Literaturwissenschaft (Fach) / Weimarer Klassik (Lektion)
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Definitionen und Lyriker
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- 5.1 Weimarer Klassik Schiller u. Goethe - Der Begriff wird heute historisch deskriptiv verwendet. Er bezeichnet in Deutschland die literarische Tendenz des späten 18. Jahrhundert, die ihren Höhepunkt in den Jahren der Zusammenarbeit zwischen Schiller und Goethe erlebt. Goethe und Schiller antworten auf Modernisierungsprozesse und gesllschaftspolitische Veränderungen, besonders auf die Erfahrung der Französischen Revolution. Die Antike wird zum Gegenbild einer als krisenhaft erfahrenen Moderne
- 5.2 Schillers Maria Stuart - Trauerspiel in 5 Akten "euripideische Methode" - Machtkonflikt zwischen zwei Königinnen, der Königigin von England und Schottland - König Heinrich der VIII von England hatte die englische Kirche von Rom gelöst, als der Papst sich weigerte, seine 2. Ehe mit Anna Boleyn zu ermöglichen - Elisabeth I, Tochter aus 2. Ehe Heinrichs VIII und Anna Boleyn, richtete als Königin von England die anglikanische Kirche ein und vollzog damit den Bruch von Rom
- 5.3 Was macht Schiller aus dem historischen Stoff - Maria Stuart gesteht ihre Mitschuld am Gattenmord, sie wird aber nicht dafürverurteilt - Elisabeth I ist als englische Königin in einer problematischen Situation: - Lässt sie Maria S. am Leben, könnte diese ihr den Thron stetig machen - Stimmt sie der Hinrichtung zu, gilt sie als grausame Herrscherin - Sie möchte M. Stuart lieber tot als lebendig sehen, aber die Verantwortung für ihren Tod nicht übernehmen
- 5.4 Goethes Römische Elegien - Entstanden in einer Zeit der Liebesbeziehung mir Christiane Vulpius, römische Elegien verteidigen die Freiheit im Privaten - Goethe übernimmt die Form nach antiken Vorbildern Properz, Catull, Tibull; die Liebe wird genutzt, nicht um über die unerfüllbare Liebe zu klagen, sondern um mit dem Distichon den Lobreis der erfüllten Liebe hervorzuheben Kritik - Ich -Form und fehlende Distanz zwischen Sprecher und Besprochenem - Verzicht auf Moralisierung und Ironisierung des Gesagten - Direkte Übertragung antiker Lebensvollzüge auf Moderne
- 5.5 Goethes Iphigenie - Stoff nach Euripides - Iphigenie lebt im Konflikt zu Pflicht und Neigung - Keusche Rolle der Priesterin gewählt, um keine Ehe eingehen zu müssen - Sie denkt sich eine List aus, um von Tauris zu fliehen
- 5.6 Goethes Reinecke Fuchs - Tiergesellschaft = Gesellschaft rechtlicher Willkür - Mittel Alter - Rechtsbräuche werden der Form nach zwar eingehalten, das ist aber eine Fassade hinter der Rechtsdruck stattfindet: Geschützt wird, wer dem König nützt - Das Recht dient nicht der Beschränkung, sondern der Bemäntelung der Macht - Reinecke kann machen was er will, weil dre König von deinem Rat abhängig ist -> Kritik am Ancien Regime
- 5.7 Das elegische Distichon - Verspaar aus einem Hexameter und einem Pentameter - Hexameter: Langvers aus sechs Daktylen, letzter Daktylus um mindestens eine Silbe verkürzt (x--) - Pentameter: Fünfheber, faktisch auch ein sechshebiger Daktylus, aber mit zweisilbiger Senkungskürzung im 3. und 6. Versfluß -> Hebungsprall im 3 +4 Versfuß
- 5.8 Was kennzeichnet Schiller zufolge die Moderne - Verarmung der Ausdrucksformen des Numinosen (Das Schauderhafte) und damit der Dichtung - durch den christlichen Monotheismus (Glaube an einen einzigen Gott, der die Existenz anderer Götter ausschließt) - Ende der Anthropomorphisierung der Natur durch die Kenntnis der Naturgesetzte (vermenschlichen; menschliche Eigenschaften auf Nichtmenschliches übertragen) - Christentum hat die Vielfalt reduziert, Moderne Wissenschaft ha die Welt entzaubert - Entzauberung der Welt entzaubert auch den Menschen - Schiller verschmilzt das Christentum und Aufklärung zu gemeinsamen Gegner
- 5.9 Dramen der Klassik - Sie fangen nach der politischen und ästhetischen Konstitution des Subjekts und stehen in der Spannung zwischen: - Subjektivität und Sinnlichkeit, Plicht und Neigung - Sozialer und emotionaler Bindung - Autonomie und Heteronomie (Heteronomie ist im Gegensatz zur Autonomie die Fremdgesetzlichkeit bzw. -bestimmtheit und bedeutet die Abhängigkeit von fremden Einflüssen bzw. vom Willen anderer.) -> Subjekt in der Frau verkörpert
- 5.10.1 Schillers Gedicht "Die Götter Griechenlands" -- Verlust der Einheit von Göttern und Menschen, von Natur und Kultur, von Denken und Handeln - Mythisches Weltbild: Natur war dur numinose Kräfte beseelt; die Götter lebten vereint mit den Menschen - Inhalt an Metamorphosen des Ovids formal an Dichtung des Horaz dran - Kritik des Christentums - Gekürzte Zweitfassung schwächt daher den Angriff auf den Monotheismus - Kampf den Antiken und modernen Weltbilds
- 7.12HEinrich Heine "Bei der Nacht des Wächters Ankunft zu Paris" - Deutsche Zeiterschung , die zur Zielscheibe der Satire werden - Es wird etwas gesagt und im nächsten Satz wieder ironisiert
- 7.13 Heinrich Heine Deutschland. Ein Wintermärchen - Beruht auf eigener Deutschlandreise - klingt Volkstümlich durch Nibelungenstrophe und Chevy-Chase Strophe - Heimatlied, ein Reisender macht sich auf den Weg in sein Heimatland - Komische Reime - Lebensbedürfnisse, materiell, ästhetisch, sexuell
- 7.14 Georg Bücher, Der hessische Landbote - Nur acht Seiten lang, dafür aber in unerhört scharfen Ton - Luxus der wenigen, Armut der vielen, die Wenigen leben vin den Abgaben der Armen - Kritisiert die Stände, greift auf Sprache der Bibel zurück -Büchner hat sein Ziel nicht erreicht: -> Flugblätter wurden an Behören gegeben, haben Bauern nicht erreicht -> Teile der Flugblätter wurden beschlagnahmt und Freunde verhaftet -> Büchner musste nach Straßbourg fliehen
- 7.15 Die liberalen Vormärz Autoren - Sie halten die "Freiheit des Einzelnen" nur in einem "gerechten Sttaat" für möglich - Sie wollen den Absolutismus abschaffen und "Freiheit durch Gleichheit" herbeiführen - Sie fordern konsequente PArteilichkeit - Ihre bevorzugten Texte sind rhetorisch-didaktische wirkungsorientierte Gattungen
- 7.16 Das Ende des Jungen Deutschland - Fürst Metternicht beantragte am 10.12.1835 das Verbot der sogenannten"jungdeutschen" Schule - Die Gefahr der Bewegung lag in der Popularitä - Ihr leicht lesbarer, humoristischer Stil hätte das politische Bewusstsein der Unterschicht schärfen können - Mitglieder verhaftet oder ihrer Einkünfte beraubt
