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Psychosomatische Medizin (Fach) / BPS-Modell (Lektion)
Diese Lektion wurde von jillian erstellt.
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- Alle emotional aversiven Einflüsse, welche die sichere Eltern-Kind-Bindung auf Dauer belasten, beeinträchtigen auch die Ausreifung des stressmodulierenden Systems und erhöhen das Risiko des Kindes als Erwachsener psychogen zu erkranken
- Was ist die Voraussetzung einer sicheren Bindung? Beziehung zu einer emotional feinfühligen und zuverlässigen Bezugsperson
- Was erkennt eine emotional feinfühlige und zuverlässige Bezugsperson? Stresszustände des Kindes mittels seiner unterschiedlichen Affektsignal
- Was macht eine emotional feinfühlige und zuverlässige Bezugsperson? reguliert die Stresszustände des Kindes mit empathischer Affektresonanz intuitiv bedürfnisgerecht
- Was lernt das Kind durch eine zuverlässige Bezugsperson die auf seine Affektsignale mit angemessener Affektresonanz reagiert? Abhängigkeit und Selbstständigkeit angstfrei zu ertragen
- Was ist von zentraler Bedeutung für Bindung und das Erleben von Abhängigkeit und Selbstständigkeit? Affektsysteme
- Ekel mit 0-5 Monaten
- Wut mit 3-6 Monaten
- Angst mit 5-9 Monaten
- Freude mit 4-5 Monaten
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- Trauer mit 6-30 Monaten
- Vor den ersten aktiven Affektausdrücken zeigt sich eine frühe Nachahmung der emotionalen Gesichtsmimik Erwachsener
- Was sind die 5 Basisaffekte die unser Zusammenleben organisieren? Angst Wut Trauer Freude Ekel
- Die 5 Basisaffekte sind evolutionär entwickelte Anpassungsprogramme
- 5 Basisaffekte - Funktion 1. bindungsrelevant im Säuglingsalter 2. beziehungsregulativ im späteren Leben 3. wichtig für die soziale Abstimmung in Teams und Gruppen
- 5 Basisaffekte sind gestört bei einer Vielzahl psychischer Erkrankungen
- Kompetente Bezugsperson Affektsignal Intuitive Ressonanz Externe Stressregulation Selbstwert Bindung => Affekte sichern Selbstwert und Beziehung
- Affekte einer kompetenten Bezugsperson sichern Selbstwert und Beziehung
- Dysfunktionale Bezugsperson Affektsignal fehlende Ressonanz dysregulierte affektive States Selbstwertstörung Bindungsstörung
- Folge des Verhaltens einer dysfunktionalen Bezugsperson? 1. Angst, Trauer und Wut bleiben unverarbeitet 2. dysregulierte Stresszustände werden verinnerlicht 3. eingeschränkte emoitonale Kompetenzen 4. Symptom statt Emotion, Beziehungsstörungen
- Amygdala - Gefahrensituationen: schnell, früh, ungenau, irreversibel gespeichert - automatisches emotionales Lernen, Angst-Konditionierung - bereits pränatal, unbewusstes emotionales Langzeitgedächtnis - sensorisches Frühwarnsystem für Gefahr: Angst-/Stressgedächtnis - Mustererkennung, Gesichtserkennung - Ausläsung der Stressreaktion, kein "Sprachbewusstsein"
- Bei Rindenblindheit sehen wir zwar im v1 nichts mehr aber die Amygdala bekommt trotzdem über Thalamus (CGL) visuellen Input
- Stressantwort ist affektgesteuert durch Amygdala
- Stressantwort - Amygdala führt zu 1. LC-NE-Achse: Sympathikusaktivierung: Katecholamine werden ausgeschüttet 2. HPA-Achse: Kortisol-Ausschüttung
- Wer kontrolliert die Amygdala? Hypothalamus Thalamus Frontalcortex Hippocampus
- Orbitofrontaler Kortex schnelles und reversibles soziales Lernen in Abhängigkiet primärer Verstärker (Geschmack, Geruch, Konvergenz mit visuellen Informationen) flexible Re-evaluation veränderbarer Verstärkereigenschaften (wechselnde Kontingenzen, Gesichtsmimik, soziale Normen) Kontrolle der primären Affektsysteme (starke Efferenzen/ Afferenzen von/ zur Amygdala) => Hemmung der Amygdala hochadaptive Verhaltensanpassung, soziales Lernen (Einfühlung, Empathie, Mentalisierung)
- OFC-Volumen in Abhängigkeit von Fürsorge im Kindesalter Bei mangelnder Fürsorge reduziertes OFC-Volumen
- der mediale präfrontale Cortex kontrolliert Affektgeneratoren (Amygdala --> hemmt sie)
- Der mediale PFC reif aus in Abhängigkeit von der Zuwendungsgüte in den kindlichen Entwicklungsjahren
- der mediale PFC wird in seiner Entwicklung beeinträchtigt durch kindliche Belastungserfahrungen
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- der mediale PFC entwickelt sich noch bis etwas zu einem Alter von 25 Jahren
- Worauf scheint der mediale PFC auch nach einem Alter von 25 Jahren zu reagieren auf psychodynamische Psychotherapie
- depravierte rumänische Waisenkinder zeigen verminderte Aktivität in orbitofrontalem Gyrus infralimbischem präfrontalem Kortex Amygdala Hippocampus lateralem temporalem Korext
- depravierte rumänische Waisenkinder zeigen Beeinträchtigung des Sozialverhaltens (TOM, Empathie, Mentalisierung)
- zeitstabile Veränderung bei rumänischen Waisenkindern in Amygdala
- Funktion des Hippocampus = Faktengedächtnis
- Hippocampusformation Tor zum Gedächtnis speichert kontextuelle Fakten (deklarativ) Lernen, Einschreibung in Langzeitspeicher Kontrolle des Stressverarbeitungssystems => hemmender Einfluss auf Amygdala
- im Hippocampus herrscht eine Hohe Dichte von Kortisolrezeptoren
- Hippocampus und OFC haben einen hemmenden Einfluss auf die Amygdala
- Kortisolrezeptoren - bewirken - Dichte ist abhängig von - Rückkopplungsdämpfung der Kortisolausschüttung - mütterlichem Fürsorgeverhalten
- Kortisolrezeptoren - Veränderung bei belastenden Kindhheitserfahrungen - Demethylierung des Genabschnitts, der das Rezeptorprotein kodiert - lebenslänglich wirksame "epigenetische" Anhebung der Stressschwelle - fehlende Zuwendung bewirkt weniger Kortisolrezeptoren und eine erniedrigte Angst-/Stressschwelle
- bei andauernd erhöhtem Kortisol gehen die Zellen im Hippocampus unter und es senkt die Angst-/ Stressschwelle (kann Amygdala nicht mehr hemmen)
- frühe Bindungsstörungen = sequenzielles kindliches Entwicklungstrauma durch Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung oder Unerwünschtheit
- frühe Bindungsstörungen führen zu 1. gestörter neuronaler Reifung (frontal, Amygdala, Hippocampus) 2. erniedrigter Stressschwelle, gestörte Affektverarbeitung 3. gestörte sozial-emotionale Abstimmungsmöglichkeiten 4. pathologische Mechanismen zur Konfliktbewältigung 5. beeinträchtigte kognitve/ soziale Entwicklung 6. gesundheitliches Risikoverhalten (Sucht) 7. somatische Sekundärkomplikationen 8. chronifizierte körperliche Störungen 9. vorzeitiger Tod (15-20 Jahre)
- psychosomatische Symptombildung/ Stressreaktion 1. Stressreiz 2. sensorischer Cortex (Objekte) und sensorischer Thalamus (Reizmerkmale) 3. beides aktiviert Amygdala, sens. Cortex auch Hippocampus 4. sens. Cortex, Sens. Thalamus, Hippocampus und präfrontaler Cortex wirken auf Amygdala 5. Amygdala aktiviert LC-NE-Achse (Sympathikus) und HPA-Achse 6. Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet => Auswirkungen auf: Muskeltonus, Blutdruck, Stoffwechsel, Immunsystem, Stresshormone, Angst, Panik, Hilflosigkeit, Lernen (geht runter)
- Was hilft besonders benachteiligten Kindern langfristig? Frühförderung (akademische Unterstützung, Erzieher, elterliche Unterstützung etc.)
- Worein sollte investiert werden bei besonders benachteiligten Kinder? in die Prävention: jährliche Rendite 7-10%
- Je früher benachteiligten Kindern geholfen wird umso lohnender für alle
- Insgesamt bio-psycho-soziales Modell der psychogenen Erkrankungen 1. psychosoziale Stressoren/ Traumata in der Pränatal- und Kindheitsentwicklung 2. neurobiologische Langzeitfolgen 3. gestörte Stress- und Affektverarbeitung 4. erniedrigte Stressschwelle und häufigere Beziehungskonflikte 5. erhöhtes Risiko für psychische/ psychosomatische Erkrankungen in sozialen Stresssituationen