Soziologie (Fach) / Sozialstruktur (Lektion)

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  • Sozialstruktur soziologische, einteilende Ordnung von Gesellschaften nach ihren sozialen Merkmalen, vor allem ihrer sozialen Schicht
  • Sozialstrukturanalyse Erforschung und Einteilung der Sozialstruktur
  • Bevölkerungswissenschaft erfasst Bestandszahlen und zahlenmäßige Veränderungen einer Gesellschaft
  • Aspekte der Sozialstruktur - Bevölkerung- Private Lebensformen- Wohlstand, Erwerbstätigkeit, Einkommen- Bildung- Soziale Ungleichheit und Mobilität
  • analytische Sätze Tautologien
  • normative Sätze Soll Aussagenz.B . Werturteile, Normen
  • empirische Sätze Aussagen über empirische Sachverhalte können wahr oder falsch sein können empirisch widerlegt werden die sozialstruktur ist empirische wissenschaft; analytische und normative Sätze können empirisch nicht geprüft werden
  • Entstehungszusammenhang (Forschungsprozess) Auswahl des Untersuchungsgegenstands/der Forschungsfrage Werturteile sind erlaubt
  • Begründungszusammenhang (Forschungsprozess) Durchführung der Analyse Werturteile sind nicht erlaubt
  • Verwertungszusammenhang (Forschungsprozess) Verwertung der Ergebnisse der Untersuchung Werturteile sind erlaubt
  • Makroebene (Soziologische Analyseebenen) Analyseeinheiten: Gesellschaften Beschreibung und Vergleichsozialer StrukturenErklärung sozialstrukturellerPhänomene
  • Mesoebene (Soziologische Analyseebenen) Analyseeinheiten: Organisationen, Gruppen etc. Analysen der Prozesse auf der Meso oder Mikroebene können zur Erklärung sozialstruktureller Phänomene beitragen
  • Mikroebene (Soziologische Analyseebenen) Analyseeinheiten: Individuen Analysen der Prozesse auf der Meso oder Mikroebene können zur Erklärung sozialstruktureller Phänomene beitragen
  • Badewanne siehe folie 2 seite 35
  • Betrachtung der Makro Daten Zustände, Muster, Entwicklungen, Wandel Querschnittbetrachtung: zeitpunktbezogenes Abbild sozialer Strukturen, Vergleich von zeitpunktbezogenen Zuständen, z.B. zwischen Ländern Längsschnittbetrachtung: Zeitreihen/Trends beschreiben Veränderungen sozialer Strukturen, Vergleich von Entwicklungsverläufen, z.B. zwischen Ländern
  • Theorie System wissenschaftlich begründeter Aussagen zur Erklärung von Phänomenen. Explanandum = das zu erklärende PhänomenExplanans = die Erklärung
  • Hypothese empirischer Satzmeist in Bezug auf spezifische Wirkungszusammenhängewenn...dann..., je...desto...wird in der Regel aus allgemeineren Gesetzmäßigkeiten oder Annahmenabgeleitet (Deduktion)Hypothesen können nie endgültig verifiziert werden, sondern immernur falsifiziert werden
  • Betrachtung von Mikro Daten / Überprüfung theoretischer Erklärungen Erklärungen in der Regel auf der Mikroebene (Badewannenmodell)Umsetzung theoretischer Konzepte in empirische Indikatorenmeist Informationen zu Individuen notwendig Querschnittbetrachtung:zeitpunktbezogene Informationen zu Individuen Längsschnittbetrachtung:wiederholte Messung der gleichen Indikatoren zu mehreren Zeitpunkten
  • Dimensionen der Sozialstrukturanalyse: Beziehungsstrukturen Soziale Beziehungen sind z.B. Geschäftsbeziehungen, Freundschaften,... Soziale Beziehungsstrukturen: - Gesamtheit der typischen Formen sozialer Beziehungen - in der Regel auf eine bestimmte Dauer angelegt Soziale PositionenRolle, die ein Individuum in einer sozialen Beziehungsstruktur einnimmt. Möglicherweise aufgabengebunden
  • Dimensionen der Sozialstrukturanalyse: Verteilungsstrukturen Sozialstrukturelle MerkmaleSozial relevante „Kriterien, die das aufeinander bezogene Verhalten beeinflussen“ (Bolte 1990:30). z.B. Geschlecht, Bildung, Einkommen, Berufliche Stellung Sozialstrukturelle PositionenSpezifische Ausprägung eines sozialstrukturellen Merkmals einer Person. z.B. Frau, Akademikerin, Geringverdiener, Arbeiter 1) zugeschriebene Positionen: nicht eigenständig erworbene Positionen (ascription)2) erworbene Positionen: durch eigene Anstrengung erreichte Positionen (achievement)
  • Bevölkerung Gesamtheit der Personen, die auf einem geografisch abgegrenzten Gebiet leben untersucht von Demographie
  • Warum zieht man zur Bestimmung des Bevölkerungsstandes nicht einfach die Meldedaten heran? Meldedaten sind fehlerhaft: „Karteileichen“ und UntererfassungPersonen melden sich nicht anandere Personen melden sich nicht abSterbefälle werden evtl. nicht sofort registriert
  • Olczyk Diagramme folie 3 seite 38
  • Wie definiert man jeweils Bevölkerung , Volk , Staatsangehörige Bevölkerung Gesamtheit der Personen, die auf einem geografisch abgegrenzten Gebiet leben. Volk Personen mit kulturellen Gemeinsamkeiten und/oder gemeinsamer Abstammung. Staatsangehörige Personen, die formal einem Staat zugeordnet sind.
  • Wie unterscheidet sich der Zensus 2011 von einer Volkszählung? keine echte Volkszählung, registergestütztes Verfahren mit 10% Bevölkerungsstichprobe zur Korrektur der Registerdaten
  • Wie setzt sich die demographische Grundgleichung zusammen? Bevölkerung(t) = Bevölkerung(t-1) + Geburten - Sterbefälle + Zuzüge - Fortzüge
  • Wie funktioniert die Fortschreibung des Bevölkerungsstandes? Fortschreibung nach den Volkszählungen durch Verrechnung mit GeburtenSterbefällenZuzügenFortzügen
  • Was sind prozessproduzierte Daten? Daten, die im Rahmen von Verwaltungsvorgängen erfasst werden. Was, wenn wir Informationen über die Bevölkerung haben möchten, die nicht in den prozessproduzierten Daten enthalten sind? Einkommen?Migrationshintergrund?Familienformen?Bildungsstand? -> Umfragen und Mikrozensus
  • Wozu dient der Mikrozensus und welche Merkmale weist er auf? Mikrozensus als zentrale Repräsentativbefragung der amtlichen Statistik zur Bevölkerungsstruktur und zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Bevölkerungjährliche HaushaltsbefragungBefragung von 1% der deutschen WohnbevölkerungAuskunftspflicht (Mikrozensusgesetz)
  • Wie verteilt sich der Bevölkerungsanteil zwischen Männern und Frauen? Warum ist das so? 51 Frauen 49 Männer Weil Frauen länger leben
  • Wie definiert man Migrationshintergrund und wie grenzt sich das Konzept vom Begriff der Ausländer ab? Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens einElternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzt. Ausländer sind Personen, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.
  • Wie hoch ist der Anteil von Personen mit Migrationshintergrund in Deutschland? etwas über 20%
  • Welches sind die größten Migrantengruppen in Deutschland? Türkei 14%Polen 11%Russische Föd. 7%
  • Warum variieren die bedeutendsten Herkunftsländer zwischen den Zielländern? Kulturelle Ähnlichkeiten zu bestimmten Ländern geografische Nähe Abhängigkeit vom Grund der Migration
  • Welche Gruppen von Migranten unterscheidet man und was sind jeweils ihre Merkmale? 1) Arbeitsmigranten (‚Gastarbeiter‘)2) Flüchtlinge/Asylanten3) Aussiedler/Spätaussiedler4) EU Bürger
  • Skizzieren Sie die Entwicklungstrends des Bevölkerungsstandes in Deutschland seit den 1950er Jahren. Was sind die Gründe für markante Veränderungen? Anstieg bis 1970 (Baby Boom und Gastarbeiter), kurzer Rückgang (Anwerbestopp) Anstieg ab 1990 durch Spätaussiedler 95 - 2010 Stagnation Seit 2010 Kriegsflüchtlinge
  • Wie berechnet man die total fertility rate (TFR)? altersspezifische Geburtenzifferg (x)= Anzahl der von Müttern im Alter x geborenen Kinder im Kalenderjahr / Anzahl der Frauen im Alter x im Kalenderjahr Summe aller altersspezifischen Geburtenziffern im Alter von 15 bis 45 („gebärfähiges Alter") = TFR
  • Welche Periodeneffekte zeigen sich in der langfristigen Betrachtung der TFR? niedrige Extreme bei Kriegen oder Krisen Booms in wirtschaftlich Guten Lagen (z.B. Anfang des Dritten Reichs, Baby Boom in den 60ern)
  • Welche methodische Problematik ergibt sich bei der TFR? Alter bei Geburt hat sich systematisch erhöht Folge: die Fertilität wird unterschätzt, Vergleiche der TFR können verzerrt sein Lösung: Wir betrachten Geburtskohorten und ermitteln pro Geburtsjahrgang dieendgültige Kinderzahl completed fertility rate, CFR) Problem: Wir können die endgültige Kinderzahl erst erfassen, wenn alle Frauen der Geburtskohorte das gebärfähige Alter überschritten haben.
  • Wie lässt sich der Geburtenrückgang seit Mitte des 19. Jahrhunderts erklären? Nutzen von Kindern sinkt, Opportunitätskosten steigen
  • Welche Unterschiede zeigen sich zwischen Ost Ost-und Westdeutschland in Hinsicht auf Geburten und worauf sind diese zurückzuführen? - Erwerbsarbeit von Frauen gesellschaftlich akzeptiert und üblich- besseres Angebot an Kinderbetreuung in der DDR- Opportunitätskosten niedriger 80er Baby Boom in der DDR (Honecker Berg) Tief entsteht bei Wiedervereinigung (Wendeschock)
  • Definieren sie folgende Konzepte und beschreiben Sie, was diese ausdrücken: Durchschnittliches Sterbealter, Sterbewahrscheinlichkeit, Überlebenswahrscheinlichkeit , Lebenserwartung Durchschnittliches Sterbealter: Durchschnittliches Alter derer, die in einem bestimmten Jahr gestorben sind. Sterbewahrscheinlichkeit: Wahrscheinlichkeit in einem bestimmten Jahr zu sterben, wenn man x Jahre alt ist. (Perioden-Sterbewahrscheinlichkeit) Überlebenswahrscheinlichkeit: Wahrscheinlichkeit, bis zum Alter von x Jahren zu überleben. Lebenserwartung: Prognose des Alters bei Geburt
  • Warum eignet sich das durchschnittliche Sterbealter nicht für Vergleiche der Mortalität? eignet sich nicht für Vergleiche der Mortalität, da es von der Altersstruktur der Bevölkerung abhängt.alte Menschen verfügen über eine höhere Sterbewahrscheinlichkeitje mehr alte Menschen in einer Bevölkerung, desto höher das durchschnittliche Sterbealter
  • Wie berechnet man die Lebenserwartung anhand einer Sterbetafel Überlebenswahrscheinlichkeit * Überlebende Jahr 0 = Überlebende Jahr 1 Gestorbene Jahr 0 = Überlebende Jahr 0 - Überlebende Jahr 1 durchlebte Personenjahre Jahr 1 = Überlebende Jahr 1 - 0,5*Gestorbene Jahr 1 noch zu durchlebende Personenjahre Jahr 0 =Summe der durchlebten Personenjahre ab Jahr 1 Lebenserwartung = noch zu durchlebende Personenjahre / Überlebende
  • Was ist der Unterschied zwischen der Perioden Sterbewahrscheinlichkeit und der Kohorten Sterbewahrscheinlichkeit PeriodenbetrachtungGleiches Problem wie bei der TFR:wenn die zum jetzigen Zeitpunkt jungen Personen einmal alt sind, kann deren Sterbewahrscheinlichkeit viel geringer sein als bei den jetzt alten Personen KohortenbetrachtungGleiches Problem wie bei der CFR:die Mortalität junger Jahrgänge kann noch nicht abschließend beobachtet werdenLösung: Modellschätzungen
  • Wie definiert man jeweils Außen und Binnenwanderung AußenwanderungZu und Fortzüge über die Außengrenzen Deutschlands BinnenwanderungUmzug in eine andere Gemeinde innerhalb Deutschlands
  • Welche markanten Phasen und Entwicklungen der Außenwanderung lassen sich für das Deutschland der Nachkriegszeit anführen? Wirtschaftskrise (1966)Anwerbestopp (1973)Rückkehrhilfegesetz (1983)Grundgesetzänderung (1993)
  • Wie lässt sich Migration soziologisch erklären? Push Faktorensoziale, politische, ökonomischeUmstände (Verfolgung, Krieg, Armut) Pull Faktoren(wahrgenommene) bessere Situationin anderen Ländern
  • Welche Grundformen der Altersstruktur lassen sich unterscheiden und was lässt sich jeweils daraus ablesen? Pyramide mehr Kinder als alte Personen -> wachsende Bevölkerung Bienenstock jeder Jahrgang reproduziert sich selbst -> stationäre Bevölkerung Pilz weniger Kinder als zur Reproduktion nötig -> schrumpfende Bevölkerung
  • Wie werden die Jugend und Altenquotienten berechnet und wozu dienen sie? Jugendquotient: unter 20-Jährige je 100 Personen im Alter von20 bis 64 Jahren Altenquotient: über 64-Jährigeje 100 Personen im Alter von20 bis 64 Jahren