Geographie und Umwelt (Fach) / Biogeographie (Lektion)

In dieser Lektion befinden sich 26 Karteikarten

Biodiversität, Areale, Hotspots, Biodiversität und Tourismus, Biologische Invasion

Diese Lektion wurde von LL_24 erstellt.

Lektion lernen

  • Biogeographie Lehre von der Verbreitung, erdgeschichtlichen Entwicklung und den landschaftlichen Umwelt- beziehungen der Tier- und Pflanzengemeinschaften in verschiedenen Erdräumen
  • Das Arbeitsfeld der Biogeographie im Beziehungsgefüge der Umweltbereiche, dargestellt als einfaches Ökosystemmodell (Genauer: s. Modell) Arbeitsfeld der Biographie: Vegetation (Flora), Tierwelt (Fauna) und Boden haben starke Beziehungen untereinander. Mensch hat Beziehung zu dem gesamten Arbeitfeld Außerhalb: Gestein, Klima, Relief (ebenfalls Beziehungen zueinander, aber auch zu Teilen der Arbeitsfelder der Biogeographie (insbesondere Boden))
  • Geschätzte Anteile einzelner Organismengruppen an der Gesamtheit der eukaryotischen Arten (=Arten mit vollständigem Kern) Obwohl weltweit bisher ca. 1,75 Mio. Organismen- arten beschrieben sind, wird tatsächliche Anzahl auf mindestens 10 Mio. Arten geschätzt Tiere machen ca. 75% aus. Insekten (insg.) 51%
  • Unterscheidung der Biodiversität α-Diversität: Artenvielfalt innerhalb einer Lebensgemeinschaft β-Diversität: Vielfalt von Lebensgemeinschaften im Raum, wird durch ökololg. Diversität des Raumes bestimmt γ-Diversität: Verschiedenheit größerer Landschaften im Hinblick auf ihre additive α- und β- Diversität, aufgrund von Landschaftsmerkmalen
  • Biodiversität Mannigfaltigkeit der Formen von Lebewesen, die die pflanzliche und tierische Arten- und Lebensformenvielfalt sowie die genetische Vielfalt umfasst
  • Welchen Wert hat Biodiversität? Versorgungsfunktion (Ressourcen wie Lebensmittel (Nahrung), Trinkwasser) Regulierungsfunktion (z.B. Luftreinhaltung, Bestäubung, Erosionsschutz) Habitatfunktion (genetische Diverstität stellt einen Lebensraum dar und ermöglicht Lebenszyklus) kulturelle Funktion (Bildung, Spiritualität und Religiösität, kulturelles Erbe, Heimat, Identifikation) ---> also sind die Basisdienstleistungen insg. zB die Bodenbildung, Nährstoffkreisläufe sowie die Primärproduktion je größer die Biodiversität, desto mehr Möglichkeiten gibt es (z.B. hinsichtlich Nahrung)
  • Entwicklung der Ökosystemleistungen Grundtendenz: die meisten Ökosystemleistungen nehmen ab (es wird schlechter) materielle Ökosystemleistungen (wo der Mensch das Ökosystem nutzt) nehmen zu  bes. regulierende Ökosystemleistungen (wovon alle profitieren) sind stark zurück gegangen Abnahme der Menschen, die mit der Natur verbunden sind
  • Verschlechterung in der Natur Indirekte Treiber: Demografie und Soziokultur, Wirtschaft und Technologie, Investionen und Governance, Konflikte und Epidemien ---> wirken sich auf die direkten Treiber aus direkte Treiber: Veränderte Land- und Meeresnutzung (z.B. weniger Wälder, mehr landwirtschaftliche Nutzflächen), direkte Ausbeutung, Klimawandel, Verschmutzung, invasive Arten, etc. ---> beeinflussen Land, Süßwasser, Meer Beispiele für Verschlechterung: - Zustand und Ausbreitung von Ökosystemen (verschlechtert sich) - Ausstereberisiko von Arten (25%) - ökologische Gemeinschaft (biotische Unversehrtheit (=Häufigkeit des Vorkommens) verschlechtert sich) - Biomasse und Häufigkeit der Arten (abnehmend) - Natur für indigene und lokale Bevölkerungsgruppen (Verschlechterung)
  • Veränderungen der Waldfläche nach Region nördliche Hemisphäre: teilw. Zuwachs an Waldflächen  südliche Hemisphäre: Problemzone (bes. in Brasilien und Indonesien)
  • Hotspots der Biodiversität und ihre Gefährdung Hotspots der globalen Biodiversität mit mehr als 4000 Gefäßpflanzenarten pro 10.000 km2 konzentrieren sich auf tropische Hochgebirge und tropischen Küstengebirge 44% aller Gefäßpflanzen und 35% aller Wirbeltiere der Erde sind auf 25 Hotspots konzentriert, die nur 1,4% der Landoberfläche der Erde einnehmen (nicht so wichtig) sind in neun Diversitätszonen augeteilt (9= über 4000 -also-> primäre Hotspots, z.B. Teile Indonesiens) Faustregel: globale Artenvielfalt nimmt am Äquator zu (klimatische Bedingungen)Artenvielfalt nimmt von trockenen zu feuchten Gebieten ebenfalls zu
  • Arealkunde Areal = spezifisches Verbreitungsgebiet Arealkunde: beschäftigt sich mit Verbreitung von Tier- und Pflanzenarten auf der Erde --> Systematische Einheiten (=Sippen) (Arten, Gattungen, Familien) und Biozönosen (Lebensgemeinschaften) haben ihr spezifisches Verbreitungsgebiet
  • Verbreitungsmechanismen (Arealkunde) Tiere: Autochorie: Ausbreitung aus eigener Kraft Pflanzen: Allochorie: passive Ausbreitung durch Wind Potentielle Arealgröße: theoretisch erreichbare äußerste Ausbreitungsgrenze Reales Areal: tatsächliche Ausbreitung temporäre Grenze
  • Arealmuster (Arealkundes) Verbreitungskarten geben Aufschluss über Einwanderungsgeschichte und Bindung einer Art an besondere Standortverhältnisse  Unterscheidung versch. Areale aufgrund der Form, Veränderungen oder Verbreitung
  • Arealmuster aufgrund von Formen (Arealkunde) Geschlossenes Areal Disjunktes Areal: - entstehen z.B. durch Klimaveränderungen, geographische Barrieren, Konkurrenz - Teilareale entstehen aus einem größeren Areal - kann regressiv oder progressiv entstehen
  • Arealmuster nach Arealveränderungen (Arealkunde) Verkleinerung des Areals (regressiv) Vergrößerung des Areals (progressiv)
  • Arealmuster nach Verbreitung (Arealkunde) Kosmopoliten: treten weltweit auf, über mehrere Kontinente Endemiten: nur in eng begrenzten Gebiet (auch endemische Arten genannt) - Wenn das Areal dabei in Ausdehnung begriffen ist (progressives Areal): Neoendemismus, - bei Arealschrumpfung (regressives Areal): Reliktendemismus (z.B. Ginko, Mammutbaum in den USA)
  • Arealtypen eine Gruppe von Pflanzen- oder Tierareale mit weitgehender Deckungsgleichheit auf Grundlage der Form, Größe, geographischen Lage und der ökologischen Ausstattung
  • Floren- und Faunenreiche hierarchisches biogeographisches Ordnungssystem auf der Erde Ranghöchste Einheit: Floren- und Faunenreich, Grenzziehung erfolgt aufgrund der Stärke des Floren- und Faunenkontrastes Je höher die Anzahl der Endemiten, und je höher der Kontrast bei Sippen höherer Ordnung (Familien, Ordnungen, Klassen), desto höher der Floren- und Faunenkontrast Florenreiche der Erde: Holarktis (Eurasien, Nordamerika), Neotropis (Südamerika), Pläotropis (Afrika, SOA, Indien), Australis (Australien), Capensis, Antarktis Faunenreiche: Nearktis (Nordamerika), Paläarktis (Eurasien), Orientalis (Indien, SOA), Australis (Teile Indonesiens, Australien, Neuseeland), Äthopis (Afrika), Neotropis (Südamerika), Antarktis heutige Lage der Floren- und Faunenreiche ist nur aus erdgeschichtl. Vorgängen der Plattentektonik zu erklären
  • Holarktis Florenreich in Nordamerika, Eurasien Wegen später Öffnung des Nordatlantiks im Alttertiär sind Gemeinsamkeiten in nordamerikanischen (nearktischen= neuweltlichen) und eurasischen (paläarktischen= altweltlichen) Teilgebieten der Holarktis noch recht groß Gegensätze sind durch Kaltzeiten bedingt: stärkere Tier- Artenverarmung in Paläarktis
  • Australis Durch frühe Trennung vom Urkontinent Gondwana und lange evolutive Eigenentwicklung nimmt Australis besondere Stellung ein. 86% endemisch: Pflanzen
  • Capensis Florenreich im Süden Südafrikas und südlicher floristische Beziehungen zur Arktis und Australis
  • Floren- und Faunenreiche: Übergangsräume Grenzen sind nicht immer scharf definiert, sondern bilden bei einem flachen floristischen bzw. faunistischen Gefälle breite Übergangssäume Wallacea: Übergangsbereich zw. Orientalis-Fauna und Australis-Fauna--> westliche Grenze: Wallace-Line: Verbreitungsgrenze von Beuteltieren--> Java, Bali: 97% gleiches Vogelartenspektrum--> Bali, Lombok: 50% gleiches Vogelartenspektrum
  • Biodiversität und Tourismus Biodiversität ist für viele touristische Aktivitäten und Destinationen wichtigz.B. in SEA, Südamerika, Australien, Ost- und Südafrika
  • Hotspots Regionen mit gr. Vielfalt an endemischen Arten (+1500 Pflanzenarten) und stark durch menschliche Aktivitäten beeinflusst (70% des Orginalhabitats wurde verändert/ist verloren) --> Wilderness areas: 70% dieser Flächen sind noch intakt/ursprünglich, hohe Biodiversität - die meisten Hotspots gibt es in Entwicklungsländern (hier auch große Touristenzunahmen)
  • positive Beiträge des Tourismus zur Biodiversität Tourismus ist oft ökonomische Rechtfertigung für Ausweisung von Nationalparks/privaten Schutzgebiete ökon. Alternative für andere Nutzungsformen, die Biodiversität negativ beeinflussen würde (z.B. Jagd, Landwirtschaft) finanzielle Unterstützung für Erhalt der Biodiverstität, v.a. durch Einkommen für das Management von Nationalparks durch Eintrittsgebühren Schaffung eines Bewusstseins bei Touristen für Bedeutung der Biodiversität Engagement der Bevölkerung für Umweltschutz/Erhalt der Biodiversität
  • negative Auswirkungen des Tourismus auf Biodiversität Habitatverlust und -fragmentierung Klimawandel (es wird geschätzt, dass 20-30% der Tier- und Pflanzen- arten bei T-Anstieg von mehr als 1.5-2.5° C von Ausrottung bedroht werden) biologische Invasion (Einschleppung fremder Arten durch Tourismus, die sich vermehren)