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Entwicklungspsychologie Kindes- und Jugendalter (Fach) / Glossar I-IV (Lektion)

Glossar I-IV

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  • Metagedächtnis Hiermit wird das Wissen über das Gedächtnis und seine Vorgänge bezeichnet.
  • Mikrogenetische Methode Diese Methode besteht darin, das kindliche Denken nicht nur anhand einer Aufgabe, sondern mit Hilfe von Aufgabenbatterien zu mehreren Zeitpunkten zu untersuchen.
  • Moral Eine Form normativer Überzeugungen, die das Erleben, Bewertungen und Handlungen leiten. Indikatoren sind das Wissen über geltende Normen, Urteile über moralisch gebotenes Verhalten, das normentsprechende Verhalten und moralische Gefühle (wie Schuldgefühle nach Normverletzungen). Unterschieden werden verschiedene Stufen der Moralentwicklung, wie z. B. die heteronome (fremdbestimmte) und die autonome (selbstbestimmte, verinnerlichte) Moral.
  • Moralisches Dilemma Methode zur Untersuchung der moralischen Urteilsfähigkeit. Erfasst werden Urteile über Situationen, in denen sich zwei soziale Normen im Widerspruch befinden.
  • Moratorium Nach Marcia ein Identitätszustand, in dem verschiedene Optionen erkundet werden, aber das Eingehen von Festlegungen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird.
  • Motiv Relativ stabiler Beweggrund des Handelns, der menschliches Handeln aktiviert und auf ein Ziel hinsteuert.
  • Motivation Aktivierende Ausrichtung des momentanen Handelns auf einen positiv bewerteten Zustand; das, was ein Verhalten in Gang bringt und aufrechterhält.
  • Multidirektionalität Verschiedene Aspekte eines Verhaltensbereiches (z. B. fluide und kristallisierte Intelligenz) können unterschiedliche Richtung und Stärke der Veränderung zeigen.
  • Multifinalität Dieser Begriff beschreibt, dass ein und dieselbe Bedingung zu verschiedenen Entwicklungsergebnissen führen kann.
  • Objektpermanenz Wissen, dass ein Objekt auch dann noch existiert, wenn es nicht zu sehen ist.
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  • Persönlichkeit Das Gefüge von relativ zeitstabilen Verhaltensbereitschaften (Persönlichkeitseigenschaften) eines Menschen. Zentrale Persönlichkeitsmerkmale sind nach dem Modell der „Big Five“ Neurotizismus, Extraversion, Offenheit, Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit.
  • Phonologie Sprachsystem, das aus den in einer Sprache vorkommenden Lauten besteht.
  • Plastizität Veränderbarkeit von Fähigkeiten, des Erlebens und Verhaltens, etwa durch Trainingsmaßnahmen.
  • Pragmatik der Sprache Sprachsystem über den Gebrauch von Sprache.
  • Prägung Irreversible Form des Lernens, die während eines meist kurzen, genetisch festgelegten Zeitabschnitts (der sogenannten sensiblen Phase) durch Reize aus der Umwelt ausgelöst wird.
  • Prävalenz Krankheitshäufigkeit, also die Aussage darüber, welcher Prozentsatz einer definierten Gruppe (z. B. Altersgruppe) von einer Erkrankung betroffen ist.
  • Prävention Vorbeugende Maßnahmen, um eine unerwünschte Entwicklung zu vermeiden. Diese können sich an die Gesamtbevölkerung (universelle Prävention), Menschen mit Risikofaktoren (selektive Prävention) und an Personen wenden, bei denen bereits erste Anzeichen einer Störung vorliegen (indizierte Prävention).
  • Produktionsdefizit Dieses Defizit besagt, dass Strategien zwar Gedächtnis fördernd eingesetzt werden können, sie aber spontan nicht verwendet werden.
  • Psychologische Werkzeuge Wygotski versteht unter psychologischen Werkzeugen Sprache, Zahlen- und Schreibsysteme, Diagramme oder Kunstwerke einer Kultur aber auch technische Geräte wie Computer. Sie werden benötigt, um das Denken und Verhalten zu organisieren und zu steuern.
  • Querdisparation Verrechnung des Unterschiedes der Abbildungen auf den Netzhäuten beider Augen, wodurch Wahrnehmung von Tiefe entsteht.
  • Querschnittuntersuchungen Hierbei werden Stichproben bestehend aus Probanden unterschiedlichen Alters zu einem Messzeitpunkt untersucht.
  • Reifung Universelle, biologisch (genetisch) bedingte Entwicklungsprozesse, die nicht auf Lernvorgänge im weitesten Sinne zurückgeführt werden können.
  • Resilienz Psychische Widerstandsfähigkeit, die dadurch ersichtlich wird, dass von widrigen Lebensumständen Betroffene eine bessere Entwicklung nehmen, als eigentlich angesichts dieser Umstände zu erwarten wäre.
  • Risikofaktoren In der Person oder in ihrer Umwelt liegende Faktoren, welche die Wahrscheinlichkeit für eine abweichende Entwicklung bzw. eine psychische Störung erhöhen.
  • Rollenspiel Spiel, in dem Spieler die Rollen fiktiver Personen oder Figuren übernehmen und selbsthandelnd soziale Situationen bzw. Abenteuer in einer erdachten Welt erleben.
  • Rouge-Test Verfahren zur Testung, ob ein Kleinkind bereits ein inneres Abbild von eigenen Äußeren hat und einen unbemerkt auf der Stirn abgebrachten Farbklecks im Spiegel erkennt und wegwischt.
  • Schutzfaktoren Personale oder soziale Ressourcen, welche die Auswirkung von Risikofaktoren auf die menschliche Entwicklung reduzieren.
  • Sehpigment Substanz in den Sehzellen, die das einfallende Licht absorbiert.
  • Selbstkonzept Bild von sich selbst. Es umfasst im weitesten Sinne selbstbezogenes Wissen, Überzeugungen und Selbstbewertungen.
  • Selbstregulation Psychische Vorgänge, mit denen Menschen ihre Aufmerksamkeit, Emotionen, Impulse und Handlungen steuern. Sie umfasst u. a. die Fähigkeiten, Absichten durch zielgerichtetes Handeln zu verwirklichen und auf kurzfristige Befriedigungswünsche zugunsten längerfristiger Ziele zu verzichten.
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  • Sensumotorisch Prozesse, bei denen Wahrnehmung und Bewegung zusammenhängen.
  • Stabilität Unverändertheit eines Merkmals über die Zeit hinweg. Man unterscheidet die Stabilität der mittleren Ausprägung eines Merkmals (Niveaustabilität), der Rangreihe der Ausprägung in einer Gruppe von Personen (korrelative Stabilität), der Rangreihe von Merkmalen innerhalb einer Person (ipsative Stabilität) und der Faktorstruktur eines Merkmals (strukturelle Stabilität).
  • Still-face-Paradigma Methode zur Untersuchung sozialen Verhaltens von Säuglingen. Die Bezugsperson unterbricht hierbei für einen kurzen Moment ihre Interaktion mit dem Kind, verharrt passiv und reagiert nicht auf das Kind.
  • Störungen des Sozialverhaltens Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter, die durch wiederholte und andauernde Verstöße gegen altersentsprechende Erwartungen, aggressives und aufsässiges Verhalten gekennzeichnet sind.
  • Stufenmodelle Sie nehmen an, dass die menschliche Entwicklung als Durchlaufen von qualitativ unterschiedlichen Entwicklungsstufen gekennzeichnet werden kann. Diese Stufen sind universell (gelten für alle Menschen in allen Kulturen), irreversibel (sie können nur in einer Richtung durchlaufen werden) und sie bauen aufeinander auf. Meist wird zudem angenommen, dass das Durchlaufen der Stufen zu einem jeweils höheren Entwicklungsstand (z. B. größerer Leistungsfähigkeit) führt.
  • Theory of Mind Das Verständnis dafür, was psychische Prozesse sind und wie diese das menschliche Handeln beeinflussen. Ein Beispiel dafür ist das Verständnis dafür, dass Überzeugungen von der Realität abweichen können.
  • Temperament Schon in der frühen Kindheit beobachtbare emotionale und aufmerksamkeitsbezogene Reaktion und Selbstregulation. Typische Temperamentsmerkmale sind Aktivität, Regelmäßigkeit biologischer Rhythmen sowie Annäherung – Vermeidung bei neuen Reizen. Hat eine starke genetische Grundlage.
  • Time sampling Beobachtungsverfahren, bei dem ein Zielverhalten zu ganz bestimmten, vorher festgelegten Zeitintervallen registriert wird.
  • Visuelle Klippe Versuchsaufbau von E. Gibson und Walk (1960) eines simulierten Abgrunds, um die Fähigkeit zur Tiefenwahrnehmung bei Säuglingen zu untersuchen.
  • Zone proximaler Entwicklung Diese Zone umfasst die Spanne zwischen dem spontanen Können eines Kindes und dem Können, was es maximal unter Anleitung zeigen kann. Damit ist das kognitive Potenzial eines Kindes angesprochen.