Biologie (Fach) / Herpetofauna in Europa und der Mediterraneis (Lektion)

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Diese Lektion wurde von niklas1995 erstellt.

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  • Nennen Sie mehrere grundlegende Merkmale von Caudata (Schwanzlurchen). 1. besiedeln Nordhalbkugel → fehlend: Australien, Afrika südl. Sahara sowie tropischen Asienlimnisch2. geringe Salztoleranz3. Eier werden von Weibchen an Land abgelegt und bewacht4. schlecht verdriftbar → Areale werden nur zu Fuß erreichtweiträumig disjunkte 5. dadurch disjunkte Verbreitungsmuster = Indikator für alte Landverbindungen und alter Faunensituationen 6. Gegensatz zu Froschlurchen: Schwanzlurche behalten ihren Schwanz
  • Nennen sie mehrere Merkmale der folgenden Gruppe: Plethodontidae (lungenlose Salamander), welche eine Untergruppe der Schwanzlurche/Caudata sind. 1. 2/3 aller Schwanzlurcharten2. Atmung: Haut3. Muskel- und Knochenelemente des Kiemenapperates → direkt in den Schleuderzungenapparat miteinbezogen (= das eine Extrem der Ontogenie bei Schwanzlurchen) -> das andere Extrem = neotene Merkmale3.bei einigen Gattungen: keine Larven, direkt Entwicklung im Ei zum Salamander4. wenn Eier: dann Ablage an Land; mit Hautsekret vor Pilzen geschützt-> Eier und Larven können nicht verdriftet werden
  • Welche zwei Extreme der Ontogenie existieren bei Caudata (Schwanzlurchen)? Die zwei Extreme der Ontogenie bei Schwanzlurchen: 1.Muskel- und Knochenelemente des Kiemenapperates → direkt in den Schleuderzungenapparat miteinbezogen2. Neotene Merkmale: Larvenmerkmale auch bei adulten Tieren → Kiemen (z.B. aquatische Olme)
  • Die Gattung Hydromantes (Teil der Plethodontidae/lungenlose Salamander) hat ein extrem disjunktes Areal. Welche Teile der Erde umfasst es? -Vorkommen: Sardinien (5-8), Italien (3) und Kalifornien (5)→ extrem disjunktes Areal
  • Warum sind Schwanzlurche wie Schleuderzungensalamander oder Olme gute Indikatoren für frühere Landverbindungen? - Weil sie weiträumig disjunkte (Disjunktion = vorliegend, wenn eine Art in zwei oder mehreren Teilarealen vorkommt, zwischen denen keine Populationsverbindung besteht) Verbreitungsmuster aufweisen -weil: limnisch, wenig salztolerant und schlecht verdriftbar → Areale nur zu Fuß erreichbar → können als Relikstadien alter Faunensituationen auf Basis früherer Landverbindungen gedeutet werden
  • Wovon ernähren sich die freilebenden Larven der Schwanzlurche (Caudata)? - Carnivor → Wirbellose
  • Wovon ernähren sich die adulten Schwanzlurche? - Ebenso carnivor wie Larven → Wirbellose
  • Was sind neotene Molche? - Neoten = Larvenmerkmale überdauern → Wasstiere mit Kiemen (=das andere Extrem der Schwanzlurchontogenie)
  • Welche endemisch balkanische Schwanzlurchart weist neotene Merkmale auf? - Grottenolm (Sloweniens und Kroatiens) → neotenes Merkmal Kiemen bleibt bei Adulten bestehen
  • Wo werden die Eier der Salamandriden (echte Salamander/Molche) befruchtet? - Innere Befruchtung: Männchen → Spermienpakete auf Boden, versuchen mit Balzrituale Weibchen dazu zu bringen, diese in ihre Kloake aufzunehmen
  • Wozu dienen die Balzrituale der Molche und Salamandriden? - Innere Befruchtung: Männchen → Spermienpakete auf Boden, versuchen mit Balzrituale Weibchen dazu zu bringen, diese in ihre Kloake aufzunehmen
  • Was bedeutet der molekulare Salamandridenstammbaum für die Entstehung und Bewertung des a.) Merkmalskomplexes „Balztanz“ bei den Wassermolchen sowie des b.) Merkmals „direkte Spermatophorenübertragung bei den Gebirgsmolchen Korsosardiniens und der Pyrenäen? a. Das Absetzen von Spermatophoren ist das ursprüngliche Merkmal (→ Landsalamander). Balztänze wurden bei hochmobilen aquatischen Molchformen (gekoppelt mit optischen/olfakt. Signalen) nötig, ebenso wie: b. direkte Spermatophorenübertragung = konvergente Anpassung an Fließgewässer (um Beruchtungserfolgsquote zu erhöhen)
  • Die großen Molche der Gattung Triturus besitzen 10 metezantrische und 2 submetazentrische Chromosomenpaare. Das 1. (größte) Paar besteht aus zwei etwas verschieden langen Partnern. Es muss in dieser heteromorphen Form vorliegen, Tiere mit homomorphem 1. Chromosomenpaar sterben (im Schwanzknospenstadium) der Ontogenese. Da dies sowohl bei den Marmor- als auch bei den Kammmolchen so ist, war der Zustand wohl schon bei Stammart so. Was bedeutet dies für die Reproduktionsrate? Dass etwa 50% der befruchteten Eier absterben → durch natürlichen Reproktionsüberschuss wird dies kompensiert, ohne das Selektionsdruck zur Vermeidung des Zygotenverlustes entsteht. Auch der deutlich kleinere Verlust durch sterile Hybride ist für die Populationen irrelevant.
  • Wovon ernähren sich die Larven der Froschlurche? - Herbivor/Pflanzen → Hornzähnchen und Kiefer zum Abraspeln sowie lang aufgewickelter Darm
  • Wovon ernähren sich die adulten Froschlurche? Carnivor/Beutetiere → Darm kürzer
  • Gibt es eine Nahrungskonkurrenz bei Froschlurchen? - Intraspezifisch = nein - interspezifisch = ja, Konkurrenz zu Amphibien, Reptilien und einigen Säugern  zur Erinnerung: Froschlurchlarven -> herbivor mit lang aufgewickeltem Darm + Hornzähnen + Kiefer Forschlurche (adult) -> carnivor; deutlich kürzerer Darm
  • Gibt es Herbivorie bei Amphibien sowie spezielle Anpassungen daran? - Ja, bei Froschlurchlarven: Hornzähnchen und Kiefer, lang aufgewickelter Darm.
  • Wie ernähren sich die Larven der Froschlurche während der Metamorphose (Darmumbau)? Aus dem Abbau des eigenen Schwanzes wird der Stoffwechsel gespeist
  • Was ist die Besonderheit bei der Eiablage der Gattung Alytes (Froschlurchgattung)? Welche Vorteile birgt das ggü dem üblichem Eiablagenmodus? - Die Männchen tragen die ungeschlüpften Eier dorsal auf dem Rücken → Minimierung von Prädation im Gewässer, daher kleinere Eizahlen möglich (Eierzahl gering, da hohe Dottermenge in frühen Larvenstadium nötig)
  • Warum kann eine Verhaltensstaregie. „als stummes Satellitenmännchen neben einem Rufer zu warten“, beim Laubfrosch regional erfolgreich sein, bei der Wechselkröte aber nicht? - Prädatorengefahr - beim Laubfrosch Klammerpaar von anderen Männchen ungestört → bei Wechselkröte lösen stärkere Männchen schwächere Männchen aus dem Amplexus (Umklammerung bei Froschlurchen während Paarung) mit dem Weibchen
  • Welche Teilbereiche umfasst ein normaler Amphibienlebensraum? Warum ist Vernetzung ein Schlüsselbegriff im Habitatschutz für Amphibien? - jahreszeitabhängig sowohl terrestrische (Sommer, Herbst, Winter) als auch aquatische Lebensräume/Habitate (Frühjahr) → Amphibien führen jahreszeitabhängige Wanderungen vor, daher kann von Vernetzung gesprochen werden - räumliche Distanz zwischen den verschiedenen Habitaten artspezifisch
  • Erdkröten sind zentrale Schutzobjekte → Gedanke gesellschaftlich populär, dass diese vom Aussterben bedrohnt sind. Wie lasen sich Zweifel an dieser Ansicht begründen? - Erdkröten sind wegen ihrer ökol. Vielseitigkeit hochgradig anpassungsfähig. Zwar illustriert die Durchtrennung ihrer Habitate durch Straßen die problematische Isolationswirkung von Verkehrswegen, dennoch: „Als Art aber sicher die letzten, die aus unserer Kulturlandschaft verschwinden.“
  • Welchen Vorteil bietet es den Fröschen, große Laichgesellschaften zu bilden? - Große Laichgesellschaften: Laichmenge > Fressmenge, welche Prädatoren zu fressen schaffen
  • Wie kann es Hybride geben, wenn Elternarten rar sind oder fehlen? (Froschlurche) Wieso können Elternarten existieren, wenn überall Hybride leben, die die genetischen Artgrenzen doch verwischen müssten? (Froschlurche) - Wegen dem speziellen Vererbungsmodus: Hybridogenese - elterliche Chromosomensätze werden clonal ohne Rekombination weitergegeben (i.d.R. Einer eliminiert) → daher Introgression ausgeschlossen (Bewegung eines Gens von Art A in Art B) → Hybride pflanzen sich in Rückkreuzung mit Elternart fort → semiclonaler Erbgang (1x clonales/1x rekombiniertes Genom)
  • Warum sind die Reptilia als Paraphylum zu betiteln? Weil nicht alle Ordnungen in ihm aufgeführt werden, welche stammesgeschichtlich zu den Reptilia gehören (z.B. Aves fehlend→ i.d. Regel werden die Lepidosauria, die Chelonia sowie die Crocodylia zu ihnen gezählt)
  • Was fressen Schildkröten (Land-, Sumpf- oder Meeresschildkröten)? - Landschildkröten:herbivor → wegen thermischen Anforderungen der Verdauung Landschildkröten südlicher - Sumpf-, Wasser- und Meeresschildkröten carnivor (semiquatisch oder aquatisch)
  • Wesentliches Organmerkmal der Squamata (Schuppenkriechtiere ; Teil der Reptilia→ Echsen, Schlangen, Doppelschleichen, Leguane, Agame) - Paarige Kopulationsorgane als Synapomorhphie (abgeleitetes Merkmal)
  • Was sind Amphisbaenidae/Doppelschleichen?   - Wühladaptierte Squamata mit regenwurmartigen Habitus - carnivor: fressen Wirbellose
  • Ernährungsweise von Agamen/Dornschwänzen? - Jungtiere: i.d.R. insectivor - Adulte: i.d.R. Herbivor
  • Über welchen Kanal kommunizieren Agamen, mit welchen Geckos? Was hat das mit der bevorzugten Lebensweise zu tun? - Agame (Wüstenbewohner): Gestik → Gestik ist Teil des Balzverhaltens - Geckos (uspürngliche Regenwaldbewohner): per Gestik, aber vor allem akustisch → oft nachtaktive Tiere, akustische Signale bei Dunkelheit leichter wahrnehmbar als optische Signale
  • Welche morphologische Besonderheit weisen hafthägige Geckos auf? Borstenähnliche Hornstrukturen an Zehen, mit welchen sich Geckos via Adhaesion auch an Glas festhalten können.
  • Besonderheit der Chalcides innerhalb der Sauropsida (Teil der Squamata/Schuppenkriechtiere)? Besonders leistungsfähige Placenta (Mutterkuchen)
  • „Die Kanaren sind ein Galapagos vor unserer Haustür.“ Wie lässt sich diese Behauptung mittels Herpetologie belegen? - Galapagos Inseln vielzähliger → mehr Raum zum Diversifizieren → sonst ist vieles ähnlich, aber in einer kleineren Dimension. Wenn echte Eidechsen/Lacertiden mitspielen, liefern die Kanaren durchaus ein ähnliches Bild - Schlangen: Galapagos ja/ Kanaren nein - Riesenschildkröten: Galapagos ja/ Kanaren nein
  • Gründe für die besondere Größe der „Lacertibus grandis“, der großen Kanareneidechsen? Ausbildung einer eigenen Nische → Ausbildung von Riesenformen wegen konkurrenzloser und prädationsloser Nutzung von großen Ressourcenmengen, auf welche Lacertiden des Festlands in dieser hohen Quantität keinen Zugriff haben
  • Wodurch erklärt sich die Formenvielfalt der Mauereidechsen auf den kleinen Inseln und Felsen der kanarischen Küsten? - Kleine Populationen und kleine Inseln begünstigen genetische Drift → Diversität - verstärkte Selektion bestimmter Farbmerkmal möglich, wenn sie im Dominanzverhalten eine Rolle spielen
  • Wie könnte man aus dem Vergleich der Areal der Maurereidechsen (p. Muralis) und der Felseidechsen im europäischen Mediterranraum die Hypothese von der Konkurrenzüberlegen der Maurereidechsen ableiten? - Felseidechsen: kommen nicht flächendeckend in ariden und heißen Zonen vor wie die omnipräsenten Mauereidechsen (sondern in Fels- Bach oder Gebirgshabitaten) → kommen nur an Orten vor, wo Mauereidechsen fehlen → generell ähneln sich beide Arten sehr
  • Welche Besonderheit finden sich bei den Kakasus Felseidechsen? (Darevskia) - clonale Reprodukionen bei 7 parthogenetischen Formen/Populatonen, welche auf Hybridisierungen zurückgehen → können wegen clonalem Reprodukionsmodus eigentlich gar nicht als Arten betitelt werden können
  • Die nördlichen Arealgrenzen sind zumindest bei Arten der Gattung Lacera mit ökophysiologischen Faktoren gut zu verstehen. Mit welchen Freillandaten läßt sich erhärten, dass die Laborbefunde zur Eizeitigung auch tatsächlich die im Freiland relevanten Faktoren erbracht haben? Zudem sind zwei Arten innerhalb der Gattung nur noch in sonnigen, sandigen Habitaten existent. Warum? - Grund für Beschänkung auf Sand im Norden – Eier müssen im Boden erwärmt werden, Sand heizt sich besser auf als Lehm. - bei gleicher Eientwicklungszeit artspezifisch divergierender Wärmebedarf/ untersch. Entwicklungszeiten bei gleicher Temp → proportional dazu die Artgrenzen
  • Fransenfinger/Steppenrenner: Männchen deutlich größer als Weibchen; Jungtiere haben farbige Schwänze oder Hinterbeine. Was heißt das für Territorialverhalten oder Sozialstruktur? - Männchen äußerst territorial, greifen alle erreichbaren Tiere an - Männchen erkennen adulte, geschlechtsreife Weibchen an nicht vorhandener Färbung - Männchen erkennen nichtadulte Tiere als Nichtkonkurrenten
  • „Regenwurmversuch“ der Squamata (Schuppenkriechtiere) -> bei welcher Art? Welche Probleme wurden im Vergleich zum Erstversuch der Doppelschleichen beseitigt? - bei Blindschlangen → Eingrabeproblem und Fressproblem von Ameisenpuppen (wie bei 1. Versuch der Doppelschleichen) gelöst 
  • Isoliertes, äußerst nördliches Vorkommen der Äskulapnatter: Grund = römische Verschleppung? - Nein, sondern auf Basis von Knochenfunden als Relikt von wärmeren Zeiten zu bewerten.
  • (Optische) Besonderheit der Nattern? - keine blauen oder grünen Farbelemente auf dem Körper → These: im Kontrast zu Eidechsen farbenblind
  • Neben Zauneidechse ist Ringelnatter einzige eierlegende Reptilart Skandinaviens. Wie schafft sie es, das thermische Problem bei der Eientwicklung (Wärme nötig, Habitat aber kalt) zu lösen? - sie nutzt die Gärwärme verottender Laubhaufen
  • 1. Wie lässt sich plausibel verstehen, dass die Würfelnatter, die die Eientwicklung ebenso löst wie die Ringelnatter, keine entsprechende Nordverbreitung erreicht? 2. Und welche Nahrungs- und Habitatsspezialisierung könnte dabei eine Rolle spielen? 1. N. Maura und N. Teselata sind fast nur aquatisch aktiv → zu kaltes Wasser behindert die Jagd 2. Anpassung an Wasser und Feuchtgebiete sowie Spezialisierung als aquatische Jäger mit guter Schwimmfähigkeit
  • Warum sind fischfreie Stillgewässer wichtig für Kreuzottern (insbesondere Jungtiere)? - Jungtiere: Mäuse meistens zu groß zum schlucken (können allerdings per Gift getötet werden) → daher frisch umgewandelte Moor- oder Grasfrösche neben Heuschrecken wichtigste Nahrung für junge Ottern → Fische wären Nahrungskonkurrenten
  • Wiesenottern: Wegen Nahrungspräferenz an Steppenwisen oder subalpine Wiesen gebunden. Warum? - Insbesondere Jungtiere wie junge Kreuzottern stark insektivor mit Präferenz für Heuschrecken
  • Wie kann die große Milos Otter auf den kleinen Inseln des Milos-Archipels existieren? - wegen Spezialisierung auf Fang von Zugvögeln wie Ammern oder Lerchen (durch spezielle Lauertechnicken)