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Gender Studis (Fach) / xx (Lektion)

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  • Historischer Kontext zu Bürgerlichen Geschlechtermodell? Gesellschaftlicher Wandel spätes 18 Jh. bis frühes 20 Jh. Revolutionen Entwicklung Parteien, Nationalstaaten Industrialisierung, Urbanisierung Aufstieg Bürgertum Aufklärung: Philosophie und Wissenschaft gegen Religion, Demokratie gegen Monarchie                   Gesellschaftiche Forderungen: Handlungsfreiheit, bürgerliche Rechte,                        Pressefreiheit, Menschenrechte, aber nur wenige setzen sich für Frauenrechte ein Städtisches Proletariat
  • Polarisierung der Geschlechtsmerkmale von Karin Hausen Männer und Frauen wird ein gegensätzlicher Geschlechtscharakter zugeschrieben Die Geschlechtscharakter spiegeln die vorgesehen Rollen in der Gesellschaft wieder Diese Geschlechtscharaktere werden als notwendig zur Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen Ordnung angesehen Geschlechtscharakter: Frau            Mann innen          außen Nähe           Weite Schwäche    Kraft abhängig      selbstständig bewahrend   erwerbend Liebe           Gewalt
  • Das bürgerliche Geschlechtsmodell Geschlecht binäres Differenzsystem Verknüpfung von Körper und Wesen Basis für Harmonie in der Kleinfamilie Gesellschaftliche Ordnung beruht auf Aufteilung der Aufgaben Wissenschaftliche Definitionen der damaligen Zeit haben die Geschlechtsmerkmale in der Anatomie festgeschrieben
  • Welche gesellschaftlichen Auswirkungen hat das bürgerliche Geschlechtsmodell? Familie:       Ehemann: Familienoberhaupt, bestimmt über Frauen und Kinder, Leben im öffentlichen       Bereich, Erwerbsarbeit       Ehefrau: Denn Ehemann verantwortlich, kein eigenes Rechtssubjekt, muss durch Ehemann       vertreten werden Erziehung:       Geschlechtsspezifische Geisteserziehung gemäß gesellschaftlicher Bestimmung       Mädchen: Mutter und Ehefrau, körperlich unterstützung Gebährfähigkeit       Buben: Erziehung zu aktiven Mitgliedern der Gesellschaft, militärische Körperertüchtigung Bildung:       Höhere Schulausbildung nur für Buben und Männer im 18 und 19 Jh, mit der Zeit erst       wurden die Universitäten für die Frauen geöffnet       Akademische Berufe galten als typisch männlich (z.B der Arzt, der Professor, der       Rechtsanwalt)       Androzentrismus in Lehrinhalten Werhpflicht:       Allgemeine Wehrpflicht für Männer       Männliche Beschützer, Kämpfer für die Nation (Stärke, Härte, Disziplin)       Bis heute keine Wehrpflicht für Frauen, freiwillig       Polizei hat nach und nach begonnen die gleiche Ausbildung für Polizistinnen bereitzustellen Politik:       Frauen von Politik ausgeschlossen       Kein politisches Stimmrecht auf regionaler Ebene       Wahlrecht erst 1918 eingeführt       Frauen sind heute in politischen Gremien unterrepräsentiert       Frauen in politischen Positionen werden oft in ihrer Weiblichkeit kritisiert.       
  • Beschreiben Sie die erste Welle des Feminismus! Entstehung Mitte 19 Jh bis frühes 10 Jh. Als Ende gilt meistens die Einführung des Frauenwahlrechts Von der französischen Revolution beeinflusst Forderung nach formaler/rechtlicher Gleichstellung Zusammenarbeit mit Abstinenzbewegung Erste Frauendemonstration: Erdarbeiterinnen prostieren gegen Lohnkürzungen Karoline von Perin gründete den Wiener demokratischen Frauenverein
  • Nennen sie die 3 Hauptströmungen der 1. Welle der Frauenrechtsbewegung! Bürgerlich-liberale Frauenbewegung Sozialdemokratische Frauenbewegung Christlich soziale Frauenbewegung
  • Definieren Sie die Bürgerliche liberale Frauenbewegung der 1. Welle! Wichtige Organisationen: Frauenerwerbsverein Wien Allgemein Österreichischer Frauenverein Forderungen: Zugang zu allen Berufen politische und Staatsbürgerliche Rechte Gleichstellung im Ehe und Familienrecht Forderungen des Österreichischen Frauenvereins: absolute staatsbürgerliche Gleichstellung Zulassung zu allen Bildungsstätten gleiche Berufsmöglichkeiten und gleicher Lohn
  • Was versteht man unter der sozialdemokratischen Frauenbewegung in der 1. Welle der Frauenbewegung? Forderungen: Fairer Lohn Bessere Bildungsmöglichkeiten Frauenwahlrecht Zugang zu politischen Vereinen Reform des ABGB Familienrechts Zumutbare Arbeitsbedingungen für Frauen Parteiinterner Kampf: Viele Sozialdemokraten gegen Frauenarbeit, zunächst keine Unterstützung der Forderung des allgemeinen Wahlrechts Gründung von internationalen Frauentagen: Als Plattform für Demonstrationen, von sozialdemokratischen und kommunistischen Frauen
  • Beschreiben Sie die christlich soziale Frauenbewegung im Rahmen der 1. Frauenbewegung! Katholische Reichfrauenorganisation Katholische Arbeiterinnenvereine Forderungen: Stärkung der christlichen Wert und Gesellschaftsordnung Christliche Mädchen und Frauenbildung Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Arbeiterinnen
  • Nennen Sie den historischen Kontext zur 2. Welle der Frauenbewegung ca 1968 bis 1980 Bruno Kreisky ist österrichischer Bundeskanzler Immer mehr Frauen am Arbeitsmarkt und in der Politik Vietnamkrieg, Prager Frühlung, Ermordung Martin Luther Kings Studierendeproteste, Friedensbewegungen Aufstieg der neuen linken in Westeuropa/USA Forderung nach gleichen Rechten und gesellschaftlicher Gleichstellung
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  • Welche wichtigen Strömungen gibt es innerhalb der zweiten 2. Welle des Feminismus? Liberaler Feminismus: fordert gleiche Rechte für alle sozialistisch-marxistischer Feminismus: macht Kapitalismus und Patriachat für Unterdrückung verantwortlich radikaler Feminismus: Männer sind gesellschaftlich klar bevorteilt und unterdrücken dadurch Frauen, Abgrenzung vom Patriachat durch Freiräume
  • Was sind die zentralen Themen der 2. Welle des Feminismuses? Vernetzung und Machtbildung von Frauen: Schaffung von Frauennetzwerken Kritik an traditionellen Familienstrukturen: Gegen Erwartung an Frauen zu Heiraten/Mutterrolle Arbeit: gleicher Lohn für gleiche Arbeit Sexualität und Körperpolitik: Thematisierung sexueller Gewalt, Selbstbestimmung weiblicher Sexualität, Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruches Überwindung gesellschaftlicher Dichotomie: Öffentlich (männlich) vs. privat (weiblich)
  • Nehmen Sie Stellung zur Abtreibungsdebatte der 2. Welle des Feminismus! Ursprünglich Abtreibung von Frauen unter Strafe gestellt Die Antibabypille war zwar schon seit 1960 am Markt, aber nur für Verheiratete Frauen erhältlich Es gab Englmacherinnen, die illegale Abtreibungen durchführten.  Das Abtreibungsverbot führt zu illegalen und gefährlichen Prozeduren. Es kriminalisiert Frauen, die selber über ihren Körper bestimmen wollen.  1971 Prostestaktion gegen 218 § Strafgesetzbuches unter Alice Schwarzer Ab 1975 ist ein Straffreier Abbruch einer Schwangerschaft bis zum 3. Monat möglich.
  • Erklären Sie die dritte Welle des Feminismus! Feminismus ist nun in die Lebensrealität junger Frauen implementiert Zentrale Themen: Intersektionalität: Zusammenwirkung von verschiedenen Achsen von Diskriminierung Feministische Anliegen werden mit anderen sozialen Anliegen verbunden Querfeminismen Kampf gegen Rape Culture und sexualisierte Gewalt Akteurinnen in Linz: Maiz, Frauenbüro, an.schläge
  • Was versteht man unter Intersektionalität? Zusammenwirkung mehrerer Achsen der Diskriminierung Diskriminerungserfahrungen sind nie eindimensional: Sexismus ist immer auch ethnisiert, Homophobie ist immer auch geschlechtsspezifisch Für ein umfassendes Wissen über Geschlechtsdisparitäten muss die Geschichte andere Ungleichsdimensionen auch mitdenken.
  • Was versteht man unter Heteronormativität? Heterosexualität wird zur Norm erklärt. Alle anderen sexuellen Identitäten gelten als Abweichungen. Heterosexualität als Norm, alle anderen als Abweichungen. Alles nicht Heterosexualle wird marginalisiert, Heterosexualität priviligiert.
  • Was versteht man unter LGBTQI? Lesbian, Gay, Bisexual, Trans, Queer, Inter Bescheibt nicht nur die sexuelle Orientierung, sondern auch das Geschlecht. Trans: Identitatskategorie, bei dem biologisches und sozialles Geschlecht nicht übereinstimmen. LGBTQI wiedersprechen Heteronormativen Vorstellungen. Homosexualität, lesbisch: Geusenwörter, Paradigmenwechsel
  • Äußern sie sich zur ersten Welle der Lesben und Schwulenbewegung in Österreich 1897 Gründung des WissenschaftlichHumanitären Komitees (WHK) durch MagnusHirschfeld (dt. Sexualforscher, 1868-1935) inBerlin:➔Ziel war Entkriminalisierung vonHomosexualität• 1906 Zweigstelle in Wien eingerichtet(Psychoanalytiker Wilhelm Stekel)• Zerstörung der Magnus Hirschfeld Institute imNationalsozialismus
  • Was versteht man unter Stereotypen? Verallgemeinerung der Zuschreibung von Merkmalen auf alle Mitglieder einer ganze Gruppe. Stereotype können sowohl positiv als auch negativ als auch neutral sein. Teilweise unbewusst, teilweise automatisch Deskriptive Stereotypen: Wie Gruppenangehörige sind Präskripitve Stereotypen: Wie Gruppenangehörige sein sollen. Funktion: Informationsverarbeitung, Vereinfachung Probleme: Individuen unterschiedlicher Gruppen werden Heterogener und Mitglieder innerhalb der Gruppe homogener wahrgenommen als sie sind.
  • Was versteht man unter Geschlechterstereotypen? Sozial geteilte Annahmen über die Charakteristischen Merkmale von Männern und Frauen Binäre Konstruktion. Kompetenzzuschreibungen und Absprachen machen einen wesentlichen Bestandteil vieler Stereotypen dar. Auch Berufe werden stereotyp aufgeladen. Männlich dominierte Berufe als schwieriger und höher in Ansehen bewertet als weibliche Berufe
  • Was versteht man unter Stereotype Threat? Konzept von Steele and Aronson Die Konfrontation mit den Stereotypen beeinflusst die Leistungsfähigkeit der von den Stereotypen betroffenen. Der Leistungseinbruch wird durch Angst hervorgerufen negative Stereotypen zu bestätigen oder aufgrund derer beurteilt zu werden.
  • Was versteht man unter Vorurteile? Vorurteile: Sie basieren auf Stereotypen Sind überwiegend negativ besetzt.
  • Was versteht man unter Diskriminierung und welche Arten von Diskriminierung gibt es? Negatives Verhalten gegenüber einer Person aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit.  Kann unmitelbar: direkt. Kann mittelbar: indirekt Interaktionelle Diskriminierung:      Diskriminierung gegenüber anderen Menschen in Interaktonsprozessen      z.B: sexistische Witze, Beschimpfungen, Belästigungen, Gewalt      Direktes Verhalten gegenüber Menschen und Gruppen, die augrund eines Merkmales anders       konstruiert gelten. Institutionelle Diskriminierung:      Diskriminierung in Handlungsmustern von sozialen Institutionen      Diskriminierende Effekte nicht immer beabsichtigt. Bsp: Mehr Fördermittel für MINT Fächer Strukturelle Diskriminierung:      Durch historische Werte und Traditionen haben unterschiedliche Gruppen unterschiedliche      Vorraussetzungen im Leben.
  • Beschreiben Sie ambivalenten Sexismus! 2 Arten von Sexismus: feindselig und wohlwollend Beide Arten stellen Frauen als das Schwache Geschlecht dar und unterstützen die patriachale Gesellschaftsordnung AS legitimiert Geschlechterunterschiede wie Pay Gap. AS verstärkt Akzeptanz traditioneller Geschlechterrollen. AS reduziert den Wiederstand gegen Geschlechtsspezifische Ungerechtigkeiten. Wohlwollend: Frauen, die traditionellen Frauenrollen entsprechen, gelten als nicht gefährlich für die Gesellschaft. Romantisch idealisiert, aber in ihrer Rolle eingeschränkt. Stereotype: Frauen sind schwach, Frauen sind Männern emotional überlegen, die perfekte Mutter, die zarte Prinzessin. Feindselig: Gegenüber Frauen, die traditionellen Frauenrollen nichtentsprechen. Diese gelten als nicht kooperativ/gefährlich für patriarchaleStrukturen
  • In welchen Zusammenhang steht Merikratie mit Geschlecht? Gesellschaftsordnung bei der Annerkennung auf Leistung basiert. Leistung“ ist abhängig von den jeweils aktuellen,hegemonialen gesellschaftlichen Idealen und Werten Leistungne werden anders bewertet je nachdem wer sie erbringt. Bsp: Studierende bewertetenStudien-Abstracts als hochwertiger, wenn unter männlichemNamen verfasst
  • Welche Auswirkungen haben die unterschiedlichen Bewertungen von Leistung am Arbeitsplatz? Umso höher der Anteil von Frauen in einem Beruf, destoniedriger sind die Löhne in einer Berufssparte. Leistungen von Frauen erhaltenweniger gesellschaftliche Wertschätzung
  • Was versteht man unter Agent Bias? Frauen mit Führungsqualitäten widersprechensozialen Erwartungen ➔ siehe feindseliger SexismusWeibliche Führungspersonen gelten als unbeliebterUnterschiede zB nach Ethnizität 
  • Was fällt ihnen zum Österreichischen Gleichbehandlungssatz ein? Artikel 7 Bundesverfassung: Alle Bürger sind vor dem Gesetz gleich Die Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung von Männern und Frauen sind zulässig. Gleichheitssatz schützt in der Arbeitswelt vor Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes Aufgrund des Geschlechtes darf niemand diskriniminert werden. Das Arbeitszeitgerichtete Durchschnittseinkommen muss angegeben werden für Unternehmen mit mehr als 150 Mitarbeiter Gebot der Diskriminierungsfreien Stellenausschreibungen In Stelleninseraten muss Bezahlung angegeben werden
  • Was fällt ihnen zum Österreichischen Gleichbehandlungssatz ein? Artikel 7 Bundesverfassung: Alle Bürger sind vor dem Gesetz gleich Die Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung von Männern und Frauen sind zulässig. Gleichheitssatz schützt in der Arbeitswelt vor Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes Aufgrund des Geschlechtes darf niemand diskriniminert werden. Das Arbeitszeitgerichtete Durchschnittseinkommen muss angegeben werden für Unternehmen mit mehr als 150 Mitarbeiter Gebot der Diskriminierungsfreien Stellenausschreibungen In Stelleninseraten muss Bezahlung angegeben werden
  • Was versteht man unter Diskriminierung im ökonomischen Sinne? Personen mit identer Produktivität werden aufgrund ihrer demographischen Merkmale unterschiedlich behandelt (bsp. Bezahlung, Stellenbesetzung)
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  • Christopher Street-LGBT Bewegung USA Wird oft als Beginn der 2. Welle der(westlichen) Lesben- undSchwulenbewegung (Gay LiberationMovement) beschrieben Neue Lesben-, Schwulengruppen fordertenradikale Veränderungen● Strahlte nach Kanada, Australien,Westeuropa aus Ziel: gegen Diskriminierung, für (Schutz-)Räume für Lesben und Schwule
  • Civil Rights Movement: afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung seit ~1950er• bekämpft Diskriminierung die auf den Auswirkungen derKolonialzeit/Sklaverei gewachsen ist Relevanz Europa/Österreich:• Europa war maßgeblich am Sklavenhandel beteiligt undprofitierte dadurch• Europa war maßgeblich an Kolonialisierung Afrikas (undanderer Gebiete) beteiligt und profitierte dadurch
  • Transatlantischer Sklavenhandel Höhepunkt fand der Sklavenhandel im 18. Jahrhundert mehrere Millionen SklavInnen über die sogenannte„Middle Passage“ auf den amerikanischen Kontinenttransportiert und verkauft 400 Jahren des Sklavenhandels 10-12 Millionen versklavte Menschen Eigentum der SklavenhalterInnen extreme Misshandlungen schwarze Menschen wurden systematisch dehumanisiert
  • Jim Crow Laws/Seggregation laws 1865 Verbot der Sklaverei Ab den 1880er Jahren Gesetzeerlassen, die schwarze und weiße Menschen im öffentlichenLeben voneinander trennen (Schulen, Toiletten, Restaurants „Plessy vs. Ferguson“
  • Anfänge der Bürgerrechtsbewegung 1950er Kampf gegen die Rassentrennung intensiviert sich in den Südstaaten. Viele Afroamerikaner identifizieren sich für Freiheitsbewegungen in anderen Teilen der Welt „Brown vs. Board of Education“ → Rassentrennung in Schulen wurde für illegal erklärt Rasentrennung wird nach und nach aufgehoben Weiße Proteste/Ausschreitungen gegen Aufhebung der Trennung in Schulen Akteure: Rosa Parks, Martin Luther Kind, Malcom X, Black Panther Party
  • Black Lives Matter Seit 2013 anhaltende Protestbewegung Ausgelöst durch dieErmordung schwarzer, unschuldiger Menschen durch Polizeioder Sicherheitsbeauftragte. Befund: Tiefverwurzelter, struktureller Rassismus behindertLeben schwarzer Menschen. Ihre Leben galten zu Zeiten derSklaverei als minderwertig, dies gilt heute auch noch. Ziel: Kampf gegen (strukturellen) Rassismus Zahlreiche Fälle in Österreich belegen auch diesen strukturellen Rassismus
  • Liberale Gleichstellungspolitik Politische Strategien, die…• (strukturelle) Diskriminierung aufheben,• die sozialen Folgen bisheriger Diskriminierung beseitigen,• Allen BürgerInnen die gleiche Teilhabe angesellschaftlichen Ressourcen (ökonomisches, kulturelles,soziales, symbolisches Kapital) sichern wollen. Institutionalisierung von Gleichstellungspolitik:• dauerhafte & verbindliche Regeln (z.B. Gesetze, Statuten,Vorgaben)• spezifische Organisationsformen und Zuständigkeiten(z.B. Gleichstellungsbeauftragte, Abteilungen) Kompensatorische Maßnahmen: Berücksichtigung unterschiedlicherAusgangslagen um Chancengleichheit zu schaffen. Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern, insbesondere durch Beseitigung tatsächlichbestehender Ungleichheiten
  • Das Gleichbehandlungsparadox Bei ungleichen Ausgangsbedingungen reproduziertGleichbehandlung bestehende Ungleichheit Gleichbehandlung != Gleichberechtigung
  • Frauenförderung Frauenquote: Verpflichtende oder freiwillige Vorgabe, dass einMindestprozentsatz von VertreterInnen/Mitgliederneines Gremiums aus Frauen bestehen muss. Ziel: Frauenanteil soll nachhaltig erhöht werden Mögliche Anwendungsgebiete: Wirtschaft (zBAufsichtsräte), Politik (zB Parlamentsabgeordnete),Wissenschaft (zB Uni Senat),… Seit 1993 im Öffentlichen Dienst: 45% Seit 1. Jänner 2018: Aktiengesetz § 86(7)(„Mindestanteilsgebot”): Verlangt mind. 30% Frauen und30% Männer in Aufsichtsräten Laut einer Studie wird durch eine Einführung von Frauenquoten die Kompetenz der Männer in die Höhe gehen, die der Frauen bleibt aber gleich
  • Gender Mainstreaming (GM) Entwicklung aus Kritik gegen ausschließlichfrauenbezogene Ansätze in den 1970ern Empfehlung durch die UN Weltfrauenkonferenzen verpflichtet Mitgliedsstaaten zur Durchsetzung Land OÖ verpflichtet sich seit Juli 2001 zur Durchsetzung strukturellen Rahmenbedingungen Fokus nicht mehr nur auf Frauen im öffentlichen Bereich verpflichtend Beispiel: Budgets von Bund, Ländern und Gemeinden müssenauf ihre Auswirkungen auf Frauen und Männer hinanalysiert und entsprechend den Gleichstellungszielenverändert werden.
  • Was versteht man unter Diversity Management? (Personal) Management Konzept zur Bewältigungvon Diskriminierung, 1990er; US Human-Rights-Bewegung Abwehr von Diskriminierungsklagen Set von Methoden und Instrumenten zurErhöhung und gezielter Förderung von Diversität: zB Formulierung und Platzierung vonStellenausschreibugen, Diversity-Mentoring-Programme, gezielte Gewinnung/Ansprache einerheterogenen Zielgruppe Verschiedene Erfahrungen/Fähigkeiten nutzbarmachen, Vielfalt als produktiven Faktor regelmäßige Evaluierung
  • Förderung interkultureller & Gender Kompetenz Vermittlung von Wissen über strukturelleUngleichheiten, Stereotype, Diskriminierung & derenKonsequenzen Vermittlung von Kompetenzen wie zBgeschlechtsneutrale Sprache, Wissen über andereKulturen Notwendigkeit für sinnvolle Umsetzung von GenderMainstreaming
  • Alltagstheorien der Zweigeschlechtlichkeit Im Alltagsdenken verankerte Basisannahmen über Geschlechtund Geschlechterdifferenzen: Eindeutigkeit: jeder Mensch ist entweder männlich oderweiblich Naturhaftigkeit: die Geschlechtszugehörigkeit musskörperlich oder biologisch begründet sein Unveränderlichkeit: die Geschlechtszugehörigkeit istangeboren und kann nicht gewechselt werden.
  • Garfinkel: „Agnes-Studie“ Ethnomethodologische Fallstudie zur Alltagskonstruktion„natürlicher“ Geschlechtlichkeit Agnes: 17-jähriges, mit männlichen Geschlechtsorganengeborenes Mädchen ➔Alltagsverständnis funktioniert nur für Erklärungen vonPhänomenen innerhalb der hegemonialen Norm. ➔Transpersonen widersprechen Alltagswissen:Geschlechtszugehörigkeit ist nicht einfach vorhanden undsondern wird realisiert➔Sonst routiniertes, geschlechstypisches Handeln muss aktivgelernt, hergestellt und aufrecht erhalten werden.➔Omnirelevanz von Geschlecht: ALLE alltäglichenInteraktionen sind durch geschlechtlichen Status geprägt
  • Doing Gender Geschlecht (Gender) ist keine körperlicheEigenschaft, sondern eine sich wiederholendeTätigkeit, die auf Interaktion mit anderenPersonen basiert sex: biologisch– sex-category: binäre Zuordnung durch andere– gender: Verhalten, welches für das jeweiligeGeschlecht in der jeweiligen Situation als sozial undnormativ angemessen gilt. unvermeidbar & normalisiert faktisch mit jeder menschlichen Handlungvollzogen Geschlecht Ergebnis verschiedener sozialer Arrangements binäres Verständnis vonGeschlecht teilt die Gesellschaft und organisiert sieentlang dieser Teilung die Teilungder Gesellschaft legitimiert die Festlegung vonbestimmten Erwartungen an die zweiGeschlechterkategorien. aufgrund derallgemeinen Akzeptanz dieser gesellschaftlichenOrdnung stimmen wir unser Verhalten darauf ab(und reproduzieren damit diese Ordnung)
  • Patriarchale Dividende Raewyn Connell, AUS Soziologin Das Reproduzieren von geschlechtsspezifischhegemonialem Verhalten wird gesellschaftlich positivsanktioniert. materielle & immaterielle Vorteile, die sich aus denMachtverhältnissen des Patriarchats ergeben Vorteile werden durch (annähernde) Verkörperungdes „idealen“ geschlechtsspezifischen Verhaltensgewonnen Frauen: bestimmtes weibliches Verhalten wird positiversanktioniert als anderes. süß/kindlich, sexy, mütterlich. Vorteile durch Verkörperung „idealer“ Frauenbilder Männer: Vorteile können auch gegenüber anderen Männern durchannähernde Verkörperung von hegemonialer Männlichkeitgewonnen werden („Komplizenhaftigkeit“).
  • Performativität Judith Butler, US Philosophin Eine performative Handlung ist eine solche, die das,was sie benennt, hervorruft Sprache ist eine (re)produktive Macht und schafftRealität. Durch Zeichen und Sprache (Diskurs) wird Identität alsmännlich oder weiblich markiert und hergestellt. Geschlecht (wie zB auch Ethnizität) ist ein performativerAkt in Annäherung an kulturelle Ideale/Normen.
  • Geschlecht = kulturell konstruiert nicht alle Gesellschaften kennen nur zweiGeschlechter Hijras in Indien, Pakistan undBangladesh; Two Spirits beinordamerikanischen indigenen Völkern;Faʻafafine in Polynesien;… nicht in allen Gesellschaften ist dieGeschlechtszugehörigkeit eine lebenslangeVerpflichtung
  • Butler: Gender Trouble Nicht-konformes Verhalten irritiert, weil es die binärkonstruierte gesellschaftliche Ordnung infrage stellt. Abweichungen von Geschlechternormenverursachen „Gender Trouble“ Darin liegt aber auch das subversive Potential vonGeschlechterkonstruktion
  • Butler: Undoing Gender Konstruktionen können dekonstruiert werden;subversive Verschiebungen sind möglich! Es könnte aber auch der Apparatsein, durch den solche Vorstellungen dekonstruiert unddenaturalisiert werden“