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Handelsorganisation (Fach) / 1. Block (Lektion)
Grundlagen
Diese Lektion wurde von Benni96 erstellt.
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- Was ist Handel? Austausch von wirtschaftlichen Gütern zwischen mindestens zwei Marktpartnern Zur Erfüllung von Nutzenvorstellungen Zur Verbesserung der jeweiligen Bedarfssituation (Nutzen) Einkauf und Verkauf von Ware, ohne sie wesentich zu bearbeiten man greift zwar ein (portionieren, verpacken), jedoch nur zu einem geringen Maße in die Beschaffenheit der Ware
- Handel im funktionellen Sinne Handel im funktionellen Sinne liegt vor, wenn Markteilnehmer Güter, die sie in der Regel nicht selbst be- oder verarbeiten (Handelsware), von anderen Markteilnehmern beschaffen und an Dritte absetzen Praxis: Austausch von (beweglichen) Sachgütern, aber auch Häuser und Grundstücke möglich
- Absatzmittler Eigentümer der Ware -> Großhandel, Einzelhandel
- Absatzhelfer kein Eigentümer der Ware
- Handelsverteter verkauft auf fremden Namen und auf fremde Rechnung -> macht Sinn, sofern man die Preisbildung beeinflussen möchte -> Man schütz Premium Produkte vor der Veramschung (Tankstellen)
- Kommissionär Kommissionshandel -> verkauft in eigenen Namen und auf freme Rechnung (Gebrauchtwarenhandel/Feuerwerk)
- Makler Vermittelt zwsichen zwei Parteien (Im Auftrag beider)
- Immaterielle Güter nicht stofflich (intangibel) -> nicht lagerfähig/transportfähig Wirtschaftliche Güter -> Patente, Dienstleistungen, Strom, Lizenzen, Daten (Informationsbroker, Musikindustrie)
- Handel im institutionellen Sinne Handel im institutionellen Sinne umfasst jene Institutionen, deren wirtschaftliche Tätigkeit ausschließlich oder überwiegend dem Handel im funktionellen Sinne zuzurechnen ist. -> wenn mehr Wertschöpfung im Handel als in der Produktion erzielt wird -> Schwerpunkt muss dem statistischen Bundesamt gemeldet werden -> Beispiel: Nike und Adidas: produzieren nicht selbst und handeln somit nur
- Was ist die Leistungskomponente des Handels? Ware gegen Ware: -> Bartergeschäft/Kompensationsgeschäft -> Verwendung im internationalen Bereich (BRD und UDSSR - Erdgas gegen Röhren) Ware gegen Geld (normales Geschäft): -> Filtert Informationen, die für Lieferanten/Kunden nicht zugänglich wären -> Industrie könnte Distribution ohne Filialnetz nicht garantieren -> Kombination aus fremdhergesteller Sachleistung/Ware und eigenerstellter kundenspezifischer Serviceleistung -> Lagerung, Parkplatz, ist bereits entpackt, gut erreichbarer Standort, erlebnisorientiere Ladengestaltung, Kundenberatung/Service -> Warenauswahl und Warenbevorratung
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- Unterschiede Supermarkt und Discounter Supermarkt: -> 20.000-30.000 Artikel = größere Auswahl -> höhere Preise, da großes Sortiment Discounter: -> 1000-1800 Artikel -> niedrige Preise, durch höhere Umschlagszahl, Mengenrabatte
- Angebotsleistung Internet Shops -> Große Auswahl, guter Überblick (verschiedene Größen/Farben) -> keine Möglichkeit die Ware zu testen (Qualität, Beratung) -> Lieferung der Ware nach Hause
- Angebotsleistung Warenhaus -> überschauliche Anzahl der Artikel -> kompetente Beratung -> kann sich von Qualität physisch überzeugen -> Testen der Ware
- Handelsfunktion nach Oberparleiter (1955) 1. Räumliche Funktion 2. Zeitliche Funktion 3. Quantitätsfunktion (kaufen große Mengen obwohl Kunden nur kleine Mengen benötigen) 4. Qualitätsfunktion (Man kauft Produkte und sortiert sie in verschiedene Qualitäten) 5. Kreditfunktion (lange Zahlungsziele) 6. Werbefunktion (übernimmt Vertriebsaufgabe des Herstellers)
- Handelsfunktion nach Buddeberg (1959) 1. Kontaktfunktion (zum Konsumenten oder Lieferanten -> Macht aufgrund größerer Menge) 2. Informationsfunktion 3. Beratungsfunktion (Nutzungsmöglichkeit der Ware, Hersteller beraten (Absatz)) 4. Warenumgruppierungsfunktion (einsortieren in verschiedene Qualitäten) 5. Mengenumgruppierungsfunktion 6. Raumausgleichsfunktion 7. Zeitausgleichsfunktion 8. Veredlungsfunktion (Käse/Wurst -> Handelsübliche Warenmanipulation)
- Handelsfunktionen nach Seyffert (1972) 1. Überbrückungsfunktion 2. Warenfunktion 3. Funktionen des Marktamtes
- Erich Schäfer Meinung Es handelt sich bei der Überbrückung von räumlichen/zeitlichen/qualitativen oder quantitativen Spannungen um gesamtwirtschaftliche Aufgaben Nicht nur Handel kann diese Handelsfunktionen übernehmen, sondern auch der Hersteller Verteilung dieser Aufgaben ist abhängig von Kosteneffizienz der Leistungserstellung und/oder Marktmacht
- Balight-Richartz-Effekt Bei einer Einschaltung des Handels kann die Anzahl der zu koordinierenden Beziehungen innerhalb des Netzwerkes von einer multiplikativen (m*n) auf eine additive Zahl (m+n) reduziert werden. Beispiel: -> Annahme: 3 Anbieter und 6 Nachfrager -> Direkter Vertrieb: 18 Kontakte -> Indirekter Vertrieb: 9 Kontakte Vorteil: -> Reduktion der notwendigen Marktkontakte -> Gesamtwirtschaftlich wesentlich effizienter zu managen -> spart Transaktionskosten
- Handelsfunktion und Rechtsprechung Unterstellung: -> Händler sind egoistisch und denken nur an sich selbst -> Sie wählen die Produkte aus mit denen sie am meisten Umsatz machen Vorstellung vom perfekten Händler: -> Der Händler sollte nur an das Wohl der Konsumenten denken Unfair: -> Händler haben keine Vorteile, wenn sie die Ware der Hersteller bewerben -> Kosten für Warenwirtschaftssysteme und Wareneinräumung -> Verkennung der wirtschaftlichen Realität, wenn man sagt warum darf es ausgerechnet der Handel nicht machen
- Sind Sie in der Gestaltung der Organisation und des Vertriebs Ihres „idealen“ Handelsunternehmens völlig frei? Welche Faktorengruppen beeinflussen Ihren Gestaltungsspielraum? Externe Rahmenbedingungen -> Gesetze, Richtlinien, Normen Interne Rahmenbedingungen -> Regeln, Geschäftspolitik, Finanzkraft Eigenarten der Ware -> ökonomisch, naturgegeben
- Externe Rahmenbedingungen naturgegeben -> Vorkommen von Bodenschätzen, Rahmenbedingungen für Landwirte kulturgegeben: -> außerökonomisch (Saisonware) -> ökonomisch ökonomisch: -> nicht marktlich (Rahmenbedingungen/Gesetze, technische Infrastruktur) -> marktlich marktlich: -> Markt (Entwicklung, Marktveranstaltungen) -> Markgegenseite (Forderungen des Lieferanten - selektives Vertriebskonzept von Rolex) -> Mitanbieter (Substituierbarkeit) -> Mitnachfrager (Schrott bekommen bzw. Missernten)
- Kaufkraft Verfügungsmöglichkeit über Geld zum Kauf von Gütern in einer bestimmten Periode
- Verfügbare Kaufkraft Bruttoeinkommen + Vermögensverzehr (Entsparen)/Transferzahlungen (Kindergeld) + Kreditaufnahme - Schuldentilgung - Steuern
- Freie Kaufkraft Verfügbare Kaufkraft - gebundene Kaufkraft (Fixausgaben)
- Betätigte Kaufkraft Freie Kaufkraft - Sparbeträge
- Reale Kaufkraft Indizierung zur Berücksichtigung des Zeitablaufs (ohne Inflation) -> Es gilt die Betrachtung anstellen, was man mit dem Nominalbetrag kaufen kann -> Reale Kaufkraft kann sich trotz höheren Einkommen verringern (steigende Mieten)
- Warum sind Handelsunternehmen mehr von Konkurrenz gefährdet? niedrige Markteintritts-/Marktaustrittsbarrieren im Vergleich zur Industrie
- Wozu kann man Informationen über die Kaufkraft der Bevölkerung nutzen? Standortwahl, Vertriebskanäle, Preisgestaltung den Kaufbedingungen anpassen
- Einzelhandelsrelevante Kaufkraft Nettoeinkommen +/- Sparquote = ausgabefähiges Einkommen (privater Verbrauch) - nicht einzelhandelsfähiger Verbrauch (Miete, Strom, Gas, Wasser, Telefon, Urlaub) = einzelhandelsrelevante Kaufkraft - Ausgaben im Versandhandel = für den Stationäreinzelhandel relevante Kaufkraft
- Demografische Entwicklungen -> weniger potentielle Kunden insgesamt jedoch zentrale Orte gewinnen Bevölkerung hinzu -> Höherer Anteil älterer Kunden -> Höherer Anteil kleinerer Haushalte -> Höherer Anteil von Kunden mit Migrationshintergrund -> Starke regionale Disparitäten
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- Veränderungen der Konsumgewohnheiten und der Ansprüche der Konsumenten -> Soziale Kontakte und Geselligkeit werden wichtiger -> Verbraucher sind preisbewusst und gut informiert -> Hybrider Verbraucher -> Streben nach Individualität und Abhebung von der Masse -> Freizeit und Erlebnis beim Einkaufen zunehmend wichtiger -> mehr freizeitreiche, freizeitarme Verbraucher -> Gesundheit, Umwelt, Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung im Fokus der Verbraucher -> City-Lagen an zentralen Orten gewinnen für Kunden an Attraktivität, Grundversorgung hingegen zunehmend wohnort- und arbeitsplatznah gesucht
- Weiter zunehmender Wettbewerb -> Betroffen insbesondere schrumpfende Regionen mit unterdurchschnittlichen Einkommen bei Warengruppen, die an Bedeutung verlieren -> kein Wachstum im Bereich der Grundversorgung -> Internethandel gewinnt weitere Marktanteile (insbesondere Bekleidung, Schuhe, Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte, Bücher, Gesundheit) -> Flächenwachstum setzt sich fort
- Entwicklung von Einkommen und Kosten -> Nur leicht steigende verfügbare Einkommen (starke regionale Disparitäten, zentrale Orte gewinnen) -> Anteil Konsumausgaben im Einzelhandel an verfügbarem Einkommen rückläufig -> Sättigung bei Grundversorgung -> Wohnen und Gesundheit gewinnen am Gewicht
- Interne Rahmenbedingungen (Entscheidung beeinflussen) -> Unternehmenszielsetzungen und daraus abgeleitete Unternehmensstrategie -> Branche -> Räumliches Betätigungsfeld -> Standort -> Erscheinungsform -> Rechtsform -> Kapitalausstattung -> Kostenstruktur -> Ausstattung mit Betriebsmitteln -> Anzahl der Mitarbeiter -> Qualifikation der Mitarbeiter -> Machtpotential -> Unternehmensziele -> Betriebsvereinbarungen -> Verfügbare Geldmittel (Finanzkraft) -> Kreditwürdigkeit/Sicherheit -> Kulturelle Gepflogenheiten
- Eigenarten der Ware (Entscheidung beeinflussen) -> Verwendungszweck -> Wertigkeit -> Bedarfshäufigkeit -> Bekanntheitsgrad -> Modeabhängigkeit -> Massenhaftigkeit der Fertigung -> Verpackung -> Gestaltung -> Fungibilität (Börsenhandelsfähig) -> Wartungsbedürftigkeit -> Haltbarkeit -> Erklärungsbedürftigkeit, Bedarfsverbundenheit -> Preiselastizität der Nachfrage -> Umschlagsgeschwindigkeit -> Verderblichkeit
- Klassifikation -> Basiert auf einer Menge von Kriterien, die auf jedes der Elemente der klassifzierten Menge entweder zutreffen oder nicht zutreffen (Schwarz oder Weiß) -> Betrachtung eines Merkmals auf einer Stufe -> Einstufige/mehrstufige Klassifikation
- Typologisierung -> Mindstens 2 Merkmale -> weicherer und der Wesenbeschreibung des Untersuchungsgegenstandes angemessenere Strukturierungen
- Realtypen (Betriebstypen des Handels) Reale/tatsächlich existierende Betriebsstrukturen = präzise Beschreibung -> Großhandelstypen: Betrachtung der Funktionen (Abhol-, Zustellgroßhandel) -> Einzelhandelstypen: morphologische Betrachtung (Sortiment, Größe)
- Idealtypen (Betriebstypen des Handels) Kombination theoretisch denkbarer Betriebsstrukturen
- Betriebstypen des Einzelhandels Kombination von mindestens zwei beschreibenden Merkmalen - keine Betrachtung Absatzpolitischer Instrumente -> Sortimentspolitik -> Betriebsgröße -> Bedienungsprinzip (Selbstbedienung/Fremdbedienung) -> Art des Inkassos (Bar, Rechnung/Überweisung) -> Distanzüberwindung (Abholung, Zustellung, Streckengeschäft - Hersteller direkt an Kunde) -> Art der Preisstellung (Brutto/Nettopreisstellung) -> Art des Kundenkreises (B2B, B2C) -> Integration eines Betriebes in eine Agglomeration (Shopping Mall)
- Betriebsformen des Einzelhandels institutionellen Sinne -> mithilfe absatzpolitischer Instrumente definiert -> Branche -> der die im Sortiment geführten Waren -> Preisniveau -> Bedienungsform -> der Fläche (Geschäftsfläche/Verkaufsfläche) -> Standort
- Beispiele der Betriebsformen im Einzelhandel -> Fachgeschäft -> Spezialgeschäft-> Boutique (teuer, geringes Sortiment, Innenstadt)-> Fachmarkt (günstig, großes Sortiment, Gewerbegebiet)-> Warenhaus (Karstadt, Galereia Kaufhof - Alle Bedarfe unter einem Dach)-> Selbstbedienungswarenhaus -> Gemeinschaftswarenhaus (Shopping Mall)->Kaufhaus (bestimmte Produkte - Bekleidung)-> Discounter (kleines Sortiment, günstig)-> Gemischtwarengeschäft -> Convenience-Store (kleines Sortiment, Rewe-City)-> Supermarkt (großes Sortiment, stärkerer Service)-> Verbrauchermarkt
- Kooperation Wirtschaftlich selbständige Unternehmen verpflichten sich vertraglich zur Zusammenarbeit und bleiben dabei weitgehend selbstständig -> Rewe, Edeka
- Konzentration Die wirtschaftliche Selbstständigkeit wird aufgeben und es bildet sich eine zentrale Leitung -> Lidl, Aldi
- Erscheinungsform zusammengeschlossener Unternehmen Horizontal: -> Gleiche Produktions- oder Handelsstufe -> Vorteil: Stärkere Marktposition Vertikal -> Aufeinanderfolgende Produktions- oder Handelsstufe -> Vorteil: Beschaffung und Absatz soll gesichert werden Anorganisch (Branchenfremd) -> Dienen dem Ausgleich eines branchenspezifischen Risikos
- Discounter -> Enstanden im Lebensmitteleinzelhandel (Lidl, Aldi) -> Einkauf großer Mengen, bei relativ wenigen Artikeln - günstige Einstandspreise -> Minimierung der Handelsleistung (Auslagerung wertschöpfende Tätigkeiten an den Kunden - Auspacker der Ware aus Kartons Ermöglicht dem Discounter, Dauer-Niedrigpreise anzubieten, die der Kunde auf Dauer lernt und zu einem postiven Preisimage führt. Hat sich dieses verfestigt, wird es für Nachahmer schwierig den Kostenführer zu attackieren
- Fachmarkt -> Verkehrsgünstige Standorte in peripherer Lage, Minesten 2000qm Fläche, günstige Preise -> Tiefes aber in der Breite beschränktes Sortiment -> Selbstbedienungsprinzip - Kosten sparen -> Voraussetzung: Sachkundige Kunden, die über ausreichend Fachkenntnisse verfügen -> Profitieren von Beratungsleistungen anderer Betriebsformen
- SB-Warenhäuser -> Verkehrsgünstige Standorte in dezentraler Lage: Profitieren von Mobilitätsbereitschaft der Kunden -> Verkaufsfläche über 5000qm, warenhausähnliches Sortiment -> Selbstbedienung ermöglicht erhebliche Kostensenkungspotentiale -> One Stop Shopping
- Shopping Malls -> Haben als Kollektiv unterschiedlicher Betriebsformen erheblich an Bedeutung gewonnen -> CentrO in Oberhausen: Verkaufsfläche von 125.000 qm
- Alternative Auffassung (Betriebsform und Betriebstyp) Betriebsformen: -> stellen unternehmensübergreifende Systematiken von Handelsbetrieben dar, die durch Klassifikation oder Typisierung entstehen können Betriebstypen: -> stellen hingegen unternehmensindividuelle Systematiken von Betriebskonzepten dar und entstehen durch Typisierung der Betreibungskonzepte einer Unternehmung Beispiel: Betriebsform: Discounter Betriebstyp: PENNY Unternehmensbezogen für: REWE