Soziologie (Fach) / Sozialstruktur (Lektion)
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- Welche Erklärungsansätze existieren zu den Ursachen der Bildungsexpansion und wie argumentieren diese? Modernisierungstheorie- Bildungsexpansion ist ein funktionales Erfordernis für die Weiterentwicklung modernerGesellschaften- wissenschaftlicher und technologischer Fortschritt schafft zunehmenden Bedarf angebildeten und qualifizierten Personen Konflikttheorie- Privilegierte Positionen im gesellschaftlichen Statusgefüge sind eine knappe Ressource- In modernen Gesellschaften ist Bildung das wichtigste Zuweisungskriterium für diesePositionen→Wenn Zugang zu Bildung zunehmend auch für benachteiligte soziale Gruppen möglichwird, versuchen privilegierte soziale Gruppen durch den Erwerb höherer Bildungszertifikateihre Vorteile zu erhalten ökonomische Marktmodelle- Nachfrage nach Bildung steigt so lange, wie sich die Investition in Bildung lohnt- Es wird so lange investiert, wie die Erträge über den Kosten liegen→Bildungsexpansion ist immer dann zu beobachten, wenn sich (für viele Personen) dieInvestition in höhere Bildung lohnt→Die Bildungsexpansion flaut ab, wenn der Markt gesättigt ist und sich durch Bildung keineweiteren Ertragsgewinne mehr erzielen lassen (Nachfrage nach Bildung ist geringer alsAngebot an gebildeten Personen)
- Was sind nach Geißler die Folgen der Bildungsexpansion? DemokratisierungWissen über und Interesse an Politik steigtOffenheit gegenüber MigrantenAbbau von FremdenfeindlichkeitEntstandardisierung des LebensverlaufsLängere Verweildauer im Bildungssystem, späterer Berufseintritt, lebenslanges LernenWertewandel und Erosion traditioneller NormenIndividualisierung, Postmaterialismus und PluralisierungWandel und Pluralisierung privater LebensformenRückgang der Ehen, Zunahme der Kinderlosigkeit, Monopolverlust der bürgerlichen Familie, neue Formen des Zusammenlebens
- Welche zentralen Unterscheidungsmerkmale weisen Bildungssysteme auf? Erläutern sie diese. ZentralisierungAusmaß, in dem Entscheidungen über die Organisation der Bildung oder Inhalte von einer zentralen Instanz getroffen werden. Betrifft Fragen der Autonomie von kleinräumigeren Einheiten bei der Gestaltung von Bildung. StandardisierungAusmaß, in dem landesweit die gleichen Bildungsstandards gelten.Beispiele:gleiche Bildungsinhalte/Lehrpläne, gleiche Abschlüsse StratifizierungAusmaß, in dem unterschiedliche parallele Bildungsgänge existieren, die zu qualitativ unterschiedlichen Bildungszielen führen. Häufig: Unterscheidung zwischen beruflich und akademisch orientierten Bildungsgängen. SelektivitätAusmaß, in dem der Zugang zu Bildungsgängen an vorherige Schulleistungen geknüpft ist. SpezifitätAusmaß, in dem das Curriculum auf spezifische Anwendbarkeit der Lehrinhalte ausgerichtet ist.berufsspezifische AusbildungsinhalteLehrpläne beinhalten stark berufsbezogene Elementeallgemeinbildende AusbildungsinhalteBildungsgang ist auf eine allgemeine Verwertbarkeit des Erlernten ausgerichtet Zentralisierung geht in der Regel mit Standardisierung einheraber: auch Standardisierung ohne Zentralisierung möglich (z.B. KMK)Stratifizierung geht in der Regel mit Spezifizierung der Bildungsinhalte einherSelektivität kann nur auftreten, wenn eine Stratifizierung von Bildungsgängenexistiert
- Welche theoretischen Ansätze existieren zur Erklärung der Beziehung zwischen Bildung und Arbeitsmarkterträgen und wie argumentieren diese? HumankapitaltheorieJe mehr Bildung, desto höher die Produktivität SignaltheorieBildung ist ein wichtiges Signal für die zu erwartende Produktivität→Annahme der Signaltheorie: individuelle Kosten des Bildungserwerbs korrelierennegativ mit der Produktivität→Je schwieriger der Bildungserwerb fällt, desto geringer ist die Produktivität Job Competition Model Annahmen:Produktivität (und Gehalt) ist ein Merkmal der Stelle, nicht der Person bessere Bildung -> niedrigere Ausbildungskosten -> bessere Stelle Theorien sozialer Schließung und Kredentialismus → Interesse an Ausschließung anderer durch Einforderung hoher Bildungszertifikate
- Wie lassen sich Bildungs und Arbeitsmarktsysteme klassifizieren und auf welchen Kriterien basieren die jeweiligen Zuordnungen? Occupational Labour Markets (OLM)- Differenzierte Ausbildungssysteme bieten berufsspezifische Ausbildung- oft in Form von Lehrausbildungen organisiert- starke Beteiligung von Arbeitgebern an der Ausbildung- Ausbildungsinhalte sind in der Regel standardisiert- Bildungszertifikate bieten starke Signale- geringe Karrieremobilität nach dem Berufseinstieg Internal Labour Markets (ILM)- Bildungssystem zielt auf allgemeinbildende Inhalte ab- keine ausgebauten Berufsausbildungssysteme- keine Arbeitgeberbeteiligung am Ausbildungssystem- Berufliche Fähigkeiten werden im Betrieb („on the job“) erworben- Ausbildungsinhalte sind in der Regel nicht standardisiert- Bildungszertifikate bieten schwache Signale- ausgeprägte Karrieremobilität nach dem Berufseinstieg
- Wodurch unterscheidet sich die horizontale von der vertikalen Dimension von Ungleichheit? bloße Verschiedenartigkeit:horizontale Dimension der Ungleichheit sind mit der Verschiedenartigkeit Vor oder Nachteile verbunden:vertikale Dimension der Ungleichheit
- Welche Faktoren machen Ungleichheit zu einem soziologisch relevanten Untersuchungsgegenstand? (vertikale) soziale Ungleichheit- Ressourcen, Güter, Positionen, soziales Ansehen sind in der Gesellschaftungleich verteilt Soziale Ungleichheit nach sozialstrukturellen Merkmalen- Ressourcen , Güter, soziales Ansehen etc. weisen systematische Muster in Abhängigkeit askriptiver sozialstruktureller Merkmale auf- Zentrale Dimensionen: Geschlecht, soziale Herkunft, Ethnizität Soziale ReproduktionMerkmale, die ungleich verteilt sind, werden von Eltern an Kinder weitergegeben Soziale MobilitätKinder nehmen eine andere soziale Position ein als ihre Eltern
- Worin besteht der Unterschied zwischen Ungleichheit und Ungerechtigkeit? Ungleichheitder Begriff der Ungleichheit ist in der Regel wertfreibezeichnet den Umstand, dass bestimmte Merkmale unterschiedlich verteilt sind Ungerechtigkeitnormativer Begriffob etwas als ungerecht empfunden wird hängt vom subjektiven Empfinden ab
- Welche Gleichheitskonzeptionen lassen sich unterscheiden und was sind ihre Merkmale? Gleichheit der Startbedingungenalle verfügen über die gleichen Voraussetzungen schwer vorstellbar Menschen unterscheiden sich in ihrer genetischen Ausstattung Menschen wachsen in unterschiedlichen sozialen Umfeldern auf Gleichheit der Zuweisungsprinzipienfür alle gelten die gleichen Regeln beim Zugang zu Zwischengütern Gleichheitsprinzip Statusprinzip Bedarfsprinzip/Ausgleichsprinzip Leistungsprinzip (Meritokratieprinzip) Ergebnisgleichheitam Ende erhalten alle das gleiche Ergebnisgleichheit- Nivellierung/Umverteilung- Ausgleich ungleicher Startbedingungen- Leistungsunabhängig Ergebnisungleichheit- Resultat ungleicher Startbedingungen- Resultat des Leistungsprinzips- Kombination aus Startbedingungen und Leistungsprinzip
- Erläutern Sie den Begriff Chancengleichheit. Wenn Gleichheit der Startbedingungen und Gleichheit der Zuweisungsprinzipien gilt
- Welche(s) Ungleichheitsmaß(e) würde man heranziehen, wenn man wissen will ... inwieweit sich die Gymnasialbesuchsquoten nach Geschlecht unterscheiden ... wie ungleich das Vermögen in der Gesellschaft verteilt ist ... inwieweit Männer und Frauen unterschiedliche Studienfächer wählen a) Soziale Ungleichheit nach sozialstrukturellen Merkmalen b) (vertikale) soziale Ungleichheit c) Soziale Ungleichheit nach sozialstrukturellen Merkmalen
- Warum ist die Einkommensungleichheit niedriger als die Vermögensungleichheit? Personen mit hohem Einkommen sind eher in der Lage, Vermögen anzusparen und damit Kapitalerträge und sonstige Vermögenszuwächse zu erzielen
- Wie fällt das Niveau der Einkommens-und Vermögenungleichheit in Deutschland jeweils im europäischen Vergleich aus? Einkommensungleichheit: durchschnittlich Vermögensungleichheit: überdurchschnittlich
- Welche langfristigen Entwicklungstendenzen weisen die Einkommens-und Vermögensungleichheit jeweils auf? ansteigend
- Soziale Klasse Soziale KlassenKonzept wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts verwendet (Karl Marx) theoretische Orientierung, um Ursachen für Konflikt-und Machtbeziehungen aufzuspüren. "Gesamtheit derjenigen Klassenlagen [...], zwischen denen ein Wechsel a) persönlich, b) in der Generationenfolge leicht möglich ist und typisch stattzufinden pflegt.“ Klassen und StändeKlassen beziehen sich auf die WirtschaftsordnungStände beziehen sich auf die soziale Ordnung Merkmale von Ständen- Gemeinsamkeit der sozialen Schätzung- Ähnlichkeit der Lebensführung- Pflege von Kontakten unter den Mitgliedern eines Standes („Kommensalität“)- Geschlossene Heiratsbeziehungen („Konnubium“)- Soziale Schließung: Ständische Ehre und Monopolisierung von Ressourcen- Ständische Zugehörigkeit wird institutionell vermittelt
- Soziale Schichten Merkmale einer Schicht- Personen mit vergleichbarem sozialen Status- Der soziale Status ergibt sich aus Lebensstandard, Chancen und Risiken, Privilegien und Diskriminationen, Rang und öffentlichem Ansehen Schichtung: Gliederung der Gesellschaft nach den Soziallagen ihrer MitgliederZuteilungskriterien zu Schichten- Prinzipielle Offenheit hinsichtlich Kriterien und abhängig von gegebener Gesellschaft- Multidimensionales Modell- Theoretisches Schichtungsmodell: Herausarbeitung dominanter und subsidiärer Schichtdeterminanten Schichtmentalität- Die objektive soziale Lage der Individuen prägt ihre subjektiven Haltungen, Meinungen und Handlungen- Unterschiedliche Mentalitäten können aber auch Schichtdeterminanten sein
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- Soziale Lagen Erweiterung der traditionellen Klassen-und Schichtmodelle- Mehrdimensionalität- Integration horizontaler Ungleichheiten- Betrachtung des Zusammenwirkens der verschiedenen Kriterien bei der Zuweisung von Privilegien und Nachteilen, z.B.BerufspositionRegionGeschlechtAlter
- Lebensstile und soziale Milieus Lebensstile- Relativ stabiles, regelmäßig wiederkehrendes Muster der alltäglichen Lebensführung - Zusammenspiel von aufeinander bezogenen Wertorientierungen, Einstellungen, Deutungen, Geschmackspräferenzen, Handlungen und InteraktionenMerkmale- Lebensstile sind bereichsübergreifend(Schwerpunkt im Freizeit-und Konsumbereich)- bei Analysen von Lebensstilen stehen expressiv-ästhetische Orientierungen und Handlungen im Zentrum- ganzheitlicher und sinnhafter Charakter, definieren Individuum als solches- identitätsstiftend und distinktiv (soziale Zugehörigkeit und Abgrenzung Soziale MilieusKombination objektiver Lebensbedingungenund subjektiver LebenseinstellungenAber: keine zwangsläufige KorrespondenzUnterschied zu Schichtmodellen, in denen die Schichtmentalität mit der schichtspezifischen sozialen Lage einhergeht
- Sozialer Status und soziales Prestige Merkmale von Status-und Prestigeskalen- Eindimensionalität- kontinuierliche Maße- beziehen sich in der Regel auf BerufeAnnahme: es existiert eine gesellschaftlich geteilte Rangordnung sozialer PositionenUnterschied zwischen Status-und Prestigemaßen- Status wird anhand objektiver Kriterien bestimmt(z.B. Einkommen, Bildungsniveau)- Prestige wird anhand subjektiver Wahrnehmungen bestimmt(wie bewerten Personen das Prestige beruflicher Positionen?)
- Was wird jeweils mit den Begriffen intragenerationale und intergenerationale Mobilität bezeichnet? Intragenerationale MobilitätWechsel sozialer Positionen innerhalb individueller Lebensverläufe (Karrieremobilität) Intergenerationale MobilitätKinder nehmen andere soziale Positionen ein als ihre Eltern
- Was zeigen die Ab-und Zustromraten in einer Mobilitätstabelle jeweils an? Abstromraten: Wie verteilen sich die Söhne von ... auf Berufsgruppen? Zustromraten: Wie setzt sich die sozialen Herkunft im Beruf ... zusammen?
- Was ist der Unterschied zwischen Strukturmobilität und Austauschmobilität? Wie berechnet man jeweils deren Anteil an der Gesamtmobilität? StrukturmobilitätSoziale Mobilität, die dadurch zustande kommt, dass sich die Berufsstruktur verändert Austauschmobilität (Zirkulationsmobilität)Soziale Mobilität, die sich unabhängig von berufsstrukturellen Veränderungen vollzieht Absolute Mobilität = Strukturmobilität + Austauschmobilität
- Welche Vorhersagen macht die Modernisierungstheorie zur Entwicklung sozialer Mobilität? Wie wird hierbei argumentiert? Kernaussagen- in Industriegesellschaften ist das Ausmaß an sozialer Mobilität hoch- soziale Aufstiege kommen häufiger vor als soziale Abstiege- Mobilitätsraten und Chancengleichheit nehmen zu Argumentation - Industrielle Produktion erfordert ständige technologische Weiterentwicklung - Steigender Bedarf an qualifiziertem Personal, sowohl in der Produktion als auch im Dienstleistungsbereich der Leitungs-und Verwaltungsebene (Bürokratisierung) → Expansion der „Mittelklassen“ (Strukturmobilität) - Rationalisierungsprozesse erfordern meritokratische Auswahl bei der Besetzung von Positionen - Allgemeiner Wohlstand steigt, Zugang zu Bildung wird für breitere Schichten möglich - Gerade solche Wirtschaftsbereiche expandieren, die dem Meritokratieprinzip folgen
- Wodurch unterscheiden sich die Lipset-Zetterbergund Featherman-Jones-Hauser-Hypothesen? Lipset-Zetterberg-Hypothese (1960er-Jahre)- Abkehr von der Vorstellung, dass soziale Mobilität stetig mit dem Grad der Industrialisierung zunimmt - stattdessen Annahme eines Schwelleneffekts: Hohes Niveau an sozialer Mobilität, sobald eine bestimmte Stufe der Industrialisierung erreicht ist - Annahme: Ausmaß der Mobilität ist in allen Industrieländern in etwa gleich - Allerdings: empirische Evidenz, dass sich das Ausmaß der Mobilität sehr wohl zwischen Industrieländern unterscheidet Featherman-Jones-Hauser-Hypothese (1970er-Jahre)- Spezifizierung der Lipset-Zetterberg-Hypothese - Unterscheidung phänotypischerund genotypischerMobilität-- phänotypisch: absolute Mobilität-- genotypisch: Mobilitätschancen(relative Mobilität/soziale Fluidität) - Annahme:-- Das Ausmaß genotypischer Mobilität ist in allen Industrieländern gleich-- Das Ausmaß absoluter Mobilität unterscheidet sich aufgrund Unterschieden in den ökonomischen, technologischen und demographischen Eigenheiten der Länder
- Welche Befunde zur sozialen Mobilität haben jeweils die Studien „The Constant Flux“ und „SocialMobility in Europe“ erbracht? Welche der Hypothesen (Lipset-Zetterberg / Featherman-Jones-Hauser) werden durch die jeweiligen Befunde gestützt? Constant Flux Entwicklung über Geburtskohorten absolute Mobilität: „trendless fluctuation“ relative Mobilität: kaum Veränderung Ländervergleich absolute Mobilität: beträchtliche Variation relative Mobilität: geringe Unterschiede 1960 - 1970 Social Mobility in Europe Entwicklung über Geburtskohorten absolute Mobilität: konstant relative Mobilität: Zunahme Ländervergleich absolute Mobilität: Angleichung relative Mobilität: starke Variation 1970 -2000 Stützt Featherman-Jones-Hauser-Hypothese?
- Relative Mobilität Mobilitätschancen
- O-D Zusammenhang Origin - Destination Soziale Herkunft - Eigene Position wenn O und D positiv korrelieren, spricht man von sozialer Immobilität oder sozialer Reproduktion
- Welche Befunde zur Entwicklung der sozialen Mobilität ergeben sich für Deutschland? Stärke des OD-Zusammenhangs nimmt ab → relative Mobilität nimmt zu (bis etwa 1960) Wieder leichte Abnahme sozialer Fluidität seitdem
- Erläutern Sie das OED-Dreieck der Mobilitätsforschung E = Education O → D Direkter Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und der beruflichen Positionierung (nicht über Bildung vermittelt) O → E Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und dem erreichten Bildungsniveau E → D Zusammenhang zwischen dem Bildungsniveau und der beruflichen Positionierung nur wenn sowohl ein O-E-Zusammenhang als auch ein E-D-Zusammenhang besteht, wird die O-D-Beziehung durch Bildung vermittelt!
- Was sind primäre und sekundäre Effekte der sozialen Herkunft? primär: Unterschiede im Leistungsniveau Kinder aus sozial privilegierten Familien erbringen im Schnitt bessere Schulleistungen als Kinder aus sozial benachteiligten Familien sekundär: Unterschiede bei Bildungsentscheidungen Selbst bei gleichen Schulleistungen entscheiden sich Kinder aus sozial privilegierten Familien häufiger für höhere Bildungsgänge als Kinder aus sozial benachteiligten Familien
- Welche zentralen Variablen beinhalten jeweils das Blau-Duncan-und das Wisconsin-Modell der Statuszuweisung? Blau-Duncan-Modell Idee: Zerlegung der O-D-Beziehung in Zwischenschritte durch Identifikation wichtiger vermittelnder Variablen („Kausalketten“)Zentrale Variable: BildungAnalysemethode: Pfadanalyse→besondere Anforderungen an das Skalenniveau der Variablen (metrisch) Wisconsin-Modell: „signifikante Andere“ (Bezugspersonen) siehe folie 11 s 57
- Wodurch können primäre Effekte entstehen? sozioökonomisch privilegierte Elternhäuser verfügen über mehr lernförderliche Ressourcen als sozioökonomisch benachteiligte Elternhäusernach Bourdieu: ökonomisches, soziales und kulturelles Kapital
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- Wie entstehen sekundäre Effekte? Entscheidung zwischen Bildungsgängen als Kosten Nutzen AbwägungRational Choice Erklärungsansätze- Ziel: Maximierung des persönlichen Nutzens durch die Wahl des Bildungsgangs- Abwägung: subjektive Einschätzung von Kosten, Erträgen undErfolgswahrscheinlichkeiten jeder Alternative
- Welche Erwartungen formuliert die Modernisierungstheorie zum Wandel der Bildungsungleichheit? Vollziehen Sie die Argumentation nach. Technologischer und berufsstruktureller Wandel erfordert eine Höherqualifizierung derBevölkerung → BildungsexpansionAllgemeine Wohlstandssteigerung führt zu größerer Chancengleichheit beim Zugang zuBildungBildungsexpansion führt zu Rückgang der Bildungsungleichheit
- Erläutern Sie die Maximally Maintained Inequality Hypothese und stellen Sie auf deren Basis einen Zusammenhang zwischen Bildungsexpansion und Bildungsungleichheit her. Bildungsexpansion führt erst zu Rückgang der Bildungsungleichheit, wenn die Bildungsbeteiligung der privilegierten Gruppe saturiert ist, damit nicht-privilegierte aufholen können.
- Welche Faktoren wirken laut Müller/ Haun auf die Entwicklung der Bildungsungleichheit? Bildungsexpansion führt nicht notwendigerweise zu einem Abbau der BildungsungleichheitAber: zeitgleiche Prozesse, die auf die Bildungsungleichheit einwirken
- Welche Bildungsungleichheiten nach Geschlecht und Migrationshintergrund sind zu beobachten? Wie erklärt man diese? Frauen sind engagierter und haben bessere Schulnoten, denn Frauen werden nach Abschluss der Ausbildung seltener in den Beruf übernommen oder müssen ihre berufliche Laufbahn auf einem niedrigeren Statusniveau beginnen. z .T. Leistungsvorteile bei Frauen, aber weniger ambitionierte Bildungsentscheidungen - Migrantenfamilien oft mit niedrigem sozioökonomischen Status- Nachteile bei Schulleisten (mangelnde l ernförderliche Ressourcen)- aber: ambitioniertere Bildungsentscheidungen („Immigrant Optimism“)→ Migrantenfamilien sind aufstiegsorientiert→ kennen sich ggf. nicht mit Bildungssystem das Aufnahmelands aus
- Welche geschlechterspezifischen Muster der Lohnungleichheit lassen sich in Deutschland beobachten? Wie schneidet Deutschland im europäischen Vergleich ab? unbereinigter „gender pay gap“Durchschnittlicher Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen bereinigter „gender pay gap“Einkommensunterschied bei vergleichbaren Merkmalen (Beruf, Bildung, Berufserfahrung) Deutschland schneidet im europäischen Vergleich überdurchschnittlich ab
- Worin besteht der Unterschied zwischen horizontaler und vertikaler Geschlechtersegregation im Arbeitsmarkt? HorizontalVerteilung der Geschlechter auf Berufsfelder und TätigkeitenFrauen üben andere Berufe und Tätigkeiten aus als Männer VertikalVerteilung der Geschlechter auf Positionen in der BerufshierarchieFrauen sind in denselben Berufen und Berufsfeldern häufig in rangniedrigeren Statusgruppen platziert
- Wie erlernt man eine Kompetenz nach dem Modell des Kompetenzerwerbs? + Beispiel Nutzen, Kosten und Wahrscheinlichkeiten werden gegeneinander aufgerechnet. Kompetenzerwerb findet statt, wenn die Motivation zum Kompetenzerwerb höher ist, als die, den Status Quo zu behalten. Bsp. für Variablen•Intelligenz ↑- p(eff) ↑•Finanzielle Ressourcen ↑- C(A2) ↓•Nachhilfeunterricht- p(exp) ↑, C(A2) ↑
- Modell der Bildungsentscheidung - Subjective Expected Utility (SEU)- Vergleich verschiedener Handlungsalternativen- Wahl der Alternative, die in der subjektiven Wahrnehmung unter den (sozial) gegebenen Bedingungen den größten Ertrag verspricht Parameter-Erträge (Nutzen, Renditen): U(utility)-Kosten: C(costs)-Erfolgswahrscheinlichkeiten (bzw. Realisierungswahrscheinlichkeiten): p(probability) -SEU = p * U –C-U: Subjektiv erwarteter Ertrag einer Alternative im Vergleich zu einer anderen Alternative-p:subjektive Wahrscheinlichkeit, dass der Ertrag eintritt-C:Kosten, die für die Realisierung der Alternative aufgewandt werden müssen pro Handlungsalternative eine Gleichung
- Erwin (10) will insgeheim Elektroingenieur werden. Seine Eltern sind beide selbständige Handwerker im eigenen Betrieb. Josefine (10) ist sich noch unsicher, was sie später einmal werden will. Ihre Eltern sind beide ausgebildete Ärzte wobei beide Eltern jeweils abwechselnd zu Hause sind um sich um Josefine zu kümmern. Wie unterscheiden sich Utility, Cost und propability? Erwins Eltern haben Opportunitätskosten Josefine hat bessere p, da z.B. Hausaufgabenhilfe Utility ist z.B. Statuserhalt der Ärztefamilie, aber dieser Parameter kann bei beiden gleich sein
