Medien und Kommunikation (Fach) / 07 (Lektion)

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  • Medienwirkung: Dimensionen und Phänomene Kommunikator intendierte - nichtintendierte EffekteWirkungsstimuli Wirkungen von Nachrichten, Werbung, Info-KampagnenWirkungsebene Wissen, Emotionen, Einstellungen, VerhaltenWirkungsphase präkommunikative - kommunikative - postkommunikative EffekteZeitdimension kurzfristige - langfritsige EffekteEffektmodalität kein Effekt, Verstärkung, Abschwächung, ÄnderungEmpfänger direkte - indirekte EffekteNormenbezug funktionale - dysfunktionale Effekte Beispiele: Intendiert: Werbewirkung Kurz- vs. langfristig: Sleeper-Effekt („Vergessen“ der Einstellungen gegenüber Sender*innen) Direkte vs. indirekte Effekte: Two-step-Flow (via Multiplikator*innen) Dysfunktionale Effekte: erhöhte Gewaltbereitschaft nach Medienkonsum Im Folgenden Fokus auf postkommunikative kognitive Medienwirkungen
  • Medienwirkung: Agenda-Setting Agenda:lat.: „Dinge, die zu tun sind“; engl: Tagesordnung Zentrale Frage: Führt die bevorzugte Behandlung bestimmter Themen in den Medien dazu, dass die Rezipient*innen diese Themen auch als wichtiger halten als andere Themen? Chapel-Hill Studie (McCombs& Shaw, 1972): Insgesamt hohe positive Korrelationen zwischen der Rangreihe der Themen in der Berichterstattung (Medienagenda) und der Rangreihe der Themen in der Bevölkerung (Publikumsagenda) auf Basis von 100 unentschlossene Wählern; galt für wichtige sowie unwichtige Themen Medienagenda meist operationalisiert über Häufigkeit, mit der über ein Thema berichtet wird, Publikumsagenda meist über Fragen wie „Welches sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Probleme/Schlüsselthemen in Deutschland?“ SettingProbleme der Chapel-Hill-Studie laut einiger Autoren:Nur 100 Teilnehmer*innenUnentschlossene Wähler (erhöhtes Informationsverlangen?)Rezipient*innen waren durch Wahlkampf ggf. beeinflusstQuerschnitt-statt Längsschnitt-StudieNur aggregierte Daten (über Teilnehmer*innen hinweg) und keine Berücksichtigung der individuellen AgendaKeine Berücksichtigung der von den Teilnehmer*innen genutzten Medien
  • Medienwirkung: Agenda-Setting Typen von Agenda-Setting-/Thematisierungseffekten (McCombs, 1977): Wahrnehmungseffekte (awareness):Das Publikum wird durch die Medien auf bestimmte Themen aufmerksam und nimmt diese als bedeutsam wahr.Auffälligkeitseffekte (salience): Das Publikum kann die wahrgenommenen Themen in Abhängigkeit von deren Medienprominenz in wichtige und unwichtige unterteilen.Auffälligkeitseffekte lassen sich weiter untergliedern (McLeodet al.: 1974): Perceivedcommunitysalience: Spiegelt die in der Öffentlichkeit wahrgenommene Wichtigkeit eines Thema wiederInterpersonal salience: Häufigkeit, mit der sich im Alltag über ein Thema ausgetauscht wirdIntrapersonal salience: Individuelle Wichtigkeit eines Themas Priorsierung(priorities):Das Publikum reproduziert die mediale Themenrangliste in mehr oder weniger identischer Form.Thematisierungseffekte lassen sich zudem danach unterscheiden, ob sie auf Individualebene (individuelle Agenda) oder Aggregatebene (Verdichtung der individuellen Agenden zu einer) Agenda nachgewiesen (mit der Medienagenda korreliert) werden
  • Medienwirkung: Agenda-Setting Zentrale Bedingung für Thematisierungseffekte: Ein grundsätzliches Interesse an der Berichterstattung Ein ausgeprägtes Orientierungsbedürfnis(needfororientation, Weaver, 1977) hat einen begünstigenden Einfluss auf Thematisierungseffekte, da es zu stärkerer Medienzuwendung führt. Das Orientierungsbedürfnis ist eine Funktion der persönlichen Relevanzeines Themas und der mit dem Thema verknüpften Unsicherheit, d.h. geringe Relevanz zu geringes Orientierungsbedürfnishohe Relevanz + geringe Unsicherheit zu mittleres Orientierungsbedürfnishohe Relevanz + hohe Unsicherheit zu hohes Orientierungsbedürfnis Damit ein Thema in der individuellen Agenda aufsteigt (höherer Rangplatz), muss die Berichterstattung die individuelle Relevanzeinschätzungerhöhen. Aber:Dies gilt stärker für unaufdringliche(der direkten Erfahrung des Individuums nicht zugängliche) Themen (z.B. Krieg in einem fernen Land), da bei aufdringlichen Themen (Geschehnisse vor eigene „Haustür“) mediale Relevanzzuschreibungund persönliche Wahrnehmung konfligierenkönnen.