Geographie und Umwelt (Fach) / Hydrogeographie (Lektion)
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Wasserkreislauf, Wasserhaushalt, Gewässer, Wasser und Tourismus
Diese Lektion wurde von LL_24 erstellt.
- Hydrogeographie Lehre von den physikalischen, chemisch und biologisch bedingten Erscheinungsformen des Wassers über, auf und unter der Erdoberfläche, speziell seiner Verteilung nach Raum und Zeit sowie seiner Wirkung einschließlich der anthropogenen Einflüsse
- Wasserhaushalt Niederschlag verdunstet (Großteil), fließt in den Basisabfluss oder Direktabfluss Direktabfluss: Oberliegern (Fluss) fließt mit ihm zusammen, auch ein Teil das Basisabflusses fließt ihm zu. Dann teilt es sich auf: ein Teil fleißt weiter ins Meer, ein anderer Teil nimmt erst einen Umweg und wird in Industrie und Elektrizitätswerken, Haushalten und Kleingewerbe, der Grubenwasserförderung und der Landwirtschaft genutzt, bevor es sich wieder mit dem Unterliegern verbindet und ins Meer fließt. Basisabfluss: Grundwasservorkommen, fließt ins Meer
- Fließendes Wasser und seine Wirkung: Hjulström-Diagramm Das Hjulström-Diagramm zeigt den Zusammenhang zwischen Fließgeschwindigkeit, Korngröße und Erosion, Transport und Ablagerung Körner reagiern je nach Größe unterschiedlich auf verschiedene Fließgeschwindigkeiten (Effekte: Erosion, Transport, Ablagerung) X-Achse: Korngröße in Millimeter (je nach Korngröße lässt es sich in die Kategorien Ton Schluff, Sand und Kies unterteilen) Y-Achse: mittlere Fließgeschwindigkeit
- Fließendes Wasser und seine Wirkung: Warum benötigt die Erosion sehr feiner bzw größerer Partikel eine höhere Fließgeschwindigkeit als zB Sand? --> elektrostatische Kräfte, daher braucht man bei sehr kleinen eine höhere Fließgeschwindigkeit, bei großen braucht man eine höhere Fließgeschwindigkeit um das Objekt vom Boden zu nehmen
- Ideales Längsprofil von Flüssen Mündung ins Meer drei Bereiche: - Oberlauf: -- viele Flüsse entspringen im Gebirge (Quellbach) und suchen ihren Weg ins Niedere -- es geht am stark nach untern (hohe Reliefenergie) -- Abflussmenge noch nicht so hoch (steigert sich im Laufe) -- Tiefenerosion -- hohe Schleppkraft und Fließgeschwindigkeit - Mittellauf: -- Gefälle nimmt ab -- steigende Abflussmenge -- Fließgeschwindigkeit und Schleppkraft nehmen ab -- erodiert sein Flussbett rechts und link weiter aus (fließt gemächlicher) - Unterlauf: -- Fließgeschwindigkeit und Schleppkraft nehmen ab -- teilw. Sedimentation
- Gefälle Höhenunterschied zw. Meeresspiegel und Quelle des Flusses zusammen mit Entfernung zwischen beiden ergibt das Gefälle
- Oberlieger, Unterlieger Oberlieger: Länder, aus denen der Fluss kommt Unterlieger: Länder, in die der Fluss fließt
- Fließgeschwindigkeit abhängig von Wassermenge, Gefälle und Flussquerschnitt nimmt i.d.R. zur Flussmitte hin zu und nimmt mit zunehmender Höhe über Flussgrund zu
- Mäanderbildung mittige Stromstrich (Punkt mit der höchsten Fließgeschwindigkeit) wird in Flussschlingen durch die Zentrifugalkraft zum Außenbogen verlagert Am Prallhang: hohe Fließgeschwindigkeit, hier Erosion Am Gleithang: geringe Fließgeschwindigkeit, Material wird abgelagert, verursacht seitliche Verschiebung des Mäanders Fluss kann einzelne Schlingen an engster Stelle (Schlingenhals) durchbrechen er verkürzt damit seine Lauflänge und verstärkt sein Gefälle Altwasserbildung (Altarme): Schlingen, die nicht mehr durchflossen werden (ökologisch sehr wertvoll)
- Grundrisstypen von Flussbetten gerade Flüsse - liegen oft in engen Kerbtälern - geradlinige Ausrichtung ist i.d.R. vorgezeichnet durch tektonische Störungen verzweigte Flüsse - breite Flussbetten aus einzelnen Gerinnen bestehend, die sich wiederholt verzweigen - zeitlich stark schwankende Abflussmenge, große Sedimentfracht und kohäsionsarmes Material (Sande, Schotter) - Fluss hat eine geringe Tiefe und eine geringe Transportkraft Flussmäander (2 Formen)- Freie Mäander: liegen vollständig in weiten Tal oder Ebene, deren Material aus den Ablagerungen des Flusses selbst besteht - Talmäander entstehen durch Tiefenerosion eines mäandrierenden Flusses. Das eingetiefte Tal folgt dabei den Krümmungen des Flusses, d.h. der Talverlauf selbst mäandriert
- die globale Wasserkrise Nur 2,5 % des Wassers auf der Erde ist Süßwasser, davon sind zwei Drittel in Gletschern und Schnee gebunden, nur ein Drittel kann für TW-Gewinnung genutzt werden Wasser ist daher ein knappes Gut, v.a. in ariden und semiariden Gebieten, und Wasserverfügbarkeit ist sehr unterschiedlich Mangel an sauberem Wasser steht in direkter Verbindung zu Krankheit, Armut und Nahrungsmittelknappheit Lange Märsche zu Wasserquellen und Brunnen
- positive soziale und wirtschaftliche Auswirkungen für die Versorgung der Menschen mit Wasser Gesundheit (Hygieneverbesserung, Krankheitsreduzierung) Arbeitsverfügbarkeit (Gesundheit, weniger Aufwand für Wasserbesorgung) Billigeres Wasser (im Vergleich zu kommerziellen Anbietern) Verbessertes Wohlbefinden (mehr Sicherheit, weniger Stress) Bildung (mehr Zeit, v.a. für Kinder) Empowerment (durch mehr gemeinschaftl. Entscheidungsfindung) Wissen in Bezug auf Wasser (durch Engagement in Wasserprojekten) Einkommen (Gesundheit, produktivere Arbeit erhöhen andere Möglichkeiten) Ernährungssicherheit und Ernährung Investitionen (Verbesserungen (s.o.) erhöhen Ausgaben in anderen Bereichen)
- physikalische vs ökonomische Wasserknappheit physikalische Wasserknappheit: Es gibt eine Differenz zwischen Wasserangebot und -nachfrage (Angebot kleiner als Nachfrage) ökonomische Wasserknappheit: es gibt genug Wasser, um alle zu versorgen, aber es gibt Probleme in der Infrastruktur, Wassermanagement, Verteilung (z.B. kaputte Rohre)
- Nutzung von Wasser weltweit 70% für landwirtschaftliche Zwecke 20% für die industrielle Produktion 10% im Haushalt Aufteilung unterscheidet sich stark nach Ländern
- Trends in Bezug aus Wassernutzung Wasserverbrauch ist seit 1980weltweit um ca. 1% pro Jahr gestiegen Annahme: globaler Wasserbedarf steigt bis 2050 in ähnl. Größenordnung Über 2 Mrd. Menschen leben in Ländern mit hohem Wasserstress
- Wasser und Tourismus Tourismus ist abhängig von Süßwasser: - in Bezug auf Freizeitaktivitäten - für touristische Leistungen/Infrastruktur: Pools, bewässerte Gärten, Badezimmer, Wäschereien - Tourismus kann Wasserknappheit in Destinationen verschärfen, da er v.a. dort konzentriert auftritt, wo (Süß-)Wasser eine knappe Ressource ist Touristen kommen i.d.R. in Trockenzeiten durch Tourismus wird auch Wasserqualität vor Ort reduziert: ungeklärte Einleitung von Brauchwasser in Flüsse, Meer Touristen verbrauchen im Urlaub mehr Wasser - Direkter Wasserverbrauch von Touristen in Destinationen zw. 84-2425l Wasser am Tag, je nach Beherbergungsform
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- Schaubild Tourism and Water nach Gössling abhängig von Klimazone, Hotelart, Bauweise direkter Wasserverbrauch (im Hotel) - Bewässerung (Gärten, Grünflächen, Golfplätze) - Zimmer (Toilette, Dusche, Wanne, Wasserhahn) - Aktivitäten - Wäsche, Reinigung - Pools - Küche indirekte Wasserverbrauch (virtuelles Wasser) - Speisen und Getränke - Strom - Hotelinfrastruktur systematischer Wasserverbrauch (gesamtes Tourismussystem) - Transport der Angestellten - eingekaufte Ressourcen - Marketing - weitere Infrastruktur
- Indikatoren zur Messung des Wasserverbrauchs von Touristen nach Gössling 1. Nutzung erneuerbarer Wasserressourcen pro Gästebett 2. bewässerte Landfläche pro Bett (Gärten) 3. Poolfläche pro Bett 4. Solar- o. Photovoltaik- genutzte Fläche pro Bett 5. Menge des Fleisch-und Milchproduktkonsum pro Gästebett 6. Energieverbrauch pro Gästenacht 7. Anteil der Räume mit Optionen zum verringerten Wasserverbrauch 8. Kg Wäsche pro Gästenacht
- Maßnahmen zur Wassereinsparung - Regenwasser & Grauwasser (reinigen&) verwenden (z.B. für Garten, Naturpool)- Auffangen v. überflüssigem Wasser- Wäsche „on demand“ (Handtücher)- Tröpfchenbewässerung- Garten der natürlichen Landschaft anpassen (regionale Pflanzen)- Bewässerung am frühen Morgen oder abends- Mulchen (z.B. Rindenmulch unter die Pflanzen, damit der Boden nicht so schnell austrocknet)- Abdeckung des Pools- Meereswasserpools- wassersparende Duschköpfe, kleinere Spülkosten- (indirekt: „Strom sparen“: Checkkarte reguliert Verbrauch)
- Wovon ist Wasserstress in einer Destination abhängig? natürliches Wasservorkommen/Wassersituation vor Ort-klimatische Bedingungen Lebensstandard der Bevölkerung-Anzahl der Bevölkerung Konkurrenz um Wasser (LW) Technologie: Entsalzung, Aufbereitung
- 3 Ps for Food Management Purchase (Einkauf) so wenig wie möglich kaufen Gemüse aus Treibhaus, Nahrungsmittel, die mit Flugzeug transportiert werden, besondere Arten wie Krabben/Lobster (Aquakulturen), importiertes Fleisch, Aluminiumfolie weniger kaufen Rindfleisch, Fisch aus Hochseegebieten (Überfischung/Transport), Fisch von Fischfarmen, Reis, Gemüse außerhalb der Saison mehr kaufen lokal produzierte Lebensmittel mit geringen Transportstrecken, Kartoffeln, Getreide, Fisch aus Küstengebieten, Schweine- und Hühnerfleisch, haltbare Lebensmittel Preparation (Zubereitung) Nutzung regenerativer Energiequellen, keine Zubereitung von energieintensiven Speisen (Braten, Aufläufe), Energieeffizientes Arbeiten beim Kochen, Karten mit weniger Fleisch und mehr Gemüse, Gerichte erst zubereiten, wenn sie bestellt wurdem, Essensreste von anderen Abfällen trennen Präsentation attraktive vegetarische Alternativen, Größe von Buffets reduzieren (regelmäßig nachfüllen), kleinere Teller, CO2-effiziente Lebensmittel in die Mitte des Buffets, Weiterbildung des Personals bzgl. effizienter Lebensmittel, Vermeidung von Einweg-Packungen
