bayerisches wörterbuch (Fach) / a 1 (Lektion)

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  • abbeerln abbeeren [å:beàln / åbbeàln/ å:biàln / åbbiàln]  abbeerln – abbeerenabbeeren; Beeren ernten, abnehmen, abzupfen (…heid miass ma an Holler abbeerln! …moing dean ma d‘ Stachelbeern abbeerln!) Das Partizip Perfekt von abbeerln lautet abbeerlt [[å:beàld / åbbeàld/ å:biàld / åbbiàld]   Holler Holler, der [hollà]  Holler – HolunderHolunder (…gestern ham ma an Holler abbeerlt! …mogst an Hollersaft?)
  • abbetteln jmdm. oane abbetteln abbetteln[å:bädln / åbbädln]  abbettelndurch Betteln oder penetrantes Bitten etwas von jmdm. erlangen (…i wer ihra des Gäid scho no abbetteln!) Das Partizip Perfekt von abbetteln lautet abbettelt [å:bädld / åbbädld] = abgebettelt Redensart:jmdm. oane abbetteln [oàneå:bädln / åbbädln] = eine Ohrfeige provozieren, eine Ohrfeige herausfordern  
  • abbeuteln abbeuteln[å:baidln / åbbaidln]  abbeuteln – obbeidln – obbeitln 1.abschütteln, abhängen, loswerden (…de Bagasch miass ma abbeuteln!) 2.sich vor Kälte, Nässe oder Ekel abschütteln (…bei dera Kältn muaß ma se in oana Tour obbeidln!)Das Partizip Perfekt von abbeuteln/obbeidln/obbeitln lautet abbeutelt/obbeidld/obbeitlt [å:baidld / åbbaidld] = abgeschüttelt  
  • abbiaschdln abbürschteln abbürsteln abbiaschdln abbürschteln abbürsteln[å:biàschdln / åbbiàschdln]   abbiaschdln – abbürschteln – abbürsteln – abbürsten abbürsten (…dua deine dreckatn Schuah abbiaschdln! …konnst bittschön mei Joppn hintn abbürschteln? …vorm Braten muaß ma d‘ Schwammerl abbürsteln!)
  • abblatteln abblatteln[å:blà:dln / åbblà:dln]  abblatteln – abblattln – abbladeln – abbladln – oblatteln – obladln – abblättern abblättern (…d‘ Wohnzimmerfenster miass ma streicha, do werd d‘ Farb boid abblatteln!)
  • abbräunen abbräuna abbräunen abbräuna[å:bräinà / åbbräinà]  abbräunen – abbräuna – obräunen anbräunen, anbraten, anrösten (…etz wer i ma a Scheibn Leberkas abbräunen!) Das Partizip Perfekt von abbräunen/abbräuna lautet abbräunt [å:bräind / åbbräind] = angebraten, angeröstet  
  • abbrennt obbrennt (Adj.) abbrennt obbrennt (Adj.)[å:brend / åbbrend]  abbrennt – obbrennt – abgebrannt 1.(Adj.) abgebrannt, arm, bankrott, mittellos, pleite (…i bin abbrennt, konnst du mir a Göid leicha?) Partizip Perfekt von abbrenna = abgebrannt, niedergebrannt  (…da Huabahof is obbrennt!) 
  • abbrocka abbrocken abbrocka abbrocken[å:broggà / åbbroggà]   abbrocka – obbrocka – abbrockenabpflücken, abnehmen, abzupfen, ernten (…de Dirndlbirl deafts no ned abbrocka! …etz muaß i a boa Zweschen fürn Datschi obbrocka!) Das Partizip Perfekt von abbrocka/obbrocka lautet abbrockt/obbrockt [å:broggd / åbbroggd] = abgepflückt, abgenommen  
  • abbusseln abbussln obbusseln abbusseln abbussln obbusseln[å:bussln / åbbussln]  abbusseln – abbussln – obbusseln – obbussln – obussln – abküssenabküssen, abknutschen, küssen, jmdn. über und über mit Küssen bedecken (…i kannt di an ganzn Dog abbusseln! …hod as‘ in oana Tour abbusslt! Das Partizip Perfekt von abbusseln/abbussln/obbusseln lautet abbusselt/abbusslt/obbusselt [å:bussld / åbbussld] = abgeküsst, geküsst  
  • abdanken [å:dangà / åbdangà]  abdanken 1.abdanken, abtreten, zurücktreten (…etz derfat a langsam amoi abdanken!) 2.sich bedanken (das Abdanken war früher ein wichtiger Programmpunkt bei Hochzeiten; das Brautpaar bedankte sich bei den Gästen und wurde bei dieser Gelegenheit beschenkt. Oft wurden die Verwandten und Freunde vom Hochzeitslader auch noch mit Gstanzln derbleckt.) Das Partizip Perfekt von abdanken lautet abdankt [å:danggd / åbdanggd] = abgedankt, abgetreten  
  • abdraht abgedreht (Adj.) odrahter Hund abdraht abgedreht (Adj.)[å:drà:d]  abdraht – abgedreht – odraht – odrahdsiehe odraht odraht (Adj.)[å:drà:d]  odraht – odrahd – abdraht – abgedrehtdurchtrieben, gewieft, gewitzt, listig, schlau, verschlagen, trickreich (…der is ganz schee odraht! …du bist a odrahda Hund!) odrahter Hund [å:drà:dàhund] = gewitzter Bursche, mit allen Wassern gewaschener Mensch   
  • abdrahn 1. abdrehen 2. mit d. Aufschneiderei aufhören! Jetz drahst aber ab! Aufschneiderei Syn: Angabe, Hochstapelei
  • abbuckln (sich) bucklig plagen
  • abdrucka (einem) etw. unwiderstehlich abbettlen [å:druggà / åbdruggà]  abdrucken – abdrucka – abdrucka – abdruckn – abdrücken abknöpfen, abnehmen (…dass ma’s ihra abdrucken kenna! …des Auto hob i eahm billig abdruckt!) Das Partizip Perfekt von abdrucken/abdruckn lautet abdruckt [å:druggd / åbdruggd] = abgeknöpft, abgenommen abknöpfen jemandem, ohne dass er sich dagegen recht wehren, sträuben kann, einen Geldbetrag abnehmenHerkunftvielleicht mit Bezug auf Wertsachen, die (wie z. B. Uhren) am Knopfloch befestigt warenGebrauchumgangssprachlichBEISPIELE 1.jemandem beim Kartenspielen 5 Euro abknöpfen 2.du hast dir für den gebrauchten Wagen zu viel abknöpfen lassen
  • bdriggen abdriggln bdriggen abdriggln[å:driggen / å:driggln/ åbdriggen / åbdriggln]  abdriggen – abdriggln abtrocknen (…auf geht’s, Gschirr abdriggen! …abdriggln und dann auframma!)  
  • sich abessen (an etwas) [åbessn]  abessen, sich – sich an etwas abessenvon etwas so viel essen, dass man keinen Appetit mehr darauf hat (…an dene Chips konn ma se leicht abessen!) Das Partizip Perfekt von abessen lautet abgessen/abgessn [åbgessn / å:gessn] = abgegessen (…an dem Kuacha hob i mi scho lang abgessen!)  
  • abfarbig abfärbig (Adj.) abfarbig abfärbig (Adj.) [å:fàwig / åbfàwig]  abfarbig – abfaerbigausgebleicht, farblos, verblasst (…da neiche Pullover is erscht oamoi gwaschn und scho abfarbig!)  
  • abfechsen abfechsen[å:fäxn / åbfäxn]  abfechsen – abfexenden Trieb einer Pflanze abschneiden und als Steckling zur Weiterzucht einsetzen (…de Bluma konn ma abfechsen.) Das Partizip Perfekt von abfechsen lautet abgfechst/abgfext [å:gfäxd / åbgfäxd] = abgenommen, abgeschnitten
  • abfieseln abfiseln abfieseln abfiseln[å:fi:sln / åbfi:sln]  abfieseln – abfiseln – abfiesln – abfisln 1.abnagen, abfressen, kahl fressen (…a Hendl abfieseln.) 2.deutlich besiegen, bezwingen (…de wern d‘ Sechzger gscheit abfiseln!) Das Partzizip Perfekt von abfieseln/abfiseln lautet abgfieselt/abgfiselt [[å:gfi:sld / åbgfi:sld] = abgenagt, kahl gefressen  
  • abfotzen abfotzn abfotzen abfotzn[å:fozzn / åbfozzn]  abfotzen – abfotzn heftig ohrfeigen, abwatschen (…den Saubuam soit ma amoi gscheit abfotzen! …des Watschngsicht do drent mechad i amoi sauber abfotzn!) Das Partizip Perfekt von abfotzen/abfotzn lautet abgfotzt [å:gfozzd / åbgfozzd] = geohrfeigt, abgewatscht (…nach da Schui hams ’n abgfotzt!)  
  • abfretten abfrettn abfretten abfrettn[å:freddn / åbfreddn]  abfretten – abfrettnsich abmühen, anstrengen, abarbeiten (…iatz miass mar uns no mehra abfretten! …mit sechs Kinder derfst di ganz schee abfrettn!) Das Partizip Perfekt von abfretten/abfrettn lautet abgfrett [å:gfredd / åbgfredd] = abgemüht, angestrengt (…meine Leitham se nix ois wia abgfrett!)
  • abgeschmach abgschmach (Adj.) abgeschmach abgschmach (Adj.)[å:gschmå:ch]  abgeschmach – abgschmach schlecht, verächtlich, widerwärtig, unangenehm (…des Essn is abgeschmach! …heid bist aber abgschmach!)
  • abgrasen abgrasn abgrasen abgrasn[å:gråsn / åbgråsn]  abgrasen – abgrasna) abfressen, abweiden (…d‘ Schaf derfa de ganze Wiesn abgrasen!) b) abgehen, abklappern, absuchen, durchkämmen (…miass ma s´ganze Viertel abgrasn!) alle suchmöglichkeiten erschöpfen c) alles ratzeputz einheimsen Das Partizip Perfekt von abgrasen/abgrasn lautet abgrast [å:gråsd / åbgråsd] = abgegrast   ratzeputz: schnell deutlich vollständig einheimsen: in großer Menge für sich gewinnen, erlangen"viele Preise, viel Lob einheimsen"
  • abgstandn nicht mehr frisch: a abgstandne Jungfer
  • abhackeln, sich abhackeln, sich[å:hàggln / åbhàggln]  abhackeln – abhackln sich zanken, wegen jeder Kleinigkeit streiten (…miassts ihr eich in oana Tour abhackeln?)
  • abidaucha abidaucha[å:wedauchà]  abidaucha – abedaucha – obidaucha – obedaucha – awidaucha – awedaucha – owidaucha – owedaucha jmdn. erniedrigen, demütigen (…gfoit da des, wennst andere abidaucha konnst?)
  • abkrageln abkrageln[å:grà:gln / åbgrà:gln]  abkrageln – abkragln – obkrageln – obkragln 1.den Hals umdrehen, abschneiden (…den Dreckhamme miassat ma abkrageln!) Das Partizip Perfekt von abkrageln lautet abkragelt [å:grà:gld / åbgrà:gld] = den Hals umgedreht, abgeschnitten  
  • abkratzen abkratzn abkratzen abkratzn[å:grazzn / åbgrazzn]  abkratzen – abkratzn – obkratzen – obkratzn(derb) sterben, umkommen, ums Leben kommen, verrecken (…miass ma uns hoid a so durchfretten, bis ma abkratzen!) Das Partizip Perfekt von abkratzen/abkratzn lautet abkratzt [å:grazzd / åbgrazzd] = gestorben, umgekommen, ums Leben gekommen durchfretten durchfrettn[duàchfreddn]  durchfretten – durchfrettnsich durchschlagen; mühsam durchs Leben kämpfen (…mia miassn schaugn, dass mar uns durchfretten!)  
  • abluchsen abluxen abluchsen abluxen[å:luxn / åbluxn]  abluchsen – abluxen – abluxn – abluchsnablisten, abgewinnen, etwas mit List an sich bringen (…de wui da doch bloß dei Göid abluchsen! …de ham eahm Haus und Hof abgluxt!) Das Partizip Perfekt von abluchsen/abluxen lautet abgluchst/abgluxt [å:gluxd / åbgluxd] = abgeluchst  
  • abluren ablurn abluren ablurn[å:luàn / åbluàn]  abluren – ablurnauflauern, heimlich beobachten (…der duad vastoins d ´Nachbarn abluren!) Das Partizip Perfekt von abluren lautet abglurt [å:gluàd / åbgluàd] = aufgelauert, heimlich beobachtet (…hams ’n abglurt und gscheid herghaut!)   verstohlens vastoins (Adv.) [fàschdoins]  verstohlens – vastoins – vastoihns – verstohln – vastohln – vastoihn – verstoihns – verstoinsheimlich, verstohlen, unauffällig, unbemerkt (…hod a s‘ verstohlens bsuacht! …bin i vastoins zum Kühlschrank gschlicha!)  
  • Abort, der Abort, der[abordd]  Abort – Abordd – Abord – Abbort Toilette, WC, Klo, Scheißhaus (…i muaß auf ’n Abort! …wo is ’n bei eich da Abordd?)
  • abibiagn, ng etwas heimlich entwenden, "mitgehen lassen": Des hob i eam abibogn!
  • abibügln (einen) sozus. plattschimpfen, nicht mehr aufkommen lassen
  • Aafdouderer Aafdouderer Gesamtbayern: Flaschenöffner
  • Aaferl Aaferl Altbayern: Oma 'Aferl' sagt man in der Oberpfalz nach Beobachtung unseres Einsenders zur Besitzerin des Bauernhofes. Eigentlich ist 'Aferl' aber die Großmutter, die Ahnfrau, beziehungsweise 'Aferl', das Ahnfräulein. Die Ahnen sind unsere Vorfahren, und Ahne bedeutete früher einmal Großvater oder Großmutter. Zur Unterscheidung von Mann und Frau sagte man dann Aferl zur Ahnfrau, zur Großmutter. Ahnferl Altbayern Oma Averl, Aferl
  • ab und diam ab und diam: Altbayern hin und wieder
  • aba Altbayern: abgetaut (unmittelbar nach derSchneeschmelze)
  • abgefeimt abgefeimt: Gesamtbayern schlechter Mensch Bedeutung INFOin allen Schlichen und Schlechtigkeiten erfahren, in unmoralischer Weise schlau BEISPIELEein abgefeimter Schurkeeine abgefeimte Bosheit