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Grundlagen der Personal- und Führungsforschung (Fach) / 3_Die frühe Führungsstilforschung (Lektion)
- Begriffsbestimmung - Führung o Führung die Einflussnahme auf Verhalten anderer o Einflussnahme zielbezogen im Sinne der Interessen des Führenden o Verhaltensbeeinflussung durch Führenden wird seitens des Geführten akzeptiert Führung vollzieht sich in einer strukturierten Arbeitssituation
- Formale vs. informelle Führung o Formal § Durch hierarchische Überordnung legitimiert § Führungskraft mit Sanktionsmöglichkeiten ausgestattet bei Zurückweisung der Verhaltensbeeinflussung o Informell § Führung am tatsächlichen Interaktionsgeschehen zu sehen § Kann nur über seine Handlung andere beeinflussen § Keine formale Legitimation und keine formale Sanktionsmöglichkeit § Kann durch soziale Kontrollmechanismen aber auch sanktionierend wirken
- Führungserfolg mehrdimensional o Verhaltensbeeinflussung gelingt im Sinne des Führenden o Unternehmensziele werden erreicht o Interaktionsbeziehung (Akzeptanz, Kooperation, etc.)
- Führungshandeln - Begriffsbestimmung o Alle Aktivitäten zur Beeinflussung einer geführten Person § Manager: führt über Strukturen Leader: führt durch direkte Interaktion und ermöglicht Identifikation
- Idealtypische Führungsstile nach Tannenbaum/Schmidt --> wichtig o Aufgeteilt nach Entscheidungsspielraum des Vorgesetzten und der Gruppe § Autoritär · Vorgesetzter entscheidet § Patriarchalisch · Vorgesetzter entscheidet · Versucht aber Untergebene zu überzeugen vorher § Beratend · Vorgesetzter entscheidet · Erlaubt aber Fragen zur Entscheidung, um Akzeptanz zu erreichen § Konsultativ · Vorgesetzter informiert über beabsichtigte Entscheidung · Untergebene können Meinung endgültiger Entscheidung loswerden § Partizipativ · Gruppe entwickelt Vorschläge · Vorgesetzter entscheidet zwischen Vorschlägen § Delegativ · Gruppe entscheidet · Vorgesetzter zeigt zuvor Problem auf und legt Entscheidungsspielraum fest
- Realtypische Führungsstilforschung - IOWA->Studien nach Kurt Lewin --> wichtig o Autoritär § Vorgabe der Ziele durch Führer § Aktionsschritte nacheinander vorgegeben – jeweils folgende Schritte bleiben unklar § Führer verteilt Arbeit und bildet Arbeitsgruppen § Führer lobt und tadelt – nimmt nicht am Arbeitsprozess teil o Demokratisch § Ziele sind Ergebnis einer Gruppenentscheidung bei Unterstützung durch Führer § Generelle Vorgehensweise in Gruppe festgelegt – Führer gibt Ratschläge und alternative Aktionsschritte vor § Arbeitsverteilung durch Mitglieder selbst § Führer versucht am Gruppenprozess teilzunehmen und objektive Maßstäbe für Kritik zu finden o Laissez-faire § Völlige Freiheit für Entscheidungen – minimale Beteiligung des Führers § Führer stellt Arbeitsmaterial zur Verfügung und liefert Infos auf Wunsch § Sonst keine Interventionen des Führers § Einzelne spontane Kommentare, aber keine Beurteilung der Gruppenarbeit
- Ergebnisse der IOWA-Studien --> wichtig o Autoritär § Hohe Spannung – Ausdruck von Feindseligkeit § Unterwürfiges Gruppenverhalten § Höhere Arbeitsintensität § Unterbrechung bei Abwesenheit des Führers à Produktivität nur unter hohen Kontrollkosten o Demokratisch § Entspannte, freundschaftliche Atmosphäre § Geringere Austritte – mehr Kohäsion § Höheres Interesse an Aufgabe § Höhere Originalität der Ergebnisse § Weiterarbeit auch bei Abwesenheit des Führers o Laissez-faire Bringt denkbar schlechtestes Ergebnis
- Kritik an der frühen Führungsstilforschung o Erste Ansätze zur systematischen Erfassung von Vorgesetztenhandeln o Fehlende Berücksichtigung der Situation – Kontext bleibt ausgeblendet (Branche, Kultur, etc.) o Untersuchungen nicht ganz unvoreingenommen à Lewin selbst Demokrat o Erwartungen, Werte und Vorerfahrungen der Geführten bleiben ausgeblendet
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