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Germanistische Linguistik (Fach) / Semantik (Lektion)
Aussagenlogik, Mengen, Relationen, Funktionen, Intension, Extension, Prädikation, Modifikation, Typentheorie, Quantifikation, Quantorenin,Koordinationen, kollektivePrädikationen, Plural
Diese Lektion wurde von magda_lenan erstellt.
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- Wie lautet die mengentheoretische Schreibweise für "Alle Frösche schlafen."? F⊆S
- Wie lautet die mengentheortische Schreibweise für "Weniger als vier Frösche schlafen." ? #(F∩S)< 4
- Wie lautet die mengentheretische Schreibweise für "Mehr als die Hälfte aller Frösche schläft. " ? #(F∩S): #(F)> ½ oder: #(F∩S): #(F)> 0,5
- Sind Verwandschaftbeziehungen auch Funktionen? Jain! Wenn wir Verwandtschaftsbezeichnungen wie Mutter, Vater, Tochter, Sohn, Bruder, Großmutter, Neffe, Cousine, Onkel als Bezeichnungen auffassen, die auf biologischer Elternschaft basieren,dann sind die meisten dieser Relationen nicht rechtseindeutig, wie z.B. die, die durch Tochter oder Bruder ausgedrückt werden (da es Personen gibt, die mehr als eine Tochter oder mehr als einen Bruder haben) Aber die durch Mutter und Vater ausgedrückten Relationen sind unter biologischer Elternschaftsauffassungrechtseindeutig und sind damit Funktionen.
- Was drückt die folgende Notation aus y = ?(x) ? y = ?(x) lässt sich formulieren als: wenn die Funktion ?auf das Argument x angewendet wird, dann ergibt sich als Wert y. Andere Formulierung: die Funktion ?bildet x auf y ab.
- Was bezeichnet der Defintionsbreich eier Funktion? Definitionsbereich(engl. domain) einer Funktion = Menge aller möglichen Argumente der Funktion DOM(?): {x | es gibt y so, dass ⟨x, y⟩∈?}
- Was bezeichnet der Wertebereich einer Funktion? Wertebereich(engl. range) einer Funktion = Menger aller möglichen Werte der Funktion RNG(?): {y | es gibt x so, dass ⟨x, y⟩∈?}
- Wie ist die Struktur von Lambda Termen? Beispiel Quadratfunktion: ?x[x2] Struktur von Lambda-Termen: ?Variable[Beschreibung der Wertzuweisungsvorschrift] Ein Lambda-Term steht für diejenige Funktion, die jedem möglichen Argument, das für ‘Variable’ eingesetzt wird, einen Wert zuordnet, entsprechend der in eckigen Klammern angegebenen Vorschrift. Der Ausdruck in eckigen Klammern wird als Lambda-Rumpf bezeichnet. Die Bildung eines Lambda-Terms aus einer Beschreibung, die eine Variable enthält, wie z.B. „5x“ “wird als (Lambda) Abstraktion bezeichnet ?x[5x]
- Was sind charakteristische Funktionen? Die charakteristische Funktion einer Menge A wird notiert als: χA(“chi-A”) Beispiel: Universum U ist die Menge der Vokale {a, e, i, o, u} Dann gilt für die charakteristische Funktion der Menge {e, i}: χ{e, i}= {⟨a, 0⟩, ⟨e, 1⟩, ⟨i, 1⟩, ⟨o, 0⟩, ⟨u, 0⟩}
- Welche Magenoperationen gelten für charakteristische Funktionen? Für zwei charakteristische Funktionen f und g von zwei Mengen gilt: [f ∩ g](x) = 1 gdw. f(x) = 1 ∧ g(x) = 1 [f ∪ g](x) = 1 gdw. f(x) = 1 ∨ g(x) = 1 f ⊆ g gdw. für alle x gilt: f(x) = 1 → g(x) = 1
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- Warum ist es besser die Bedeutung von transitiven Verben als charakteristische Funktion darzustellen, an statt als Menge von geordneten Paaren? Da im Gegensatz zu geordneten Paaren wird bei charakteristischen Funktion die Engerstellung von Verb und Objekt berücksichtigt.Dadurch kann die semantische Interpretation den syntaktischen Verhältnissen besser angenähert werden (Kompositionalitätsprinzip!). ⟦lob-⟧ = {⟨y, x⟩ | y lobt x} nicht geeignet ⟦lob-⟧ = ?x?y[y lobt x] besser geiegnet
- Auf welche Weise wird der Wahrheitswert des Satzes [Ben[Anna lob-]] bestimmt? ⟦lob-⟧(⟦Anna⟧)(⟦Ben⟧) zuerst müssen die Satzelemente so umgestellt werden, dass Verb und Objekt zusammen sind. = ?x?y[y lobt x](Anna)(Ben) dann kommt in Lamda-Schreibw. das Verb dazu. S und O kommen aus den eckig. Klammern = ?y[y lobt Anna](Ben) das O für x eingestetzt und ?x verschwindet (vor V-Klammer xy und in V-Klammer yx als Reihenfolge) = [Ben lobt Anna] zum Schluss wird das Subjekt aufgelöst. Die Bedeutung der VP Anna lob- ist dann: ⟦lob-⟧(⟦Anna⟧) bei dieser tempuslosen Verbform geht es immer ums Objekt, deshalb wird x aufgelöst. = ?y[y lobt Anna]
- Wie sieht die charakteristische Funktion des ditransitiven Verbes "schenken" aus? ⟦schenk-⟧ = ?x?y?z [z schenkt y x] x: Geschenk (direktes Objekt) y: beschenkte Person (indirektes Objekt) z: schenkende Person (Subjekt) Es besteht immer die Reihenfolge direktes Objekt,indirektes Objekt und Subjekt bei der Auflösung. So ist auch die Reihenfolge vor der Verbklammer. In der Verbklammer wird diese Reihenfolge umgekehrt aufgeschrieben.
- Was ist eine Intension und Extension von einer Proposition? ⟦α⟧ Intension einer Proposition = Funktion von Situationen in Wahrheitswerten d.h. die Intension einer Proposition ist die Interpretation der Proposition für alle möglichen Situationen ⟦α⟧(si) Extension einer Proposition = Wahrheitswert für eine bestimmte Situation d.h. die Extension einer Proposition ist die Interpretation der Proposition in einer bestimmten Situation
- Worin besteht der Unterschied zwischen einer Funktionalen Interpretation (FI) und der Mengeninterpretation (MI)? Die FI besteht aus einer Menge georndeter Paare, in der die Interpretation für die Proposition(wahr/falsch) mit allen Situationen aufgelistet ist. ⟦Lola renn-⟧ = ?s[Lola rennt in s] = {⟨s1, 1⟩, ⟨s2, 0⟩, ⟨s3, 1⟩, ⟨s4, 0⟩, ⟨s5, 0⟩,⟨s6, 1⟩} Bei der MI werden nur die zutreffenden (wahren) Situationen aufgelistet. ⟦Lola renn-⟧ = ?s[Lola rennt in s] =int {s1, s3, s6}
- Was ist die Intension und Extension vom intransitiven Verb "lach-"? Intension: ⟦lach-⟧ = ?s?x[x lacht in s] Extension: ⟦lach-⟧(si) = ?s?x[x lacht in s] der erste Schritt entspricht der Intension, bloß (si) nach lach- (si) = ?x[x lacht in si]
- Wie ist die Intension und die Extension vom Nomen "Mann"? Intension von Mann ist eine Funktion, die jeder Situation die Menge aller Männer in der Situation zuweist ⟦Mann⟧ = ?s?x[x ist ein Mann in s] Extension von Mann in einer bestimmten Situation ist die Menge aller Männer in dieser Situation ⟦Mann⟧(si) = ?s?x[x ist ein Mann in s] (si) = ?x[x ist ein Mann in si]
- Wie lautet die Intension und Extension vom Adjektiv "rothaarig"? Intension von rothaarig ist eine Funktion, die jeder Situation die Menge aller Rothaarigen in der Situation zuweist ⟦rothaarig⟧ = ?s?x[x ist rothaarig in s] Extension von rothaarig in einer bestimmten Situation ist die Menge aller Rothaarigen in dieser Situation ⟦rothaarig⟧(si) = ?s?x[x ist rothaarig in s] (si) = ?x[x ist rothaarig in si]
- Wie sieht die funktionale Applikationsregel für die Intension aus? ⟦[α β]⟧ = ?s[⟦β⟧(s)(⟦α⟧(s))] D.h. um die Intension eines komplexen Ausdrucks [α β] zu erhalten, wenden wir die Extension von β zu einer variablen Situation s auf die Extension von α zu der Situation s an (und abstrahieren dann über die Situation). Bei der Extension von β handelt es sich um eine Funktion, die Extensionen von α als Argumente nehmen kann, deshalb können wir die Extension von β auf die Extension von α anwenden.
- Funktionale Applikationsregel am Beispiel von "Lola renn-" Am Beispiel von [Lola renn-] ⟦[Lola renn-]⟧= ?s[⟦renn-⟧(s)(⟦Lola⟧(s))]= ?s[?s′?x[x rennt in s′](s)(?s′′[Lola](s))]= ?s[?s′?x[x rennt in s′](s)(Lola)]= ?s[?x[x rennt in s](Lola)]= ?s[Lola rennt in s]
- funktionale Applikationsregel für Extension? ⟦[α β]⟧(si)= ⟦β⟧(si)(⟦α⟧(si))
- funktionale Applikationsregel für Extension am Beispiel "Lola renn-" Am Beispiel von [Lola renn-] ⟦[Lola renn-]⟧(s7) = ⟦renn-⟧(s7)(⟦Lola⟧(s7)) = ?s?x[x rennt in s](s7)(?s[Lola](s7))= ?s?x[x rennt in s](s7)(Lola)= ?x[x rennt in s7](Lola)= [Lola rennt in s7] = 1 (für die Situation s7 auf den Folien von letzter Woche)
- Ableitung von Bruno tanzt in Mailand = ⟦in⟧(s)(⟦Mailand⟧(s))(⟦tanz-⟧(s))(⟦Bruno⟧(s)) = λyλPλx[P(x) ∧ [x ist in y in s]](Mailand)(λx′[x′ tanzt in s])(Bruno) = λPλx[P(x) ∧ [x ist in Mailand in s]](λx′[x′ tanzt in s])(Bruno) = λx[λx′[x′ tanzt in s](x) ∧ [x ist in Mailand in s]](Bruno) = λx[[x tanzt in s] ∧ [x ist in Mailand in s]](Bruno) = [[Bruno tanzt in s] ∧ [Bruno ist in Mailand in s]]
- Welche Art von Propositionen können definite Beschreibungen machen? der Kühlschrank referiert auf einen Kühlschrank und macht zwei Präsuppositionen: (1) es gibt einen Kühlschrank (Existenzbedingung) (2) es gibt nicht mehr als einen Kühlschrank (Einzigkeitsbedingung) Wenn die Präsuppositionen nicht erfüllt sind, dann ist die Bedeutung des Ausdrucks der Kühlschrank nicht definiert und auch die Bedeutungen von Sätzen, die den Ausdruck enthalten, wäre dann nicht definiert.
- Wozu dient der Jota-Operator? Dient zur Darstellung von definieten DP. Definition: Jota sieht eigentlich, wie ein kleines umgekehrtes j ohne Punkt aus. ι({a}) = a d.h., der Jota-Operator liefert das Element einer Einermenge (und ist für andere Mengen nicht definiert) Anwedung: Der definite Artikel wird als Jota-Operator interpretiert: ⟦das Kind⟧(s) = ι(⟦Kind⟧(s)) = ι(λx[x ist ein Kind in s]) Die Bedeutung (Extension) des Satzes Das Kind lacht lässt sich dann folgendermaßen darstellen: ⟦das Kind lach-⟧(s) = ⟦lach-⟧(s)(⟦das Kind⟧(s)) = λx[x lacht in s](ι(λx[x ist ein Kind in s])) = [ι(λx[x ist ein Kind in s]) lacht in s]
- Wie lässt sich die Bedeutung von definiten Artikeln darstellen? Angabe der Einzigkeits-Präsupposition durch Erweiterung der Lambda Schreibweise ⟦das⟧(s) = λP: #(P)=1.[ ι(P)] Hinter dem Doppelpunkt: Angabe der Bedingung für die Variable P, damit die Funktion definiert ist. Hier: P darf auf nur ein Individuum zutreffen. Ableitung der Bedeutung von [[das] [Kind]] auf Basis der Teilausdrücke ⟦[[das] [Kind]]⟧(s) = ⟦[das]⟧(s)(⟦ Kind ⟧(s)) = λP: #(P)=1. [ι(P)] (λx[x ist ein Kind in s]) = ι (λx[x ist ein Kind in s]), falls #(λx[x ist ein Kind in s]) = 1, sonst nicht definiert
- Was versteht man unter semantischen Typen? Syntaktische Kategorisierung von sprachlichen Ausdrücken: N, V, P, Adj, Adv … Semantische Kategorisierung von Ausdrücken: Zwei elementare semantische Typen 1.Entität (Individuum) 2.Wahrheitswert (wahr, falsch) Notation: e für Entität (entity) und t für Wahrheitswert (truth value) Semantischer Typ von Propositionen: tSemantischer Typ von Eigennamen: eSemantischer Typ von definiten Beschreibungen: e
- Wie sieht der semantische Typ für den definiten Artikel aus? definiter Artikel, z.B. das, Bedeutung: ?Pι[P]: ⟨⟨e,t⟩,e⟩ bzw. (et)e
- Welchen semantischen Typ hat die definite DP? definite DP, z.B. das Kind, Bedeutung: ι(?x[x ist ein Kind in s]): e
- Welchen semantischen Typ haben Adjektive? Adjektive, z.B. grau, Bedeutung: ?x[x ist grau in s]: ⟨e,t⟩ bzw. et
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- Welchen semantischen Typ haben Nomen? Nomen, z.B. Kind, Bedeutung: ?x[x ist ein Kind in s]: ⟨e,t⟩ bzw. et
- Welchen semantischen Typ besitzen Präpositionen in VP-modifizierenden Präpositionalphrasen, z.B. "in"? Bedeutung: ?y?P?x[P(x) ∧ [x ist in y in s]]: ⟨⟨e,⟨e,t⟩⟩,⟨e,t⟩⟩bzw. (e(et)et)
- Welchen semantischen Typ haben VP-modifizierenden Präpositionalphrasen, z.B. in "Mailand"? Bedeutung: ?P?x[P(x) ∧ x ist in Mailand in s]: ⟨⟨e,t⟩, ⟨e,t⟩⟩ bzw. (et)et
- Wie sieht der semantische Typ von transitiven Verben aus? transitive Verben, z.B. lobt, Bedeutung: ?x?y[y lobt x in s]: ⟨e, ⟨e,t⟩⟩ bzw. eet
- Wie sieht der semantische Typ von intransitiven Verben aus? intransitive Verben, z.B. lacht, Bedeutung: ?x[x lacht in s]: ⟨e,t⟩ bzw. et
- Was kann unter quantifizierenden Determiniererphrasen verstanden werden? d.h. Verknüpfung einer NP mit einem quantifizierenden Determinierer, wie z.B. ein, kein, jedes, vier, die meisten, einige, wenige, viele, beide Quantifizierende Determinierer spezifizieren Teilmenge(n), der durch die NP angegebenen Menge Beispiele für quantifizierende DP: ein Hund, kein Kind, jede Woche, die meisten Menschen, einige Hüte, wenige Tage, viele Stufen
- Wie funktioniert die Interpretation bei quantifizierenden DP als Satzsubjekt? als Beziehung zwischen Mengen, d.h. als Beziehung zwischen Nomenbedeutung und Verbbedeutung . kein Kind lach- ⟦Kind⟧(s) ∩ ⟦lach-⟧(s) = ∅, d.h. ?x[x ist ein Kind in s] ∩ ?x[x lacht in s] = ∅ jedes Kind lach- ⟦Kind⟧(s) ⊆ ⟦lach-⟧(s) ein Kind lach- ⟦Kind⟧(s) ∩ ⟦lach-⟧(s) ≠ ∅ genau ein Kind lach- #(⟦Kind⟧(s) ∩ ⟦lach-⟧(s)) = 1
- Wie sieht der kompositionale Aufbau der Bedeutung von Sätzen mit quantifizierender DP als Satzsubjekt aus? (Beispiel "kein Kind lach-") ⟦[kein Kind]⟧(s) = ?P[⟦Kind⟧(s) ∩ P = ∅] ⟦[[kein Kind] lach-]⟧(s) = ⟦kein Kind⟧(s)(⟦lach-⟧(s)) = ?P[⟦Kind⟧(s) ∩ P = ∅](⟦lach-⟧(s)) = [⟦Kind⟧(s) ∩ ⟦lach-⟧(s) = ∅]
- Was ist der semantische Typ einer quantifizierenden DP ? ⟦jedes Kind⟧(s) = ?P[⟦Kind⟧(s)⊆ P] Die Bedeutung einer quantifizierenden DP wie jedes Kind in Subjektposition wird als eine Funktion aufgefasst, die eine VP-Bedeutung (Typ <e,t> bzw. et) als Argument nimmt und als Wert einen Wahrheitswert (Typ t) liefert. Eine quantifizierende DP ist daher vom Typ ⟨⟨e,t⟩, t⟩ bzw. (et)t
- Was ist der semantische typ eines Quantors? ⟦jed-⟧(s) = ?P′ ?P [P′ ⊆ P] Die Bedeutung eines Quantors wie jedes wird als eine Funktion aufgefasst, die eine NP-Bedeutung (Typ <e,t> bzw. et) als Argument nimmt und als Wert eine Quantorbedeutung (Typ (⟨⟨e,t⟩, t⟩ bzw. (et)t) liefert. Ein Quantor ist daher vom Typ ⟨⟨e,t⟩, ⟨⟨e,t⟩, t⟩⟩ bzw. (et)(et)t
- Wie sieht die Ableitung von jedes Kind schläft aus? ⟦[[[jedes] [Kind]] [schlaf-]]⟧(s) = ⟦[[jedes] [Kind]]⟧(s) (⟦schlaf-⟧(s)) = ⟦jedes⟧(s) (⟦Kind⟧(s))(⟦schlaf-⟧(s)) = ?P′?P[P′ ⊆ P] (?x[x ist ein Kind in s])(?x[x schläft in s]) = ?x[x ist ein Kind in s] ⊆ ?x[x schläft in s]
- Wie kann die Bedeutung von zwischen zwei und vier angegeben werden? ⟦zwischen zwei und vier⟧(s) = ?P′?P [2 ≤ #(P′ ∩ P) ≤ 4]
- Was sind kardinale Quantoren? Kardinale Quantoren: Information über die Anzahl der Elemente in der Menge der NP-Bedeutung (z.B. Menge aller Kinder) wird nicht benötigt. Bei kardinalen Quantoren kann die Wahrheit eines Satzes allein auf Basis der Beziehung zwischen der Menge der NP-Bedeutung und der Menge der VP-Bedeutung bestimmt werden. Ein Beispiel: Quantor mindestens drei: ⟦[[mindestens drei] Kinder] lach-⟧(s) = #(⟦Kind⟧(s) ∩ ⟦lach-⟧(s)) ≥ 3 Weitere Beispiele für kardinale Quantoren: weniger als sieben, zwischen fünf und acht, eine ungerade Anzahl von, ein, kein
- Was sind proportionale Quantoren? Proportionale Quantoren: Information über die Anzahl der Elemente in der Menge der NP-Bedeutung (z.B. Menge aller Kinder) wird benötigt es wird eine zusätzliche Information benötigt, nämlich wie viele/welche Elemente sich in der Menge der NP-Bedeutung befinden Ein Beispiel: Quantor die meisten: ⟦[[die meisten] Kinder] lach-⟧(s) = #(⟦Kind⟧(s) ∩ ⟦lach-⟧(s)) / #(⟦Kind⟧(s)) > ½ (/ steht für: geteilt durch) die meisten drückt eine Proportion aus, nämlich dass das Verhältnis der Anzahl der lachenden Kinder zur Anzahl aller Kinder größer als ½ ist. Weitere Beispiele für proportionalen Quantoren: neunzig Prozent, weniger als ein Zehntel Auch die Quantoren jeder und kein sind proportionale Quantoren; Die Proportion für jeder ist 1 und für kein ist sie 0 Kein ist also sowohl ein kardinaler als auch ein proportionaler Quantor.
- Was sind Vage Quantoren? Es gibt Quantoren, deren Bedeutung nicht präzise bestimmt werden kann. Diese Quantoren werden daher als vage Quantoren bezeichnet. Beispiele sind: einige, viele, wenige Beispiel einige: einige drückt aus, dass die Schnittmenge zwischen NPBedeutung und VP-Bedeutung eine geringe Anzahl von Elementen enthält: ⟦einige Kinder lach-⟧(s) = #(⟦Kind⟧(s) ∩ ⟦lach-⟧(s)) > n Beispiel wenige: wenige drückt aus, dass die Schnittmenge kleiner ist als erwartet, oder kleiner als in vergleichbaren Fällen: ⟦wenige Kinder lach-⟧(s) = #(⟦Kind⟧(s) ∩ ⟦lach-⟧(s)) < n wobei n ein kontextspezifischer Erwartungswert ist. Die eben dargestellte Interpretation von wenige entspricht einer kardinalen Interpretation.
- Was sind präsupponierende Quantoren? Es gibt Quantoren, die präsupponierend sind, d.h. dass sie bestimmte Anforderungen an die NP-Bedeutung stellen, die erfüllt sein müssen, damit ein Satz mit einem präsupponierenden Quantor interpretierbar ist. Beispiel: beide hat als Präsupposition, dass die NP-Bedeutung genau zwei Elemente enthält (wenn diese Präsupposition erfüllt ist, dann drückt beide dasselbe aus wie jeder) ⟦beide Kinder lach-⟧(s): Wenn #(⟦Kind⟧(s)) = 2, dann = ⟦Kind⟧(s) ⊆ ⟦lach-⟧(s), sonst: nicht definiert Darstellung der Bedeutung von beide: ⟦beide⟧(s) = λP′ .#(P′)=2. λP[P′⊆P] zu lesen als: die Funktion von Funktionen P′ ist eingeschränkt auf Werte, die die Bedingung #(P′)=2 erfüllen. Für andere Werte ist die Funktion nicht definiert. Wenn die Bedingung (=Präsupposition) erfüllt ist, dann hat beide dieselbe Bedeutung wie jede
- Was sind aufwärtsimplizierende Quantoren? Für einen aufwärtsimplizierende Quantor gilt: wenn er auf ein Prädikat P zutrifft (z.B. tanzen) dann trifft er auch auf ein allgemeineres Prädikat G (z.B. sich bewegen) zu: Wenn Q(P) und P⊆G, dann auch Q(G) Beispiele: Wenn gilt: ein Kind tanzt, dann gilt auch: ein Kind bewegt sich Wenn gilt: jedes Kind rennt schnell, dann gilt auch: jedes Kind rennt
- Was sind abwärtsimplizierende Quantoren? Für einen abwärtsimplizierende Quantor gilt: wenn er auf ein Prädikat P zutrifft (z.B. sich bewegen) dann trifft er auch auf ein spezifisches Prädikat S (z.B. tanzen) zu: Wenn Q(P) und S⊆P, dann auch Q(S) Beispiele: Wenn gilt: kein Kind bewegt sich, dann gilt auch: kein Kind tanzt Wenn gilt: kein Kind rennt, dann gilt auch: kein Kind rennt schnell
- Ist genau ein ein aufwärtsimplizierende Quantor oder ein abwärtsimplizierende Quantor? Weder noch!
- Wie sehen die Bedeutungen (Extensionen) der Quantoren weniger als drei und mehr als ein Viertel der aus? ⟦weniger als drei⟧(s) = ?P′?P[#(P′ ∩ P) < 3] ⟦mehr als ein Viertel⟧(s) = ?P′?P[#(P′ ∩ P) / #(P′) > ¼ ]