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Sozialpsychologie (Fach) / I-IV (Lektion)

I-IV

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  • Kongruität Kongruität beschreibt einen Zustand des Gleichgewichts, der auftritt, wenn die Stärken und Vorzeichen der Einstellungen eines Empfängers zu einem bestimmten Sachverhalt und zum Sender gleich sind ( assoziative Behauptung) bzw. wenn die Stärken der Einstellungen des Empfängers zum Sachverhalt und zum Sender gleich sind, die Vorzeichen jedoch entgegengesetzt sind ( --> dissoziative Behauptung).
  • Konstrukt Theoretischer, abstrakter Begriff, der nicht direkt gemessen oder beobachtet werden kann, wie z. B. Intelligenz, Aggressivität oder Extraversion.
  • Kontrafaktisches Denken Aus einem reellen Ereignis wird eine fiktive Vorstellungswelt konstruiert, in der einzelne Aspekte des Ereignisses verändert und die daraus resultierenden Konsequenzen jeweils genau durchdacht werden.
  • Kontrasteffekt Meinungen, welche sich stark von dem eigenen Standpunkt differenzieren, werden häufig als der eigenen Meinung noch gegenläufiger eingestuft. Je größer die Vertrautheit mit der Thematik und die eigene Beteiligung (involvement), umso geringer die Akzeptanz der scheinbar weit entfernten Position.
  • Kontrollmotiv Das Streben nach wahrgenommener Kontrolle, welches als ein psychologisches Grundbedürfnis angenommen wird. Kontrollmotivation hingegen entsteht in einer spezifischen Situation aus der Interaktion von Person (z. B. Kontrollmotiv) und Verhaltensumwelt (z. B. Umstände, die die individuelle Kontrolle einschränken).
  • Mere exposure-Effekt Die bloße räumliche Nähe zu einer ursprünglich neutral oder positiv bewerteten Person führt durch ihre wiederholte Wahrnehmung dazu, dass sie zunehmend gemocht wird. Der Effekt bleibt allerdings aus, wenn die Person anfangs negativ bewertet wird.
  • Mindfulness Mindfulness als Gegenpol zur Gedankenlosigkeit äußert sich in der Produktion ständig neuer Kategorien, im Aufgreifen neuer Informationen und unterschiedlicher Standpunkte, in geistiger Offenheit für neuartige Zusammenhänge und Perspektiven. Kontexte können verändert werden und bringen dadurch neue Energie, Fantasie und Kreativität hervor (vgl. Langer, 1992).
  • MODE-Modell (motivation and opportunity as determinants) Postuliert, dass Motivation und Gelegenheit beeinflussen, wie Einstellungen das Verhalten bestimmen. Eine zentrale Annahme ist dabei, dass– abhängig von Motivation und Gelegenheit – Einstellungen das Verhalten entweder über deliberative Verarbeitung der Implikationen der eigenen Einstellung auf das Verhalten oder über automatische, selektive Verarbeitung einstellungsrelevanter Information beeinflussen.
  • Nähe Geografische Nachbarschaft. Sie stellt eine indirekte Determinante der interpersonalen Attraktion dar, deren Wirkung in der Regel durch das Mere exposure-Phänomen zustande kommt.
  • Narzissmus Persönlichkeitsmerkmal, das durch Selbstbezogenheit und Überheblichkeit gekennzeichnet ist. Der offene Narzissmus ist darüber hinaus durch Extraversion und Initiative bei der Zielerreichung charakterisiert. Er ist typisch für erfolgreiche Narzissten. Der verdeckte Narzissmus hingegen ist speziell durch Selbstzweifel und Ängstlichkeit charakterisiert. Er findet sich häufig bei narzisstischen Personen, die viele Misserfolge erlebt haben.
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  • Operationalisierung Durch den Prozess der Operationalisierung werden nicht messbare abstrakte Begriffe ( Konstrukte) in messbare Größen (Variablen) übersetzt. Es handelt sich um Messanweisungen, wie theoretischen Begriffen beobachtbare Sachverhalte zugeordnet werden können. Dazu stehen meistens unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung: Will man den abstrakten Begriff „Berufserfolg“ handhabbar machen, könnte man ein Selbsturteil, das Urteil des Vorgesetzten, das Gehalt oder konkrete Maße wie Verkaufszahlen heranziehen.
  • Own-Race-Bias Gesichter von Angehörigen der eigenen Hautfarbe werden besser erkannt
  • Perseveranzeffekt Tendenz, sich auf bestimmte Ereignisse, Vorstellungen und/oder Verhaltensweisen zu fixieren, auch wenn diese nicht tragfähig sind.
  • Physische Attraktivität Bezieht sich zum einen auf die wahrgenommene Schönheit einer Person (subjektiv) und zum anderen auf ihre Gesichts- und Figurmerkmale (objektiv).
  • Primacy Effect Dieser besagt, dass Informationen, die zuerst wahrgenommen werden, dominieren, weil sie als Anker der Urteilsbildung verwendet werden ( --> Ankerassimilation). Gegenteil zu --> Recency Effekt.
  • Primäre und sekundäre Kontrolle Ist die direkte Veränderung der Umwelt durch eine Person (primäre Kontrolle) nicht möglich, so können Veränderungen in der Person, wie z. B. kognitive Umstrukturierungen, dazu dienen, allgemeine Kontrollwahrnehmungen sowie die Handlungsfähigkeit zu erhalten (sekundäre Kontrolle).
  • Priming Priming bezeichnet im Allgemeinen die Erleichterung einer Reaktion auf einen Zielreiz (Target) aufgrund der vorherigen Darbietung eines Bahnungsreizes (Prime). Dies geschieht durch eine Steigerung der Zugänglichkeit zu bestimmten gespeicherten Informationen im Gedächtnis durch den Prime. Bereits vorhandene und somit leicht zugängliche Gedächtnisinhalte werden unbewusst durch Hinweisreize aktiviert. Die Wahrnehmung erfolgt so in einer bestimmten Richtung (Bias).
  • Prozedurales Priming Wenn zuvor eine bestimmte Prozedur durch den Prime aktiviert wurde, so wird anschließend dieselbe Verarbeitungsstruktur beim Target schneller durchgeführt, auch wenn der Prime in einem völlig anderen Kontext oder im Zusammenhang mit einem unterschiedlichen Thema präsentiert wurde.
  • Rassismus Die negative Einstellung gegenüber Menschen oder Bevölkerungsgruppen auf der Grundlage von (quasi-)biologischen oder ethnischen Kriterien.
  • Reaktanz Motivationale Erregung infolge eingeschränkter Handlungsfreiheit. Geht in der Regel mit Versuchen zur direkten oder indirekten Wiederherstellung von Freiheit und der Aufwertung verwehrter Handlungsoptionen einher.
  • Recency Effect Dieser besagt, dass Informationen, welche zuletzt wahrgenommen wurden, dominieren, da erstgenannte Informationen mit der Zeit an Präsenz verlieren. Gegenteil zu --> Primacy Effect.
  • Regret Effect Gegenläufig zum --> „Spreading apart of alternatives“-Effekt. Direkt nach der Entscheidung für eine Wahlmöglichkeit wird die Attraktivität der nicht gewählten Alternative als höher eingestuft als die der gerade getroffenen Wahl. Tritt vor allem bei Personen mit geringem Selbstwertgefühl auf.
  • Reliabilität Genauigkeit, mit der ein Fragebogen oder ein anderes Messinstrument misst. Sie wird entweder als--> innere Konsistenz oder als --> Retest-Reliabilität ermittelt.
  • Repräsentativitätsheuristik Ein Objekt wird auf Grund seiner Ähnlichkeit zu einem bereits bekannten Objekt eingeordnet. Nach dieser Ordnung erfolgt dann die Entscheidungsbzw. Urteilsfindung.
  • Represser Personen, die bedrohliche selbstbezogene Informationen vermeiden und daraus resultierende Konflikte verdrängen. Dieses Persönlichkeitsmerkmal spielt eine Rolle bei der Suche nach Informationen, die relevant für die Übereinstimmung mit anderen Personen sind ( --> Verstärkungs-Affekt- Modell der Attraktion).
  • Retest-Reliabilität Die Retest-Reliabilität eines psychologischen Messinstruments wird berechnet, indem es denselben Personen zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten vorgelegt wird und beide Messungen miteinander korreliert werden. Ist die Korrelation hoch, gilt das Messinstrument als zeitlich stabil und somit als reliabel.
  • Salience Effect Die Leichtigkeit der Erinnerung eines Ereignisses wird durch die subjektive Besonderheit oder Auffälligkeit dieses Ereignisses beeinflusst ( Verfügbarkeitsheuristik).
  • Skript (Script) Kognitives Schema, das sich auf die typischen Handlungsabfolgen in bestimmten Interaktionssituationen bezieht und eine idealtypische Vorstellung darstellt.
  • Selbstaufmerksamkeit, objektive und subjektive Im Zustand objektiver Selbstaufmerksamkeit rückt das Selbst einer Person als Objekt in den Fokus ihrer eigenen Aufmerksamkeit. Demgegenüber steht der Zustand der subjektiven Selbstaufmerksamkeit, in dem eine Person als Subjekt ihre Aufmerksamkeit auf die Umwelt richtet. Objektive und subjektive Selbstaufmerksamkeit sind zum einen interindividuell unterschiedlich ausgeprägt, können aber zum anderen auch situativ induziert werden.
  • Selbstdarstellung Bewusst oder vorbewusst gesteuertes Verhalten von Personen mit dem Ziel, das Bild, welches andere von ihrer eigenen Person haben, zu beein flussen und entsprechend ihrer Wünsche (i. d. R. positiv) darzustellen. Dabei bezeichnet die Selbstdarstellung das Verhalten der Person (d. h. ihren Versuch den Eindruck zu steuern) und nicht dessen Effektivität (d. h. ob der Eindruck tatsächlich in die erwünschte Richtung beeinflusst wurde).
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  • Selbstkonzept Die Gesamtheit aller Annahmen einer Person hinsichtlich der eigenen Eigenschaften und Fähigkeiten sind die Grundlage für das Selbstkonzept. Die Summe der subjektiven (positiven und negativen) Bewertungen ergibt das --> Selbstwertgefühl.
  • Selbstregulation Um Ziele zu erreichen, müssen Menschen ihr Verhalten regulieren (z. B. Süßigkeiten widerstehen während einer Diät). Das Ausmaß an Selbstregulation ist eine begrenzte Ressource, die ähnlich einem Muskel nach Gebrauch ermüdet und erst nach einer Erholungspause wieder zu Verfügung steht.
  • Selbstwahrnehmung Personen ziehen Rückschlüsse auf eigene Fähigkeiten und Eigenschaften, indem sie eigene Verhaltensweisen, Gefühle, Gedanken und körperliche Zustände wahrnehmen.
  • Selbstwert Teilbereich des Selbst, der sich auf affektive und bewertende Inhalte bezieht. Daher spricht man auch von dem Selbstwertgefühl, das entweder zustandsbezogen oder eigenschaftsbezogen erfasst werden kann. Der eigenschaftsbezogene Selbstwert stellt eine zusammenfassende Bewertung des Selbst dar. Der zustandsbezogene Selbstwert bringt zum Ausdruck, dass der Selbstwert in Abhängigkeit von der sozialen Situation variiert. Neben dem individuellen Selbstwert ist auch ein gruppenbezogener kollektiver Selbstwert zu beachten, der auf der Identifikation mit bestimmten Gruppen beruht.
  • Selbstwirksamkeit Menschen unterscheiden sich darin, ob sie glauben, bestimmte Handlungen ausführen zu können, um ein gewünschtes Ergebnis zu erreichen. Die persönliche Ausprägung ist entscheidend dafür, welche Handlungsalternativen von einer Person gewählt werden, wie viel Anstrengung bei der Ausführung der Handlung aufgebracht und wie lange die Handlung – auch gegenüber Widerständen – aufrechterhalten wird. Die Selbstwirksamkeit variiert auf den Dimensionen Umfang, Generalität und Stärke.
  • Selektives Hypothesentesten Spezielle Suche nach genau den Probanden bzw. Informationen, die den Ausgangswert oder eine Annahme bestätigen.
  • Self-fulfilling prophecy/ Sich-selbst-erfüllende Prophezeiung Ein Ereignis, welches in seiner Form nicht eingetreten wäre, hätte die Person es nicht so erwartet, da dies Auswirkungen auf die Erwartungs- bildung, auf das Verhalten gegenüber Zielpersonen und deren Reaktionen hat. Etikettierung und --> Attributionsfehler können die Folge sein. Z. B. im Rahmen sozialer Interaktionen ein Prozess, bei dem die Aktivierung von Stereotypen dazu führt, dass sich Mitglieder einer Gruppe den stereotypen Erwartungen ihrer Interaktionspartner anpassen.
  • Semantisches Priming Unter semantischem Priming wird der Effekt verstanden, dass die Aktivierung eines Wortes die Verarbeitung all jener Worte beschleunigt, die zum ersten Begriff eine semantische oder kategorielle Beziehung aufweisen.
  • Sensitizer Personen, die sich selbstbedrohlichen Informationen aufmerksam zuwenden, sich für leicht verletzbar halten und eher ängstlich sind. Dieses Persönlichkeitsmerkmal spielt eine Rolle bei der Suche nach Informationen, die relevant für die Übereinstimmung mit anderen Personen sind ( Verstärkungs- Affekt-Modell der Attraktion).
  • Sexismus Negative Einstellungs- und Verhaltensmuster gegenüber Frauen aufgrund ihres Geschlechts.
  • Soziale Diskriminierung Negatives oder benachteiligendes Verhalten gegenüber Personen, einzig aufgrund deren Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen oder sozialen Kategorien.
  • Soziale Dominanzorientierung Disposition, die in dem Ausmaß variiert, in dem gruppenbezogene Hierarchien und die Herrschaft „überlegener“ Gruppen über „unterlegene“ Gruppen akzeptiert werden.
  • Soziale Kategorisierung Der kognitive Prozess der Gruppierung von Personen oder Gruppen, die ein Merkmal oder mehrere Merkmale gemeinsam haben.
  • Soziale Kompetenz Fähigkeit, in interpersonalen Situationen erfolgreich zu agieren und dabei seine eigenen Interessen und Bedürfnisse zu realisieren, ohne den Interessen und Bedürfnissen des Interaktionspartners zu schaden. Sie beruht auf der Verfügbarkeit von kognitiven Fähigkeiten und Handlungsmustern, die eine für alle beteiligten Personen zufriedenstellende Interaktion ermöglichen.
  • Soziale Kognitionen Unter sozialen Kognitionen versteht man die Art und Weise, in der Menschen Informationen aus ihrer sozialen Umwelt aufnehmen, abspeichern und weiterverwenden.
  • Soziokognitive Neurowissenschaft Die soziokognitive Neurowissenschaft zeichnet sich dadurch aus, dass menschliches Erleben, Verhalten und Handeln aus drei unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird: soziale Einflussfaktoren, kognitive Einflussfaktoren, neuronale Einflussfaktoren.
  • Spreading apart of alternatives-Effekt Art der Dissonanzreduktion nach Entscheidungen, bei der man die Kognitionen der Entscheidung anpasst: Die Attraktivität der gewählten Alternative steigt an und/oder die Attraktivität der nicht gewählten Alternative sinkt ab.
  • Stereotyp Eine kognitive Struktur, die unser Wissen und unsere Überzeugungen über eine soziale Gruppe von Menschen enthält.
  • Stereotyp der Schönheit Meinungen in Bezug auf physisch attraktive Personen. Dabei werden ihnen sozial erwünschte Persönlichkeitsmerkmale (Wärme, Geselligkeit, soziale Kompetenz etc.), aber auch negativ besetzte Merkmale, wie z. B. außereheliche Beziehungen bei schönen Frauen, zugeschrieben.
  • Stereotype Threat Das Phänomen, dass Angehörige stereotypisierter Gruppen, die sich der ihnen entgegengebrachten Stereotype bewusst sind, in stereotyprelevanten Situationen Angst haben, die Stereotype zu bestätigen, was zu Leistungseinbußen oder stereotypkonformem Sozialverhalten führen kann.