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Verhaltensökonomie (Fach) / Heft 6 (Lektion)
Behavioral Finance
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- Informations- und Entscheidungsprozess: - 4 Teile, erklaeren, nennen fliessende Übergänge (va zwischen Phase 2 & 3) 1. Informationswahrnehmung - Marktteilnehmer erstellt Bild seiner Umwelt durch interne und externe Info-Quellen- aktiver/passiver Prozess zur reduzierung von Ungewissheit 2. Informationsverarbeitung - M verarbeitet relevante Infos- Kognitive Beschraenkungen in Verarbeitungskapazitaet & -geschwindigkeit- Anwendung von Heuristiken (Faustregeln): Beschleunigen Entscheidungsfindung Fuehren unter umstaenden zu systematischen Verzerrungen (Biases) 3. Informationsbewertung - Entscheidung auf Basis der Info-Wahrnehmung & -Verarbeitung- Einbezug von Infos aus Kurz- und Langzeitgedaechtnis- Heuristiken vereinfachen Infoverarbeitung 4. Investitionsverhalten - M setzt Entscheidung auf Basis der vorherigen Schritte um- Verhalten gepraegt von: Reduktion kognitiver Dissonanz zahlreiche Heuristiken (Fehlinterpretation von Infos: Beibehalten einer Entscheidung)
- Entscheidungsprozess 1: Informationswahrnehmung: - was fuer ein Prozess ist das? - Problem, Folge - innere & aussere Reize - Signal, Unsicherheit - aktiv/passiv (einfach, komplex) - Verhaeltnis interne externe Infos: 3 Faktoren - Selektive Wahrnehmung (was ist das (3), Prinzipien (3), klassisches Beispiel, Beispiel Aktien) - Information Overload (was ist das?, warum, Problem, beispiel Marmelade, 3 entscheidende Punkte fuer Auswahlmenge) Informationswahrnehmung = kognitiver Informationsverarbeitungsprozess- kognitive Belastungen durch individuelle Entscheidungsregeln behoben - Wahrnehmungsstoerungen (Entscheidungsregeln) a) selektive Wahrnehmung b) Information Overload gelten - äußere & innere Reize aessere: Medien innere: Emotionen (bes. Gier und Angst)- Bild der Umwelt generieren- Information = Signal soll Ungewissheit reduzieren- aktive Infowahrnehmung: aktives Suchverhalten passive Infowahrnehmug: ohne Absicht(Durchblättern einer Zeitschrift)- einfache Entscheidungen: Abruf Gedaechtnis (interne Infoquellen) komplexe Entscheidungen: aktive Suche (externe Inforquellen) Faktoren die das Verhältnis interner & externer Infoquellen bestimmen: 1. Beteiligung an der Entscheidung je höher, desto stärker externe Infos 2. Bestand an internen Informationen je weniger, desto stärker externe Infos 3. Kosten-Nutzen-Verhältnis fuer Inforsuche je günstiger, desto mehr externe Infosuche Wahrnehmungstoerungen: a) Selektive Wahrnehmungdurch ihre Erwartungen beeinflusst, va bei komplexen Problemen - Infos = Erwartungen: mehr Bedeutung - Erfahrungen/Gewohnheit: übersieht neue Infos suboptimalen Entscheidungsvorbereitung - Ueberbewertung von Schlüsselinformationen scheinen besonders wichtig, andere Infos werden ersetzt/vernachlaessigt drei Prinzipien der selektiven Inforwahrnehmung 1. Vollständigkeitsprinzip - Genügen die vorhandenen Informationen nicht?- eigene Infos (Erfahrung) einbezogen- Ziel: stimmigen Gesamteindruck erzeugen 2. Prinzip der Ähnlichkeit und Gleichheit - ähnliche Infos werden zu konsistentem Gesamtbild verdichtet- dem Gesamtbild widersprechende Infos werden vernachlaessigt 3. Figur-Grund-Prinzip - Infos die von bisheriger Wahrnehmung abweichen: begrenzt rational bewertet- aus vorgefassten Blickwinkel betrachtet- Uminterpretation moeglich Klassisches Beispiel: Verkostung Cola & Pepso:- Blindtest: Pepsi besser- offener Test: - Grund: Positive Assoziationen mit Marke Beispiel: Selektive Wahrnehmung Aktienkauf - nach Investition va positive Nachrichten suchen- ueberoptimistische Stimmung- unterschaetzt negative Infos- Kurs steigt nicht wie erwartet... M kann das nicht verstehen, haelt an Meinung fest- Kurs faellt weiter.. glauben Investition war von vornherein ein Fehler will Fehler nicht eingestehen haelt an Hoffnung steigender Kurse fest = Dispositionseffekt: Unterentwicklung vieler Depots b) Information Overload - keine Unterscheidung zwischen relevanten & irrelevanten Infos - idR wenn zu viel Informationsangebot = Stess verminderte Faehigkeit Prioritaeten zu setzten Erinnerung an andere Infos erschwert- verminderte Infoquali: Entscheidung- Aktivierungspotenzial der Info? technischer Analytiker wird sofort Kurs beachten Beispiel: Information Overload: Verkaufsquote von Marmeladen: - Studie: Supermarkt testet Verkaufsquote von Marmeladen - Verkaufsquote höher, je weniger Auswahl 24 Sorten: 3% kaufen 6 Sorten: 30% kaufen - großangelegte Überprüfung: Nicht derart bestaetigt - unter welchen Bedingugne funktioniert es? Ergebnis Forschungsarbeit Scheibehenne: Drei Punkte von Bedeutung: 1. Wer genau weiß, was er will, profitiert von mehr Auswahl 2. Menschen sagen ihnen sei mehr Auswahl lieber 3. Auswaehlen unter vielen Optionen: Grosse Schwierigkeiten
- Entscheidungsprozess 2: Informationsverarbeitung/Bewertung: - Homo Oeconomicus Humanus (begrenzt (2), Folge, was ist Bias) - serielle Verarbeitung (was ist das, Kritik an 7 chunks (2)) - Heuristiken bzgl. Entscheidung: verringern was? erhoehen was? - Verhaltensmuster von Ms (4) - Faktoren die Infoverarbeitung beeintraechtigen (5) - Bewertung von Infos: 4 Heuristiken nennen Homo Oeconomicus Humanus: Heuristiken- begrenzte Verarbeitungskapazität - begrenzte Geschwindigkeit=> wiederkehrende, systematische Verzerrungen (Bias) fliessender Uebergang: von Wahrnehmung zu Verarbeitung & BewertungVerarbeitng und Bewertung ueberlappen sich teilweise - Ziel: Vorbereitung der Entscheidung- Infos aus Wahrnehmung mit Gedaechtnis (Infos/Strategien) verbuden - serielle verarbeitung: Aufnahme und Verarbeitung nur wechselweise beschränkte Verarbeitungskapazität != Homo Oeconomicus - Bisherige Annahme (Miller, 1956): 7 +/- Chunks (Informationseinheiten) gleichzeitig - durch Studie 2001 relativiert: Eher 4 statt 7! Zahl abhaengig von Komplexität der chunks F 4 Zahlen != 4 lange Woerter 4 unbekannte Saetze, sehr schwer=> Anwendung von Heuristiken Verringerung der Alternativen ++ Wahrscheinlichkeit, eine Entscheidung treffen zu können Pasche: M = „imperfekt“: folgende Verhaltensmuster: 1. Anreiz akzeptabel geltende Verarbeitungsfehler zuzulassen (sinkende Kosten) 2. M nutzt nur Teil der verfuegbaren Infos 3. Anreiz aktuelle Infos zeitweise zu ignorieren- != Bayes-Theorem- Erwartungen werden verzögert an die veränderte Situation angepasst 4. Neigung zu Vereinfachungsstrategien: kognitiven Aufwand begrenzen Infoverarbeitung durch Faktoren beeinträchtigt: 1. benötigte Infos > verfügbare Infors- Ms gelangen nicht an alle Infos- != neoK 2. Neuartigkeit/Erfahrung Problembereich - weniger Verarbeitungkapazitaet wenn wenig vertraut mit Problembereich 3. Mehrdeutigkeit der Informationen - unterschiedlich interpretierbar- Info vorhanden, Bedeutung unklar 4. Qualität der Informationen - idR schwer von irrelevanten Infos zu unterscheiden 5. Präsentationsformat - Infoverarbeitung durch Darstellungsform beeintraechtigt - va wenn Aufwand fuer Gesamtverständnisses sehr hoch Bewertung der Infos:KZG und LZG durch folgende Heuristiken beeinflusst:- Bezugspunkt-Effekt - Ambiguitätsaversion - Umkehr der Risikobereitschaft - Hedonistische Bewertung
- Entscheidungsprozess 3: Investitionsverhalten: - gepraegt durch? - wie gemacht? 2 Heuristiken - Dispositionseffekt - Theorie der kognitiven Dissonanz erklaeren - Selbstverpflichtung/Selbstbingung (Bedeutung, 4 Faktoren) - Folgen aus Beduerfnis nach Dissonanzfreiheit (2) Vermeidung kognitiver Dissonanz - Infos != Entscheidung: Kognitive Dissonanz- durch selektive Wahrnehmung und selektive Entscheidung vermindert- negative Infos werden verdraengt- positive Infos werden hervorgehoben => Dispositionseffekt Gewinneraktien zu früh abgestoßen, Verliereraktien zu lange behalten Theorie der kognitiven Dissonanz - Leon Festinger 1957 - Ms emotionales Unbehagen nach Entscheidung fuer eine Option- durch Infos != Wertvorstellungen & Entscheidungen - Ungleichgewicht zwischen psychologischen Kognitionen Einstellung, Emotionen, Glauben an getroffene Entscheidung- Ungleichgewichte beheben: negative Infos verdraengen positive Infos hervorheben - je staerker emotionale Bindung an Entscheidung desto hoeher die Selbstbindung an Entscheidung desto hoeher die moegliche Dissonanz Beeinflusst Investorenverhalten: 1. Selektion von Infos: -- Fähigkeit Investitionsentscheidung zu ueberwachen, ueberpruefen 2. Aktive Investitionshandlung durch Unbehaglichkeit der Situation überschattet Selbstverpflichtung/Selbstbindung einer Entscheidung Je hoeher, desto staerker Unbehagen & Stärke kognitive Dissonanz Selbstverpflichtung/Commitment durch: 1. Entscheidungsfreiheit - M hat keinen zwang an Aktienmaerkten, besonders hohes Commitment 2. Verantwortung- nur uebernommen wenn entwicklung bereits absehbar- keine ueberraschende Entwicklung in Form von Verlusten 3. Irreversible Kosten - bei Verlust! 4. Normabweichung - Abweichend von Meinung der Mehrheit z.B. in aktueller Marktlage ausschließlich lang laufende US-Staatsanleihen kaufen Steigt Inflation: Papiere verlieren stark an Wert - ++ Commitment Folgen aus dem Bedürfnis nach Dissonanzfreiheit Dissonanz beseitigen: Bedauern bei falschen Entscheidungen verringern... a) selektiven WahrnehmungReduktion Informationsmenge b) selektive Entscheidung - bereits getroffene Entscheidung beibehalten - trotz hoher Kosten als Erfolg werten => Theorie der kognitiven Dissonanz schließt mehrere Phasen des Entscheidungsprozesses ein
- Prospect Theorie 1: Bewertung von Wertpapieren - von wem, wann, ziel, Grundlage, Effekt Fachwort, Schlussfolgerungen Praxis - Wertpapierbewertung neoK und BF: a) Stummung b) Erwartungsnutzen - 2 Phasen Entscheidungsprozess - Referenzpunkt oberhalb, unterhalb, drauf - 4 Merkmale wie Ms Wertpapiere bewerten (Referenzpunkte, Nutzenkurve malen, Verlustabersion, Dispositionseffekt, Reflection-Effekt) Prospect Theorie - „Neue Erwartenstheorie“ 1979 von Kahneman & Tversky = Basis der Entscheidungsfindung- Modell der Entscheidungsfindung unter Unsicherheit- eine von zwei Handlungsalternativen wird gewaehlt über Wahrscheinlichkeiten (prospects) verbunden- Ziel: Irrationale Entscheidungen erklaeren (!= Wahrscheinlichkeiten, Erwartungsnutzentheorie)- ökonomische Entscheidungen durch Wahrnehmungsverzerrungen (Biases) beeinflusst Heuristiken verringern Komplexitaet: suboptimale Entscheidungen- Gründe für begrenzt rationale Entscheidungen näher beleuchten Ms Auswirkungen besser verdeutlichen Dispositionseffelt (Festhalten an Verliereraktien, Verkauf von Gewinneraktien) - bessere Entscheidungen durch: zB Schulungen, passende Kommunikation und Training des korrekten Verhaltens Wertpapierbewertung: neoK vs BF 1. Stimmung Behavioral Finance:- Stimmung (sentiment) der Ms = treibenden Faktor der Preisbildung- Stimmung = Resultat systematischer Fehler im Informations- und Entscheidungsprozess- Stimmungsschwankungen fuehren zu Marktanomalien Neoklassische Kapitalmarkttheorie:- Stimmung geringer Einfluss- Verarbeitung frei von Wahrnehmungsverzerrungen- Abweichung vom fundamentalwert = nur temporaere Marktanomalie (Arbitrage) 2. Erwartungsnutzen neoK:- Ms wollen erwarteten Nutzen maximieren Behavioral Finance:- kritische gegenüber Erwartungsnutzentheorie Ms Verhalten inkonsistent zur Erwartungsnutzentheorie - Alternative: psychologisch orientierten Theorie: Prospect Theory (DE: Erwartenstheorie) Kahneman und Tversky: 2 Phasen des Entscheidungsprozesses: Phase 1 – Editingalle vorliegenden Alternativen werden bewertet Phase 2 – Entscheidungdurch Editing vereinfacht Referenzpunkt/Bezugspunkt = neutraler Punkt - von dem aus wird bewertet - in Wahrnehmung und in Bewertung von Infos gibt es diesen neutralen Punkt - oberhalb: relative Gewinne unterhalb: relative Verluste auf Bezugspunkt: neutral 4 Merkmale wie Ms Wertpapiere bewerten: 1. Ms bewerten Ergebnisse anhand Referenzpunkt - Referenzpunkt haeufig = Einstandskurs (für 100 € gekauft)- weitere Referenzpunkte: Inflationsrate für erwartete Renditeentwicklung Marktportfolio fuer eigenes Portfolio Performance anderer Marktteilnehmer fuer eigene Renditeentwicklung - Referenzpunkt kann sich verschieben: ZB bei unrealisierten Gewinnen (kuerzlich erreichte Bewertungsniveaus) M realisiert Gewinn der unter bereits realisiertem Gewinn liegt: Schmerz ueber relativen Verlust (statt absoluter Gewinn) - bei längerer Haltedauer aber auch innerhalb von Studen 2. Ms wollen relative Verluste zum Referenzpunkt vermeiden - Gewinnzone: konkav (Nutzenfunktion) Verlustbereich: konvex & steiler = Verlustaversion Verluste hoeher bewertet Verluste = dissonantes Ereignisse - Folge: Dispositionseffekt halten zu lange an Verlusten fest verkaufen Gewinneraktien zu schnell => laenger gehaltene Aktien: Im schnitt geringere Rendite denn zoegerlicher Verkauf bei Verlusten- Dispositionseffekt ist am Jahresende schwächer steuerliche Geltendmachung von realisierten Verlusten - erfahrene Investoren weniger stark betroffen 3. Verluste veraendern Risikoeinstellung der Ms = Reflection-Effekt - abnehmenden Sensitivität im Verlustbereich => wird risikofreudiger M bevorzugt im Verlustbereich riskante Alternativen mehr investieren, moeglichen Verlust doch noch abwenden neue Anteile senken durchschnittlichen Einstiegskurs naechstmoegliche Aufwaertsbewegung schneller in Gewinnzone- Gewinnbereich: M bleibt risikoavers Beispel: Nachkauf von Wertpapieren durch Nick Leeson (Derivatehaendler): => Insolvenz der Barings Bank- ersten Verluste: Versuch durch Risiko auszugleichen- noch groessere Verluste: Noch umfangreichere Abschluesse=> Verluste 1,3 Mrd £ 4. Ms ueberschaetzen Wahrscheinlichkeit sehr unwahrscheinlicher Ereignisse - Gründe für falsche Entscheidungen- Ms ueberbewerten kleine Wahrscheinlichkeiten Ms unterbewerten grosse Wahrscheinlichkeiten=> falsche Prioritaeten zu viel Zeit fuer unbedeutende Entscheidungen investition in exotische Aktientitel, Optionen oder Schuldscheine (nur bei drastischen Entwicklungen profitabel) - unnoetig hohe Portfoliokosten
- Prospect Theory 2: Wertfunktion als Spiegel menschlicher Bewertung: - Nutzenfunktion malen - 3 Charakteristika der Wertfunktion (1: Sensivitaet, mehrere Referenzpunkte, Aspiration-Level, nicht per se irrational | 2: Risikoeinstellung | 3: Verlustaversion, Ursache, Commitment) Nutzenfunktion - S-förmige Wertfunktion- Risikoeinstellung durch Referenzpunkt definiert- zunehmende Entfernung: abnehmende Sensitvitaet Charakteristika der Wertfunktion 1. Wertfunktion stellt durch Referenzpunk relative Gewinne und Verluste dar abnehmende Sensivitaet:- jeder zusätzliche Gewinn / Verlust einen immer geringeren Wertzuwachs/-verlust - Webersches Gesetzes der Psychologie: Zusaetzlicher Reiz muss umso staerker sein Ms koennen mehrere Referenzpunkte haben: - Kurse bezueglich jeweiligem Referenzpunkt interpretiert Aspirations-Level:- etwas ander Referenzpunkt- vollkommen zufriedenstellend sofern Kurs ueber diesem Level - idR orientiert an vergangenen Wertpapiererfolgen - Kurs im Best-Case-Szenario - leicht darunter: enttaeuschend, aber nicht so sehr wie unter Referenzpunkt Ertraege unter Aspiration-Level bleiben weiterhin Gewinne Bewertung auf Basis von Referenzpunkten ist nicht per se irrational!irrational wenn wiederholt veraendert 2. Wertfunktion ist im Gewinnbereich konkav im Verlustbereich konvex - verdeutlicht Veränderung der Risikoeinstellung - Verlustbereich risikofreudig Gewinnbereich risikoscheu- Zukünftige Entscheidungen haengen davon ab- Gewinn/Verlust entstehen erst durch Bewertung 3. Wertfunktion ist im Verlustbereich steiler - verdeutlicht Verlustaversion (Loss Aversion) - Ursache: Theorie der kognitiven Dissonanz Wertpapierentscheidung nachträglich als falsch eingestuft - vom Commitment/Selbstverpflichtung abhängig Commitment hoch: Steigung im Verlustbereich nimmt zu
- Begrenzte Rationalität im Entscheidungsprozess: Uebersicht: - Vorsicht - Entscheidungstheorie Klassifikation von Entscheidungen - Angewandte Heuristiken im Entscheidungsprozess (1:3, 2:6, 3:3, 4:6) Kahnemann & Tversky: Heuristiken bei Entscheidung - Heuristiken sind nicht trennscharf definiert - im Zeitablauf in unterschiedlichen Studien ermittelt - werden erst im Laufe der Forschung Schritt für Schritt klar strukturiert Entscheidungstheorie: a) Entscheidung unter Sicherheit: eintretende Situation ist bekannt (Deterministisch) b) Entscheidung unter Unsicherheit - Entscheidung unter Risiko: Eintrittswahrscheinlichkeiten sind bekannt - Entscheidung unter Ungewissheit: Eintrittswahrscheinlichkeiten nicht bekannt Angewandte Heuristiken im Entscheidungsprozess: 1. Informationswahrnehmung: - Verfuegbarkeit- Selektive Wahrnehmung- Darstellungseffekt 2. Informationsverarbeitung: - Verankertung und Anpassung- Repraesentativität- mentale Buchfuehrung- Informationsquelleneffekt- Risk-Return-Paradox- Selbstüberschaetzung- Kontrollillusion- Rezenzeffekt- Bestaetigungsneigung 3. Informationabewertung: - Bezugspunkt- Ambiguitätsaversion- Umkehr der Risikobereitschaft- Hedonistische Bewertung 4. Investitionsverhalten: - Verlustaversion- selektive Entscheidung- Reueaversion- Ausgabeneffekt- Besitztumseffekt- Home Bias- Selbstattribution
- Heuristiken Informationswahrnehmung: - Verfuegbarkeitsheuristik (engl, beschreiben, Beispielfragen, Kosequenzen fuer Anleger (2), Klumpenrisiko, Home Bias) - Selektive Wahrnehmung (engl, vor und nach Entscheidung, Kosequenzen (2)) - Darstellungseffekt (engl, Frames (4), Beispiele, Konsequenzen fuer Anleger (2) => Effizien, aber nicht alle Infos werden verarbeitet... 1. Verfügbarkeit (Availability) a) Allgemeine Beschreibung - Bedeutung von Inofs = Vorstellungskraft/geschätzte Eintrittswahrscheinlichkeit a- weniger wahrscheinliche Szenarien werden herausgefiltert - Grundlage Wahrscheinlichkeitseinschaetzung: Häufigkeit in Vergangenheit je häufiger Ereignis aufgetreten ist, desto leichter ist ein erneuter Eintritt vorstellbar- noch nicht eingetretene = schwer vorstellbar: Eintrittswahrscheinlichkeit unterschaetzt Beispielfragen: - Was ist riskanter: Kernreaktoren oder Sonnenlicht? - Welche Tierart ist in den USA verantwortlich für die meisten Todesfälle unter Menschen Alligatoren, Bären, Rehwild, Haie oder Schlangen? - Ordnen Sie (auf ein Jahr bezogen) die Todesursachen (in der linken Spalte) der jeweiligen Anzahl weltweiter Todesfälle (in der rechten Spalte) zu: 1) Krieg 2) Suizid 3) Mord a) 310000 b) 815000 c) 520000 Suizid, Mord, Krieg => Ein Grund warum fuer innovative Investoren sehr schwierig Risikokapital zu finden.. Erfolgsaussichten nur schwer vorstellbar, scheinen daher unwahrscheinlich b) Konsequenzen für das Anlageverhalteninsb. private Anleger 1. Fehlbewertung der Eintrittswahrscheinlichkeiten von Investmentalternativen- selektieren diejenigen die am meisten ihre Aufmerksamkeit erregen = in zeitschriften beworben, kuerzlich starke Kursschwankungen, extreme Tagesbewegungen - Überreaktion auf Unternehmensnachrichten: Ausfaelle von Parmalat, Enron, Worldcom monatelang in den Schlagzeilen "auch andere Anleiheemittenten können Schulden nicht mehr decken" - Unterschaetzen Ausfallrisiko von Hochzinsanleihen: nach mehreren Jahren mit geringen Ausfallquoten 2. Aussuchen von Investitionen auf basis bestimmter Kategorien- Kategorie je nach Verfuegbarkeit im Gedaechtnis- persönliche Erfahrungen, verankerte Erlebnisse/Erfahrungen- bestimmtes Land (Home Bias) / bestimmte Industrie => unausgewogene Portfolios Klumpenrisiko (Porfolio-Risiko hoeher aufgrund einer Region/einer Industrie) 2. Selektive Wahrnehmung (selective perception) a) Allgemeine Beschreibung - bewusst oder unbewusst Infos vernachlaessigen- vor und nach Entscheidung vor: nur das wahrnehmen was gewuenscht (!= objektiv) nach: wahrnehmen was Entscheidung stützt (bei hoher Selbstverpflichtung)- der selbe Sachverhalt wird völlig unterschiedlich interpretiert wird (individuelle Bedürfnissen, persönlichen Erfahrungen, Emotionen) Beispiel:- M recherchiert intesiv (Selbstverpflichtung)- macht hohe Investition- Kurse fallen- Verliereraktie wird behalten, Hoffnung b) Konsequenzen für das Anlageverhalten 1. Analysten: Nur Infos die Erwartungen entsprechen & Prognosen nicht widersprechen - extrem starke Wahrnehmungserwartung selektiven Wahrnehmung => falsche Wahrnehmung der Infos- positiv gestimmter Analyst: steigenden Arbeitslosenzahlen => steigende Aktienkurse (Inflation sinkt aufgrund sinkender Lohnkosten)- negativ gestimmter Analyst: steigenden Arbeitslosenzahlen => fallende Aktienkurse (Wirtschaftswachstum beeinträchtigt) 2. Ms (va private): Entscheidung durch Infos rechtfertigen, weitere Investitionen - Sunk-Cost-Effektes (selektive Entscheidung): Weitere Investitionen- begrenzt rational, haelt an Verliererpositionen fest- Ende 90er Dotcom Blase: Private und Institutionelle Anleger kaufen Technologieaktien durch die mediale Berichterstattung Spekulationsblase 3. Darstellungseffekt (Framing) a) Allgemeine Beschreibung - Präsentation => unterschiedliche Entscheidungen - zB: Reihenfolge grafische Darstellung Einbettung von Infos in bestimmten Kontext positiv (entgangener Gewinn) oder negativ (Verlust) dargestellt Beispiele:- Situation Supermarkt: eine Grapefruit für 1 € (Verlustsituation) drei dagegen für 2,50 € (Gewinnsituation) Wofür entscheiden Sie sich? - Situation Krankenhaus: Vor OP Aufklärung über Medikament a) 25% überleben die Operation mit dem Medikament b) 75% versterben mit dem Medikament- Situation Anlageberatung: Entwicklung eines Wertpapieres: a) letzte 6 Monate mit stetig steigenden Notierungen b) vergangenen 2J: starken Kursverlusten in ersten 18 Monaten + anschließende Erholung b) Konsequenzen für das Anlageverhalten 1. private Anleger: unsachgemäße Befragung des Klienten zur Risikoeinstufung- falschen Risikoklassifizierung - Produkte empfohlen, die nicht zu Anlageverhältnissen passen 2. private Anleger: mit einer Darstellungsform vertraut: Risiko wird unterschaetzt:- verbale Beschreibung der Entwicklung (vertraut) Risiko unterschätzt- Renditeentwicklung der vergangenen zehn Jahre in Balkendiagramm (vertraut) Risiko unterschätzt- Verteilung entsprechend der Normalverteilungskurve (unvertraut) Risiko hoher eingeschatzt
- Heuristiken Infomationsverarbeitung: - Informationsquellen-Effekt (engl., kurz beschreiben) - Selbstüberschätzung (engl., kurz beschreiben) - Kontrollillusion (engl., kurz beschreiben) - Rezenzeffekt (engl., kurz beschreiben) - Bestätigungseffekt (engl., kurz beschreiben) - Verankerung und Anpassung (engl., beschreiben, Glücksrad, im Anlageverhalten, Konsequenzen (3), Gewinnankündigungsdrift) - Repräsentativität (engl., beschreiben, Beispiel Laura, Kosenquenzen (3, 1:2) Conjunction-Fallacy, Conditional Probability Fallacy) - Mentale Buchführung (engl., beschreiben, Konsequenzen (4), Flatrate-Angebote, Dispositionseffekt und mentale Buchführung) Informationsquellen-Effekt (Information Source Effect):- Infos unterschiedlicher Quellen werden nicht auf Richtigkeit geprüft- scheinen gleich gut- Fake News... Selbstüberschätzung (Overconfidence):- eigene Prognosefähigkeit & Kompetenz überschätzt - Risiko Fehlprognose unterschätzt- erhöhen das Depotrisiko Kontrollillusion (Illusion of Control):- Gefühl, die Märkte prognostizieren/kontrollieren zu können- Konsequenz der Selbstüberschätzung - wenn M zeitweise erfolgreich - verzerrt Erwartungsbildung- verfälscht Lernprozesse Rezenzeffekt (Recency Effect):- Ms werden durch Reihenfolge von Nachrichten/Ereignissen beeinflusst - verhindert Beachtung aller Infos- M investiert zB da Manager durch Medien besonders erfolgreich dargestellt Bestätigungseffekt (Confirmation Bias):- aktive & selektive Suche nach Infos um getätigte Investition zu bestätigen- Dissonanz verhindern Verankerung & Anpassung (Anchoring & Adjustment) a) Allgemeine Beschreibung - Richtwert (Anker) um Problem/Sachverhalt einzuschätzen - Anker = Zufallswert- wird durch weitere Infos modifiziert - begrenzt rationale Verhaltensweise: Anker wird nicht ausreichend modifiziert != Homo oeconomicus & Bayes-Theorems - Manipulation durch Anker zB durch Analysten, Vermögensberater etc. bestimmter Dax-Stand Ende des Jahres, Kursziel einer Aktie etc. Beispiel: Glücksrad (Kahneman & Tversky) - Glücksrad Nummern 1 bis 100 - Gruppe 1: 65- Gruppe 2: 10- aufschreiben, ob der Anteil afrikanischer Länder in der UNO größer oder kleiner Zahl- dann Genaue Zahl schätzen Gruppe 1: 45% Gruppe 2: 25%- obwohl sinnlosigkeit offensichtlich im Anlageverhalten:- bewerten Positionen auf Basis kürzlich erreichter Buch-Gewinne/-Verluste- Sinkt nicht realisierter Gewinn = „Verlust“ b) Konsequenzen für das Anlageverhalten 1. Wertpapier-Analysten passen Prognosen verzögert an neue Infos an - daraus folgt „Gewinnankündigungsdrift“ - weitere Zugewinne bei positiven Meldungen weitere Verluste bei negativen Meldungen- Us: Aufschwungphasen überraschend gute Ergebnisse Abschwungphasen Prognosen nicht eingehalten - Ms leiten zukünftige Gewinne aus historischen Werten ab neue Infos werden nur schrittweise einbezogen 2. Private Anleger treffen Wahrscheinlichkeitseinschätzungen über künftige Kursentwicklungen, die zu stark auf aktuellen Kursentwicklungen basieren - Endjahresstände von Aktienindizes in Abhängigkeit kürzlich erreichter Kursstände prognostiziert- nicht unter Beachtung historisch gerechtfertigter Entwicklungspotenziale 3. Private Anleger können sich in die ökonomische Lage eines Landes oder eines Unternehmens verankern und sich in der Folge zu stark von der bisher erlebten Entwicklung „blenden“ lassen - Japan 80er: galt als stärkste Wirtschaftsnation Annahme: Wirtschaftlichen Verhältnisse würden über Dekaden anhalten - Nokia galt als Vorreiter verfehlte Produktpolitik (nicht erkannte Kundenbedürfnisse) Repräsentativität (Representativeness) a) Allgemeine Beschreibung - vorhandene Infomenge organisieren und schnell verarbeiten- Beurteilung anhand von Stereotypen Wahrscheinlichkeit auf Basis von Ähnlichkeiten- Gehirn: Annahme dass Objekte mit ähnlichen Qualitätsmerkmalen einander ähnlich sind Beziehung Objekt und Objektklasse müssen nicht weiter analysiert werden Beispiel: Laura - 28 Jahre alt- sehr intelligent - studiert Philosophie- Fragen sozialer Gerechtigkeit und Diskriminierung - Anti-Kernkraft-Demonstrationen Wie hoch Wahrscheinlichkeit der folgenden Behauptungen über Laura?1) Laura ist Bankangestellte 2) Laura ist Bankangestellte und aktiv in der Frauenbewegung ca. 90% schätzen dies wahrscheinlicher!!! Grund: Aussage ist plausibler (repräsentativer für Stereotyp der Objektklasse) Ist aber Teilmenge von Antwort 1.. b) Konsequenzen für das Anlageverhalten 1. Überschätzen von Wahrscheinlichkeiten = Conjunction Fallacy - erkennen nicht: Wahrscheinlichkeit des gleichzeitigen Eintretens zweier Ereignisse kann nie größer als jedes einzelne - gemeinsames Ereignis ist repräsentativer- Beispiel: Wahrscheinlichkeit für Regen am nächsten Tag 40% angekündigte Besuch der Schwiegereltern 80% „Schwiegereltern kommen im Regen“ kann nicht größer 40% sein! = Conditional Probability Fallacy- Bedingung und Ereignis werden bei hohen, bedingten Wahrscheinlichkeiten vertauscht- Beispiel Crash-Risike: Oktober gilt als Crashmonat 1929 - 1998: 10 von 29 Crashes im Okt: p (Okt | Crash) = 10 : 29 = 34 %) bedingte Wahrscheinlichkeit p (Crash | Okt) überschätzt nur 10 von 69 Oktobern seit 1929: Crash p = 16%! 2. Überschätzen von empirischen Zusammenhängen - Scheinkorrelation Ms sehen Zusammenhänge wo es keine gibt- zB Dotcom Blase: „Börsengang im Neuen Markt“ und „hohe Wachstumsraten der Gewinne“ - Realität: Nur bei qualitativ hochwertigen Us besteht der Zusammenhang 3. Überschätzen von kausalen Zusammenhängen - zukünftige Situationen aus Vergangenheit abgeleitet siehe Beispiele Crash-Risiko & Neuer Markt - Beispiel Prognoseentwicklung zweier Analysten Analyst 1: liegt an allen fünf Tagen richtig Analyst 2: jeweils falsche Prognosen M schlussfolgert: Analyst 1 auch in der nächsten Woche besser => leitet aus emirischen Befunden Zusammenhang ab- auch bei Finanzexperten Mentale Buchführung (Mental Accounting) a) Allgemeine Beschreibung - für jede Entscheidung/Sachverhalt/Anlage: mentales Konto voneinander völlig unabhängig - Jedes Konto: S-förmige Wertfunktion mit Bezugspunkt (Prospect Theory)- z.B. zwei mentale Konten a) realisierte Gewinne/Verluste b) nicht realisierte Gewinne/Verluste- treffen Entscheidungen die anfängliche Investitionsentscheidung bestätigen (verkaufen Gewinneraktien, halten an Verliereraktien fest) b) Konsequenzen für das Anlageverhalten v.a. bei Privatenvier Herangehensweisen zur Maximierung des eigenen Nutzens (PT): 1. Der Marktteilnehmer realisiert Gewinne verteilt voneinander (Segregation) - Freude am positiven Ergebnis längeren erleben - Grund: abnehmende Sensitivität im Gewinnbereich hohe Sensitivität für anfängliche Gewinne genutzt, um diese schnell zu veräußern Sensitivität fuer jede Einzelposition ausgenutzt 2. Der Marktteilnehmer fasst entstehende Verluste zusammen (Integration) - Ziel: Gefühl des Bedauerns mindern- Grund: abnehmende Sensitivität - Verkauf mit Verlust: Schließung mentales Konto & emotionalen Reaktion 3. Der Marktteilnehmer kombiniert kleinere Verluste mit größeren Gewinnen - Verlust weniger spürbar- verminderter Gewinn weniger schmerzhaft als Verluste 4. Der Marktteilnehmer trennt kleinere Gewinne von größeren Verlusten - kleinere Gewinne mehr Freude Praxis: Mentale Buchführung => Gefühl etwas „gratis“ zu beziehendurch Flatrate-Angebot:- Dienstleistung im Voraus bezahlen mehrere kleine Zahlungen zu einer größeren Vorauszahlung zusammengefasst Entkoppelung der Zahlung vom eigentlichen Konsum - verringert das Gefühl für Kosten scheint „gratis“ - einzeln bezahlen => weniger kosumieren Dispositionseffekt & mentale Buchführung:- Verluste halten um Bedauern zu vermeiden Veräußerung würde mentales Konto schließen: Bedauern mentale Buchführung verschärft den Dispositionseffekt - Gewinne veräußern um nach positiven Erfahrungen zu streben
- Heuristiken Infomationsbewertung: - Umkehr der Risikobereitschaft (engl., kurz beschreiben) - hedonistische Bewertung (eng., kurz beschreiben) - Bezugspunkt (engl., Effekte durch Änderung Vermögen etc (3), Konsequenzen für Anleger) - Ambiguitätsaversion (engl., beschreiben, Konsequenzen (2), Home Bias, Kontrolle) relative Bewertung durch Bezugspunkt = Reference Point Umkehr der Risikobereitschaft (Reflection Effect):- M ändert Risikobereitschaft und Anlageverhalten in Abhängigkeit von einer Gewinn/Verlustposition hedonistische Bewertung (Hedonic Framing):- Grund warum M abhängig von Größe, Abfolge, Häufigkeit von Gewinnen / Verlusten anders mit diesen umgeht- individuellen bezugsrahmen (frame) fuer maximale Zufriedenheit schaffen- Hedonismus (Philosophie): Streben nach Sinneslust = höchstes ethisches Prinzip Bezugspunktrelative Bewertung subjektiv erlebter Verluste oder Gewinne a) Allgemeine Beschreibung - Referenzpunkt, reference ponit, Anker - relative Gewinne/Verluste keine Absolutniveaus betrachtet, nur Änderungen zum Bezugspunkt- führen zu unterschiedlichen Verhaltensweisen Effekte durch Änderung von Bezugspunktes/Vermögensposition/Framing: 1. Unterschiedliche Sensitivität entlang Wertfunktion- nahe Bezugspunktes sehr hoch- flacht zunehmend wieder ab- erst nach bestimmter Entfernung steigt Sensitivität wieder = extrem erlebte Verluste/Gewinne 2. Risikoeinstellung - Reflection Effect: „Umkehr der Risikobereitschaft“ Verlustbereich: risikofreudig Gewinnbereich: risikoscheu- Wölbung der Wertfunktion 3. Framing beeinflusst Festlegung des Ankers- Framing Effect - Bezugspunkt wird manipuliert - z. B. mediale Äußerungen von Analysten Interpretation von wirtschaftlichen Daten durch Anlageberater etc. b) Konsequenzen für das Anlageverhalten 1. Risikoeinstellung ändert sich bei extremen Verlust- / Gewinnposition - im Verlustbereich zunächst risikofreudig- extrem hoher Verlust: wieder risikoscheu (liquidiert Position) existenzielle Gefahren begrenzen, Reuegefühl minimieren Beispiel: Verhalten eines Devisenhändlers (ausländische Zahlungsmittel):- Verluste 100 000: Vorgesetzten konsultieren- Vormittags in Schieflage geraten: Verlust von 50000 € akzeptieren oder weiterführen und neutralisieren? weiterführen könnte zur Verdopplung und Konsultation führen p jeweils 0,5- extrem hohe Verlustaversion in der Nähe der 100000-Euro-Marke wieder risikoscheu Ambiguitätsaversion a) Allgemeine Beschreibung - Angst vor dem Unbekannten zieht Bekanntes vor - unbekannte Info, M kann Grad der Ungewissheit nicht überblicken => Ambiguitätsaversion (Unsicherheit über die Unsicherheit)- ist größer umso je weniger M über Sachverhalt zu wissen glaibt je mehr Informationen ihm fehlen je uneindeutiger die Infos - zB Home Bias Beispiel: Home Bias:- in russische Anleihen zu investieren?- abhängig von russischer Volkswirtschaft - kennt er wichtigste Einflussfaktoren kann verlässliche Renditeerwartungen berechnen => glauben, alles unter Kontrolle zu haben: Investition- kennt wichtigste Einflussfaktoren nicht kann keine verlässlichen Renditeerwartungen berechnen => glauben, nicht alles unter Kontrolle zu haben: keine Investition b) Konsequenzen für das Anlageverhalten 1. Private Anleger vermeiden Anlagen mit Gefühl wenig Kompetenz zu haben - orientieren sich stark an inländischen Wertpapieren (Home Bias) - suggeriert Kontrolle: risikofreudig 2. Anlageberater sprechen Themen aufgrund fehlender Kompetenz nicht an - unzureichende Anlageberatung- Folgen für Renditeentwicklung
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- Heuristik Investitionsverhalten: - Besitztumseffekt (engl, erklaeren) - Home Bias - Selbstattribution - Verlustaversion (engl., erklaeren, wo in Funktion, Konsequenzen (2), Myopic Loss Aversion, Preisverzerrung durch Dispositionseffekt, Winner-Loser-Effekt) - Selektive Entscheiung (engl., erklaeren, Folge von was, was sinkt im Zeitverlauf (zB), 1 Konsequenz, Ausgabeneffekt, Reflection-Effekt - Reueaversion (engl., erkaeren, nicht-zahlungsfaehige Konten, Dritte, Konsequenzen (3)) Besitztumseffekt (Endowment Effect):Anlage nicht nur nach intrinsischen Wert betrachtet, sondern auch nach seiner Bindung oder Gewöhnung an die Anlageauch "Status-quo-Effekt" erheblicher Einfluss auf Verlustaversion Präferenz für inländische Wertpapiere (Home Bias) Selbstattribution:Gewinne => Kontrollillusion (in seiner Kompetenz bestaetigt Verlustaversion (Loss Aversion) a) Allgemeine Beschreibung = Steigung der Wertfunktion im Verlustbereich größer ist als im Gewinnbereich- steigt mit zunehmender Selbstverpflichtung- 1979 Bestandteil der Prospect Theory- Verluste vermeiden, Gewinne dafür schnell erwirtschaften (Dispositionseffekt) Gewinnbereich: Rechtskruemmung => groessere Gewinne nicht mehr stark wahrgenommen Verkauf nach ersten bedeutenden Gewinnen Verlustbereich: Linkskruemmung => groessere Verluste nicht mehr stark wahrgenommen Verluste werden laenger gehalten- schaedlichster Effekt begrenzt rationalem Verhaltens Beispiel:- M lange Nachforschung- 100 Stammaktien des Abwicklers von Kreditkartenumsätzen - Verluste - kognitive Dissonanzen - Verlustaversion: Hoffnung- Verluste wachsen auf 50% - Entscheidet sich Investition nun als langfristige Anlage zu betrachten vermindert kognitive Dissonanz => Renditeschaedlich!!! akzeptierte Buchverluste, verzicht auf rentablere Neuanlage b) Konsequenzen für das Anlageverhalten 1. Gewinnerpositionen zu früh verkauft, Verliererpositionen zu lange gehalten- Verliereraktien im Schnitt 3 Wochen laenger gehalten- Dispositionseffekt 2. Private Anleger: Zu haeufig die Wertentwicklung überprüfen- öfter mit möglichen Verlust konfrontiert als mit Gewinnen (über einen langen Zeithorizont)- verleitet zu haefigem Handeln kurzfristig orientiert Myopic Loss Aversion Kurzsichtigkeit im Anlagehorizont - zu frueh verkaufte Gewinneraktien entwicklen sich in 1 Jahr doppelt so gut wie Verliereraktien Beispiel: Preisverzerrung durch Dispositionseffekt:- D => Abweichung vom Fundamentalwert unabhaengig vom Ort, Boerse (kulturbegreifend)- nach positiven Nachrichten: Verkauf, Gewinne realisieren Notierung sinkt (flasch) gute Fundamentaldaten: Notierung muesste steigen - Entlassungswelle: potenzieller Einsparungsmöglichkeiten positive Nachricht- Wertpapier: sinkende Notierung wird nicht Verkauft oberhalb gerechtfertigter Fundamentalwert- Winner-Loser-Effekt (Bondt, Thaler) ehemalige Gewinneraktien tendieren danach zu Unterbewertung ehemalige Verliereraktien tendieren zu Ueberbewertung Selektive Entscheidung a) Allgemeine Beschreibung - Folge des Bedürfnis nach Dissonanzfreiheit andere Folge: selektive Wahrnehmung- zB Industrie: weiter in laufende, defizitäre Projekte investieren bisherigen Investitionen sollen nicht umsonst gewesen sein (Sunk-Cost-Effekt) Beispiel: Ausgabeneffekt (Sunk-cost-effekt sinkt im Zeitverlauf) Fall 1:- Tourist erwirbt Eintrittskarten: winterliches Vierschanzen-Skispringen 50 €- freut sich schon seit längerer Zeit - Tag des Skispringens: schwerer Schneesturm am Wohnort - erheblichen Anstrengung: Freude wird getrübtWürde er eher gehen, wenn er für die Karten gezahlt hätte/umsonst erhalten hätte?Loesung:- mentales Konto: 50 Euro- geht nicht: Schliesst Konto ohne Freude- Anstrengung um Konto positiv abzuschliessen Fall 2: - veränderte Zeitdauer: Skispringen nächste Woche Tickets vor 6 Monaten gekauft/gestern gekauft - wie verhaelt er sich? Loesung:- vor 6 Monaten gekauft: emotionale Belastung sinkt b) Konsequenzen für das Anlageverhalten 1. Marktteilnehmer (v.a. private) selektive Entscheidung - als sunc-cost-effect (Ausgabeneffekt)- weiteres Nachkaufen: senkt druchschnittlichen Einstandskurs bei nächster Aufwärtsbewegung Buchverluste ausgleichen- Auswirkungen des Reflection-Effektes aenderung des Risikoverhaltens bei Verlusten Reueaversion (Regret Aversion) a) Allgemeine Beschreibung - möglichst keine Fehlentscheidungen treffen die man bereuen koennte Bedauern = Verantwortung- daher werden Anlagen mit Dividenden bevorzugt Anlage behalten koennen- bei falscher Entscheidung oder bei nicht getroffener Entscheidung- wird durch Beobachtung durch Dritte staerker - mentale Buchführung: auch „nicht zahlungswirksame“ mentale Konten Beispiel:- M intensive Beobachtung der medialen Berichterstattung - kauft Apple Inc. Aktien - Anteile steigen schnell 20%- Aktie stagniert auf hohem Niveau und gibt 5% nach: Angst: Verkauft- Aktie sinkt tatsaechlich weiter- sucht nur noch negative Nachrichten - tiefe innere Genugtuung, da er im Beisein Dritter die Wertpapiere veräußert hat - Aktie steigt dann wieder- Bedauern bis Erreichen des Verkaufskurses maessig- dann immer staerkeres Bedauern= neues „nicht zahlungswirksames“ mentales Konto: „verpasste“ Gewinne b) Konsequenzen für das Anlageverhalten 1. private & institutitonelle Ms: fuehren nichtzahlungswirksame Konten- Vorraussetzung: M kann nachvollziehen zu welchem Erfolg/Misserfolg andere Alternative geführt hätte- relativer Verlustes = entgangener Gewinn- relativer Gewinn = ersparter Verlust - kognitive Dissonanz falls er andere Entscheidung haette treffen wollen - Intensität der Reueaversion haengt von Selbstverpflichtung ab 2. Reueaversion kann Ms zu konservativ werden lassen- v.a Folge früherer Verluste machen Risiken der Anlage klar- begrenzten Portfolioperformance 3. Reueaversion kann Ms aber auch zu lange an Gewinneraktien festhalten lassen- Gewinne werden nicht realisiert- Winner-Loser-Effekt: Gewinneraktien bauen Überbewertung ab
- Massnahmen gegen begrenzt rationale Verhaltensweisen 1: - Ursprung & Loesung von Heuristiken (2) - Schulungsoptionen (3) - jeweils Ursprung und Schulung: Selbstueberschaetztung, Repraesentativitaet, Verankerung, kognitive Dissinanz, Verfuegbarkeit, Kontrollillusion, Ambiguitaetsaversion, mentale Buchfuerung, Bestaetigungsneigung, Verlustaversion, Reueaversion Wichtig zur Begrenzung: Ursprung der Heuristiken 1. Mehrzahl: kognitiver Ursprung fehlerhaften Interpretation Loesung: Beratung, Richtigstellung der Infos 2. Andere Heuristiken (z.B. die Reueaversion): Emotionaler Ursprung Impulse schädlichen Auswirkungen verdeutlichen, Ratschlägen mindern Schulungsoptionen: a) Analyse der Einflussfaktoren b) Pruefung der Objektivitaet c) Verdeutlichung negativer Folgen Möglichkeiten Beratung Private Wealth Management: 1. Selbstüberschätzung - kognitiv, va Klient- Massnahme: Analyse Einflussfaktoren- Einflussfaktoren auf die Renditeentwicklung - akkurate Infos: keine unrealistischen Erwartungen - senkt Portfoliorisiko 2. Repräsentativitäts-Heuristik - kognitiv, va Klient- Massnahme: Analyse Einflussfaktoren- richtige Infos: Renditeentwicklung im Verlauf mehrerer JahreFonds: - nur 15% der Top-Five-Fonds sind es naechstes Jahr auch- Top-Five-Fonds schaffen es im Durchschnitt kaum, den Markt im nächsten Jahr zu übertreffen - 21% der Top-Five-Fonds verschwanden in 10 Jahren komplett vom Kurszettel 3. Verankerungs-Heuristik - kognitiv, beide- Massnahme: Pruefung der Objektivitaet- objektive Betrachtungsweise der renditeschädlichen Auswirkung der Heuristik- zB Klient Fragen ob z.B. Renditeerwartung rational bewertet oder seine Erwartung an aktueller Entwicklung orientiert 4. kognitive Dissonanz - kognitiv, beide- Massnahme: Pruefung der Objektivitaet- objektive Betrachtung der Anlagesituation ggf. bestehenden Buchverlust realisieren anstelle des Investments eine andere Investition wählen 5. Verfügbarkeits-Heuristik - kognitiv, va Klient- Massnahme: Pruefung der Objektivitaet- Berater sollte Informationsgrundlage für das Investment prüfen ggf. zur Ausweitung der Informationsgrundlage raten (sofern Modeerscheinung) 6. Kontroll-Illusion - kognitiv- Massnahme: Pruefung der Objektivitaet- Klient muss begreifen: Investition nie 100% sicher nicht möglich den Markt zu kontrollieren/prognostizieren 7. Ambiguitätsaversion - eher kognitiv (zwischen beiden), beide- Massnahme: Verdeutlichung negativer Folgen- positive Effekte durch Diversifikation verdeutlichen (unterschiedlichste Anlagen/Regionen) 8. mentalen Buchführung - kognitiv, beide- Massnahme: Analyse Einflussfaktoren- Investitionen des Klienten ganzheitlich betrachten Klienten zu dieser Sichtweise verhelfen Korrelationen identifiziert 9. Bestätigungsneigung - kognitiv, va Klient- Massnahme: Analyse Einflussfaktoren- Anleger solle jegliche Informationsquelle nutzen 10. Verlustaversion - emotional, beide- Massnahme: Verdeutlichung negativer Folgen- schaedlichste Heuristik- Klient erkennt Auswirkungen der Verhaltensweise kann sie ggf dann begrenzen 11. Reueaversion - emotional, va Klient- Massnahme: Verdeutlichung negativer Folgen- Folgen von Inaktivität hinsichtlich notwendiger Investitionsentscheidungen verdeutlichen
- Massnahmen gegen begrenzt rationale Verhaltensweisen 1: - Anpassen, maessigen, maessigen und anpassen - Entscheidung abhaengig von (2) - 4 Felder Matrix malen (S. 53) - Beispiel Anpassen: - Portfoliogestaltung den Heuristiken angepassen - Toleranz der Heuristiken Maessigen: - Heuristiken maessigen- Diversifikation nach Portfoliotheorie Mäßigen & Anpassen:- Kompromiss in Portfoliogestaltung - Portfoliotheorie - Wunsch des Klienten abhaengig von: a) Ursprung - kognitiv: maessigen- emotional: anpassen b) finanzieller Situation- geringes Vermoegen: maessigen renditeschädlichen Auswirkungen, existenzielle Risiken- hohes Vermoegen: anpassen Lebensstandard nur durch ungewöhnlich starken Kursrutsch gefährdet Beispiel Mäßigen & Anpassen: - Klientin im Private Banking 65 Jahre alt, Vermögen von 500.000 € Anlageziel: Absicherung finanzieller Bedürfnisse risikoscheu (Verwandte erzaehlten von Weltwirtschaftskrise 1929)- 100% Staatsanleihen... trotz Aufforderung zur diversifizierung- Problem: ggf durch Inflation Kaufkraftverluste=> Befragung auf Basis der Behavioral Finance angewandte Heuristiken: Verlustaversion (emotional) Verankerung & Anpassung Status quo (Bedürfnis, keine Veränderungen vorzunehmen) (emotional)- perfektes Portfolio: 70% festverzinslichen Wertpapieren 20% Aktien 10% Liquidität=> „Mäßigen & Anpassen“ 75% festverzinslichen Wertpapieren 15% Aktien 10% Liquidität
- Grenzen der Behavioral Finance Forschung: - Kritik 1: Konsequenz - Kritrik 2: 5 Kritikpunkte, Relativierung 3, 1 Frage starke Kritik an neoK => starke Kritik an BF 1. Fehlen eines konsistenten Theoriegeruests - kein umfassendes, eindeutigen Erklärungsmodell für zahlreiche Verhaltensanomalien Fama: bisherige Konzepte erklaeren Verhaltensanomalien nur sehr selektiv stimmt!- Prospect Theory zahlreiche Verhaltensanomalien nachgewiesen => breite Ausgangsbasis für die Entwicklung verhaltensorientierter Erklärungsansätze- sichere, standfeste Strukturen/Modelle = Herausforderung viele Anomalien, gegenseitige Abhaengigkeit etc Beispiel: Repräsentativitäts-Heuristik: Ueber- oder unterreagieren auf Nachrichte Selbstüberschätzung: Ueber- oder unterreagieren auf Nachrichte Konsequenz: - BF muss weitere leistungsstärkere Erklärungsansätze hervorbringen - Verständnis über die Auswirkungen begrenzt rationalem Verhaltens vertiefen - rationaleres Handeln foerdern 2. Zweifel am Bestehen von Marktanomalien= systematisches Abweichen von Fundamentalwerten - Marktanomalien: eine der Grundsaelen der BF wiegt noch schwerer als Kritik 1 a) gezielten Datensuche: - Erforschung von Marktanomalien durch Ex-post-Analyse begünstigt - so sind immer Marktanomalien festzustellen b) Unbeständigkeit von Marktanomalien in Abhängigkeit der Methodik - Nachweisbarkeit haengt von Methodik ab- va langfristige Ereignisstudien - Fama: "apparent anomalies are methodological illusions." c) Abklingen/Verschwinden von Marktanomalien = steigende Markteffizienz?- rationaleres Anlegerverhalten?- historische Marktanomalien Unbeständigkeit des Value-Effektes ende der 90er Momentum-Effekt nur bei konjunkturellem Aufschwung (in USA seit 2000 nicht mehr) d) Fama: Fehlende Alternative zur neoK e) breite Anwendung der neK Modelle- "It takes a better theory to kill an existing theory [...] we continue to use the CAPM while keeping a watchful eye on new research in the area." Relativierung der Kritik: - zumindest für Anlageberatung von Privatanlegern konkrete Anhaltspunkte - einige empirisch nachgewiesenen Anomalien: methodisch und zeitlich robusta- Anlagestrategien, die systematische Marktverzerrungen ausnutzen (zB Hedgefonds) => nachhaltige Überrenditen - Frage ob Marktanomalien auch künftig bestehen bleiben
- Entstehung der Neurofinance: - Neurooekonomie und Neurofinance erklaeren, Ziel, interdisziplinaer (3) - Kartographie des Gehirns (2, Verfahren, Erwartung Gewinn/Verlust) - 3 Gehirnareale + Heuristik/Wirkung - 2 Hormone + Heuristik/Wirkung - Gehirn, Masse, Energie, Heuristiken - 4 Gehirnsysteme (was machen alle Zusammen) neu und interdisziplinaer: - Neurologie- Oekonomie- Psychologie 1. Neurooekonomie- Subdisziplin VWL- greift auch Behavioral Finance auf- verfeinerung anhand biologischer Prozesse 2. Neurofinancedrei zentralen Fragestellungen:- Wie werden bestimmte Informationen verarbeitet? - Welche Auswirkungen haben diese auf mentale Prozesse? - Welchen Einfluss hat die persönliche Risikowahrnehmung auf Entscheidung? Ziel Neurooekonomie & Neurofinance:- neuronale Basis für Entscheidungen & beobachtbare Verhalten entschlüsseln.- zB experimentelle Spielen: Ergebnisse einzuordnen & neuronale Prozesse erklären Kartografierung des menschlichen Gehirns: 2 Verfahren: 1. bildgebende Verfahren- Abgleichung der Gehirnaktivität bei unterschiedlichen Tätigkeiten- z.B. mit MRT (Magnetresonanztomografe) misst Sauerstoffgehalt in Gehirnregion 2. psychophysiologische Verfahren - messen Körperaktivitäten - zB Blutdruck und Pupillenerweiterung Beachtliche Erfebnisse:- Areale im Gehirn identifiziert: zB: die bei taetigung risikoreicher Anlage aktiviert werden die Aktiviert wenn M versucht Verlust zu vermeiden 1) Erwartung eines Gewinnes: Nucleus accumbens- tief hinter den Augen an der Rückseite des hinteren Teils des Frontallappens - innen 2) Erwartung eines Verlusts: Amygdalae- mandelförmig- links und rechts (aussen) Gehirnareale: 1. Angstzentrum – Amygdala- mandelgroß, paarweise- Kerngebiet - Schlüsselfunktion in Generierung primärer Emotionen zB Angst & Freude - abnormale Änderung/Funktionsweise oft => Depressionen, Schizophrenie - Einfluss va bei Panik am Markt zu sehen hektisch, ploetzliches abstossen von Positionen Sir John Templeton:“Buy when pessimism is at its maximum, sell when optimism is at its maximum.” 2. Präfrontaler Cortex - Teil des Frontallappens in Großhirnrinde (Stirn)- Planung kognitiver, sozialer Verhaltensweisen, Ausdruck der Persönlichkeit - oberstes Kontrollzentrum: Generierung von Entscheidungen - Verletzung/Alterung: Kurzsichtigkeit in der Schlussfolgerung/Planungskapazität 3. Nucleus accumbens - Kernstruktur im unteren Vorderhirn (vorne, innen, zentral)- breite Sammlung an Neuronen- Zusammenarbeit mit anterior cingulate - Muster erkennen zwischen Alternativen entscheiden- Ansatzpunkt für die Erklärung der Repräsentativitäts-Heuristik Hormone: 1. Dopamin - Neurotransmitter- Ausschüttung fuehrt zu Glückgefühlen - Erwartung einer positiven Stimulation => zunehmende Fokussierung auf erwartetes Ereignis (z.B. steigende Aktienkurse)- Konzentration von Dopamin nimmt zu wenn Ereignis unerwartet eingetreten - sofort gestoppt falls nicht eingetreten ist = negativer Stimmungsumschwung - beeinflusst Risikoverhalten - investieren in Wachstumsaktien halten unterdiversifizierte Depots fes- Erwartung steigender Kurse! - Verantwortlich fuer Entstehung bestimmter Heuristiken z.B. Selbstüberschätzung (Verursacht Gier) 2. Serotonin - Neurotransmitter im zentralen Nervensystem produziert - Reduktion des Serotoninlevels: Senkung des Wohlbefindens, Depressionen, Impulsivität, Ängstlichkeit - M: unerwartete negative Wendung: Serotoninlevel sinkt => verhaelt sich passiv, oder zu häufigem Handel verleitet (ausgleichen) - ggf eine Ursache für Verlustaversion Erforschung der Gehirnsysteme => Verhalten und Entscheiden in finanziellen Fragen Gehirn:- 2% der Koerpermasse- 20% der Energie- meiste Energie fuer bewusste Prozesse!- Entscheidungen werden also mit energieeffizienten Heuristiken bewaeltigt 1. Das Belohnungssystem - verstärkt, moduliert, modifiziert, hemmt unbewusst Gedankenprozesse- treibt zu Leistungen an - ermöglicht Ms sich ueber Gewinne freuen - Grund warum Ms in relativen Gewinnen/Verlusten denken zB Preis 9,99 € vs 10,00 € Gehirn nimmt Diff 1€ statt nur 0,01 € wahr- Fehlerquelle in Geldentscheidungen! rechnet in nominalen statt realen Werten 2. Das emotionale System 4 elementare Reaktionsmuster: Erwartung, Wut, Furcht, Panik a) Erwartung - Neigung für Vorhersagen- Z.B. Treibende Kraft der Vorfreude b) Wut - durch Frustrationen aktiviert (Unmöglichkeit zielgerichtetes Verhalten ausführen zu können) c) Furcht und Angst- am besten erforscht- Verbesserung der Reaktionsgeschwindigkeit Erhöhung der Aufmerksamkeit - buendelt Leistungsfähigkeit des Gehirns nur noch Verarbeitung der angstbesetzten Situation - begrenzt rationale Handlungen Risiko für Panikreaktionen 3. Das Gedächtnissystem - entwickelt sich im Kindesalter entscheidend fuer künftige Lebensweise - zB Einstellung zum Geld im Elternhaus zum Sparen erzogen: Defensiver Investor 4. Das Entscheidungssystem - fast die Hälfte des menschlichen Gehirns- alle Infos werden zusammengetragen- Endkontrolle ueber Absichten und Verhalten Zusammenspiel aller vier Gehirnsysteme => Treffen einer Entscheidung kann also nicht rational sein..
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