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Psychologie (Fach) / 3Diagnostische Verfahren - TEXTE objektiv (Lektion)

TEXTE

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  • Unterschiede in Messung subjektiver und objektiver Daten? subjektive Daten:leicht durchschaubare Messintention→ Steuerung des Antwortverhaltens gemäß eigener Ziele des Pbn leicht explizite Messinstrumente→ nur Abfrage introspektiv zugänglicher Sachverhalte fast ausschließlich verbales Material→ semantische Beziehungen, Zusammenhänge aufgrund semantischer Ähnlichkeit objektive Daten:Intransparentes Messprinzip (Verschleierung)Steuerung des Antwortverhaltens gemäß eigener Ziele des Pbn schwierigUnbeeinflussbarkeit des Zustandekommens der Testreaktion (Antwortstile, Selbstdarstellungstendenzen, bewusste Täuschungsmanöver) Implizite Messinstrumente→ Erfassung von Merkmalen die nicht/partiell bewusst repräsentiert sind Konfrontation mit mehrdeutigen Reizen/ Realisierung spezifischer experimenteller Arrangements
  • Definition von T-Daten: Unterschiedliche Testdesigns: Resultate von Messungen des Verhaltens, Leistungen, physiologischen Reaktionen- objektive standardisierte Tests mit intransparentem Messprinzip (indirekte Tests) Unterschiedliche Testdesigns:Leistungstests (nicht Fähigkeitskomponente, sondern persönlichkeitsspezifische Stilkomponente → Performance Test of Personality statt Ability)Fragebogenverfahren (nicht Selbsteinschätzung, sondern Testverhalten)experimentelle Anordnungenapparative Verfahrenpsychophysiologische Messstrategienprojektive Verfahren
  • 2 Gruppen von Grundlagen Objektiver Tests 1) Tests, die in ein Gesamtsystem der Persönlichkeit eingeordnet sind  2) Tests, die ein einzelnes Konstrukt operationalisieren
  • Cattels vs Eysencks Ansatz im Gesamtsystem der Persönlichkeit fundierter objektiver Tests Cattell: Versuch, standardisierte Testdesigns zu entwickeln Eysenck: interindividuelle Unterschiede primär in experimentellen Designs und besonders mit Hilfe apparativer Techniken erfassen
  • Anfängliches Vorgehen bei Cattel zur Entwicklung standardisierter Testdesigns? faktorielle Bestimmung von Persönlichkeitsdimensionen -> über verschiedene Reduktionsschritte einen Pool von Eigenschaftsvariablen finden (meist Gegensatzpaare, z.B. „aufmerksam“- „geistesabwesend“)- Grundeigenschaften („source traits“) der Persönlichkeit-Dimensionen der Persönlichkeit sollten über verschiedene Erhebungsmodi invariant ausfallen 
  • weiteres Vorgehen bei Cattels Entwicklung standardisierter Testdesigns Analyse von L-Daten (Fremdbeurteilung): 12 Faktoren Analyse von Q-Daten (Fragebogen): 16 Faktoren (16PF-Test) – beinhalten größtenteils L-DatenNächster Schritt: Formulierung des Pools der Eigenschaftsvariablen in Fragebogenitems (Q-Daten); anschließend wurden wieder über Faktorenanalyse die Struktur der Selbstbeschreibung der Persönlichkeit ermitteltfaktorenanalytische Auswertung von T-Daten (objektive Tests) sollten Faktoren bestätigen (z.B. Fähigkeits- & Leistungstests, Wahrnehmungstests, Gedächtnisproben, psychomotorische Tests, projektive Tests, psychophysiologische Parameter) – viel verbales MaterialAnalyse von T-Daten: 21 Faktoren  → nur Übereinstimmung mit Generalfaktoren der Q-Daten (2. Ordnung) → Unterscheidung zwischen Temperaments- (state) & Zustandsdimensionen
  • Ziehe ein Fazit zu Cattels Tradition Fazit: → einzelne objektive Tests in Cattells Tradition sind brauchbare Instrumente der Persönlichkeitsdiagnostik→ Konstruktion faktoriell valider Testbatterien bislang nicht gelungen  → Einsatz objektiver Tests (zusammen mit Tests aus anderen Datenebenen) im klinischen Bereich:      → gangbar, aber sehr aufwändig & kostspielig
  • Was ist Eyesencks Ziel? Ziel:     Erfassung interindividueller Unterschiede in experimentellen Designs & empirische Überprüfung theoretischer Annahmen zu den Konstrukten Extraversion,     Neurotizismus & Psychotizismus (keine Konstruktion von Testverfahren)
  • Eyesencks Unterschied zu Cattell: - objektive Tests bei Cattell v.a. verbal- Eysenck: Operationalisierung grundlegender Persönlichkeitsdimensionen (Extraversion, Neurotizismus, Psychotizismus) auf T-Daten-Ebene über experimentelle Anordnungen → Intention:es geht weniger um Konstruktion von Testverfahren, sondern um empirische Überprüfung     zentraler theoretischer Annahmen zu den drei genannten Konstrukten ⇒ Keine Tests i.e.S.
  • Woran erkennt man Extraversion nach Eyesenck? Extraversion: Lernkurven, Leistungsverlauf (Test: Reminenzscore (ruhebedingte Leistungssteigerung) bei Extravertierten höher), Bestimmung sensorischer Schwellen, Ermüdungs-& Aufmerksamkeitsprozesse Bekannte Aufgabe für Analyse des Leistungsabfalls: pursuit-rotor-task  → Hypothese: Extravertierte ermüden schneller
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  • Woran erkennt man Neurotiz. nach Eyesenck? Neurotizismus: Anfälligkeit gegenüber körperlichem und psychischem Stress (Cold Pressure Test), Konzentrations- & Suggestibilitätstests, Anspruchsniveau, Flexibilität im Denken & Wahrnehmen→ Hypothese: hoher Neurotizismus hängt mit geringer Flexibilität im Denken & mangelhafter Konzentrationsfähigkeit & erhöhter Suggestibilität zusammen
  • Was ist typisch für Psychotiz. nach Eyesenck? gute Leistung in Phantasietests schlechte LOeistung in Durchhaltevermögen, Genauigkeit, Schnelligkeit bei Aufgabenbearbeitung
  • Was sind Kogn. Stile? Theoretische Konstrukte, mit denen individuelle Unterschiede der Informationsverarbeitung beschrieben werden → Unterschiede in der Art & Weise der Verarbeitung (Analyse von Leistungsvariablen außerhalb des Fähigkeitsbereiches, um Infos über Persönlichkeitsmerkmale zu erhalten)
  • Definition Erklärung Test von Feldabhängigkeit -Globales vs. analytisches Herangehen an dargebotene Informationen -Orientierung über die Lage unseres Körpers im Raum (von externen & internen (Gleichgewichtssinn) Reizen gesteuert) Unterschiede in Verarbeitung widersprüchlicher externer/interner Informationenanalytisch: Nutzen subtiler Reize, aktiv, Zurückdrängen von fehlleitenden Infosglobal: Wahrnehmungsfeld so hinnehmen, wie es sich darbietet; soziale Reize -EFTRFTTilted-Room-Tilted-Chair Test,vereinfacht: Rod-and-Frame TestEmbedded Figures Test (Zusammenhang Intelligenz, geringe Konvergenz)
  • Definition Erklärung Test von Interferenzneigung -Beeinflussbarkeit durch dominierende, aber irrelevante Stimuli bei der Informationsverarbeitung -Unterschiede Geschwindigkeit Wort lesen/Farbe benennen Unterschiede AutomatisierungBerücksichtigung von wenigen Infos (feldunabhängig) CWTStroop-Test (Color Word Test): kritische & Kontrolltafeln
  • Definition Erklärung Test von Reflexivität-Impulsivität -Geschwindigkeit, mit der bei Problemen mit hoher Antwortunsicherheit Lösungshypothesen in Entscheidungen umgesetzt werden -Geschwindigkeit & RichtigkeitImpulsiv: Schnell & Falsch, geringere Intelligenzvariablen -MMFTKinder: Matching Familiar Figures Test (Suche identischer Bilder)
  • Definition Erklärung Test von Analytischer vs. relational-funktionaler Stil -Objekte nach Oberbegriffen oder nach funktionalen Beziehungen gruppieren -Unterschiede bei der Begriffsbildung von Kindern (Kategorisieren nach abstrakten Attributen/ funktionaler Beziehung)→ Theorie: analytisch = höherer Grad kognitive Entwicklung→ Realität: Kinder zwischen 5-9 nutzen beides⇒ Problem: Instruktionsverständnis (ähnlich) CSTConcept Sorting Task (Auswahl von 2 ähnlichen Objekten aus 3 Bildern, Anzahl analytischer Lösungen)
  • Definition Erklärung Test von Kategoriale Weite -Bevorzugung enger (ausschließender) vs. weiter (einschließender) Grenzen -Bipolares Merkmal→ Weite der Kategorien beim Einordnen verschiedener Objekte -CWS:Category Width Scale (Mittelwert für etwas angegeben, Einschätzung der höchsten und niedrigsten Ausprägung) → Typ 1-Fehler: Aufnahme unpassender Elemente→ Typ 2:-Fehler:Ausschluss vieler passender Elemente
  • Definition Erklärung Test VON Leveling-Sharpening -Angleichung neuer Reize an bestehende Eindrücke vs. Betonung der Neuheit -Unterschiede in der Tendenz, bei sequenziell dargebotenen Reizen, die jeweils neuen hinsichtlich wesentlicher Merkmale an die bereits verarbeiteten zu assimilierenLeveler gliedern neue Reize anSharpener halten Gedächtnisspuren getrenntLeveler: graduelle Veränderungen werden weniger schnell wahrgenommen, weniger differenziertes Reizfeld, geringere Artikulation der Erinnerung -Schematisierungs-test (Schätzung der Seitenlänge sequentiell dargebotener Quadrate, leicht zunehmende Größe)
  • Definition Erklärung Test von Scanning -Breite Aufmerksamkeitsstreuung vs. Fokussierung der Aufmerksamkeit -Unterschiede in der Extensität und Intensität der Aufmerksamkeitszuwendung zu verschiedenen Merkmalen einer Aufgabe (Scanner: viele Bereiche) -Größenschätz-aufgabe (Größe unterschiedlich großer & schwerer Scheiben auf Bildschirm einstellen)
  • Was sind projektive Verfahren? Proband mit Situation konfrontiert, auf welche er entsprechend der Bedeutung reagiert, die diese Situation für ihn besitzt. Ruft hervor, was Ausdruck der Eigenwelt, des Persönlichkeitsprozesses des Probanden ist.
  • Eigenschaften von Projektiven Verfahren - Deutung mehrdeutiger Vorlage - offenes Antwortformat - es geht um Art der Beziehung zwischen Testmerkmal und Persönlichkeitsmerkmal (statt: Messintention bzw. äußerlich-formalen Kriterien)
  • Arten der Projektion  „Klassische“ Projektion (Freud): Abwehrmechanismus (bedrohliche Eigenschaften für das eigene Ich werden einem Objekt der Außenwelt zugeschrieben)→ kann nicht das Zustandekommen von Verhalten in allen Verfahren erklären „Assimilative“ Projektion: Erfahrungen, Erwartungen & Bedürfnisse einer Person bestimmen deren Interpretation mehrdeutiger Reize wesentlich mit 
  • Probleme projektiver Verfahren Mangel an Standardisierung Mangel an Auswertungs-/ Interpretationsobjektivität (starker Einfluss sozialer Interaktion mit Untersucher)
  • Beispiel Projektions Test für: Assoziation Rohrschach
  • Beispiel Projektions Test für:Konstruktion Thematischer Apperzeptionstest TAT
  • Beispiel Projektions Test für: Vervollständigung Satzergänzungstest
  • Beispiel Projektions Test für: Auswahl Farbwahltest
  • Beispiel Projektions Test für: Ausdruck Puppenspiel
  • Wie funktioniert Rohrschach Test? - 10 Tintenklecksvorlagen - Auswertung nach 100 Aspekten der 3 Hauptkategorien Lokation (Antwort auf ganzes Bild oder Teile), Determinanten ( Antwort aufgrunf von Assoziation mit Form/ Farbe/ Schatten/ Bewegung), Inhalt(Was wird gesehen)
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  • Kritik Rohrschach geringer Bestätigungsgradohne Grundlage einer abgesicherten Theoriekeine Standardisierunggeringe Auswertungs-/ Interpretationsobjektivitätunzureichende Reliabilität/Validität
  • Erkläre Exners Lösungsversuch durch Revision für Rohrschach Auswertung durch Comprehensive System (CS)“ - Primär für klinische DiagnosenZusammenfassung der Kategorien zu Clustern, jeweils Index für ein klinisch relevantes Problem (z.B. Schizophrenie/ Depression/ Suizid) Bildung eines Index‘ durch Kombination von Antworten aus ausgewählten Kategorien mittels Algorithmus Auswahl der Einzelvariablen, die in einen Index eingehen nach Güte der Trennung zwischen kritischer Probandengruppe und Kontrollgruppe
  • Kritik an Exnerschen System/ Rorschach-Verfahren Auswertungsobjektivität zw. .20 und 1.00 (Median knapp unter .80)→ Indizes müssen mit Vorbehalt betrachtet werden Bestimmung der Reliabilität problematisch  vier Indizes haben substanzielle Beziehungen zu entsprechenden Kriteriumsvariablen (Validität) zwar kleine Korrelation mit (konvergenten) MMPI-Skalen; aber MMPI ist explizites Verfahren zur Erfassung von Persönlichkeitsmerkmalen und Rorschach-Test implizites Anzahl der Antworten auf Rorschach-Test hat bedeutsamen Einfluss auf versch. Indizes Achtung: Fehlinterpretationen aufgrund von Zusammenhang mit Bildung, Intelligenz, Kulturs
  • Wie funktioniert TAT? basierend auf interaktionistischer Persönlichkeitstheorie Murrays (1938) Darbietung nicht ganz eindeutiger Bildvorlagen, die soziale Situation darstellen; Proband soll Geschichte erzählen und folgende Aspekte beachten: Was ist passiert?Wie ist es dazu gekommen?Wie geht es weiter?Was denken und fühlen die Figuren in der Darstellung?Auswahl der Bildvorlagen erfolgt geschlechts-, zielsetzungs- und altersspezifisch Auswertung Testverhaltenerklärbar durch klassischen Projektionsbegriffimpressionistisch (d.h. Geschichten werden auf interessierende Themen hin analysiert)manchmal quantitativ 
  • Kritik an TAT psychometrische Qualität noch schlechter als bei Rorschach-Test kaum signifikante Zshg. mit Kriteriumsvariablen kaum bedeutende Validität→ Gründe dafür: Fehlen eines Auswertungssystems variierende Vorlagen, Fehlen theoretisch begründeter und empirisch überprüfter Vorstellungen über das Zustandekommen der Reaktionen (Unschärfe des Projektionsbegriffes)
  • weitere Arten von Projektion: „attributive“ P.: Zuschreibung (verdrängter) Motive/ Gefühle/ Einstellungen anderen (= assimilativ)„autistische“ P.: Wahrnehmung stark von eigenen (aktuellen) Bedürfnissen beeinflusst„rationalisierende“ P.: Rechtfertigung von eigenen Verhaltensweisen durch Rationalisierung Testverhalten ist auf verschiedenen Ebenen zu interpretieren
  • Wie misst man implizite Motive des Leistungsmotivs? durch TAT; liefern generelle Orientierung; sprechen v.a. auf Aufgabenanreize an→ TAT-basierte Indizes sollen am besten Verhalten vorhersagen, das nur durch geringen Druck aus Umwelt bestimmt wird
  • Wie misst man Selbstzugeschriebene Motive des Leistungsmotivs? durch Fragebögen; reflektieren soziale Normen (aktueller Druck aus der Umwelt); sprechen v.a. auf soziale Anreize an→ Selbstberichtsinstrumente sollen am besten Verhalten vorhersagen, das durch strukturierte aktuelle Stimuli bestimmt wird
  • WIe misst man Objektbeziehung (= mentale Repräsentation anderer Personen) durch TAT-basiertes Social Cognition and Object Relations Scale (SCORS) Auswertungssystem (Westen, 1991) (psychometrische Qualität nicht befriedigend)erfasst Objektbeziehung auf vier Dimensionen:Komplexität der RepräsentationAffektgeladenheit der BeziehungEmotionales Engagement bei Beziehungen und moralische StandardsVerstehen sozialer Verursachungen → psychometrische Qualität nicht befriedigend
  • Was ist das Leistungsmotivgitter (L-M-Gitter; Schmalt, 1976)? = TAT-ähnliches Verfahren zur Leistungsmotivmessung in sechs leistungsthematischen Bereichen (manuelle, musikalische, schulische, selbstbehauptende, Hilfe gewährende, sportliche Tätigkeit) werden drei TAT-ähnliche Bilder dargeboten gebundenes Antwortformat mit jeweils den gleichen 18 Aussagen→ zentrale Konstrukte der Leistungsmotivationsforschung Aufgabe des Probanden: Angabe, ob Aussage zu Bild passt→ Anzahl bejahter Aussagen pro Bild: Intensitätsaspekt der Leistungsmotivation → Anzahl gleicher Aussagen bei verschiedenartigen Bildern: Extensitätsaspekt Überprüfung faktorieller Struktur des L-M-Gitters:MisserfolgsmeidungHoffnung auf ErfolgFurcht vor Misserfolg
  • Bewertung Projektiver Verfahren → Mangelhafte psychometrische Qualität vieler projektiver Verfahren → keine repräsentativen Normdaten → fehlende Standardisierung in Testdurchführung → unbefriedigende Auswertungsobjektivität → Reliabilitätsmessung problematisch → nicht replizierbare Validitätswerte → keine theoretische Abstützung (die zwischen Index und Indizierten erklärt)   ⇒ kein Einsatz in Individualdiagnostik
  • Intention von Kognitiv-experimentelle (implizite) Verfahren / implizite Tests Offenlegung verhaltenssteuernder Prozesse & Strukturen, die bewussten Kognitionen nicht / nur partiell zugänglich sind 
  • Wie funktionieren Kognitiv-experimentelle (implizite) Verfahren / implizite Tests? meist Computergesteuert  Reizkonstellationen; Proband soll möglichst schnell darauf antworten; Reaktionszeiten/ Fehler dienen dem Rückschluss auf emotionale/ motivationale Merkmalewerden von Probanden als Leistungstests wahrgenommen 
  • Arten impliziter Tests Zwei Arten: 1. Verfahren zur Messung spezifischer Verarbeitungsmerkmale (z.B. Ausmaß, in dem affektive Stimuli kognitive Ressourcen binden)→ Variablen als Indikatoren elementarer Vorgänge, enger umgrenzt als Eigenschaften z.B. Emotionaler Stroop-Test, Visual Dot-Probe-Paradigma 2. Verfahren zur Messung globaler Eigenschaften (z.B. Einstellungen, Selbstkonzept) → fokussieren andere Merkmale als entsprechende gängige explizite Persönlichkeitsinventare  z.B. Impliziter Assoziationstest (IAT)
  • Wie funktioniert der Emotionale Stroop Test Messintention: Ausmaß, in dem Präsenz aufgabenirrelevanter affektiver Reizmerkmale gerade ablaufende Verarbeitungsprozesse beeinträchtigt, erfassenDarbietung affektiv konnotierter/ neutraler Wörter in versch. Farben (z.B. „Verlust“, „Termin“)→ Proband soll möglichst schnell Farbe der Wörter benennen Interferenzindex:→ Benennungszeit affektiv konnotierte Wörter – (minus) Benennungszeit neutrale Wörter Klinische Störungen im Allgemeinen mit verstärkten Interferenzeffekten assoziiert
  • Erkläre den Wirkmechanismus von Interferenzeffekten bei klinischen Störungen Wirkmechanismus:→ Interferenzeffekte reflektieren das Ausmaß, in dem affektive Reize Verarbeitungskapazität binden → affektive Reize verbrauchen viele Ressourcen, weil sie Wissensstrukturen, die persönlich relevante Information repräsentieren, vergleichsweise stark ansprechen
  • Bewertung Stroop Test Einfach (+), ökonomisch (+) sensitiv (-) für verschiedene Einflüsse (Expositions- & Übungseffekte, kompensatorische Wirkung verstärkter Anstrengung)
  • Ziel und Ablauf des Visual Dot-Probe Paradigma (VDP) Ziel: erfassen der Aufmerksamkeitsausrichtung auf bedrohungsassoziierte Reize-Ängstliche (nicht depressive): schnelle Verhaltenstendenzen ggü. Bedrohungen Ablauf:→ Darbietung vertikal angeordnete Wortpaare (bedrohungsassoziiertes + affektiv neutrales Wort) in rascher Abfolge (500ms pro Wort) auf PC-Bildschirm  → Proband soll oberes Wort laut lesen (Aufmerksamkeitsfokus) → manchmal erscheint Punkt an Stelle des oberen/unteren Wortes  ⇒ Taste drücken, sobald Punkt erscheint
  • Was ist Vigilanz im Kontext des Visual Dot-Probe Paradigma (VDP) Vigilanz = verstärkte Aufmerksamkeitsorientierung auf bedrohliche Reizemanifestiert sich in schnellen Reaktionen, wenn Bedrohungs- und Punktposition identisch sind (d.h. Punkt taucht anstelle des bedrohlichen Wortes auf)manifestiert sich in langsamen Reaktionen, wenn Bedrohungs- und Punktposition divergieren (d.h. Punkt taucht anstelle eines neutralen Wortes auf)⇒ in beiden Fällen wird Aufmerksamkeit durch bedrohlichen Reiz gebunden oder darauf gelenkt
  • Vigilanzindex? Berechnung: „Punkt ersetzt neutrales Wort“ – (minus) „Punkt ersetzt bedrohliches Wort“positiv bei verstärkter Zuwendung von bedrohlichen Wörternnegativ bei verstärkter Abwendung von bedrohlichen Wörtern Deutliche Unterscheidung klinisch ängstlicher (vigilant) und Kontrollgruppe (Vermeidung) möglich (MacLeod et al., 1986)auch außerhalb klinischer Forschung von Interesse (bei jeglichen Hypothesen über Aufmerksamkeitsausrichtung)