Strukturwandel (Fach) / Analyse I (Lektion)

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  • Welche methodischen Ansätze gibt es zur Analyse von Strukturwandel? Ökonomische Modelle         Markov-Ketten-Analysen          (Anzahl von Unternehmen innerhalb definierender                                                         Unternehmenstypen)         Regressionsmodelle                 (Unternehmenswachstum)         Kohortenanalyse                      (Anzahl von Unternehmen, Arbeitsmarktentwicklung)         Discret-Choice-Analysen           (Anzahl von Unternehmen, Unternehmensnachfolge) Simulationsmodelle         Rekursive Progammierung        (Veränderungen in vordefinierten Unternehmensgr.)         Agentenbasierte Modellierung   (Flexibel je nach Modellspezifikation)
  • Markov-Ketten Definition: spezieller stochastischer Prozess    - ausschließlich durch die vorherige Realisation X(t-1) determiniert wird; alle davorliegenden       Werte besitzen keinen Einfluss    - zeit-diskret ist Ziel: Ermittlung von Wahrscheinlichkeiten für Eintreten zukünftiger Ereignisse Üblicherweise werden Markov-Ketten in Prozessdiagrammen dargestellt, die die möglichen Zustände und die Übergangswahrscheinlichkeiten von einem Zustand in den anderen enthält Prozessdiagramm aber rechentechnisch unpraktisch, daher Zusammenfassung in Übergangsmatrix
  • Regressionsmodell Modell zur Untersuchung der Art der Beziehungen zwischen einer abhängigen (endogenen) Variable und einer oder mehrerer unabhängigen (exogenen) Variablen, wobei zusätzlich eine zufällige Komponente (Störterm) in die Gleichung eingeht, z.B. lineares Regressionsmodell zur Auswertung von Paneldaten (z.B. BALTAGI, 2008):Häufig gewählte abhängige Variable: Unternehmens-/Betriebswachstum Häufig zugrunde liegendes Modell: GIBRAT'S Gesetz: Wachstumsrate ist unabhängig von ihrer absoluten Größe Es gibt viele verschiedene Regressionsmodelle: Wahl des adäquaten Modells hängt ab von der Verteilung der abhängigen Variable
  • Kohorten Analyse Untersuchung der Bevölkerung(-steilen) im Zeitablauf, bei der die Entwicklungen oder Veränderungen von Gruppen, die durch zeitliche Merkmale (z.B. gleicher Geburtsjahrgang, gleiches Schulabschlussjahr) gekennzeichnet sind, analysiert und verglichen werden.Diese Gruppen, deren „Schicksal“ über einen gewissen Zeitraum verfolgt wird, werden Kohorten genannt. Anwendung im Agrarsektor: Vorhersage/Schätzung der Anzahl Beschäftigter eines bestimmten Geschlechts und einer bestimmten Bewirtschaftungs- bzw. Beschäftigungsart die bestimmter Alterskohorte angehören,
  • Diskret-Choice-Analyse Grundlage ist die Zufallsnutzentheorie: jedes Individuum maximiert mit der Wahl einer Entscheidungsalternative seinen NutzenZiel: Modellierung von Wahlverhalten einer diskreten EntscheidungIn Experiment wählen Probanden zwischen Entscheidungsalternativen (z.B. Hofnachfolge ja/nein), Unternehmensaufgabe durch Frühverrentung, Eingehen von Kooperationen mit WettbewerbernJede Entscheidungsalternative ist durch Attribute gekennzeichnet Attributs-Ausprägungen werden im Experimentverlauf (marginal) verändert, um deren Einfluss auf die Entscheidung der Probanden nachgelagert zu schätzenHierbei auch Schätzung marginaler Zahlungsbereitschaften möglich
  • Rekursive Programmierung Ansatz zur Modellierung ökonomischen Verhaltens basierend auf Dekomposition von großen, komplexen Entscheidungsproblemen in kleinere, einfache Entscheidungsprobleme, welche durch vergangene Entscheidungen sowie Veränderungen im Umfeld des Entscheidungsträgers beeinflusst werden (kleinere) Probleme werden schrittweise gelöst, bis Gesamtsystem optimiert ist Agenten in rekursiven Programmierungsmodellen repräsentieren z.B. ganze unternehmensklassen oder Anbauregionen Änderungen innerhalb bestimmter Unternehmensklassen (z.B. Nutzfläche, Arbeitseinsatz) können untersucht werden, jedoch nicht die Anzahl der Unternehmen (agentenbasierte Modellierung)
  • Agentenbasierte Modellierung System interagierender Agenten, die auf äußere Einwirkung autonom reagieren. Anwendung im Agrarsektor: Jedes unternehemen kann von einem Agent repräsentiert werden Vorteile:     Hohe Flexibilität     Einzelne Agenten können mit großer Bandbreite von Eigenschaften und Verhaltensweisen     ausgestattet werdenNachteile:     Hohe Komplexität und hohe erforderliche Rechenleistung     Grundsätzliches Problem der Abhängigkeit der Modellierungsergebnisse von a priori     getroffenen (Verhaltens)Annahmen    
  • Input-Output-Analyse Verfahren der empirischen Wirtschaftsforschung, welches vornehmlich für Strukturanalysen eingesetzt wird. Ziel: Produktions- und gütermäßige Verflechtungen innerhalb einer Volkswirtschaft detailliert darstellen, einschließlich der Güterströme wischen der Volkswirtschaft und der übrigen Welt    - dient vor allem zur Analyse intersektoralen Strukturwandels    - im Mittelpunkt der Betrachtung stehen insbesondere die Güterbewegungen, die im      Produktionsprozess erfolgenAnwendungsgebiete:    - Grundlage von Strukturuntersuchungen    - Ermöglicht zudem modellbasierte Analysen der direkten und indirekten Auswirkungen von      Nachfrage-, Preis- und Lohnänderungen auf die Gesamtwirtschaft und auf die einzelnen      Bereiche    - Abschätzung von Folgen politischer Maßnahmen    - Vorrausschätzungen für wirtschaftliche Entwicklungen    - Untersuchung ausßenwirtschaftlicher Verflechtungen der deutschen Wirtschaft    - Interne Aufgaben hinsichtlich der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung des Statistischen      Bundesamtes: Konsistenzprüfungen der Ergebnisse der Entstehungs- und       Verwendungsrechnung des Inlandsproduktes
  • Übersicht zu methodischen Ansätzen Ökonometrische Modelle: Markov-Ketten-Analyse              Anzahl von Unternehmen innerhalb zu definierender                                                Unternehmenstypen Regressionsmodelle                   Unternehmenswachstum Kohortenanalyse                        Anzahl von Unternehmen, Arbeitsmarktentwicklung Discret-Choice-Analyse               Anzahl von Unternehmen, Unternehmensnachfolge Simulationsmodelle: Rekursive Programmierung         Veränderung in vordefinierten Unternehmensgruppen Agentenbasierte Modellierung      Flexibel je nach Modellspezifikation