Sozialwissenschaftliche Methodenlehre (Fach) / Sozialwissenschaftliche Methodenlehre, Forschungsdesign (Lektion)
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Sozialwissenschaftliche Methodenlehre, Forschungsdesign
Diese Lektion wurde von Benblu erstellt.
- Was ist das Ziel der Forschung - präzise & valide Hypothesentests - Ausschluss alternativer Erklärungen
- Entscheidung Forschungsdesign Entscheidung darüber wann, wie,wo und wie oft empirische Indikatoren am Untersuchungsobjekt erfasst werden sollen
- interne Validität Die Veränderungen der abhängigen Variable sind eindeutig auf Veränderungen in X zurückzuführen
- externe Validität Möglichkeit der Generalisierung experimenteller Resultate auf andere Personengruppen & Situationen
- Beispiele für Störfaktoren, die externe Validität beeinflussen 1. Reaktive Effekte auf experimentelle Situation (Abweichen von Alltagssituation) 2. Reaktive Effekte des Messens (Wechselwirkung zwischen Messung und Stimulus/Reiz)
- Wie können Störfaktoren bei Forschungsdesigns vermieden werden 1. Elimination ( Ausschalten der Störfaktoren) 2. Konstant halten 3. Bildung von Kontrollgruppen
- Welche drei Typen des Forschungsdesigns gibt es ? 1. Experimentelles 2. Quasi-experimentelles 3. Ex-post-facto
- Was sind die drei Kennzeichen des experimentellen Designs 1. Mindestens zwei Vergleichsgruppen 2. Randomisierung (zufällige Zuweisung der Personen zur Kontrollgruppe) 3. Manipulation der unabhängigen Variable durch die Forscher/Forscherinnen
- fünf generelle Probleme bei Experimenten 1. Instrumentation (Versuchspersonen reagieren auf Untersuchungssituation) 2. Verlierer-Gewinner-Prinzip 3. eventuell zu niedrige externe Validität 4. ethische Bedenken 5. Bedeutsamkeit des Effekts bei Erklärung sozialer Phänomene
- Was sind die Kennzeichen eines Quasi-experimentellen Designs - Versuchsanordnungen in denen das treatment gewissermaßen experimentell gesetzt wird, - keine Randomisierung der Gruppenzuweisung - typisch für Evaluationsstudien, betroffene Akteure können sich nicht aussuchen, ob sie teilnehmen
- drei Probleme der internen Validität bei Quasi-experimentellen Designs 1. nicht-Vergleichbarkeit der Gruppen durch fehlende Randomisierung 2. Reifungseffekt: natürliche Entwicklungsprozesse wie Alter 3. zwischenzeitliches Geschehen
- Was ist das Kennzeichen von Ex-post-facto Designs - simultane Messung von Treatment und Outcome - Aufteilung in Kontrollgruppen nach der Messung (keine Randomisierung, keine Manipulation der unabhängigen Variable)
- Welche möglichen Erhebungsformen gibt es bei Ex-post-facto Designs ? 1. Querschnittsdesign 2. Trenddesign 3. Paneldesign
- Was ist das Kennzeichen eines Querschnittdesigns einmalige erhebung der abhängigen und unabhängigen Variable einer Untersuchung einer Stichprobe mit N Untersuchungseinheiten
- Was sind die Anwendungen des Querschnittdesigns - Beschreibung sozialer Phänomene - Prüfung von Unterschiedhypothesen
- Was sind die Vorteile des Querschnittdesigns? - vergleichsweise einfache Stichprobenziehung - kein Teilnahmeeffekt - vergleichsweise geringe Kosten
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- Was sind die Nachteile des Querschnitt Designs? - Erinnerungsverzerrung - keine Analyse von Veränderungen möglich ( Makro und Mikro)
- Was sind die Kennzeichen eines Trenddesigns mehrmalige erhebung der Beobachtungsgrößen an mehreren unabhängigen Stichproben von N Untersuchungseinheiten
- Typische Anwendungen eines Trenddesigns - Beschreibung sozialen Wandels - Überprüfung von Veränderungshypothesen auf Aggregatsebene
- Vorteile des Trenddesigns - relativ einfache Stichprobenziehung - keine Teilnahmeeffekte - vergleichsweise geringe Kosten
- Nachteile des Trenddesigns - keine Möglichkeit der Überprüfung von individuellen Prozessen - eventuell Problem der Konstanz der Messung - Erinnerungsverzerrung
- Was sind die Kennzeichen eines Paneldesigns Mehrmalige Messung der Beobachtungsgrößen an einer Stichprobe von N Untersuchungseinheiten
- typische Anwendungen vom Paneldesign - Beschreibung sozialer Prozesse - Analysen von Veränderungen auf individueller und kollektiver Ebene
- Vorteile vom Paneldesign - hoher Informationsgehalt - keine Erinnerungsverzerrung - Veränderungsanalysen auf individueller und kollektiver Ebene - kausale Reihenfolge von Variablen empirisch prüfbar
- Nachteile vom Paneldesign - hohe Kosten - hoher Aufwand der Stichprobenpflege - eventuell Lerneffekt - eventuell Probleme bei Konstanz der Messinstrumente
- Was sind die zentralen Probleme beim ex-post-facto design 1. Problem der Varianz der unabhängigen Variable 2. Problem der kausalen Reihenfolge der Variablen 3. Problem der Drittvariablenkontrolle
- Lösung für Problem der Varianz der unabhängigen Variable - durch Voruntersuchungen und Verteilung der unabhängigen Variablen - Anpassung des Auswahlverfahrens
- Lösung für Problem der kausalen Reihenfolge der Variablen kann nur durch längsschnitt designs behoben werden
- Lösung für Problem der Drittvariablenkontrolle -erhebung möglichst vieler Drittvariablen
- Wie heißt diese Drittvariable? Z-->X-->Y antenzedierende Drittvariable
- Wie heißt diese Drittvariable? x-->Z-->Y intervenierende Drittvariable
- Definition Kohorte Bevölkerungsgruppe die durch ein zeitlich gemeinsames, längerfristiges prägendes Startereignis definiert wird (altershohorten bsp)
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- drei Effekte, die bei Kohortenstudien untersucht werden können 1. Alters/Lebenszykluseffekt 2. Kohorteneffekt (unterschied zwischen Kohorten) 3. Periodeneffekt (Wirkung historisch einmaliger Ereignisse)
- drei spezifische Erhebungsformen (neben Quer- Längsschnittsdesign und Kohortenstudien) 1. Einzelfallstudie(individuell; Person, Organisation, Kultur) 2. Sekundäranalyse(kollektiv; Rückgriff auf bereits erhobene Datenbestände ) 3. Netzwerkanalyse(Analyse relationaler (Beziehungs-)Daten)
- Kennzeichen einer Einzelfallstudie Betrachtung einer singulären Untersuchungseinheit
- Gründe für Einzelfallstudie 1. seltene Ereignisse 2. Mangel an Ressourcen 3. detaillierte Analyse
- Kennzeichen der Sekundäranalyse Rückgriff auf bereits erhobene Datenbestände
- Kennzeichen der Netzwerkanalyse Analyse relationaler (Beziehungs-)Daten mit dem Ziel der Beschreibung und Erklärung sozialer Beziehungen und den daraus resultierenden Handlungen
