)
  • Was versteht man unter Invasion und Invasine? Invasion: Vordringen in tieferes Gewebe-extrazelluläre Erreger-Spreadingfaktoren z.B. Hyaluronidase, Proteasen  Eindringen in Zellen-interazelluläre Erreger (obligat, fakultativ)-professionell und nicht professionell phagozytierende Zellen -intrazelluäre Überlebenstrategien Invasine Faktoren zur Auslösung wirtzelleigener Internalisierungs-mechanismen (zipper-Like, trigger-like, Caveoli-vermittelt)
  • Was passiert bei der Adhärenz und Invasion in Epithelzellen? Bakterien adhärieren an die Zelloberfläche An der Kontaktstelle zwischen Bakterien und Zelle bilden sich Membranprotrusionen aus.Die Protrusionen sind in engem Kontakt mit den Bakterien Zellprotrusionen “schlingen” sich um die Bakterien und es kommt zur Aufnahme in die Zelle “trigger-like” Phagozytosemechanismus (S06/16/17)
  • Was ist für die Infektiöse Anämie bei Schweinen verantwortlich und wie findet diese statt? Mycoplasma suis Direkte Schädigung der Erythrozyten durch Adhäsion und Invasion: mikroskopische Darstellung S06/19
  • Wie setzt sich Etablierung und Evasion zusammen?  Behauptung gegen die Wirtsabwehr  Evasionsfaktoren  Protein A  Koagulase  intrazellulärer Lebensstil Grundproblem: Überleben trotz Phagozytose intrazelluläre Überlebensstrategien  Eisenversorgung  Immunmodulation  Phasen- oder Antigenvariation
  • Wie behaupten sich pathogene gegen die Wirtsabwehr? (Etablierung und Evasion)  extrazelluläre Abwehrmechanismen (Phagozytose, Komplement-system)  antibakterielle Abwehrmechanismen im Phagolysosom  Eisenstoffwechsel
  • Welche Evasionsfaktoren kennen Sie?   Antiphagozytose (Kapsel , Koagulase, Leukozidine, Hemmung der Phagozyten-migration)  Bindung von Immunglobulinen (Protein A)  Ig-Proteasen  Bindung von Wirtsproteinen (Finrinogen, Albumin etc.)  Immunmodulation und -suppression
  • Was ist Koagulase (Etablierung und Evasion)?  Staphylococcus aureus Umsetzung von Fibrinogen zu Fibrin -> Schutzwall
  • Welche intrazelluläre Überlebensstrategien kennen Sie?  Flucht in das Zytoplasma  Verhinderung der Verschmelzung von Phagosom und Lysosom  Überleben im Phagolysosom
  • Wie wird die Eisenversorgung gewährleistet? (Etablierung und Evasion) Grundproblem: Eisen im Wirt meist als Fe3+ an Proteine (Hämoglobin, Transferrin) komplexiert --> Eisenmangel Eisenaufnahmestrategien von Bakterien  Abbau von Hämoglobin nach Hämolyse Bildung und Nutzung von Siderophoren (eisenbindende Proteine)  direkte Bindung von Transferrin Reduktion von Fe3+ zu Fe2+ -> Aufnahme
  • Was ist Evasion? Verlassen des Wirts durch Parasiten
  • Was wissen Sie über Phasen- oder Antigenvarioation?  Flagellenantigene bei Salmonellen Rekombinationen von sich wiederholenden Gensequenzen bei Mykoplasmen
  • Welche Arten von Toxinen kennen Sie?  Exotoxine, Endotoxine Zytotoxine, Neurotoxine, Enterotoxine, usw.  Störung der Zellfunktion Zerstörung der Zelle
  • Was ist ein Endotoxin?  Bestandteil des Lipopolysaccharids von gramnegativen Bakterien  Freisetzung nach Lyse der Bakterien  pyrogen, enzündungsfördernd, gefäßaktiv (Endotoxin-Schock)
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  • Was versteht man unter Durchfall Kalb?  enterotoxinoge Escherichia coli (ETEC)  hitzestabile – und labile Exotoxine
  • Was ist Tetanus?  Neurotoxin  wirkt auf die inhibitorischen Motoneuronen (ZNS)  hemmt die Ausschüttung von GABA oder Glycin  Dauerkontraktion der skelettalen Muskulatur-> spastische Paralyse
  • Welche Schädigungen können durch die Wirtsreaktion entstehen?  Entzündungsreaktionen, Schock  Superantigene-> überschießende Bildung von Zytokinen  Überempfindlichkeitsreaktionen- Allergien  autoreaktive Prozesse, Autoimmunität - strukturelle Ähnlichkeit- „hidden antigens“- unspezifische Aktivierung aller B-Lymphozyten
  • Was bedeuten Hämotrophe Mykoplasmen beim Schwein? Autoimmunität Kälteagglutinine IgM (autoreaktive Antikörper)- Carbohydrat-Antigene auf der Oberfläche der Erythrozyten Warm-reaktive IgG autoreaktive Antikörper- porcines Aktin als autoreaktives Antigen („molecular mimickry“)
  • Wie sieht der Zyklus für eine Allgemeininfektionskrankheit aus? I. Inkubationsstadium (Primärinfekt)II. Stadium der Generalisation (Prodromalstadium) III. Stadium der Organmanifestation