bayerisches wörterbuch (Fach) / a5 (Lektion)

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bayerisches wörterbuch

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  • anrennen orenna orenna[orenà]  orennaanrennen, anstoßen; an oder gegen etwas rennen oder stoßen (…weil se d` Leit am Tischeck orenna!) Das Partizip Perfekt von orenna lautet ogrennt [ogrend] = angerannt, angestoßen (…etz hob i mi gscheid ogrennt!)  Search for:  DahoamÜbersetzungenBairisch lernen 
  • anrumpeln orumpen anrumpeln orumpen[orumbben]  anrumpeln – anrumpln – orumpen – orumpelnversehentlich anstoßen, anrennen (…an dem Eck ko ma leicht anrumpeln!) Das Partizip Perfekt von anrumpeln / orumpen lautet angrumpelt / ogrumpet [ogrumbbed] = angerempelt, angestoßen  
  • oschaffa anschaffen oschaffa[oschaffà]  anschaffen – oschaffasiehe oschaffa oschaffa[oschaffà]  oschaffa – oschaffn – oschaffm – anschaffena) befehlen, anordnen (…vo dir lass i ma nix oschaffa!) b) kaufen, erwerben (…etz werd `s Zeit, dass mar uns a Auto oschaffa!) Das Partizip Perfekt von oschaffa / anschaffen lautet ogschafft / angschafft [ogschaffd] = befohlen, angeordnet, gekauft, erworben auch im duden Geld verdienenGebrauch landschgaftlich BEISPIELich muss anschaffen [gehen] Prostitution betreibenGebrauchsaloppBEISPIELsie muss anschaffen [gehen] stehlenGebrauchsalopp WENDUNGEN, REDENSARTEN, SPRICHWÖRTERwer zahlt, schafft an (wer die Kosten zu tragen hat, darf auch bestimmen) (in einer Gaststätte) seine Bestellung machen; bestellen
  • anseichen osoacha anseichen osoacha[osoàchà]  anseichen – osoacha a) anpinkeln; an, auf etwas urinieren (…de Bleamen derfst ma fei nimmer anseichen!) b) verächtlich ablehnen (…den Job kannt i osoacha!) Das Partizip Perfekt von anseichen / osoacha lautet angseicht / ogsoacht [oxoàchd]
  • anspinnen ospinna anspinnen ospinna[oschbinà]  anspinnen – ospinna a) jemanden anschwärmen, schwärmerisch verehren (…du soist ned dein Lehrer anspinnen!) b) jdmn. anmachen, anstänkern (…dua mi fei ned so saudumm ospinna, du Depp, du damischa!) Das Partizip Perfekt von anspinnen / ospinna lautet angspunna / ogspunna [ogschbunà]  
  • antauchen odaucha antauchen odaucha[odauchà]  antauchen – odauchaa) anschieben, anschubsen (…mogst amoi de Hutschn antauchen?) b) sich anstrengen (…für de Prüfung derf i mi no ganz schee odaucha!) c) sich antauchen / odaucha = sich betrinken, ansaufen (…gestern host di wieder gscheid odaucht!) Das Partizip Perfekt von antauchen / odaucha lautet antaucht / odaucht [odauchd]
  • antrenzen odrenzn, sich antrenzen odrenzn, sich[odrennzn]  antrenzen – antrenzn – odrenzn – odrenzen sich bekleckern, kleckernd beschmutzen (…muaßt di etz du oiwei antrenzen?) Das Partizip Perfekt von antrenzen / odrenzn lautet antrenzt / odrenzt [odrennzd] = bekleckert (…du host di odrenzt!)  
  • antrisch anterisch (Adj.) [ànndrisch] antrisch – anterisch – entrisch – enterisch seltsam, nicht geheuer, unheimlich (…do werd `s ma ja glei ganz antrisch!) antrisch anterisch (Adj.) [ànndrisch]  antrisch – anterisch – entrisch – enterisch seltsam, nicht geheuer, unheimlich (…do werd `s ma ja glei ganz antrisch!)   Im Ahrntal erzählt man sich oft Sagen von antrischen Löchern und Leuten. In vielen Berghängen sind Löcher in den Felsen gehauen, ein sog. Schurf nach etwa ... Südtirol
  • anwandeln owandeln anwandeln owandeln[owàndln]  anwandeln – owandln – owandeln(beim Kegeln) die Wand streifen, an die Wand stoßen (…wenn ma so scheibt, muaß ma ja anwandeln!) Das Partizip Perfekt von anwandeln / owandln lautet angwandelt / ogwandlt [ogwàndld] sich anwandeln / owandln = sich anbiedern, aufdrängen   duden Bedeutung INFOerfassen, befallen, überkommen BEISPIELeine Stimmung, ein Gefühl, eine Laune wandelte sie an
  • anweigen oweign anweigen oweign[owaing] anweigen – anweign – oweign reizen, Appetit machen; jmdn. ein Gelüst, Lust verspüren lassen (…der Kuacha daad mi anweigen! …der Dopfastrudl weigt mi o!) Das Partizip Perfekt von anweigen / oweign lautet angweigt / ogweigt [ogwaigd] = gereizt, Appetit gemacht (…hod mi a Leberkassemme ogweigt!) Quelle BWB/BRrrr 19.01.16: ogweigt sagt man in Obabajan wenn einem nach etwas gelüstet- also des hätt mi ogweigt - des hät mi gereitzt - aber i derf ned - ogweigt das ist die vergangenheitsform von einem verb oweign - und in diesem oweign - schriftdeutsch anweigen - steckt ein altes deutsches wort - ahd. wig für den kampf - des wort ist heute verloren - nur noch in personennamen wie ludwig hats sichs gehalten - aber im berischen dialekt hat mans noch in übertragener bedeutung - also des hod mi ogweigd - hätte ursprünglich bedeutet des hat mich zum kampf gereitzt - dann übertragen des had mi überhaupt gereitzt - dann eben das hat mich gereitzt des zu essen - also ogweigt - des hod mit ogweigd - mich hat danach gelüschded - das mocht mir abedit - aus obabajan -
  • anzipfen ozipfn anzipfen ozipfn[ozibbfà]  anzipfen – ozipfn – ozipfa anwidern, auf die Nerven gehen, zum Hals raushängen (…weil mi de Kollegen anzipfen!) Das Partizip Perfekt von anzipfen / ozipfn lautet anzipft / ozipft [ozibbfd] = angewidert  
  • aper (Adj.) apern aper (Adj.) [à:wà]  aperschneefrei, frei von Schnee (…d` Straßen san scho aper!) apern[à:wàn]  aperntauen, schneefrei werden (…d` Straßen apern scho!) lat (aperire öffnen)
  • Andachtsjodler langsamer, getragener Jodler, mehrstimmig z. singen, b. feierlichen, insbes. religiösen Anlässen
  • Ansprach Gesprächspartner, Helfer b. Alleinsein: Er hat koa Ansprach
  • Anstand Jäger-Hochstand (d. Jäger steht auf d. Wild an, auch wenn er sitzt)
  • aparte, a parte extra: Dees hab ma scho aparte to
  • Anterer Enterich; Erpel
  • Antlaßtag "Ablaßtag", früher Gründonnerstag, heute nur noch Fronleichnamstag
  • Apfebutzn Apfelbutzen, der Apfebutzn Apfelbutzen, der[abbfebuzzn]  Apfebutzn – Apfelbutzen – Apflbutzn – Apfelrest Apfelrest, Kerngehäuse und Stiel des Apfels (…wer hod ’n den Apfebutzn untern Tisch gschmissn? …der Apfelbutzen ghört in ’n Biomüll! …in da Schui soi ma ned mit Apflbutzn schmeißn!)  
  • arg (Adj. + Adv.) [arg] arg a) (Adj.) peinlich, unangenehm (…des is ma aber etz arg!) b) (Adv.) sehr, in hohem Maße (…des is scho arg übertriebn!) arg (Adj. + Adv.)[arg]  arg a) (Adj.) peinlich, unangenehm (…des is ma aber etz arg!) b) (Adv.) sehr, in hohem Maße (…des is scho arg übertriebn!) Bedeutungen (2) INFOvon böser, niederträchtiger Gesinnung [erfüllt]; niederträchtig, böseGebrauchgehoben veraltetBEISPIELEdie arge Weltarge Gedankenarg denken, handeln〈substantiviert:〉 nichts Arges im Sinn haben schlimm, übel; unangenehmGebrauchlandschaftlichBEISPIELEarges Wettereine arge Zeitein arges Schicksaldas ist denn doch zu argihr treibt es aber auch gar zu arg!das Schicksal hat ihr arg mitgespieltes ist mir arg (tut mir sehr leid, ist mir sehr unangenehm), dass er das erfahren hatetwas noch ärger machen, als es schon istsein ärgster Feind〈substantiviert:〉 ich sehe nichts Arges dari [unangenehm] groß, stark, heftigGebrauchlandschaftlich, österreichisch, schweizerisch, auch gehobenBEISPIELEeine arge Enttäuschungein arger Spötter(nur landschaftlich auch in Bezug auf Positives) eine arge Freudesehr, überausGebrauchlandschaftlichGrammatikintensivierend bei Adjektiven und VerbenBEISPIELEes ist arg warmsich arg freuen, quälen
  • Arnt, die arna arnen Arnt, die [àrndd]  Arnt – ArnErnte, das Ernten (…schaung ma, dass ma d`Arnt eibringa!)   arna arnen [àrnà]  arna – arnenernten (…moang miass ma s‚ Troad arna!)  
  • arschlings arschling (Adv.) arschlings arschling (Adv.)[àschling / àrschlinx]   arschlings – arschling rückwärts, nach hinten (…du muaßt arschlings geh! …i ko ned arschling fahrn!)   Arschlingsgang Altbayern Rückwärtsgang
  • Arwes Arwas, die Arwes Arwas, die[à:wàs / àrwàs]  Arwes – Arwas – Arbes – Arbas Erbse (…heid gibt s` a Arwas-Suppn mit Würschtl!)  
  • ara 1. einer: ungefähr: Sie ist zu ara Wahrsagerin ganga, 2. ungefähr: So ara zwanzig Leit san kemma
  • aß,aaß äße . i aß liaber an Kaiserschmarrn!
  • Aschntonna Mülltonne (früher duch Heizreste definiert)
  • Aubern Altbayern Blaubeeren
  • Arschschliaffer, der Arschschliaffer, der[årschschliàffà / å:schschliàffà / oàschschliàffà]  Arschschliaffer – Arschschliaffa – Arschschliefer – Arschkriechersiehe Orschkriacher   (derbes Schimpfwort) Heuchler, Kriecher, Schleimer, Speichellecker (…hockt der Orschkriacher scho wieder beim Chef
  • aso so: Machs aso! Aso a Schmarrn (Das dürfte Verstärkungscharakter haben)
  • au auf (Bequemform). Er ist au Minga gfahrn
  • Auf (niederbayerisch) Uhu
  • aufarbeiten aufarbatn aufarbeiten aufarbatn[aufawàdn / aufarwàn / aufawàdn / aufawàn]  aufarbeiten – aufarbatn – aufarbadn – aufarwatn – aufarwadn – aufarwan – aufawan a) stark beanspruchen, verschleißen (…muasst du a jeds Spuizeig aufarbeiten?) b) sich zerstören, sich kaputt machen (…wuist di für de andern aufarbatn?) völlig strapazieren: der Bsuach hat mi aufgarbat Das Partizip Perfekt von aufarbeiten / aufarbatn lautet aufgarbat [aufgawàd / aufgarwàd] = aufgearbeitet
  • auf und auf über u. über: I bin auf und auf voi Drek
  • auf und nieder (mein) ein und alles
  • aufbeign aufeinander schichten beign (v. Altfr. der Beig, Haufen) aufeinanderlegen Aussprache ai
  • aufblatteln aufblattln aufblatteln aufblattln[aufblàdln]  aufblatteln – aufblattln – aufbladeln – aufbladln – aufblättern(die Seiten eines Buches, Heftes o.ä.) aufblättern, aufschlagen (…du soist ned bloß aufblatteln, sondern aa lesen!) Das Partizip Perfekt von aufblatteln / aufblattln lautet aufblattelt / aufblattlt [aufblàdld] = aufgeblättert