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Handelsorganisation (Fach) / 1. Block (Lektion)

Grundlagen

Diese Lektion wurde von Benni96 erstellt.

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  • Ist für den Einzelhandel ein Verkaufsrauem von Nöten? -> gibt genügend Einzelhandel ohne Verkaufsraum - Versandhandel -> Kostenreduktion durch keinen Verkaufsraum, ermöglicht niedrigere Angebotspreise -> Bequem für den Kunden -> Möglichkeit der Ansprache sehr enger Kundensegmente -> Möglichkeit, das Stammgeschäft auszuweiten, ohne neue Verkaufsstelle zu eröffnen -> Ggf. Möglichkeit zur Vermeidung der MwSt. (Waren unter 20€ - Schweiz)
  • Alternative Vertiebskonzepte Versandhandel -> Zeitschriften, Kataloge, Mailings eCommerce -> gleiches Geschäftsmodell mithilfe des Internets Teleshopping -> sparten Kanäle des TVs um Waren abzusetzen Marktveranstaltungen -> Wochenmarkt, Messen Verkaufsautomaten -> wenig erklärungsbedürftig, kleinformatig Lieferservices -> Bofrost Butter-/Kaffeefahrten -> Tourismus Home Partys -> Tupper
  • Warum sind Kataloge bequemer als das Internet? -> keine Infrastruktur notwendig -> personalisierte Kataloge -> Targeting
  • Grenzen des Versandhandels -> Kunden können Waren nicht vor dem Kauf begutachten: Empfundenes Kaufrisiko/Retouren Problematik -> Unterschätzungen der Gesamtkosten des Warenhandlings/der Logisitik -> Responseraten bei Katalogen erheblich unter 10% - Manche Unternehmen sind mit 1% zufrieden -> Negative Reputation
  • Unterschied Sortimentstiefe und Sortimentsbreite Sortimentsbreite: Anzahl der Bedarfsarten (Warengruppen) Sortimentstiefe: Anzahl der Bedarfsarten innerhalb der Warengruppe (Produkte)
  • Warum gibt es eigentlich noch Großhandelsunternehmen? -> Trennen unterschiedliche Produkqualitäten (Naturpol: Holz, Tee, Kaffee) -> Sammeln kleine Produktionsmengen (Naturpol: Obst, Gemüse) -> Trennen große Produktionsmengen bedarfsgerecht auf (Kulturpol: Schrauben, Treibstoff) -> Importieren Güter für mehrere Weiterverkäufer/verarbeiter -> Lagern Güter für kurzfristige Bedarfssituation -> Gewähren Kredite an Lieferanten und Abnehmer -> Überbrücken Informationsdefizizen (Import/Export)
  • Warum sind neue Handelslandschaften erfolgreich? -> Ausdehnung Absatzgebiet (Online Händler) -> höherer Wohlstand - steigende Kaufkraft - messbar am Einzelhandelsumsatz -> spezifischer Bedarf kann gedeckt werden - Kunden Bedarfe sind immer spezifische geworden -> ermöglicht das Waren und Dienstleistungsspektrum bezahlt werden kann (Kaufkraft)
  • Warum können beide Positionierungen funktionieren? (Preisvorteil, Leistungsvorteil) Die Konsumentenschicht ist kein homogener Block -> spezifische Bedarfe (Discounter, Supermarkt)
  • Position von Betriebstypen Marktabdeckung: Gesamtmarkt oder Teilmarkt Wettbewerbsvorteil: Leistungsvorteil oder Preisvorteil -> Problem: Stuck in the Middle - keine klare Positionierung
  • Wheel of Retailing (McNair 1931) Mehrphasenmodell zur Entstehung und Diffusion neuer Betriebsformen (Identisches Grundmuster) 1. Innovative Handelsunternehmen verschaffen sich über aggressive Preise den Marktzugang -> Newcomer kommen über Preisvorteile in den Markt, dafür abgespecktes Leistungsspektrum 2. Trading up durch Nicht-Preis-Wettbewerb -> verbessertes Leistungsspektrum 3. Strategiewechsel: Umfassende Qualitätskonkurrent (Insbesondere Service) -> weg von der aggressiven Preisorientierung
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  • Dynamik der Betriebsformen (Nieschlag 1954) -> Entstehung und Aufstieg 1. Entstehung und Aufstieg Erschließung günstigerer Beschaffungswege durch Innovatoren Reduktion der Kundendienstleistungen/rationeller Mitteleinsatz/einfache Geschäftsausstattung verschafft weitere Kostenvorteile Niedrigpreispolitik erforder: -> Sortimentsreduktion (Lagerumschlag -> hohe Mengen absetzen) -> Konzentration auf Schnelldreher -> Verzicht auf kompensatorische Preisbildung wie sonst üblich (unterschiedliche Preisspannen)
  • Dynamik der Betriebsformen (Nieschlag 1954) -> Reife und Assimilation 2. Reife und Assimilation Unternehmen wollen aus Furcht vor abnehmender Attraktivität mehr bieten -> Schrittweise Sortimentsausweitung -> Attraktivere Geschäftsausstattung -> Serviceausweitung Beliferung mit bestimmten Waren setzt die Existenz von Fachabteilungen voraus -> Fachabteilungen sind kostentintensiver = höhere Preise Nachahmerunternehmen treten in den Markt ein: -> Anwendung vom ruinösen Preiskampf (auch aufgrund der veränderten Kostensituation durch Fachabteilungen) -> Annäherung der ursprünglichen Innovatoren an schon zuvor bestehende Handelsunternehmen lässt Raum für neue Innovatoren
  • Bewertung des Konzeptes der Dynamik der Betriebsformen Plausible Beschreibung der Entwicklung von Betriebsformen Keine Erfüllung des Anspruches einer verallgemeinernden oder gar gesetzmäßigen Erklärungskonzeption Empirische Gegenbeispiele nachweisbar: -> Alternative Einstiegsstrategien (Boutiquen) -> Durchhalten der aggressiven Preiskonkurrenz (Discounter) -> Automatenverkauf: hohes Preis- und Kostenniveau, Convenience Vernachlässigung einer Betriebsformeninnovation durch Funktionsveränderungen
  • Lebenszyklus der Betriebsformen des Handels Entwicklungsphase -> Erfindung einer neuen Betriebsform Einführungsphase -> Erste Anwendung der Idee Wachstumsphase -> Frühe Adopter (Nachahmer) Reifephase -> Frühe&Späte Mehrheit Abschwungsphase -> Nachzügler
  • Bewertung des Lebenszyklus der Betriebsformen -> Konzept ist offener als Wheel of Retailing, da es den innovativen Charakter einen neuen Betriebsform nicht auf Preisvorteile reduziert -> Offen für Impulse aus Funktionsveränderungen, die einen Wettbewerbsvorteil begründen -> Kein gesetzmäßiger Trading up Prozess -> Zuordnung von alternativen Handlungsoptionen, die den Verlauf des modellhaften Lebenszyklus verändern können zu den einzelnen Phasen -> S-förmiger Verlauf des Lebenszyklus: Auch anderer Verläufe ließen sich plausibel begründen
  • Betriebsformenwahl als dialektischer Prozess nach Karl Marx Entwicklung der Theorie des dialektischen Materialismus als Konkretisierung der allgemeinen Evolutionstheorie These - Antithese -> Synthese = These - Antithese -> Jede Entwicklung baut auf der Stufe einer früheren Entwicklung auf, jedoch auf einer höheren Ebene (Hypothese)
  • Übertragbarkeit des dialektischen Dreischritts auf Betriebsformen des Handels Ausgehend von einer gegebenen Struktur von Institutionen werden sich die Element der am stärksten verwundbaren Institutionen umkehren und auf dieser Grundlage neue Betriebsformen entwickeln Evolutionseffekt der doppelten Negotation -> Es gibt nicht nur zwei, sondern mehr als zwei antithetische Alternativen Beispiel: 1. These: produktorientierte Sortimentspolitik -> Fachgeschäft Obst&Gemüse 1. Antithese: bedarfsorientierte Sortimentspolitik -> Nachbarschaftsgeschäft Synthese = 2. These: Kombination beider Sortimentskonzepte -> Verbrauchermarkt 2. Antithese: preisorientierte Sortimentspolitik -> Discounter
  • Vorteile dialektischer Prozess -> Verzicht auf jegliche deterministische Konstrukte -> Betriebsformenwandel wird als Resultat eines dynamischen Wettbewerbsprozesses begriffen -> Fruchbarer Ansatz jedoch nur dann, wenn er mit anderen Konzeptionen verknüpft wird, die die spezifischen Ursachen für die Entstehung der einzelnen Betriebsformen und ihre Diffusionsprozesse stärker ausleuchten