Biotechnologie (Fach) / VL5: Enzyme (Lektion)
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VL5
Diese Lektion wurde von MiriWieni erstellt.
- Warum braucht man Enzyme? Erkenntnis aus dem Zellstoffwechsel chemische Reaktionen laufen unter den in Lebewesen typischen Bedingungen nur in gegenwart von Katalysatoren hinreichend schnell ab (Stoffkonzentrationen, Druck, pH, Temperatur)
- Was sind Enzyme? Was machen sie? -globuläre Proteine mit katalytischer Aktivität -Wechselwirkung Enzym und umzusetzender Stoff => Steigerung Reaktionsfähigkeit, Beschleunigung, GW wird nicht verändert
- Wie ist der grundsätzliche Ablauf der enzymatischen Reaktion? E + S => ES => ES+ => EP => E + P die freie Enthalpie wird durch das Enzym herabgesetzt
- Enzymatische Reaktionen: Was wird beeinflusst? Was nicht? Was tritt im Reaktionsprofil auf? -Aktivierungsenergie wird erniedrigt; Aktivierungsenergien Hin- und Rück unterscheiden sich um Betrag freie Aktivierungsenergie => wirkt auf beide gleich? -Enzyme können die Einstellung eines Gleichgewichtes beschleunigen ohne GW-Lage der Reaktion zu verändern -lokale Minima und Maxima: wobei Minima kurzlebige Intermediate, Maxima Übergangszustände
- 3 Merkmale Enzym-Substrat-Interaktion -Substratspezifität -Reaktionspezifität -Regulierbarkeit der Enzymaktivität
- Wie ist Substratspezifität? Wann kann Aussage getroffen werden? Spezifität ggü. Stereoisomere? -unterschiedlich: Lipasen und Proteinasen können zb allgemein Ester- und Peptidbindungen erkennen, Trypsin und Chymotrypsin nur Peptidbindungen zwischen bestimmten AS -wenn das Enzym in reiner Form vorliegt -streng spezifisch für Stereoisomere
- aktives Zentrum Aufbau, Aussehen, Bindung, Beteiligung, Modell -aus AS, Proteinfaltung räumliche Annäherung -Vertiefung im Enzym -höhlen und spaltenförmige Vertiefungen -oft Cofaktoren beteiligt -von Schlüssel-Schloss zu induced fit
- Cofaktoren Def, Arten, Enzym mit oder ohne Cofaktor -kleine Moleküle, die die Enzymaktivität beeinflussen -Metalle und Coenzyme hier fest: prostetisch, lose: Cosubstrat -Apo und Holoenzym
- wichtige Coenzyme Beispiele Thiaminpyrophosphat bei der oxidativen Decarboxylierung Flavinmononucleotid beim Wasserstofftransfer Pyridoxalphosphat Transaminierung, Decarboxylierung
- Enzymklassifikation Nr und Bsp -systematischer Name -EC-Nummer: 4 Ziffern 1. in die 6 Hauptklassen 2 und 3: chemische Einzelheiten 4: Nummerierung
- 6 Enzymklassen mit Beispielen -Oxidoreduktasen => Alkoholdehydrogenase -Lyasen => Citratlyase -Hydrolasen: Galactosidase -Isomerasen Glucoseisomerase -Transferasen Hexokinase -Ligasen D-Ala-D-Ala-Ligase
- Enzymatische Analyse: 2 unterschiedliche analytische Verfahrensweisen 1) Ermittlung Enzymaktivität: analytische Behandlung kann nachgewiesen werden Bsp Peroxidase und Phosphatase Milch, Amylase Honig 2) analytische Bestimmung Substanzen mithilfe von Enzymen
- Optischer Test nach Otto Warburg Methode zur Bestimmung der enzymatischen Aktivität von NAD- bzw. NADP-abhängigen Dehydrogenasen => Grundlage Lambert-Beersches Gesetz
- optischer Test Reaktion Bsp Substrat + Coenzym => Produkt + Coenzym - Bsp Lactat + NAD =>Pyruvat + NADH + H+
- Temperaturabhängigkeit Enzymaktivität -Geschwindigkeit erhöht sich innerhalb Temperaturbereich -danach Abfall wegen Denaturierung
- Einfluss pH auf Enzymaktivität pH, Ursachen pH 4-9 Ursache: reversible Dissoziation / Ionisierung
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- Ursachen Proteindenaturierung -physikalische Einwirkungen: Hitze, Kälte, mechanische Kräfte, Strahlung -chemische Einwirkung: Säure, Lauge, Lösungsmittel, Oxidationsmittel...
- Anwendungsbereiche Enzyme 4 Bereiche Waschmittel, Nahrungs- und Futtermittel, andere technische Anwendungen
- Wirtschaftliche Bedeutung -Marktvolumen: 4-5 Mrd Euro -Markt der Enzyme: Produkte aus Enzymen 200 Mrd Euro
- Anteile Gesamtmarkt Enzyme -Waschmittel 26 % -Tierfutter 22 % -Stärkeabbau 16 % -Mehl und Backwaren 8 -Käsereifung 8
- Einsatz in Detergentien 4 -Proteasen gegen Proteinflecken -Lipasen gegen Fettflecken -Amylasen gegen Stärkeflecken -Cellulasen Grasflecken
- Textilindustrie 5 -Entfernung stärkehaltige Schlichen: Amylasen - Nichtcellulosekomponenten: Pektylase -Bleichmittel: Peroxidasen -Fusseln: Cellulasen -Jeans ausgewaschen: Cellulase
- 4 Arten Enzymeinsatz LM -aktive Enzyme Rohwaren -mikrobielle Enzyme -Lebensmittelzusatzstoffe, Verarbeitungshilfstoffe -aktive Enzyme ernährungsphysiologisch
- erwünschte und unerwünschte Vorgänge Bedeutung -unerwünscht: Weichwerden, Rohfaseranteil Verminderung, Bräunung, Veratmung Zucker, Süßwerden, Bitterwerden, Bleichung, Geruch -erwünscht: Aromabildung, Gärung alk. Getränke, Oxidation Essigsäure, Fermentation Kaffee / kakao, Teefermentation, Milchsäuregärung, Backware
- Einsatz Enzyme in der Getränkeindustrie 3 Getränke 1) Fruchtsaft: -Pektinasen Schälen, Abbau Polysaccharide; -Nariginasen, Amylasen, arabinasen bauen diese ab 2) Bier -Amylasen Stärkeabbau -Glucanasen Abbau Glucane -Acetolactatdecarboxylase: Acetatmilchsäure 3) Weinkorken -Laccasen Phenole Polymerisierung
- Enzymen in Babynahrung, Fleisch, Milch 3, Backware, Konservierung 5 -Proteasen: Allergenabbau -Fleisch: Proteasen zarter -Milch: beta-Galactosidasen, Chymosin, Lipasen -Backwaren: Proteasen -Konservierung: Lysozym, beta-Glucanasen, Chitinasen, Glucoseoxidation, Lactoperoxidasen
- Enzyme in Futtermitteln Warum? 3 Fälle Erhöhung Verdaulichkeit -nicht ausreichend vorhandene Enzyme -keine eigenen Enzyme -keine eigene Enzyme und antinutrive Wirkung zb Phytinsäure, Hemicellulase
- Phytasen Einsatz -Phytate wertvolle Phosphorquelle, binden Mineralstoffe -Geflügel und Schweinezucht, Umweltschutz durch Reduktion Phosphatausscheidung
- Herkunft von Enzymen tierisch, pflanzlich, Mikroorgansimen tierisch: Labenzym durch Reinigen, Extraktion, Filtration etc, Einengen, Fällen pflanzlich: Papain, Bromelain, alpha und beta Amylase Gerste Problem: geringe Gehalte, deswegen große Rohstoffmengen -Mikroorganismen: schnelle Produktion, unabhängig von Umwelt, hohe Ausbeuten, extra und intrazelluläre Enzyme (müssen noch aufgereinigt werden)
- Immobilisierung von Enzymen grundsätzlicher Sinn 5 Vorteile, 3 Nachteile -hohe Kosten => Wiederverwendung -Vorteile: Kontrolle, Stabilisierung, weniger Inhibierung, Vermeidung Kontamination, Einsatz Reaktorsysteme -Nachteile: Verdünnung (Einsatz katalytisch unwirksamer), Aktivitätsverlust, Versuch-Irrtums-Ansätze
- 4 grundsätzliche Strategien der Immobilisierung -reversible, physikalische Immobilisierung -irreversibel an Träger -Einschluss -Vernetzung
- 3 Möglichkeiten des Einschlusses -Mikroeinschluss -Geleinschluss -Einschluss in Hohlfasern
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- 4 Methoden Vernetzung von Enzymen mit Abkürzung -quervernetzte Enzyme CLEs -quervernetzte Enzymkristalle CLECs -quervernetzte Enzymaggregate CLEAs -cross linked spray-dried enzymes CLSDs
- Was unterscheidet quervernetzte Enzymkristalle und Aggregate? -Enzymkristalle: gereinigte Enzyme, hohe Kosten -Aggregate: Fällung aus wässriger Lösung
- Was ist der Grundgedanke bei trägerfreien Enzymkristallen? -hochkonzentrierte Enzymaktivität -hohe Stabilität -geringe Produktionskosten
- CLEs Eigenschaften -Herstellung durch Quervernetzung -geringe Reproduzierbarkeit, Aktivität und mechanische Stabilität
- CLECs Def, Eigenschaften -Vernetzung von Kristallen -höhere Aktivität, besonders bei sehr kleinen -höhere Stabilität -kommerzielle Anwendung
- CLEAs -keine Reinigung und Kristallisation -Aggregation unter Zusatz geeigneter Agentien -Aggregation mit bifunktionellen Agentien
- CLSDs cross-linked spray dried enzymes -geringe Aktivität da Inaktivierung -nicht kommerziell
- Warum Bedarf an Enzymen 4 -Nachfrage für spezifische technische Anwendungen -Effizienz lebender Organismus vs. Anforderungen technischer Einsatz -Stoff- oder Anwendungspatente -ökonomische Proteinherstellung
- 4 Strategien Enzymsuche -Screening -Metagenomics -gerichtete Evolution -computergestütztes Proteindesign
- Screening: Grundprinzip, Potential, Kultivierbarkeit Prinzip: Kultivierung von Mikroorganismen aus natürlichen Nischen wie Thermalquellen, Salzwüsten, Schwämmen, Pflanzenteilen Potential: Hauptteil Biodiversität noch nicht kultiviert nur ein geringer Teil MO ist kultivierbar
- Aus welchen 6 Schritten Screening in industriellem Maßstab? 1. Definition Problem 2. empfindliches, spezifisches Assay 3. Primärscreening 4. Sekundärscreening 5. Enzymreinigung 6. Top Liste Kanidaten
- 4 Probleme beim Screening und Folge -einige MO sind nicht kultivierbar -Notwendigkeit geeigneter Methoden -Wildtypen viele, Schwierigkeit Selektion -problematische Enzymreinigung => nicht bester, sondern der in ausreichender Menge getestete
- Alternative zum Screening Expressionsklonieren Isolierung einzelner expressionsklonierender Gene aus Donator dann in Wirt
- Def Genom und Metagenom Genom: Gesamtheit der genetischen Information eines einzelnen Organismus Metagenom: Gesamtheit der genetischen Information aller Mikroorganismen zu gegebenem Zeitpunkt
- Was ist Metagenomik? eine Hochdurchsatzsequenzierung, Erstellung Sequenzbiblothek
- Beispiele für Quellen eines Metagenoms -Boden/Luft/ Meer -heiße Quellen -Darmmikrobiota / Human / Pansen
- Def gerichtete Evolution -Evolution im Zeitraffer => Simulation einiger Evolutionsmethoden mit molekularbiologischen Methoden
- Ablauf gerichtete Evolution in 3 Schritten 1. Generierung zufälliger Mutationen 2. Aufbau künstlicher Selektionsdruck: Temp, pH, Substrat, Enantiomerselektivität 3. Hochdurchsatzscreening
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